Brandstätter ZT GmbH (pdf, 23KB) - Architekturwettbewerb.at
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Entwurfskonzept - Passage im Fluss<br />
Der Entwurf unterstreicht die Idee der Passage als öffentlicher Kunstraum. Als Hauptverbindung<br />
zwischen Oper und Karlspl<strong>at</strong>z soll die Unterführung als zeitlich veränderlicher und belebter<br />
Strassenraum die umliegenden Kunst- und Kultureinrichtungen vernetzen.<br />
Der Entwurf erzeugt einen intuitiv verständlichen Fluss durch die Passage und bietet Abwechslung<br />
durch visuelle und akustische Erlebnisse, die in Bewegung erlebt werden. Die in Gehrichtung<br />
fließenden Bilder und Inform<strong>at</strong>ionen begleiten die Passanten. Das Info-Band (LCD-Screens)<br />
ermöglicht eine grosse Vielfalt an Bespielungen von aktuellen U-Bahn Fahrzeiten bis animierten<br />
Kunstinterventionen und Ankündigungen.<br />
Der Entwurf versteht sich als zeitgenössische Weiterführung der geschwungenen Geometrie und<br />
transparenten Einbauten der denkmalgeschützten Opernpassage in die Hauptpassage hinein. Im<br />
Bereich des Abgangs zur U1 wird der Raum durch das Entfernen der Ladenflächen aufgeweitet und<br />
visuell offen gestaltet.<br />
Dem Zentrumsoval wird in der Ladenstrasse ein Gegenüber in Form einer Deckenöffnung („Ohr“)<br />
gesetzt. Durch die größere Raumhöhe und den Tageslichteinfall wird das „Ohr“ zu einem Ort der<br />
Orientierung und des visuellen Kontakts mit der Oberfläche. Hier können Konzerte live übertragen und<br />
Klanginstall<strong>at</strong>ionen gehört werden. Die geometrische Ausbildung des Ohrs them<strong>at</strong>isiert die<br />
Verbindung von Innen und Aussen, Unterirdischem und Oberirdischem in der räumlichen<br />
Verschränkung von Wand, Decke und Brüstung an der Oberfläche in ihren unterschiedlichen<br />
M<strong>at</strong>erialitäten. Die Verformung der Ladenstrasse, das Aufweiten und Einbinden des Zentrumsovals im<br />
Bereich des U1-Abgangs sowie das Einführen des Ohrs als weiterer „St<strong>at</strong>ion“ mit Tageslicht in der<br />
Mitte der Passage sollen die unterirdische Verbindung gefühlt verkürzen und mit oberirdischen<br />
Qualitäten bereichern.<br />
Systeme und M<strong>at</strong>erialkonzept:<br />
Die unterschiedlichen Abschnitte der Passage werden durch einheitliche Decken- und<br />
Bodengestaltung zusammengeführt. (Ausnahme: In der denkmalgeschützte Opernpassage bleibt die<br />
verputzte Decke mit indirekter Beleuchtung erhalten.)<br />
Boden: Gegossener und geschliffener Bodenbelag, oberflächenvergütet, Erscheinungsbild Anthrazit-<br />
Farben mit Glimmereinstreuung<br />
Wand: Modulares Glasfassaden System mit Edelstahlprofilen für die Shops. Darüber durchlaufendes<br />
Infoband aus LCD-Screens. In den Bereichen der ‚Kunstpassage’ gehen die Shopfassaden in eine<br />
räumlich verformte großflächige Verkleidung aus Metallpaneelen über. Mit den integrierten<br />
Glaselementen werden Durch- und Einblicke in Vitrinen und Schaukästen geschaffen.<br />
Decke: Kassettendecke aus scharfkantigen, perforierten Edelstahlpaneelen mit Akustikauflage. Zu<br />
Wartungszwecken vollflächig abklappbar. Durch die akustisch absorbierende Fläche wird die<br />
Nachhallzeit reduziert, was ein angenehmes akustisches Klima erzeugt.<br />
Ladenstrasse: Für den Ausbau der Shopzone wird ein variables System basierend auf den<br />
Ausbauraster der Wiener Linien vorgeschlagen. Der Bodenbelag wird in den Shopzonen fortgesetzt.<br />
Die Shop-Fassade unter dem Infoscreen ist eine Glasfassade als Baukastensystem dessen Elemente<br />
je nach Bedarf zusammengesetzt werden können. (geschlossene transparente bzw. transluzente<br />
Elemente, Schiebewände, Dreh-/Schiebetüren etc.) Die Decke ist eine Bandrasterdecke. Die<br />
Trennwände zwischen den einzelnen Shops können variabel zwischen Fertigfußboden und<br />
Bandraster der Decke aufgestellt werden. Hierdurch ist maximale Flexibilität hinsichtlich Shopgröße<br />
und nachträglicher Veränderung möglich.<br />
Opernpassage: Gestaltungsziel ist es den Originalzustand der 50iger Jahre mit Ausnahme des<br />
Bodenbelages und den Einbauten im Zentrumsoval weitestgehend wieder herzustellen. Die<br />
bestehenden Ausgangsüberdachungen werden durch eingespannte Glasgeländer auf Straßenniveau<br />
ersetzt (Rigole in der Passage).<br />
Beleuchtungskonzept:<br />
Laden- und Hauptpassage: Für die Beleuchtung der Bewegungsbereiche werden Standard<br />
Neonröhren zu Linien aneinander gereiht. Die Leuchten werden unterhalb der Decke montiert um eine<br />
zusätzliche Aufhellung der Deckenflächen zu erreichen. Durch die helle, m<strong>at</strong>t schimmernde<br />
Edelstahloberfläche wird ein großzügiger Raumeindruck vermittelt der eine freundliche Atmosphäre<br />
erzeugt.<br />
Die bestehenden Stützen in der Hauptpassage werden als Lichtsäulen ausgebildet (Verkleidung aus<br />
transluzentem Glas mit LED-Technik hinterleuchtet). Die Säulen können auf die unterschiedlichste
Weise bespielt werden, z.B. Wiedergaber der Lichtstimmung im Freien oder auch künstlerische<br />
Interventionen. In der Opernpassage wird die bestehende indirekte Beleuchtung beibehalten.<br />
Leiteinrichtungen: Die Leiteinrichtungen im System der Wiener Linien werden soweit als möglich in<br />
bestehende Deckensprünge integriert um den durchgehenden und fließenden Eindruck von<br />
Deckengestaltung und Beleuchtung nicht zu unterbrechen. In Bereichen in denen die Integr<strong>at</strong>ion nicht<br />
möglich ist werden die Elemente unter die Beleuchtung abgependelt.<br />
Technik: Die gesamten technischen Install<strong>at</strong>ionen sollen in die Decke integriert werden. Um das<br />
Gestaltungskonzept beizubehalten werden für Zu- und Abluft Linearauslässe in den Paneelfugen<br />
vorgesehen.<br />
St<strong>at</strong>ische Erfordernisse: Im Bereich der Öffnung der Passagendecke wird die bestehende<br />
Deckenkonstruktion auf eine Länge von ca. 30 m abgebrochen und durch eine neue Ortbetondecke<br />
mit einbetonierten Stahlträgern („Walzträger in Beton“) ersetzt. Die Seitenwände der Passage werden<br />
im Auflagerbereich der neuen Deckenkonstruktion ertüchtigt. Es werden Auflagerbänke aus Ortbeton<br />
hergestellt, welche im Endzustand starr mit der neuen Deckenkonstruktion verbunden werden. Je<br />
nach st<strong>at</strong>ischem Erfordernis sind während der Bauherstellung die Seitenwände temporär<br />
gegeneinander abzustützen. Die Stahlbetondecke wird während der Herstellung unterstellt um die<br />
Verformungen aus ständiger Last gering zu halten.