Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

LAT. AMBITUS IM ROMANISCHEN. 54 1

,Fufsstapfen,

= pedata).

Spuren des kleinen Wildes' (vgl. auch mailänd.

Andera setzt zunächst ein Primitivum anda

andana

voraus,

dem wir wiederholt begegnet sind und das sich nach Spano auch

im Sardischen findet (istare ad j' anda anda ,star andando qua e

lä, scorrazzare'); auch kann es, da es mit Suffix -era (-aria) ge-

bildet ist, keine Ableitung von andare sein.

Da nordital. -dgina zu dna wird, wie com. piem. mail. provana

[propdgina statt propaginem) lehrt (Zalli kennt neben provana den

Infin. provagtie),^ so könnte andaina neben ursprünglichem andana

falsche Analogiebildung nach [provaina] provana sein. Dieser Vor-

schlag scheint für das Italienische nicht unannehmbar, aber rätselhaft

bleibt sp. andäi, für welches Entlehnung aus dem Italienischen

durch die Bedeutung ausgeschlossen ist.2 Unstatthaft ist es anderseits

in it. (aina = ägina) andaina eine Neubildung nach Art

von seccaggine, dahbenaggine zu sehen, da dieses -aggitie abstrakt-

pejorativ ist.

Dafs genues. venez. ,anda}ia, disposizione e collocamento delle

mercanzie' erst wieder aus andaina entstanden sei, ist möglich, dafs

aber it. andana überhaupt, wie G. Paris will, auf indaginem beruhe,

läfst sich nicht beweisen. Wahrscheinlich ist es vielmehr wie

noxdhz. andain und s,\>. andana, die nicht indaginem sein können,

mit Suffix -ana gebildet: die S. 537 erwähnten Bedeutungen, in

denen die Anschauung einer durch zwei gerade Linien in ihrer

Breite festgelegten Bahn deutlich zu Tage tritt, stellen es zu frz.

a7idain, und nordital. andana ,Gang' gehört unbedingt zu andare.

Übrigens gibt G. Paris, 1. c. S. 452 A. 6 zu ,qu'on trouve en Italic

d'autres sens {d'andatia), qui se rattachent visiblement ä aftdare',

doch sei dies ,une confusion recente', eine Behauptung, für welche

Beweise schwer zu erbringen sein dürften.

Die Frage, wie weit *andaginem sich nach Norden erstreckt,

ist nicht ganz leicht zu beantworten: dauph. andankdixm andaginem

sein, da man dort auch prevan (provain) und plantan sagt, aber

gleichen Anspruch hat andanus, da manus zu 7nan wird.3 Für

andanh (im Queyras) und lyon. andain, andagni kommt unter allen

Umständen auch das oben S. 520 vorgeschlagene -aneus mit in

plantaginem, allein

{ Frage.

es ist

Das

damit

Friaulische

für antagn

kennt zwar planldgn

(s. S. 518) nichts bewiesen, da man in jener

IMundart auch codogn, friistagn, cugn (cugno), campägne sagt. Endlich

vergleiche man mit prov. andano die Vertreter von propaginem

bei Mistral: proubdino, -aino, poubragno, Inf. proubaina, proiibagind

boräsgen.

1 Vgl. r.ocli mail. hordina (= it. borrana ,BoiTetsch' bei Cherubim v.

"^ Eher könnte port. andaina , Reihe, Linie' aus dem Sardinischen

stammen. Andana fehlt auffälliger Weise dem Portugiesischen.

3 Devaux , Essai sur la Langue Vulg. du Dauphine' S. 126. 105 durfte

also nicht ohne weiteres sagen, dafs die Formen der Dauphin^ die Paris'sche

Erklärung: bestäligen.

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