Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

740 BESPRECHUNGEN. K. SANDFELD JENSEN,

me pasuiie tett duerp findet sich irgendwo ein Mensch, der acht Hände hat?

(Dozon, Manuel de la langue chkipe S. 333, Anm. i).

Das dritte Kapitel enthält ,, Formen und Fügungen , die mit dem Kon-

junktiv konkunieren ". Zunächst wird kurz der präpositionale Infinitiv erwähnt.

Das erste Beispiel (S. 226) ntintea ta daca vert da pre strängerea comoaräi

ist aber kein Beleg für spre •\- Inf., weil strängerea hier kein Substantiv ist.

Das Kriterium um zu beurteilen, wann im Altrumänischen Infinitiv oder

Substantiv vorliegt , ist zwar , was der Verf. mit Recht hervorhebt , nicht

Setzung oder Nichtsetzung des Artikels. Dagegen ist das Fehlen von a vor

dem Infinitiv entscheidend. In Fällen wie de täiarea capul lui (G. I, 89)

haben wir also mit Substantiven zu tun, denn der Umstand, dafs taiarea ein

Objekt hat, genügt nicht, um es als einen Infinitiv zu betrachten, vgl. in

der heutigen Sprache de täiat capul liii. — Hierzu kommt noch, dafs comoarai

nicht Akk. PI., sondern Genit. Sing. ist.

Was über den Indikativ gesagt wird , ist nicht alles befriedigend. Man

vermifst eine schärfere Abgrenzung des Gebietes des Indikativs. Wenn z. B.

im § 168 eine Reihe von Beispielen gegeben werden, die den Indikativ als

„Subjekt", d.h. in einem Subjektssatze nach einem unpersönlichen Ausdruck,

zeigen , erwartet man ein Gegenstück zu den im § 69 behandelten Fällen mit

sä + Konj., also Substantivsätze mit ca -\- Indikativ , man findet aber auch

hier Fälle wie e anevoie cind . . ., nu-l bine daca u. s.w., also Moduslehre und

Satzlehre in unerquicklicher Weise vermengt. Das Verbum parea, das ja ganz

regelmäfsig mit c2 -(-Indikativ verbunden wird im Gegensatz zu den meisten

unpersönlichen Wendungen, wird zwar erwähnt , aber nicht genügend hervor-

gehoben , was um so mehr notwendig wäre , als der Leser nach S. 85 den

Eindruck erhält, dafs es ganz geläufig mit sa -\- Konj. verbunden werden kann,

was nur in speziellen Fällen geschieht.

Am wenigsten gelungen ist der letzte Abschnitt über „Das sogenannte

Supinum an Stelle des Konjunktivs". Hätte der Verf. sich der trefflichen

Schlufsbemerkung des § 142 erinnert, wären verschiedene Irrtümer in der Auf-

fassung des „Supinums" vermieden gewesen. Es geht nicht an, ein ajung de

märitat so aufzufassen, als wäre de hier = ,,mit Bezug auf" (§§ 174 und 175).

Augenscheinlich ist de 7näritat hier Prädikat. Es bedeutet nicht „ich komme

an mit Bezug auf das Heiraten", welches nur ,,ich werde verheiratet" oder ,,ich

soll verheiratet werden" bedeuten könnte, gemeint ist aber ,, ich werde heirats-

fähig". So kommt oft de maritat oder de insurat adjektivisch vor aus Ver-

bindungen -wie ßäcäu (fatä) de märitat ausgeschieden, z. ß. cind am fost de

tnsurat ,,als ich im heiratsfähigen Alter war" (Creangä III, 16). Ferner ist

ajung hier nicht „komme an", sondern „werde" wie in zahlreichen anderen

Fällen , z. B. ajunse lihnit de foame (Isp. 262) , ctnd ve~i ajunge ^i tu odatä

mare ^i tare (Creangä IV, 38), auch im Aromunischen: s adiundzi ti nsurare

(Weig. Ar. II, 204, mit ti nsurare = de insurat). Für die Bedeutungs-

entwicklung ,, gelangen, ankommen" > „werden" vgl. im Neugriechischen:

aivdj: xiV7]o' tj yvvalx äyyaoxQwfxtvtj ,,die Frau wurde schwanger" (Pio,

Contes 73) oder xuxaviü): xcai^rrijoev b i'öiog uvüiiriQoq öC o'/.ov zov tov

ßiov „er wurde selbst ein Krüppel für sein ganzes Leben" (E).XtjVix

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