Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

734 BESPRECHUNGEN. K. SANDFELD JENSEN,

haupten, dafs alles, was in diesen Texten vom heutigen Gebrauch abweicht,

nicht ohne eine für jeden einzelnen Fall nähere Prüfung verwendbar ist.

Denn alles zusammen genommen ist die Struktur des Rum, im l6, wie im

19. Jahrh. dieselbe. Die Eigentümlichkeiten, die das Rum. bilden, stammen

aus einer weit entlegeneren Zeit. Der Umstand, dafs ca sä im Cod. Ver.

nicht belegt ist, genügt daher nicht, um sein Entstehen in eine verhältnis-

mäfsig späte Zeit zu verlegen, wie es im § 13 geschehen ist. Vielmehr wird

man, weil ca sä auch im Aromunischen (und im Istrischen: ke se) vorhanden

ist, mit gutem Fuge annehmen können, dafs diese Fügung dem Urrumänischen

gehört. Das cum sä, dafs der alten Übersetzungsliteratur eigentümlich ist und

sich im Aromunischen nicht findet, wird hingegen eine Nachahmung des

altbulg. j'ako da sein, wie das einfache cum altbulg. jako, das wiederum wohl

dem griech. wq nachgebildet ist, wiedergibt. Für ca in ca sä vindiziert der

Verf. den Ursprung von quam, es wäre aber möglich, dafs es aus quta her-

zuleiten ist, so dafs wir ursprünglich mit zwei verschiedenen ca zu tun hätten.

Ich wage vorläufig über diese verwickelten Dinge nichts über das hinaus aus-

zusprechen, was ich Jahresber. IX, 118 ff. geäufsert habe; die ganze Frage

bedarf einer erneuten Prüfung mit ständigem Heranziehen der fremden Vor-

lagen, denn erst dann wird man einen einigermafsen sicheren Boden für die

Beurteilung gewinnen.

Die Fügung de sä veranlafst eine eingehende Untersuchung über die

ursprüngliche Bedeutung des de. Es ist mir eine grofse Befriedigung zu

konstatieren, dafs der Verf. zu genau denselben Resultaten gelangt, wie ich

in meinen RSt. (vgl. Zs. XXVIII, 1 1 ff.) und auch mit Bezug auf verschiedene

Einzelheiten mit mir übereinstimmt. Er hat indessen die ältere Literatur in

weit gröfserem Umfange benutzt als ich, der ich die heutige Sprache zur

Lösung der Frage hinreichend halte, und auCserdem einige Gebrauchskategorien

mitgenommen, die ich vorläufig beiseite gelassen hatte. Nicht selten ergänzen

wir uns gegenseitig. Im einzelnen wäre zu diesem Abschnitte folgendes zu

bemerken:

Wenn S. 14 behauptet wird, dafs die Bedeutung ,als' sich direkt aus

der Bedeutung ,und' entwickelt habe, scheint mir dies nicht recht wahr-

scheinlich, jedenfalls wird der Umstand, dafs de dem dacä, das die beiden

Bedeutimgen ,wenn' und ,als' vereinigt, sehr häufig in der ersten Bedeutung

entspricht, für die Ausbildung der, übrigens seltenen, Bedeutung ,als' nicht

ohne Belang gewesen sein. — S. 16: pänä aflä vreme ^i prilej de spuse wird

übersetzt „bis er Zeit und Gelegenheit fand, bei der er sagte", was mir etwas

gesucht vorkommt; „er fand Gelegenheit und sagte" steht vielmehr für „er

fand Gelegenheit zu sagen". — Dafs das de in der alten Sprache noch nicht

zu einem wirklichen Relativpronomen oder besser Relativpartikel geworden

ist, wie es in der heutigen Sprache mitunter der Fall ist, wird mit Recht

hervorgehoben. Doch ist zu beachten, dafs de in Fällen wie Cine este de-

mi aj'utä la mtncare} (Isp. 262) auch in der älteren Sprache zu belegen

ist: mesariü: carele taste de päzea^te masa (Mardarie Cozianul: Lex. slavo-

romin, hrsg. v. Cre|u S. 216). — S. 25: Im Satze cum v'afi In^elafi de ft'a(i

creziit cä vom nasce pe Hrist! nimmt der Verf. nur zögernd für de die Be-

deutung ,als' an, indem er sagt, dafs hier auch ,wenn' oder ,und' möglich

wäre. Warum nicht ,dafs'? — Unter den Beispielen für de = , welcher'

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