Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

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CAROLINA jnCHAELIS DE VASCONCELLOS,

renser Kanonikus Baltasar. Den ausgezeichneten Camoes-Biographen

und Verfasser der Notkias de Portugal und Discursos varios

kannte und schätzte der Camöes-Herausgeber und Kommentator

Faria e Sousa, der die Kunde verbreitet hat. Wie aus seinen

Schriften hervorgeht, hat er die kostbare, von ihm und andern an

die hundert Mal als deposito heneinerito de todos os ihesotiros da anii-

giiidade gepriesene Bibliothek des Severim vielfachst benutzt.^

Direkt durch diesen, der mit den bedeutendsten Gelehrten in brieflichem

Verkehr stand, oder durch Faria e Sousa, dürften Frei

Bernardo de Brito und Brandäo davon erfahren haben.2 Indirekt

der Portuenser Genealogiker Aläo de Moraes, aus dessen Bücherei die

von mir benutzte Handschrift stammt, 3 und — wie ich am Schlüsse

zu melden habe — ein andrer Sammler gleichen Schlages. Kein

Wunder wäre es, wenn noch im i8. Jh. ein fleifsiger Franziskaner-

Mönch, als er an der Geschichte des Seraphischen Ordens arbeitete

und sich mit den Gründern des Clarissinnen-Klosters zu Villa do

Conde zu beschäftigen hatte, die Nachricht über die dichterische

Tätigkeit des D. Afonso Sanchez wiederholt hätte'' (ohne Rücksicht

auf Vasco Martinz).

Was endlich die beiden Tenzonen- Dichter betrifft, so ist das

Einzige aber auch Wesentlichste, was wir von Vasco Martinz de

Rasende, dem Alteren, wissen, dafs er tatsächlich als treuer Vasall

und Parteigänger des D. Afonso Sanchez zu kennzeichnen ist und

von Barcellos gehört — stammte vielleicht aus derselben Quelle. Vgl. Mon.

Lus. XVII, c. 5 und Hist. Geneal. I, CI n. 265.

' Davon legen sowohl die Camoes-Ausgaben wie die Anmerkungen zu

Lavafla's Bearbeitung des Nobiliario Zeugnis ab. Auch sei daran erinnert, dafs

Severim's Neffe und Erbe Gaspar das Portrait besafs, nach dem, auf Faria e

Sousa's Kosten, der einzige ältere Stich von Camöes angefertigt ward.

' Ein grofser Teil der Bücher und Handschriften des Severim de Faria

ward vom Grafen von Vimieiro erworben und kam beim Erdbeben um. S.

Ined. Hist. III, 389; Innocencio da Silva, Dicc. Bibl. VI, 106; Hist. Geneal.

I, 265. 383.

3 Derselbe war in Porto als Ober'.ribunalsrat tätig. Er lebte von 1630

— 93- — Vgl. Panorama 1841 No. 123 und 127, sowie Hist. Geneal. I No.

134. In i\er Miscellanea befindet sich die Abschrift noch eines andern Blattes

aus Resende's Bibliothek: Versos feitos pelo insif^ne Poeta li^nacio de

Moraes na inorte do Pe Luis Alvures Cabral, insigne filosofo e dialectico que

havia vindo de Pariz n Coimbra a ler ftlosofia: acharäo-se tobe entre os

papeis do M« Andre de Resende de Sita letra. — Moraes, seit 1546 Professor

an der Univer.sität Coimbra (f 1588 ; v. Barb. Mach. II, 545) gehörte zu Resende's

Freunden und Korrespondenten. Luis Alvarez wurde 1548 von Paris nach

Coimbra berufen. Vgl. Th. Braga, Hist. da Universidade I, 509.

* Th. Braga verweist im Canc. Vat. Rest. S. LXVIII, Anm. i auf Frei

Fernando da Soledade 'f 1737) und seine Historia Scraphica. .— Mir ist es

nicht gelungen, die Stelle zu finden. Ein Buch XIII gibt es in dem von mir

benutzten Exemplar überhaupt nicht. Wohl ist in der Einleitung zur Parte III

VITI, § 9, sowie in Parte II f.ivro VIII c. 2 von den Giündern des Claiissinnen-

Klosters zu Villa do Conde die Rede, doch nicht von Liedern. — Die

seltne weiter unten genannte Memoria des gleichen Verfassers, habe ich nicht

zu Gesicht bekommen können.

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