Zeitschrift für romanische Philologie

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VIVIEN. 649

Die erste Schlacht, um dies gleich hier zu erledigen, findet

im Mai statt 708. 837. Sie dauert drei Tage, denn nach den

Versen 709. 838 haben Girard und Vivien schliefslich seit drei

Tagen nichts gegessen. Wenn der dritte Tag ein Montag ist,

mufs die Schlacht an einem Sonnabend begonnen haben.

4. Die historische Schlacht von 851.

Nach einem Rückblick auf die der historischen Schlacht vorausliegenden

Ereignisse erzähle ich ihren Verlauf besonders im

Anschlufs an Ernst Dümmlers Werk,i neben dem ich auch die

Quellen selbst verwerte.

Nach dem Tode des Grafen Lambert von Nantes (f 837)

»wurde dessen Grafschaft von einem anderen Lambert, einem Verwandten

des Verstorbenen,^ beansprucht, Karl der Kahle, der in

Lamberts Charakter Zweifel setzte, übertrug die bretonische Mark

und zugleich die Grafschaft Poitou dem Aquitaner Rainaldus. Um

seine Empörung zu vertuschen, stellte sich Lambert auf Seiten des

Kaisers Lothar, für den auch Lambert L seiner Zeit gekämpft hatte,

und verband sich mit den Bretonen gegen Rainaldus. Dieser fiel

im Kampfe am 24. Mai 843. Lambert IL rief eine Vikingerflotte

zu Hilfe, die damals an den Küsten der Bretagne sich aufhielt:

Nantes wurde von den Seeräubern geplündert und Karl dem

Kahlen zum Trotz von dem Empörer in Besitz genommen.

Im August 843 einigten sich die drei königlichen Brüder im

Vertrag von Verdun, der für die fernere Entwickelung ihrer Staaten

die Grundlage hergab.

Der Kampf gegen Lambert und die mit ihm verbündeten

Bretonen dauerte fort. Fast alljährlich wurde gegen sie ein Feldzug

unternommen ohne grofsen Erfolg. Der von 844, den Rainaldus

Sohn unternahm, um den Tod seines Vaters zu rächen, war nicht

glücklicher als der von 845, den König Karl selbst befehligte. Im

folgenden Jahr schlofs der König Frieden mit den Bretonen, unter

der Bedingung, dafs sich ihr Herzog von Lambert lossagen und

Karl helfen wolle, jenen aus Nantes zu vertreiben. Da Lambert,

der sich in Craon festsetzte, Widerstand leistete und aufs neue die

seine Leute in ein paar Stunden zusammenbringt. Auch ist mir Laisse 1082 f.

verdächtig, deren ganzer Wortlaut in einzelnen Brocken nochmals wiederkehrt,

vgl. 1504— 7. 1561— 2. 1679-1702. 1383. 1379. 1353—4-

1 Geschichte des Ostfränkischen Reiches, zweite Auflage, erster Band,

Leipzig 1887, besonders S. 350— 351. Über die Schlacht von 851 handeln

ferner W. B. Wenck , Das fränkische Reich nach dem Vertrage von Verdun,

Leipzig 1851, S. 191— 193 und S. 81; Gustav Richter, Das Fränkische Reich

im Zeitalter der Karolinger, Halle 1885, zu den Jahren 850c und 849 d.

2 Nach Dümmler (I S. 198) war er Lamberts I. Sohn. H. Zimmer,

Zeitschr. für franz. Sprache und Litteratur XIII, 53, suchte in ihm den Prototyp

LancelQt^. Die Lambert gehörten zum selben Geschlecht, wie die Guido

von Spoleto, nach Wüstenfeld, Forschungen zur Deutschen Geschichte III,

395- 432.

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