Zeitschrift für romanische Philologie

scans.library.utoronto.ca

Zeitschrift für romanische Philologie

RANDGLOSSEN ZL'M ALTPORT. LIEDERBUCH. 6g

pois viva c, e non conto dizedes

que viva e, e coviprida de sen.

D. Afonso Sanchez (c.1283 — 1329), war unter den natürlichen

Söhnen des heifsblütigen D. Denis der Erstgeborene i und sein

erklärter Liebling 2, bis zu solchem Grade, dafs von Neidern ausgestreute

Gerüchte über Versuche, ihm durch päpstlichen Machtspruch

nicht nur Legitimation sondern sogar Anrecht auf die Krone

zu verschaffen, gläubige Ohren fanden, die Eifersucht des echten

Thronerben wild entflammten, und Verbannung, Krieg und Güter-

Konfiskation in sein sonst friedliches und gesegnetes Dasein

hineintrugen : Krieg und Verbannung noch bei Lebzeiten des Vaters

(zwischen 1322 und 1324); Güter -Konfiskation und abermaligen

Krieg beim Regierungsanfang des Bruders (1325), der sich zum

Friedenschlufs entschlofs, erst nachdem er ihm eine Besitzung eingeäschert

hatte, als Antwort auf einen bei Ouguela von D. Afonso

Sanchez davongetragenen Sieg. 3 Kurze Zeit hatte dieser (i 3 1 8) bei Hofe

die Stellung des Majordomus eingenommen.^ Meisthin lebte er

dem Hofe fern, nachgiebig ohne Schwäche, makellos in seiner

Lebensführung, seit 1308 in glücklicher Ehe mit der reichen und

edelsinnigen D. Teresa Martinz Teiles de Meneses, Enkelin

Sanchos IV. von Kastilien, Urenkelin Sanchos L von Portugal, ^ und

als solche Erbin einerseits von Albuquerque, Medellin und Codicera,

andrerseits des aus dem Nachlafs der Ribeirinha stammenden Villa

do Conde.6 Hier gründeten beide das festungsartige Kloster

Santa Clara, statteten es durch eine schöne, von Grofsmut und

Demut zeugende Urkunde mit weitgehenden Vorrechten aus,'' und

1 Circa 1283 ist meine Berechnung, da die Geburt, des zweiten Bastards

wahrscheinlich ins Jahr 1285 fällt, und femer einer der eignen Söhne des

D. Afonso Sanchez bereits vor 1325 grofbjährig war, wie aus CV 1058 hervorgeht.

— Üblich war es bisher, 1289 oder vor 1289 als Jahrder Geburt

anzugeben.

2 Von der Mutter kennt man nichts als den Namen: Aldon9a Rodriguez

de Telha, sowie ihre Filiation. Von ihrem Vater, Rodrigo Gomez de Telha

(Script. 161. 295), war schon die Rede gelegentlich eines Scherzgedichtes, in

dem sein Name vorkommt (CV 1056) {Randglosse VI, 299). Vgl. CA Investigaqoes

306. 395. 496 und Mon. Lus. XVII c. 2.

" 3 S. Mon. Lus. XVIII c. 8; Hist. Gen. I, 265; Script. 256; Braarncamp-

Freire, Brasoes de Cintra I, 300— 303.

* In diese Zeit fällt offenbar das Scherzgedicht CV 365. Seit 1304,

d. h. seit dem Tode des ersten Grafen von Barcellos, des spanischen D. Juan

Alfonso I. de Albuquerque {Mon. Lus. VI, c. 13), seines auserkorenen Schwiegervaters,

war diese Stelle, die meist der Thronerbe einnahm , für D. Afonso

Sanchez offen geblieben; vielleicht weil ihm damals das nötige Alter noch

fehlte, vielleicht wegen der Eifersucht des Halbbruders. — Ein Zeichen des

Vertrauens, dafs der König in ihn setzte, war es auch, dafs er ihn im

Testamente zum Willensvollstrccker einsetzte. S. Provas I, No. II, S. 104.

* Vgl. Randglosse VIII, sowie Braamcarap Freire, 1. c.

^ Vgl. Randglosse XIV, sowie Jose Caldas, Villa do Conde in Arte e

Natureza em Portugal, Heft 16 und 22.

' S. Hist. Geneal., Prova 18 do Livro II, und Mon, Lus. VI, 563.

7

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine