Görlitz - via reise verlag

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Görlitz - via reise verlag

eise

Wolfgang Kling

Görlitz

Mit Ausflügen in die Umgebung


2 InhAlt Inhalt

Willkommen in Görlitz | 4

via tipps | 6

2 Görlitz Highlights | 7

Land & Leute

Steckbrief | 10

Orientierung | 11

Zeittafel | 12

Görlitzer Stadtgeschichte | 14

Natur & Landschaft | 22

Die Menschen | 24

Extra: Architektur| 26

Feste & Veranstaltungen | 32

PreIsKAtegorIen hotels

€ | bis 60 Euro

€€ | 60 bis 100 Euro

€€€ | über 100 Euro

(Doppelzimmer mit Frühstück)

unterweGs in GörLitz

Die Altstadt | 36

Brüderstraße | Untermarkt | Neiß-

stra ße | Peterstraße | Obermarkt

Extra: Görlitzer Hallenhäuser | 40

Die Nikolaivorstadt | 66

Heiliges Grab | Nikolaivorstadt | Nikolaifriedhof

| Nikolaizwinger

Die Innenstadt | 76

Demianiplatz | Straßburg-Passage |

Berliner Straße | Augustastraße | Stadtpark

Neißeufer & Südstadt | 90

Obermühle | Bahnviadukt | Parkeisenbahn

| Goethestraße

Extra: Weiteres in der Südstadt | 94

Zgorzelec | 96

Jakob-Böhme-Haus | Neißebrücke |

Kulturhaus | Wochenmarkt

Extra: Jakob Böhme | 102

PreIsKAtegorIen restAUrAnts

€ | bis 7 Euro

€€ | 8 bis 12 Euro

€€€ | über 12 Euro

(Durchschnitt für ein Haupt gericht

ohne Getränke)

ausfLüGe rund um

GörLitz

Die Landeskrone | 108

Berzdorfer See | 110

Kulturinsel Einsiedel | 111

Königshainer Berge | 112

Weltkulturerbe in Bad Muskau | 114

Zisterzienserinnen-Kloster

St. Marienthal | 118

Spreestadt Bautzen | 122

Obercunnersdorf | 127

Hirschberger Tal & Riesengebirge

| 128

Extra: Rübezahl | 133

zu Gast in GörLitz

Unterkunft | 138

Essen & Trinken | 140

Einkaufen | 143

Am Abend | 146

Praktisches von a–z

Görlitz A–Z | 150

Extra: Zgorzelec von A–Z | 160

Polnisch für unterwegs | 163

Register | 164

Fotonachweis | 168

Impressum | 168

syMbole

2 Besonderes Highlight

via tipp

Barrierefreie Hotelzimmer

F Familientipps

3


4 WIllKoMMen WIllkommen 5

Willkommen in görlitz

Wie keine andere Stadt in Deutschland

bietet Görlitz eine fast unglaubliche

Fülle architektonischer

Schmuckstücke, alle ganz nah beieinander:

grandiose Kirchen, mittelalterliche

Wehrtürme, gotische Laubengänge

und verwinkelte Gassen,

reich verzierte Fassaden aus der Barock-

und Renaissancezeit, gesäumt

von Wohnhäusern im vornehmen

Gründerzeit- und Jugendstil. Die

Neiße stadt ist Deutschlands größtes

Flächendenkmal!

Auferstanden aus ruinen …

„Warum bloß wird, je näher wir dieses

Görlitz kennen lernen, das Gefühl

übermächtig, nur mehr einen Nachruf

auf die Stadt schreiben zu können?“,

fragte im Wendejahr 1990 der

Journalist und TV-Moderator Giovanni

di Lorenzo. Am Ende des Realen

Sozialismus war die Stadt an der polnischen

Grenze zur traurigen, halb

verfallenen Flächenruine erstarrt.

Tausende Einwohner, vor allem junge,

wanderten in diesen Wendejahren

aus Görlitz in Richtung Westen

ab, um nach Arbeit in den alten Bundesländern

Ausschau zu halten.

… und der Zukunft zugewandt?

Ein wahrer staatlicher Geldregen seit

den beginnenden 90er Jahren rettete

schließlich die Perle der Oberlausitz,

wie Görlitz gerne und auch

zu Recht genannt wird, und bescherte

ihr eine Art zweite Gründerzeit. Jedenfalls

äußerlich. Aus Aschenputtel

wurde eine echte Prinzessin. Doch

die umfassende Generalüberholung

der Bausubstanz kann nicht darüber

hinwegtäuschen, dass die Stadt

am östlichen Rande der Republik seit

der politischen Wende wirtschaftlich

nicht so recht auf die Beine kommen

will. Seit Jahren trägt Görlitz deutschlandweit

die rote Laterne in Sachen

Erwerbslosenquote, ungefähr jeder

Fünfte muss sich bis heute arbeitslos

melden.

europastadt

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde

Görlitz zur geteilten Stadt – der Teil

östlich der Neiße war nun polnisch,

der westliche gehörte zur DDR. Die

Grenze wurde streng bewacht, Kontakte

waren spärlich. Eine Brückenfunktion

zwischen Ost und West bekam

die Doppelstadt, als sich Görlitz-

Zgorzelec 1998 feierlich zur ersten

internationalen Europastadt kürte.

Seitdem wächst auch hier – freilich

langsam – zusammen, was zusammengehört.

Es gibt einen deutschpolnischen

Kindergarten, ein Orchester,

gemeinsame Veranstaltungen

sowie städtebauliche Planungen.

Herz der Altstadt: Der Untermarkt

Mitten im Dreiländereck

Das Bundesland Sachsen grenzt im

Osten an Polen, im Süden an Tschechien.

Jeweils nur einen Katzensprung

von Görlitz entfernt finden

sich kulturhistorische Leckerbissen

wie Breslau, das Hirschberger

Tal oder das Glatzer Land. Die alten,

östlichen Grenznähte Europas sind

Landschaften des Umbruchs, überaus

spannendes Grenzland. In der alten,

historisch gewachsenen Region

Oberlausitz/Niederschlesien können

nach der großen politischen Wende

wieder kulturelle und künstlerische

Traditionen in einen fruchtbaren

Austausch treten.


6

vIa tIpps

Görlitz von oben

Den wunderbaren Blick vom Rathausturm

über die Görlitzer Altstadt genießen

( Seite 47).

der sonnenorgel lauschen

Eine Live-Vorführung der Sonnenorgel

in der Peterskirche besuchen. Dabei

bekommt man die Vogelpfeifen zu

hören und kann die kreisenden Sonnen

bewundern ( Seite 58).

café 1900

Schlesische Spezialitäten wie den

Oberlausitzer Kleckselkuchen oder

die berühmte Mohntorte lässt man

sich im Café 1900 in traditionellem Jugendstil-Ambiente

schmecken

( Seite 143).

hallenhaus von innen

Das prächtige Hallenhaus Schönhof

kann man beim Besuch des Schlesischen

Museums besichtigen

( Seite 42).

Das besondere

erleben: via tipps

straßentheater viathea

Vier Tage lang verwandelt sich die

Gör litzer Altstadt jeden Sommer in

eine große, internationale Freilichtbühne

( Seite 33).

antik-Glanze

Stöbern in Trödel und Antikem in den

Gewölben eines ehemaligen Tuchhändlerhauses

( Seite 45).

naturkundemuseum

Spannende Einblicke in die Flora und

Fauna der Oberlausitz, anschaulich

und interessant präsentiert – auch für

Kinder ( Seite 154).

restaurant st. Jonathan

Die mediterrane Küche genießt man

im Gewölbe eines vornehmen Hallenhauses

( Seite 141).

oberlausitzische Bibliothek

Die ehrwürdigen Druckschätze der ältesten

und bedeutendsten Bibliothek

Sachsens beeindrucken auf fünf grandiosen

Bücherbögen ( Seite 153).

hotel Börse

Stilvoll nächtigen im Barock-Ambiente

des ehemaligen Börsenhauses direkt

auf dem Untermarkt ( Seite 138).

Portal in der Neißstraße Schönhof

görlitz highlights

untermarkt

Der älteste Marktplatz von Görlitz ist

das Herz der Altstadt und beliebte

Filmkulisse ( Seite 42).

schönhof

Das vornehmste Bürgerhaus der Stadt

beindruckt mit seiner prächtigen Renaissance-Fassade

( Seite 39).

Peterskirche

Das spätgotische Wahrzeichen hoch

über der Neiße beherbergt die einzigartige

Sonnenorgel ( Seite 55).

heiliges Grab

Die originalgetreue Kopie der Grabstätte

Jesu liegt gleich neben dem

Garten Gethsemane ( Seite 66).

altstadtbrücke

Nach fast 60-jähriger Trennung verbindet

die Neißebrücke Görlitz wieder

mit Zgorzelec ( Seite 53).

hIghlIghts

neißstraße

Ein barockes Schmuckstück neben

dem anderen säumen die schönste

Straße von Görlitz ( Seite 50).

nikolaifriedhof

Romantisch ist der historische Friedhof

mit seinen Bäumen und moosbewachsenen

Grabsteinen ( Seite 71).

straßburg-Passage

Die Mädler-Passage von Görlitz: Prächtiger

Jugendstil schmückt diese alte

Einkaufspassage ( Seite 85).

meridianstein

Der 15. Längengrad, der die mitteleuropäische

Zeit bestimmt, verläuft mitten

durch Görlitz ( Seite 87).

neißeviadukt

Die größte und älteste Eisenbahnbrücke

Deutschlands schwingt sich majestätisch

über der Neiße ( Seite 90).

7


8

WIllKoMMen altstaDt

Blick vom Rathausturm

Land & Leute

steCKbrIeF gÖrlItZ orIentIerUng

ZeIttAFel gesChIChte

nAtUr & lAnDsChAFt DIe MensChen

ArChIteKtUr Feste & VerAnstAltUngen

9


10 lAnD & leUte oRIentIeRUng 11

steckbrief görlitz

Geografi sche

Lage Auf 15°

00’ östlicher

Länge und

51° 09’ nördlicheBreite.

Höchster

Punkt ist die

Landeskrone

mit 420 m über NN, tiefster Punkt das

Neißeufer mit 185 m über NN.

fläche 67,22 qkm

Bundesland: Sachsen

Postleitzahlen: 02826–02829

Vorwahl: 03581

Kfz-Kennzeichen: GR

Verwaltung Görlitz ist in neun Stadtund

fünf eingemeindete Ortsteile gegliedert.

Zu den Stadtteilen zählen die

Altstadt, die Nikolaivorstadt, die Innen-

stadt, die Südstadt, Biesnitz, Klinge-

walde, Königshufen, Rauschwalde und

Weinhübel.

Regierung Der Görlitzer Stadtrat ist

für alle politischen Belange der Stadt

zuständig. An seiner Spitze steht der

Oberbürgermeister. Er wird für sieben

Jahre direkt von den Bürgerinnen und

Bürgern gewählt. Seit 2005 bekleidet

Joachim Paulick (parteilos) das Amt.

Bevölkerung Görlitz hat 54 919 Einwohner.

Das polnische Zgorzelec

32 251. Nachdem die Einwohnerzahlen

der Stadt mit den Heimkehrern des

Zweiten Weltkriegs etwa 100 000 erreichten,

ist seitdem ein stetiger Bevölkerungsrückgang

zu verzeichnen.

Mit einer Bevölkerungsdichte von 817

Einwohnern pro Quadratkilometer ist

Gör litz eher weitläufi g besiedelt. Die

meis ten Görlitzer leben in der Innenstadt

(14 000), danach folgen Südstadt,

Königshufen und Rauschwalde

in der Bevölkerungsdichte. Das Durchschnittsalter

der Görlitzer beträgt 47

Jahre (Bundes durchschnitt 43,8 Jahre).

1 823 Einwohner von Görlitz sind ausländischer

Herkunft. Mehr als die Hälfte

von ihnen stammt aus Polen. Die am

zweitstärksten vertretene Volksgruppe

sind Vietnamesen.

Arbeitslosigkeit Die Arbeitslosenquote

betrug im August 2010 19,5 %.

Wirtschaft Die größten industriellen

Arbeitgeber der Stadt sind die Bombardier

Transportation GmbH (Waggonbau

für die DB), die Siemens AG (Turbinenbau)

und die BMS GmbH – KEMA Görlitz

(Maschinen für die Keramikbranche). Im

Lebens- und Genussmittelsektor sind

die Landskronbrauerei und die Süßwarenfabrik

Rudolf Hoinkis GmbH (Erfi nder

der Liebesperlen) bedeutsam. Daneben

sind die MAXROI Graphics GmbH

und die Firma Augustadruck traditionsreiche

Görlitzer Unternehmen. Wichtige

Wirtschaftszweige sind außerdem der

Einzelhandel, das Dienstleistungsgewerbe

und der Tourismus, wobei letzterer

das größte Wachstumspotenzial hat.

Görlitz besitzt drei größere Bildungseinrichtungen:

die Hochschule Zittau/Görlitz

(FH) mit 3 800 Studenten, daneben

die Euro Schule Görlitz/Zittau

und das Berufl

iche Schulzentrum

Görlitz.

orientierung in görlitz

Görlitz erstreckt sich westlich

der neiße etwa 7 kilometer ins

Landes innere. von norden nach

süden dehnt es sich 19 kilometer

aus – vor allem wegen seiner fünf

ortsteile, die 1990 eingemeindet

wurden und räumlich von der

stadt getrennt liegen.

das zentrum von Görlitz bilden

die altstadt und die innen- oder

neustadt, die sieben weiteren

stadtteile liegen ringförmig um

das zentrum herum. das Görlitzer

stadtzentrum ist recht überschaubar

und lässt sich gut zu fuß

entdecken, nicht zuletzt, weil die

altstadt weitestgehend für den

autoverkehr gesperrt ist.

Altstadt

Die Görlitzer Altstadt grenzt direkt

an die Neiße. Ihren Kern, auf einem

Felsenplateau über dem Fluss gelegen,

bildet der Untermarkt mit

seinen prächtigen Bürgerhäusern

und dem Rathaus. Nicht weit davon

steht die berühmte Peterskirche.

Die von Barock gebäuden gesäumte

Neißstra ße führt hinunter zur Altstadtbrücke,

die Görlitz mit seiner

polnischen Schwes ter Zgorzelec verbindet

( Spaziergang Seite 96). Der

Obermarkt ist das Bindeglied zwischen

Altstadt und der westlich gelegenen

gründerzeitlichen Innenstadt

( Spaziergang Seite 76).

Innenstadt

Sie entstand im Zuge der Industriali-

sierung, als sich Görlitz auf der Suche

nach Produktionsfl äche und Wohnraum

gen (Süd-)Westen ausdehnte.

Gründerzeit- und Jugendstilbauten

des späten 19. und beginnenden 20.

Jahrhunderts prägen diesen Stadtteil

bis heute. In der Innenstadt spielt

sich auch das Geschäftsleben von

Görlitz ab, die Fußgängerzone Berliner

Straße ist die Haupteinkaufsmeile

der Stadt und zieht sich vom Postplatz

bis zum Bahnhof. Auch einer

der beiden Eingänge der im Jugendstil

gestalteten Straßburg-Passage

befi ndet sich in der Berliner Straße.

Demianiplatz

Hauptverkehrsknotenpunkt von Straßen

bahnen und Bussen ist der Demianiplatz

in der Innenstadt. Der ausgedehnte

Stadtpark mit der Gör litzer

Stadthalle und dem Meridianstein

zieht sich als grüne Lunge entlang

der Neiße durch die südliche Innenstadt.

nikolaivorstadt

Nördlich der Altstadt schließt sich

die Nikolaivorstadt an, die Wiege

der Stadt Görlitz ( Spaziergang

Seite 66). Sehenswert sind hier vor

allem die Nikolaikirche mit ihrem historischen

Friedhof und das Heilige

Grab. Südlich des Bahnhofs liegt die

Südstadt ( Spaziergang Seite 90).

Hier sind die aufwendigen Jugendstilvillen,

der Eisenbahnviadukt über

die Neiße und die Landskronbrauerei

sehenswert.


12 lAnD & leUte ZeIttafel 13

Zeittafel

Ab 1200 v. Chr. Erste Besiedelung

der Region um Görlitz.

6.–9. Jh. Ansiedlung slawischer Stämme.

1071 Erste urkundliche Erwähnung von

Görlitz als villa Gorelic.

1100 Baubeginn der Nikolaikirche.

Um 1150 Flamen bringen das

Tuchmacher handwerk in die Stadt.

Ab 13. Jh. Florierender Handel mit

dem Farbstoff Waid.

1234 Gründung eines Franziska nerklos

ters vor den Toren der Stadt.

1255–1268 Stadterweiterung vom

Untermarkt zum Obermarkt.

1303 Görlitz erhält das Stadtrecht.

1346 Görlitz vereint sich mit großen

Oberlausitzer Städten zum Sechsstäd-

tebund.

1395 Judenvertreibung aus der Stadt.

1429 Erster Hussitenangriff auf Görlitz

und andere Städte in der Oberlausitz im

Kontext der Hussitenkriege (1419–1434).

1525 Eine Tagung mehrerer Erz priester

in der Peterskirche beschließt, fort-

an das Evangelium ohne Einmischung

Roms zu predigen.

1525 Eine verheerende Feuersbrunst

vernichtet größere Teile der Stadt. Wiederaufbau

im Stil der Frührenaissance

durch Wendel Roskopf d.Ä.

1527 Großer Tuchmacheraufstand.

1635 Görlitz und die Oberlausitz kommen

zum Kurfürstentum Sachsen.

Ab 1639 Im Dreißigjährigen Krieg wird

Görlitz sowohl von schwedisch-protestantischen

als auch von kaiserlichkatholischen

Truppen belagert.

1756–63 Im Siebenjährigen Krieg geht

Kursachsen an Preußen.

1806 Sachsen schließt sich dem Rheinbund

an und wird Königreich von Napoleons

Gnaden.

1813 In der Völkerschlacht bei Leipzig

kämpft Sachsen auf napoleonischer

Seite.

1815 Der Wiener Kongress ordnet

Gör litz der preußischen Provinz

Schlesien zu.

1816 Erste Tuchfabrik am Görlitzer

Neiße ufer.

1844–1847 Bau des Bahnviadukts

über das Neißetal.

1847 Eisenbahnverbindung Görlitz

Dresden.

1849 Anfänge des Görlitzer Waggonbaus

durch Christoph Lüders.

1852 Schleifung der mittelalterlichen

Stadttore.

1867 Eisenbahnverbindung Görlitz

Berlin.

1869 Gründung der Aktienbrauerei

(heute Landskronbrauerei).

1910 Eröffnung der Stadthalle als Spielstätte

der Schlesischen Musikfeste.

Ab 1935 Nach Diskriminierung und

Verfolgung verlassen viele Juden die

Stadt.

9.11.1938 In der Reichspogromnacht

kommt es zur Verwüstung jüdischer Geschäfte.

Die Synagoge wird geschändet.

Görlitzer Juden werden in KZs verschleppt.

1939 Görlitz zählt rund 94 000 Einwohner.

1939–1945 Görlitz bleibt im Zweiten

Weltkrieg weitgehend von Zerstörungen

verschont.

Ab Oktober 1939 Im Nazi-Stammlager

Stalag VIII-A in Görlitz-Moys wer-

den Zehntausende Kriegsgefangene in-

terniert, viele von ihnen ermordet.

8.3.1945 Propagandaminister Joseph

Goebbels fordert die Görlitzer in der

Stadthalle zum Durchhalten auf.

30.3.1945 Görlitz wird zur Festung

erklärt.

7.5.1945 Die SS sprengt alle sieben

Neißebrücken.

Februar 1945 Durchzug endloser

Flüchtlingsströme aus den östlichen

Frontgebieten.

Sommer 1945 Die von Vertriebenen

überfüllte Stadt leidet unter einer

furchtbaren Hungersnot.

1945 Die Lausitzer Neiße wird Grenzfluss,

die Stadt geteilt. Görlitz-Ost

kommt zu Polen und erhält den Namen

Zgorzelec, die meisten Deutschen werden

von dort vertrieben. Görlitz-West

bleibt deutsch und gehört nun zum

Land Sachsen.

1949 Der VEB Waggonbau Görlitz liefert

die ersten D-Zug-Wagen an die

Deutsche Reichsbahn der DDR. Görlitz

hat 102 000 Einwohner.

1950 Die DDR und die Volksrepublik

Polen unterzeichnen in Zgorzelec ein

Abkommen über ihre „unantastbare

Friedens- und Freundschaftsgrenze“.

1952 Auflösung der Länder in der DDR,

Görlitz gehört nun zum Bezirk Dresden.

17.6.1953 Görlitz wird zu einem der

Zentren des Widerstands gegen die

DDR-Regierung. Großdemonstra tion

auf dem Stalinplatz, dem heutigen

Obermarkt. Der Ausnahmezustand wird

über Görlitz verhängt. Es kommt zu

zahlreichen Inhaftierungen.

1976 Baubeginn des Neubauviertels in

Königshufen. Gleichzeitig verfallen die

Gebäude in der Altstadt.

1990 Engagierte Görlitzer Bürger gründen

den „Aktionskreis zur Rettung der

Stadt“. Görlitz hat 72 000 Einwohner.

1991 Görlitz wird in das Bund-Länder-

Programm Städtebauförderung Denkmalschutz

aufgenommen, die Altstadtsanierung

beginnt.

13.7.1992 Gründung der Hochschule

Zittau/Görlitz (FH).

1998 Proklamation der niederschlesischen

Europastadt Görlitz-Zgorzelec.

1995 Ein anonymer Spender überweist

erstmals eine Million Mark zur Restaurierung

der Görlitzer Altstadt. Die „Altstadtmillion“

trifft seitdem jährlich ein.

2002 Abriss des denkmalgeschützten

klassizistischen Wilhelmstheaters von

1889. Trotz vehementer Proteste wird

dort das City-Center gebaut.

2004 Wiedereröffnung der Altstadtbrücke

als Fußgängerbrücke nach

Zgorzelec.

2007 Grenzkontrollen zwischen Polen

und Deutschland fallen weg. Görlitz

zählt rund 56 000 Einwohner.

August 2010 Das Neiße-Hochwasser

richtet in Teilen der Altstadt starke

Schäden an.

Mai bis Oktober 2011 3. Sächsische

Landesausstellung zum Thema

Via Regia.

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