Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

VIVIEN. 645

Schlacht beginnt am Montag und dauert bis zum Donnerstag.

Alle Christen fallen ausgenommen Guillaume, Girard und Guischard,

dem Neffen Guiborcs, Von diesen dreien fallen dann noch

zwei: erst Girard, dann Guischard, der, als Sarrazene geboren, vor

seinem Ende Gott verleugnet. Guillaume legt Guischards Leiche

auf sein Pferd und reitet damit nach Hause. Als seine Frau

Guiborc von weitem ihn kommen sieht, glaubt sie anfänglich, er

bringe Viviens Leiche; als sie ihm aber ans Tor entgegen geht,

erkennt sie den Körper ihres Neffen.

Am folgenden Tage zieht Guillaume aufs neue mit dreifsig

Tausend Mann ins Feld. Gui, Viviens jüngerer Bruder, den

Guillaume wegen seines jugendlichen Alters nicht hatte mitnehmen

wollen, folgt heimlich dem Heere und erreicht es auf dem Schlachtfelde,

Guillaume verliert nochmals sein ganzes Heer [von dem

ein Teil von den Sarrazenen gefangen genommen und fortgeführt

wird].i Nur Gui verbleibt ihm, mit dessen Hilfe er die Sarrazenen

schlägt und Deramed tötet, Guillaume behauptet das Schlachtfeld.

Man kann die Chanson de Vivien, deren Inhalt wir so eben

kennen gelernt haben, in sechs Abschnitte zerlegen,

L V. I— 149, Einfall der Sarrazenen. Das fränkische Heer

rückt gegen den Feind.

n. V. 150— 619. 742— 927. Erste Schlacht auf Larchamp.

Vivien fällt. Niederlage der Christen.

in. V. 620— 741. 928 — 1084. Entsendung Girards nach

Barcelona.

IV. V. 1085— 1227. Zweite Schlacht auf Larchamp. Girard

und Guischard fallen. Nochmalige Niederlage der Christen.

V. V. 1228— 1506. Heimkehr Guillaumes. Er führt ein neues

Heer nach Larchamp.

VI. V. 1507 — 1979. Dritte Schlacht. Deramed fällt. Erst

Niederlage, dann Sieg der Christen.

Der Schauplatz der beiden letzten Schlachten scheint vielmehr

Terre Certeine zu sein; doch scheidet der Dichter nicht streng

zwischen Terre Certeine und Larchamp.

Die Chanson de Vivien zählt 1979 Verse.2 Der Umfang der

Fortsetzung beläuft sich auf 1574 Verse. Sie beginnt mit der Erzählung

von Viviens Tode 1980— 2051. Guillaume kehrt nach

Orange zurück 2052— 2210. Er bleibt dort bei Guiborc 221

bis 2452, Er reist nach Laon, nm den König um Hilfe zu bitten,

und kehrt wieder heim nach Orange 2453— 2942. Es folgt die vierte

Schlacht, in der Rainoart mit der Stange [tinel) den Christen zum

Siege verhilft 2943—3553.

1 Die eingeklammerte Stelle entspricht dem auf S. 643- ausgeschiedenen

Zusatz, der wahrscheinlich ursprünglich vor Vers 2090 seine Stelle gehabt hat.

* Genauer 1981, da die Verse 60 und 1918 in je zwei Verse zerlegt

werden müssen.

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