Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

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H. SCHUCHARDT,

aus wurde das fertige vega nach dem Norden und Nordwesten

verpflanzt. Die beiden Reimwörter zu veiga rufen entsprechende

Betrachtungen hervor. Wenn man span. val. sard. siz. neap. tar.

maiikca, port. manieiga, kat. sard. mantega, rum. manticä nebeneinander

hält, so erkennt man aus dem Verhalten des Tonvokals

und des darauf folgenden Gutturals dafs das Wort nicht überall

bodenständig ist, sondern mehrfach gewandert sein mufs. Wie in

neuerer Zeit (das rum. manticä ist, wie mir Weigand sagt, ein

wenig bekanntes und verbreitetes Wort und gewifs erst mit ca^caval

aus dem Westen gekommen; letzteres hat übrigens mehr um

sich gegriffen, es findet sich auch im Madj., Neugriech., Türk.), so

auch in alter, jedoch erst romanischer Zeit; es ist eben die Sache

gewandert. In Hinblick auf diese Beweglichkeit wird die Akzentveränderung

im lat. manilca „Ranzen" eher begreiflich; denn dafs

dieses das Grundwort des romanischen Wortes ist, um das herum

Baist und ich vor langen Jahren Irrfahrten, aber nicht in gleicher

Richtung gemacht haben, daran zweifle ich jetzt nicht mehr. Diez

vermutete nur dafs die Spanier sich ebenso wie die Araber der

Schläuche zur Bereitung der Butter bedienten; Simonet verweist

auf mdl.-span. mazar, welches das Wtb. der Akademie bestimmt

als: „golpear la leche dentro de un odre para que se separe la

manteca." Ähnlich auch anderswo; nicht ganz klar ist mir in De

Vincentiis' tar. Wtb.: „7na?iteca, butirro, burro — crema di latte

chiuso in borsa di cacio di bufala." Taleiga, taliga verrät sich

durch das Schwanken des Vokals, vor allem aber durch das inter-

vokalische / als Lehnwort, und zwar nicht vor dem 12. Jhrh. aufgenommenes.

Wie sich Baist das Verhältnis von teiga zu einem

älteren taleiga vorstellt, darüber bin ich im unklaren; ich halte

jenes für die alle und echtport. Form, dieses für die jüngere und

fremde. Neben talega hat das Span, takgo (daher gal. taleigo),

worin vielleicht eine kleine Stütze für die übliche und mir wahrscheinliche

Herleitung von gr. d^vXcfKoq liegt. Die Mittelform

^thnlycus ist freilich bisher noch nicht gefunden worden, ich möchte

sie am ersten bei den Arabern vermuten. Dafs im Port, ein span.

e, welches hier nicht auf einen qualitativ und quantitativ vollkommen

gleichen Vokal stiefs, zu ei gesteigert werden konnte, wird

man nach allgemeinen Analogieen wohl zugeben; dafs das wirklich

geschehen ist, läfst sich freilich durch andere lautgeschichtliche

Tatsachen nicht sicher begründen. Solche die man anführen

möchte, wie etwa die Entstehung eines port. ei aus arab. e oder i

oder eines port. ou aus {louga, louco, mouco neben span. loza, loco,

moco, gal. galloiifa \ span. gallofa) sind ja selbst vereinzelt oder

zweifelhaft. An meiner Deutung von ei = e in den fraglichen

Wörtern mufs ich so lange festhalten als ich überhaupt keine

andere vor mir sehe. Ich bestimme die Münze nach der Vorder-

seite, wenn ich auch hier nicht alles mit völliger Sicherheit entziffere;

denn auf der Rückseite vermag ich gar nichts zu erkennen.

Baist behauptet, die Ursprünglichkeit des ei in veiga sei auch durch

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