Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

DR. BERNHARD DIMAND, ZUR RUM. MODURLEHRE. 743

veimifst man dupa, das doch in den vom Verf. benutzten Texten häufig vor-

komint, z. B. umbla cu arcul dupa vinat pasari (Creanga IV, 57), weitere

Beispiele s. RSt. § 56.

Wie facuta in legatura trehtte jäcutä sich als Verbalabstraktum fassen

läfst, ist mir nicht verständlich.

Die Abhandlung ist sehr sorgiältig ausgearbeitet. An Druckfehlern habe

ich nur wenige gefunden. Die gegebenen Beispiele sind durchgehend gut und

richtig übersetzt. Doch möchte ich in folgenden Fällen anderes vorschlagen:

S. 34: de so. o tmbuce cu cal cu tot heifst nicht „dafs er sie mit dem Pferde

ganz und gar hätte verschlingen können", sondern „mit samt dem Pferde"

(,ganz und gar' heifst cu totul). So oft cu tot, z. B. sa rril aducl pielea Cerbulm

cu cap cu tot Creanga IV, 34) , cu baha cu tot (III, 37), cu arme cu tot

(in, 39), also tot unflektiert. Die Wiederholung des cu ist, nach slavischem

Muster, auch bei anderen Präpositionen zu beobachten. Ursprünglich ist tot

wohl vorangestellt gewesen wie im arom. le baga n kasa ku tut kapitanlu

(Arom. II, 258); so auch im Bulgarischen und Albanesischen, s. RSt. § 6;

vgl.. ferner altfrz. a tout.

S, 50: cu ce tn^am ales cu ist nicht ,,was ich mir herausgesucht habe",

sondern „was mir herausgekommen ist".

S. 51: sa-ts Spin zisu nicht, „lafs mich dir einen Traum erzählen",

sondern ,,den Traum".

S. 59 Anm. : lumea alba ist nicht mit zi alba zusammenzustellen. „Weifs"

in der Bedeutung ,.glückHch" (wie „schwarz" = ,, unglücklich") ist in allen

Balkansprachen vorhanden. Lumea alba ist aber nicht so sehr „die schöne

Welt" als die „weite Welt" und entspricht dem russischen beloj svet oder

belsvet, „die ganze, die weite Welt". „Weifs" ist hier „licht", ,, offen", „frei",

vgl. frz. claires guarigu^s „offene Heiden" (Rabelais III, 2). Russisch beloj

den ist hiermit übereinstimmend ,,der ganze Tag", während rum. zile albe

glückliche ,, Tage" die gewöhnliche übertragene Bedeutung des alb zeigt.

Auch im Serbischen findet sich na belome svetu „in der weiten Welt".

(Eine andere Erklärung „die überirdische Welt" gibt Tiktin, Wb. alb;}).

S. 84 : arom. aklo iu kasku mine ist nicht „ wenn ich irgendwo gähne ",

sondern „während ich gähne"; so ganz regelmäfsig aklo üi = ,während' wie

im Neugriech. IxH nov , im Albanesischen atje neke (teks).

S. 85 : simti cä par cä fata tmparatulm sa fie scrisa lul wird sehr

sonderbar übersetzt: „er fühlte, als hätte sozusagen die Kaisertochter [warum

nicht die Königstochter.'] an ihn geschrieben". Es heifst, ,,er fühlte, dafs

die K. gleichsam sein Schicksal sei", oder „seine vom Schicksale ihm be-

stimmte Braut".

S. 184: cit a fost t'iner, nu se läsase sa-l batä heifst nicht ,,so lange er

jung war , hatte er nicht abgelassen , ihn zu schlagen ", was auch der Zusammen-

hang an der betreffenden Stelle zeigt (Isp. 11, Z. 10), sondern „hatte er sich

nicht schlagen lassen", wörtlich „er hatte sich nicht gelassen, dafs er (sc.

der feindliche König) ihn schlägt". Vgl. mit fi?^ -Fügung: s' a lasat de l'a

batut; dze se ts'e aT. lasat dze tsc o bägat tu sac „warum hast du dich in den

Sack hineinstechen lassen" (Jahresber. IV, 360). Die gewöhnliche Konstruktion

ist indessen se läsase bätut, vgl. RSt. S. 36 Anm., Jahresber. IX, 92.

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