Zeitschrift für romanische Philologie

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684 CAROLINA MICHAELIS DE VASCONCELLOS,

Canrinmiri) Cohcci-Brancuti^ Den Namen des Vasallen suchte man

hingegen im Indice vergeblich.2 Zwar tauchte auch in den Texten

ein Vasco Martinz auf, 3 als Verfasser von zwei-ein-halb Strophen,

und noch dazu in unmittelbarer Nähe des letztgenannten Königs-

bastards, in einem Streitgespräch mit ihm; jedoch ohne den Zusatz

de Resende.

Im Abrifs portugiesischer Literaturgeschichte mufste ich daher

sagen, den Beweis dafür, dafs dem Betreffenden jener Geschlechtsname

zukomme,* (wie um 1600 von Faria e Sousa behauptet

s und später von anderen Forschern nachgesprochen worden

war),6 vermöchte ich nicht zu liefern.

Nunmehr bin ich imstande, nicht nur die Richtigkeit der Angabe

wahrscheinlich zu machen, sondern auch zu zeigen, auf welche

Weise Kunde gerade und blols von Vasco INIartinz und seinem

hohen Herrn und Partner sich verbreitet hat.'

In der Portuenser Stadtbibliothek ruht eine im 17. Jh. zusammengestellte

Sammelhandschrift, gezeichnet MS 41g (= No. 72

der Schenkung Azevedo).^ Mitten unter anderen geschichtlichen und

literarischen Raritäten, die ich gelegentlich herauszugeben gedenke,^

' Die Lesarten zu den 138 Liedern Jes Königs D. Denis hat Monaci für

Längs Ausgabe geliefert. — Die übrigen Varianten sind immer noch unbekannt.

^ S. Diez, Portug. Kunst und Hofpoesie S. 15.

3 Es beruht auf Irrtum wenn IL R. Lang, {D. Denis S. XXXIX und

XL) zwei verschiedene aulführt. S. weiter unten.

* Griindrifs IIb ig2, Anm. 2.

5 Europa Portuguesa III, 261 (bezw. 460); und Epitome III, 416.

^ Z. B. noch von Bellermann, S. 12 Anm. 47.

^ Die Vermutung, Vasco Martinz sei darum bekannt geworden weil er,

als Partner des Königssohrs, im Liederbuch des D. Denis oder in einem umfassenderen

Königsliederbuche dicht neben dem Vater und dem Halbbruder

seinen Platz gefunden hätte, findet keine Bestätigung. In den uns bekannten

Sammlungen wenigstens steht das Hab und üut dieses Fürsten weit

ab von dem der übrigen. Und auch andere Poeten, die in Gemeinschaft mit

gekrönten liäuptein zahme Streilgedichle verfafst haben, sind durch dieselben

nicht bekannt geworden (D. Vaasco Gü, Paay Gomez Charinho, Garcia

Perez als Partner Alfons' X. — S. Randglossen II, III, IV). Und schliefslich

verfügte man ja überhaupt in Portugal nicht über etwelche Gesamtliederbücher.

— Aus meinen Darlegungen wird hervorgehen, dafs umgekehrt D. Afonso

Sanchez als Dichtender genannt wird, weil er sich mit einer Scherzfrage

an seinen Vasallen gerichtet hat.

" Aus Papier, Kalligraphie und Inhalt ergibt sich deutlicch, dafs der

Ifauptbestand im 17. Jh. zusanimengeslellt worden ist. Er umfafst ein genealogisches

Heft, und drei Hefte mit Literaturwerken in gebundener und ungeliiindner

Rede aus dem 16. Jh., sowie mit historischen Vermerken. Auf

leer gebliebenen Blättern wurden später von andrer Hand Notizen über Ereignisse

aus den Jahren 1724, 1736, 1739 eingetragen.

^ Unter den Gedichten befinden sich die hübschen Endechas des D.

Francisco de Sa e Meneses auf unser Le^a-Flüfschen ; die I,obeira-Sonctte des

Dr. Antonio Ferreira; Redondilhas von Camöes mit eigenartiger Überschrift;

das genealogische Schmähgedicht auf den Grafen von Castanbeira; Spottlieder

aus der Zeit der Ursurpation; der Vierzeiler der Infanlin D. Maria. Schon

damals Gedrucktes neben Ungedrucktcra, wie man sieht.

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