Machen Medien Schule? 4/06 - Bildungsdirektion - Kanton Zürich

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Machen Medien Schule? 4/06 - Bildungsdirektion - Kanton Zürich

Schulblatt des Kantons Zürich

Machen Medien Schule? 4/06

4 Computer & Co. Welche Rolle spielen neue Medien an den Schulen?

32 Roundtable Die Schnittstelle Gymnasium–Hochschule gibt zu reden

83 Leserbriefe Zehn Wünsche an die obersten Bildungsverantwortlichen


Seite 2

Eine Frage noch

Herr Wendelspiess, welche Zwischenbilanz

ziehen Sie zur Volksschulreform?

Schulhausroman

Schriftstellernde Schülerinnen

und Schüler

In Zürcher Schulhäusern entstehen Romane.

Diese werden von Schriftstellerinnen

und Schriftstellern im Laufe ei-

2 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Der Regierungsrat hat die Inkraftsetzung

des Volksschulgesetzes

(VSG) und den Erlass

von neuen Verordnungen nun

definitiv beschlossen. Damit ist

ein wichtiger Meilenstein in der

Umsetzung des VSG erreicht.

Zeit also für einen kurzen

Rückblick. Das Schulblatt fragte

Martin Wendelspiess, Chef des

Volksschulamtes, nach den bisher

wesentlichen Erkenntnissen.

«Das neue Volksschulgesetz

und dessen Umsetzung beschäftigen

das Volksschulamt

seit Jahren intensiv. Aus den

vielen Erfahrungen und Erlebnissen

aus dieser Zeit möchte

ich drei herausgreifen:

Die öffentliche Volksschule ist

im Kanton Zürich nach wie vor

gut verankert. Nicht nur Fachleute

und Insider, sondern auch die breite Bevölkerung interessieren sich für die

Volksschulreform. Dieses Interesse zeigt sich an einem sehr grossen Bedürfnis an Informationen

und sehr ausgeprägt auch an den vielen Menschen und Institutionen, die

sich an den Vernehmlassungsverfahren beteiligten.

Zeitweilige Zweifel, ob eine solche Totalrevision eines umfassenden Gesetzes überhaupt

noch möglich sei, wurden durch die deutliche Zustimmung zum Gesetz

zerstreut. Mit Freude stellen wir fest, dass auch eine Reform, welche alle Ebenen der

Volksschule betrifft und eine Kompromissbereitschaft aller Beteiligten voraussetzt,

eine klare Mehrheit im Parlament und in der Volksabstimmung gefunden hat.

Der für das Volksschulamt aufwändige, interessante und lehrreiche Prozess der Erarbeitung

wird mit dem Vorliegen der meisten Beschlüsse durch die fünfjährige Umsetzungsarbeit

abgelöst. Das kleine, interdisziplinäre Umsetzungsteam des VSA hat mit

einer sorgfältigen Projektplanung die Realisierung der Umsetzung in Angriff genommen.

Die bisher gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Schulen und dass wir

sowohl bezüglich Zeitplan als auch Finanzrahmen auf Kurs sind, stimmt uns für den

ganzen Umsetzungsprozess zuversichtlich.» (Siehe dazu auch Seite 64 mit den Verordnungen

des Regierungsrates.)

ner mehrmonatigen Zusammenarbeit

mit Schulklassen der Oberstufe im Rahmen

des normalen Unterrichts entwickelt.

Das Resultat kann als work in

progress auf www.schulhausroman.ch

verfolgt werden.

Raserpräventionswettbewerb für

Schulklassen

Sonderpreis geht nach Zürich

Jugendliche entwickeln Präventionsansätze

für Jugendliche – so lautete das

Motto des Wettbewerbs «Speed – ist Rasen

männlich?», der vom Netzwerk

Schulische Bubenarbeit NWSB lanciert

worden war und sich schweizweit an

Schulklassen ab Oberstufe bis Berufsschule

richtete. Den Sonderpreis für

umfassende Auseinandersetzung mit

dem Thema wurde dabei den Schülerinnen

und Schülern des 10. Schuljahrs der

Berufswahlschule Zürich für ihren Film

«No limit – no life» zugesprochen. Der

erste Preis ging an die Oberstufenklassen

3a und 3b der Bezirksschule

Reinach BL. Insgesamt haben sich 40

Klassen mit dem Risiko der überhöhten

Geschwindigkeit auseinandergesetzt.

Die Produkte sollen nächstes Jahr in

Form von Plakaten, einer DVD und einem

Lehrmittel veröffentlicht werden.

Praktika für stellenlose Junglehrer

Berufseinstieg in einer andern

Sprachregion

Stellenlose Abgängerinnen und Abgänger

von Pädagogischen Hochschulen und

Seminarien haben die Möglichkeit, ein

dreimonatiges Praktikum in einer anderen

Sprachregion der Schweiz zu absolvieren.

Sie müssen über ein Lehrdiplom

sowie über die Unterrichtsberechtigung

auf Primarschulstufe verfügen (das Projekt

steht auch Lehrpersonen aus dem

Vorschulbereich sowie der Sekundarstufe

I offen), ihr Ausbildungsabschluss darf

nicht mehr als zwei Jahre zurückliegen.

Interessierte müssen zudem als arbeitslos

gemeldet sein, da es sich bei dem Angebot

um eine arbeitsmarktliche Massnahme

handelt, die durch das Staatssekretariat

für Wirtschaft finanziert und

von der Konferenz der Eidgenössischen

Erziehungsdirektoren unterstützt wird.

Organisiert werden die Praktika von ch

Jugendaustausch, die Anmeldung erfolgt

durch die Regionale Arbeitsvermittlung

(RAV). Weitere Informationen unter:

www.echanges.ch.


30 Mittelschule 78 Podium 82 Porträt

Fokus

Wird die Bedeutung von Medien und Informations- und Kommunikationstechnologien

(ICT) in den Volksschulen unterschätzt? 4

Der kompetente Umgang mit ICT ist zu einer basalen Kulturtechnik

geworden, die für junge Menschen beim Start in die Informationsgesellschaft

fast überlebenswichtig ist 8

Dank der Aktion «Schulen ans Internet» ist heute ein Grossteil

der Zürcher Schulen mit der Welt in Kontakt – das ist nicht nur

unproblematisch 13

Sitzt Lehrer Anton Jäggi in der Urheberrechtsfalle? Ein Quiz. 16

Zurzeit läuft die Kampagne «Bliib suuber! Kei Gwalt uf dim

Compi und Handy»: Eine Umfrage unter Schülerinnen und Schülern

zeigt, wie verbreitet Darstellungen von Gewalt und Pornos sind 18

Volksschule

Kein Bock auf Schule? – wie es um die Lernmotivation von

Schülerinnen und Schülern bestellt ist 22

Jetzt gehöre ich auch zu den Grossen: Rund 12'000 Kinder kommen

neu in die Volksschule 24

Brauchen Schulen Beratung? Diese Frage untersuchte eine Studie

im Anschluss an PISA 2000 25

«Stark durch Erziehung» – ein Thema für Eltern und Schulen 26

Mittelschule

«Wir brauchen ein klares Bekenntnis zur Maturität» –

dies fordert Christoph Wittmer, Prorektor der Kantonsschule Enge,

von Universitätsrektor Hans Weder. Ein Gespräch 30

Die Zürcher Mittelschulen können noch besser werden, meint

Markus Späth-Walter, neuer Präsident der Lehrpersonenkonferenz

der Mittelschulen 34

Berufsschule

Die beiden neuen Zentren für Bildung im Gesundheitswesen im Kanton

Zürich feiern ihren ersten Geburtstag. Das Schulblatt hat bei ZAG

und Careum nachgefragt 38

Ein Gesetz bewegt die Berufsbildung: Mit dem neuen Berufsbildungsgesetz

sind auch die Branchenverbände gefordert 42

Titelbild: Fabio Pirovino

Impressum Nr. 4/2006 28. August 2006

Schulblatt des Kantons Zürich Kantonales Publikationsorgan der Bildungsdirektion für Lehrkräfte und Schulbehörden, 121. Jahrgang Erscheinungsweise 6-mal pro

Jahr Auflage 22000 Exemplare Redaktion (red) Redaktionsleiter Stephan Pfäffli (pst), E-Mail: stephan.pfaeffli@bi.zh.ch, Redaktorin Jacqueline Olivier (jo), E-Mail:

jacqueline.olivier@bi.zh.ch Fotografie Hauptbeiträge in Zusammenarbeit mit dem Studienbereich Fotografie, Hochschule für Kunst und Gestaltung Zürich, Leiter Prof.

Ulrich Görlich Begleitgruppe Christine Keller Sallenbach, E-Mail: christine.keller@bi.zh.ch Adresse Redaktion Schulblatt, Bildungsdirektion Kanton Zürich, Walcheplatz 2,

8090 Zürich, Verena Schwizer Gebert, Tel. 043 259 23 14, Fax 044 262 07 42, E-Mail: schulblatt@bi.zh.ch, Stelleninserate Gabriella Regli, 043 259 23 11, E-Mail:

schulblatt@bi.zh.ch Gestaltung www.bueroz.ch Druck Zürichsee Druckereien AG, 8712 Stäfa Abonnemente/Adressänderungen Zürichsee Presse AG, 8712 Stäfa,

Tel. 0848 805 522, Fax 0848 805 520, E-Mail: schulblatt@zsd.ch Werbe-Inserate Kretz AG, Zürichsee Zeitschriften Verlag, 8712 Stäfa, Tel. 044 928 56 09, Fax 044 928 56 00,

E-Mail: martin.traber@kretzag.ch Abo-Preis Fr. 40.– pro Jahr Erscheinungsdaten 2006 siehe Seite 60

Fokus

Inhalt

Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer

Das Forum Weiterbildung an der Worlddidac in Basel

vom 25. bis 27. Oktober 2006 46

PHZH – Weiterbildungsstudiengänge und -kurse 47

ZAL – Weiterbildungskurse 50

ZHSF – Weiterbildungskurse 51

Agenda

schule&kultur: Kulturangebote für Schulen 54

Termine und Veranstaltungen 58

Service

Neuer Schülerduden – Interview zur Neuauflage und zur Rechtschreibreform

mit Peter Feller, Direktor des Zürcher Lehrmittelverlags

und Mitglied des Rats für deutsche Rechtschreibung 76

Podium

Wenn Du nicht singen kannst, wirst Du eben Notenständer,

dann kannst Du das 78

Leserbriefe 79

Porträt

Roger Vaissière, abtretender Prorektor der Pädagogischen

Hochschule Zürich 82

Amtliches

Amtliches 63

Bildungsratsbeschlüsse: 63

– Neue Zeugnisse an der Primarstufe.

– Festlegung eines Qualitätsbereiches als Pflichtthema der

externen Schulevaluation

Regierungsrat: Verordnung zum Volksschulgesetz 64

Weitere Meldungen 65

Stellen

Offene Stellen für alle Schulstufen im Kanton Zürich 70

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 3


Fokus

4 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006


Text: Peter Bucher, Bildungsplanung Foto: Fabio Pirovino

«Die Möglichkeiten, die der Einsatz von IKT (Informationsund

Kommunikationstechnologie) zum Wissenserwerb, zur

Wissensvermittlung und -umsetzung bietet, sind effizient

und innovativ zu nutzen. Ziel muss es sein, die Selbstständigkeit

des Einzelnen und seine (bzw. ‹der Einzelnen und ihre›,

Anm. d. Verf.) Fähigkeiten zu fördern, sich mit und über die

IKT in die Gesellschaft und die Arbeitswelt zu integrieren

und sich dort weiter zu entwickeln. Der technische und mehr

noch der inhaltliche Umgang mit den IKT ist als Schlüsselkompetenz

auf allen Stufen der Aus- und Weiterbildung zu

berücksichtigen. Die Bildungsmassnahmen sollen nachhaltig

wirken, indem sie langfristig gültige Kompetenzen am Beispiel

aktueller IKT vermitteln.» Diese Aussagen zur Bildung

macht der Bundesrat in seiner «Strategie für eine Informationsgesellschaft

in der Schweiz» vom Januar 2006.

Medienkompetenz als Schlüssel zur

Informations- und Wissensgesellschaft

Sollen alle Menschen gleichermassen dazu befähigt werden,

sich in einer durch Medien und ICT (nachfolgend für IKT) geprägten

Gesellschaft zurechtzufinden, erfolgreich daran teilzuhaben

und selber einen aktiven Beitrag zur Innovation und Entwicklung

zu leisten, dann braucht es entsprechende Bildungsmassnahmen.

Es ist Aufgabe aller Schulstufen, die geforderte

Medienkompetenz zu vermitteln und zu vertiefen. Dabei geht es

um die Fragen: Was machen die Menschen mit Medien und

ICT? und Was machen Medien und ICT mit den Menschen?

In den letzten Jahren sind grosse Anstrengungen unternommen

worden, um die Rahmenbedingungen für die Vermittlung

von ICT- und Medienkompetenz zu verbessern.

Die Infrastruktur wurde aufgebaut, Lehrpersonen wurden

weitergebildet und Lerninhalte wurden bereitgestellt. Und

tatsächlich: Von wenigen Ausnahmen abgesehen sind die

Schulen mit Computern ausgerüstet und mit dem Internet

verbunden, die meisten Lehrpersonen können selber damit

umgehen und immer mehr Lehrmittel umfassen auch Inhalte

und Übungen in elektronischer Form, sei es auf CD-ROM

oder im Internet. Seit vier Jahren laufen im Rahmen der nationalen

Initiative «Public Private Partnership – Schule im

Netz» gemeinsame Fördermassnahmen von Bund, Kantonen

und Wirtschaft, um die Weiterbildung der Lehrpersonen zu

unterstützen, den Schulen den Zugang zum Internet zu er-

Fokus

Volksschule

Mittelschule

Berufsschule

Weiterbildung

Agenda

Service

Podium

Portrait

«Computer sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken», so beginnen üblicherweise Texte wie

dieser, wobei statt «unserem Alltag» im Kontext der Bildung auch «unseren Schulen» stehen könnte.

Die stereotype Einleitung unterstellt, der Einsatz von Computern in der Schule und die Auseinandersetzung

mit neuen Medien sei bereits Alltag und finde allerorts statt.

Auf dem Weg zu mehr

Medienkompetenz

möglichen und ihnen pädagogisch wertvolle Inhalte anzubieten.

Das alles weckt den Anschein, damit sei gewährleistet,

dass alle Schülerinnen und Schüler im Laufe ihrer Schulzeit

die geforderte Medienkompetenz erwerben.

Nützlicher Blick zurück

Zahlreiche Manifestationen der neuen Technologien wie das

Internet oder das Handy – das heute weit mehr ist als nur ein

Mobiltelefon – sind in unserem Alltag so präsent, dass leicht

übersehen wird, wie gering ihre Verbreitung oder Bedeutung

noch vor wenigen Jahren war. Für eine Prognose kann es

jedoch nützlich sein, einen Blick auf die Entwicklung der

letzten Jahre zu werfen.

Mitte der 80er-Jahre kamen die ersten Computer in die

Schulen. Dabei ging es anfänglich im Wesentlichen darum,

den Schülerinnen und Schülern, aber auch den Lehrpersonen

den ersten Zugang zur damals bezeichnenderweise noch

EDV (Elektronische Datenverarbeitung) genannten Technologie

zu verschaffen. Den Schulen kam damit eine gewisse

Vorreiterrolle zu, und sie verfügten weitgehend über ein

Wissensmonopol in diesem Bereich. Beides haben sie inzwischen

längst verloren, und sie müssen sich heute eher darum

bemühen, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Die Ausrichtung

auf die technischen Aspekte zeigte sich auch im kantonalen

Konzept «Alltagsinformatik» für die Zürcher Volksschule.

Zwar wurde darin mit einem gewissen Weitblick

bereits die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Auswirkungen

postuliert, im Mittelpunkt standen aber die technischen

Funktionsprinzipien, die modellhaften Anwendungen

sowie das Verständnis für die Logik von Computerprogrammen.

Erst die Veränderungen der Arbeitswelt, die Auseinandersetzungen

um den Schutz persönlicher Daten, das Bewusstsein

um die Abhängigkeit von der Informationstechnologie

und um die Verletzlichkeit komplexer Systeme hat diese

Aspekte der Medienkompetenz auch in den Schulen zu einem

Thema werden lassen.

In der nächsten Phase der Schulinformatik stand die Bedienung

der Geräte und Programme im Zentrum. Dabei orientierte

sich die Umsetzung im Unterricht hauptsächlich an

Programm-Suiten wie Microsoft Office und Claris- bzw.

Apple-Works. Für das gut gemeinte Bestreben, die neuen Technologien

in alle Unterrichtsbereiche zu integrieren, war in der 3

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 5


Fokus

Regel eher eine Softwareanwendung als der Lern-inhalt eines

bestimmten Faches wegleitend. Der Ansatz, die Themen

Medien und ICT ohne eigenes Fach in alle Unterrichtsbereiche

zu integrieren, stellte und stellt in der Praxis eine grosse

Herausforderung dar. Er führt zu oft dazu, dass die Auseinandersetzung

mit den neuen Technologien nirgends wirklich

den Platz findet, der ihnen zusteht. Zudem erfordert dieser

Ansatz gleichzeitig von allen Lehrpersonen hohe Kompetenzen

in Bezug auf den inhaltlichen und methodisch-didaktischen

Umgang mit neuen Medien.

Gegen Ende der 90er-Jahre wuchsen die Erwartungen an

die ICT, geschürt durch Verheissungen der boomenden New

Economy und eines beispiellosen Medienrummels praktisch

ins Unermessliche. Auch das Bildungswesen blieb von dieser

Entwicklung nicht unberührt. Ein vergnüglicheres, müheloses,

rascheres und damit auch praktisch automatisches Lernen

schien dank ICT in Reichweite. Schliesslich platzte die

Dotcom-Blase, und auch bezüglich der Automatisierbarkeit

des Lernens machte sich eine gewisse Ernüchterung breit.

Statt übersteigerter Erwartungen steht heute der reale Mehrwert,

den das Lernen mit neuen Technologien bietet, im Vordergrund.

Dieser Ansatz anerkennt, dass zum Lernen stets

eine eigene Anstrengung erforderlich ist.

ICT und Medien sind immer stärker miteinander verbunden.

Offensichtlich ist diese Entwicklung spätestens, seit

das Handy neben einem Telefon auch eine Kamera, ein MP3-

Player, eine Spielkonsole, ein Adressbuch und eine Agenda

ist. Insgesamt haben in den letzten Jahren medienpädagogische

Aspekte an Bedeutung gewonnen. Die Bildungsdirektion

spricht daher mittlerweile nicht mehr von «Informatik» oder

«Schulinformatik», sondern, wie die Konferenz der kantonalen

Erziehungsdirektoren (EDK), von «Medien und ICT».

Neue Herausforderungen

«It's difficult to predict, especially the future.» Diese Aussage

des Physikers Niels Bohr trifft auf den Bereich Medien und

ICT in besonderem Mass zu. Er ist geprägt durch Veränderungen,

die meist sehr komplex, schnell und teilweise sprunghaft

verlaufen.Vieles spricht dafür, dass sich die Entwicklung

in den nächsten Jahren so fortsetzen wird. Unter diesen Vorzeichen

besteht die Herausforderung darin, vorausschauend

– soweit möglich – auf Entwicklungen zu reagieren, indem

rechtzeitig neue Potenziale für das Bildungswesen erschlossen

und neue Risiken mit geeigneten Massnahmen bekämpft

werden.

Die dynamischen Entwicklungsverläufe der letzten

zwanzig Jahre haben nicht alle Schulgemeinden, Schulen und

Lehrpersonen in gleichem Mass mitgemacht. Dies hat zu einer

heterogenen Situation geführt, welche den Grundsatz

gleicher Bildungsangebote für alle zunehmend gefährdet.

Dabei haben Untersuchungen gezeigt, dass gerade die Volksschule

im Bereich der ICT-Kompetenz einen Ausgleich schaffen

kann zwischen Jungen und Mädchen und zwischen

Jugendlichen mit unterschiedlichem sozioökonomischem

Hintergrund. Die Herausforderung besteht hier darin, durch

mehr Verbindlichkeit in der Umsetzung die Medienkompetenz

aller Schülerinnen und Schüler zu erhöhen. Zudem ist

6 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

dafür zu sorgen, dass durch klar festgelegte Ziele die Beliebigkeit

in der Nutzung der neuen Medien verhindert wird,

denn nicht jede Anwendung von ICT im Unterricht ist von

vornherein pädagogisch sinnvoll.

Der Bedarf an Geld, Zeit und Personal für Medien und

ICT steht in Konkurrenz zum Bedarf anderer Bereiche des

Bildungswesens. In Zeiten knapper Ressourcen scheint es

naheliegend, bei Medien und ICT zu sparen, da hier offensichtlich

schon viel erreicht worden ist und weitere Investitionen

vermeintlich nicht mehr so dringend scheinen. Diese

Einschätzung hat in jüngster Vergangenheit zu diversen Kürzungen

der Ressourcen geführt. Dabei müsste jedoch stets

die grosse Dynamik in diesem Bereich bedacht werden, die

kaum einen Stillstand zulässt und bei mangelnder Unterstützung

rasch zu markanten Verschlechterungen führen kann.

Fazit: Bedeutung anerkennen

Unser Bestreben sollte darauf gerichtet sein, die Chancen,

welche sich aus den neuen Technologien für die Bildung ergeben,

optimal zu nutzen. Anderswo scheint diese Erkenntnis

mit Nachdruck umgesetzt zu werden. Das Deutsche Bundesministerium

für Bildung und Forschung hat das laufende Jahr

zum «Informatikjahr» ausgerufen, verbunden mit vielfältigen

Fördermassnahmen und Aktionen auf allen Bildungsstufen

(www.informatikjahr.de). Der Kanton Zürich hatte noch vor

wenigen Jahren betreffend ICT an den Schulen im nationalen

Vergleich eine führende Position inne. Diese Führungsrolle

haben inzwischen andere Kantone übernommen.

ICT, so die Einschätzung des Zukunftsforschers James

Canton, ist neben Nano-, Bio- und Neurotechnologie eine der

vier Zukunftstechnologien, von denen nach seiner Prognose

die Lösung der globalen Probleme und damit die Zukunft der

Menschheit wesentlich abhängt (Canton, J., 2006: Extreme

neue Welt. Berlin).

Auch wer diese Einschätzung nicht teilen mag, wird zugestehen

müssen, dass die Bedeutung von Medien und ICT

gegenwärtig bei uns eher unterschätzt wird.

Info: Mit der Broschüre «Erfolgreich unterrichten mit Medien

und ICT» informiert die Bildungsdirektion über ihre Empfehlungen

und Dienstleistungen im Bereich der Integration von

Medien und ICT an der Volksschule des Kantons Zürich. Sie ist

als Download erhältlich bei www.schulinformatik.ch


Fokus

Volksschule

Mittelschule

Berufsschule

Weiterbildung

Agenda

Service

Podium

Portrait

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 7


Fokus

Sekundarstufe II: Thema und Werkzeug

Computer als selbstverständliches Pflichtfach?

Der kompetente Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien

(ICT) ist zu einer grundlegenden Kulturtechnik

geworden, die im Wandel zur Informationsgesellschaft

fast überlebenswichtig wird. Die Vermittlung und Aneignung

der dafür notwendigen Kompetenzen muss darum ein wichtiger

Bestandteil der schulischen Bildung sein, meinen die

Autoren des folgenden Beitrags.

Fachstelle Informatik des Mittelschul- und Berufsbildungsamts:

Martin Ludwig, Christian Jung, Christian Hirt, Andreas Meier.

Kaum jemand würde bestreiten, dass heute der Umgang mit

Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) zu einer

eigentlichen Kulturtechnik wie Lesen oder Schreiben geworden

ist.Trotzdem überlassen viele Schulen der Sekundarstufe

II die Vermittlung von ICT-Kenntnissen und -Themen

mehr dem persönlichen Engagement einzelner Lehrpersonen

– und damit dem Zufall, anstatt ICT wie zum Beispiel

Sport oder Deutsch im Ausbildungsplan verbindlich zu verankern.

Natürlich kann man argumentieren, dass einzelne

Schülerinnen und Schüler die Informations- und Kommunikationsmittel

auch ohne Vermittlung durch die Schule gut beherrschen.

Auf der andern Seite käme es heute aber niemandem

in den Sinn, Schüler, die mit der deutschen Sprache bereits

souverän umgehen, von einem curricular aufgebauten

Deutschunterricht zu entbinden.

Um es auf den Punkt zu bringen: Es besteht an vielen

Schulen eine Diskrepanz zwischen der Selbstverständlichkeit,

mit der Lehrpersonen ICT-Mittel für die Unterrichtsvorbereitung

einsetzen, und der Zufälligkeit und Planlosigkeit,

mit der die Vermittlung von ICT- und Informationskompetenz

im Unterricht erfolgt.

Während vieler Jahre standen an den meisten Mittelund

Berufsschulen für den Informatik-Unterricht fixe Zeitgefässe

zur Verfügung.An den Berufsschulen wurde in diesem

Rahmen zum Beispiel während vieler Jahre in so genannten

«Blackbox-Kursen» Informatik-Know-how mit den Schwerpunkten

Computertechnik, Programmieren und gesellschaftliche

Auswirkungen vermittelt. Unter dem didaktisch vagen

Begriff «Integration von ICT in den Unterricht» wurde aber

ab Mitte der 1990er Jahre die systematische Vermittlung von

ICT-Kompetenzen für alle Lernenden auf der Sekundarstufe

II sukzessive zurückgestuft. Ein erneuter Einbau von ICT in

die Lehrpläne dürfte in nächster Zeit deshalb unrealistisch

sein. Aber das soll nicht heissen, dass die Schulen nicht andere

Mittel und Wege finden könnten, den Jugendlichen die notwendigen

ICT-Kompetenzen zu vermitteln, die sie zur Bewältigung

ihres Lebens- und Schulalltags, sowie ihrer späteren

Berufs- und Bildungsaktivitäten benötigen. Dazu dürfte sicher

auch das elektronische Abstimmen, das Ausfüllen von

8 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

elektronischen Steuererklärungen und Formularen aller Art,

die elektronische Kontenführung oder das Recherchieren

und Publizieren im Netz oder das internetbasierte Lernen

gehören.

Die Sekundarstufe II in ihrer Scharnierfunktion zwischen

Volksschule und beruflichen Weiterentwicklung respektive

der Besuch einer Fach- oder Hochschule muss – so meinen

wir – einen wesentlichen Beitrag zur Festigung und zur Weiterentwicklung

der Kulturtechniken «Informations- und

Kommunikationstechnologie» und «Informationskompetenz»

leisten.

ICT als Teil einer Allgemeinbildung

Eine fundierte und breite ICT-Kompetenz ist heute – ähnlich

wie die Sozialkompetenzen – Voraussetzung für fast jede Art

von Berufstätigkeit, für den Kontakt mit Behörden und Firmen,

für das Studium und für die lebenslange Weiterbildung.

Aus heutiger Perspektive gehören dazu Kompetenzen wie:

– die Gestaltung von Dokumenten mit Text, Grafik und Bild,

– die Kommunikation über das Internet (Mail, Internetbasierte

Tools für Teamarbeit, Websites, Weblogs),

– der Einsatz von audiovisuellen Medien (Video, Foto, Ton),

– die Publikation von Berichten über verschiedene Kanäle

(Papier, Präsentation, Web),

– die geordnete Ablage und die Sicherung von Daten,

– der Umgang mit Tabellenkalkulationen und Datenbanken.

Bei der Vermittlung und Aneignung dieser Kompetenzen soll

nicht die Werkzeugschulung im Zentrum stehen, sondern das

exemplarische Lernen an praktischen Aufgabenstellungen

aus dem aktuellen Lebens- und Unterrichtsalltag (Vorträge,

Projektarbeiten mit anschliessender Präsentation oder Publikation

usw.). Mit diesem problemorientierten Ansatz kann

man das aus der Sekundarstufe I vorhandene Vorwissen im

Umgang mit dem Computer produktiv nutzen.

Der schnelle Wechsel in der Art der Bedienung der digitalen

Werkzeuge lässt es vernünftig erscheinen, den Lernenden

entsprechend ihrer Auffassungsgabe die hinter den Anwendungsprogrammen

liegenden informationstechnologischen

Konzepte nahe zu bringen. Bei einer Textverarbeitung kann

dies das Zusammenspiel von Inhalt, Formatierung und Formatvorlagen

sein, bei einer Präsentationssoftware das von

Vorlage (Formular), Inhalt und Objekt oder bei einer Tabellenkalkulation

das Zusammenspiel von Daten- und Formelebene.

Dadurch können die gemeinsamen Merkmale einer Softwareklasse

praxisnah sichtbar gemacht werden, was die spätere

Arbeit mit unterschiedlichen Werkzeugen derselben Art stark

erleichtert. Da diese für das Verständnis zentralen Konzepte

in Lehrmitteln oder im Rahmen von Weiterbildungen oft nicht

thematisiert werden, gilt es dafür eine stufengerechte, möglichst

anschauliche Didaktik zu formulieren.


Berufsspezifische ICT-Kompetenz

Für viele berufliche Tätigkeiten braucht es ein fundiertes

Wissen im Umgang mit berufsspezifischen ICT-Mitteln wie

Office-Anwendungen oder branchenspezifische Softwarewerkzeugen.

Ob und in welchem Umfang dieses berufsspezifische

Know-how im Fachunterricht an Berufsfachschulen

vermittelt wird oder ob sie im Rahmen der betrieblichen Ausbildung

oder überbetrieblichen Kursen erfolgt, muss zwischen

den Ausbildungspartnern ausgehandelt werden. Zielsetzung

muss die gute Koordination zwischen den Partnern

sein und die Garantie, dass die notwendige ICT-Kompetenz

von einer der an der Berufsausbildung beteiligten Institutionen

vermittelt wird.

Auch bei der gymnasialen Ausbildung spielt die Vermittlung

fachspezifischer ICT-Kenntnisse eine zunehmend wichtigere

Rolle. Zu denken ist etwa an professionelle ICT-Werkzeuge

zur Visualisierung mathematischer und soziodemografischer

Sachverhalte, zur Simulation von Wirtschaftsabläufen,

zur Auswertung von Testdaten in Sport und Biologie oder

zum Komponieren, Zeichnen und Gestalten.

Das Lernen an den Hochschulen und im Rahmen der

beruflichen Weiterbildung wird mit zunehmender Selbstverständlichkeit

von elektronischen Informationsvermittlungs-

Systemen unterstützt. Es ist deshalb wichtig, dass sich die

Fachstelle Informatik – ein vielseitiges Amt

Die Fachstelle Informatik des Mittelschul- und Berufsbildungsamts

wird im nächsten Jahr 20 Jahre alt. Während in

der Anfangszeit vor allem Fragen in Zusammenhang mit der

schulischen ICT-Infrastruktur bearbeitet wurden, stehen

heute pädagogische und konzeptionelle Fragen rund um ICT

und Bildung im Zentrum. Die Arbeitsschwerpunkte sind:

Neue Entwicklungen im Bereich ICT und Bildung, die Begleitung

und Finanzierung von ICT-Förderprojekten an den

Schulen, die Entwicklung und Umsetzung der Ausbildungen

im Berufsfeld Informatik und Projekte im Bereich der Nutzung

digitaler Medien und des Bildungsnetzes. Drei aus über

hundert Beispielen geben einen kleinen Einblick in die

Arbeiten der Fachstelle:

Notebooks auf Reise: CAD für Bekleidungsgestalterinnen

Auch wenn Faden und Nähmaschine nach wie vor wichtige

Arbeitsinstrumente von Bekleidungsgestalterinnen sind, spielt

etwa die CAD-Software zur Unterstützung der Schnittmustergestaltung

eine zentrale Rolle. Damit die Gestalterinnen

das an der Berufsfachschule für Mode und Gestaltung erlernte

CAD-Know-how zu Hause vertiefen und üben können, hat

die Schule im Rahmen eines ICT-Projektes Notebooks beschafft

und diese den Lernenden während der CAD-Einführung

einige Monate lang ausgeliehen.

Sich informieren – mit dem richtigen Tool!

Die Website www.digithek.ch ist die erste speziell für die Sekundarstufe

II konzipierte Recherchierwebsite der Schweiz.

Sie wurde im Rahmen eines von der Fachstelle Informatik

Fokus

Volksschule

Mittelschule

Berufsschule

Weiterbildung

Agenda

Service

Podium

Portrait

Studierenden schon auf der Sekundarstufe II an den Umgang

gewöhnen mit Lernplattformen, elektronischen Prüfungen

zu frei wählbaren Terminen und andern selbst gesteuerten

Lernformen. Ihr Sprung ins global ausgerichtete Arbeitsleben

dürfte dann in dieser Beziehung etwas weniger überraschend

sein, denn die Berufsleute des 21. Jahrhunderts

werden an ihren zukünftigen Arbeitsplätzen ganz selbstverständlich

mit webbasierten Tools und in grosser Eigenverantwortung

die internationale Zusammenarbeit in der Produktion,

in den Dienstleistungsbetrieben und in der Forschung organisieren

und abwickeln.

Informationskompetenz

Unter Informationskompetenz versteht man die Fähigkeit,

Informationen aus dem Internet, aus Bibliotheken, Zeitungen,

Zeitschriften und Rundfunk- und Fernsehen gezielt auszuwählen

und sie in den persönlichen Kontext zu stellen. Da

die Suche nach der benötigten Information immer mehr über

digitale Kanäle läuft, bedingen sich ICT- und Informationskompetenz

gegenseitig. Dies ist vom didaktischen Standpunkt

aus gesehen vorteilhaft, denn das Vermitteln von Informationskompetenz

(die meisten Lernenden verstehen darunter

bloss das Googeln) wäre ohne das Zugpferd Computer

schwer vorstellbar.

3

initiierten und finanzierten Projektes von einem Team von

Mediothekarinnen und Lehrpersonen aus der deutschsprachigen

Schweiz entwickelt und bietet den Schülern der Mittelund

Berufsfachschulen eine Fülle von Informationsmöglichkeiten

zur Erstellung ihrer Semester-, Matur- und selbstständigen

Vertiefungsarbeiten. Die Lehrpersonen finden darin

eine ständig aktualisierte Linkliste zu allen an der Sekundarstufe

II unterrichteten Fächern.

Wenn sich 300 Lehrpersonen à jour halten wollen

An der Technischen Berufsschule Zürich organisiert seit August

2005 ein Team von zehn Lehrpersonen die pädagogisch

ausgerichtete ICT-Lehrer-Weiterbildung im Rahmen eines

ICT-Förderprojektes des MBA. Parallel dazu kümmert sich eine

Informatikkommission um die technischen Belange. Einzelne

Teilprojekte, zum Beispiel das Durchführen von Prüfungen

am Computer, werden von beiden Gremien betreut. Um auch

informatikfernere Lehrpersonen anzusprechen, werden auch

Alternativen zum Kurswesen angeboten, beispielsweise ein

Helpdesk über Mittag und das individuelle Coaching, im Klassenzimmer

oder für die Lehrperson ganz privat.

eTrends: noch kleiner, noch schneller

Die Computer werden immer kleiner und sind in immer mehr

Alltagsgegenstände integriert. Dies kann ein intelligenter

Schulrucksack sein, in dem der aktuelle Stundenplan gespeichert

ist und der anzeigt, ob alle Schulbücher und Hefte, die

zum Tagesprogramm gehören, auch eingepackt sind. Weitere

Beispiele und was auf uns zukommt finden Sie unter etrends

auf www.mba.zh.ch/informatik/

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 9


Fokus

Die Informationskompetenz wird von einigen Fachautoren

in einen direkten Zusammenhang zur adäquaten Wahrnehmung

von demokratischen Rechten gestellt. So schreibt

zum Beispiel M. R. Owens 1976 : «Beyond information literacy

for greater work effectiveness and efficiency, information literacy

is needed to guarantee the survival for democratic institutions.

All men are equal but voters with information resources

are in a position to make more intelligent decisions than

citizens who are information illiterates.» (zitiert nach Esther

Bättig, Information Literacy an Hochschulen, Arbeitsgemeinschaft

Informationswissenschaft, Chur 2005).

Sowohl Individuen wie auch ganze Gesellschaften müssen

möglichst intelligente Entscheidungen treffen, um persönlich

weiterzukommen und letztendlich unseren Planeten

lebenswert zu erhalten. In diesem Sinne ist es ein zentrales

Anliegen der Sekundarstufe II, ihre Lernenden mit der grundlegenden

Kompetenz auszurüsten, sich zu informieren und

die gewonnenen Informationen im jeweiligen Zusammenhang

kritisch und Wert erhaltend einzusetzen. Die Schulung

der Informationskompetenz umfasst folgende Schwerpunkte:

– im Internet, in Bibliotheken, in Zeitungen, Zeitschriften,

Rundfunk- und Fernsehangeboten recherchieren und Informationen

gezielt heraussuchen,

– Informationen kritisch beurteilen, bearbeiten, verwalten

und austauschen,

– die gewonnenen Informationen in der Form einer schriftlichen

Dokumentation als Antwort auf eine Fragestellung

aufbereiten,

– die gewonnenen Erkenntnisse andern vortragen und mit

ihnen diskutieren,

– die Anregungen von den angesprochenen Personen aufnehmen

und daraus neues Wissen generieren.

Wie die oben erwähnten Schwerpunkte zeigen, gehört zur Informationskompetenz

auch die publikumswirksame Darstellung

und Präsentation der zusammengetragenen und indivi-

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Die einen mag es nachdenklich stimmen, andere gar verstören: Zu

den heftigsten Kritikern der Computer im Klassenzimmer gehören

renommierteste Wissenschafter – allen voran Joseph Weizenbaum,

der als Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT)

in Cambridge Computergeschichte schrieb. Joseph Weizenbaum

ist heute 83 Jahre alt und lebt in Berlin; das Schulblatt hat den Informatiker

für ein Interview angefragt, aber er hat bis Redaktionsschluss

dieser Ausgabe nicht zugesagt. Weizenbaum kritisiert nicht

so sehr den Computer an sich, sondern das blinde Vertrauen in

diese «Wundermaschine». Auf die Frage, welche Kompetenzen

Jugendliche heutzutage beim Eintritt in die viel beschworene Informationsgesellschaft

benötigen, antwort Weizenbaum in einem

Interview im «Forum Lesen»: «Das ist die Kompetenz, kritisch zu

denken, Dinge zu hinterfragen.» Deshalb sei es «absolut notwendig,

dass man auch seine Sprache beherrscht.» Dazu gehöre, sich deutlich

und kritisch artikulieren zu können, auch kritisch lesen zu können.

«Das ist keine Fähigkeit, die von selbst kommt», so Weizen-

10 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

duell interpretierten Informationen. Dazu gehört auch die

Wahl des richtigen Transportmediums – und dies verlangt

wiederum nach entsprechenden ICT-Kompetenzen.

Wege zu mehr ICT- und Informationskompetenz

Auch wenn seit Beginn des PC-Booms nun bereits zwei Jahrzehnte

vergangen sind, haben die Bildungsinstitutionen

noch Mühe, bei allen Schülerinnen und Schülern systematisch

die Voraussetzungen zu schaffen, damit sie in allen

Lebens- und Lernsituationen mit ICT adäquat umgehen

können. Zu vieles ist der privaten Initiative der Lernenden

überlassen, und entsprechend selektiv wählen die Schülerinnen

und Schüler ihre Betätigungsfelder in diesem

Bereich aus. Das führt zu Lücken, häufig gepaart mit Selbstüberschätzung,

was sicherlich keine guten Voraussetzungen

für den Eintritt ins Berufsleben oder in eine Ausbildung auf

der Tertiärstufe sind.

Der Umstand, dass bei der Zusammenstellung des Lehrpersonenteams

für eine Klasse keine Rücksicht auf eine ausgewogene

Verteilung der ICT-Kompetenzen der Lehrpersonen

genommen wird, tut ein Übriges, dass es noch heute

Klassen gibt, die kaum Förderung beim Ausbau ihrer ICTund

Informationskompetenz erfahren.

Um diese Defizite zu beheben, unterstützt die Fachstelle

Informatik die Berufs- und Mitteschulen seit einigen Jahren bei

der Durchführung von pädagogischen ICT-Projekten beratend

und finanziell. Neben diesen schulinternen Aktivitäten braucht

es zukünftig auch eine Intensivierung der Aus- und Weiterbildung

von Lehrpersonen im Bereich der Informations- und

ICT-Kompetenzen auf der Basis klarer Zielsetzungen. Dies

setzt voraus, dass im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchung

geklärt wird, über welche Kompetenzen die zukünftigen

Berufsleute, Studentinnen und Studenten im Bereich der ICT

mit jener Selbstverständlichkeit verfügen müssen wie dies etwa

bei den Sprachen oder in der Mathematik der Fall ist.

baum weiter. «Das ist vielleicht so wie Fahrrad fahren. Man muss es

einmal richtig lernen und dann kann man es.» Und hinsichtlich der

Bestrebungen, die Schulen ans Internet anzuschliessen, sagt er:

«Wenn man etwas neu in die Schule einführt, muss etwas Altes

raus, denn die Schule hat nicht nur ein Geldbudget, sondern auch

ein Budget für die Zeit.» Computer und Internet an Schulen einzuführen,

sei aus diesem Grund auch «eine Frage der Prioritäten».

Irrig sei zudem die Meinung, dass nur wer viel über Computer wisse,

auch erfolgreich in der Arbeitswelt der Zukunft bestehen könne.

Zwar werde hinter nahezu jedem Job ein Computer stecken, doch

müssten die, die damit umgehen, sich nicht zwingend auch mit der

Technik auskennen, die arbeite nämlich im Hintergrund. (pst)

Literatur:

– Forum lesen, Ausgabe Nr. 41; www.stiftunglesen.de

– Weizenbaum, Joseph (2001): Computermacht und

Gesellschaft, Frankfurt am Main


ICT-Weiterbildung – ein Fass ohne Boden?

Wer hat schon Zeit, sich neben den neuesten Computerund

Lernprogrammversionen noch mit Chat, Foren, Weblogs

und Podcasts zu befassen? Wie kommt man zu diesem Knowhow?

Wann und wie fliessen all diese Entwicklungen in den

Unterricht ein? Was sollen Schulkinder im Umgang mit Computern

nach der ersten Klasse, der dritten oder nach Abschluss

der obligatorischen Schule wissen?

Ronnie Fink, PHZH

Bedienerfreundliche Technik, Weiterbildungskurse und Unterrichtsvorlagen

allein genügen nicht um die anspruchsvolle

Aufgabe der Informatikintegration im Schulalltag umsetzen

zu können. Für die profunde Arbeit und Auseinandersetzung

Fokus

Volksschule

Mittelschule

Berufsschule

Weiterbildung

Agenda

Service

Podium

Portrait

mit der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT)

benötigen Lehrpersonen:

– eine breite Abstützung des Wissens im Kollegium,

– eine spezifische Unterstützung des Schulteams,

– Instrumente für die Planung und Durchführung des Unterrichts

nach klassen- und stufenübergreifenden Standards.

Anspruch an Entwicklung des Schulteams

Nur funktionierende Teams sind heute in der Lage, die Herausforderungen,

welche die Technologie mit sich bringt, zu

verstehen. Nur gemeinsam können sie eine Kultur schaffen,

welche die Medienkompetenz der Jugendlichen in dem Masse

fördert, wie es für ein Bestehen in der Mediengesellschaft

nötig ist. Dieser gemeinsame Entwicklungsprozess in den

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 11


Fokus

Schulteams muss von einer Lehrperson an die Hand genommen

werden, die sich die notwendigen Kompetenzen wie

Projektmanagement, Projektplanung, Didaktik und Beratungskompetenz

angeeignet hat.

Schrittweiser Aufbau über neun Schuljahre

Für den systematischen Aufbau von Medienkompetenzen

über neun Schuljahre braucht es eine sorgfältige Planung,

gemeinsame Standards und definierte Schnittstellen. Diese

Arbeit muss innerhalb der Schule oder sogar von mehreren

Schulen zusammen geleistet werden. Die Pädagogischen

Hochschulen in der Schweiz haben die Aufgabe, die Schulen

bei diesem Prozess zu unterstützen – nicht nur durch Unterrichtsmaterialien

(www.szenarien.educa.ch), sondern auch

durch das Bereitstellen von Planungswerkzeugen. Die Pädagogische

Hochschule Zürich (PHZH) hat zusammen mit der

Bildungsdirektion Instrumente entwickelt, die einen kontinuierlichen

Aufbau von Kompetenzen im Bereich Medien

und ICT über die gesamte obligatorische Schulzeit unterstützen.

Die Instrumente basieren auf den fünf Zielbereichen des

Lehrplans «Orientierungswissen», «Grundlegende Arbeitsweisen»,

«Kreatives Arbeiten», «Informationsbeschaffung und

Lernen» sowie «Wertvorstellungen klären».

Für jeden Zielbereich wurden für die verschiedenen Stufen

aufeinander aufbauende Lernziele definiert, sodass die

Schulen den Unterricht mit ICT-Mitteln koordiniert planen

und vorbereiten können.

Ein neues Hilfsmittel für die Schulen bildet dabei der ICT-

Pass. Dieser orientiert sich ebenfalls an den Stufenzielen, ist

aber nicht an die Lehrpersonen, sondern direkt an die Schüle-

Stufe Unterstufe Mittelstufe Oberstufe

Lehrplan

Volksschule

Davon abgeleitete

Stufenziele

Formulierung im

ICT-Pass

Kommentar

12 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Texte erfassen und bearbeiten, Schriftzeichen geläufig und fehlerarm über die Tastatur eingeben.

(Grundlegende Arbeitsweisen)

Kann Wörter, Sätze und kurze

Texte schreiben, verändern,

und dem Text verschiedene

Schriften, Stile, Grössen und

Farben zuordnen.

Ich kann kurze Texte schreiben,

verändern und formatieren.

Gross- und Kleinbuchstaben,

Zahlen und Sonderzeichen

Prinzip verinnerlichen: Zuerst

Text auswählen, dann Attribute

(Stil, Grösse, Farbe…) zuordnen

rinnen und Schüler adressiert. Sie können mit diesem Instrument

festhalten, was sie im Bereich ICT wissen und können.

Wie die verschiedenen Stufenziele und der ICT-Pass

zusammenspielen, veranschaulicht ein Beispiel aus dem

Zielbereich «Grundlegende Arbeitsweisen» des Lehrplans,

umschrieben mit «Texte erfassen und bearbeiten, Schriftzeichen

geläufig und fehlerarm über die Tastatur eingeben»

(siehe untenstehenden Kasten).

Der ICT-Pass ist als Vorlage konzipiert, die an die schulspezifischen

Gegebenheiten angepasst werden kann – wie

zum Beispiel an bestehende Nutzungsregelungen. Die Zielerreichung

können die Lehrpersonen dabei absolut («erreicht/

nicht erreicht») oder graduell («manchmal – oft – immer»)

erfassen.

Die Materialien dazu sind unter www.schulinformatik.ch >

Unterricht bereitgestellt. In Kursen der PHZH zum Thema

ICT-Standards wird mit ebendiesen Materialien gearbeitet

und das konkrete Vorgehen für Schulen aufgezeigt.

ICT-Weiterbildung an der PHZH:

Begleitung und Beratung von Schulteams:

– Modullehrgang Projektorientierte Informatik-Animation («PIA»).

– Zertifikatslehrgang Pädagogischer ICT-Support («ZLG PICTS»).

– Kurse zu ICT-Standards und zum ICT-Pass

Schulinterne Weiterbildung:

Weiterbildungsbausteine Medien und ICT

Weitere Informationen: www.phzh.ch/medienlernen

Kann Texte geläufig schreiben,

überarbeiten, formatieren und

gestalten

Ich kann Text, Bild und Ton auf

einfache Weise bearbeiten und

kombinieren, um meine Ideen

auszudrücken.

Meint nicht zwingend

Zehnfingersystem.

Kombination von Text, Bild und

Ton in einem Dokument oder in

einer Präsentation

Schreibt Texte geläufig und

fehlerarm und beachtet beim

Formatieren und Gestalten

einige typografische Normen.

Ich kann Text geläufig und

fehlerarm schreiben und

beachte Gestaltungsregeln.

Meint nicht zwingend

Zehnfingersystem.

Typografische Regeln gemäss

Rechtschreibeduden

(«Textverarbeitung, Maschinenschreiben

und E-Mails»)


Die Verantwortung liegt bei den Schulen

Ein Grossteil der Schulen im Kanton Zürich ist heute dank

der Aktion «Schulen ans Internet» mit der Welt in Kontakt.

Sicherheitsvorkehrungen sind deshalb unumgänglich, und

diese beginnen im korrekten Umgang mit einem nicht nur

unproblematischen Angebot.

Jacqueline Olivier

604 Schulen und Kindergärten im Kanton Zürich profitierten

Ende Mai bereits vom Swisscom-Angebot «Schulen ans Internet»

(SAI), dies entspricht 8'117 Klassen. Schweizweit sind

es 4'671 Schulen oder 45'601 Klassen – das Ziel, bis Ende dieses

Jahres 5'000 Schulen ans Internet anzuschliessen, scheint

somit zum Greifen nahe. Der grösste Telecom Anbieter der

Schweiz lässt sich diese Aktion auch ordentlich was kosten:

Beim aktuellen Stand beläuft sich das Direkt-Sponsoring auf

375'654 Franken monatlich oder 4'507'848 Franken jährlich

allein für den Kanton Zürich, auf 33'131'868 Franken pro Jahr

für die gesamte Schweiz.

Das Engagement der Swisscom betrifft jedoch einzig die

Bereitstellung der Infrastruktur, das heisst eines kostenlosen,

breitbandigen Internetzugangs, der den Kantonen die Erstellung

eines eigenen Bildungsnetzes ermöglicht. Für deren

reibungslosen Betrieb sind die Kantone zuständig, so auch

für den Support bei Problemen technischer und inhaltlicher

Natur. Der Helpdesk für die Schulen des Kantons Zürich wird

von der Abteilung Bildungsplanung unterhalten, die dafür

eng mit Ausbildungsinstitutionen im Informatikbereich

zusammenarbeitet. Von den derzeit vier Beratern des Helpdesks

sind drei Informatiklehrlinge. Sie beantworten die

Telefonanrufe und E-Mails und betreuen die Datenbank, für

welche die Swisscom die nötigen Informationen bezüglich

der Schulen liefert. Im vergangenen Jahr gingen beim Helpdesk

rund 250 Anfragen ein, heuer waren es im ersten Halbjahr

etwas über 100. Mehrheitlich betreffen sie das Aufschalten

des Routers, die Nachkontrolle der IP-Adressen, Störungen

der Internetleitung oder Probleme mit dem E-Mail-

Versand. Die beiden letzten Fälle treten am häufigsten auf

und müssen meist an die Swisscom weitergeleitet werden.

Diese eröffnet ein so genanntes Trouble Ticket, mit dessen

Hilfe der Problemlösungsprozess Schritt für Schritt dokumentiert

wird, sodass der Verlauf für alle damit beschäftigten

Stellen nachvollziehbar ist. Meistens können die Schwierigkeiten

noch am selben Tage behoben werden.

Instruieren statt sanktionieren

Anders, wenn es um eine regelwidrige Nutzung des Netzes

geht.Wie in jenem Fall, als ein Provider in seinem Internetforum

wiederholt grob abschätzige Bemerkungen konstatierte,

die alle von derselben Person stammten. Über die Administration

des Gästebuchs konnte der Provider die IP-Adresse

des Absenders eruieren und feststellen, dass es sich um eine

von der Swisscom zur Verfügung gestellte Adresse handelte.

Fokus

Volksschule

Mittelschule

Berufsschule

Weiterbildung

Agenda

Service

Podium

Portrait

Dieser teilte er Datum und Zeitpunkt des Eintrages mit und

bat darum, den Benutzer – dessen Daten die Swisscom gegen

aussen nicht nennen darf – anzuschreiben und ihn zur Unterlassung

solcher Einträge aufzufordern. Nachdem die

Swisscom die Schule, auf deren Computer die Nachrichten

verfasst worden waren, ermittelt hatte, gelangte die Swisscom

an Hansueli Schiller, Verantwortlicher der Koordinationsstelle

SAI bei der Bildungsplanung. «Bei einem solchen Vorfall

informieren wir die Informatik-Kontaktperson der Schule

und raten, sich mit der betroffenen Klasse dem Thema ‹Verhalten

im Internet› zu widmen», erzählt Hansueli Schiller,

«auch empfehlen wir, darauf hinzuweisen, dass im Internet

keine vollkommene Anonymität herrscht.» Sanktionen seitens

der Schule gegenüber dem oder den beteiligten

Schülern werden keine verlangt, dafür die verantwortlichen

Kontaktpersonen auf die unter www.schulinformatik.ch abrufbaren

Unterlagen zum Thema aufmerksam gemacht. Dort

finden die Lehrpersonen auch Ideen für den Internet-Einsatz

im Unterricht, das Café Affenschw@nz bietet zudem wichtige

Informationen zu Stichworten wie Netiquette, Privatsphäre,

Schund oder Copyright.

Kleine Vorsichtsmassnahmen, die helfen

Gegen den Zugriff von aussen – sprich aus dem Internet –

ist das Zürcher Bildungsnetz durch eine zentrale Firewall

bestmöglich geschützt. Diese verhindert jedoch keine

Zugriffe von innerhalb des Netzes. In den Sicherheitsüberlegungen

wird deshalb die Installation einer schuleigenen

Firewall empfohlen. Als weitere Schutzmassnahme werden

eine korrekte Konfiguration der Zugangsrechte sowie ein

sorgfältiger Umgang mit Passwörtern genannt. Auch ein

regelmässiges Update der Viren-Software gehört zu den

elementaren Vorsichtsregeln. Das Risiko, dass ein Schulcomputer

beispielsweise plötzlich zur Sendestation von Spam-

Mails wird, wie dies auch schon geschah, kann damit

beträchtlich verringert werden.

Trotzdem wird es die hundertprozentige Sicherheit wohl

nie geben, wie der Fall einer Schulklasse belegt, die wegen eines

Tippfehlers beim Aufrufen der Google-Suchmaschine auf

ein Sexangebot gestossen ist. Dadurch, dass die Lehrerin dies

dem Helpdesk der Bildungsplanung meldete, konnte diese

Seite jedoch umgehend gesperrt werden und ist nun aus dem

Bildungsnetz nicht mehr aufrufbar.

Um in den Schulen eine optimale Sicherheit im Umgang

mit dem Internet zu gewährleisten, wird in der Volksschule

der Zugriff vom Heimcomputer auf die Schulcomputer generell

gesperrt. Auch wird von frei zugänglichen Surfstationen

in den Schulen abgeraten. Hansueli Schiller: «Die Verwendung

des Internets soll im Zusammenhang mit dem Unterricht

und unter Anwesenheit einer Lehrperson erfolgen.»

Denn trotz des zentralen Inhaltfilters der Swisscom liegt die

Verantwortung für den korrekten Gebrauch des Internets

letztlich bei der Schule selbst.

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 13


Fokus

Sitzt Lehrer Anton Jäggi in der

Urheberrechtsfalle?

Bei den Lehrkräften besteht oft eine grosse Verunsicherung,

was beim Einsatz von Medien im Unterricht erlaubt ist und

was nicht. Wie steht es etwa mit der Rechtssicherheit von

Lehrer Jäggi? Der folgende Test kann ein klein wenig Klarheit

bringen.

Stephan Pfäffli

Das Urheberrecht, hat mal jemand geschrieben, kann man

weder sehen, riechen, fühlen noch hören, und doch ist es da.

Es entsteht sozusagen automatisch mit der Werkschöpfung

und schützt sie, auch wenn kein Copyright-Zeichen daran

angebracht ist. Der strenge Schutz geistigen Eigentums gilt in

der virtuellen genauso wie in der wirklichen Welt, abgeschwächt

hüben und drüben nur von Ausnahmeregelungen

für Wissenschaft, Forschung, Lehre und privaten Gebrauch.

1. Wo steht der folgende Satz: «Jeder Mensch hat das Recht

auf Schutz der moralischen und materiellen Interessen,

die sich aus jeder wissenschaftlichen, literarischen oder

künstlerischen Produktion ergeben, deren Urheber er ist.»

a. In der UNO-Menschenrechtserklärung?

b. In den «Bestimmungen für Lehrpersonen im Umgang

mit Neuen Medien» der EDK?

c. Im ZGB?

2. Die elektronischen Medien haben die Möglichkeiten des

freien Zugangs zu Informationen erhöht. Manchmal ist der

Rechteinhaber nicht sofort ersichtlich. Wie kann Lehrer

Jäggi diesen überhaupt herausfinden?

a. Über die Urheberrechtsabteilungen der kantonalen

Bildungsdirektionen

b. Über die 5 schweizerischen Verwertungsgesellschaften

ProLitteris, SSA, Suisa, Suisseimage, Swissperform?

c. Über die schweizerische Vergütungspflichtgesellschaft

PROCULTURA mit Sitz in Olten.

3. Darf Anton Jäggi Texte oder Illustrationen auszugsweise

aus Büchern, Zeitungen und Zeitschriften oder aus Musikpartituren

fotokopieren oder auf Hellraumprojektorfolien,

Dias und andere Träger kopieren?

a. Ja. Auszugsweise dürfen solche Kopien hergestellt werden,

aber ausschliesslich für den schulischen Gebrauch.

Dazu muss auch die Quelle angegeben werden.

b. Nein, das auszugsweise Kopieren ist in keinem dieser

Fälle erlaubt, weil das Wiedergeben nur eines Werkteils

die urheberrechtsrelevante so genannte schöpferische

Werkhöhe verletzt.

4. Die Urheber/innen haben für die Verwendung von Werken

durch die Lehrkräfte für den Unterricht in der Klasse

Anspruch auf Vergütung. Die Tarife sind günstiger als jene

für Firmen oder andere nichtschulische Unternehmen. Die

16 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Ausnahmeregelungen? Inwiefern ist der Bildungsbereich von

Gesetzes wegen urheberrechtlich privilegiert? Kann zum

Beispiel Lehrer Anton Jäggi Werke anderer einfacher und billiger

nutzen als Personen in der Wirtschaft? Was gilt für ihn,

wenn er auf urheberrechtlich geschützte Werke des modernen

Unterrichts zurückgreift: auf Lehrmittel aus dem Internet,

audiovisuelle Medien oder Computerprogramme?

Das Schulblatt hat zum Urheberrecht 16 Fragen zusammengestellt,

die speziell Situationen in der Schule betreffen. Die Auflösung

finden Sie auf der Seite 17.Weiterführende Informationen

zum Urheberrecht finden sich auf der Website des Bildungsservers

www.educa.ch/dyn/1471.htm, der Website des Eidgenössischen

Instituts für geistiges Eigentum, www.ige.ch, und etwa in

der Broschüre der EDK «Alles, was Recht ist», zu bestellen über:

www.edk.ch/Publikationen_d_f_e/einzelpub.html. Die folgenden

Fragen und Antworten orientieren sich an dieser Publikation.

Höhe der Vergütungen ist in Gemeinsamen Tarifen festgelegt.

Wie viel kosten die jährlichen Vergütungen für Kopien

pro Schülerin und Schüler?

a. Die jährlichen Vergütungen betragen derzeit pro Schüler

und Schülerin der Obligatorischen Schulen (ohne

Kindergarten) CHF 1.48 und für Schüler der Stufe II

(Vollzeit) 4.60.

b. Die jährlichen Vergütungen betragen pro Schüler und

Schülerin der Obligatorischen Schulen (ohne Kindergarten)

CHF 10.05 und für Schüler der Stufe II (Vollzeit)

CHF 17.34.

c. Die Tarife variieren je nach Kanton. Die Tarife in der

Antwort a. gelten für den Kanton Zürich (die grössten

Schülerzahlen), die Tarife b. gelten für den Kanton Jura.

5. Darf Anton Jäggi ausgeliehene, gemietete oder gekaufte

Ton- und Tonbildträger im Unterricht verwenden?

a. Ja, das ist im Rahmen des Unterrichts gesetzlich erlaubt

und nicht entschädigungspflichtig. Kopien dürfen von

diesen Trägern allerdings nicht gemacht werden.

b. Nur wenn er den Verwendungszweck meldet und

eine Entschädigung gemäss den Gemeinsamen Tarifen

bezahlt.

6. Und wie ists im Klassenlager? Darf Jäggi zur reinen Unterhaltung

der Schulkinder eine aufgezeichnete Fernsehsendung

im Klassenlager vorführen?

a. Ja. Sofern Lehrer Jäggi die Sendung im Rahmen des

Unterrichts, – der auch Teil eines Klassenlagers sein

kann – seiner Klasse zeigt, ist das gesetzlich erlaubt.

b. Nein. Wenn Jäggi die Sendung nur zur Unterhaltung der

Klasse zeigt, handelt es sich um eine öffentliche Vorführung,

für die man eine Einwilligung einholen muss.

7. Sitzt Lehrer Jäggi in der Urheberrechtsfalle? Er hat nämlich

eine Lesung seines Lieblingsschriftstellers Franz Hohler


in der Klasse aufgezeichnet und ohne dessen Wissen an

einem Elternabend ausschnittweise wiedergegeben.

a. Ja, jetzt sitzt er in der Falle. Diese Aufzeichnung darf

er höchstens für den privaten Gebrauch verwenden,

nicht aber für schulische Zwecke. Wenn Lehrer Jäggi die

Lesung Franz Hohlers aufzeichnen möchte, muss letzterer

darüber informiert werden und dazu einwilligen.

b. Nein, das ist problemlos. Das Honorar für die Lesung

schliesst automatisch das Recht einer Vorführung im

schulischen Bereich mit ein. Anton Jäggi sitzt deshalb

nicht in der Falle.

8. Was riskiert Anton Jäggi im Falle von Zuwiderhandlungen

gegen das Urheberrecht im Schulbereich?

a. Weil der Schulbereich urheberrechtlich vom Gesetz

privilegiert ist, gehören Verletzungen desselben zu den

Kavaliersdelikten und sind weder zivilrechtlich noch

strafrechtlich von Belang.

b. Das Urheberrechtsgesetz sieht zivilrechtliche (Art. 61

ff.URG) und strafrechtliche Konsequenzen (Art. 67

ff.URG) für Vergehen gegen das Gesetz vor: Als Strafen

sind Bussen bis zu CHF 40 000.– (bei gewerbsmässigem

Vorgehen sogar bis CHF 100 000.–) oder Gefängnis bis

ein Jahr (gewerbsmässig bis drei Jahre) möglich.

9. Lehrer Jäggi stellt Aufsätze von Schülerinnen und Schülern

ins Internet. Darf er das?

a. Ja, wenn die Kinder oder Jugendlichen – Urheberinnen

und Urheber ihrer Aufsätze – respektive ihre gesetzlichen

Vertreter erlauben, dass ihr Werk im Internet

veröffentlicht wird.

b. Da im Kontext der Schule die Lehrperson die Schulkinder

gesetzlich vertritt, darf die Lehrkraft ohne jede

weitere Erlaubnis ein Werk eines Schülers oder einer

Schülerin ins Internet stellen.

10. Dürfen Schüler in der Klasse oder im Pausenhof selbst gebrannte

CDs, die sie von im Handel erhältlichen Tonträgern

kopierten, untereinander austauschen, einander verschenken

oder verkaufen?

a. Das URG erlaubt nur im Rahmen des Familien- und

engen Freundeskreises das Brennen und Weitergeben

von selbst gebrannten CD. Und da Schul- und Klassenkameraden

naturgemäss zum engen Freundeskreis

zählen, ist es erlaubt.

b. Das URG erlaubt nur im Rahmen des Familien- und

engen Freundeskreises das Brennen und Weitergeben

von selbst gebrannten CD. Schul- und Klassenkameraden

zählen in der Regel nicht zum engen Freundeskreis.

11. Darf Lehrer Jäggi einen Abschnitt aus einem Buch seiner

Kollegin Elsbeth Hadorn leicht verändern und in einem eigenen

Lehrmittel verwenden?

a. Ja, wenn er nur kleine Änderungen vornimmt, ist das

problemlos.

b. Grosse wie kleine Abänderungen stellen einen Verstoss

gegen die Werkintegrität dar. Nur Elsbeth Hadorn

höchstpersönlich darf Jäggi erlauben, dass er ihr Werk

abändert und bearbeitet.

Fokus

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Portrait

12. Was passiert, wenn der schriftstellerisch begabte Lehrer

Jäggi etwa Goethes Faust mit eigenen Worten neu schreibt?

a. Ein Urheberrechtsschutz endet nie. Eine Bearbeitung

des Goethe-Stoffes ist deshalb nicht erlaubt.

b. Goethes Faust ist urheberrechtlich frei, da Goethe seit

mehr als 70 Jahren verstorben ist. Es ist also erlaubt,

den Faust umzuschreiben. Eine erlaubte Bearbeitung

bedingt aber, dass er nicht nur geringfügige Änderungen

an der Geschichte vornimmt, sondern die Geschichte

neu schreibt im Sinne einer eigenständigen geistigen

Schöpfung. Lehrer Jäggis neue Fassung gilt dann als

Werk zweiter Hand und geniesst selbstständig Urheberrechtsschutz.

13. Der Pestalozzi-Anhänger Jäggi schreibt für eine pädagogische

Fachzeitschrift. Was muss er tun, um eine Fotokopierentschädigung

zu erhalten?

a. Er hat kein Anrecht auf eine Entschädigung, weil sein

Fach-Artikel nichts mit Kunst zu tun hat.

b. Lehrer Jäggi meldet sich bei der ProLitteris als Mitglied

an. Die Mitgliedschaft ist unentgeltlich. Jedes Jahr meldet

er der ProLitteris seine neu publizierten Artikel und

erhält dafür eine Fotokopierentschädigung.

14. Dürfen die Schülerinnen und Schüler in Vorträge oder in eigene

Arbeitsblätter fremde Fotos und Bilder einfügen?

a. Ja, soweit es um eine Tätigkeit im Rahmen des Unterrichts

in der Klasse geht, ist jede Werkverwendung durch

die Schüler/innen erlaubt. Sollten der Vortrag oder die

Arbeitsblätter jedoch öffentlich zugänglich gemacht

werden, wie beispielsweise auf der Homepageseite der

Schule, sind vorgängig die Rechte einzuholen.

b. Nein, sie dürfen in den eigenen Vortrag, den sie vor der

Klasse halten, fremde Bilder und Fotos nicht einbauen.

15. Wann endet der Urheberrechtsschutz bei den Computerprogrammen?

a. In der Schweiz erlischt der Urheberrechtsschutz von

Computerprogrammen 70 Jahre nach dem Tod des

Urhebers.

b. In der Schweiz erlischt der Schutz 70 Jahre nach dem

Tod des Urhebers. Bei Computerprogrammen beträgt die

Frist nur 50 Jahre.

16. Zurzeit wird das schweizerische Urheberrechtsgesetz aus

dem Jahr 1992 revidiert. Weshalb wird es geändert?

a. Die digitalen Technologien (wie zum Beispiel Internet,

Podcasting usf.) stellt neue Anforderungen an den

Urheberrechtsschutz und verlangen eine Anpassung

des geltenden Rechts.

b. Es geht bei der Revision des URG nicht um die Anpassung

an den technologischen Wandel, sondern um die

Aufnahme eines so genannten «Pflicht»-Paragraphen.

Dieser soll besagen, dass das Bewusstsein für die Rechte

der Schöpfer/innen in den Institutionen (Schulen und

private Unternehmen) inskünftig aktiv zu fördern sei.

Denn das Urheberrecht sei Garant und Bedingung dafür,

dass Künstlerinnen, Schriftsteller und Wissenschafterinnen

o. a. überhaupt Werke schaffen würden.

Auflösung: Lehrer Anton Jäggi sitzt nicht in der Urheberrechtsfalle, wenn er folgende

Antworten weiss: 1a; 2b; 3a; 4a; 5a; 6a; 7a; 8b; 9a; 10b; 11b; 12b; 13b; 14a; 15b; 16a

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 17


Fokus

Natalie Lutz, 17

«Das Handy war bisher nur am Rand

Thema in der Schule, dann, wenn’s

bei jemandem im Unterricht geklingelt hat.

Die Lehrer sagen aber in der Regel nicht

viel. Porno-Videos habe ich selber noch

nie aufs Handy erhalten, aber gesehen bei

Freunden schon, ich fand es ‹gruusig›.»

Horror, lass nach: Den Umgang mit dem

Handy lernen

Das Handy im Unterricht zum Thema machen? In der Stadt

Zürich wird im neuen Schuljahr mit der Begleitkampagne zu

«Bliib suuber! Kei Gwalt uf dim Compi und Handy» gestartet.

Text: Stephan Pfäffli Foto: Fabio Pirovino

Dass auf dem Pausenplatz gern getauscht wird, weiss man

spätestens seit der Fussballweltmeisterschaft. Doch nicht alles

ist legal wie Pannini-Sammelbildchen. Seit man beliebige

Videofilme vom Computer auf Mobiltelefone laden und ohne

weiteres von Handy zu Handy versenden kann, hat vieles die

Grenzen des Erlaubten überschritten. Gemäss Marcel Suter,

Leiter der Spezialabteilung Kapitalverbrechen, Sexual- und

Jugenddelikte, registrierten die Kantons- und die Stadtpolizei

18 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Lourdes Alvarez, 18

«Das Handy als Thema im Unterricht?

Nein, wir haben nie darüber geredet.

Verbotene Filme habe ich noch nie

erhalten, aber schon mal auf einem andern

Handy geguckt; es war eklig.»

Sacha Kuhn, 17

«Ich habe kein Handy mehr; ich hab es

verloren und kaufe mir vorderhand keines

mehr. Es ist teuer und ich würde dann

wieder zu viel Geld für die Prepaid-Karten

ausgeben. Da ich meistens mit Freunden

unterwegs bin, komme ich ohne gut

zurecht. Mit Kollegen zusammen habe ich

mir schon Gewaltvideos auf Handys

angeschaut; es waren ‹strube› Sachen

darunter, die teilweise so unecht aussahen,

dass wir lachen mussten.»

Zürich und Winterthur in den letzten zwei Jahren 67 Handyvideos

mit Gewaltszenen und Pornografie bei Jugendlichen.

23 davon wurden bei Kontrollen im Bereich von Schulhäusern

gefunden. Die Dunkelziffer liegt aber wohl um einiges

höher. Eine kleine Umfrage bei Berufsfachschülerinnen und

-schüler des Detailhandels in der Stadt Zürich zeigt, dass alle

Befragten schon mit Porno- und Gewaltvideos konfrontiert

wurden (siehe oben). Diese Kurzfilme werden aber nicht nur

unter Jugendlichen herumgereicht. Roland Zurkirchen, Troubleshooter

für Krisen im Schulbereich: «In einem Schulhaus

der Stadt Zürich wurde beobachtet, dass Sechstklässler keine

Hemmungen haben, mit ihren Handys Pornos- und Gewaltfilme

Erstklässlern zu zeigen.» Aus der Sicht der Experten

können solche Filme das seelische Gleichgewicht und sittliche

Empfinden von Schülerinnen und Schülern massiv

beeinträchtigen und Angstzustände hervorrufen.


Flavio Lambaré, 17

«Im Unterricht stört mich das Klingeln

nicht, die Lehrer aber schon; einer hat

schon mal jemandem aus der Klasse

eines weggenommen. Einmal hab ich auf

einem Handy eine Massenschlägerei gesehen.

Es war seltsam, ich musste einfach

staunen über das, was ich da sah.»

Kampagne gegen verbotene Inhalte

Seit April läuft die Präventionsaktion «Bliib suuber! Kei

Gwalt uf dim Compi und Handy» der Stadt- und Kantonspolizei.

Mit der Aktion soll aufgezeigt werden, dass nicht nur das

Herunterladen von Gewaltdarstellungen und Pornografie

strafbar ist, sondern dass es auch das Fotografieren, Filmen,

Zeigen und Weitergeben von solchen Inhalten sein kann.

Laut Marcel Suter startete die Kampagne, die auch vom

Volksschulamt der Bildungsdirektion unterstützt wird, an

Schulen erfolgreich. «Von zahlreichen Lehrpersonen und

Schulleitungen wurden zusätzliches Kampagnematerial angefordert.»

Auch Peter Enz, Leiter Abteilung Behörden und

Kommunikation beim Schulamt der Stadt Zürich, beurteilt

die Kampagne positiv. Die städtischen Schulen wollen jetzt

die Gelegenheit nutzen, um im Unterricht verstärkt über

ethische Grundsätze der Handynutzung zu diskutieren. In

diesem Schuljahr startet in der Stadt Zürich die Begleitkampagne

zu «Bliib suuber». Laut Roland Zurkirchen zielt diese

darauf ab, neben dem strafrechtlichen Teil auch das Mitgefühl

für die Opfer der Folterfilme und Pornos zu fördern und

diese Filme zu hinterfragen. Mit Hilfe eines Lernkoffers wird

dies im Verbund mit den Schulinstruktoren – der Verkehrsin-

Derya Aytac, 18

«Wegen des Klingelns im Unterricht wurde

ich schon paar Mal ins Lehrerzimmer

bestellt, ich wurde dann jeweils gefragt,

weshalb ich es nicht ausgeschaltet gehabt

hätte. Ich habe schon einige Gewaltdarstellungen

gesehen, da war zum Beispiel

eine Frau, die wurde erschossen oder

ein Mann, dem der Kopf abgesägt wurde.

Ich finde diese Filme megaschlimm.»

Fokus

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Portrait

Jacqueline Merz, 17

«Ich habe schon von Bekannten Porno-

Videos zugesandt bekommen; es

war ‹gruusig›; ich mag gar nicht schildern,

was da drauf zu sehen war.»

struktion der Stadtpolizei – und wo vorhanden mit den Schulsozialarbeitern

gemacht. Eine Partnerschaft, da ist sich Roland

Zurkirchen sicher, die sich bewähren wird.

Bereits im März hat die Bildungsdirektion des Kantons

Zürich unter dem Titel «Problemfall Handy» Empfehlungen

für die Schulen herausgegeben: die Massnahmen basieren

auf den drei Säulen Prävention, Intervention und Repression.

Für Peter Bucher, Leiter Schulinformatik bei der Bildungsdirektion,

ist die Prävention die tragende Säule. Zur medienpädagogischen

Auseinandersetzung gehöre es, Regeln für die

Benutzung der Handys in der Schule aufzustellen und, den

Umgang der Kinder und Jugendlichen mit dem Handy im

Unterricht zu thematisieren. Was machen die Kinder damit?

Was bedeutet es ihnen? Was würden sie ohne Handy vermissen?

Welche positiven und negativen Erfahrungen haben sie

gemacht?

Auf einen ganz zentralen Aspekt weist das Handout

«Problemfall Handy» der Bildungsdirektion noch hin: Die

genannten Probleme betreffen das familiäre Umfeld mindestens

ebenso sehr wie die Schule. Schliesslich sind es die

Eltern und nicht die Lehrer, die den Kindern ein Handy

kaufen.

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 19


Fokus

Volksschule

Mittelschule

Berufsschule

Weiterbildung

Agenda

Porträt

Amtliches

Stellen

Kein Bock auf Schule?

Ist es wirklich so schlecht bestellt um

die Lernmotivation vieler Schülerinnen

und Schüler? Wenn ja, bei welchen genau,

ab wann und warum? Welche Rolle

spielt die Schule, welche das Elternhaus?

Was könnte dagegen getan werden?

Diese und weitere Fragen stellt

sich das SEMOS-Projekt (Selbstkonzept

und Motivation in der Schule) der

Pädagogischen Hochschule Zürich

(PHZH).

Text: Deborah Conversano Foto: Iwan Raschle

Gespräche in Lehrerzimmern über die

meist fehlende Lernmotivation von

Schülerinnen und Schülern gehören

zum pädagogischen Alltag: Insbesondere

auf der Sekundarstufe I. In vielen

Familien wiederholt sich Tag für Tag

ein nervenaufreibender Kampf, bis die

Hausaufgaben endlich gemacht sind.

Schule und Lernen scheint einigen, wie

es ein Siebtklässler ausdrückte, «am A...

vorbei» zu gehen, für andere ist es «der

blanke Horror». Aus einigen Untersuchungen

weiss man, dass sich das Interesse

aber auch das Selbstvertrauen

in die eigenen Fähigkeiten speziell in

den Hauptfächern Deutsch und Mathematik

in der Oberstufe im Schnitt langsam,

aber stetig verringert.

22 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Zweitklässler/innen noch begeistert

Auf der anderen Seite machen viele

Kinder in der ersten, zweiten Klasse

begeistert mit, sind wissbegierig, wollen

lernen und trauen sich viel zu. Da stellt

sich die Frage: Ist der Rückgang der

Lernmotivation und des Selbstvertrauens

unvermeidlich, gewissermassen ein

«Naturgesetz»?

Alex Buff, Professor von der Pädagogischen

Hochschule in Zürich

(PHZH): «Tatsache ist, dass das, was

Schülerinnen und Schüler lernen sollen,

im Verlaufe der Schulzeit nicht einfacher

wird. Lernen ist zunehmend

harte Arbeit, und für einige wird beispielsweise

Mathematik immer mehr

zu einem Buch mit sieben Siegeln.»

Tatsache sei aber auch, dass es sich bei

diesem düsteren Szenario um einen

Durchschnittstrend handle. Es sei nicht

bei allen so und auch nicht in allen

Klassen gleich.

Antworten versucht das SEMOS-

Projekt der PHZH zu geben. Hintergrund

von SEMOS sind die Lernstandserhebungen

der Bildungsdirektion des

Kantons Zürich. Im Rahmen dieses

Projekts wird eine repräsentative Gruppe

von Schülerinnen und Schülern zu

Beginn der 1. und am Ende jeweils der

3., 6. und 9. Klasse insbesondere hinsichtlich

ihrer schulischen Leistungen

und deren Entwicklung näher betrachtet.

Im Herbst 2003 wurden kurz nach

Beginn der ersten Klasse bei den Schülerinnen

und Schülern, deren Eltern

sowie den Lehrpersonen erstmals Daten

erhoben. SEMOS ergänzt die Lernstandserhebungen

der Bildungsdirektion

des Kantons Zürich.

Alex Buff: «Ziel ist es, die Entwicklung

des Selbstvertrauens und der

Lernfreude unter dem Einfluss von Elternhaus

und Schule zu untersuchen.»

Um Entwicklungen und Entwicklungszusammenhänge

genauer nachzeichnen

zu können, führt SEMOS bei einem

Teil der Schülerinnen und Schüler, die

an der Lernstandserhebung teilnehmen,

jeweils Mitte der 2., 5. und 8. Klasse

zusätzliche Erhebungen mit dem

Schwerpunkt Selbstvertrauen und Lernfreude

durch. An der ersten Zusatzerhebung

Mitte der zweiten Klasse, zu

Jahresbeginn 2005, beteiligten sich 40

Klassen mit 821 Kindern und 705 Eltern

sowie die Lehrpersonen.

Glaube an die eigenen Möglichkeiten

Eine Begründung des Projektteams

lautet: Der Glaube an die eigenen Möglichkeiten,

etwas bewältigen zu können,

wie auch die Freude, sind nicht

nur für das Lernen in der Schule, sondern

vor allem auch im Leben nach der

Schule von zentraler Bedeutung, wenn

man sich frei oder freier entscheiden

kann, ob man sich auf etwas einlassen

will. Alex Buff: «Die Bereitschaft, sich


lebenslang weiter zu bilden, wird immer

wichtiger. Freiwillig, ohne äusseren

Druck, werden es vermutlich

jedoch in den meisten Fällen nur diejenigen

tun, die entweder an sich und ihre

Möglichkeiten glauben oder jene, die

grosses Interesse an einer Sache haben.

Da die Schule auf das spätere Leben

vorbereiten soll, reiche es daher nicht

aus, wenn sie sich auf die Vermittlung

von Kenntnissen und Fertigkeiten im

Lesen, Rechnen und in Fremdsprachen

konzentriere. Für Alex Buff ist klar:

«Die Förderung von Selbstvertrauen

und Lernfreude sind zusätzliche wichtige

Bildungsziele.»

Unterschiede zwischen Mädchen

und Knaben

Erste Ergebnisse zeigen, dass die Lernfreude

wie auch das Selbstvertrauen in

den Fächern Mathematik und Deutsch

Mitte der zweiten Klasse bei den meisten

Kindern noch hoch sind.

Interessanterweise findet man bereits

zu diesem frühen Zeitpunkt Unterschiede

zwischen Mädchen und

Knaben. Mädchen lernen lieber lesen

und schreiben, Knaben rechnen. Knaben

trauen sich in Mathematik mehr zu

als Mädchen, in Deutsch gibt es diesbezüglich

allerdings keinen Unterschied.

Noch etwas wurde deutlich: Die Erwartungen

der Eltern und erst recht

der Kinder sind bezogen auf die Noten

im ersten Zeugnis im Vergleich zu den

realen Noten viel zu optimistisch.

Von den Knaben erwarten die Eltern

in Mathematik, von den Mädchen

in Deutsch höhere Noten. Es spielt dabei

keine Rolle, wer die Angaben machte:

Mutter, Vater oder beide. Wie sich

weiter zeigt, wirken sich hohe Elternerwartungen

günstig, überrissene hingegen

ungünstig auf Lernfreude und

Selbstvertrauen aus.

Und je höher die Lernfreude und

das Selbstvertrauen, desto höher die

Zeugnisnoten in beiden Fächern. Die

Resultate sind bemerkenswert, da sie

unabhängig von Intelligenz, Eingangsvoraussetzungen

im Lesen und Rechnen

wie auch von der sozialen Herkunft

der Kinder sind. Für Alex Buff

heisst das: «Für akademische Leistungen

sind nicht nur ‹harte› Faktoren wie

Fokus

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Podium

Portrait

etwa Intelligenz und Vorwissen ausschlaggebend.

Es lohnt sich deshalb

auch unter dieser Perspektive, die Entwicklung

von Lernfreude und Selbstvertrauen

näher unter die Lupe zu

nehmen.» (red.)

SEMOS

Das Längsschnittprojekt SEMOS (Selbstkonzept

und Motivation in der Schule)

wird von der Pädagogischen Hochschule

Zürich durchgeführt. Sie ergänzt die

Lernstandserhebungen der Bildungsdirektion

des Kantons Zürich. SEMOS

untersucht die Entwicklung von Selbstvertrauen

und Lernfreude unter dem

Einfluss von Elternhaus und Schule über

die gesamte Schulzeit an einer Gruppe

von Schülerinnen und Schülern des Einschulungsjahrgangs

2003. Die letzten

Erhebungen werden voraussichtlich 2012

durchgeführt. Im Moment laufen die Vorbereitungen

für die zweite Lernstandserhebung

Ende der dritten Klasse.

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 23


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Mit den Grossen zur Schule

Der Schulanfang bedeutet vor allem für

die Erstklässlerinnen und Erstklässler

aufgeregtes Herzklopfen. Unter den

rund 12'000 Schulkindern, die im Kanton

Zürich neu in die Volksschule kommen,

ist auch Flurin Truninger aus

Winterthur. Erste Erfahrungen mit der

Schule konnte er bereits als Kindergärtner

sammeln.

Text: Stephan Pfäffli Foto: Daniel Auf der Mauer

Jetzt bin ich auch ein ganz Grosser!

Wird sich der siebenjährige Flurin Truninger

aus Winterthur gedacht haben,

als der Fotograf ihn bat, sich auf den

24 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Stuhl zu stellen. Tschüss Kindergarten,

hallo Schule. Ich komme mit Wissensdurst!

Flurin gehört zu den rund 12'250

Kindern, die im letzten Jahr das zweite

Kindergartenjahr besuchten und jetzt

neu in die Schule eingetreten sind.

Nach Schätzung der Bildungsstatistik

des Kantons Zürich werden etwas über

85 Prozent dieser Kinder der Primarschule

(inkl. Grundstufe) zugeteilt, etwas

über sieben Prozent verschiedenen

Sonderklassen und weitere rund sieben

Prozent bleiben ein weiteres Jahr im

Kindergarten.

Würden sich alle neuen Erstklässlerinnen

und Erstklässler im Kanton

Zürich in einer Reihe aufstellen, ergäbe

dies eine Schlange, die von der Bildungsdirektion

beim Stampfenbachplatz

in der Stadt Zürich über das Central

bis zum Bellevue am See und

zurück reichen würde.

«Ich freue mich auf die Schule»,

hatte Flurin Truninger beim Interviewtermin

vor den Sommerferien etwas

unsicher gemeint. Auf was denn besonders?

Das wisse er nicht. Vielleicht auf

die Pausen? «Ja.» Auf die Hausaufgaben?

«Auf die nicht so.» Was Hausaufgaben

sind, weiss Flurin; das ist das,

worüber seine ältere Schwester Antonia

täglich konzentriert sitzt. Dann

muss er mäuschenstill sein und darf sie

nicht stören. Mit ihr und mit Selina,

dem Mädchen aus der Nachbarschaft,

wird er den Schulweg unter die Füsse

nehmen.

Ganz fremd ist Flurin die Schule

nicht; mit der Kindergärtnerin haben er

und seine Gschpänli einmal einen Vormittag

in der Schule verbracht. Aufgefallen

sind ihm «die hohen hellen Tische»,

an denen die Kindergartenkinder

Malvorlagen – «ein Cello und einen

Contrabass!» – mit Farbe ausfüllen

durften. Und einmal ist die Erstklasslehrerin

zu ihnen in den Kindergarten

gekommen und hat ihnen beim Spielen

und Basteln zugeschaut.

Flurin will Erfinder werden. Wer

weiss, vielleicht findet er dereinst den

Weg auf eine Schule, die das Fach Erfinden

anbietet (wieso eigentlich nicht?),

wo Kinder und Jugendliche ihre Kreativität

möglichst uneingeschränkt ausleben

können. Hausaufgaben? Flurin

wird dann vielleicht freiwillig (manchmal

bis abends) und still über den

Hausaufgaben und seinen vielen Ideen

brüten.

Möge die Göttin Minerva (die mit

der Eule), Schutzherrin der Erfinder

und Lehrkräfte, die Wissbegier und

Lernfreude der neuen Schülerinnen

und Schüler nie verderben lassen.


Schulen brauchen Beratung

Steht den Lehrpersonen, Schulleiterinnen

und Schulleitern sowie Schulbehörden

im Kanton Zürich ein ausreichendes

Beratungsangebot zur Verfügung?

Dieser Frage ging eine Untersuchung

im Anschluss an die Auswertung

der PISA-2000-Resultate nach.

Luzia Annen, Bildungsplanung

Im Auftrag der Bildungsdirektion führte

die Pädagogische Hochschule Thurgau

von Herbst 2005 bis Frühjahr 2006 eine

Erhebung zur Beratungssituation in der

Volksschule des Kantons Zürich durch.

Diese Untersuchung ist eine der Massnahmen,

welche der Bildungsrat im

Anschluss an die Auswertung der PISA-

2000-Ergebnisse beschlossen hat.

Kurz zusammengefasst zeigt die

Erhebung: Schulen brauchen Beratung

– wobei das Wort brauchen in doppeltem

Sinn zu verstehen ist: Einerseits

benötigen Lehrpersonen, Schulleitende

und Schulbehörden Beratung, um ihre

anspruchsvolle Arbeit gut zu bewältigen,

andererseits nutzen sie das vielfältige

und umfangreiche Angebot auch.

Die Autoren der Erhebung erstellten

in einem ersten Schritt – mittels Internetrecherche

und einer Analyse von Dokumenten

(z. B. Konzepte, Informationsmaterial)

– einen Überblick über

das bestehende Beratungsangebot. Anschliessend

interviewten sie ausgewählte

Beratungsanbieterinnen und

-anbieter. Die Sicht der Nutzerinnen

und Nutzer floss ebenfalls in die Erhebung

ein: Lehrpersonen, Schulleitungen

sowie Schulbehörden aus 24 repräsentativ

ausgewählten Volksschulen

wurden schriftlich befragt.

Bedarf an Beratung nimmt zu

Die Erhebung ergab unter anderen folgende

Ergebnisse:

– Das Beratungsangebot für die Volksschulen

des Kantons Zürich ist umfangreich

und vielfältig.

– Die Hälfte der befragten Lehrpersonen

und die meisten Schulleiterinnen

und Schulleiter sowie Schulpräsidentinnen

und Schulpräsidenten haben in

den letzten fünf Jahren Einzel- oder

Kollektivberatung in Anspruch genommen.

Sie sind mit der Beratung mehrheitlich

zufrieden und würden diese

auch weiterempfehlen.

– Das Beratungsangebot ist unübersichtlich.

Es ist für Nutzerinnen und

Nutzer schwierig, sich in der Angebotsvielfalt

zu orientieren, zumal auch die

Begrifflichkeiten uneinheitlich sind.

Die Erhebung zeigt jedoch auch, dass

dies weder für Beratungsnutzende

noch für Beratungsanbietende ein vordringliches

Problem ist, solange zu Beginn

einer Beratungssequenz Begriffe

geklärt und somit eine gemeinsame

Gesprächsbasis erarbeitet wird.

– Aus Sicht der Anbietenden nimmt der

Bedarf an Beratung zu. Die Autoren

deuten dies als Ausdruck für zunehmend

professionelles Handeln. Die

schulischen Akteure sind sich bewusst,

dass für laufende und bevorstehende

Fokus

Volksschule

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Podium

Portrait

schulische Entwicklungen Kompetenzen

gefordert werden, über welche sie

noch nicht verfügen. Beratung wird als

eine effiziente Möglichkeit erkannt,

diese Kompetenzen allein oder im

Team zielgerichtet und «massgeschneidert»

zu erwerben.

Orientierungshilfe für Lehrpersonen

Die Erhebung ergab unter anderen folgende

Ergebnisse:

Die Erhebung zur Beratungssituation

in der Volksschule des Kantons Zürich

zeigt also, dass das Beratungsangebot

vielfältig ist, den Nutzerinnen und

Nutzern ihren Bedürfnissen entsprechende

Angebote zur Verfügung stehen

und sie mit der Beratung weitestgehend

zufrieden sind. Aus Sicht des

Bildungsrats besteht daher bezüglich

des Beratungsangebots und der Beratungsqualität

kein Handlungsbedarf.

Um jedoch die Übersichtlichkeit

des Angebots zu verbessern, wird die

Bildungsdirektion eine Orientierungshilfe

für Lehrpersonen, Schulleiterinnen

und Schulleiter sowie Schulbehörden

verfassen. Diese soll grundlegende

Begriffe klären, Entscheidungshilfen –

beispielsweise bei der Wahl einer problemadäquaten

Beratungsform – bieten

sowie Möglichkeiten der Qualitätsprüfung

aufzeigen. Die Orientierungshilfe

liegt ab Herbst 2007 vor.

Der vollständige Bericht und

der Materialienband stehen unter

www.bildungsdirektion.zh.ch/Downloads

& Publikationen/Evaluationen &

Berichte als Download zur Verfügung.

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 25


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«Stark durch Erziehung» – ein Thema für

Eltern und Schulen

Von Erziehung ist derzeit viel die Rede.

Die einen behaupten, sie sei in der Krise,

die anderen glauben gar, sie sei am Ende.

Steht es um die Erziehung tatsächlich

so schlecht? Hat sie nicht auch

schöne Seiten? Wie können Erziehende

unterstützt werden? Die Kampagne

«Stark durch Erziehung» will diese Fragen

thematisieren.

Die Kampagne «Stark durch Erziehung»,

die vom Jugendamt der Stadt

Nürnberg entwickelt wurde und nun

vom Schweizerischen Bund für Elternbildung

SBE in die Schweiz gebracht

wird, hat zum Ziel, das Thema Erziehung

in einer breiten Öffentlichkeit zur

Sprache zu bringen und die gesellschaftliche

Bedeutung dieser Aufgabe

zu unterstreichen. Dank der Kampagne

soll die von Eltern, Lehrerinnen und Erziehern

geleistete Arbeit Wertschätzung

26 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Text: Kathie Wiederkehr,

Elternbildung/Stefan Feldmann

und Unterstützung erfahren, die Kampagne

soll auch dazu anregen, über Erziehung

vermehrt und vertieft nachzudenken.

Röbi Koller interviewt prominente Eltern

Wie sieht eine «starke Erziehung» aus,

was ist darunter zu verstehen? Die

Kampagne will mit acht klaren, einfachen

Kernaussagen, «Acht Sachen…»

genannt, jene Themen in Erinnerung

rufen, die für ein erfolgreiches Erwachsenwerden

wichtig sind: Erziehung ist

– Liebe schenken

– streiten dürfen

– zuhören können

– Grenzen setzen

– Freiraum geben

– Gefühle zeigen

– Zeit haben

– Mut machen.

Diese Kernaussagen werden in einer

kleinen, schön illustrierten Broschüre

erläutert, die ab September 2006 nebst

in Deutsch auch in fünfzehn weiteren

Sprachen erhältlich ist. Visualisiert

werden die Aussagen durch farbenfrohe

Strichmännchen-Zeichnungen, die

in den Publikationen der Kampagne –

Plakate, Broschüren, Postkarten etc. –

eingesetzt werden und diese so im Alltag

erkennbar machen.

Die Kampagne «Stark durch Erziehung»

startet im Kanton Zürich am

Samstag, 2. September 2006 mit einer

öffentlichen Veranstaltung auf dem

Zürcher Hechtplatz. Unter anderem

wird der Radio- und Fernsehmoderator

Röbi Koller im Festzelt prominente

Persönlichkeiten aus Politik, Kultur

und Wirtschaft zu ihrem Elternsein

interviewen, in einem überdimensionalen

Kinderwagen kann man sich auf

eine poetische, theatralische Art in die

Kindheit zurückversetzen lassen, ein

Karussell steht für die Kinder bereit

und am Informationstisch erhält man

Auskunft zu Erziehungsfragen. Die

Première des Theaters, das eigens für

diese Kampagne geschrieben wird, findet

ebenfalls an diesem Tag statt.

Die Kampagne läuft im Kanton Zürich

bis Mai 2007. In jedem Monat wird

eine der «Acht Sachen…» ins Zentrum

gestellt und mit Impulsveranstaltungen

vertieft.


Angebote für Schulen

Erziehung geht alle an, und nur wenn

Schulen und Eltern sich gegenseitig

unterstützen, können optimale Lernbedingungen

geschaffen werden. Die

Kampagne «Stark durch Erziehung»

bietet dazu eine Grundlage. Die Fachstelle

Elternbildung Kanton Zürich im

Amt für Jugend und Berufsberatung

arbeitet einen Ideenkatalog und Informationsblätter

aus, die ab September

aus dem Internet heruntergeladen

werden können. Zudem ist eine Schulung

für Lehrpersonen und Elterngremien

geplant, die Veranstaltungen zu

diesen Themen durchführen möchten.

Einige Beispiele aus dem Ideenkatalog

für Lehrpersonen:

– Plakate der Kampagne im Schulhaus

aufhängen

– Mit den Kindern über Erziehung diskutieren;

das Postkartenset ist eine

gute Einstiegsmöglichkeit

– Elternabend zu einen Thema der

Kampagne durchführen; selber moderiert

oder mit Hilfe einer Fachperson

– Schulhausanlass mit dem Theater

«8 wie Achterbahn – eine szenische

Fahrt zum Thema Erziehung»

– Abgabe der Broschüre «Acht Sachen…»

bei Elterngesprächen

Weitere Informationen zur Kampagne

«Stark durch Erziehung» sind auf

folgenden Webseiten zu finden:

www.e-e-e.ch, www.elternmitwirkung.ch

und www.lotse.zh.ch. Die Projektleitung

für den Kanton Zürich liegt

bei der Elternbildung Kanton Zürich,

wo auch die Materialien bezogen

werden können: Tel. 043 259 96 54,

ebzh@ajb.zh.ch. Für Primarschulen der

Stadt Zürich bietet die SHL viventa

Unterstützung an: Tel. 044 252 88 96,

andres.zwicky@zuerich.ch

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Kinder-Universität Zürich

Dem Wissen auf der Spur

Am 1. November startet das neue Semester

der Kinder-Universität Zürich. Auf

dem Programm stehen acht Vorlesungen

aus den unterschiedlichsten wissenschaftlichen

Bereichen, von der Informatik

über die Meteorologie oder die Musikwissenschaft

bis hin zur Neuropsychologie.

Es geht um Fragen wie «Warum

spielt das Wetter verrückt?», «Warum

sind Edelsteine edel?», «Was haben Mozart

und Robbie Williams gemeinsam?»

oder «Was sind Kinderrechte?».

Die Vorlesungen finden im November

2006 und Januar 2007 jeweils mittwochs

von 15.15 bis 16 Uhr im Hörsaal

30 der Universität Zürich Irchel statt.

Eingeladen sind alle interessierten Kinder

von der dritten bis sechsten Primarklasse,

sie können dank Sponsoring kostenlos

teilnehmen. Expertinnen und

Experten der jeweiligen Fakultät vermitteln

ihren Stoff auf kindergerechte Art,

geben den Schülerinnen und Schülern

Antworten auf ihre Fragen und Einblikke

in faszinierende Wissensgebiete.

Es ist bereits das sechste Programm,

das die Kinder-Universität Zürich anbietet.

Besonders grossen Anklang finden

naturwissenschaftliche Themen sowie

Experimente. Dies belegen die Angaben

der Kinder in den online Fragebögen,

welche nach jeder Vorlesung ausgefüllt

werden. Darum werden nun nebst den

Vorlesungen erstmals auch zwei Labortage

durchgeführt, an denen die Kinder

in kleinen Gruppen der Frage nachgehen

werden: «Wie forscht man mit Taufliegen?».

Die Labortage finden am 29.

November 2006 und 20. Januar 2007 statt.

Das detaillierte Programm für das Wintersemester

2006/07 der Kinder-Universität

Zürich sowie das Anmeldeformular

stehen ab 8. September unter www.

kinderuniversitaet.unizh.ch zur Verfügung.

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 27


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Jubiläum

175 Jahre Zürcher Volksschule

Die Schule lebt! ist das Motto der Fest- Am 26. September startet die Kantonslichkeiten

des Kantons anlässlich des polizei Zürich ihre Präventionskampa-

175. Geburtstags der Volksschule im Jahr gne gegen Jugendkriminalität «Kei Gwalt».

2007. In der Schule begegnen wir unse- Zielgruppe bilden Jugendliche zwischen

rer Zukunft: einer Zukunft der Neugier, 12 und 16 Jahren. Mit einem explizit auf

einer Zukunft der Zuversicht, einer Zu- diese Jugendlichen fokussierten Auftritt

kunft der Tatkraft.

sollen mögliche Opfer und Täter auf das

Die Jubiläumsfestivitäten werden Thema Jugendgewalt hingewiesen und

sich nicht nur mit dem unverzichtbaren sensibilisiert werden. In der praktischen

Blick zurück, sondern auch mit der Umsetzung werden Mitarbeitende des

Volksschule von heute befassen. Dazu Jugenddienstes der Kantonspolizei Zü-

plant und organisiert das Volksschulamt rich nach vorheriger telefonischer Ab-

verschiedene Aktivitäten. Das Jubiläum sprache mit der jeweiligen Schulleitung

wird festlich begangen. Einerseits zen- in den Schulen vorsprechen. Schultral

in Zürich und andererseits dezenleitungen und Lehrpersonen können

tral an zwölf verschiedenen Orten im auch selber allfällige Bedürfnisse zum

Kanton, nämlich in einer ausgewählten Thema anmelden.

Gemeinde pro Bezirk.

Weitere Einzelheiten werden zum

Ab dem 28. September 2006 – 365 Zeitpunkt des Starts der Kampagne via

Tage vor dem 175. Geburtstag der Volksschule

– gibt es mehr Informationen zu

den geplanten Jubiläumsaktivitäten unter

www.volksschulamt.zh.ch >175 Jahre

Medien zu erfahren sein.

Zürcher Volksschule. Fokus Unterricht

Schulteams für Erprobung gesucht

Fokus Unterricht ist ein neu entwickeltes

Instrument zur Unterrichtsbeobach-

Lehrpersonenkonferenz der Volksschule tung, das ab Herbst 2006 bis Sommer

Protokollhinweis: Kapitelspräsidenten- 2007 an verschiedenen Volksschulen des

konferenz vom 7. Juni 2006

Kantons Zürich erprobt wird (vgl.

An der Kapitelspräsidentenkonferenz Schulblatt 3/2006, S. 10). Der Kern von

vom 7. Juni 2006 sind als Hauptgeschäft Fokus Unterricht ist eine Mappe mit

die Thesen zum Zeugnis der Primar- strukturierten Beobachtungsbogen, die

stufe und zu «envol» Mittel- und Se- man als Instrument für individuelles

kundarstufe abschliessend behandelt Feedback einsetzen kann. Sie erleichtert

worden.

das Erfassen von Unterrichtsverläufen

Die Bildungsrätin Charlotte Peter und unterstützt damit die Lehrpersonen

macht auf die «Fachstelle für Schulbe- bei der Beurteilung ihres Unterrichts.

urteilung» aufmerksam. Diese Fach- Zudem bietet Fokus Unterricht auch eistelle

nimmt unter Leitung von Jürg ne gemeinsame fachliche Basis für das

Frei ihre Tätigkeit auf den 1. August kollegiale Gespräch über Unterricht.

2006 auf und wird die Schulen gestaf- Es können sich noch Schulteams

felt in drei Phasen evaluieren.

zur Erprobung anmelden.

Das vollständige Protokoll, die be- Informationen dazu unter www.bilreinigten

Thesen zu den drei Begutachdungsdirektion.zh.ch – Projekte – Fokus

tungsgeschäften und die Medienmittei- Unterricht.

lung sind auf der Homepage

www.lkvzh.ch zu finden.

Ursula de los Santos, Aktuarin LKV

28 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Präventionskampagne

«Kei Gwalt»

Gedenken

Vor 50 Jahren erhoben sich die Ungarn

Der Verkehr stand still, die Kirchenglocken

läuteten, landesweit legte man in

der Schweiz für drei Minuten die Arbeit

nieder. Sowjetische Truppen hatten in

Ungarn den Volksaufstand blutig niedergeschlagen,

der am 23. Oktober 1956 mit

einer Massenkundgebung begonnen

hatte. Ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung,

insbesondere auch die Jugend,

solidarisierte sich mit dem Freiheitskampf

des ungarischen Kleinstaats.

Der Bundesrat gewährte – in Abkehr von

der bisherigen Einzelfallprüfung – über

10 000 ungarischen Flüchtlingen kollektiv

und ohne Bedingung Asyl. Um die

sich bald abzeichnenden Integrationsprobleme

dieser grossen Gruppe abzuschwächen,

nahm das EJPD dezidiert

Stellung: «Auf die systematischen Versuche

von gewisser Seite, Schwierigkeiten

zu schaffen, die Flüchtlinge anzuschwärzen

oder ihre Betreuer zu diffamieren,

werden das Schweizervolk und

seine Behörden zu reagieren wissen.»

Für die Schulen bietet der 50. Jahrestag

dieses Ereignisses Gelegenheit zur Auseinandersetzung

mit dem für die ältere

Generation singulären Ereignis. Beispielsweise

kann man sich im Unterricht

mit der humanitären Tradition der

Schweiz befassen, mit der Zeitgebundenheit

der Flüchtlingspolitik, mit ethischen

und praktischen Aspekten des

Asylrechts oder mit der Methode der

oral history durch Befragung von Zeitzeugen.

(VSA)


Fokus

Volksschule

Mittelschule

Berufsschule

Weiterbildung

Agenda

Porträt

Amtliches

Stellen

«Wir brauchen ein klares Bekenntnis zur Maturität»

Rund 80 Prozent aller Maturandinnen

und Maturanden ergreifen ein Hochschulstudium

– und erleben nicht selten

einen Kulturschock. Die Schnittstellenproblematik

gab im vergangenen Winter

Anlass zur Gründung der Arbeitsgruppe

Hochschule-Gymnasium, der auch Universitätsrektor

Hans Weder und Christoph

Wittmer, Prorektor der Kantonsschule

Enge, angehören.

Interview: Stephan Pfäffli und Jacqueline Olivier

Foto: Fabio Pirovino

Die Schnittstellenproblematik Mittelschule-Hochschule,

worum geht es da?

Wittmer: Auf beiden Stufen haben weitreichende

Reformen stattgefunden, auf

der Stufe der Hochschule war dies die

Bologna-Reform, bei uns die Umsetzung

des neuen Maturitätsanerkennungsreglements

(MAR). Die beiden Reformen

sind bis jetzt weitgehend ohne Abstimmung

und Koordination verlaufen.

Wenn wir nicht zusammen über die

Schnittstelle nachdenken, besteht die

Gefahr, dass wir auseinanderdriften.

Weder: Ich kann dies nur bestätigen. Es

geht im Grunde darum, dass sich die

beiden Bildungsstufen besser aufeinander

einstellen. Es geht also nicht nur

darum, das Gymnasium an die Universität

anzupassen, sondern auch darum,

30 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

den Übergang von der Universität her

besser zu gestalten, damit es weniger

Drop-outs gibt und der Studienerfolg

besser ist. Die Studierenden, die an die

Universität kommen, erleiden einen

Kulturschock, wenn sie aus einer Klasse

mit 20 Schülern in einen Hörsaal mit

600 Studierenden kommen. Da besteht

Verbesserungspotenzial.Wir ziehen hier

am selben Strick, es geht uns darum,

den jungen Leuten optimale Bildungschancen

zu geben.

Was genau erwarten Sie denn von den

Gymnasien?

Weder: Wir erwarten nach wie vor eine

breite Allgemeinbildung, die sich sowohl

auf die Geisteswissenschaften als

auch auf die Naturwissenschaften bezieht.

Etwas zugespitzt formuliert: Wir

erwarten von den Gymnasien, dass sie

die Studierenden auf alle die Fächer

vorbereiten, die sie nicht studieren

werden. Heute findet immer mehr Vernetzung

statt, immer mehr Probleme

werden mehrdimensional angegangen,

und dies verlangt von den Studierenden,

dass sie die Sprache der anderen

Wissenschaften verstehen. Da leistet

das Gymnasium nach wie vor einen

sehr wichtigen Beitrag. Daneben diskutieren

wir viele Einzelheiten: Was heisst

überhaupt Allgemeinbildung, was heisst

Studierfähigkeit?

Und?

Wittmer: Ich würde im Moment noch

keine abschliessende Definition geben

wollen; wir stehen immer noch am Anfang.

Zunächst ist wichtig, dass Lehrerinnen

und Lehrer mit Professorinnen

und Professoren über ihre Alltagssituation

und ihre Ansprüche sprechen. Das

Wort «Ansprüche» ist in diesem Zusammenhang

ganz wichtig: Wohin wollen

wir die Maturandinnen und Maturanden,

die Studierenden führen? Für

uns in den Gymnasien – das ist auch im

MAR Artikel 5 so festgehalten – ist die

Allgemeinbildung verbunden mit dem

allgemeinen Hochschulzugang nach

wie vor das zentrale Anliegen.

Was können die Gymnasien anbieten, um

dieser Forderung nach breitem Allgemeinwissen

nachzukommen?

Wittmer: Das Gymnasium versteht sich

als eine Institution, in der Bildung nicht

einfach geliefert wird, sondern von den

Schülerinnen und Schülern erobert werden

soll. Es muss eine Schule des Denkens

sein. In diesem Punkt stellen sich

uns sicher hohe Herausforderungen,

weil diese kognitive Neugierde nicht bei

allen unseren Schülerinnen und Schülern

von vornherein gegeben ist. Diese

Neugierde zu wecken ist für uns zentral,

und immer mehr auch, die Schüler zum

selbst organisierten Lernen zu führen.


Weder: Man kann sicher sagen, dass eine

Schlüsselqualifikation für die Hochschulreife

darin besteht, sich selber

optimal organisieren zu können, sodass

man Informationen effizient erarbeitet,

sich Arbeitspläne erstellt, eigenständig

forscht und so weiter.

Geht es also nicht in erster Linie um Inhalte,

sondern um Selbstmanagement-

Methoden?

Weder: Das schon auch, aber es geht

sehr wohl um Inhalte, zum Beispiel um

die Sprachkompetenz sowohl im Deutschen

wie auch im Englischen, dies ist

heute eine absolute Notwendigkeit,

oder es geht um Geschichte und andere

Fächer. Leute, die an die Universität

kommen, werden sehr schnell auf einen

Spezialisierungspfad geführt. Wer

beispielsweise Ökonomie studiert, wird

sich bald auf Betriebswirtschaft/Volkswirtschaft

oder Finance oder Management

and Economics konzentrieren

und keine Bezüge mehr haben zur

Geschichte, man kann aber nicht bestreiten,

dass auch in der Ökonomie die

Geschichte eine wichtige Dimension

ist.

Tut sich nicht gerade hier ein Widerspruch

auf, dass Sie von der Mittelschule

Interdisziplinarität fordern, aber das Hochschulstudium

wird in ganz engen Kanälen

geführt?

Weder: Ja, das ist richtig, aber an der

Universität Zürich haben wir eine ganz

klare Strategie: Es muss zuerst eine

höchste Stufe in der eigenen Disziplin

erarbeitet werden, bevor man überhaupt

interdisziplinär arbeiten kann. Auch

unsere Forschungsschwerpunkte sind

so angelegt, dass wirklich hervorragende

Leute aus den jeweiligen Disziplinen

mit den anderen zusammenarbeiten.

Für diese Zusammenarbeit ist ganz

wichtig, dass die Leute sozusagen Fenster

offen haben zu anderen Wissenschaften.

Nun wurde vor ein paar Jahren die Maturaarbeit

eingeführt, die eine erste Praxis im

wissenschaftlichen Arbeiten darstellt.

Spüren Sie an der Universität bereits

Auswirkungen?

Zu den Personen:

Fokus

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Portrait

Weder: Es gibt zwar noch keine empirischen

Untersuchungen, aber es zeigt

sich, dass die Maturaarbeit eine sehr

gute Massnahme zur Vorbereitung auf

die universitäre Arbeitsweise darstellt.

Das ist eben wirklich die Arbeitsweise,

die bei uns zum täglichen Brot gehört:

Wie erarbeite ich Informationen, wie

bilde ich mir eine fundierte Meinung,

wie begründe ich, wie lasse ich Optionen

offen.

Sind Ihnen also möglicherweise jene Studierenden

am liebsten, die aus den Selbstlernsemestern

der Gymnasien kommen?

Weder: Das ist nur ein Modell, aber

klar: Diese Qualifikation erleichtert uns

natürlich die Aufgabe sehr, denn wir

haben hohen Stoffdruck und wenig

Zeit. Vielleicht wäre es auch möglich,

im Schlussjahr des Gymnasiums Dinge

zu lehren wie «Wie lese ich einen wissenschaftlichen

Aufsatz?». Das ist natürlich

ein Wunsch, darüber müssen wir

eben diskutieren.

Wird da aber nicht auf Seiten der Universität

selbst noch zu wenig gemacht? 3

Dr. Christoph Wittmer (links) ist Prorektor

und Lehrer für Deutsch und Geschichte

an der Kantonsschule Enge. Er war

Mitbegründer von «Impuls Mittelschule»,

der Stelle für Öffentlichkeitsarbeit der

Zürcher Gymnasien, die unter anderem

für den «Tag der Bildung» von 2003 verantwortlich

zeichnete. Als Mitglied der

Arbeitsgruppe HSGYM koordiniert er für

die Schulleiterkonferenz den Dialog zwischen

Gymnasien und Hochschulen auf

dem Bildungsplatz Zürich.

Prof. Dr. Hans Weder (rechts) habilitierte

sich 1980 an der Theologischen Fakultät

der Universität Zürich und wurde unmittelbar

darauf zum Ordinarius für Neutestamentliche

Wissenschaft berufen. Er

war sowohl als Dekan als auch als Mitglied

der Projektleitung und des Reformausschusses

UNI2000 sowie als Leiter

der Projektgruppen Leitbild der Universität

und Qualitätsbeurteilung tätig. Ab

1998 stand er dem Theologischen Seminar

vor, bevor er im März 2000 als Rektor

die Leitung der Universität übernahm.

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 31


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Wird wissenschaftliches Schreiben und

Lesen systematisch unterrichtet?

Weder: Das findet in jedem Proseminar

statt. Und bezüglich Schreibunterricht

sind wir mit der Fachhochschule Winterthur

im Gespräch, die haben ein

sehr interessantes Projekt, das bei uns

auf grosse Resonanz gestossen ist. Aber

eigentlich sollte man davon ausgehen,

dass man mit 18 Jahren perfekt schreiben

kann.

Das ist eine hohe Anforderung.

Weder: Ja, aber das ist möglich.

Ist denn der Ist-Zustand ein anderer?

Weder: Das würde ich nicht sagen. Empirische

Untersuchungen zeigen, dass

die Schreibkompetenz der Studienanfänger

nicht abgenommen hat. Wir haben

seit dem neuen MAR jedoch ein

Problem mit den Naturwissenschaften.

Man kann heute mit relativ wenig

Wissen in den Naturwissenschaften

Studierfähigkeit erreichen. Ich bin ja

selber Theologe, würde aber sagen, die

Naturwissenschaften sind auch für die

Geisteswissenschaften extrem wichtig.

Und es gehört zu unserer Kultur, dass

man nicht nur Goethes «Wahlverwandtschaften»

kennt, sondern auch

den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik.

Wittmer: Bis heute gibt es keine Untersuchung,

die belegt, dass eine MAR-

Matura in den Naturwissenschaften

schlechtere Resultate bringt. Erkannt

ist aber, dass es eine stärkere Kultur

der Naturwissenschaften an den Gymnasien

braucht. Es wird jedoch noch eine

Weile dauern, bis diese installiert ist.

32 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Auf welche Kosten geht der Erwerb der

überfachlichen Qualifikationen, wo soll

im Gegenzug etwas abgezwackt werden?

Wittmer: Das ist eine zentrale Frage, es

wäre blauäugig zu behaupten, wir

könnten immer mehr machen, ohne etwas

wegzulassen. Gleichzeitig möchte

ich aber betonen, dass überfachliche

Kompetenzen nicht gegen fachliches

Wissen ausgespielt werden sollten:

Überfachliches kann sinnvoll nur anhand

konkreter fachlicher Inhalte

vermittelt und geübt werden. Es wird

darum gehen, neue Schwerpunkte zu

setzen, darum wollen wir Treffpunkte

(siehe Kasten) einrichten, um gemeinsam

zu diskutieren, auf welche Kosten

wir gewisse Übungsanstrengungen verlagern.

Was heisst das?

Wittmer: Es könnte sein, dass wir die

Schülerinnen und Schüler im Abschlussjahr

stärker selbst organisiert

lernen lassen werden. Oder dass wir

stärker darauf achten müssen, wie qualitativ

recherchiert oder wie auf akademisches

Schreiben vorbereitet wird.

Aber wir müssen nicht alles umkrempeln.

Studien zeigen, dass die Zürcher

Maturanden mit ihrer Ausbildung zufrieden

sind und sich auf ein Studium

gut vorbereitet fühlen. Wir müssen uns

also auch bewusst sein, was wir bewahren

können.

Inwiefern betrifft die Betreuungssituation

an der Uni angesichts der wachsenden

Studentenzahlen diese Schnittstelle?

Weder: Es ist nicht unheilsam, dass

man, wenn man an eine Universität

kommt, erst einmal ein Orientierungsproblem

hat, aber dieses sollte nicht

lange anhalten. Da können wir vieles

machen. In einem Punkt hat man aber

meines Erachtens bildungspolitisch

sehr gesündigt: Man hat dem Gymnasium

nicht die klare strategische Zielsetzung

der Studierfähigkeit gesetzt, daher

ist Unklarheit entstanden. Selbstverständlich

hat das Gymnasium seine

eigene Bedeutung, aber man muss ganz

klar sagen, die grosse Leistung der

Gymnasien ist es, eine Studierfähigkeit

zu erzeugen.

Aber das Gymnasium ist nicht mehr der

alleinseligmachende Königsweg zur

Hochschule.

Weder: Das ist wahr. Und das ist keine

schlechte Entwicklung. Ich finde sehr

wichtig, dass zwischen den Fachhochschulen

und Universität Passerellen

geschaffen werden. So haben Jugendliche,

die sich mit 14 Jahren für einen für

sie falschen Weg entschieden haben,

die Möglichkeit, dies zu korrigieren.

Aber man darf sich natürlich nicht darüber

hinwegtäuschen, dass 95 Prozent

der Studierenden an den universitären

Hochschulen aus den Gymnasien kommen.

Wittmer: Ich bin auch für diese Passerellen,

für die Durchlässigkeit. Was

aber passieren könnte, ist eine gewisse

Verwässerung der Bildungsgänge, sodass

nicht mehr klar ist, wo das Ziel des

Gymnasiums liegt. Ich glaube, das

Gymnasium braucht wieder eine Vista,

eine Selbstdefinition, die auf die uni-


versitäre Hochschule ausgerichtet ist.

Und ich bin sehr froh, dass die Hochschulen

den Anschluss ans Gymnasium

bewusst mitgestalten wollen. Die Mittelschulen

dürfen aber nicht einseitig

als Zulieferer der Hochschulen verstanden

werden. Allgemeinbildung, wie

sie an den Gymnasien erworben werden

kann, ist ein Wert an sich.

Was erwarten Sie denn von den Hochschulen?

Wittmer: Zum einen ein klares Bekenntnis

zur Maturität als allgemeine

Hochschulzulassung. Dieser Punkt ist

heute ja in Diskussion, es ist zunehmend

die Rede von zusätzlichen Tests,

Aufnahmeprüfungen, Assessments und

so weiter. Ein Bekenntnis zur Maturität

würde unsere Abschlussqualifikation

stärken. Das zweite ist, dass wir miteinander

die Schnittstelle erarbeiten, das

ist für mich das ganz Zentrale. Wir akzeptieren

nicht, dass wir einen Forderungskatalog

bekommen und schauen

müssen, wie wir das umsetzen können.

Und das Dritte ist, dass die Hochschulen

in diesem Prozess auch sehen,

welch breite Aufgabe wir wahrnehmen.

Das muss sichtbar werden.

Das heisst, die Matura bleibt das Ticket

für die Hochschule, es gibt keine Assessments

oder Aufnahmeprüfungen?

Weder: In den Medien wird darüber ja

immer wieder spekuliert. Es wäre jedoch

meines Erachtens sachlich falsch,

an der jetzigen Matura zu rütteln. Was

aber auf der andern Seite heisst – und

das müssen wir miteinander noch verstärkt

diskutieren – es darf nicht ge-

schehen, dass das Niveau an den Gymnasien

gesenkt wird, beispielsweise um

einer höheren Maturitätsquote willen.

Sonst entsteht wirklich ein Problem.

Und was die Assessments angeht, die

haben wir in vielen Fächern eingeführt,

aber mit einem ganz anderen

Ziel. Es geht darum, nach dem ersten

Studienjahr zu überprüfen, ob der oder

die Studierende im richtigen Studium

ist.

Letztlich geht es ja um die Schülerinnen

und Schüler, welchen Nutzen werden sie

aus der exklusiven Zusammenarbeit der

Hochschulen und der Gymnasien im Kanton

Zürich ziehen?

Weder: Ich hoffe, dass sie insgesamt einen

besseren Bildungsgang haben

werden. Ich bin zuversichtlich, dass wir

etwas entwickeln können, es braucht

aber Zeit, es braucht Konsens, es braucht

Überzeugungsarbeit, es braucht am

Schluss auch die politische Unterstützung

– aber die wird sich einstellen, wenn

wir erst einmal klare Inhalte haben.

Wittmer: Wir vernetzen nun im Kanton

Zürich, weil das hier möglich ist, und

weil wir hier nicht in Zeiträumen von

fünf, zehn Jahren rechnen müssen, um

etwas umsetzen zu können. Aber wir

sind in Kontakt mit den Stellen wie der

Konferenz Schweizerischer Gymnasialrektoren

und dem Verein Schweizerischer

Gymnasiallehrer, die das sofort in

die Schweiz hinaustragen können, das

heisst, wir wollen uns nicht abschotten,

sondern arbeiten können in einem realistischen

Umfeld und mit Leuten, die

wir kennen.

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Hochschulreife und Studierfähigkeit

– Treffpunkte an der Schnittstelle

Ein Projekt von Universität und ETH,

Schulleiterkonferenz und Lehrpersonenkonferenz

in Zürich

Eine Kommission der Zürcher Schulleiterkonferenz

SLK hat im Wintersemester

2004/05 mit den beiden

Hochschulrektoren Konrad Osterwalder

und Hans Weder den Dialog

aufgenommen und die gemeinsame

Arbeitsgruppe Hochschule –

Gymnasium HSGYM gebildet.

Die Schnittstelle wurde auch von

der Zürcher Lehrpersonenkonferenz

Mittelschulen LKM, vom

Verein Schweizerischer Gymnasiallehrer

und von der Konferenz

Schweizerischer Gymnasialrektoren

in die Arbeitsprogramme aufgenommen.

Am 19. Januar 2006 trafen sich

über 400 Mittelschullehrpersonen

aus dem Kanton Zürich und Gäste

aus andern Kantonen mit über

50 Professorinnen und Professoren

der Universität und der ETH Zürich

an den Kantonsschulen Enge und

Freudenberg Zürich zum Dialog

zwischen den Stufen («Mittelschulen

und Hochschulen im

Gespräch»).

Mit dem Projekt Hochschulreife

und Studierfähigkeit möchte die

Arbeitsgruppe HSGYM den Dialog

zwischen Gymnasien und Hochschulen

in «Treffpunkten» institutionalisieren:

In allen Fächern

sollen Konferenzen durchgeführt

werden, in denen Mittelschulund

Hochschulvertreter gemeinsam

fachspezifische und überfachliche

Kompetenzen der zukünftigen

Studierenden diskutieren und

Empfehlungen zuhanden der

beiden Bildungsstufen erarbeiten.

Das Projekt wird von der Konferenz

an der Schnittstelle getragen, in der

wichtige Zürcher Bildungsinstitutionen,

aber auch schweizerische

Organisationen (EDK, KSGR, VSG)

vertreten sind.

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 33


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Zweimal zehn Thesen zu den Zürcher Gymnasien

An ihrer Delegiertenversammlung vom

Mai hat die Lehrpersonenkonferenz

der Mittelschulen (LKM) «Zweimal

zehn Thesen zur Gegenwart und zur

Zukunft der Zürcher Gymnasien»

verabschiedet. Nachfolgend erläutert

Markus Späth-Walter, Vizepräsident

der LKM, Position, Anliegen und Ziele

der Mittelschullehrpersonen.

Markus Späth-Walter

Die Zürcher Mittelschulen haben keinen

Grund, ihr Licht unter den Scheffel

zu stellen. Sie leisten ausgezeichnete

Arbeit und bereiten Ihre Absolventen

gut auf universitäre Studien vor. Damit

dies so bleibt, sind Anpassungen und

Reformen nötig – diese mitzugestalten

ist ein zentrales Anliegen der Mittelschullehrpersonen:

Die Zukunft der

Zürcher Gymnasien ist zu wichtig, als

dass man sie Bildungspolitik und Bildungswissenschaft

überlassen dürfte.

Dies sind die zentralen Botschaften

der «Zweimal zehn Thesen zur Gegenwart

und zur Zukunft der Zürcher

Gymnasien», welche die Delegierten aller

Zürcher Mittelschulen im Mai verabschiedet

haben. Die Thesen sind

alles andere als ein Schnellschuss,

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34 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Vorstand und Delegiertenversammlung

der Lehrpersonenkonferenz der Mittelschulen

(LKM) haben sie auf Grund

von Hearings, einer sorgfältigen Sichtung

der aktuellen Literatur und intensiver

Diskussion erarbeitet. Die Thesen

wollen die Position der Mittelschulen

im gesamten Zürcher Bildungswesen

klären und den Rahmen für die konkrete

bildungspolitische Arbeit der LKM in

den nächsten Jahren abstecken.

Solides Fachwissen bleibt die Basis

Im Brennpunkt aller Anstrengungen an

den Mittelschulen steht nach wie vor

die Vermittlung einer breiten und fundierten

Allgemeinbildung mit dem Ziel

einer optimalen Vorbereitung auf ein

universitäres Studium. Unterricht in einer

Fülle von Fachgebieten durch

Lehrkräfte, die selber wissenschaftlich

gebildete Fachleute in ihrem Gebiet

sind, ist eine der ganz grossen Stärken

des Gymnasiums. Weder eine verfrühte

Spezialisierung noch eine falsch verstandene

Interdisziplinarität stellen

eine ernsthafte Alternative zum vertieften

Fachunterricht dar: Nur wer über

solides Fachwissen verfügt, hat echte

Chancen, dieses über die Fachgrenzen

hinaus zu vernetzen.

Fachunterricht und die Vermittlung

so genannter überfachlicher Kompetenzen,

wie sie seit einiger Zeit immer

lauter eingefordert wird, stehen dabei

keineswegs in einem Konkurrenzverhältnis

– sie verhalten sich vielmehr

komplementär: Überfachliche Kompetenzen

wie die Fähigkeit selbstständig

zu arbeiten und zu recherchieren, Ergebnisse

überzeugend zu präsentieren,

in Gruppen und Projekten Verantwortung

zu übernehmen, stilsicher zu

schreiben, längerfristig zu planen, sich

realistisch einzuschätzen – um nur einige

wenige zu nennen – werden schon

heute in vielen Fächern eingeübt; dies

besser zu koordinieren, zu intensivieren,

bewusster anzuwenden und auszubauen,

wird in den nächsten Jahren

eine der zentralen Herausforderungen

sein, der sich die Mittelschulen stellen

müssen. Es macht angesichts der rasanten

Veränderungen in der modernen

Wissensgesellschaft durchaus

Sinn, dass Wissen auch am Gymnasium

vermehrt erobert werden muss und

weniger vermittelt wird. Das noch junge

Instrument der Maturarbeit birgt

dabei viel Entwicklungspotenzial. Die

wichtigste überfachliche Kompetenz,

welche schon heute unbestritten zum

Flexible

Raumnutzung

Frontalunterricht

Gruppenunterricht


Kern gymnasialen Arbeitens gehört, ist

die Fähigkeit der Mittelschülerinnen

und -schüler, in der Tradition der Aufklärung

selbstständig und kritisch zu

denken, differenziert und reflektiert zu

urteilen und skeptisch gegenüber allem

fraglos Akzeptierten zu sein.

Sorgfältige Selektion notwendig

Die Zürcher Mittelschulen wollen auch

in Zukunft leistungsorientiert und gleichzeitig

fördernd sein. Sie stehen dazu,

dass sie gemäss ihrem gesamtschweizerischen

Leistungsauftrag (MAR) primär

jene auszubilden haben, die für ein

(universitäres) Hochschulstudium in

Frage kommen. Das setzt eine sorgfältige

Selektion und insbesondere ein sorgfältiges

Aufnahmeverfahren voraus. Die geplante

Zentrale Aufnahmeprüfung

(ZAP) stellt eine positive Entwicklung

dar, insoweit sie dazu beiträgt, den

wichtigen ersten Auswahlprozess transparenter

zu gestalten. Die Chancengleichheit

wird aber durch die Zentralisierung

der Prüfung kaum zu verbessern

sein, es ist vielmehr zu befürchten,

dass eine standardisierte Prüfung noch

stärker als bisher jene bevorzugt, die

sich teure Prüfungsvorbereitungskurse

leisten können; es muss im Zusammenhang

mit der ZAP deshalb angestrebt

werden, die grossen Unterschiede bei

der Prüfungsvorbereitung an der Volks-

R

schule gezielt zu reduzieren. Dass die

Zürcher Mittelschulen ihrem Selektionsauftrag

tatsächlich gerecht werden,

kann an der im schweizerischen Vergleich

unterdurchschnittlichen Mittelschülerquote

abgelesen werden. Trotz

dieses selektiven Charakters ist das

Gymnasium aber alles andere als eine

unmenschliche Paukerschule – die positiven

Rückmeldungen der Ehemaligen

zum Schulklima und zur Qualität

der Hochschulvorbereitung liefern dafür

seit Ende der 1990er Jahre die deutliche

Bestätigung.

Sinnvolle Standards definieren

Der freie Hochschulzugang nach bestandener

Matur ist ein bewährtes

Kernstück des Gymnasiums schweizerischer

Prägung. Damit dies auch in

Zukunft so bleibt und die Gymnasiasten

noch gezielter auf die Hochschule

vorbereitet werden können, stellen sich

die Mittelschulen der Diskussion um

die Definition von Standards zur Hochschulreife.

Solche Standards dürfen

aber keinesfalls zu einer zusätzlichen

Hierarchisierung der Fächer führen

(wichtige Fächer mit Standards, Nebenfächer

ohne Standards), sie sind so

zu definieren, dass sie nicht zu einer

Banalisierung des Unterrichts führen

und die für erfolgreichen Unterricht so

wichtige Lehrfreiheit nicht beseitigen;

sie sind vielmehr in engster Zusammenarbeit

von Gymnasiallehrkräften

und Hochschuldozierenden für alle

Mittelschulfächer zu erarbeiten und

haben fachliche wie überfachliche

Kompetenzen zu umfassen (siehe Interview

mit H. Weder und Ch. Wittmer).

Keine andere Schulstufe hat in den

vergangenen 15 Jahren im Kanton Zürich

stärker unter dem Spardruck gelitten

als die Mittelschulen. Die Verkürzung

um ein ganzes Semester, die

schrittweise Verknappung der Mittel, die

Vergrösserung der Klassen haben deutliche

Spuren hinterlassen. Dass die Zürcher

Maturanden trotzdem überdurchschnittliche

Resultate erzielen und mit

ihrer Ausbildung im Rückblick nach wie

vor zufrieden sind, kann nur damit erklärt

werden, dass die Lehrpersonen mit

hohem pädagogischem Ethos, durch

Mehrarbeit und Lohnverzicht die Auswirkungen

der zahlreichen Sparpakete

abgefedert und einen viel weiter gehenden

Bildungsabbau verhindert haben.

Dennoch gilt auch im Bildungswesen:

Qualitätsarbeit hat ihren Preis. Die Mittelschulen

und die an ihnen tätigen

Lehrerpersonen benötigen nach mehr

als zehn Jahren Bildungsabbau zusätzliche

Ressourcen und positive Perspektiven,

um die gesteckten Ziele auch in Zukunft

erreichen zu können.

Info: www.lkmzh.ch

Hunziker AG Thalwil

Tischenloostrasse 75

Postfach 280

CH-8800 Thalwil

Telefon 044 722 81 11

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Schule im 21. Jahrhundert

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Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 35


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Studieninformationstage 2006

Studentischen Alltag schnuppern

Am Dienstag, 12. und Mittwoch, 13. September

laden ETH und Universität

Zürich gemeinsam zu den Studieninformationstagen

2006 ein. In den Zentren

der beiden Hochschulen erhalten

Maturandinnen und Maturanden an

Informationsständen und in Vorträgen

konkrete Informationen zu den einzelnen

Studienrichtungen, Vorlesungen

und Institutsführungen vermitteln einen

realitätsnahen Einblick in den studentischen

Alltag.

Den Studieninteressierten wird an

diesen beiden Tagen ein Überblick

über das gesamte Studienangebot von

ETH und Universität Zürich geboten,

der eine wertvolle Entscheidungsgrundlage

für die Studienwahl und die

persönliche Zukunftsplanung darstellt.

Weitere Informationen finden sich unter

www.maturandeninfo-zh.ch.

Personelles

Mutationen in den Schulleitungen der

Mittelschulen

Der Regierungsrat hat nachstehende

Wahlen vorgenommen:

Auf Beginn des Schuljahres 2006/07

Kantonsschule Glattal:

Patrick Ehrismann, Mittelschullehrperson

mbA für Physik, als stellvertretender

Schulleiter der Kantonsschule

Glattal bzw. als Gründungsprorektor

der Kantonsschule Uster. Er tritt die

Nachfolge von Prof. Dr. Ruth Wullschleger

an, die auf Beginn des Schuljahres

das Amt der Schulleiterin der

Kantonsschule Glattal bzw. der Gründungsrektorin

der Kantonsschule Uster

übernimmt.

Auf Beginn des Frühlingssemesters

2007

Kantonsschule Rychenberg Winterthur:

Dr. Franziska Widmer Müller, Mittelschullehrperson

mbA für Deutsch und

Kunstgeschichte, als Rektorin. Sie tritt

die Nachfolge von Prof. Dr. Jürg Muraro

an, der auf Ende des Herbstsemesters

2006/07 in den Ruhestand tritt.

36 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Maturaarbeiten

Fünf Autorinnen und Autoren

ausgezeichnet

Unter dem Titel «Das Beste 2006» wurden

im Juni 51 der rund 2500 im

Winterhalbjahr 2005/06 entstandenen

Maturaarbeiten im Stadthaus Zürich

präsentiert (s. Schulblatt 03/06). Nebst

der Auszeichnung, die alle Verfasser

der ausgestellten Arbeiten erhielten,

wurden folgende fünf Autoren für ihre

Arbeiten mit einem Sonderpreis von je

1000 Franken bedacht: Martina Bertschinger

von der Kantonsschule

Zürcher Unterland für «Beweggründe

zum Eintritt in die Hitlerjugend»,

Claudia Mächler von der Kantonsschule

Freudenberg für «O TOY ANE-

MOY NAOS – Modell eines dorischen

Vorstand der LKM neu formiert

Die Delegierten der Lehrpersonenkonferenz

der Mittelschulen (LKM) haben

an ihrer Versammlung vom 17. Mai die

Thesen zur Gegenwart und Zukunft

der Zürcher Mittelschulen einstimmig

verabschiedet (siehe Artikel). Der Gründungspräsident

der LKM durfte für seine

umsichtige und engagierte Führung

der Konferenz in den vergangenen

zwei Jahren verdienten Dank und hohe

Anerkennung entgegennehmen. Es ist

der LKM unter Stefan Rubins Führung

gelungen, mit klaren Positionsbezügen

und konstruktiv-kritischer Mitarbeit in

den verschiedenen relevanten Gre-

Peripteraltempels», Marc-André Melliger

vom Mathematisch-Naturwissenschaftlichen

Gymnasium Rämibühl

für «Toraveru – ein animierter Kurzfilm»,

Damiano Righetti vom Realgymnasium

Rämibühl für «Die Trespen-Halbtrockenwiese;

Einflüsse menschlicher

und natürlicher Faktoren auf

Mesobromion-Standortorte bei Laax

GR» sowie Stefania Wunderlich vom

Liceo Artistico für «Auf Gedeih und

Verderb. Die Entwicklung von zwei

reifen Nektarinen bis zum bitteren

Ende». Zudem wurden 20 der 40

natur-, sozial- und geisteswissenschaftlichen

Arbeiten von «Schweizer

Jugend forscht» für den nationalen

Wettbewerb «jung und innovativ 2007»

vorgeschlagen.

Der neue Vorstand der LKM: Rolf Bosshard, Aktuar, Markus Späth-Walter, Präsident, Martin Lüscher,

Vizepräsident (v.l.n.r.).

mien an den entscheidenden Weichenstellungen

für die kommenden Jahre

mitzuwirken (Schnittstelle Mittelschule–

Hochschule, Zentrale Aufnahmeprüfung,

Mittelschulbericht). Zu seinem

Nachfolger als Präsident wurde Markus

Späth-Walter (KZU Bülach, Bildmitte),

als neues Mitglied des Dreiervorstands

und gleichzeitig Vizepräsident

Martin Lüscher (Kantonsschule

Enge, im Bild rechts) gewählt; Rolf

Bosshard (Kantonsschule Birch, im

Bild links) wurde als Aktuar bestätigt.

Der neue Vorstand tritt sein Amt am 1.

September 2006 an.

Markus Späth-Walter, Vizepräsident LKM


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Gesundheitsberufe: Zwei Zentren statt 25 Schulen

Diesen August feiern die beiden Zentren

für Bildung im Gesundheitswesen

im Kanton Zürich ihren ersten Geburtstag.

Sie stellen den markantesten

Meilenstein in der Reorganisation der

Ausbildung im Gesundheitswesen dar.

Doch die Reform ist damit nicht abgeschlossen.

Christina Vögtli,

Leiterin Schulen im Gesundheitswesen

Mit der Gründung von zwei Bildungszentren

erfuhr die Berufsbildung im

Gesundheitswesen eine grundlegende

Veränderung. Das Zentrum für Ausbildung

im Gesundheitswesen Kanton

Zürich (ZAG) in Winterthur sowie die

von einer privaten Trägerschaft getragene

Careum AG Bildungszentrum für

Gesundheitsberufe in Zürich haben im

August 2005 ihren Betrieb aufgenommen

und sollen in den kommenden

Jahren sukzessive die bisherigen Schulen

ersetzen. Auslöser für diese Reorganisation

war die revidierte Bundesverfassung

vom 1. Januar 2000, welche

die bis anhin durch das Schweizerische

Rote Kreuz im Auftrag der Kantone

reglementierten Berufe dem neuen

Berufsbildungsgesetz unterstellten. Eine

wesentliche Folge des neuen Bildungssystems

im Gesundheitswesen war die

38 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Einführung der Ausbildung zur Fachangestellten

Gesundheit (FaGe) auf Sekundarstufe

II, die im Kanton Zürich seit

2003 angeboten wird. Vor den Sommerferien

durften die ersten 113 Absolventen

dieses neuen Ausbildungsgangs im

Rahmen eines Festaktes ihr Fähigkeitszeugnis

in Empfang nehmen, mit dem

neuen Schuljahr haben bereits 300

Lernende diese Ausbildung in Angriff

genommen. Für die Grundbildung Fa-

Ge schlossen sich zudem die Institutionen

im Gesundheitswesen erstmals zu

einer Organisation zusammen, die sich

übergeordnet für die Belange der Ausbildung

einsetzt: Die Organisation der

Arbeitswelt Fachangestellte Gesundheit

(OdA FaGe) begleitet und unterstützt

die Etablierung der neuen Ausbildung

seit deren Beginn.

Anhebung auf Tertiärstufe

Die bisherigen Diplomausbildungen

werden seit 2004 schrittweise entweder

in die höhere Fachschule (HF) oder in

die Fachhochschule (FH) überführt.

Für erstere wird ein Eidgenössisches

Fähigkeitszeugnis, eine Diplommittelschule

oder eine Matura vorausgesetzt,

abgeschlossen wird sie mit einem Berufsdiplom.

In die höhere Fachschule

werden folgende Bildungsgänge überführt:

Pflege, Aktivierungstherapie,

Dentalhygiene, medizinisch-technische

Radiologie, Operationstechnik, Medizinisches

Labor, Orthoptik und Rettungssanität.

Auf Niveau Fachhochschule

werden am Departement Gesundheit

der Hochschule Winterthur die Bildungsgänge

Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie

und Geburtshilfe angeboten.

Sie werden mit einem Fachhochschuldiplom

(Bachelor) inklusive Berufsbefähigung

abgeschlossen. Der Lehrgang

Ernährungsberatung wird ab 2007 nur

noch an der Fachhochschule Bern

durchgeführt.

Interprofessionelle Zusammenarbeit

Der derzeitige Wandel ist jedoch nicht

nur struktureller, sondern ebenso kultureller

Art. Bis anhin existierten im

Kanton Zürich 25 Schulen im Gesundheitswesen,

die grösste mit 320, die

kleinste mit 33 Lernenden. Sie wurden

aufgrund der Bedürfnisse der Spitäler

und oft auch auf deren Initiative hin

gegründet. Ihre Stärke war denn auch

ihre emotionale und örtliche Nähe zu

den Institutionen im Gesundheitswesen,

sie orientierten sich aber wenig an

übergeordneten Anforderungen. Im

Zuge der bildungspolitischen Veränderungen

drängte sich eine Reduktion

der Anzahl Schulorte auf, und im Januar

2004 entschied der Regierungsrat,


alle Ausbildungsprogramme in zwei

Zentren zu konzentrieren. Die bestehenden

Schulen werden bis 2009

schrittweise geschlossen oder vom Leistungsauftrag

enthoben.

Mit der Konzentrierung wurden

erstmals die Voraussetzungen für

berufsübergreifende Ausbildungen geschaffen.

Interprofessionelle Zusammenarbeit

kann so von Ausbildungsbeginn

an praktiziert werden und ist in

«Die Kernkompetenzen bleiben die gleichen»

Nachdem die beiden neuen Bildungszentren

für Gesundheitsberufe ihr erstes

Betriebsjahr hinter sich haben,

ziehen Rektorin Hanni Wipf (ZAG) und

Direktor Christian Schär (Careum) eine

positive erste Bilanz: Mit den neuen

Bildungsgängen sei man für die grossen

Herausforderungen der Zukunft

gerüstet.

Text: Jacqueline Olivier

Foto: Lena Thüring/Guadalupe Ruiz

Die erste Hürde ist genommen: Vor einem

Jahr öffneten das Zentrum für

Ausbildung im Gesundheitswesen

Kanton Zürich (ZAG) in Winterthur

und das Careum, Bildungszentrum für

Gesundheitsberufe, in Zürich wie geplant

ihre Türen für die ersten Lernenden.

Allein dies sei eine Par-force-Leistung

gewesen, meint Christian Schär,

Direktor des Careums: «Innerhalb von

acht Monaten eine Schule aufzubauen

ist rekordverdächtig.» Angefangen habe

das ganze Unternehmen mit wenigen

Personen, nach acht Monaten stand das

Zentrum mit 60 Mitarbeitenden parat.

Ein Team von Pionierinnen, Macherinnen

und Denkerinnen nennt es Christian

Schär, und genau solche Frauen –

Männer seien nur in geringer Zahl vertreten

– habe man mittels der Stellenausschreibungen

auch gesucht. Motivation

und Bereitschaft, sich über das

normale Mass hinaus zu engagieren,

waren die Voraussetzung, um die intensive

Aufbauarbeit in dieser kurzen Zeit

den Strukturen verankert. Der Reformprozess

ist damit jedoch noch längst

nicht abgeschlossen und fordert von

allen Beteiligten viel: In den beiden

Zentren steht noch immer der Aufbau

im Mittelpunkt, jedes Jahr kommen

neue Lernende, Studierende, Lehrende

sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

der Verwaltung hinzu. Es gilt eine

Schulkultur aufzubauen, ein Qualitätsmanagement

zu etablieren, neue Curri-

zu bewältigen. «Ich habe ja schon vieles

erlebt, aber das war wirklich ein

‹Chrampf›», stellt der Direktor heute lachend

fest. Die Stimmung jedoch sei

jederzeit sehr gut und auch fröhlich

gewesen. Die Unterstützung von aussen

habe ebenfalls hervorragend geklappt

– auch von seiten der bestehenden

Schulen. «Ich war erstaunt, wie

konstruktiv sie sich uns gegenüber verhalten

haben. Wir haben von vielen

grosses Wohlwollen erfahren. Unsererseits

waren wir darauf angewiesen,

Mitarbeitende von den bestehenden

Schulen übernehmen zu können, darum

haben wir alle Stellen öffentlich

ausgeschrieben.»

FaGe als wichtigste Neuerung

Für das Gesundheitswesen erachtet

Christian Schär die Veränderungen

grundsätzlich als Gewinn: «Vor allem

mit der Fachangestellten Gesundheit

FaGe wurde auf Sekundarstufe II ein

ganz neues Berufsbild geschaffen. Bis

vor kurzem herrschte noch eine gewisse

Unsicherheit, wie diese Leute eingesetzt

werden können, aber jetzt werden

die Einsatzmöglichkeiten langsam

sichtbar, und ich denke, dass dieser Beruf

aufgrund der demographischen

Entwicklung in nächster Zukunft grosse

Bedeutung erlangen wird. Denn

wenn auch überall im Gesundheitswesen

gespart wird: Den Alterungsprozess

der Bevölkerung kann niemand aufhalten.»

Und heute, da sich das Berufsbild

FaGe allmählich festige, stelle er auch

Fokus

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Berufsschule

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cula kennenzulernen und ganz einfach

den Alltag zu bewältigen. Bei den auslaufenden

Programmen findet der umgekehrte

Prozess statt: Jedes Jahr sind

es ein bis zwei Klassen weniger, Mitarbeiter

verabschieden sich und es fallen

zusätzliche Arbeiten im Rahmen der

Schulschliessung an. Ab- und Aufbau

sind für die Schulleiterinnen und -leiter

sowie die Schulteams gleichermassen

anspruchsvoll.

Verbesserungen in der Rekrutierung

fest. «Sehr viele junge Leute interessieren

sich für diesen Beruf, und nachdem

die Spitäler bisher noch zurückhaltend

waren mit Anstellungen, nehmen sie

nun immer mehr FaGe-Lernende auf.»

Für das Careum heisst dies, dass mit

dem neuen Schuljahr bereits sieben

statt der bisherigen fünf FaGe-Klassen

geführt werden können. Natürlich, so

Christian Schär, werde gemäss Aussagen

der Spital-, Heim- und Klinikverantwortlichen

die Diskussion um den

optimalen Einsatz dieser neuen Fachkräfte

nach wie vor intensiv geführt

und die Zusammenarbeit mit der neuen

Berufsgruppe müsse erst klar definiert

werden. Dafür sei davon auszugehen,

dass das Rekrutierungsfeld dank

dieser Ausbildung erweitert werde.

«Wer sich für einen Gesundheitsberuf

interessiert, sich aber nicht allein auf

die Pflege konzentrieren möchte, hat

mit der FaGe eine vielseitige Option.»

Für die Höhere Fachschule Pflege hingegen

ändere sich wenig. «Das Berufsbild

bleibt weitgehend dasselbe.»

Keine Sackgasse mehr

Der aufgrund der demographischen

Entwicklung zunehmende Bedarf an

Pflege- und Betreuungspersonal habe

die neue Bildungspolitik gut antizipiert,

fährt der Careum-Direktor fort. «Wenn

sich das Berufsbild weiter positiv festigt,

wird die Nachfrage steigen. Und

das Wichtigste: Die Ausbildungen im

Gesundheitswesen sind dank der neu- 3

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 39


Fokus

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en Durchlässigkeit zwischen den Bildungsstufen

kein Sonderzug, keine

Sackgasse mehr.» Intern bleibt für ihn

und sein Team allerdings noch einiges

zu tun. «Es gilt nun, die Veränderungen

zu konsolidieren und gemeinsam mit

der Praxis zu optimieren, um die jungen

Leute fit zu machen für den beruflichen

Alltag.» Zudem wird das Angebot

ausgebaut. Ab Herbst 2007 werden nebst

der bereits vom Careum geleiteten

Schule für Biomedizinische Analytik

weitere medizintechnische und medizintherapeutische

Berufe im Careum

integriert: Radiologie, Operationstechnik

und Dentalhygiene. «In diesem

Projekt stecken wir schon mittendrin,

es ist ähnlich intensiv wie die erste

Aufbauphase. Doch wir werden auch

diese Ausbildungsgänge wieder pünktlich

eröffnen, da habe ich gar keine

Bedenken.»

Eigene Schulkultur entwickeln

Auch im ZAG in Winterthur ist der

Ausbau in vollem Gang: Bereits diesen

Herbst starten zusätzlich zu den schon

vorhandenen Programmen die Bildungsgänge

Höhere Fachschule Pflege

für heutige Inhaberinnen eines DN1-

Diploms sowie Höhere Fachschule

Pflege für Absolventinnen und Absolventen

der Ausbildung FaGe. Ab 2007

kommt der Bildungsgang Höhere Fachschule

Aktivierungstherapie dazu.

«Und sicher werden irgendwann die

Attest- und die Teilzeitausbildungen

aktuell», prophezeit Rektorin Hanni

Wipf und fährt fort: «Gesundheitspolitisch

wird sich in den kommenden Jahren

noch einiges verändern, und wir

werden uns laufend den neuen Herausforderungen

stellen.» Dass vieles

machbar ist, weiss die Rektorin spätestens

seit dem erfolgreichen ersten Jahr

des ZAG. «Ich hatte mir nicht

vorstellen können, von Null auf Hundert

zu starten.Wir mussten Strukturen

entwickeln, neue Programme erarbeiten,

uns in der Bildungslandschaft positionieren,

mit den Institutionen der

Praxis den gemeinsamen Weg finden

und vieles mehr.» Doch ihre Mitarbeitenden

hätten gewusst, was auf sie zukommen

würde, und dass sich Lehrper-

40 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

sonen aus den verschiedenen bestehenden

Schulen mit ihren individuellen

Erfahrungen und Hintergründen

im ZAG zusammengefunden haben, erlebt

die Rektorin als grosse Bereicherung.

Zudem ist sie selbst schon lange

im Reformprozess mit drin, denn die

Krankenpflegeschule Winterthur, die

Christian Schär, Direktor Careum, Zürich.

«Die Ausbildungen im Gesundheitswesen

sind dank der neuen Durchlässigkeit zwischen

den Bildungsstufen keine Sackgasse mehr.»

sie zuvor leitete, war die erste Schule,

die geschlossen wurde. «In unserem

Beruf gab es in den letzten Jahren immer

wieder Veränderungen, doch der

momentane Umbruch findet mehr in

den Zentren als in der Pflege selbst

statt, denn die Kernkompetenzen bleiben

sich gleich.» Hanni Wipf ist sich


zwar bewusst, dass mit der Konzentration

von 25 familiär geführten Schulen

auf zwei Zentren auch ein kultureller

Wandel im Gang ist, dieser betreffe jedoch

in erster Linie die Lehrpersonen

und weniger die Lernenden, die nur

das Aktuelle kennen. «Und wir geben

uns selbstverständlich Mühe, mit der

Hanni Wimpf, Rektorin ZAG, Winterthur.

«Das neue Bildungssystem wird sicher helfen,

das Ansehen der Gesundheitsberufe

in positivem Sinne zu beeinflussen.»

Zeit auch eine ‹ZAG-Familie› zu werden,

das heisst, eine eigene Schulkultur

zu entwickeln, in der sich alle wohl

fühlen können.» Trotzdem sei die bevorstehende

Schliessung der bisherigen

Schulen für die Betroffenen sicher

schmerzvoll, ein eigentlicher Trauerprozess.

Fokus

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Berufsansehen wird gestärkt

Auch für die ZAG-Rektorin stellt die

FaGe-Ausbildung die wichtigste Neuerung

dar und sie räumt ihr grosse

Chancen ein: «Damit werden Jugendliche

angesprochen, die bisher warten

mussten, bis sie 18 waren. Zudem handelt

es sich um eine sehr offene Ausbildung,

die in viele Richtungen gehen

kann, nicht zuletzt deshalb, weil auch

die Möglichkeit einer Berufsmatura besteht.»

Allerdings sei der Umgang mit

den 16-Jährigen für die Lehrpersonen

ein ganz anderer, diesbezüglich gelte es

die entsprechenden Kompetenzen zu

fördern.

Dass das neue Bildungssystem

mehr Männer in die bisherige Frauendomäne

Gesundheitsberufe locken

werde, bezweifelt Hanni Wipf, die ihre

Laufbahn selbst als Pflegefachfrau begann.

Das Angebot auf Tertiärstufe

mache den Gesundheitsbereich zwar

vermutlich für den einen oder anderen

Mann attraktiver, der Pflegeberuf

dürfe aber ruhig ein Frauenberuf bleiben.

«Wichtig scheint mir jedoch, dass

wir dafür sorgen, dass die Frauen, die

in den Beruf einsteigen, auch bleiben

und Kaderpositionen besetzen können.»

Um dies zu erreichen, müsse

beispielsweise positiv für den Beruf

geworben werden, so wie er eben sei:

Verantwortungsvoll, da sehr nah am

Menschen. Doch in der Gesellschaft sei

die Wertung immer noch schlecht.

«Das neue Bildungssystem wird sicher

helfen, das Berufsansehen in positivem

Sinne zu beeinflussen», hofft

Hanni Wipf. Dies wiederum werde sich

in einer noch besseren Rekrutierung

niederschlagen. «Das Angstgespenst,

dass zu Zeiten einer gut laufenden

Wirtschaft viele aus den Gesundheitsberufen

abwandern, ist ja nicht neu.

Aber im Pflegeberuf bleibt man ohnehin

nicht, wenn es einem nicht wirklich

Freude macht.» Dem neuen

System müsse nun etwas Zeit gelassen

werden, sich zu etablieren. «Und wir

müssen weiterhin sehr wach und offen

bleiben für Veränderungen. Dabei gilt

es auch, Bewährtes zu bewahren,

es aber auf allen Ebenen weiterzuentwickeln.»

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 41


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Ein Gesetz bewegt die Berufsbildung

Mit dem neuen Berufsbildungsgesetz

sind die Branchenverbände gefordert.

Bisherige Berufsbilder und Ausbildungen

werden reformiert. Einige davon

sind bereits erfolgreich umgesetzt, andere

stehen noch in den Startlöchern.

Fabrice Müller

Projekt- und Gruppenarbeit ist angesagt.

In Kleingruppen beschäftigen sich

46 junge Frauen und neun Männer mit

Kunststoffmaterialien, die in der Schuhproduktion

verwendet werden. Lorenz’

Aufgabe ist es, seinen beiden «Mitarbeiterinnen»

Cigdem und Samanta die verschiedenen

Eigenschaften von Gore-

Tex-Membranen und anderen High-

Tech-Materialien zu erklären – ganz im

Stil einer internen Mitarbeiterschulung.

42 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Insgesamt stehen während dieses ersten

überbetrieblichen Kurses im Rahmen

der neuen beruflichen Grundbildung

Detailhandel 36 Lektionen auf

dem Programm. Lorenz, Cigdem und

Samanta gehören zu den insgesamt 380

Jugendlichen, die im letzten August diese

neue Grundbildung im Schweizer

Schuhhandel bei rund 290 Lehrbetrieben

begonnen haben. Die Lehrbetriebe,

Berufsfachschulen und Berufsverbände

mit ihren überbetrieblichen Kursen

(üK) bilden die drei Lernorte der neuen

beruflichen Grundbildungen im Detailhandel,

die im Rahmen des neuen Berufsbildungsgesetzes

(BBG) durch die

eigens ins Leben gerufene Organisation

Bildung Detailhandel Schweiz entwickelt

wurde. Im gesamten Detailhandel

starteten letzten Sommer rund 6’900 Jugendliche

an 40 Berufsfachschulen in

allen 26 Kantonen mit der neuen beruflichen

Grundbildung. Der Start verlief

laut Dieter Spiess, Präsident des Schuh-

händler-Verbandes und der eidgenössische

Kommission für «Berufsentwicklung

und Qualität» erfolgreich. «Wir hatten

stets Praxisbezug und gingen von

konkreten Bedürfnissen der Beteiligten

aus. Unsere Reform ist das Werk von

Frontleuten, nicht von Theoretikern.»

Zusatzfächer und Spezialisierung

«Mit der neuen Grundbildung Detailhandel

wird den veränderten Anforderungen

des Detailhandels sowie den gesteigerten

Erwartungen der Kunden an

die Fachkenntnisse und die Kommunikationsfähigkeit

des Personals Rechnung

getragen», erklärt Dieter Spiess.

Neben Fachkompetenzen werden die

Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen

stärker gewichtet und ausgebildet.

Die Grundbildung wird durch den

höheren Praxisbezug attraktiver und

fördert die Eigenverantwortung der

Lernenden. Verwandte Branchen des

Detailhandels sind in Gruppen zusam-


mengeschlossen. In diesen Branchengruppen

ist die Grundbildung so gestaltet,

dass den Lernenden auch Fachwissen

der anderen Ausbildungs- und Prüfungsbranchen

vermittelt werden, damit sie

später bei Bedarf innerhalb der Gruppe

wechseln können.

Finanzielle und personelle Belastung

Rund eineinhalb Millionen Franken investierte

der Verband Schweizerischer

Schreinermeister und Möbelfabrikanten

(VSSM) seit 2000 in die Entwicklung

und Umsetzung der neuen vierjährigen

Lehre und der Attestbildung auf Branchenebene.

Während die vierjährige

Schreinerlehre vorerst noch ohne grosse

Veränderungen bleibt – da sie erst

2002 überarbeitet wurde –, fordert in

dieser Reform vor allem das Grossprojekt

«Attestbildung» für lernschwächere

Jugendliche von den Verantwortlichen

viel ab. «Die Umsetzung ist für uns finanziell

wie auch personell eine grosse

Belastung», betont Romain Rosset, Bereichsleiter

Berufsbildung. Ein weiterer

wichtiger Schwerpunkt dieses Reformprojekts

sind die überbetrieblichen

Kurse. Die brancheninterne Ausbildung

findet während zehn Wochen für die

vierjährige Lehre beziehungsweise

während sieben Wochen für die neue

zweijährige berufliche Grundbildung

statt.

Lehrbetriebe sensibilisieren

Zurzeit laufen die Schulungen der Berufsbildner

für die zweijährige Grundbildung.

«Wir möchten die Lehrbetriebe

für diese Lehre sensibilisieren, damit

sie auch für lernschwächere Jugendliche

Stellen anbieten. Zudem hoffen wir,

dass wir neue Lehrbetriebe – die bisher

keine vierjährige Lehre anbieten konnten

– gewinnen», erklärt Romain Rosset.

Als nächstes Projekt steht die Reform

der höheren Berufsbildung auf dem

Programm.

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Neues Gesetz mit Folgen

Anfang 2004 trat das neue Berufsbildungsgesetz

(BBG) in Kraft. Insgesamt

ist die Umsetzung des Gesetzes auf

Kurs, wie Dani Duttweiler, stellvertretender

Leiter Ressort Grundsatzfragen und

Politik beim Bundesamt für Berufsbildung

und Technologie (BBT), erklärt. Verschiedene

berufliche Grundbildungen wie

zum Beispiel im Hotel- und Gastrobereich,

im Detailhandel oder in der

Informatik sind bereits in Kraft.

Hauptpunkte der Reform sind die

– grössere Flexibilität in der

beruflichen Grundbildung

– die Einführung einer zweijährigen

beruflichen Grundbildung für

schulisch Schwächere

– die klarere Positionierung der

höheren Berufsbildung

– die Integration sämtlicher Berufe

ausserhalb des Hochschulbereichs

– die Erhöhung der Durchlässigkeit

– die Einführung einer neuen

Finanzierung

– Als dritter Lernort der beruflichen

Grundbildung sind die überbetrieblichen

Kurse im BBG

verankert worden. (fab)

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 43


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Forum Weiterbildung an der Worlddidac Basel 2006

Ist Schule schön? So lautet das diesjährige

Motto des Forum Weiterbildung

an der Worlddidac Basel vom 25. bis

27. Oktober 2006. Am Stand F98

sowie im Saal Luzern finden Veranstaltungen

mit Persönlichkeiten statt, welche

das diesjährige Schwerpunktthema

aus unterschiedlichen Blickwinkeln

beleuchten.

Das Forum Weiterbildung, ein Zusammenschluss

der Fachstelle für Erwachsenenbildung

Basel-Landschaft, des

Instituts für Unterrichtsfragen und

Lehrer/innenfortbildung Basel-Stadt,

der Pädagogischen Hochschule der

Fachhochschule Nordwestschweiz sowie

der Pädagogischen Hochschule

Zürich, präsentiert an der Worlddidac

ein interessantes und viefältiges Angebot.

Höhepunkt bilden zum einen drei

öffentliche Veranstaltungen, die täglich

von 11.00 bis 12.30 Uhr im Saal Luzern

stattfinden. Am Stand F98 selbst finden

auf das jeweilige Tagesmotto eingehende

Foren statt (Beginn 09.30, 13.30 und

15.00 Uhr, Dauer jeweils 60 Minuten).

Müssen Lehrpersonen schön sein?

Ausgehend von seinen Beobachtungen

macht sich der Publizist und Philosoph

Dr. Ludwig Hasler Gedanken zur Sinnlichkeit

von Lehrpersonen. Seine Erkenntnisse

fasst er in einer Lesung

«Müssen Lehrerinnen schön sein?

Sicher! Lehrer auch!» zusammen und

gibt dabei sein eigenes Fazit ab. Über

seine provokative These diskutieren

46 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

anschliessend unter der Leitung der

bekannten Journalistin und Radiomoderatorin

Cornelia Kazis fünf prominente

Gäste aus Wirtschaft, Kultur und

Bildung.

Rund um das Tagesmotto finden

am Stand F98 drei Foren statt, die sich

mit der Auftrittskompetenz und dem

Lehren mit allen Sinnen, der Frage

nach dem Einfluss der Ästhetik auf den

Schulalltag sowie mit Ideen und Konzepten

für den Einsatz von Humor im

pädagogischen Bereich befassen.

Schönheit im schulischen Lebensraum

Einen speziellen Ort des schulischen

Lebensraums stellen Zamt & Zunder

am zweiten Messetag vor. Mit ihrem

Theaterstück «Meetingpoint Lehrerzimmer:

Ein Theaterstück für alle, die

es wissen wollen» werden anhand von

Stichworten wie «Qualitätsdiskussion,

Kernaufgaben, Kommunikation, Wertschätzung

im Team, Anschlagebrett

oder Kopierer» aktuelle Situationen in

einem Lehrerzimmer nachgestellt.

Auch hier wird das Tagesmotto in

Foren vertieft. Diese gehen folgenden

Fragen nach: Wie kann Unterricht in

kleinen Teams gestaltet werden?

Führen Pädagogen, Architekten oder

Behörden bei Schulbauprojekten in

Zukunft das Zepter? Wie sehen die Zusammenhänge

zwischen Schularchitektur,

Schulkultur und Lernen an

einem konkreten Beispiel aus? Seinen

Abschluss findet der zweite Tag mit sogenannten

«Spoken Word»-Passagen.

Spoken Word steht – wie der Name ver-

muten lässt – für das gesprochene Wort

mit seiner Direktheit und seiner akustischen,

klanglichen Präsenz.

Referat mit musikalischem Intermezzo

Unter dem Motto «Eine schöne Schule

wird am dritten Tag eine Verbindung

zwischen Bildung, Kultur und

Gesellschaft geschlagen. Dabei tritt ein

Referat des Pädagogikprofessors Prof.

Dr. Jürgen Oelkers in einen Dialog mit

der Musik der Saxofonistin Co Streiff.

Die Worte werden von den Klängen

aufgenommen, getragen, gereizt und in

einem kommunikativen Zusammenspiel

verbunden.

Abgrundet wird der Tag mit zwei

weiteren Foren. Die Vorstellung «eine

schöne Ordnung – von Sudoku zur Mathematik»

zeigt auf, dass Zauberkunststücke

auf mathematischen Gesetzmässigkeiten

beruhen und auch Mathematik

«magisch» sein kann. Der

zweite Beitrag geht der Frage nach,

welche Ziele nachhaltiges Wirtschaften

verfolgen und inwieweit Nachhaltigkeit

als Innovations- und Bildungselement

der Zukunft betrachtet werden kann.

Weitere Informationen zum Forum

Weiterbildung sind abrufbar unter

www.worlddidacbasel.ch>Begleitveranstaltungen>Forum

Weiterbildung.

Gratiseintrittstickets sind erhältlich

(solange Vorrat) bei: Pädagogische

Hochschule Zürich, Regula Kleinberger,

Prorektorat Weiterbildung und

Forschung, Tel. 043 305 53 02,

regula.kleinberger@phzh.ch


Weiterbildungsangebote

www.phzh.ch

Weiterbildungsstudiengänge Master of Advanced Studies (MAS)

Die neue Broschüre «Vom Zertifikatslehrgang zum Master of Advanced Studies» ist erschienen. Sie ist zu bestellen über:

wbs@phzh.ch oder 043 305 54 00.

Zertifikatslehrgänge (ZLG) 2006

Detaillierte Informationen und Anmeldeformulare zu den neuen, aber auch bisherigen Zertifikatslehrgängen sind abrufbar unter:

www.phzh.ch>Weiterbildungsstudiengänge>Zertifikatslehrgänge

Zertifikatslehrgang Pädagogischer ICT Support (PICTS)

Die Absolventinnen und Absolventen des Zertifikatslehrgangs «Pädagogischer ICT-Support» (PICTS) sind für ihre Lehrerkolleginnen und

-kollegen Themenexpertinnen und -experten für «integrierte Informatik- und Medienbildung». PICTS ist ein Zertifikatslehrgang (15 ECTS-

Punkte) der Pädagogischen Hochschule Zürich und der Fachhochschule Nordwestschweiz in Kooperation mit der Pädagogischen

Hochschule Schaffhausen und der Schweizerischen Zentralstelle für die Weiterbildung der Mittelschullehrpersonen.

Information und Anmeldung: www.picts.ch, Anmeldeschluss verlängert bis 8. September 2006.

Wahlmodule 2006

Das Wahlmodulangebot der Pädagogischen Hochschule Zürich bietet ein breites Angebot zu unterschiedlichen Themenfeldern und steht

allen Interessent/innen offen. Ausgewiesene Expertinnen und Experten bereiten ihre jeweiligen Themen so auf, dass innerhalb kurzer Zeit ein

umfassender Einblick möglich ist.

Information und Anmeldung: Es hat noch freie Plätze nach den Sommerferien, www.phzh.ch>Weiterbildungsstudiengänge>Wahlmodule,

wb.module@phzh.ch, 043 305 54 46

Weiterbildung zur Kontaktlehrperson für Gesundheitsförderung und Prävention

Januar 2007 bis Juli 2008 (3 Module), Anmeldeschluss: 31. Dezember 2006

Die Weiterbildung zur Kontaktlehrperson für Gesundheitsförderung und Prävention hat das Ziel, Schulen bei der Verankerung von Gesundheitsförderung

und Prävention zu unterstützen. Die Teilnehmenden erhalten eine Einführung in die Grundlagen von Gesundheitsförderung und

Prävention und Instrumente zur Umsetzung dieser Themen im Schulhaus. Voraussetzung für die Weiterbildung zur Kontaktlehrperson ist der

Beitritt des Schulhauses zum Kantonalen Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen Zürich.

Information und Anmeldung: www.phzh.ch>Weiterbildung>Weiterbildungsstudiengänge>Wahlmodule.

Pädagogische Hochschule Zürich, Wahlmodule, Birchstr. 95, 8090 Zürich, wb.module@phzh.ch, Fax 043 305 52 01

Kantonales Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen Zürich (Volksschule)

Das Kantonale Netzwerk ist neu als regionales Netzwerk des Schweizerischen Netzwerks Gesundheitsfördernder Schulen entstanden.

Es richtet sich an Schulen der Primarstufe, der Sekundarstufe 1 und an Kindergärten, die ihr Engagement in Gesundheitsförderung und

Prävention verstärken wollen. Das Netzwerk bietet Schulen Support, Beratung, Austausch mit anderen Netzwerkschulen und Unterstützung

bei Projekten. Verbunden mit dem Beitritt ins Kantonale Netzwerk ist die Verpflichtung zur Weiterbildung zur Kontaktlehrperson für Gesundheitsförderung

und Prävention (siehe oben).

Information und Anmeldung: www.phzh.ch>Dienstleistungen>Gesundheit und Prävention>Netzwerk gesundheitsfördernder Schulen

Regula Nussbaumer, lic. phil., Koordination Netzwerk, PHZH, Gesundheitsförderung und Prävention, kngszh@phzh.ch

Marktplatz Primary English Community

28. September oder 28. November 2006, 18.00–20.00 Uhr

Nachdem Englisch in der Primarschule in allen Zürcher Gemeinden eingeführt wurde, bieten wir allen UST-Lehrkräften eine Möglichkeit an,

Erfahrungen, Tipps und evt. Materialien auszutauschen und Anregungen für den Anfängerunterricht Englisch zu erhalten.

Nach einer kurzen, geführten Einstiegsrunde können Sie in Interessengruppen Ideen und Materialien austauschen, sowie in einer abschliessenden

Runde Fragen von allgemeinem Interesse stellen. Zudem haben sie Gelegenheit, die Zusatzmaterialien von First Choice anzuschauen

Information und Anmeldung

Anmeldungen schicken Sie bitte an die Fachberatung Englisch fachberatung.englisch@phzh.ch.

Kursort: PHZH, Sihlhof, Lagerstrasse 5, 8021 Zürich. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website http://educanet2.ch/pec

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Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 47


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Intensivweiterbildung

Eine Auszeit nehmen – etwas für Sie?

Die Intensivweiterbildung (IWB) 2007 und 2008 dauert 13 Wochen und ermöglicht eine spezielle Auszeit in ihrem beruflichen Alltag! Diese

Auszeit beinhaltet einerseits einen Bildungsurlaub, will andererseits jedoch keinen zertifizierten Weiterbildungsabschluss anstreben. Die IWB

ist vielmehr eine personorientierte Weiterbildung: Der Schwerpunkt liegt auf der Persönlichkeitsentwicklung und der Persönlichkeitsstärkung.

Es stehen Ihnen vier Varianten zur Auswahl. Interessiert? Dann melden Sie sich doch für die Informationsveranstaltung an. Diese finden

wahlweise am 30. September 2006 oder 3. Oktober 2006 statt.

Weitere Informationen und Anmeldung: www.phzh.ch>Weiterbildung>Intensivweiterbildung

Zusatzqualifikationen

Zusatzausbildung Englisch Primarstufe

Ausbildungsteile: (Max. 10 Module)

Start: Febuar 2007, Anmeldeschluss: 15. November 2006

– Sprachkompetenzausbildung bis Advanced Level, 0–4 Module (je nach Kenntnissen)

– Methodik-Didaktikausbildung (3 Module): 1 Fremdsprachendidaktik-Modul (7 Mittwochnachmittage)

und den 2 Stufendidaktik-Module (3 Freitage, 3 Samstage)

– Fremdsprachen-Praktikum (Assistant Teachership), Begleitlehrkraft (Assistant Teacher)

in einer Schule im englischsprachigen Raum (3 Wochen)

Information und Anmeldung: www.phzh.ch>Ausbildung>Zusatzqualifikationen>Zusatzausbildung Englisch Primarstufe

Pädagogische Hochschule Zürich, Zusatzausbildung Englisch an der Primarschule, Schönberggasse 1, 8090 Zürich,

zusatzausbildungen.englischps@phzh.ch, 043 305 60 55

Medienlernen

LINK-Tagung 2006

Mit ICT-Standards (Lehrplan, Stufenziele) und Podcast (praktischer Umsatz im Unterricht) stehten zwei Themen im Zentrum der Tagung,

die in den vergangenen Monaten im Bereich Medien und ICT an Bedeutung gewonnen haben. Eingeladen sind Lehrpersonen und Mitglieder

der Schulbehörden. Die Teilnahme ist kostenlos.

Datum: 6. September 2006, 14.00–17.00 Uhr.

Information und Anmeldung: www.schulinformatik.ch/linktagung

Projektorientierte Informatik-Animation – PIA

«PIA» bildet Informatik-Animator/innen aus, welche die Lehrkräfte aller Schulstufen bei der Planung und Durchführung von Projekten mit

Computerintegration unterstützen. 3 Module mit Inhalten zu Animation, Projektmanagement, Methodik, eLearning, Medienpädagogik, ICT

und Schulentwicklung, Computerfertigkeit, Teamcoaching und Evaluationsinstrumenten. Total 10 Präsenztage. Abschluss: 4.5 ECTS-Punkte.

Obligatorische Informationsveranstaltung: 20. September 2006, Anmeldeschluss: 30. September 2006

Start: 16. bis 18. Oktober 2006. Die Kurskosten werden von der Bildungsdirektion übernommen.

Information und Anmeldung: www.phzh.ch/medienlernen>Angebote für Einzelpersonen>PIA

(Download der detaillierten PIA-Mappe und des Anmeldeformulares).

Pädagogische Hochschule Zürich, Bereich Medienlernen, Stampfenbachstrasse 121, 8090 Zürich; medienlernen@phzh.ch, 043 305 57 12

48 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006


Beratung und Schulentwicklung

Supervisionsgruppe für Lehrerinnen und Lehrer aller Stufen

Neustart: Mittwoch, 25. Oktober 2006, Anmeldeschluss: 15. September 2006, Dauer: 6 mal 2 Stunden (Treffen etwa einmal pro Monat),

Gruppengrösse: bis 8 Personen.

Inhalte und Ziele: Die eigene Berufspraxis überprüfen und optimieren. Austausch beruflicher Erfahrungen. Eigenes Verhalten reflektieren. Neue

Wege suchen.

Information und Anmeldung: www.phzh.ch>Dienstleistungen>Beratung und Schulentwicklung>neue Angebote

Pädagogische Hochschule Zürich, Beratung und Schulentwicklung, Birchstrasse 95, 8090 Zürich. bs@phzh.ch, Telefon 043 305 50 40

Supervisionsgruppe für Schulische Heilpädagoginnen und Heilpädagogen

Neustart: Mittwoch, 29. November 2006, Anmeldeschluss: 31. Oktober 2006, Dauer: 6 mal 2 Stunden (Treffen etwa einmal pro Monat),

Gruppengrösse: bis 8 Personen

Inhalte und Ziele: Sicherheit im Umgang mit Schülerinnen und Schülern, mit Behörden und mit Kolleginnen und Kollegen. Erweiterung der

Sichtweisen zu Problemstellungen respektive zu möglichen Lösungswegen. Zunahme der persönlichen Berufskompetenz

Information und Anmeldung: www.phzh.ch>Dienstleistungen>Beratung und Schulentwicklung>neue Angebote

Pädagogische Hochschule Zürich, Beratung und Schulentwicklung, Birchstrasse 95, 8090 Zürich. bs@phzh.ch, Telefon 043 305 50 40

Stress und Burnout in der Schule

Das Departement Beratung und Schulentwicklung stellt in der aktuellen Broschüre «Stress- und Ressourcenmanagement, Burnoutprävention

und -intervention» ein breites Angebot vor, welches Lehrpersonen, Schulleitungen und Schulbehörden bei der allgemeinen Prävention, bei der

Früherkennung oder bei der aktuellen Bewältigung einer Akutsituation unterstützen.

Kontakt und Information: www.phzh.ch>Dienstleistungen>Beratung und Schulentwicklung >neue Angebote

Pädagogische Hochschule Zürich, Beratung und Schulentwicklung, Birchstrasse 95, 8090 Zürich. bs@phzh.ch, Telefon 043 305 50 40

Lebensraumgestaltung und Umweltbildung in der Schule

Das neue Angebot des Departements Beratung und Schulentwicklung beinhaltet verschiedene thematische Baumsteine zur Lebensraumgestaltung

und Umweltbildung in der Schule und unterstützt Projekte und Vorhaben, deren Umfang die Schule nach den lokalen Bedürfnissen

bestimmt.

Kontakt und Information: www.phzh.ch>Dienstleistungen>Beratung und Schulentwicklung>neue Angebote

Pädagogische Hochschule Zürich, Beratung und Schulentwicklung, Birchstrasse 95, 8090 Zürich. bs@phzh.ch, Telefon 043 305 50 40

Weiterbildungskurse

kurse.phzh.ch

Kurse mit freien Plätzen

116100.01 …und am liebsten würde ich… Mi, 4./25.10. und 22.11.2006, 17.00–21.00

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526104.01 Französisch in Paris 5 Tage (Herbstferien), 9. bis 13.10. 2006, 9.00–17.00

616101.01 Einführung in die Arbeit mit Holzbearbeitungsmaschinen Mi, 24./31.10. und 7./14./21.11.2006, 18.00–21.00

536105.01 Games and Fun Activities for Teachers at Secondary Level I Mi, 25.10. und 1.11.2006, 18.30–20.30

336101.01 Sich selber managen Sa, 28.10.2006, 08.30–17.00

516100.01 Sprachförderung konkret: Sa, 28.10.2006, 08.30–12.00,

Sprachförderung im Kindergarten/in der Vorschule Do, 16./23.11.2006, 17.15–19.45

816106.01 Ein- und Ausklänge für «runde» Lektionen Di, 31.10. und 7.11.2006, 18.00–21.00

936112.01 Pingu, Teletubbies, Die Sendung mit der Maus&Co Do, 2./30.11.2006, 18.30–21.30

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 49


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336104.01 Die eigene Zukunft gestalten Sa, 4./18.11.2006, 9.00–17.15

336105.01 Entspannung im Kindergarten und in der Schule Di, 7./14.11.2006, 17.30–20.30

426100.01 Basiskompetenz Politische Bildung Di, 7./14./21.11.2006, 18.00–21.00

116103.01 Aufwachsen in einer sich wandelnden Welt Mi, 8./22.11.2006, 14.00–17.00

536103.02 Englisch for «Learners at Secondary Level B/C» Mi, 8./15./22.11.2006, 14.00–17.30

116100.01 …und am liebsten würde ich… Mi, 4./25.10. und 22.11.2006, 17.00–21.00

526104.01 Französisch in Paris 5 Tage (Herbstferien), 9. bis 13.10. 2006, 09.00–17.00

616101.01 Einführung in die Arbeit mit Holzbearbeitungsmaschinen Mi, 24./31.10. und 7./14./21.11.2006, 18.00–21.00

536105.01 Games and Fun Activities for Teachers at Secondary Level I Mi, 25.10. und 1.11.2006, 18.30–20.30

336101.01 Sich selber managen Sa, 28.10.2006, 08.30–17.00

Neue Kurse

516107.02 Sprachenunterricht und neues Zeugnis

Weiterbildungskurse

http://kurse.zal.ch

Kurse mit freien Plätzen

216213.02 Reden statt streiten – Mediation in der Schule Mi, 25.10., 8./22.11. und 13.12.2006, 17.00–20.00

216219.01 Disziplin ohne Strafe Mi, 8./22./29. 11.2006 und 17.1.2007, 15.00–19.00

236204.01 MODELLING! Eine aktuelle Unterrichtsform,

50 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Im Kanton Zürich gilt ab diesem Semester das neue Schulzeugnis,

das in den Sprachfächern eine Beurteilung aller Sprachfertigkeiten erfordert.

Diese bedingt angepasste Unterrichtsformen sowie Testmaterialien.

Zielgruppe: Lehrpersonen, die eine oder mehrere Sprachen

(Deutsch, Englisch, Französisch) auf der Sek I unterrichten Di, 26.09. und 7.11.2006, 17.30–21.30

Informationen und Anmeldung

Detailausschreibungen und Kurse mit freien Plätzen sind abrufbar unter: kurse.phzh.ch

Pädagogische Hochschule Zürich, Weiterbildungsveranstaltungen, Birchstrasse 95, 8090 Zürich,

weiterbildungskurse@phzh.ch, Telefon 043 305 51 00

damit der Unterricht bei selbstständigen Arbeiten funktioniert Sa, 11./ 25.11.2006, 9.00–13.00

316202.02 SOS in Handschriften von Jugendlichen Di, 7./14./21./28.11.2006, 17.00–20.30

416201.01 Jugendliche und Sekten Mi, 1./8./22.11.2006, 17.00–19.30

466210.01 Ernährung und Haut Mi, 25.10. und 8.11.2006, 14.30–18.30

516211.01 Grammatikfallen des Alltags Mi, 25.10. und 1.11.2006, 18.00–21.00

616204.01 Schmuck aus Corian Do, 26.10., 2./9./16.11.2006, 18.00–21.00

616219.01 Trendige Taschen aus verschiedenen Materialien Sa, 4./18.11.2006, 9.00–16.00

636204.02 Orientalischer Tanz I Di, 7./14./21.11.2006, 17.30–20.00

816212.01 Klettern im Block Mi, 8./15.11.2006, 14.00–17.00

816221.01 Zeitgemässe Tanzformen für die Schule:

Streetdance, Hip-Hop und Break Do, 9./16./23./30.11. und 7.12. 2006, 20.00–21.30

936212.01 Arbeitsblätter gestalten mit Mac (AppleWorks 6 & MS Word) Mi, 25.10., 8./22.11.2006, 14.00–17.00


936221.01 Kommunikation mit E-Mail Do, 30.11. und 7.12.2006, 18.00–21.00

936222.01 iLive: Digitales Leben im Schulalltag Mi 1./29. 11., 14.00–17.00,

Weiterbildungskurse

www.unterstrass.edu

Sa, 18. 11.2006, 08.30–11.30

936223.01 Videoschnitt am PC Mi, 15./22.11.2006, 14.00–17.00

Informationen und Anmeldung

Detailausschreibungen und Kurse mit freien Plätzen sind abrufbar unter: kurse.zal.ch

Pädagogische Hochschule Zürich, Kanzlei Weiterbildung, Birchstrasse 95, 8090 Zürich, weiterbildungskurse@phzh.ch, 043 305 59 00

Kurse mit freien Plätzen

080606.01 Einführungskurs in Problem Based Learning Fr/Sa 8./9.6. und 7./8.9. und

Sa 10.11.2007, 9.00–17.00

Informationen und Anmeldung

Detailausschreibung und Anmeldetalon sind abrufbar unter: unterstrasse.edu

Anmeldschluss 15. März 2007, Monica Lutz, Institut Unterstrass an der PHZH, Seminarstr. 29, 8057 Zürich, institut@unterstrass.edu

Weiterbildungskurse Berufsschulen

www.ileb.ch/weiterbildung.htm

Kurse mit freien Plätzen

A13 Faszination Gehirn Fr, 22./Sa, 23.9., 8.30–16.30 bzw. 15.00

Fokus

Volksschule

Mittelschule

Berufsschule

Weiterbildung

Agenda

Service

Podium

Portrait

A16 Handeln in heissen Situationen: Klassenintervention Do,14./Fr, 15.9. sowie Do, 23.11, 8.30–17.00

A18 Berufspraktisches Training: Auftrittskompetenz Fr, 29.9. und 27.10., 14.00–17.30,

B14.2 Einheitliches Layout, grosse Flexibilität und minimaler Aufwand –

sowie Sa, 30.9. und 28.10., 9.00–16.00

kein Widerspruch auch für grössere Textdokumente Mo, 18./25.9., 17.30–21.00

B15.1 Auswerten einer Umfrage – statistische Daten

und Diagrammdarstellung Mo, 2./23./30.10. ,17.30–21.00

B19 Digitale Fotografie und ihre Anwendung im Umfeld der Schule Fr, 8./15./22.9., 8.30–17.00

B21.2 Digitale Bildbearbeitung mit Photoshop – Fr, 22./29.9., 6./27.10.

Bildeinstellungen und Auswahltechniken sowie 3./10.11., 18.00–21.10

C12 TAT-ORT Gesellschaft: pro juventute Telefonhilfe 147 Fr, 22.9., 16.30–18.30

C13 Ausdruck eines neuen Menschenbildes – sinnlostanzen Sa, 30.9., 10.00–12.30

C14 Begegnung mit dem Judentum Mi, 25.10., 9.00–18.00

D23 Häuser, die Geschichte schrieben: die Villa «Seerose» in Horgen Fr, 1.9., ganzer Tag

D30 Nidwalden – Vom Reduit zum Flugzeug-Exportweltmeister Fr, 22.9., 7.30–17.30

D31 Besuch in Katrin Bechtlers Kunstvilla im Seefeld Mi, 27.9., 15.00–18.00

E22 Multiple Intelligences in the Classroom: Building on Strengths Sa, 2.9., 9.00–13.00

F09 Klettern – von der Halle in den Fels Sa, 9.9., ca. 10.00, bis So, 10.9., 17.00

F10 Körperhaltung – mehr als nur ein gerader Rücken? Mo, 18./25.9. sowie 2.10., 18.30– 20.30

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 51


Fokus

Volksschule

Mittelschule

Berufsschule

Weiterbildung

Agenda

Porträt

Amtliches

Stellen

F11 Trendsportarten Flagfootball und Frisbee Sa, 23.9., 9.30–13.30

G03 Fragebogen erstellen und einsetzen Di, 12.9., 8.45–16.45

G04 Statistische Auswertung von Fragebogen Mi, 13.9., 8.45–16.45

H14 Blusen – Schnittkonstruktionen Fr, 8./22.9., 13.30–18.00,

Informationen und Anmeldung

Detailausschreibungen und Kurse mit freien Plätzen sind abrufbar unter www.ileb.ch/weiterbildung.htm

BaZ – Berufsbildung am ZHSF, Weiterbildung, Kurvenstrasse 17, 8090 Zürich, 043 305 66 72

Weiterbildungskurse Mittelschulen

http://webpalette.ch>Sekundarstufe II>uni|eth|ph|zürich ZHSF

Kurse mit freien Plätzen

Jugend debattiert Mi, 30.8.2006, 9.30–17.00

Wissenschaftliche Arbeiten: die Maturaarbeit Fr, 27.10.2006, 9.30–17.30

Lectures - Jeunesse pour niveaux intermédiaires Mi, 8.11.2006, 9.30–17.00

La chanson – une aubaine pour l’enseignement du français Mo, 22.1.2007, 9.30–17.30

Strumenti, esperienze e idee per l’uso del Web nella didattica dell’italiano Mo, 18.12.2006, 9.30–17.00

Provare per credere – ICT im Französisch- und Italienischunterricht Mo, 30.10 und 13.11.2006, 14.30–17.30

Mehrschichtige Probleme Mi, 8.11.2006, 9.30–16.30

Benfords Gesetz im Mathematikunterricht? Mo, 25.9.2006, 9.30–17.00

Interaktive Teilchenphysik an der Mittelschule Fr, 8.9.2006, 9.30–17.00

Projektarbeit im Physikunterricht Di, 31.10.2006, 9.30–17.00

Visualisierung im Unterricht – einfache Animationen selbst gemacht Di, 26.9.2006, 9.30–16.00

Die Entwicklung des Nervensystems Mi, 8.11.2006, 9.30–16.30

Biochemie-Fortbildungstag Mi, 6.9.2006, 9.15–17.00

Faszination Bioforschung – nicht nur eine afrikanische Erfolgsstory Mo, 27.11.2006, 9.00–17.00

Die Schweiz und der Sklavenhandel Di, 28.11. 2006, 9.30–17.00

Sind wir im Bild? Bilder als Informationsquellen nutzen Do, 18. und 25.1.2007, 9.30–17.00

Video kompakt Fr, 17.11.2006, 9.00–17.30

Vokalmusik der Renaissance Sa, 20.1.2007, 9.30–16.00

Pubertät: Zeit der allgemeinen Verunsicherung Di, 9.1.2007, 14.15–17.00

Selbstmanagement im Schulalltag 30.11., 13.1.2006, je 14.00–17.00,

52 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

sowie Sa, 9./23.9., 8.30–12.00

13.1., 9.00–16.00, 23.1.2007, je 14.00–17.00

Kleine Schritte statt Heldentaten: Ein Training zur Förderung der Zivilcourage jeweils Fr/Sa, 10./11.11. 2006 und

9./10.3. 2007, je 9.00–17.30

Sprechen – klangvoll und gut artikuliert Di, 31.10. und 14.11.2006, 9.30–16.00

Praktisch-psychologische Grundlagen der Gesprächsführung Di, 31.10., 14., 28.11. und 12.12.2006,

je 14.15–17.30

Information und Anmeldung

Detailausschreibungen und Kurse mit freien Plätzen sind abrufbar unter www.webpalette.ch>Sekundarstufe II>uni|eth|ph|zürich ZHSF

Höheres Lehramt Mittelschulen, Weiterbildung, Beckenhofstr. 35, 8006 Zürich


Fokus

Volksschule

Mittelschule

Berufsschule

Weiterbildung

Agenda

Porträt

Amtliches

Stellen

schule&kultur: Kulturangebot für Schulen / schule&kultur, Elisabethenstrasse 43,

8090 Zürich, Telefon 043 322 24 44, www.schuleundkultur.ch

Ausstellung

Geldgeschichten: Vom Umgang mit

dem Geld

Museum Bärengasse

Die Sonderausstellung «Die Zürcher

und ihr Geld» zeigt auf wenigen Quadratmetern

die Geschichte des Geldes

in Zürich auf, von den keltischen

Münzfunden bis zur Schuldenberatung

heute. Nach einem kurzen Rundgang

durch die Ausstellung machen wir uns

in Gruppen praktische aber auch philosophische

Gedanken: Wozu braucht

es überhaupt Geld? Wie gut kennen wir

unser Geld? Welche Kriterien müssen

Ausstellung

Eidgenössische Förderpreise für Design

Museum für Gestaltung Zürich

Ob Grafiker, Modeschöpfer, Typograf,

Fotograf, Produktgestalter oder Illustrator:

Sie alle sind Designerinnen und Designer

und gestalten unseren Alltag mit.

Das Schweizer Design gehört seit langem

zur Weltspitze. Die Ausstellung zeigt junge

Schweizer Gestalter mit ihren neuesten

Entwürfen. Damit bietet sie nicht nur

einen Einblick in die verschiedenen

Berufsfelder sondern zeigt einen aktuellen

Querschnitt zum Thema.

Im Workshop folgen wir den Spuren

des Designs: Was macht gutes Design

aus? Welche Auswirkungen hat Design

54 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Banknoten erfüllen? Wie werden Menschen

auf den Noten und den Münzen

dargestellt und was sagen sie damit

aus? Wann ist man reich beziehungsweise

arm? Was kann man nicht kaufen?

Wie gehen wir mit unserem Geld

um?

Workshop für 5.–9. Schuljahr:

Mo 6., Di 7., Mi 8., Do 9., Fr 10. Nov.,

je 9 h und 13.30 h (Dauer: 2.30 h) /

mit Salome Maurer und Angela Zeier,

Museumspädagoginnen / Fr. 120.– (inkl.

ZVV), kostenlos für Stadtzürcher Volksschule

/anmelden bis 20. Okt.

auf unseren Alltag? Wir erkunden, vergleichen

und skizzieren anschliessend

eigene Designstücke.

Workshop ab 5. Schuljahr, Kantons- und

Berufsschulen:

Di 7., 14., 21., Nov. je 14 h,

Fr 10., 17., 24. Nov. je 10 h und 14 h,

Fr 8. Dez. 10 h (Dauer: 2 h) /

mit Ursina Spescha, Museumspädagogin /

Fr.120.– (inkl. ZVV), kostenlos für Stadtzürcher

Volksschule / anmelden bis 23. Okt.

Einführung für Lehrpersonen:

Mi 1. Nov. 06, 17–18.15 h / mit Christian

Brändle, Museumsleiter / kostenlos /

anmelden bis 30. Okt.

Theater

Der Teufel Bekkanko

Theater an der Sihl

Das japanische Märchen mit Musik

erzählt von der Liebe zwischen zwei

ungleichen Geschöpfen: dem Teufel

Bekkanko und dem blinden Mädchen

Yuki. Fujitas Stück hat alles, was man von

einem guten Märchenspiel erwartet:

überschaubare Szenen, leicht fassbare

Figuren, mit denen sich die Kinder identifizieren

können, einen Schuss Moral

und keine Schwarz-Weiss-Malerei. Gut

und böse werden nicht von einzelnen

Figuren verkörpert, jeder hat ein Stück

davon in sich.

Für 2.– 5. Schuljahr:

Im Zeitraum 1. Nov.– 20. Dez.

(Dauer: 70 Min.) / Regie: Marcelo Diaz /

Sprache: Deutsch / Fr. 12.– (inkl. ZVV) /

Ort: Kaserne Zeughaus 3, Zürich /

anmelden bei Theater an der Sihl, Telefon

043 305 43 60, theaterandersihl@hmt

Ausstellung

Glaubenssache

Stapferhaus Lenzburg

Wir glauben an Gott, an Allah, an Engel

oder an die Kraft der Gedanken.Wir beten,

meditieren oder legen Karten.

«Glaubenssache. Eine Ausstellung für

Gläubige und Ungläubige» gibt Einblick

in persönliche Haltungen und vermittelt

eine Übersicht über Zustand und

Perspektiven der heutigen Glaubenslandschaft

Schweiz.

Die Einführung bereitet auf einen Ausstellungsbesuch

mit Schulklassen vor

und vermittelt Vorschläge zu deren Begleitung.

Sie liefert zusätzliche Hintergrundinformationen

und zeigt, wie die

Thematik im Klassenzimmer vor- resp.

nachbereitet werden kann. Im Rahmen

der Ausstellung erscheint: Glaubenssache.

Religiöse Vielfalt im Klassenzimmer.

Texte, Materialien und DVD für

PädagogInnen. Pestalozzianum Verlag

Einführung für Lehrpersonen:

Mi 1. Nov., 14–16.30 h, Sa 11., 25. Nov.,

je 10–12.30 h / Führung kostenlos,

Eintritt: Fr. 16.– / anmelden bei Stapferhaus

Lenzburg, Telefon 062 888 48 00,

info@stapferhaus.ch


Theater

Never Ending Summerferie

gerber und luz theaterproduktionen

Ausbrechen aus den öden Traumferien

der Eltern und selbst bestimmen, wo

die Reise hingeht, dieser Sehnsucht

wird in «Never Ending Summerferie»

nachgegangen. Mit Gitarre und Schlagzeug

machen sich Gerber und Luz auf

die Reise: In Johnny Cashs Ruderboot

gehts über den Pazifik, das Schlagzeug

wird zum nebelumwölkten Berg und

das Gitarrenkabel zur Boa Constrictor.

Der giftigste Frosch der Welt hat einen

Auftritt, und ein mysteriöses Fräulein

taucht aus dem Nichts auf und singt

endlos schöne Lieder. Eine verschlungene

Collage aus Feriengeschichten

mit Dias, gespielten Szenen und Live-

Musik.

Für 3.–6. Schuljahr:

Mo 30. Okt. 10.15 h und 14.15 h,

Di 31. Okt. 10.15 h (Dauer: 70 Min.) /

Regie: Tina Beyeler, Spiel: Markus Gerber,

Stephanie Fischer, Thomas Luz / Mundart /

Fr. 12.– (inkl. ZVV) / Ort: Kulturzentrum

Rote Fabrik, Fabriktheater, Zürich

Ausstellung

Experiment Klangfarben & Farbklänge:

Wie klingt ein Bild?

Kunsthaus Zürich

Wie klingt Blau? Wie verbinden wir Farben

mit Klängen? Was für Zeichen, Bewegungen

und Farbsinfonien entstehen,

wenn wir Musik sichtbar machen? Wir

malen Spuren von Klängen und Geräuschen

und entdecken dann in den Kunstwerken

ähnliche Figuren. Farbigkeit und

Stimmung, Rhythmus und Dynamik, Gesetze

von Form und Komposition sind

wesentliche Elemente in der Malerei und

in der Musik.

Im Dialog mit einem Gemälde von

Miró, Kandinsky, Monet oder Delaunay

antworten wir den Farben und Formen

des Bildes mit Klängen und Rhythmen.

Wir spielen vor den Originalen im Museum

mit Musikinstrumenten, experimentieren,

improvisieren und bringen so

das Bild zum Klingen.

Theater

Hotzenplotz!

Gustavs Schwestern

Räuber Hotzenplotz ist wieder da! Der

berühmt-berüchtigte Übeltäter hat einen

bösen Plan ausgeheckt: Um für immer

Bratwurst und Sauerkraut essen zu können,

hat er die Grossmutter in seine

Höhle entführt.Wird es Kasperli und seinem

besten Freund Seppli gelingen, ihr

Grosi aus den Fängen des Bösewichts zu

befreien? Wird Oberwachtmeister Dimpfelmoser

merken, dass sein Polizeihund

Wasti in Wirklichkeit ein Krokodil ist?

Und was hat eine Prinzessin aus einem

anderen Märchen im Räuberwald verloren?

– Das Theater Gustavs Schwestern

schafft es mühelos, mit zehn Handfiguren,

einer Wäscheleine und unglaublicher

Spielfreude eine frisch-freche Version

des Bühnenklassikers zu servieren.

Für 1.– 3. Schuljahr:

Mi 1. Nov., Mi 8. Nov. je 10 h

(Dauer: 50 Min.) / Regie: Priska Praxmarer,

Spiel: Sibylle Grüter, Jacqueline Surer /

Mundart / Fr. 12.– (inkl. ZVV) / Ort: Theater

Stadelhofen, Zürich

Workshop für 4.– 6. Schuljahr:

Mo 6. Nov. 14 h, Mi 8. Nov. 9.30 h,

Mo 13., 20., 27. Nov. je 9.30 h und 14 h,

Mo 4. Dez., 14 h, Mi 6. Dez. 9.30 h

(Dauer: 2 h) / mit Madeleine Witzig,

Museumspädagogin / Fr. 120.– (inkl. ZVV) /

anmelden bis 20. Okt.

Ausstellung

Vishnu, ein hinduistischer Gott

in vielerlei Gestalt

Museum Rietberg

Der indische Gott Vishnu wirkt auf der

Erde in ganz unterschiedlichen Erscheinungsformen:

mal als Fisch, als

Schildkröte, als Eber und als vieles

mehr. Natürlich gibt es viele spannende

Geschichten, die sich um diesen besonderen

Gott ranken, von denen du einige

hören wirst. Auf den Miniaturbildern in

der Ausstellung entdeckst du die unterschiedlichen

Darstellungen von Vishnu

Fokus

Volksschule

Mittelschule

Berufsschule

Weiterbildung

Agenda

Service

Podium

Portrait

kultur_abo:

Acht Abovarianten bieten einen interessanten

Einblick in Theater, Tanz, Oper

und Konzerte. Ein Abo beinhaltet drei

Veranstaltungen. Neben reinen Theater-,

Tanz-, Opern- und Konzertabos gibt es

wiederum die beliebten Kombiabos.

Das günstigste Abo kostet 30.–, das

exklusivste Fr. 120.–. Highlights garantiert.

Vom kultur_abo profitieren können

alle Jugendlichen ab 14 Jahren, die im

Kanton Zürich eine Volks-, Kantons-,

Berufs- oder Privatschule besuchen. Das

kultur_abo ist auf eine andere berechtigte

Person übertragbar. Es können sich

auch Schulklassen oder ganze Schulhäuser

ein Abo teilen.Ab 5 SchülerInnen

erhält eine Lehrperson das Abo zu einem

Spezialpreis, ab 10 SchülerInnen zwei

Lehrpersonen.

Das kultur_abo wird von der Bildungsdirektion

Kanton Zürich, Sektor

schule&kultur, angeboten und von der

Zürcher Kantonalbank unterstützt.

Alle Infos unter: www.kulturabo.ch

wieder und erfährst, wie die indischen

Maler selber Farben in einem aufwändigen

Verfahren hergestellt und wie sie

mit einem Pinsel aus echtem Eichhörnchenhaar

diese feinen und genauen

Bilder auf Papier und auf Stoff gemalt

haben. Im zweiten Teil des Workshops

darfst du selber einen solchen Pinsel

ausprobieren und das Gesehene und

Gehörte gestalterisch umsetzen.

Workshop für 1.–3. Schuljahr:

Di 14., 21., 28. Nov. je 9 h und 13.30 h;

Di 7., Mi 15., Mi 29. Nov., Di 5. Dez. je 9 h

(Dauer: 2.30 h) / mit Stefanie Bieri,

Museumspädagogin / Kosten: Fr. 120.–

(inkl. ZVV) / Ort: Park-Villa Rieter, Museum

Rietberg, Zürich / anmelden bis 23. Okt.

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 55


Fokus

Volksschule

Mittelschule

Berufsschule

Weiterbildung

Agenda

Porträt

Amtliches

Stellen

Theater

Schweiz küsst Türkei

KoproduktionTheater Zamt&Zunder/

Theater Tuchlaube

Liebe auf den ersten Blick. – Alle träumen

davon. Doch was passiert, wenn

diese Liebe für die anderen zum Alptraum

wird?

«Schweiz küsst Türkei» erzählt die Geschichte

einer ersten grossen Liebe

zweier Jugendlicher mit unterschiedlicher

Herkunft. Sie begegnen anderen

Verhaltensweisen und Glaubenssätzen

und einem Umfeld voller Vorurteile

und Ablehnung.

Das Stück beschäftigt sich mit den Bildern

in unseren Köpfen, den Bildern

über das Fremde. Wie gehe ich mit gegensätzlichen

Wertvorstellungen um?

Wie verhalte ich mich gegenüber unterschiedlichen

Rollenbildern?

Theater

Olaf, der Elch

Theater Salz und Pfeffer (D)

Eigentlich ist Olaf ein ganz normaler

Elch. Er geht im Wald spazieren, frisst

Pilze und Heidelbeeren und erschreckt

in seiner Freizeit Autofahrer. Nur eines

ist nicht normal: sein übergrosses

Geweih macht ihn zum Gespött der

anderen. Als ihm noch eine Schaufel

abbricht, ist er auch als Weihnachtselch

nicht mehr zu gebrauchen. Da trifft

56 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

In der Einführung für Lehrpersonen

erläutert der Theaterpädagoge Christof

Oswald das Spiel «7. Himmel», das sich

mit den Kernthemen des Stückes befasst

und von Jugendlichen vor oder

nach der Theateraufführung gespielt

werden kann. Weiteres theaterpädagogisches

Material wird präsentiert und

verteilt.

Für 7.– 9. Schuljahr:

Di 5. Dez. 14 h, Mi 6. Dez. 10 h,

Do 7. Dez. 19.30 h (Dauer: 70 Min.) /

Regie: Brigitta Soraperra, Spiel: Oriana

Schrage, Philip Siegel / Fr. 15.– (inkl. ZVV) /

Ort: GZ Buchegg, Zürich

Einführung für Lehrpersonen:

Do 16. Nov. 18 h / Ort: GZ Buchegg,

Zürich

er den einäugigen Weihnachtsmann.

Und die beiden werden ein unschlagbares

Gespann… – Die Geschichte einer

wundervollen Freundschaft von zwei

Einzelgängern nach dem Buch von

Volker Kriegel.

Für 2.– 4. Schuljahr:

Do 30. Nov., Fr 1. Dez. je 10 h

(Dauer: 60 Min.) / Regie: Tristan Vogt,

Spiel: Paul Schmidt, Wally Schmidt /

Fr. 12.– (inkl. ZVV) /

Ort: Theater Stadelhofen, Zürich

Theater

Biedermann und die Brandstifter

Theater an der Sihl

Gottlieb Biedermann beherbergt zwei

Fremde in seinem Haus, die einen

Brand planen. Selbst als er die Absichten

der beiden durchschaut, ist er nicht

in der Lage einzugreifen. Willensschwach

und ängstlich nimmt er seinen

eigenen Untergang und den seiner

Frau in Kauf und riskiert die Zerstörung

einer ganzen Stadt durch die Feuersbrunst.

Ein junger Regisseur versucht mit seinem

jungen Ensemble die thematisch

angelegten Verhaltensweisen in der eigenen

Generation aufzuspüren und damit

eine Brücke zwischen Publikum,

Darstellern und Figuren des Stücks zu

schlagen.

Ab 9. Schuljahr, Kantons- und

Berufsschulen: Im Zeitraum

1. Dez.– 31. Jan. (Dauer: 90 Min.) /

Regie: Jan Philipp Gloger /

Fr. 15.– (inkl. ZVV) / Ort: Theater an der

Sihl, Bühne B, Zürich / anmelden bei

Theater an der Sihl, Telefon 043 305 43 60,

theaterandersihl@hmt

Musik

Die Bremer Stadtmusikanten

Thorgevsky&Wiener

Wie kommt der Esel dazu, Kontrabass zu

spielen? Er ist es eben gewohnt, grosse

Lasten mit sich herumzuschleppen. Zu

Beginn klingt es kläglich, aber mit der

Zeit geht es immer besser und der Bass

spricht sogar, der Hund an der Gitarre

singt den Hundeblues, und der Kater

spielt seine Katzenmusik auf dem Akkordeon,

dass einem Hören und Sehen

vergeht. Und der Hahn tut, was er immer

tat: er «singt».

Mit musikalischer Qualität und

sprühender Fantasie bietet dieses Märchen

der Brüder Grimm ein nachhaltiges

Vergnügen für Auge und Ohr.

Für 1.-3. Schuljahr: Mo 4. Dez., Mi 6. Dez.,

je 10 h (Dauer: 1 h) / Spiel: Maria

Thorgevsky, Dan Wiener, Sergej Simbirev,

Christoph Mächler / Deutsch und Mundart/

Fr. 12.– (inkl. ZVV) / Ort: Theater Stadelhofen,

Zürich


Japanische Plakate – heute

Das bis heute weltweit bekannte japanische

Graphic Design zeichnet sich

durch eine unverkennbare Eigenart, eine

grafische Ausdruckskraft und durch

drucktechnische Meisterschaft aus. Für

die Ausstellung «Japanische Plakate –

heute» werden renommierte japanische

Designer Gestaltern der jüngeren

Generation gegenübergestellt. Die Ausstellung

beschränkt sich auf die Zeitspanne

der letzten 15 Jahre.

Einführung für Lehrpersonen:

Mittwoch, 13. Oktober um 18 Uhr durch

Cynthia Gavraniç, Kuratorin Museum für

Gestaltung Zürich, Elfi Anderegg, Museumspädagogin.

Workshops für Klassen

der Oberstufe, Berufs- und Mittelschule,

Themen des Ausstellungsbesuches sind

u. a. der Zusammenhang zwischen Plakat

und Konsumgesellschaft. Die Anregungen

durch den Besuch können danach z. B.

in der Gestaltung einer Partyeinladung

umgesetzt werden. Kosten für Schulklassen:

CHF 150.–. Die Ausstellung dauert

vom 30.8. bis 3.12.2006; Museum für

Gestaltung Zürich, Ausstellungsstrasse 60,

8005, Zürich; Anmeldung und Infos:

Tel +41 (0)43 446 67 12 oder

christine.kessler@hgkz.ch

Tochtertag

Einen Blick in die Berufswelt werfen

Am 9. November findet zum sechsten

Mal der Tochtertag statt. Da Mädchen oft

eine klare Berufsorientierung fehlt, begleiten

sie ihren Vater oder ihre Mutter

zur Arbeit.

Der Tochtertag richtet sich an Mädchen

(und Knaben) der 5. bis 7. Klassen.

Für Lehrpersonen existiert ein vielseitiges

Unterstützungsangebot. Auf der Internetseite

www.tochtertag.ch finden sie

Informationen zur Organisation und

Ideen für die Gestaltung des Tochtertags

Messe Basel

Der Lehrmittelverlag an der Worlddidac

Vom 25. bis 27. Oktober 2006 findet in

Basel die grösste internationale Fachmesse

für Lehrmittel sowie Aus- und

Weiterbildung statt: Die Worlddidac

(siehe auch Artikel auf Seite 46). Am

Gemeinschaftsstand der Interkantonalen

Lehrmittelzentrale ilz, Halle 1.0.,

Stand C20, präsentiert der Lehrmittelverlag

des Kantons Zürich sein Gesamtangebot

sowie die aktuellen Neuerscheinungen.

Auf über 600 m2 Standfläche

kann Einsicht in die Produkte

aller 16 ilz-Kantone und des Fürstentums

Liechtenstein genommen werden.

Das Schulfernsehen von SF DRS ist mit

einem eigenem Auftritt am Gemein-

Schweizer Erzählnacht

Freunde? Freunde!

Eine lustvolle Art der Leseförderung

stellt die bereits zur Tradition gewordene

Schweizer Erzählnacht dar. Am

10. November wird sie zum 16. Mal

stattfinden, diesmal unter dem Motto

«Freunde? Freunde!» oder auch «Amis?

Amis!» sowie «Amici? Amici!». Das

Schweizerische Institut für Kinder

und Jugendmedien (SIKJM), Bibliomedia

Schweiz und Unicef Schweiz laden

Schulklassen zu dieser Erzählnacht

ein.

In diesem Jahr steht sie unter dem

Patronat von Bundespräsident Moritz

Fokus

Volksschule

Mittelschule

Berufsschule

Weiterbildung

Agenda

Service

Podium

Portrait

und des Projekttags mit Knaben. Zudem

ist bei der Geschäftsstelle Tochtertag

(Tel. 044 271 44 90, info@tochtertag.ch)

diverses Material erhältlich, zum Beispiel

ein Gratis-Flyer für Lehrkräfte, Eltern,

Mädchen und Knaben oder eine

Broschüre mit Unterrichtsmaterialien

für den Projekttag mit Knaben. Und die

Fachstelle für Gleichberechtigungsfragen

des Kantons Zürich vermittelt Männer,

die sich in der Familien- und Hausarbeit

engagieren und den Knaben von

ihrem Alltag berichten

(Tel. 043 259 25 72).

schaftsstand als Gast vertreten. Folgende

Neuerscheinungen aus dem Lehrmittelverlagssortiment

stehen zur Ansicht

bereit: first choice, Einstiegs-Englischlehrmittel

für das 2. und 3. Schuljahr;

Explorers 1, weiterführendes Lehrmittel

Englisch für das 4. Schuljahr; Hinschauen

und Nachfragen, Die Schweiz

und die Zeit des Nationalsozialismus

im Licht aktueller Fragen, ab dem

7. Schuljahr; sowie der aktualisierte

Schweizer Schülerduden.

Die Fachmesse findet auf dem Basler

Messegelände statt. Sie ist am Mittwoch,

25. und Donnerstag, 26. Oktober von

9 bis 18 Uhr, am Freitag, 27. Oktober von

9 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen

unter www.worlddidacbasel.com.

Leuenberger: die Erzählnacht soll dazu

anregen vorzulesen, zu schreiben, zu

rezitieren, zu inszenieren und zuzuhören

– im ganzen Land, in der gleichen

Nacht und unter dem gleichen Motto.

Das SIKJM liefert unter www.sikjm.ch

aktuell Tipps und Anregungen und bietet

praxisorientierte Kurse für die

Durchführung an.

Informationen: Schweizerisches Institut für

Kinder und Jugendmedienarbeit (SIKJM),

Nadia Ghidoli, Telefon 043 268 93 00,

lesefoerderung@sikjm.ch, www.sikjm.ch.,

Bibliomedia Schweiz, Ruth Fassbind,

Telefon 032 624 90 22,

ruth.fassbind@bibliomedia.ch.

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 57


Fokus

Volksschule

Mittelschule

Berufsschule

Weiterbildung

Agenda

Porträt

Amtliches

Stellen

Termine und Veranstaltungen

Zürcher Theater Spektakel, Landwiese, Rote Fabrik, und Theaterhaus Gessnerallee in Zürich 17.08–03.09.06

Vorverkauf ab Mittwoch 12. Juli, Billettzentrale Zürich, Tel. 044 412 30 30

www.theaterspektakel.ch

Ganztägige Besuchsfahrt zu fünf islamischen Zentren in Zürich 02.09.06

Anmeldung erforderlich

Infos und Anmeldung: www.forum-der-religionen.ch Zürcher Forum der Religionen, Schienhutgasse 6, 8001 Zürich,

Tel. 044 252 46 32, email: office@forum-der-religionen.ch

ZKM/ELK-Tagung 06, UNI Irchel Zürich

«Die richtige Didaktik: Strafen oder permanente Beziehungsarbeit?» 06.09.06, 08.30–16.15 h

für Lehrkräfte aller Stufen sowie Schulbehörden. Anmeldung erforderlich

Infos und Anmeldung: www.zkm.ch

H. Lenzi, Soodstr. 20, 8134 Adliswil, Tel 044 710 03 90 email: hans.lenzi@zkm.ch

Bilderwelten – Lesewelten, Jahrestagung des SIKJM im Centre Loewenberg Murten 8./9.09.06

für Mitglieder und Nichtmitglieder von Kinder- und Jugendmedien Schweiz wie auch für solche in Ausbildung.

Anmeldung erforderlich. Infos und Anmeldung: www.sikjm.ch

Schweiz. Institut für Kinder und Jugendmedien (SIKJM), Zeltweg 11, 8032 Zürich, Tel. 043 268 39 00, email: infos@sikjm.ch

20. Schweizerischer Spieltag für Lehrpersonen in Sarnen Kanton Obwalden 09.09.06

Teilnahmeberechtigt sind Teams von Lehrerturnvereinen, Lehrersportgruppen, Lehrervereinen, Turnlehrvereinigungen,

Seminaren, Turnlehrerausbildungen sowie Teams von Schulhäusern und Schulgemeinden. Anmeldung erforderlich www.svss.ch

Auskunft erteilt: Guido Caprez, Freiteilmattlistr. 30, 6060 Sarnern Tel. 041 660 27 26, email gcaprez@ify.ch

LehrerInnen-Fortbildung «Natur und Geologie in der Kiesgrube» Hüntwangen 13.09.06, 14.30–17.00 Uhr

Für Lehrpersonen, die Kiesgrubennatur und Geologie erleben möchten und auch gerne die Einsatzmöglichkeiten mit Schulklassen

kennen lernen wollen. Anmeldung erforderlich.

Infos und Anmeldung: www.comm-care.ch/naturundwirtschaft/news_lehrer.html

Stiftung Natur & Wirtschaft, Sälihalde 21, 6005 Luzern Tel. 041 249 40 00, email: steiner@comm-care.ch

Gebet der Religionen 17.09.06 ab 18.00 Uhr

bei der Jüdischen Liberalen Gemeinde Or Chadasch, Hallwylerstr. 78 (Nähe Stauffacher) Anmeldung nicht erforderlich

Infos und Anmeldung: www.forum-der-religionen.ch Zürcher Forum der Religionen, Schienhutgasse 6, 8001 Zürich

Tel. 044 252 46 32, email: office@forum-der-religionen.ch

Sachmedien zur Geschichte, Kantonale Bibliothekskommission Zürich 20.09.06 14.00–17.30 Uhr

Weiterbildung für Lehrpersonen (vor allem Schulbibliothekare)

Infos und Anmeldung: www.kako-zh.ch/kako/kurse/weiterbildungskurse2.html

Kantonaler Leichtathletik-Wettkampf, Sportanlage Moos Affoltern am Albis 20.09.06

Teilnahmeberechtigt sind Klassenteams, Turnabteilungen und Schulsportgruppen. Anmeldung erforderlich

Infos und Anmeldung: Markus Beerli, Lenggisrain 70, 8645 Jona, email: mkkbeerli@bluewin.ch

Tel. 055 211 09 20 oder 055 245 20 03

Pop, Rock und Hip-Hop, Kantonale Bibliothekskommission Zürich 23.09.06 9.00–12.00 Uhr

Weiterbildung für Lehrpersonen (vor allem Schulbibliothekare)

Infos und Anmeldung: www.kako-zh.ch/kako/kurse/weiterbildungskurse2.html

58 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006


Fokus

Volksschule

Mittelschule

Berufsschule

Weiterbildung

Agenda

Service

Podium

Portrait

Besuch im Sri Sivasubramaniar-Tempel der Tamilen in Adliswil 21.09.06 18.00–20.00 Uhr

Sihlweg 3 (Sihltalbahn bis Haltestelle Sihlbau) Anmeldung erforderlich

Infos und Anmeldung: www. forum-der-religionen.ch Zürcher Forum der Religionen, Schienhutgasse 6, 8001 Zürich

Tel. 044 252 46 32, email: office@forum-der-religionen.ch

Fehler machen und aus Fehlern lernen in der «Alten Kaserne» Winterthur 27.09.06

Mit Dr. Maria Spychiger, Universität Fribourg

Für Kleinklassen E- und DaZ-Lehrpersonen, Anmeldung erforderlich

Infos und Anmeldung: www.vzl-daz.ch

«Siehst Du das?» Paulus-Akademie Zürich 28.–30.09.06

In Bildern erzählen, Bilder lesen im Fokus von Literaturtheorie, Psychologie und Kunstwissenschaft.

Diese Wissenschaftliche Tagung richtet sich sowohl an Fachleute als auch ein breites Publikum

Botanischer Garten der Universität Zürich Mo–Fr, zwischen 09.30–11.30 und 13.00–16.00

Führungen durch Biologinnen und Biologen für Schulklassen von Primarschulen bis Gymnasium. Lehrergruppen aller Stufen (Weiterbildung).

Anmeldung erforderlich

Verena Berchtold 044 634 84 61, www.bguz.unizh.ch

SVS-Naturschutzzentrum Neeracherried April bis Oktober

Für Schulklassen jeden Alters bietet das Team des Naturschutzzentrums stufengerechte Führungen an und organisieret

auch Weiterbildungstage oder -halbtage für Lehrpersonen. Anmeldung erforderlich, 044 858 13 00, www.birdlife.ch/d/zentren_neeri.html

18. Zürcher Kinder- und Jugendpsychiatrisches Symposium

«ADHS von der Forschung zur Praxis», Universität Zürich 13.10.06

Symposium für Betroffene, Eltern, Lehrpersonen und Betreuende. Anmeldung erforderlich

Infos und Anmeldung: www.kjpd.unizh.ch/aktuell.html

ADHS in Familie, Kindergarten, Schule und Beruf 14.10.06

Fortbildungsveranstaltung mit Workshop für Betroffene, Eltern, Lehrpersonen und Betreuende. Anmeldung erforderlich

Infos und Anmeldung: www.kjpd.unizh.ch/aktuell.html

Muslime glauben, leben, hoffen 02.11.–14.12.06 18.30–20.00 Uhr

Einführung in den Islam im Musiksaal des Zürcher Stadthauses, Anmeldung erforderlich, Kursgebühr Fr. 140.–, Einzeleintritt Fr. 25.–

Infos und Anmeldung: www.forum-der-religionen.ch Zürcher Forum der Religionen, Schienhutgasse 6, 8001 Zürich

Tel. 044 252 46 32, email: office@forum-der-religionen.ch

Kantonales Volleyballturnier in Bülach Sa, 4.11., 11.11., 18.11., 25.11., 2.12., 9.12., und 16.12.2006, 12.00–18.00 Uhr

für Schulsportgruppen, Klassen- und Turnabteilungen vom 5. 12. Schuljahr.

Anmeldung erforderlich bis 21.09.2006

Infos und Anmeldung: www.tlkz.ch Max Werner Tel. 044 860 74 50, email: mwerner@kzu.ch

Neuheiten auf dem Kinder- und Jugendmarkt, Kantonale Bibliothekskommission Zürich 09.11.06 18.00–21.00 Uhr

Weiterbildung für Lehrpersonen (vor allem Schulbibliothekare)

Infos und Anmeldung: www.kako-zh.ch/kako/kurse/weiterbildungskurse2.html

«Jugendkultur – Jugendkultur?» Paulus-Akademie Zürich 02.12.06

Sozialkulturelle Aspekte von Jugendmedien. Tagung in Zusammenarbeit mit der Paulus-Akademie.

Lieber Franz Hohler, Museum Strauhof Zürich 13.12.06–04.03.07

Ein Autor schreibt für Kinder. Kinder schreiben einem Autor. Eine Ausstellung für Kinder und Erwachsene,

in Zusammenarbeit mit dem Präsidialdepartement der Stadt Zürich.

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 59


Fokus

Volksschule

Mittelschule

Berufsschule

Weiterbildung

Agenda

Porträt

Amtliches

Stellen

Adressen

Bildungsdirektion www.bildungsdirektion.zh.ch

Generalsekretariat Tel. 043 259 23 09

Bildungsplanung und -statistik

Walchestrasse 21, 8090 Zürich Tel. 043 259 53 50

E-Mail: Bildungsplanung@bi.zh.ch

Volksschulamt www.volksschulamt.zh.ch

Walchestrasse 21, 8090 Zürich Tel. 043 259 22 51

Lehrpersonalbeauftragte Tel. 043 259 22 74

Behördenschulung Tel. 043 259 22 58

Abteilung Lehrpersonal Tel. 043 259 22 66

Anstellung Lehrpersonen Kindergarten Tel. 043 259 22 75

Vikariatsbüro Tel. 043 259 22 70

Stellenbörse Website Tel. 043 259 42 89

Stellentonband Stellvertretungen Tel. 043 259 42 90

Abteilung Pädagogisches Tel. 043 259 22 62

(Unterrichtsfragen)

Interkulturelle Pädagogik Tel. 043 259 53 61

Sonderschulung Tel. 043 259 22 91

Abteilung Dienstleistungen/ Tel. 043 259 22 55

Rechtsfragen

Schulärztlicher Dienst Tel. 043 259 22 60

schule&kultur Tel. 043 322 24 44

Umsetzung Volksschulgesetz Tel. 043 259 53 42

Projekt Grundstufe Tel. 043 259 40 84

Mittelschul- und Berufsbildungsamt www.mba.zh.ch

Kaspar-Escher-Haus, 8090 Zürich Tel. 043 259 43 81

Mittelschulen Tel. 043 259 43 72

Abt. Berufsbildende Schulen Tel. 043 259 43 93

Erscheinungs- und Annahmeschlussdaten 2006

Nr.

4

5

6

Erscheinungsdatum

26.08.2006

03.11.2006

16.12.2006

60 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Redaktionsschluss

24.07.2006

02.10.2006

13.11.2006

Abt. Lehraufsicht Tel. 043 259 77 00

Besoldungen Mittelschulen Tel. 043 259 42 94

Besoldungen Berufsschulen Tel. 043 259 23 66

Amt für Jugend und Berufsberatung www.ajb.zh.ch

Dörflistrasse 120, 8090 Zürich Tel. 043 259 96 00

Jugend- und Familienhilfe Tel. 043 259 96 50

Kindesschutz Tel. 043 259 96 51

Elternbildung Tel. 043 259 96 54

Kinder- und Jugendheime Tel. 043 259 96 57

Sonderschulheime Tel. 043 259 96 58

Stipendien Tel. 043 259 96 80

bizoerlikon Tel. 043 259 97 00

Akad. Berufs- und Studienberatung Tel. 043 259 97 10

Laufbahnberatung Gesundheitsberufe Tel. 043 259 97 30

Lehrmittelverlag des Kantons Zürich

Räffelstr. 32, Postfach, 8045 Zürich Tel. 044 465 85 85

E-Mail: lehrmittelverlag@lmv.zh.ch

E-Shop: www.lehrmittelverlag.com

Logopädisches Beratungstelefon

Sprachheilschule Stäfa logopaedie@sprachi.ch

Do 13.00–14.00 Tel. 044 928 19 15

Audiopädagogische Dienste Zürich APD

Förderung &Beratung

Kalchbühlstrasse 79, 8038 Zürich Tel. 044 487 10 50

Schule der Stadt Zürich für Sehbehinderte SFS

Eugen Huber-Str. 6, 8048 Zürich Tel. 043 311 79 00

Inserateschluss

01.08.2006

09.10.2006

20.11.2006

Zürcher Hochschulinstitut für Schulpädagogik

und Fachdidaktik (ZHSF) www.zhsf-edu.ch

Beckenhofstrasse 35, 8006 Zürich

Höheres Lehramt Mittelschulen Tel. 043 305 66 55

Höheres Lehramt Berufsschulen Tel. 043 305 66 08

Weiterbildung Mittelschulen Tel. 043 305 66 16

Tel. 043 305 66 62

Weiterbildung Berufsschulen Tel. 043 305 66 72

Hochschule für Heilpädagogik www.hfh.ch

Schaffhauserstrasse 239, 8090 Zürich Tel. 044 317 11 11

Pädagogische Hochschule Zürich www.phzh.ch

8090 Zürich, Kanzlei info@phzh.ch

Tel. 043 305 51 11

Prorektorat Ausbildung Tel. 043 305 52 52

Schönberggasse 1, 8090 Zürich ausbildung@phzh.ch

Prorektorat Weiterbildung Tel. 043 305 53 53

und Forschung weiterbildung@phzh.ch

– Weiterbildungskurse Tel. 043 305 51 00

weiterbildungskurse@phzh.ch

– Beratungstelefon Tel. 043 305 50 50

beratungstelefon@phzh.ch

– Informations- und Vermittlungstelefon Tel. 043 305 50 60

vermittlung@phzh.ch

Prorektorat Fachbereiche Tel. 043 305 54 54

Hirschengraben 28, 8090 Zürich

Beamtenversicherungskasse

fachbereiche@phzh.ch

Stampfenbachstr. 63, 8090 Zürich Tel. 043 259 42 00

Redaktion: 043 259 23 14, schulblatt@bi.zh.ch Stelleninserate: 043 259 23 11, schulblatt@bi.zh.ch Werbeinserate: 044 928 56 09, martin.traber@kretzag.ch

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Erlebnisse.

Phänomenales entdecken,

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Naturgeschehen auf seiner untersten Stufe:

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Amtliches 4/06

Inhalt

Bildungsratsbeschluss: Neue Zeugnisse an der Primarstufe.

Einführung auf Schuljahr 2007/08 63

Regierungsrat:

Verordnung zum Volksschulgesetz 64

Bildungsratsbeschluss: Handbuch Schulqualität (Erprobungsfassung):

Konzept zur Validierung der Qualitätsansprüche 65

Bildungsratbeschluss: Festlegung eines Qualitätsbereiches als

Pflichtthema der externen Schulevaluation 66

Bildungsratsbeschluss: Volksschule; Kurse in heimatlicher Sprache

und Kultur (HSK); Anerkennung des Vereins «Rodna Retsch«

als Trägerschaft von bulgarischen Kursen. 66

Bildungsratsbeschluss: Kantonsschule Zürcher Unterland: Pilotprojekt

«Ergänzendes betreutes Selbstlernsemester im Fach Einführung

Wirtschaft und Recht« 66

Bildungsratsbeschluss, Auszug vom 17. Juli 2006

Neue Zeugnisse an der Primarstufe.

Einführung auf Schuljahr 2007/08

Der Bildungsrat nahm Ende Oktober 2005 verschiedene Variantenvorschläge

für neue Zeugnisse an der Primarstufe zur Kenntnis und

ordnete eine Begutachtung und Vernehmlassung an. Innert Frist wurden

88 Stellungnahmen eingereicht.

A. Begutachtungs- und Vernehmlassungsergebnisse

Sowohl Schulbehörden als auch Lehrerschaft begrüssen grossmehrheitlich

eine Neugestaltung der Zeugnisformulare. Durchwegs positiv

beurteilt wird die neue Form mit Einzelblättern und einer Dokumentenmappe,

die es auch ermöglicht, die Formulare elektronisch auszufüllen.

Zu einzelnen Punkten wurden teilweise sehr detaillierte Rückmeldungen

gemacht.

1. Bewertung der Leistungen im Sprachenunterricht (Deutsch, Französisch,

Englisch)

Der Vernehmlassungsvorschlag, an der Mittelstufe neben Deutsch

auch in den Fremdsprachen Noten zu erteilen, wird im Verhältnis 4 : 1

befürwortet. Die differenzierte Darstellung der Schülerleistungen in

den vier lehrplankonformen Teilkompetenzen Hörverstehen, Leseverstehen,

Sprechen und Schreiben wird kaum bestritten. Aufgrund der

Tatsache, dass die Leistungen in den Sprachen in einer vierstufigen

Skala abgebildet werden und damit auch ohne Benotung eine klare

Beurteilung abgegeben wird, wird der Unterschied zwischen den beiden

Variantenvorschlägen «Fremdsprachen ohne Benotung» und

«Fremdsprachen mit Benotung» als minim erachtet.

Für die Unterstufe wird bei den Fächern Englisch und Französisch

mehrheitlich vorgeschlagen, auf eine Ausdifferenzierung der

Teilleistungen zu verzichten.

2. Bedeutung und Verhältnis des Sprachenunterrichts zum Mathematikunterricht

Verschiedene Vernehmlassungspartner bemängeln, dass mit der differenzierteren

Beurteilung der Leistungen der Schülerinnen und

Schüler im Sprachenunterricht die Bedeutung des Mathematikunterrichts

eine massive Abwertung erfahre. Das Verhältnis der Sprachfächer

zu Mathematik könne nicht mehr als ausgeglichen bezeichnet

werden, das neue Zeugnis wird als sprachlastig empfunden. So bleibe

es zu untersuchen, ob die sprachlichen Fähigkeiten den Selektionsprozess

am Ende der Primarstufe nicht zu stark beeinflussten. Die

fremdsprachigen Kinder wären besonders betroffen.

3. Einführung der neuen Zeugnisse

Lehrpersonen und weiteren Vernehmlassungspartnern ist ein grosses

Anliegen, die Einführung der neuen Zeugnisse sorgfältig vorzubereiten.

Sie regen an, die Einführung um ein Jahr auf Beginn des Schuljahres

2007/08 zu verschieben. Im Besonderen seien Eltern und Erziehungsberechtigte

zu informieren. Zuhanden der Lehrerschaft wird

die Bereitstellung von verschiedenen Unterstützungsmaterialien und

freiwilligen Weiterbildungsangeboten gewünscht.

B. Vorentscheide des Bildungsrates vom 17. Juli 2006

Der Bildungsrat hat an seiner Sitzung vom 17. Juli 2006 die Begutachtungs-

und Vernehmlassungsergebnisse zur Kenntnis genommen

und seine Absicht, die Zeugnisse der Primarstufe neu zu gestalten,

bekräftigt. Inhaltlich traf er folgende Vorentscheide:

1. Fremdsprachenunterricht (Englisch, Französisch)

Unterstufe: keine Note

Mittelstufe: Noten und Abbildung der vier lehrplankonformen Kernkompetenzen,

Hörverstehen, Leseverstehen, Sprechen und Schreiben

2. Mathematik (Mittelstufe)

Es soll nach Möglichkeiten gesucht werden, auch die Teilleistungen in

Mathematik differenziert zu erfassen. Hierfür ist die Zusammenarbeit

mit der Pädagogischen Hochschule Zürich zu suchen, und die Vorschläge

sind mit den Lehrerorganisationen anlässlich eines Runden

Tisches im Spätherbst 2006 zu diskutieren.

3. Einführung der neuen Zeugnisse erst auf Schuljahr 2007/08

Die Einführung der neuen Zeugnisse wird auf den Beginn des Schuljahres

2007/08 verschoben. Die neuen Zeugnisformulare werden allen

Schülerinnen und Schülern der Primarstufe erstmals Ende Januar

2008 abgegeben.

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 63


Um den Einführungsprozess zu erleichtern, werden auf Beginn

des Schuljahres 2007/2008 verschiedene Unterstützungsmaterialien

geschaffen und dezentrale Informationsveranstaltungen durchgeführt.

Für Eltern und Erziehungsberechtigte wird eine Informationsbroschüre

erstellt.

4. Zeugniseintrag von Englisch im Schuljahr 2006/07

Als Übergangslösung wird der besuchte Englischunterricht an der

Unterstufe ein weiteres Jahr durch einen, in die ordentlichen Zeugnisbüchlein

eingefügten Kleber bestätigt.

Die neuen Zeugnisformulare der Primarstufe werden voraussichtlich

Ende Januar 2007 zur Verfügung stehen.

Der ausführliche Beschluss ist abrufbar unter http://www.bildungsdirektion.zh.ch/internet/bi/de/BR/BRB_2006.html

Regierungsrat vom 28. Juni 2006:

Verordnung zum Volksschulgesetz

Die Volksschulverordnung konkretisiert das Volksschulgesetz mit

Ausnahme der Finanzen und der Sonderpädagogischen Massnahmen.

Sie folgt in ihrem Aufbau dem Gesetz. In der Lehrerpersonalverordnung

wird insbesondere das Anstellungsverhältnis der Kindergärtnerinnen

und Schulleitungen neu geregelt. Eine Übergangsordnung

definiert, welche Rechtsgrundlagen in welchen Gemeinden in den

nächsten fünf Jahren gelten. Der Inkraftsetzungsbeschluss legt fest,

wann welche Gesetzesartikel Gültigkeit haben.

Vom Regierungsrat noch nicht verabschiedet ist die Finanzverordnung.

Sie sollte bis Ende 2006 beschlossen werden. Dabei besteht

kein Zeitdruck, weil sie erst auf den 01. Januar 2008 in Kraft gesetzt

wird. Bei der Sonderpädagogischen Verordnung sind noch

wichtige Fragen offen, die geklärt sein müssen. Unklarheiten bestehen

wegen der NFA, also dem Rückzug des Bundes, bzw. der IV, aus

dem Sonderschulbereich. Deshalb muss ein Gesetz über die Finanzierung

der Jugendhilfe und der Sonderschulung geschaffen werden.

Zudem arbeitet die EDK an einem Konkordat zur Sonderschulung (Interkantonale

Vereinbarung über die Zusammenarbeit im sonderpädagogischen

Bereich). Wegen diesen wichtigen offenen Fragen wird

über die Sonderpädagogische Verordnung erst in der ersten Hälfte

2007 beschlossen.

Klar, verständlich und ausgewogen

Vorausgegangen ist den nun erlassenen Beschlüssen ein Vernehmlassungsverfahren,

welches vom Regierungsrat nach dem deutlichen

Volks-Ja bereits sechs Wochen nach der Volksabstimmung eröffnet

wurde. Die Vorschläge des Regierungsrates zu den vier Verordnungen

lösten ein grosses Interesse und eine breite Diskussion aus.

Rund 230 Behörden und Institutionen beteiligten sich an der Vernehmlassung

und äusserten sich auf etwa 1800 Seiten zu den Verordnungstexten.

Insgesamt mussten zwischen 12'000 und 15'000

detaillierte Äusserungen ausgewertet werden.

64 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Grundsätzlich wurden die Verordnungsvorschläge breit unterstützt.

Eine grosse Mehrheit attestiert den Verordnungen, dass sie

klar, verständlich und ausgewogen sind. Insbesondere wurde positiv

vermerkt, dass es im Vergleich zu heute deutlich weniger Detailvorschriften

gebe. Insgesamt wurden allein in der Volksschulverordnung

bei 25 Bestimmungen die Haltung der Vernehmlassungsteilnehmenden

berücksichtigt und die Paragrafen materiell geändert. Eine grosse

Zahl von Bestimmungen wurden sprachlich noch klarer formuliert.

Nicht berücksichtigt werden konnten Forderungen, welche entweder

dem Gesetz widersprochen oder Kosten zu Folge gehabt hätten

die den Kostenrahmen, welcher dem Parlament und Volk bei der

Abstimmung unterbreitet wurde, übersteigen würden. Dazu gehört

zum Beispiel die Forderung, der Berufsauftrag für Lehrpersonen solle

nicht in Lektionen, sondern mit einer Jahresarbeitszeit definiert werden

(Widerspruch zum Lehrerpersonalgesetz) oder die Forderungen nach

einer Senkung der Klassenbestände und Führung der integrativen Förderung

und Kleinklassen ausserhalb der VZE (hohe Kostenfolgen).

Viele Forderungen und Wünsche erfüllt

Folgende Beispiele zeigen, dass auch wichtige Anliegen der Behörden

und der Berufs- und Standesorganisationen der Lehrpersonen

berücksichtigt werden konnten:

– Im § 8 wurde der Anspruch auf auswärtigen Schulbesuch einschränkender

als im Vernehmlassungsentwurf gefasst. Damit wurde

den Bedenken vieler Schulpflegen, es könnte ein «Schultourismus»

entstehen, Rechnung getragen. Das Prinzip des unentgeltlichen

Schulbesuchs richtet sich nach dem Wohnort oder ständigen

Aufenthaltsort des Kindes.

– Einer der am häufigsten gestellten Forderung seitens der Berufsund

Standesorganisationen und Gemeinden war eine offenere Formulierung

bezüglich Blockzeiten. In § 26 der Verordnung wurde

deshalb auf die strikte Einhaltung von vier Stunden bei den Blockzeiten

verzichtet. Die Gemeinden können aus organisatorischen

Gründen um maximal 20 Minuten davon abweichen.

– Die Forderung mehrerer Organisationen, dass für die Sekundarstufe

höchstens drei der vier möglichen Fächer in Anforderungsstufen

erteilt werden, wurde im § 6 der Verordnung aufgenommen.

– Auch zu den Dispensationsregelungen äusserten sich fast alle Organisationen

und Gruppierungen der Lehrpersonen. Aufgenommen

wurde die grundsätzliche Gleichbehandlung des Kindergartens

gegenüber den anderen Stufen. In der Verordnung festgelegt

sind zwei Jokertage pro Jahr, welche jeweils pro Stufe auch zusammen

bezogen werden können.

– Dem Wunsch nach weitergehenden Vorgaben zum Verhalten der

Schülerinnen und Schüler wurde mit einem Katalog an Verhaltensregeln

gegenüber allen an der Schule tätigen Personen entsprochen.

Ausserdem ist neu nicht nur der Konsum sondern auch das

Mitbringen von Alkohol und Drogen in Schulanlagen verboten.

– Der Angebotspflicht von Tagesstrukturen durch die Gemeinde wurden

zeitliche Grenzen gesetzt. Die Gemeinde muss bei entsprechendem

Bedarf gemäss § 27 der Volksschulverordnung Betreuungsangebote

nicht vor 7.30 Uhr und nicht länger als bis 18 Uhr anbieten.

– Sowohl Lehrerschaft als auch Behörden haben eine Regelung auf

Verordnungsstufe zum Übertritt vom Kindergarten in die Primarschule

gewünscht. Eine solche wurde mit § 35 in die Verordnung

aufgenommen.


– Um nicht regelmässig im grossen Stil Elternumfragen durchführen

zu müssen, können Schulpflegen und Schulen die Meinung der Eltern

auch im Rahmen der Elternmitwirkung einholen. (§ 48)

– In § 66 wird neu ausdrücklich festgehalten, dass die Eltern für die

Schülerinnen und Schüler auf dem Schulweg verantwortlich sind.

Auch in der Lehrerpersonalverordnung wurden auf Grund der Rückmeldungen

verschiedene Veränderungen vorgenommen:

– In § 2 der Lehrerpersonalverordnung wird die Gesamtzahl der VZE

mit einem kleinen Korrekturfaktor garantiert. Ebenfalls in § 2 wurde

darauf Rücksicht genommen, dass auch in kleinen Gemeinden

(Schulen) einzelne Arbeiten im Zusammenhang mit geleiteten

Schulen gleich anfallen wie in grösseren. Das Pensum für die

Schulleitung berechnete sich bisher nach der Anzahl VZE, die eine

Gemeinde führt. Neu wird kleinen Gemeinden zusätzlich ein kleiner

Sockelbeitrag gewährt. Ausserdem wird festgehalten, dass an der

Sekundarstufe den Schulleitungen zusätzliche Zeit für Koordinationsaufgaben

gewährt werden kann.

– Im Rahmen der Kantonalisierung ist für Kindergärtnerinnen eine eigene

Lohnkategorie geschaffen worden (§ 14).

– Handarbeits- und Haushaltungslehrerinnen im traditionellen Sinn

gibt es aufgrund der neuen Lehrerbildung nicht mehr. Sie werden

künftig in die gleichen Lohnklassen wie Primar- und Oberstufenlehrpersonen

eingereiht, haben aber auch die gleiche Pflichtstundenzahl

(§ 7,§ 14).

Wie weiter?

Sowohl das VSG wie auch die Verordnungen werden entsprechend

dem Zeitplan für die einzelnen Reformelemente gestaffelt in Kraft gesetzt.

Diese Staffelung und die damit verbundene Inkraftsetzung der

einzelnen Gesetzesbestimmungen sind im Inkraftsetzungsbeschluss

und der Übergangsordnung festgelegt. Es werden also ein paar Jahre

lang Teile der alten und neuen Verordnungen nebeneinander Gültigkeit

haben. Im Schuljahr 2010/11 sollte die Umsetzung weitgehend

abgeschlossen sein. Die neuen Rechtsgrundlagen und die anstehenden

Veränderungen der Volksschule bieten eine gute Grundlage für

die Entwicklung der Volksschule.

Anmerkung: Die vom Regierungsrat erlassenen Verordnungen und

Beschlüsse sind auf der Homepage des Volksschulamtes (ww.volksschulamt.ch)

unter Schulrecht, News Inkraftsetzung des neuen

Volksschulgesetzes zu finden.

Bildungsratsbeschluss vom 12. Juni 2006

Handbuch Schulqualität (Erprobungsfassung): Konzept zur

Validierung der Qualitätsansprüche

Ausgangslage

Der Bildungsrat hat 2001 veranlasst, im Rahmen des Projekts Neue

Schulaufsicht Qualitätsansprüche an die Volksschulen im Kanton Zürich

zu entwickeln – mit dem Ziel, einen verbindlichen Referenzrahmen

für die Qualitätsbeurteilung und -bewertung im Rahmen der externen

Schulevaluation zu schaffen. Seit Herbst 2005 liegen Qualitätsansprüche

zu den unterrichtlichen und schulischen Prozessen in

Form eines Handbuchs Schulqualität vor. Der Bildungsrat hat dieses

am 19. September 2005 als Erprobungsfassung verabschiedet und

beschlossen, die vorliegenden Qualitätsansprüche einem Validierungsprozess

zu unterziehen. Die Bildungsplanung wurde damit beauftragt,

die Erprobungsfassung des Handbuchs zu publizieren und

die Validierung der Qualitätsansprüche zu planen und bis 2009

durchzuführen. Das Konzept zur Validierung soll dem Bildungsrat im

Frühjahr 2006 vorgelegt werden.

Handbuch Schulqualität (Erprobungsfassung): Kommunikation

Die Erprobungsfassung des Handbuchs Schulqualität wurde nach

der Verabschiedung im Bildungsrat redaktionell überarbeitet und liegt

seit Anfang Juni in Form eines Ordners gedruckt vor. In der Juni-Ausgabe

des Schulblatts wird die Publikation vorgestellt. Das Handbuch

Schulqualität kann gegen einen Unkostenbeitrag bei der Kantonalen

Drucksachen- und Materialzentrale bezogen werden. Allen Schulgemeinden

bzw. Schulkreisen im Kanton Zürich stellt die Bildungsdirektion

Ende Juni ein Exemplar kostenlos zur Verfügung. Den Adressaten

der Validierung wird das Handbuch mit einem entsprechenden

Begleitbrief Anfang Juli 2006 zugestellt.

Ab Juli 2006 wird unter www.bildungsdirektion.zh.ch Projekte eine

Internetseite zum Handbuch Schulqualität aufgeschaltet. Hier werden

die vorliegenden Qualitätsansprüche den interessierten Nutzerinnen

und Nutzern auch in elektronischer Form zugänglich gemacht.

Ebenso informiert die Bildungsplanung mittels Internet laufend über

den Stand der Erprobung und Validierung des Handbuchs Schulqualität,

und sie stellt entsprechende weiterführende Materialien zur Verfügung.

Handbuch Schulqualität (Erprobungsfassung):

Konzept zur Validierung

Mit dem Vorliegen der Publikation der Erprobungsfassung des Handbuchs

Schulqualität wird die dreijährige Validierungsphase eingeleitet.

Vertreterinnen und Vertreter der Schulbehörden, der Lehrer-, Schülerund

Elternschaft sowie der Aus- und Weiterbildungsinstitutionen werden

eingeladen, die normativen Setzungen innerhalb der definierten

Qualitätsbereiche (Qualitätsansprüche) inhaltlich zu prüfen und zu optimieren.

Die Rückmeldungen der verschiedenen Anspruchsgruppen

im Bildungsbereich zu Struktur, Inhalt und Gewichtung der Qualitätsbereiche

werden sowohl auf schriftlichem (Fragebogen) als auch auf

mündlichen Weg (moderierte Workshops) eingeholt.

Erwägungen

Die Validierung des Handbuchs Schulqualität wird gemäss dem vorliegenden

Konzept durchgeführt. Die Bildungsplanung erstattet dem

Bildungsrat über den Verlauf der Validierung jährlich auf dem Kanzleitisch

Bericht, erstmals im Sommer 2007. Nach Abschluss der Validierungsphase

im Sommer 2009 werden die Qualitätsbereiche überarbeitet.

Bis Sommer 2010 legt die Bildungsplanung dem Bildungsrat

den – bei Bedarf – angepassten Qualitätsrahmen und die validierten

normativen Setzungen innerhalb der Qualitätsbereiche (Qualitätsansprüche)

in einer überarbeiteten Ausgabe des Handbuchs Schulqualität

zur definitiven Beschlussfassung vor.

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 65


Bildungsratbeschluss vom 15. Mai 2006

Festlegung eines Qualitätsbereiches als Pflichtthema der externen

Schulevaluation

Am 16. August 2006 wird die Fachstelle für Schulbeurteilung ihren

Betrieb aufnehmen und das Projekt Neue Schulaufsicht ablösen. Der

Übergang vom Projekt mit freiwilligen Erprobungsschulen zum flächendeckenden

Regelbetrieb rückt die beiden Hauptfunktionen der

externen Evaluation, die Entwicklungsorientierung und die Rechenschaftsfunktion

zuhanden des Kantons, in ein neues Verhältnis. Auf

dem Weg zum Ziel, Steuerungsinformationen für die Bildungspolitik

zu schaffen und den Stand der Qualität der kantonalen Volksschule

über die Einzelschule hinaus beurteilen zu können, können nun durch

die Evaluation einer viel grösseren Anzahl Schulen erste konkrete Erfahrungen

gesammelt werden. Um eine breit abgestützte Datengrundlage

zu erhalten, soll ein Qualitätsbereich als Pflichtthema der

externen Schulevaluation festgelegt werden. Ein zweiter Qualitätsbereich

kann den Schulen weiterhin zur Auswahl angeboten werden.

Für die Qualitätsentwicklung des Gesamtsystems Volksschule ist

es entscheidend, dass die kantonale Fremdbeurteilung an kantonale

Vorgaben und Ziele anschliessen kann. Die Beurteilung soll an einem

bildungspolitisch bedeutsamen Qualitätsthema ansetzen. In Abstimmung

auf die Einführung des neuen Volksschulgesetzes wäre es

wünschenswert, das Thema «Schulführung» oder das Thema «Qualitätssicherung

und -entwicklung» als Pflichtthema festzulegen, doch

ist der Zeitpunkt verfrüht, weil einige Schulen mit den entsprechenden

Arbeiten noch nicht begonnen haben. Im Zusammenhang mit

der insbesondere durch die PISA-Studie ausgelösten bildungspolitischen

Diskussion um das Niveau der Kompetenzen in der deutschen

Standardsprache, den Sprachförderungsanstrengungen in multikulturellen

Schulen, der Einführung neuer Fremdsprachenunterrichtsmodelle

und dem Einsatz von Lernstandsmessungsinstrumenten (z.B.

Klassencockpit) als Orientierungshilfe ist es sinnvoll, den Qualitätsbereich

«Sprachförderung Deutsch» als Pflichtthema festzulegen.

Die Qualität dieses Themas auf der Ebene der kantonalen Volksschule

könnte am besten beurteilt werden, wenn alle Schulen während

einer vollen Vierjahresperiode in diesem Qualitätsbereich evaluiert

würden. Dies würde aber die Möglichkeit verbauen, ein neues, bildungspolitisch

prioritäres Thema in den Vordergrund zu rücken und

als Pflichtthema zu definieren. Es ist deshalb sinnvoll, die Lage jährlich

neu zu beurteilen und das bisherige Pflichtthema für ein weiteres Jahr

zu bestätigen oder allenfalls ein neues zu bezeichnen.

Die bildungsrätliche Aufsichtskommission des Projektes Neue

Schulaufsicht hat an ihrer Sitzung vom 20. März 2006 diese Überlegungen

der Projekt- und Fachstellenleitung zur Kenntnis genommen

und unterstützt den Antrag an den Bildungsrat.

66 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Bildungsratsbeschluss, Auszug vom 15. Mai 2006

Volksschule; Kurse in heimatlicher Sprache und Kultur (HSK);

Anerkennung des Vereins «Rodna Retsch» als Trägerschaft von

bulgarischen Kursen.

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Bildungsrat:

I. Der Verein «Rodna Retsch» wird, gestützt auf das «Reglement

über die Durchführung von Kursen in heimatlicher Sprache und

Kultur (HSK)» vom 11. Juni 1992, als Trägerschaft der Kurse in bulgarischer

Sprache und Kultur anerkannt. Die Anerkennung ist auf

drei Jahre befristet (Schuljahre 2006/07–2008/09).

II. Mit der Anerkennung gelten für die Trägerschaft die Rechte und

Pflichten, die im «Reglement über die Durchführung von Kursen in

heimatlicher Sprache und Kultur (HSK)» formuliert sind.

Bildungsratsbeschluss vom 20. März 2006

Kantonsschule Zürcher Unterland: Pilotprojekt «Ergänzendes

betreutes Selbstlernsemester im Fach Einführung Wirtschaft

und Recht»

A) Ausgangslage

Mit Schreiben vom 27. Januar 2006 beantragt der Rektor der Kantonsschule

Zürcher Unterland im Sinne eines vierjährigen Projektes

die Einführung eines ergänzenden betreuten Selbstlernsemesters im

Fach Einführung in Wirtschaft und Recht (EWR). Die Schule führte

das Fach EWR seit dessen Einführung vor fünf Jahren in allen fünf

Profilen mit einer Stundendotation von 2 Semesterstunden (Frühlingssemester

der 4. Klasse). Mit dieser Stundendotation liegt die

Kantonsschule Zürcher Unterland im Vergleich mit anderen Kantonsschulen

am unteren Limit. Nur die Kantonsschulen Oerlikon, das Literargymnasium

Rämibühl und Limmattal liegen mit 2 Semesterstunden

gleich tief. Die Kantonsschulen Küsnacht, Realgymnasium Rämibühl,

Zürich Birch, Rychenberg und Stadelhofen bieten zwar auch

nur 2 Semesterstunden an, führen aber zusätzlich ein Ergänzungsfach

Wirtschaft und Recht. Die bisherigen Erfahrungen an der Kantonsschule

Zürcher Unterland zeigen denn auch, dass die Lehrziele

mit dieser minimalen Stundendotation nur schwer erreicht werden

können. Dies steht einerseits im Widerspruch zu den im Lehrplan fixierten

(minimalen) Lehrzielen und anderseits auch zur Bedeutung

der beiden Fachgebiete Wirtschaft und Recht in Gesellschaft und

Wissenschaft. Mit dem vorliegenden Konzept eines betreuten Selbstlernsemesters

im Herbstsemester der 5. Klasse im Fach EWR soll die

notwendige Ergänzung geschaffen und zugleich das übergeordnete

Lernziel «Selbstständigkeit» zu einem Zeitpunkt gefördert werden,

welcher als optimal bezeichnet werden kann, wie die ausgewerteten

Erfahrungen mit dem Selbstlernsemester in sechs Fächern an der

Kantonsschule Zürcher Oberland zeigen. Auch mit der im Frühlingssemester

der 4. Klassen bereits fest installierten interdisziplinären

Lernform «Lernen am Projekt (LaP)» besteht ein günstiges Fundament

für ein im anschliessenden Herbstsemester der 5. Klassen durchgeführtes

betreutes Selbstlernsemester im Fach EWR.


B) Das Pilotprojekt «Ergänzendes betreutes Selbstlernsemester im

Fach EWR»

Mit einem «ergänzenden betreuten Selbstlernsemester im Fach

EWR» wird das Grundlagenfach EWR in allen Profilen (ausgenommen

im Profil Wirtschaft und Recht) im Herbstsemester der 5. Klasse um 1

Semesterstunde ergänzt. Damit wird das bisher auf das Frühlingssemester

der 4. Klasse beschränkte Fach auf zwei Semester verlängert.

Das Konzept eines ergänzenden betreuten Selbstlernsemesters im

Fach EWR sieht eine Kombination vor von Einführungsvorlesungen,

gesteuertem Selbststudium, Reflexionsprozessen und vertiefenden

Referaten. Eine erste Prüfung soll nach den Herbstferien, eine zweite

im Januar stattfinden. Jede Klasse verfügt über ein Lernforum, das

für den Austausch von Erfahrungen und die Diskussion offener Fragen

zwischen Schülerinnen und Schülern und/oder den Lehrpersonen

zur Verfügung steht. Die Aufgabenstellung erfolgt elektronisch.

Die Betreuung durch die Lehrpersonen erfolgt grundsätzlich individuell

auf elektronischem Weg, soll aber im erwähnten Forum für alle

nachvollziehbar vorgenommen werden.

C) Stundentafeländerungen

Im Herbstsemester der 5. Klassen soll im altsprachlichen, neusprachlichen,

mathematisch-naturwissenschaftlichen und musischen Profil

eine Lektion EWR in die Stundentafeln eingefügt werden. Diese Lektion

wird in Form eines ergänzenden, betreuten Selbstlernens durchgeführt.

Diese Lektion entspricht der Stundenanrechnung für die betroffenen

Lehrpersonen. Im Stundenplan der SchülerInnen wird hingegen

im Fach EWR keine Lektion aufgeführt.

Im mathematisch-naturwissenschaftlichen Profil (beide Schwerpunktfächer)

wird die Stundendotation im Fach Anwendungen der

Mathematik im Frühlingssemester der 4. Klasse von 2 auf 3 Semesterstunden

erhöht, im Herbstsemester der 5. Klasse von 3 auf 2 Lektionen

gesenkt.

D) Erwägungen

Ein betreutes Selbstlernsemester in einem einzigen Fach ist eine

mögliche bzw. weitere Ausprägung selbstständigen Lernens. Dessen

Erprobung an der Kantonsschule Zürcher Unterland im Rahmen eines

auf vier Jahre befristeten Pilotversuchs scheint nicht zuletzt vor

dem Hintergrund der positiven Evaluationsergebnisse des Pilotprojektes

«Selbstlernsemester» an der Kantonsschule Zürcher Oberland

sinnvoll zu sein. Hier wie dort ist das Selbstlernsemester für die Schülerinnen

und Schüler eine gute Vorbereitung für die Maturitätsarbeit,

das Wahlfachjahr sowie für die an den Hochschulen vorherrschende

Arbeitsweise. Mit der Einführung des Selbstlernsemesters EWR steigt

die Jahresstundendotation um 0.5 Jahresstunden. Sie beträgt je

nach Profil neu zwischen 131.0 und 133.5 Jahresstunden. Im Durchschnitt

können damit die kantonalen Vorgaben, welche maximal 132

obligatorische Lektionen erlauben, eingehalten werden. Die zusätzlichen

Lektionen für die Betreuung des Selbstlernsemesters im Fach

EWR müssen über die Schülerpauschale gedeckt werden.

Da ein solches Projekt für die betroffenen Lehrpersonen – ein erfahrenes

und eingespieltes Team des Faches Wirtschaft und Recht –

eine neue Rolle in der Lernbegleitung erfordert, sollen sie pädagogisch-didaktisch

unterstützt werden und soll ihnen ein Forum für Erfahrungsaustausch

und Weiterbildungs-Inputs zu spezifischen Fragen

des selbstständigen Lernens angeboten werden. Mit der Durch-

führung eines Coachings im Umfang von insgesamt sechs Sitzungen,

verteilt über die Schuljahre 2006/07 bis 2008/09, wird Frau Prof. Dr.

Regula Kyburz-Graber, Universität Zürich, Höheres Lehramt Mittelschulen,

betraut. Das Coaching soll mit einer Berichterstattung zuhanden

des Bildungsrates abgeschlossen werden.

Die Kostenfolgen von Fr. 4’000 gehen zulasten des Mittelschul- und

Berufsbildungsamtes.

Der auf vier Jahre befristete Pilotversuch eines «ergänzenden betreuten

Selbstlernsemesters» soll intern evaluiert werden. Dem Bildungsrat

ist nach drei Jahren, d.h. Ende Schuljahr 2008/09 ein Bericht

vorzulegen. Auf der Grundlage dieses Berichtes und desjenigen

des oben genannten Coachings soll der Bildungsrat im Verlauf des 4.

Jahres einen weiteren Entscheid fällen können. Bezüglich der zentralen

Fragestellungen soll sich die Berichterstattung einerseits am

Schlussbericht «Externe Evaluation des Pilotprojektes ‚Selbstlernsemester’

an der Kantonsschule Zürcher Oberland» vom 15. April 2005

und andererseits am Bericht «Pädagogisch-didaktische Begleitung

im Selbstlernsemester der Kantonsschule Zürich Oberland» vom 12.

April 2005 orientieren.

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 67


Fokus

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«Es ist nun eine Art Rechtschreibfrieden eingetreten»

Die Korrekturen an der deutschen Rechtschreibreform werden

in die Neuauflage des Schülerdudens einfliessen, die zur

Worlddidac, der internationalen Bildungsmesse in Basel, im

Herbst erscheint. Damit soll in den Schulen wieder die nötige

Schreibsicherheit vermittelt werden können, erklärt Peter

Feller, Direktor des Zürcher Lehrmittelverlags und Mitglied

des Rats für deutsche Rechtschreibung.

Interview: Jacqueline Olivier

Die Änderungen der Rechtschreibreform werden nach dem

Entscheid der Erziehungsdirektorenkonferenz EDK vom 22.

Juni nun auch in der Schweiz verbindlich. War dies absehbar

oder wurde gerungen?

Nach der heftigen Kritik an der Rechtschreibreform von 1996

(1998 in Kraft gesetzt) ernannten die drei Länder Deutschland,

Österreich und die Schweiz 2004 einen Rat für deutsche

Rechtschreibung, welcher sich mit den umstrittensten Teilen

auseinandersetzen sollte. An acht Sitzungen des Rates wurde

– entsprechend der breit gefächerten Zusammensetzung –

wirklich hart um Konsens gerungen. Es war nicht immer einfach,

zum Beispiel die Ansichten der Linguisten und die der

Fachdidaktiker unter einen Hut zu bringen. Während die

einen die Feinheiten der Sprache mittels differenzierter

Schreibweise ausdrücken möchten, plädierten die andern für

klare, gut vermittelbare Regeln.

Um welche Änderungen geht es in erster Linie?

Prioritär behandelt wurden die Bereiche der Getrennt- und

Zusammenschreibung, der Worttrennung am Zeilenende, der

Zeichensetzung sowie Teile der Gross- und Kleinschreibung.

Ein paar Beispiele:

– Getrennt- und Zusammenschreibung: Für Verbindungen

aus Adverb und Verb gilt vielfach wieder der Schreibgebrauch

von vor 1996: aneinanderfügen, auseinanderbrechen,

zueinanderfinden.

76 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Entsteht bei der Verbindung aus Adjektiv und Verb eine

neue, idiomatisierte Gesamtbedeutung, gilt meist wieder die

frühere Zusammenschreibung: kürzertreten (= sich einschränken),

kaltstellen (= [politisch] ausschalten), richtigstellen

(= berichtigen).

– Worttrennung: Einzelvokale am Wortanfang oder -ende

werden nicht mehr abgetrennt: Abend, Oboe, Kleie usw.

– Zeichensetzung: Infinitivgruppen, die mit um, ohne, statt,

anstatt, ausser, als eingeleitet werden oder von einem Substantiv

abhängen, müssen mit Komma abgegrenzt werden:

Etwas Schlimmeres, als seine Kinder zu enttäuschen, konnte

ihm nicht passieren.

– Die Anredepronomen du und die entsprechenden Beugungsformen

und Ableitungen können in Briefen grossgeschrieben

werden.

Es sollen in diversen Fällen mehr Schreibvarianten zugelassen

werden; wird das Lernen der Rechtschreibung für die Schüler

nun nicht schwieriger statt einfacher? Und woran sollen sich

die Lehrer halten?

Tatsächlich besteht die Gefahr, dass durch die vermehrten

Variantenzulassungen die Unsicherheit für die Schreibenden

und insbesondere für Schülerinnen und Schüler zunehmen

könnte. Deshalb haben wir uns bei der Erarbeitung des neuen

Schweizer Schülerdudens von der Frage leiten lassen:

«Was ist gut lehrbar und gut lernbar?» Aus diesem Grunde

haben wir uns dazu durchgerungen, im Schülerduden eine

regelorientierte Variantenführung anzuwenden, d.h. wir werden

wo möglich nur eine Variante aufführen. Für die Lehrpersonen

erarbeiten wir zudem im Auftrag der Erziehungsdirektorenkonferenz

eine Handreichung, welche ihnen einen

Überblick über die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung

sowie Hinweise zur didaktischen Umsetzung verschafft.

Wird die Schweiz durch diese Flexibilität wieder einen Extrazug

fahren, wird bei uns nun tatsächlich wieder «aufwendig»

statt «aufwändig», «recht haben» statt «Recht haben» oder


«kennenlernen» statt «kennen lernen» geschrieben?

Glücklicherweise wird die Schweiz keinen Extrazug fahren

müssen, nachdem unsere Bedenken im Rat für deutsche

Rechtschreibung ernst genommen worden sind. Ein Alleingang

wäre meiner Meinung nach fatal gewesen, werden doch

bereits heute auch Schulbücher grenzüberschreitend eingesetzt.

Seit dem Jahr 1902, in welchem der Erziehungsrat «Die

Einführung der neuen Dudenschen Orthographie» beschlossen

hatte, richtete sich mindestens der Kanton Zürich immer

nach dem Duden. Die einzige grössere Abweichung erfolgte

im Jahre 1938, als der Erziehungsrat des Kantons Zürich beschloss,

«die Lehrkräfte aller Schulstufen anzuweisen, im Unterricht

das ß durch ss zu ersetzen.» (Amtliches Schulblatt

vom 1. November 1938.) Bei den von Ihnen genannten Beispielen

sind neu immer beide Varianten richtig. Der neueste

Duden empfiehlt: aufwendig, recht haben und kennenlernen.

Ist die neueste Modifizierung der Rechtschreibreform also

vorwiegend ein Zurückbuchstabieren?

So absolut würde ich das nicht sagen. Die Modifizierung ist

aber sicher eine Antwort auf die teils berechtigten Kritiken

seitens der Fachwissenschafter, Schriftsteller und der grossen

Medienhäuser an der Reform von 1996.

Der neue Schweizer Schülerduden soll für die Worlddidac Ende

Oktober bereit sein. Reicht die Zeit aus, um die erforderlichen

Änderungen vorzunehmen?

Die Zeit ist sicher sehr knapp bemessen, umso mehr als der

definitive Entscheid der Erziehungsdirektorenkonferenz erst

am 22. Juni gefällt worden ist. Aber im digitalen Zeitalter

ist vieles möglich geworden. So können wir auf die Datenbank

des Bibliographischen Institutes in Mannheim zurückgreifen

und zusammen mit einem Redaktionsteam die Liste

der Helvetismen einarbeiten. Ich bin zuversichtlich, dass wir

es schaffen werden und dass der neue Schülerduden ab Ende

Oktober 2006 für die Schulen lieferbar ist.

Ab wann sind die aktuellen Änderungen verbindlich?

Die Erziehungsdirektorenkonferenz empfiehlt die Umsetzung

der neuen Rechtschreibung bereits ab dem Schuljahr

2006/07. Allerdings ist für die drei Bereiche der Getrenntund

Zusammenschreibung, der Worttrennung am Zeilenende

und der Zeichensetzung eine Übergangsfrist der Korrekturtoleranz

bis zum 31. Juli 2009 angesetzt.

Wie sieht es mit den übrigen Schulbüchern aus, müssen die alle

im Hinblick auf die aktuellen Änderungen überarbeitet werden?

Welchen Aufwand bringt dies für den Lehrmittelverlag

mit sich?

Der Aufwand, um die rund 400 betroffenen Artikel mit insgesamt

etwa 55'000 Seiten aus unserem Sortiment nach und

nach anzupassen, darf nicht unterschätzt werden. Auch wenn

die Änderungen moderat sind, müssen bei einem Nachdruck

alle Seiten durch ein Korrektorat gelesen und danach angepasst

werden. Die grosse Rechtschreibreform von 1996 hat

den Verlag bis zur Einführung im Jahr 2004 rund 5 Millionen

Franken gekostet. Deshalb ist die von der EDK empfohlene

und von den Lehrmittelverlagen gewünschte Übergangsfrist

bis zum 31. Juli 2009 sinnvoll.

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Was hat die Reform wirklich gebracht?

Ich glaube, der grösste Erfolg besteht darin, dass nun eine Art

Rechtschreibfrieden eingetreten ist. Mindestens die grössten

Kritiker aus Deutschland, die durch Vertreter/innen im Rat

eingebunden waren, sind halbwegs zufriedengestellt. Es hat

sich gelohnt, nebst den Wörterbuch- und Schulbuchverlagen

auch die Vertreter der Wissenschaft, der Didaktik, der Presse,

der Schriftstellerverbände und der Lehrerorganisationen in

die Meinungsbildung einzubeziehen. Somit konnte ein Konsens

erarbeitet werden, welcher dazu beiträgt, dass die

Schreibweise von Schule, Staat und Öffentlichkeit nicht zu

sehr auseinanderdriftet. So gesehen, erachte ich das Resultat

der Ratsarbeit als zufriedenstellend, und angesichts der teilweise

heftigen Polemik sind meine Erwartungen sogar übertroffen

worden.

Wird diese Überarbeitung für eine Weile die letzte sein oder

anders gefragt: Ist das Ende der Rechtschreibreform und ihrer

Reformen erreicht?

Ich bin zuversichtlich, dass wir nun für einige Jahre zur Normalität

zurückkehren können, und das ist auch gut so. Ich

glaube, man ist des Themas Rechtschreibreform langsam

überdrüssig, und es gibt gerade an unseren Schulen und auch

im Bereich Sprache noch wesentlich wichtigere Dinge als die

Rechtschreibung. Mit dem neuen Duden (24. Auflage) und

dem neuen Schweizer Schülerduden von 2006 stehen Werke

zur Verfügung, die uns die gewünschte Schreibsicherheit

wieder vermitteln können. Der Rat für deutsche Rechtschreibung

ist für sechs Jahre gewählt und wird sich dem Statut gemäss

weiterhin mit der Beobachtung der Schreibentwicklung

und mit Vorschlägen zur Anpassung des Regelwerkes an den

allgemeinen Wandel der Sprache befassen. Dazu gehört auch

die Eindeutschung von Wörtern aus andern Sprachen, insbesondere

auch aus dem Englischen.

(Das Interview wurde per e-mail geführt)

Jüngste Veränderungen betreffen obligatorische Schule kaum

Am 22. Juni 2006 hat die Schweizerische Konferenz der kantonalen

Erziehungsdirektoren (EDK) beschlossen, die jüngsten

Empfehlungen des Rates für deutsche Rechtschreibung zu

übernehmen. Der Regeltext für die deutsche Rechtschreibung,

wie er 1996 beschlossen und 2004 leicht modifiziert worden ist,

ist seit dem 1. August 2005 verbindliche Grundlage für den

Rechtschreibeunterricht an Schulen. Von dieser Verbindlich-

Erklärung wurden am 1. August 2005 drei Teilbereiche ausgenommen

(Getrennt- und Zusammenschreibung, Zeichensetzung

sowie Worttrennung am Zeilenende). Der Rat für deutsche

Rechtschreibung hat in der Zwischenzeit Empfehlungen

für die Regelung dieser drei Bereiche ausgearbeitet, welchen

sich die EDK am 22. Juni 2006 angeschlossen hat.

Die obligatorische Schule ist von den letzten Veränderungen

in den drei genannten Bereichen jedoch kaum betroffen.

Im Herbst 2006 werden von der EDK zuhanden der Lehrpersonen

Handreichungen erscheinen.

Weitere Informationen auf der Homepage des Volksschulamtes:

www.volksschulamt.zh.ch.

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 77


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Wenn Du nicht singen kannst, wirst Du

eben Notenständer, dann kannst Du das.

Bildungsstandards sind nichts als Rhetorik! würde der

Philosoph Friedrich Nietzsche sagen. Aber nein, würden wir

ihm entgegnen und ihn auf die Debatten verweisen, die nach

dem schlechten Abschneiden in der PISA-Studie bei uns

ebenso wie in Deutschland entbrannt sind. Ziel der Wortgefechte:

Die Schulen müssen besser werden. Nur wie? Für die

einen sind diese Standards hilfreich, nützlich und sinnvoll.

Das Antidot heisst für sie HarmoS, das nationale Projekt, das

die Entwicklung von verbindlichen Kompetenzvorgaben in

zentralen Bildungsbereichen anvisiert. Jeweils am Ende des

2., 6. und 9. Schuljahres sollen diese Vorgaben gemessen

Herr Herrmann, brauchen wir Bildungsstandards?

Nein. Was man braucht, sind Messlatten, von denen man

weiss, dass sie zu überspringen sind. Wenn man eine solche

Messlatte nicht hat, das weiss man aus der Trainingslehre des

Sports, kann man nicht trainieren. Wenn man kein Ziel hat,

kann man nicht wissen, über welche Messlatte man springen

muss. Aber diese Messlatten müssen so konstruiert sein, dass

von den vielen Potenzialen, die die einzelnen Schüler haben,

jeder Schüler seine Messlatte findet, weil er sonst unter- oder

überfordert ist. Die Unterforderten leisten nicht das, was sie

könnten, und die Überforderten haben eine ständige Entmutigungskarriere

in der Schule. Daraus resultiert, was Pestalozzi

schon gesagt hat: Vergleiche nie ein Kind ausser mit sich

selbst. Ich habe es einmal anders formuliert: Jedes Kind muss

das Recht haben, sein eigener Standard zu sein.

Aber die Schule kann doch nicht Bildungsstandards für jedes

einzelne Kind bereit halten?

Doch. Das haben wir früher mit der Notenskala von eins bis

sechs getan, indem wir gesagt haben: Das kannst du gut, das

kannst du nicht so gut, das kannst du gar nicht und das ist

78 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

werden, in der Erstsprache, den Fremdsprachen, der Mathematik

und in den Naturwissenschaften. Für die andern sind

Standards Schikanen in einer sich zunehmend unmenschlich

gebärdenden Schule, welche Schüler auf ein paar wenige

messbare Kompetenzen reduziert. Auch im nördlichen

Nachbarland wird die Diskussion kontrovers geführt. Als

pointierter Verfechter einer Schule ohne Standards hat sich

Ulrich Herrmann, ehemaliger Leiter des Seminars für Pädagogik

an der Universität Ulm, hervorgetan. Als Diskussionsbeitrag

zu den Bildungsstandards hier das Interview, das die

Bildungsplattform bildungsclick.de mit ihm geführt hat.

verbesserungsbedürftig. Das ganze Problem ist nur ein Sekundärproblem

der Versetzungsordnung, nämlich mit der «Chance»

sitzen zu bleiben. Wenn wir das nicht hätten, sondern hätten

– wie noch im 19. Jahrhundert – eine einfache Zertifizierung,

die da sagt «die Leistungen in Latein sind verbesserungsbedürftig,

weil er faul ist. Die Leistungen in Deutsch sind sehr

gut, weil er sehr schöne Aufsätze schreibt und in Mathematik

muss er mehr üben, dann hat er mehr Rechensicherheit»,

dann wäre doch völlig klar – auch für den «Abnehmer» – was

jemand kann oder was jemand nicht kann.Wir haben uns angewöhnt,

aus unserer Schule ein Selektionsinstrument für

das Scheitern von jungen Menschen zu machen. Junge Menschen,

die an Dingen scheitern, für die sie unter Umständen

gar nichts können.

Wie sieht eine Schule aus, in der es dieses Scheitern nicht gibt?

Ich kann einige Beispiele nennen. In einer Schule drohte ein

Kind zum zweiten Mal in Klasse vier sitzen zu bleiben. Das

heisst: Er kommt in die Sonderschule. Die Lehrer haben aber

gesagt: «Das machen wir nicht.» Und sie haben ihn in der Mitte

von Klasse vier nach Klasse fünf versetzt.Wer zum Jahresende


dann in Klasse fünf ist, kann bekanntlich in Klasse vier nicht

mehr sitzen bleiben. Das ist eine wunderbare Geschichte. Eine

andere: Ein Kind kann nicht Englisch lernen. Es kriegt die englischen

Vokabeln schlicht nicht in sich rein, kein Mensch weiss,

woran es liegt. Das war auch – wie im ersten Beispiel – eine

freie Schule. Daraufhin sagen die Lehrer: «Vergiss es. Immer

wenn du etwas schreibst, schreibe ein bisschen Englisch, lerne

ein bisschen Vokabeln. Damit wir sehen, du bemühst dich und

dann bekommst du immer eine vier. Denn weil du es nicht

kannst, brechen wir dir deswegen nicht das Genick.» Jetzt hat

das Kind inzwischen längst seinen Realschulabschluss gemacht

– in völliger Unkenntnis des Englischen. Dieses Kind

kommt doch nie auf die Idee, im benachbarten Industriestandort

bei Liebherr eine kaufmännische Lehre anzufangen mit

dem Schwerpunkt‚ «Fremdsprachen anglophoner Bereich».

Das heisst, im geistigen Gesamthaushalt der deutschen Nation

findet überhaupt kein Flurschaden statt, wenn man einem

solchen jungen Menschen Mut macht: «Mach das, was du gut

kannst, und mit dem, was du nicht kannst, quälen wir dich

nicht und wir halten uns nicht damit auf.»

Könnten denn hier nicht auch Bildungsstandards weiterhelfen?

Solange wir im Kopf den Schalter nicht umlegen von einer Pädagogik

der Selektion und der Entmutigung auf eine Pädagogik

der Förderung und der Ermutigung – nämlich das zu machen,

was man gut kann und dort dann seine eigenen Anschlüsse zu

finden – bleiben wir bei dieser Bildungsstandarddebatte hän-

Leserbriefe

Ausgabe 3/2006:

Gebt den Lehrerinnen und Lehrern

einen BMW (und lasst sie unterrichten)

Annäherung des britischen und schweizerischen

Schulsystems

1991 hatte die Schweiz erstmals an einem

internationalen Test in Mathematik

und Naturwissenschaften teilgenommen

und dabei als Beste abgeschnitten.

Das bewog das National Institute

of Economic and Social Research

in den Jahren 1995 und 1996 Vergleichsstudien

zwischen dem britischen und

dem Schweizer Schulsystem durchzu-

führen. Die britischen Forscher stellten

fest, dass folgende Hauptunterschiede

zum überragenden Erfolg der Schweizer

beitrugen: Die Schweizer Lehrer

verbrachten einen viel grösseren Teil

der Unterrichtszeit damit, die Schüler

anzuleiten. Wobei sie die bewährte Methode

des Ganzklassenunterrichts anwandten.

Während sie versuchten, die

Individualität jedes Kindes zu berücksichtigen,

waren sie gleichzeitig sehr

bemüht, die ganze Klasse gemeinsam

im Lernstoff vorwärts zu bringen. Die

Forscher fanden jedoch in der schweizerischen

Adaption des Comprehensive

Schooling (damalige AVO-Versuchsschulen)

erste Auflösungserscheinungen

der Schweizer Schulqualität. Sie

machten folgende drei Hauptursachen

dafür verantwortlich: Die AVO-Schüler

hatten ein Drittel weniger Hausaufgaben,

der Schulunterricht wurde öfters

durch soziale Projekte unterbrochen

und die Motivation der AVO-Schüler

lag, weil jede Klasse mehrere Lehrer

hatte, tiefer als in den normalen

Schweizer Schulen. Wie die PISA-Stu-

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gen. Und Bildungsstandards sind entweder nichts anderes als

verkappte Leistungsstandards oder, wenn es echte Bildungsstandards

sind, beziehen sich auf Einstellungen, Verhaltensweisen

und Schlüsselqualifikationen, die man aber in den Fächern

Deutsch, Mathematik und Englisch vielleicht gerade

nicht erwirbt. Sondern, wie wir gesehen haben, in «Rhythm is

it» beim Tanz oder in dem Film die «Kinder des Monsieur Matthieu»:

«Du kannst nicht singen, dann wirst du Notenständer,

dann kannst du das.» Ein Enkelkind von mir hat einmal im Kindergarten

eine sagenhafte Weihnachtskarriere von «Stall» zu

«Engel» hinter sich gebracht. Jedes Kind kann etwas.

Aber dann müsste das Schulsystem komplett umgekrempelt

werden. Ist das nicht unrealistisch?

Das ist gar nicht unrealistisch. Die freien Schulen machen es

vor und sie boomen. Sie sagen: Jeder wird bis zu dem Punkt

gefördert, wo er seinen Abschluss findet. Die Odenwaldschule

– eine berühmte alte Reformgründung, die von ihrem Mythos

lebt und inzwischen eine ganz normale südhessische

Gesamtschule ist – die macht mit 60 Absolventen pro Jahr

zehn Abschlussprofile. Ja, wieso auch nicht? Und wenn man

fragt: Was habt ihr für ein Profil, dann sagen sie: «Das wissen

wir auch nicht. Wir produzieren Absolventen wie Till Necker

gewesener Präsident des Bundesverbands deutscher Industrie,

Daniel Cohn-Bendit und Beate Uhse. Unsere Schule beherzigt

das Motto: Werde, der du bist.»

© bildungsclick.de; 16. Juni 2006

die zeigt, hat sich dieser Trend mit den

Schulreformen fortgesetzt und das

Schweizer Schulsystem scheint sich

dem Niveau des englischen Bildungssystems

nicht nur in Bezug auf die

Bürokratisierung anzunähern.

P. Aebersold, Bezirksschulpfleger, Zürich, 20. 6.06

10 Wünsche an die oberste Schulbehörde

– Lasst den Lehrerinnen und Lehrern

genügend Zeit, damit sie gut unterrichten

können.

– Unternehmt alles, damit ihre Freude

am Unterrichten erhalten und gefördert

wird.

– Unterrichten ist anspruchsvoll, aber

nicht kompliziert, begrabt es nicht unter

einem Wust von knochentrockenen

Theorien.

– Schützt die Lehrpersonen vor übereifrigen

Experten, Evaluatoren und

sonstigen wohlmeinenden Ratgebern.

– Vertraut den Schulteams, dass sie das

Beste für die Schüler/innen leisten wollen.

– Befreit die Lehrpersonen vom überbordenden

Schreibkram, dem Ausfüllen

von Tabellen, Formularen und

Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006 79


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Rechtfertigungsberichten.

– Belohnt diejenigen, die bereit sind,

sich zu engagieren und mehr zu leisten.

– Gebt genügend Musse und Mittel für

Weiterbildung, die dem Unterricht zugute

kommt.

– Trefft Massnahmen, damit sich die

Negativspirale der Arbeitsbedingungen

für Lehrpersonen wieder ins Positive

wendet.

– Schenkt den Lehrerinnen und Lehrern

keinen BMW, sondern ein Generalabonnement

der SBB, damit sie für

die Jugendlichen ein ökologisch korrektes

Vorbild sein können.

Ueli Mägli, Berufsschullehrer für Allgemeinbildung

und Bildungsrat, Zürich, 4. 7. 2006

Haben wir eine Verwaltungsschule?

Ich habe das englische Schulsystem einer

kleinen Landgemeinde im Rahmen

eines Praktikums erlebt. Tiefe Steuern,

trotz vielen gut betuchten Bewohnern,

welche ihre Kinder oft in Privatschulen

schicken, führten dazu, dass 30 Kinder

in baufälligen Containern unterrichtet

wurden, welche für 20 Kinder geplant

waren. Einige Kinder mussten die

5. Klasse deshalb repetieren, weil für

sie kein Platz in der 6. Klasse war. Die

Lehrpläne legten alles detailliert fest,

sodass die Lehrerin als Unterrichtsvorbereitung

lediglich zu kopieren hatte,

was sie in rund 15 Minuten vor Unterrichtsbeginn

erledigen konnte. Das war

alles an Unterrichtsvorbereitung, was

ich erlebte. Täglich füllte sie einige Minuten

lang Rapporte aus, welche an

den Schulleiter (die einzige männliche

Person im Team) gingen. Bezahlt wurde

sie sehr bescheiden.

Sind wir auch auf dem Weg zu einer

Verwaltungsschule? Ich meine: Nein.

Trotzdem treffe ich erfahrene Lehrpersonen,

die klagen, dass die eingerichteten

Schulleitungen nur mehr und mehr

Verwaltungsaufwand einforderten und

für den Unterricht überhaupt nichts

brächten. Weshalb können viele Lehrpersonen

den zu Beginn vermutlich

überall erhöhten Aufwand für Arbeiten

auf Schulebene nicht als Investition sehen,

die sich irgendwann in Form von

Entlastung und Unterstützung zugunsten

des Unterrichts auszahlen wird?

Inwiefern sind Lehrpersonen für die

Unterrichtsentwicklung selber verant-

80 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

wortlich, indem sie durch Zusammenarbeit

und Koordination Ressourcen

sparen und sich durch Hospitationen,

Evaluation von Lehrmitteln und Austausch

Anregungen holen?

Ich bin überzeugt, dass die Entwicklung

auf Unterrichtsebene aus den

Lehrerteams heraus entstehen muss,

indem diese Schullehrpläne entwickeln

und arbeitsteilig arbeiten. Das Wissen

jeder Lehrperson muss in die Schule

einfliessen und dort bleibenden Niederschlag

finden, auch wenn eine

Lehrperson wieder weggeht (in der

Wirtschaft als «Wissensmanagement»

überlebenswichtig). So wird eine Schule

zur lernenden Organisation, aus

unverbindlichem Austausch wird verbindliche

gemeinsame Arbeit in Richtung

Qualitätsentwicklung im Unterricht.

Ich hoffe, wir bringen diese

Entwicklung in Gang, bevor Schulleitungen

als «Overhead» wieder eingespart

werden. Wesentlich dazu beitragen

könnte ein Berufsauftrag, der Zeit

für diese Arbeit vorsieht und Entlastungen

von der Unterrichtsverpflichtung

zugunsten der Unterrichtsentwicklung

ermöglicht.

Ernst Schröter, Zürich, 10. Juli 2006

England, wir holen auf!

England mag schon einige Schritte weiter

sein, aber in einigen Bereichen sind

wir ganz schön am Aufholen, egal was

im neuen Volksschulgesetz stipuliert

wird. Hier einige Sätze, die wohl manchen

Kolleginnen und Kollegen auch

gefallen haben.

«Das zentralisierte Befehls- und

Kontrollsystem gehört zum Herzstück

der modernen Bildungsverwaltung.»

Was ist nicht alles in den letzten Jahren

auf der Bildungsdirektion konzentriert

worden?

«Dem Lehrer muss die Freiheit gegeben

sein, seine ganze Persönlichkeit

ins Klassenzimmer einzubringen.»

Wenn die Lehrpersonen dies taten, hatten

doch viele im Rahmen der Mitarbeiterbeurteilung

eine 2 am Rücken.

«Setzt 75 Prozent der Theoretiker,

Berater und Zahlenbeiger vor die Tür.»

Wie oft hat man die Lehrer/innen in

den letzten 20 Jahren als hinterwäldlerisch,

nicht reformfreudig, unwillig oder

zu faul für Veränderungen gescholten

und dafür den Theoretikern und Zahlenbeigern

geglaubt.

«Schickt mittelmässige Lehrer in

die Wüste. Feuern ist ebenso wichtig,

wie anheuern.» Gilt für alle Ausbildungsstufen.

Auszubildende haben Anrecht

auf gute Lehrkräfte, wobei es unabdingbar

ist, die Weichen schon während

der Ausbildung zu stellen.

Mit meinen Bemerkungen möchte

ich nicht die Menschen treffen, die in

diesem System arbeiten, sie sind für

Fehlentwicklungen nicht verantwortlich.

Das neue Volksschulgesetz ist nicht

grundsätzlich schlecht. Seine Umsetzung

leidet aber zusehends an der

Sparwut der Politiker. Nur ein Beispiel:

Integration statt Separation. Es ist richtig,

dass Kinder, wenn immer möglich, in

normalen Klassen unterrichtet werden.

Es ist auch richtig, wenn Kinder mit besonderen

Bedürfnissen durch Heilpädagog/innen

in den Klassen unterstützt

werden. Es ist aber total kontraproduktiv,

wenn es dafür nicht genügend Stunden

gibt. In meiner Schuleinheit mit 13

Mittelstufenklassen (rund 300 Kinder)

stehen für die integrative Schulung gerade

mal 39 Lektionen pro Woche zur

Verfügung, macht 3 Lektionen pro Klasse.

Wer unterrichtet, weiss, dass diese

Rechnung nie aufgehen kann. Und was

tun mit Kindern, die man nur in einer

kleinen Gruppe schulen kann? Richtig,

weil es diese Kleinklassen kaum mehr

gibt, schickt man sie in Privatschulen.

Vier bis fünf solche Kinder würden locker

eine heilpädagogisch ausgebildete

Lehrkraft in der Schulgemeinde finanzieren.

Das scheint auf der Bildungsdirektion

niemanden zu stören, Hauptsache

die Vollzeiteinheiten und die zugeteilten

Stunden für den integrativen

Unterricht werden eingehalten.

Damit wären wir wieder beim Thema.

Ich darf nach einem erfüllten Berufsleben

in Pension gehen, beneide

aber meine Kolleg/innen nicht, die unter

dauernd erschwerten Bedingungen

arbeiten werden. Erschwert vor allem,

weil die für das Bildungswesen Verantwortlichen

sich kein genaues Bild davon

machen wollen, wie es an der Front

wirklich zugeht. Noch ist es aber nicht

zu spät, dies nachzuholen.

Christoph Daum, Männedorf. 40 Jahre Mittelstufenlehrer,

8 Jahre Bezirksschulpfleger, 22. Juli 06


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Roger Vaissière: scheidender Prorektor der Pädagogischen Hochschule Zürich PHZH

«Integration ist eine uralte

Aufgabe der Schule»

Text: Jacqueline Olivier Bild: Daniel Auf der Mauer

Die Umstellung von der stets übervollen Agenda zur freien

Zeiteinteilung des Pensionierten – so ganz kann Roger Vaissière

noch nicht abschätzen, wie er damit zurecht kommen

wird. «Einerseits freue ich mich darauf, anderseits fürchte ich

mich davor, nicht mehr mitgestalten zu können», sagt der

Leiter des Prorektorats für Weiterbildung und Forschung der

PHZH, der Ende September sein altehrwürdiges Büro im

Haus Zum vorderen Florhof räumen wird. Eines jedoch weiss

er schon heute: «Im Bildungsbereich werde ich keinen Einfluss

mehr nehmen. Denn die Pädagogik ist ein sehr praktischer

Bereich, für den man sich aus einer bestimmten Position

heraus, in der man auch Verantwortung übernimmt, engagieren

sollte.»

Genau dies hat Roger Vaissière während der letzten 40

Jahre getan. Er erinnert sich gut an den Moment, in dem er,

damals Primarlehrer, sich für ein Pädagogikstudium entschloss:

«Es war in einer Geometriestunde, als ich eine Aufgabe

an die Wandtafel schrieb und mich fragte: Warum müssen

die armen Schüler das eigentlich wissen?» Roger Vaissière

ging der Sache auf den Grund und immatrikulierte sich an

der Universität Zürich, wo er nebst Pädagogik auch Soziologie,

Geschichte, Sonderpädagogik, Psychologie und Philosophie

studierte. Als Erster Assistent half er danach mit, das

Pädagogische Institut aufzubauen, von dort führte sein Weg

ans Oberseminar, wo er sich in einem nationalen wissenschaftlichen

Gremium mit der Verbindung von Theorie und

Praxis in der Pädagogik beschäftigte. «Für mich war dies ein

unerhörtes Erlebnis, seit damals fühle ich mich als Teammensch.»

Vom Pädagogen zum Manager

Für die Umsetzung des Lehrerbildungsgesetzes von 1978,

das das Seminar für Pädagogische Grundausbildung SPG sowie

die Verlängerung der Ausbildung für Primarschule, Realund

Oberschule sowie Sekundarschule begründete, setzte

sich der Pädagogikwissenschafter ebenso ein wie für die Intensivweiterbildung,

die vom Pestalozzianum gemeinsam mit

den Lehrerorganisationen angeboten wurde. Später widmete

er sich als Vizedirektor und ab 1995 als Direktor des Pestalozzianums

der Weiterentwicklung dieses traditionellen Instituts,

das zwar weitgehend vom Kanton getragen wurde, als Stiftung

in seinen Entscheidungen jedoch autonom war. Trotzdem

bekam Roger Vaissière den zunehmenden Spardruck zu

spüren: «Plötzlich wurde man vom Pädagogen zum Manager,

für Kurse, die zuvor gratis waren, mussten die Teilnehmer nun

bezahlen. Für die Finanzierungsfragen in der Weiterbildung

gibt es bis heute keine gesamtschweizerische Lösung.»

82 Schulblatt des Kantons Zürich 4/2006

Dennoch erinnert er sich gerne an jene Zeit, ganz besonders

an die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen des

Instituts im Jahr 2000 – zu einem Zeitpunkt, als die Planung

der PHZH bereits im Gang war. Deren Gründung unter Eingliederung

des Pestalozzianums sei danach rasch vollzogen

worden, und der Aufbau des neuen Aus- und Weiterbildungszentrums

bildete einen weiteren Höhepunkt in Roger Vaissières

Karriere. «Ich habe diesen Schritt hin zur einheitlichen

Lehrerbildung bildungspolitisch immer befürwortet.»

«Ich bin gerne Zehnkämpfer»

Dass er bei so mancher Neuausrichtung an vorderster Front

mitwirken durfte, wertet der scheidende Prorektor als Privileg.

Und dass die Entwicklungen weitergehen, ist für ihn klar.

«Man sucht immer wieder nach neuen Wegen, die Lehrpersonen

müssen dies akzeptieren, die Bewegung gehört zu ihrem

Beruf.» Seine Erfahrung zeige, dass es mehr die Diskussionen

über Veränderungen als diese selbst seien, die Ängste auslösten,

denn wie er am Beispiel seines 12-jährigen Sohns feststellen

könne, habe sich der Unterricht nicht radikal verändert.

«Die Lehrerbildung hat sich sicher stärker gewandelt als

die Schule.» Die Hauptschwierigkeit, die sich Lehrpersonen

heute stellt, sieht er im Finden eines Mittelwegs zwischen dem

Erreichen von Lernzielen und der Erziehung der Kinder zur

Verantwortung innerhalb der Gesellschaft. «Erziehung und

Bildung lassen sich nicht trennen, die Integration ist eine uralte

Aufgabe der Schule.» Da die Lehrperson heute viel direkter

im Dialog mit den Kindern stehe, sei ihre Verantwortung im

Vergleich zu früher noch gewachsen. «Darum kämpfen wir an

der PHZH für strenge Aufnahmekriterien und so indirekt dafür,

dass die Achtung gegenüber den Lehrpersonen wieder

steigt.»

Wenn Roger Vaissière sich nun vom Berufsleben verabschiedet,

bedauert er vor allem eines: «Wenn man von Anfang

an dabei war, möchte man seine Arbeit auch abschliessen.»

Gerne hätte er die Vernetzung der Weiterbildung weiter

vorangetrieben. Stattdessen wird er nun andere lang gehegte

Vorhaben in die Tat umsetzen können. «Ich bin gerne Zehnkämpfer»,

sagt er mit verschmitztem Lächeln, «ich möchte

zum Beispiel unbedingt noch Drehleier spielen lernen.»

Auch Sprachen lernen, malen, sich in die Literatur und die

Philosophie vertiefen schwebt ihm vor. Zudem wartet ein altes

Segelboot auf dem See. «Ich habe mit 60 Jahren noch segeln

gelernt, stehe aber noch ganz am Anfang», erzählt er

und zieht eine direkte Parallele zum Lehrberuf: «Man lernt

die Theorie und macht sein Diplom, aber in der Praxis muss

man nochmals ganz neu anfangen zu lernen.»

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