Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

IBERO-ROMANISCHES UND ROMANO-BASKISCHES. 553

mittelbar festzustellende Tatsache wie in port. teima : span. /em(7.

Falsch oder richtig kann nur die Erklärung dieser Entsprechung

sein; aber ich sehe auch nicht ein wie sie in dem dritten „unerklärten"

Falle richtig sein kann, wenn sie in den beiden andern

„dunkeln" Fällen falsch ist. Ich selbst habe damals gar nicht

versucht das Verhältnis von ei zu e zu erklären; ich tue es nun,

und zwar glaube ich, vez'ga, manteiga, taleiga sind „aus einem Punkte

zu kurieren". Es wäre ja nicht undenkbar dafs sich im Portu-

giesischen selbst e unter dem Einflufs eines folgenden g zu ei entwickelt

hätte; ich ziehe es aber vor in diesem ei die Wiedergabe

eines span. e zu erblicken: es sind Lehnwörter und zwar alte. Im

Elucidario findet sich als alt nur taliga, nicht taleiga^; manteiga

gelegentHch,

Ob veiga in

so I, 308^ (von 1200). II, 133^ (von 1364 und 1368).

alten port. Urkunden vorkommt, darüber mögen sich

die darin Belesenen äufsern^; es findet sich jedesfalls mit den

beiden andern Wörtern zusammen in einem Schmählied Alfons' X.,

auf welches mich Cornu aufmerksam gemacht hat. Ich setze die

betreffende Strophe her, nach der Lesung von C. Michaelis de

Vasconcellos Rev. Lus. III, 164 (= Ganz, vatic. N. 77):

O que meteu na taleiga

pouc' aver e muyta meiga,

e por nom entrar na Veiga

que faroneja!

Pols chus mol' e que manteiga

maldito seja!

Man sieht, es ist dies kein Zeugnis dafür dafs veiga in Portugal

ein volkstümliches Wort war; denn es handelt sich um die Vega

von Granada. Die Wortform mit dem Diphthongen mag aus

Galizien stammen wo sie, falls die Urkunde echt und die Lesung

richtig ist, schon im 8. Jhrh. erscheint. Nun ist man vielleicht

geneigt diesen Umstand gegen meine Charakterisierung von veiga

als einem Lehnwort auszuspielen; warum sollte es aber in jenen

frühen Jahrhunderten nicht ebensogut Entlehnungen zwischen den

romanischen Sprachen oder Mundarten gegeben haben wie in den

späteren? Gerade eine Bedeutungsentwicklung wie die von '*vica

zu vega konnte nicht gleichzeitig auf weit ausgedehnten, nach Natur

und Kultur verschiedenen Gebieten vor sich gehen, sondern nur

innerhalb engerer Grenzen. Ich denke an Andalusien; von dort

1 Erst jetzt sind die sehr schätzenswerten ,Sub-idios' von A. A. Corlesao

(Coimbra 1900—01) in meine Hände gekommen. Hier (II, 134) finde ich talica

(1257), talaigia, taleca (II59). C. bemerkt: „A forma taleiga e sem düvida

influenciada pelo talega; as förmas propriamente port. sam taiga (arch.) e

teiga.^' Daneben werden auch taega, taeiga und teeiga belegt; die beiden

letzteren Formen beruhen gewifs auf Kreuzung mit taleiga. [Korrekturnote.]

2 Vgl. manteca Cort. III, 42 (1145 und sonst). [Korrekturnote.]

3 In der Tat veiga Cort. II, 151 (schon 960). [Korrekturnote.]

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