Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

DR. BERNHARD DIMAND, ZUR RUM. MODUSLEHRE. 737

wird wohl im allgemeinen zutreffend sein; zu beachten sind jedoch Fälle wie

tmt era actim a scapare de dinsiil (Creangä V, 57). Hier liegt also eine

volle Form des Infinitivs vor. Eine solche sieht der Verfasser entschieden

mit Unrecht in dem S. 105 zitierten lui nu-1 ardea de mincare. Es ist ganz

unmöglich de mincare als Subjektsinfinitiv zu fassen (für {de) ä mtnca, vgl.

unten Bemerkung zu S. 226); tml arde ist eine ganz geläufige unpersönliche

Wendung, die mittelst de mit je einem beliebigen Substantiv verknüpft werden

kann, sei es nun ein gewöhnliches wie in de foveste ne arde nouäP (Tiktin,

Wb. arde), oder ein ,,Sapinum": cui n arde de zbiguitP (ebda), oder wie

hier ein substantivierter Infinitiv; nu-i arde de plimbare. Warum ein Sub-

stantiv in diesem Satz nicht passen sollte, vermag ich nicht einzusehen.

S. 113: Der Verf. glaubt, dafs die aus Weigands Jahresberichte V, 148

zitierten zwei Infinitive aus dem Meglenitischen nach putea nicht ganz echt

sind (obwohl, beiläufig bemerkt, Weigand S. 158 gesagt hat, dafs der Inf.

in der gesprochenen Sprache vorkommen kann) und stützt sich darauf, dais

er in den von Papahagi veröffentlichten Texten keinen Infinitiv angetroffen

hat. Es ist ihm aber dabei das Beispiel entgangen, dafs er selbst in anderem

Zusammenhange zitiert: nu la poti pricafari vichi (S. 208, Z. 13). — Bei der

Erwähnung von stiii sa werden auch Fälle wie {mi) stiu ce sä mitgenommen

und auch für den ersten Fall ,,ein fragendes Element" angenommen. Ich

gestehe , dafs dies mir etwas dunkel ist. In nu stiu sa fac haben wir mit

dem gewöhnlichen Wechsel von Inf und i5-Satz zu tun (der Verf. spricht,

als wäre der Inf. hier ein Ersatzmittel des Konjunktivs, während ja gerade das

Umgekehrte der Fall ist) und es hat mit nu stiu ce sa fac nichts zu schaffen.

Auch an anderen Stellen werden vielfach abhängige Fragesätze, die nicht

besonders behandelt sind, mit den ^5 -Sätzen vermengt, was nur zu Mifs-

verständnissen leiten kann.

S. 115 : Dafs der Infinitiv nach cuteza dem sa gegenüber heute vorherrschend

ist, kann möglich sein, obwohl hier sicherlich örtliche Verschiedenheiten im

Gebrauche bestehen, es geht aber nicht an, dies aus den zufälHg aufgebrachten

Beispielen zu erschliefsen. Unstatthaft ist es jedenfalls, solches mit Beispielen

aus den Volksliedern erklären zu wollen, denn dafs diese gerade in solchen

Fällen das Altertümliche bewahren, darauf braucht man kein Wort zu

verlieren.

S. 116: Dafs trebui persönlich (so sagt der Verf. nach althergebrachtem

Gebrauche im Gegensatz zu , unpersönlich', während er S. 167 , mehrpersönlich'

und , einpersönlich' sagt) verwendet werden kann, ist sicher, die gegebenen

„sicheren Beispiele" sind es aber nicht, was kurz nachher zugegeben wird.

In Sätzen wie omul trebui sa cinsteasca legea lüi und überhaupt in allen

genannten Beispielen mit Ausnahme von drei (wozu noch zwei RSt. S. 32,

Anm. I) ist trebue selbstverständlich unpersönlich. Die Vorausstellnng des

Subjektes des jä- Satzes ist nicht etwa durch stiHstische Gründe bewirkt,

sondern im Rum. und allen Balkansprachen ganz regelmäfsig, s. RSt. § 16,

Jahresber. IX, S. 81—82. S. Il8: Anm. las{i) für las{a) si ist doch wohl

eine Kürzung, also ist si {sä) nicht ausgelassen.

S. 126: In Sätzen wie cugeta cum va face sä-l piarzä wird sä-l piarzä

als Objekt A&s, face gefafst. Warum? Es scheint wenigstens ebenso natürlich

in allen genannten Beispielen mit Ausnahme des letzten sä und ca sä final

Zeitsclir. f. rom. Phil. XXIX. 47