Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

68 K. JABERG,

Capelati, vgl. Zs. XXVII, 50.

Gouge (mod. prov. goujo) „Vieilli. Trivial. Femme, fille. P. ext.

Femme de mauvaise vie." '

2, Spanische Wörter.^

Aigarade (span. algarada, tumulte du combat) ist veraltet in

der Bedeutung „attaque brusque". Familiär bedeutet es „brusque

sortie contre qqn." Vgl. III. Teil.

Alguazil und caTfiarilla werden schon im Spanischen in schlechtem

Sinne gebraucht.

Cavhe (span. cabeza), veraltet = Kopf, das sich zum Reitbahnausdruck

spezialisiert hat, ist neben braire, cn'n, meute etc. Zs. XXVII, 63

zu stellen.

Duegne (span. duena, ältere Frau, die mit der Beaufsichtigung

einer jungen Dame betraut ist) kann im Französischen familiär

und in schlechtem Sinn Keuschheitswächterin , Tugendwächterin

bedeuten. ^

Häbler vom spanischen hablar, sprechen, heifst im Französischen

nur „se vanter avec emphase". Vgl. III. Teil. ^

Palabre {span. pa/abra, Wort) bedeutet nach Sachs „P. Lange

unnütze Rede, Quatsch."

Das veraltete Paraguanle (span. paraguante, Trinkgeld) erklärt

der Dict. gen. mit „recompcnse d'un Service." Nach Sachs wird es

meist in schlechtem Sinne gebraucht. Vgl. Beispiele bei Littre.

Zu der Bedeutungsänderung von bizarre, von dem Spanischen

bizarro, tapfer,'^' nach einer Vermutung des Dict. gen. bigarre,

verschiedenfarbig, beigetragen. Die Vermutung wird dadurch gestützt,

dafs die gewöhnliche Schreibung von bizarre im 16. und im

Anfang des 17. Jahrhunderts bigearre war.^

3.

Italienische Wörter.^

Accaparer (ait. accaparrare) vgl. Zs. XXVII, 51.

Affide (it. affidato), „ä qui on se fie", wird auch in der

spezielleren Bedeutung „ä qui on se fie pour quelque mauvais

1 Dabei ist in Betracht zu ziehen, dafs gouj'o prov. auch Magd bedeutet

(s. Mistral, Tresor). Vgl. also Zs. XXVII, 44 f. — Goujat (mod. prov. goujat,

eigentlich = gar9on) Zs. XX VIT, 51 genannt, besitzt schon im Prov. eine

schlimme Bedeutung, (s. Mistral, Tresor)

^ Meist im 16. und 17. Jahrh. entlehnt. Vgl. Nyrop, Gr. § 64, dazu die

bibliographischen Angaben.

3 Die Pejoration mag auch vom Begriffe ausgegangen sein.

* Entlehnung mit bewufst pejorativer Absicht ist gerade hier, wie auch

bei palabre, sehr wahrscheinlich. Vgl. das dem Französischen entlehnte span.

parlar, mit der Bedeutung ,, schwatzen".

^ Diese Bedeutung fmdet sich auch im F"ranzösischen des 16. Jahrhunderts;

man möchte sonst die Bedeutung „sonderbar" von der Bedeutung „grofsmütig,

freigebig, prächtig" ableiten, die das "Wort im .Spanischen aus der Bedeutung

,, tapfer" entwickelt hat.

•' Zu den spanischen Fremdwörtern vgl. im III. Teil: cameriste, matador,

parangon, quinola, sarbacane etc.

^ Vgl. hiezu Marty-Laveaux, La langue de la Pl^iade. Paris 1896. I, I/Sff.

und Morf, Geschichte der neueren fr. Litt. I. Bd. passim.

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