Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

HUGO ALBERT RENNERT, THE LIFE OF LOPE DE VEGA. 753

Verfasser des Katalogs, sondern der schon 1867 verstorbene, durch seine

Arbeiten über das spanische Drama wohlbekannte John Rutter Chorley, in

dessen handschriftlichem Nachlafs im British Museum sich das Original be-

findet. Da Rennert dasselbe nur in wenigen Punkten gemäfs den Errungen-

schaften der neuesten Forschungen abgeändert hat, wäre es korrekter gewesen,

Chorley auf dem Titelblatte des Buches als Autor des Verzeichnisses namhaft

zu machen. Dasselbe führt zuerst die Inhalte sämtlicher Lope'sche Komödien

enthaltender Bände an und gibt sodann ein alphabetisches Register der

458 Stücke mit genauer Angabe der Druckorte und anderweitigen Bemerkungen.

Als der umfassendsten Arbeit dieser Art wird ihr kein Sachkundiger seine

Anerkennung versagen. Drei Appendices enthalten das Protokoll über das

Verhör Lopes am 29. Dezember 1587, eine Aulzählung der posthum er-

schienenen Werke des Dichters und seine beiden Testamente vom 4. Februar

1627 und vom 26. August 1635. Willkommene Beigaben sind eine Repro-

duktion des Portraits von Luis Tristan in der Eremitage zu St. Petersburg

sowie ein Faksimile der Handschrift Lopes aus der Komödie „Las bizanias

de Beiisa", einer der letzten, welche er schrieb.

Im einzelnen bedürfte manches Urteil des Verfassers einer Modifizierung.

Niemand wird es mit ihm dem Einflüsse Grillparzers zuschreiben, wenn der

europäische Kontinent nach länger Zeit wieder auf Lope aufmerksam wurde

(P- 394: ,,Grillparzer re-established the repute of L. throughout the continent

of Europe"), da Grillparzer die Komödien des Spaniers doch nur zu seiner

Erheiterung und dichterischen Anregung studierte, und seine in den ge-

sammelten Werken enthaltenen Studien zum spanischen Drama keineswegs für

die Öffentlichkeit bestimmt waren. Wohl aber kommt den Romantikern und

den Übersetzungen eines Soden, Malsburg u. a. ein Verdienst auf diesem

Gebiete zu. 1839 erschienen die, wie es scheint, Rennert unbekannteij Studien

über Lope de Vega von Enk, welchen die Werke von Schack u. a. folgten,

ehe man wufste, dafs Grillparzer überhaupt spanisch lesen könne. Nicht

minder befremdend ist es, wenn er im Gegensatz zu Lopes natürlich und

leicht dahinfliefsenden Dichtungen, in Calderons Komödien „the conscious

efFort of the frugal craftsman with no abundant resources in reserve"

(p. 397) sieht, und von „the eraphatic, affected, monotonouF comedia of Calderon

and bis school" spricht. Wir glauben, dafs der Dichter des „Leben ein

Traum", der „Tochter der Luft", des „Arzt seiner Ehre" und des „Lauten

Geheimnisses" doch nicht mit solchen Worten abzutun sei.

NEUE BÜCHER.

Wolfgang v. Wurzbach.

Suttina, Luigi. Bibliografia dantesca. Rassegna bibliografica degli

studi intorno a Dante, al trecento e a cose francescane. Firenze, Luraachi.

Dal 1902.

£ questa, depo il Giornale dantesco e il Bullettino della Societä dantesca

italiana, la terza rassegna che sorge in Italia dedicata principalmente a Dante.

^ tatta con diligenza: comprende un bullettino bibliografico assai ricco, una

Zeitschr. f. rom. Phil. XXIX. 48

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