Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

730 BESPRECHUNGEN, K. SANDFELD JENSEN.

gestaltet sind, wo die Bedeutung des Verbums einen Wunsch natürlich zuläfst.

Wenn aber der Ausdruck gestattet ist wie neugr. o naxeQaq zov f^s ovix-

nüd^sio va '/eatfj 'tio xtj yuQa „sein Vater hatte sich vor Freude beinahe

beschissen, mit Respekt zu sagen" (Pio 141), ist ein ursprünglicher Wunsch

kaum denkbar. Man könnte nun sagen, dafs solche Ausdrücke den erst-

genannten analogisch nachgebildet seien, aber diese sind nicht häufig genug

vorhanden, um einen festen Typus zu bilden. Die an und für sich künstliche

Erklärung mittelst „Objektivierung der Gefühlsäufserung" ist indessen schon

deswegen aufzugeben, weil eine weit einfachere auf der Hand liegt. Sie ergibt

sich von selbst, wenn man einen Blick auf die S. 167— 168 vorgeführten Fälle

wirft. Neben era ctt /' aci sä se präpadeascä iindet sich auch cit p' aci sa

se präpädeasca, wo das Adverbiale cit p' aci einen Satz nach sich hat, ohne

dafs man sagen kann, dafs era einfach ausgelassen ist (der Verf. vergleicht

frz. heureusement que, hätte auch rumänische Beispiele wie tn adevär ca an-

führen können). Die Analogie führt dann an auch die Bildung ohne era

mit in Fällen, wo era ohne cit p'' aci oder ähnliches steht. Ich glaube daher,

dafs ich RSt. § 39, Jahresber. IX, S. 99, diese Erscheinung mit Recht unter

era sa erwähnt habe.

S. 72: Sätze wie dar ca sä respunzä ctne-va, ha, die etwas zu subtil

als rhetorische Fragen erklärt werden, sind doch wohl als Substantivsätze von

einer Negation abhängig zu fassen. Diese ist nicht immer nachgestellt, wie

es der Verf. zu meinen scheint, vgl. au cäidat-o in toate pärtile, de urmä

tnsä ba sä-1 poatä da (Tiktin, Wb. ba), und regiert einen Nebensalz ganz wie

das eben erwähnte cit p'acl u. s. w, vgl. Tobler, Verm. Beitr. I, 52. Der Verf.

will, dafs solche Ausdrücke stark affektisch seien, was „ein Moment der

Reflexion, ja fast bewufster grammatischer Konstruktion" nicht dulde, aber ein

mit sä odar ca sä eingeleiteter Satz gehört im Rumänischen, wo er beständig

mit Infinitiven alterniert, sicherlich nicht zu den besonders komplizierten

Konstruktionen, die Wirkung des Affektes liegt vielmehr in dem einfachen ba

oder nici cit statt eines verbalen Ausdruckes.

Das zweite Kapitel ist dem Konj. der abhängigen Sätze gewidmet und

zwar so, dafs erst Substantivsätze, dann Finalsätze, Konsekutivsätze u. s. w.

untersucht werden. Mit der Anordnung wird man sich nicht immer zufrieden

geben. Sonderbar ist die Einteilung der Substantivsätze nach nicht vor-

handenen Kasusverhältnissen: ,, Konjunktiv als Nominativ", „Konjunktiv als

Dativ" (doch ,, Konjunktiv als Objekt"), wobei verschiedene Kategorien ent-

weder unberücksichtigt bleiben oder doch zuviel zurücktreten, worauf ich

weiter unten zurückkommen werde. Was die ja -Sätze betrifft, wird nicht

genügend Rechnung davon getragen, dafs solche Sätze ganz mechanisch jeden

Infinitiv ersetzen kann. So braucht das sä + Konj. nach ulta (S. 142) keine

besondere Erklärung über das hinaus, dafs es an Stelle des Infinitivs tritt; ist

ein Infintliv nach ülta nicht möglich, ist auch der Konjunktiv unmöglich.

Ebenso dürfte das positive sä -J- Konj. nach se teme {mä tem sä intru u. s. w.,

S. 187) auf den mechanischen Wechsel zwischen Infinitiv und jä-Satz beruhen,

während mä tem sä nu . , . eine davon unabhängige Konstruktion zeigt, und

so öfters. Im einzelnen wäre zu diesem Abschnitte etwa folgendes zu

bemerken

:

S. 104: Dafs mi e a... ,,ich mufs" heute nicht mehr gebräuchlich ist,