Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

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H. SCHUCHARDT,

nur aiz, azgale, atzale, und für „jucken" (araiiar) aizarratu, aiza-

pai'katu. Das Guip. braucht nun das einfache aiz im Sinne der

Krankheit, und wie es scheint, kommt das auch im Lab. vor (Fabre

hat u. „gratteile" auch aiza); sonst herrscht bei den franz. Basken

eine gleichbedeutende Ableitung: atzeji, hazteri. Die Verbindungen

tz und zt (sowie is und st) wechseln öfters miteinander, so auch

in einem den eben genannten Wörtern verwandten: franz.-bask.

aizapar, azlapar „Tatze". Die Endung -eri hat nichts mit eri

„krank" zu tun, wie van Eys will, sondern ist romanischen Ursprungs.

Die Endung -eria wird zunächst in romanischen Wörtern

vom Baskischen übernommen, z, B. aliaiieria, irouriiperia oder, um

ein interessanteres Wort anzuführen, niedernav. soul. erraberia,

er7-eberia \ südfranz. rahario, rebario, reber u. s. w. „Delirium" (franz.

reverie). Es bildet aber dann das Baskische mit diesem -eria

neue Wörter, entweder wiederum von Wörtern romanischen Ursprungs,

z. B. von span. qiieja \ franz.-bask. k(h)echu „Klage", „zornig",

„unruhig": k(h)echeria (neben khechadurd) „Zorn", „Unruhe", oder

von echtbaskischen, z. B. von souk niedernav. lotsa „Furcht":

loiseria dass. Endlich erscheint dieses -eria vermittelst eines dem

Baskischen angeh()rigen, in der Ableitung sehr häufigen -k- zu -keria

erweitert, und dieses ist die beliebteste Form, z. B. deabrukeria

„Teufelei". Hazteri steht für hazieria, indem das -a als Artikel

abgetrennt worden ist. Nach der Analogie von atz und hazteri

darf man wohl erwarten dafs auch zaragar „Räude" eigentlich

„Jucken" bedeutet; und das wird auch wahrscheinlich gemacht

durch lab. zarfrjapatu „kratzen", zarrapo, zaramilcha u.a. „Kratzwunde".

Schliefslich mag hiermit auch sarna zusammenhängen,

obwohl ich wegen des n nicht einmal eine Vermutung zu äufsern

weifs; und sara oder sarra „Schlacke" braucht darum noch nicht

abgewiesen zu werden, ist doch auch unser Krätze nicht nur

= „Räude", sondern auch = „Rletal labfälle". Aber sarna mit

madj. sar, sarni „Kot" (das heifst scir\ ein sarni gibt es nicht und

würde zudem ein Verb sein — oder ist etwa szar „IMenschenkot"

gemeint?) u. s. vv, zusammenzustellen (a.a.O., S. 161), dafür

liegt auch nicht der mindeste Grund vor.

Kürzer will ich mich in Bezug auf bask. sarats und zarika

beide „Weide(nbaum)" fassen. Sie haben nichts mit finn. sara

„Riedgras" u. s. w. zu tun und nichts mit span. sera, port. seira

,, Binsenkraut", und zwar dies um so weniger als die beiden Wörter,

trotz der wiederholten Anführung, gar nicht „Binsenkraut" bedeuten,

sondern „Binsenkorb", was der Verf. bei Diez Et. Wtb.3 II, 177

verlesen hat. Vielmehr entspricht sarats, sa/iats, sagats, dem lat. sa/ice,

span. sake, saure, sauz, prov. sause, sautz, bearn. saus u. s. w.;

zarika aber einem lat. *salica, bearn. saligue u. s. w. Intervok. / geht

im Bask. häufig in r über, auch in Lehnwörtern wie zeru \ caelum,

aingeru \ angelus. Besonders lehrreich für unsern Fall ist hiretze,

iratze, iraze, ihatze } filice, bearn. heus „Farnkraut"; ich glaube

nämlich nicht dafs wir hierin filictum, span. hehcho zu erblicken

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