Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

PEJORATIVE BEDEUTUNGSENTWICKLUNG IM FRANZÖS. ÖQ

coup" verwendet. Die Bedeutungssenkung kann allerdings hier

vom Begriff ausgegangen sein,i ebenso wie hei Argousm'^, „officier

subalterne Charge de la surveillance des for(,-ats", in schlechtem

Sinne „agent de police." Vgl. III. Teil.

Bande (it. banda) besafs gewiss noch in der ersten Hälfte des

17. Jahrhunderts einen höheren Gefühlswert als heute; sonst würde

es nicht von Corneille mehrmals im Verse verwendet worden sein. 3

Bicoque (it. bicocca, kleine Festung, Warte) sinkt von der Bedeutung

„place fortifiee de faible importance'- zu „place mal for-

tifiee", von da zu „maison chetive".

Boucon {it. boccone), jetzt veraltet „breuvage, mets empoisonne",

im 16. Jahrhundert auch „bouchde, morceau", wird später (III. Teil)

noch zu nennen sein.

Bourle, mystification, ist wahrscheinlich des fremden Ursprungs

wegen veraltet.

Bei der Entlehnung des trivialen Wortes carne, viande de

mauvaise qualite, müssen wir wohl die verächtliche Nuance als eine

beabsichtigte annehmen. Vgl. III. Teil.

DoftTte, veraltet und dialektisch, in schlechtem Sinn „femme".

Donzelle (it. donzelld), nur noch verächtlich, (veraltet „dame,

deraoiselle).'*

Faciende (aus it. faccenda mit Einflufs des lateinischen yaaV^^/a)

„Ancienn. Affaire, occupation.^ P. ext. Vieilli. Intrigue." Vgl.

III. Teil.

Mercantüe s. Zs. XXVII, 5 1 , pedant ibid.

Quasi, nach dem Dict. gen. aus dem Italienischen stammend,

scheint früher nicht einen so familiären Anstrich gehabt zu haben

wie heute; wenigstens bezeichnen es gewisse Grammatiker nicht als

niedrig, sondern nur als seltener denn presque.^'

Trafir (it. traffico) vgl. Zs. XXVII, 51.1

Häufiger als eine Senkung haben die meist im 16. Jahrhundert

^ Vgl. it. bravo.

2 Vgl. oben alguazü.

3 Vgl. Com. Ed. Gr. Ecriv., Lexiqiie p. 113. Ich finde das Wort auch

bei Melle de Gournay, L'Ombre, Paris Libert 1626 S. 192 (la hande des philosophes,

Historiens . . .) in zweifellos günstiger Bedeutung. Vgl. auch Nicol

und Littre.

" Vgl. das deutsche Dinizel, vergefsliches, gedankenfaules Mädchen, be-

sonders in Sachsen gebräuchlich, nach Sohns, Die Parias unserer Sprache,

Heilbronn 1888, S. 9 f. durch die Landsknechte nach Deutschland gebracht.

5 Aufser dem Beispiele des Dict. gen. vgl. H. Estieune, Deux Dial. 1,215

Ed. Ristelhuber. Dazu die Anmerkung.

8 Vgl. Vaugelas, Ed. Chassang I, 82, s. besonders die Anmerkung. Vgl.

auch Littre.

' Zu den ital. Fremdwörtern vgl. im III. Teil: baraque, bisbüle, courtisane,

favorite, subito etc. Nitzsche S. 28 erwähnt als der Diebessprache angehörend

cadene (it. cadena). Kette, und menestre (it. 7ninestra), Suppe. Beide sind

bei Villatte, Parisismen angegeben. Bei dem im 16. Jahrhundert entlehnten

cadene scheint es sich einfach um eine Spezialisierung oder Entlehnung mit

spezieller Bedeutung = „chaine des for^ats" zu handeln. Vgl. Dict. gen.

und Littrö.

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