Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

Eandglossen zum altportngiesischen Liederbuch.

(Fortsetzung; s. Ztschr. XXVIII, 434.)

XV.

Vasco Martinz und D. Afonso Sanchez.

Ehe der Cancionciro da Vaticana ans Licht kam, waren, aufser

sechs bis sieben in den Adelsbüchern der ersten Dynastie durch den

Beinamen Trohador charakterisierten Fidalgos,i nichts als die Namen

von weiteren vier altportugiesischen Dichtern bekannt 2 — und das

anfangs nur in einem kleinem Kreise, unter eingeweihten Gelehrten.

Beziehungsw^eise noch von einem, wenn man, wie es sich ziemt,

Alfons den Weisen von Kastilien mitzählt.

Zu D. Denis, dessen Ruhm nie ganz verklungen war und

über dessen Livro das Trovas und Caniigas da Virgem allerhand

Nachrichten von Buch zu Buch gingen,* gesellte sich sein natür-

licher Sohn Pedro, Graf von Barcellos, weil er 1350 testamentarisch

über sein Lh'ro das Cantigas verfügt hatte. ^ Den

Grund, warum aufserdem der älteste Bastard des dichtenden

Königs, D. Afonso Sanchez, und ferner als einziger Dichter nichtköniglichen

Geblüts, ein Vasco Martinz de Re sende genannt

wurde, vermochte bisher niemand ausfindig zu machen.

Gedichte sowohl der erstgenannten beiden Fürsten (No. 479^

bis 606 von D.Denis; No. 608— 611 von D.Pedro), als auch

des D. Afonso Sanchez (CV 406 ' — 416 und 781— 784) fanden

sich hernach tatsächlich im vatikanischen Liederbuch, sowie im

1 S. Griindrijs \V° 187 Anm. 4 und Cancioneiro da Ajuda, Investi-

gagdes S. I18 u. 250.

2 Abgesehen natürlich von apokryphen Autoren wie Egas Moniz,

Gon^alo Hermiguez, Mem Vasquez de Briteiros und den ihnen zugeschriebnen

Gedichten , die ausgeheckt wurden , als historische Studien über

Altportugal im besten Gange waren (um 1600).

3 Andre de Resende, Manuel Severim de Faria, Duarte Nünez de Leäo,

Frei Bernardo de Brito, Francisco Brandao. Vgl. Iiivestigacoes S. 112.

* S. Investigacoes S. 112.

5 Ib. S. iis's., 117 s., 243.

8 So, statt 497, mufs es meines Erachtens heifsen. — Der Indice von

Colocci enthält sehr viele Zahlenfehler.

' Nicht 405, wie im Indice steht, — Die vergleichende Inhaltsangabe

der beiden römischen Liederbücher mufs Aufschlufs bringen.

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