Infodienst der Arbeitsgemeinschaft Eine-Welt

bistum.muenster.de

Infodienst der Arbeitsgemeinschaft Eine-Welt

Oktober 2012

der Arbeitsgemeinschaft Eine-Welt-Gruppen im Bistum Münster und in der Evangelischen Kirche von Westfalen

Bio und Fair im eigenen Land

Wir über uns: NEUER ONLINE-REDAKTEUR

Vorhang auf: „MISSION: KLIMA RETTEN“

Fairer Handel: WELTLADEN BOCHOLT IN DER CITY


Liebe Leserin, lieber Leser,

ein drolliger, doch zugleich tiefsinniger

Satz ist bei mir hängen geblieben: „Die

Erfindung der Uhr war das Ende der Zeit.“

Zivilisationskritik verdichtet in einem gelungenen

Aphorismus!

Ja, chronische Zeitnot, Hektik und Stress

sind Kennzeichen unserer Zeit – am Arbeitsplatz

sowie Zuhause. Jeder weiß, dass

Atemlosigkeit die Souveränität nimmt,

dass Aktion die Reflexion verhindert.

Dennoch behauptete die FDP allen Ernstes

vor einigen Jahren in einem Wahlkampf,

NRW brauche mehr „Tempo“.

Dabei könnten wir viel mehr Zeit haben

als viele vorhergehenden Generationen,

beispielsweise weil der Aufwand zum

Broterwerb geringer geworden ist oder

weil durch die elektronische Bürokommunikation

viele Abläufe rationeller geworden

sind (Ich erinnere nur an die feinmotorische

Begabung bei der Beseitigung

von Fehlern mittels Tipp-Ex).

Manche unserer Partner und Partnerinnen

in Übersee haben sich einen anderen

Umgang mit der Zeit bewahrt. Das ist

zugleich inspirierend und irritierend. Irritierend,

weil es oft einfach nicht zu dem

passt, wie wir getaktet sind. Unpünktlichkeit

und Unzuverlässigkeit erzeugen

daher Ärger. Aber auch inspirierend, weil

wir feststellen dürfen, dass das Auskosten

des Augenblicks zum Lebensglück beiträgt,

und zwar ganz erheblich.

Eine aufschlussreiche Lektüre dieses

Infodienstes

wünscht Ihnen

Ulrich Jost-Blome

INHALT

Seite

Wir über uns

Manfred Belle pflegt die Homepage 3

Infodienst künftig mit Titelbild 3

Vorhang auf

Macht mit! Internationaler Jugendaktionstag 4

EXZELLENT: „Mission: Klima retten“ 5

Über den Tellerrand

Diakonie Deutschland und Brot für die Welt bündeln Kräfte 6

Difäm deckt Arzneimittelfälschung auf 7

Katholische Hilfswerke – Partner für die Eine Welt 7

IBAN der Schreckliche kommt! 8

Altkleiderexporte: Gut gemeint – aber nicht gut? 8

Fairer Handel

„MUSS DAS SEIN?!“ 11

Fair Trade: inklusiv! 12

Zeltlager und Ferienfreizeiten fair gestalten 12

Die FA!R2012: Nur ein Märchen über gute Produkte? 13

Kleine Impressionen von der FA!R2012 13

Fotos von der Messe des Fairen Handels: FA!R2012 in Dortmund 14

COCONUT HOUSE: Bio und Fair im eigenen Land 16

Ein Ruck geht durch die Region 18

Weltladen Bocholt: Gewagt – gewonnen 18

Service

Neue Informationen zum Klimawandel 20

VAMOS e.V. : Schöne neue Welt / Der Sportkoffer 22

www.sympathiemagazine.de 23

Neue Publikationen 24

IMPRESSUM

Der INFODIENST der Arbeitsgemeinschaft der Eine-Welt-Gruppen im Bistum

Münster und in der Evangelischen Kirche von Westfalen erscheint unregelmäßig.

Der Bezug ist kostenlos. Einzelne Artikel können nach Rücksprache mit der Redaktion

kostenlos abgedruckt werden. Alle namentlich gekennzeichneten Artikel entsprechen

der Meinung der Verfasser.

Redaktion: Ulrich Jost-Blome (V.i.S.d.P.) und Bernd Schütze

Layout: Bernd Schütze

Druck: druckwerk gmbh – kollektivbetrieb, Dortmund

Papier: Circlematt white aus 100% Altpapier (ausgezeichnet mit dem

Umweltzeichen „Der Blaue Engel“)

Fotos: Manfred Belle, Hermann Bredehorst, Gisela Burckhardt, Jörg Farys,

Siegfried Lockener, Leonie Maschke, Bernd Schütze, Peter Sutthof,

Franz-Joseph.at, Vamos e.V., NEWI, Archiv

Kontakt: Ulrich Jost-Blome, Bischöfliches Generalvikariat Münster,

Referat Weltkirche, Domplatz 31, 48143 Münster

Tel.: 0 51 / 4 95 - 3 98, Fax: 0 51 / 4 95 - 3 66

E-Mail: jost-blome@bistum-muenster.de

Diese Ausgabe des INFODIENST wurde durch MISEREOR und Brot für die Welt

-Evangelischer Entwicklungsdienst gefördert.


Vielleicht erinnern Sie sich. In der letzten

Ausgabe des Infodienstes hatten wir in

einer Art Stellenausschreibung jemanden

gesucht, der unsere Homepage poliert. Jemanden,

der zum einen Interesse an Eine-

Vielleicht haben Sie sich ein wenig gewundert,

als Sie diesen Infodienst in die Hand

genommen haben: Irgendwie sieht er aus

wie immer, aber irgendwas scheint anders

zu sein . . .

In der Tat. Mit dieser Ausgabe gehen wir

erstmalig nicht bereits auf der Titelseite

Manfred Belle pflegt die Homepage

Arbeitsgemeinschaft hat neuen Online-Redakteur

„Das ist Manfred Belle, der ab jetzt für unsere Website nach Neuigkeiten sucht und dafür seine

Antennen immer auf Empfang stellt.“ (M.B.)

Welt-Arbeit und Entwicklungspolitik

hat, und zum anderen gerne mit Texten

jongliert.

Wir freuen uns, Ihnen heute Manfred

Belle vorstellen zu können. Er ist mit

Ein anderes Gesicht

Infodienst künftig mit Titelbild

mit Texten in medias res. Vielmehr gönnen

wir Ihnen vorab einen Moment des

Ankommens, des Innehaltens, der Betrachtung.

Das Titelbild soll Sie visuell

einstimmen auf die wie stets vielfältige

Darstellung von Trends, Terminen und

Tipps.

Heute sehen Sie auf der Titelseite Kim

Schütze. Sie hält im Coconut House auf

den Philippinen ein Glas mit Coconut

Crunchies in der Hand. Neben den Restaurantbetrieb

mit Kokosspezialitäten

werden dort auch ausgewählte Produkte

der Kokospalme angeboten – bio und

fair!

Was wissen wir eigentlich über den Fairen

Handel in den Ländern, aus denen

wir unsere Produkte beziehen? Mehr zum

Fairen Handel im Süden finden Sie im

Artikel „Bio und Fair im eigenen Land“.

Was sagen Sie zu der neuen Aufmachung?

Gefällt sie Ihnen?

Ihr Urteil, Ihre Anregungen sind uns

wichtig.

jo

der Materie bestens vertraut, da er im

„Hauptberuf “ seit langen Jahren die Öffentlichkeitsarbeit

im Eine Welt Netz

NRW koordiniert. Zugleich hat er sich

als Selbstständiger in den Bereichen

Fundraising und Kommunikation ein

großes Renommee erworben. Seine Liste

von Kunden aus der Zivilgesellschaft ist

lang – nun steht darauf auch die Arbeitsgemeinschaft

Eine-Welt-Gruppen.

Daher haben Sie seit Anfang Oktober

noch mehr Grund, uns regelmäßig im

Netz zu besuchen. Sie wissen ja: Unter

der einprägsamen Adresse

www.eine-welt-gruppen.de

bieten wir Ihnen dort seit einigen Jahren

Informationen aus der Arbeitsgemeinschaft

(zum Beispiel zur Jahrestagung),

zur weiteren Eine-Welt-Arbeit und zur

Entwicklungspolitik an.

jo

Mit dem QR-Code zum

INFODIENST im Internet

Der QR-Code (englisch Quick Response,

„schnelle Antwort“) ist ein zweidimensionaler

Code, der im Jahr 1994 entwickelt

wurde.

Der QR-Code besteht aus einer quadratischen

Matrix aus schwarzen und weißen

Punkten, die die kodierten Daten binär

darstellen. Eine spezielle Markierung in

drei der vier Ecken des Quadrats gibt die

Orientierung vor.

Die Verwendung des QR-Codes ist lizenz-

und kostenfrei.

Aus: Wikipedia

3


Macht mit!

Internationaler Jugendaktionstag für

Klimagerechtigkeit am 08.12.12

1 Tag – viele Aktionen - weltweit

Dass der Klimawandel stattfindet, ist

bekannt. Die Folgen treffen besonders

Menschen in Entwicklungsländern, wenn

z. B. in Tansania wegen Dürren die Ernten

ausfallen oder auf den Philippinen

Stürme Schulen und Krankenhäuser verwüsten.

Anfang Dezember finden die nächsten internationalen

Klimaverhandlungen statt.

Am 08.12.12 wollen wir deshalb zeigen,

dass sich junge Menschen weltweit für

Klimagerechtigkeit und Klimaschutz

einsetzen. Mit vielfältigen Aktionen setzen

wir ein Zeichen für Klima- und Umweltschutz,

für unsere Zukunft: Shape the

Future!

Stellt eure eigene Aktion auf die Beine

zusammen mit Freunden, der Eine-Welt-

Gruppe, in der Schule, mit Leuten aus

der Uni, von der Arbeit, der Kirchenge-

4

meinde . . . In unserem Aktionskit (als

Download unter www.shape-the-future.

de, www.poweredbyheaven.de) findet

ihr viele Anregungen. Berichtet auf Facebook

über eure Aktion, trefft dort andere

Jugendliche aus Afrika, Asien, Lateinamerika

und Europa und erfahrt, welche

Aktionen sie planen.

Macht mit beim Internationalen Jugendaktionstag

für Klimagerechtigkeit am

08.12.12

Ann-Katrin, Philipp, Katja, Cynthia, Daniel,

Peter, Christoph, Monica

Euer Team vom Jugendaktionstag!

Die Plattform im Internet:

www.facebook.com/poweredbyheaven/

events

Das Aktionskit, Materialien u.a.:

www.shape-the-future.de

www.poweredbyheaven.de

Ihr wollt mitmachen, habt Fragen,

braucht Unterstützung? Dann meldet

euch bei uns!

E-Mail:

actionday@poweredbyheaven.de

Eine gemeinsame Aktion von

Unterstützt von


„Mission: Klima retten“

ist als Projekt der UN-Dekade

„Bildung für Nachhaltige Entwicklung“

ausgezeichnet worden

Exzellent:

Dürre, Hochwasser, Extremwetterereignisse

sind nur einige Folgen des Klimawandels,

die eine Kettenreaktion hinsichtlich

Ernährung, Gesundheit und

auf unsere Tier- und Pflanzenwelt nach

sich ziehen. Mit der Kampagne „Mission:

Klima retten! powered by heaven“

nimmt die Evangelische Landeskirche

von Westfalen (EKvW) diese Themen

auf und bietet Kindern und Jugendlichen

Möglichkeiten, sich selbst zu engagieren.

Frei nach dem Motto: „Klimaschutz und

Klimagerechtigkeit beginnen hier und

heute!“ können die Jugendlichen selbst

ihre eigenen Wünsche und Zukunftsvorstellungen

sowie Projekte mit konkreten

Handlungsmöglichkeiten erarbeiten.

Die Themenbereiche sind vielfältig. Von

Mobilität über erneuerbare Energien,

Ernährung, faire Bekleidung oder globale

Gerechtigkeit ist alles dabei. Auch die

Auseinandersetzung mit dem eigenen

Glauben und der Bibel nehmen einen festen

Stellenwert in der Kampagne ein.

„Wir wollen uns gemeinsam für den

Schutz des Klimas stark machen, zeigen,

dass es andere Wege gibt, aktiv zu werden,

und andere dabei mitnehmen, die

sich ebenfalls auf diesem Wege für eine

gerechte Zukunft einsetzen wollen“, begründen

die beteiligten Ämter und Werke

der Landeskirche ihr Engagement.

Für das Anliegen, Kinder und Jugendliche

in ihrem nachhaltigen Denken und

Handeln zu fördern, wurde die Kampagne

„Mission: Klima retten! Powered by

heaven“ im Februar von der Deutschen

UNESCO-Komission als Projekt der

UN-Dekade „Bildung für nachhaltige

Entwicklung (BNE)“ ausgezeichnet. Zum

Ausbau der internationalen Aktivität

konnten während der Auszeichnungsveranstaltung

in Bonn auch neue Kontakte

nach Jamaika und Kenia geknüpft werden.

Die Kampagne ist ebenfalls Mitveranstalter

des NRW-weiten Aktionstages

„Tatort: T-Shirt!“, bei dem am 28.04. in

verschiedenen Städten NRWs Kleidertauschbörsen

organisiert werden. Viele

gut erhaltene Textilien werden weggeschmissen,

weil sie nicht mehr der neusten

Mode entsprechen. Die Evangelische

Jugend Tecklenburg und Hamm sind mit

einer T-Shirt-Tauschparty dabei und beweisen,

dass coole Klamotten nicht nach

zwei Monaten out sind und leisten so einen

wertvollen Beitrag zum Klimaschutz.

Viele Textilien sind in der Produktion

über 20.000 Kilometer unterwegs, bevor

sie im Laden hängen. Tragen wir unsere

Kleidung länger, sinkt auch dieser hohe

Ressourcenverbrauch. Der NRW-Aktionstag

wird gemeinsam organisiert mit

Heiße Zeiten, Open Globe und der Kindernothilfe

Duisburg.

Weitere Informationen:

Internet: www.poweredbyheaven.de

Simone Kötschau

Amt für Jugendarbeit der EKvW

Fotos auf Seiten 4 & 5: Jörg Farys/Die.Projektoren

5


Im Zentrum von Berlin haben seit Oktober

Brot für die Welt und Diakonie

Deutschland ihre Arbeit im neuen Gebäude

aufgenommen. Rund 640 Mitarbeitende

ziehen in das Bürohaus in der

Caroline-Michaelis-Straße Ecke Invalidenstraße

ein. Etwa 550 der Mitarbeitenden

sind neu in der Hauptstadt, sie

sind aus Bonn oder Stuttgart an die Spree

gezogen.

„Von unserem Standort aus sind die Wege

zum Bundestag und zu den Ministerien

kurz und der Bahnhof nah. Darüber freuen

sich vor allem unsere Partnerorganisationen

aus dem Süden, die mit ihren Lobbyanliegen

nach Berlin kommen. Und

darüber freuen wir uns, ebenso wie über

die Nähe zu vielen anderen Organisationen,

wissenschaftlichen Einrichtungen

und Netzwerken, mit denen wir uns eng

austauschen möchten“, so Cornelia Füllkrug-Weitzel,

Präsidentin Brot für die

Welt, beim Presserundgang durch das

neue Haus. „Wir freuen uns, nach intensiver

Vorbereitung wie geplant die Arbeit

aufzunehmen“, ergänzt Johannes Stockmeier,

Präsident Diakonie Deutschland.

„Diakonie Deutschland und Brot für die

Welt werden von hier aus ein deutliches

Zeichen der Unterstützung für die Armen

und Hilfsbedürftigen in Deutschland

und aller Welt senden“, so Stockmeier

weiter. Johannes Stockmeier verweist

auch auf die moderne Umwelttechnik

6

Diakonie Deutschland und Brot für

die Welt bündeln Kräfte in Berlin

Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin Brot für die Welt, und Johannes Stockmeier, Präsident Diakonie

Deutschland, zeigen das neue Gebäude des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung

zentral gelegen in der Mitte Berlins.

im neuen Haus. Das neue Gebäude verfüge

über eine Betonkernaktivierung als

Heizung, zudem kämen Wärmetauscher

und eine Photovoltaikanlage zum Einsatz.

„Wir werden die von uns geforderten

Ansprüche an Nachhaltigkeit und

Umweltverträglichkeit leben“, so Stockmeier.

Auch den Weg zur Arbeit planten

die meisten Mitarbeitenden bereits sehr

umweltfreundlich: „Wir sind sehr gut

an das Berliner Nahverkehrsnetz ange-

bunden und haben in unserer Garage

sehr wenig Platz für KFZ, aber viel für

Fahrräder“, so Cornelia Füllkrug-Weitzel.

„Mit dem Arbeitsbeginn in der Hauptstadt

ist die 2008 beschlossene Fusion

von Diakonischem Werk der EKD mit

Brot für die Welt und dem Evangelischen

Entwicklungsdienst vollzogen“, so Füllkrug-Weitzel.

In den kommenden beiden

Wochen würden die Arbeitsplätze

von den bisherigen Standorten Stuttgart,

Bonn und Berlin-Dahlem verlegt werden.

Sind alle Mitarbeitenden angekommen,

gelte es, zu einem gemeinsamen Werk zusammenzuwachsen.

„Diakonie Deutschland

und Brot für die Welt sind nun unter

dem Dach des Evangelischen Werkes für

Diakonie und Entwicklung vereint. Jetzt

gilt es, diese neue Einheit auch zu leben“,

so Füllkrug-Weitzel. Johannes Stockmeier

ergänzt: „Darüber hinaus wollen wir

mehr politische Präsenz zeigen und deutlich

machen, dass das neue Evangelische

Werk für Diakonie und Entwicklung

mit seinen beiden Teilwerken Diakonie

Deutschland-Evangelischer Bundesverband

und Brot für die Welt- Evangelischer

Entwicklungsdienst nicht nur räumlich

in der Mitte Berlins angekommen ist.“

pd

Fotos:

Hermann Bredehorst/Brot für die Welt


Tübinger Organisation der Entwicklungszusammenarbeit

Difäm deckt Arzneimittelfälschung auf

Gefälschte Malariamittel in der DR Kongo aufgespürt

Malaria ist eine der Haupttodesursachen

in der Demokratischen Republik Kongo,

vor allem Kinder sind davon betroffen.

Besonders entscheidend in der Behandlung

sind daher die Qualität und die

Wirksamkeit der Medikamente. Doch

nicht immer enthält die Verpackung das,

was sie verspricht: Nachgemachte Arzneimittel

ohne Wirkstoffe oder mit einer

zu niedrigen Dosierung – immer wieder

tauchen Fälschungen lebenswichtiger

Präparate auf dem Markt auf und gefährden

das Leben der Patienten. Das Difäm

– Deutsches Institut für Ärztliche Mission

e.V. in Tübingen deckte nun in Zusammenarbeit

mit der Zentralapotheke Mission

for Essential Drugs and

Supplies (MEDS) in Nairobi,

Kenia, einen Fall von Medikamentenfälschung

auf.

Auch heute noch werden Chinin-Tabletten

zur Behandlung

von Malaria in Afrika eingesetzt.

„Wenn die Tabletten

wenige oder gar keine Wirkstoffe

enthalten, kann ihre

Einnahme tödliche Konsequenzen

haben“, erklärt Albert

Petersen, Leiter der Difäm-

Arzneimittelhilfe, die sich für

Qualitätssicherung und Bereitstellung

von Medikamenten

einsetzt und den Aufbau

entsprechender Qualitätslabore

unterstützt. Auch im Missionskrankenhaus

Vanga Hospital im Westen der

DR Kongo, einem Schwerpunktland des

Difäm, behandeln die Mitarbeiter Malaria

mit der Gabe von Chinin-Tabletten.

Als dieses Mal ein junges Mädchen starb,

das mit dem Medikament behandelt worden

war, schöpfte der behandelnde Arzt

Verdacht.

„Der deutsche Kinderarzt Dr. Friedhelm

Förster von der Christusträger-Bruderschaft,

der seit Jahren im Vanga Hospital

arbeitet, informierte uns sofort über den

Todesfall und seinen Verdacht einer Medikamentenfälschung“,

so Albert Petersen.

Daraufhin beauftragte die Difäm-Arzneimittelhilfe

die Zentralapotheke Mission

for Essential Drugs and Supplies (MEDS)

in Nairobi, Kenia, mit der Untersuchung

der Medikamente. Das Ergebnis zeigte

eine nahezu vollständige Abwesenheit

des deklarierten Inhaltstoffes Chinin und

die Existenz einer unbekannten Substanz.

Die Herstellerfirma wehrte den Vorwurf

jedoch ab. Das Etikett und die Verpackung

waren denen des Generikaherstellers

zwar nachempfunden, doch eine

Untersuchung der Chargennummern

bestätigte, dass das wirkungslose Präparat

tatsächlich eine Fälschung war. Das Medikament

wurde kurz darauf offiziell aus

den Regalen entfernt.

Laut WHO beläuft sich die Anzahl der

gefälschten Medikamente in Afrika mittlerweile

auf bis zu 30 Prozent. „Daher

sind die Stärkung der pharmazeutischen

Strukturen innerhalb der Regionen, aber

auch länderübergreifend, sowie regelmäßige

Kontrollen lebensnotwendig“, sagt

Albert Petersen. In Kürze kommen daher

auch zwei neue mobile Labore, sogenannte

Minilabs, in der DR Kongo zum Einsatz.

pd

Foto oben:

Die Medikamentenanalyse zeigte eine nahezu

vollständige Abwesenheit des deklarierten

Inhaltstoffes Chinin und die Existenz einer

unbekannten Substanz.

Foto: Leonie Maschke

Partner für die Eine Welt

Katholische Hilfswerke stellen

sich in einem neuen Faltblatt vor

Die weltkirchliche Arbeit in Deutschland

wird wesentlich mitgetragen und

verwirklicht durch die katholischen

Werke Adveniat, missio, Kindermissionswerk

„Die Sternsinger“, Renovabis,

Caritas international und Misereor.

Die Vielfalt der weltweiten Herausforderungen

und die dafür erforderliche

Fachlichkeit haben zur Gründung und

Arbeitsteilung dieser kirchlichen Hilfswerke

geführt. Orientiert am Evangelium

und am christlichen Menschenbild leisten

sie gemeinsam mit den Partnern und

Partnerinnen vor Ort einen wirksamen

Beitrag zum Aufbau einer gerechten

und solidarischen Weltgesellschaft.

In einem neu herausgegebenen Faltblatt

stellen sich die sechs Hilfswerke gemeinsam

vor.

Bezug:

Bei den jeweiligen Werken oder im Referat

Weltkirche des Bischöflichen Generalvikariates

(Adresse siehe Impressum)

Über das Difäm –

Deutsches Institut für

Ärztliche Mission e.V.

Das Difäm ist ein gemeinnütziger Verein,

der sich für die Gesundheit in der Einen

Welt einsetzt. Dabei gilt das Augenmerk

besonders den benachteiligten, gefährdeten

und bedürftigen Menschen. Neben

der Förderung der Gesundheitsversorgung

sind die Begleitung und Beratung

der Partner vor Ort wichtige Bestandteile

der Arbeit. Zudem ist das Difäm Träger

der Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus

in Tübingen.

Kontakt:

Difäm – Deutsches Institut für Ärztliche

Mission e.V.,

Paul-Lechler-Straße 24, 72076 Tübingen,

Tel.: 0 70 71 / 206 - 513,

Fax: 0 70 71 / 206 - 510,

E-Mail: buck@difaem.de,

Internet: www.facebook.de/difaem


Achtung Vereine:

IBAN der Schreckliche kommt!

Neue Nummern für alle im Zahlungsverkehr

Wichtige Änderungen bei den Vereinsfinanzen

stehen bevor. Es ist auch für Vereine

der Eine-Welt-Arbeit sehr wichtig,

sich davon nicht kalt erwischen zu lassen!

Europa soll näher zusammenrücken –

trotz Finanz-, Wirtschafts- und Eurokrise

soll es bald einen einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum

geben. Dieser ist auch

bekannt unter dem Namen Single Euro

Payments Area oder abgekürzt: SEPA.

Dieses neue Verfahren wird die bekannten

Überweisungen und Lastschriften, an die

wir uns so gewöhnt haben, ersetzen.

Ab dem 1. Februar 2014 soll es soweit

sein. Dann ersetzen BIC und IBAN die

bekannten Bankleitzahlen und Kontonummern.

Das hat (leider) auch Auswirkungen

auf alle Organisationen, die

bisher Spenden oder Mitgliedsbeiträge

über Lastschriften einziehen. Nicht nur,

dass alle Organisationen in den nächsten

Monaten ihr Briefpapier neu drucken

müssen, ihre Websites aktualisieren und

Informationsfaltblätter mit den neuen

IBAN und BIC versehen müssen. Nein,

die Buchhaltung muss umgestellt werden

und von jedem Mitglied oder Spender

8

müssen die genannten Daten eingepflegt

werden. Manche Software kann das automatisch

– doch auch diese automatisch

generierten Daten müssen zur Bank übertragen

werden und die Hausbank muss

eine Vereinbarung mit der Organisation

darüber treffen, ob die Organisation über

diesen Weg überhaupt Lastschriften einziehen

darf.

Zukünftig erteilt der Zahlende dementsprechend

nicht nur der Organisation

die Erlaubnis, dass diese das Geld vom

Konto einziehen darf (wie bisher), sondern

er erteilt gleichzeitig auch der Bank

die Erlaubnis, dass diese das Geld an die

Organisation auszahlen darf (davon wurde

bislang einfach ausgegangen, ohne dass

es darüber eine schriftliche Vereinbarung

gegeben hätte).

Und über all das muss die Organisation

ihre Spenderinnen und Spender informieren.

Das heißt: ihnen mitteilen, ab

wann die Organisation zukünftig nach

dem neuen SEPA-Verfahren Lastschriften

einlösen wird. Und wie gesagt – das alles

muss bis zum 1. Februar 2014 fehlerfrei

funktionieren.

Wer sich intensiver mit dem Thema auseinander

setzen möchte, kann dies auf den

Homepages der Bank für Sozialwirtschaft

(www.sozialbank.de) und der Deutschen

Bundesbank (www.bundesbank.de) tun.

Ruben Enxing

Weitere Informationen:

Ruben Enxing

E-Mail:

ruben.enxing@eine-welt-netz-nrw.de

Was wirkt wie?

Diskussionspapier zur entwicklungspolitischen Inlandsarbeit

Jeder Akteur der entwicklungspolitischen

Arbeit wird sich die Frage stellen, wie

die Wirkung der geleisteten Projektarbeit

messbar gemacht werden kann. Der

Verband Entwicklungspolitik deutscher

Nichtregierungsorganisationen (VEN-

RO) hat mit einem Diskussionspapier

eine Grundlage zur Diskussion um die

Wirkung in der entwicklungspolitischen

Inlandsarbeit vorgelegt.

Bezug:

Verband Entwicklungspolitik deutscher

Nichtregierungsorganisationen (VENRO),

Dr. Werner-Schuster-Haus,

Kaiserstr. 201, 53113 Bonn

E-Mail: sekretariat@venro.org

Internet: www.venro.org

Download:

www.venro.org/fileadmin/redaktion/

dokumente/Dokumente_2012/Juni12/

Diskussionspapier.-Wirkungsorientierungpdf.pdf

Gut gemeint –

Problematische A

Vermutlich gehören auch Sie zu denjenigen,

die ihren alten, aus der Mode gekommenen

Pullover lieber Bedürftigen

spenden wollen, anstatt ihn wegzuwerfen.

Vermutlich werden Sie ihn deshalb in einen

der Altkleider-Container werfen, die

mittlerweile überall stehen.

Und vermutlich hoffen Sie, dass Ihre

Spende beispielsweise Arme in Afrika erreicht.

Und Sie sind nicht allein: Unzählige

Spender sind von dieser Art der Unterstützung

begeistert, jährlich werden

in Deutschland nach Schätzungen des

Norddeutschen Rundfunks (NDR) etwa

750.000 Tonnen Altkleider gesammelt,

dem Bergischen Abfallverbandes (BAV)

zufolge sind es sogar ca. 960.000 Tonnen.

Doch was mit dem Großteil der Kleiderspenden

geschieht, nachdem sie in

die Container eingeworfen worden sind,

kann fast niemand genau sagen. Die meisten

der Container werden nicht von den

Wohlfahrtsorganisationen selbst, sondern

von privaten Unternehmern geleert.

Nach eigenen Angaben hat etwa das Rote

Kreuz in einigen Landkreisen mit den

Altkleidern überhaupt nichts zu tun,

selbst wenn Logo und Name der Organisation

groß und deutlich auf den Containern

zu sehen sind. Sie sind an kommerzielle

Unternehmen verkauft worden.

Von dem Erlös, den Wohlfahrtsorganisationen

durch diesen Verkauf an kommerzielle

Firmen haben, finanzieren sie

Teile ihrer Arbeit. Die Firmen sammeln

die Kleiderspenden ein und lagern sie auf

riesigen Umschlagplätzen, von denen aus

die Reise weitergeht. Auch die Kleidungsstücke,

die in den prall gefüllten Regalen


aber nicht gut?

ltkleider-Exporte

der Kleiderkammern keinen Platz mehr

finden, landen bei solchen Unternehmen.

In riesigen Hallen werden sie nach Qualität

sortiert: Die guten Kleidungsstücke

landen in Osteuropa oder im Nahen

Osten, wo das Geschäft mit gebrauchten

Markenklamotten blüht. Der Rest wird in

ungeheueren Mengen in Entwicklungsländer,

hauptsächlich in Afrika, verschifft.

So kommen allein in Tansania monatlich

mehr als 40.000 Tonnen Altkleider an

und werden an kleine Unternehmen und

Secondhand-Märkte verkauft.

Welche negativen Auswirkungen die

massiven Altkleider-Exporte in diesem

ostafrikanischen Land haben, zeigen

Christian Jentzsch und Michael Höft in

ihrer Reportage „Die Altkleider-Lüge“.

Dort berichtet ein Mitglied der Textilindustrie,

dass die gesamte Produktion

in Tansania am Boden liege, solange der

Markt von den riesigen Mengen an Altkleidern

überschwemmt wird. Denn

die Altkleider müssten nur sortiert und

transportiert werden, es fielen keine

Produktionskosten an. Kein heimisches

Unternehmen könne mit den niedrigen

Preisen und den qualitativ hochwertigen

Waren mithalten. Arbeiter und Schneiderinnen,

die früher in der Produktion von

Kleidung beschäftigt waren, nähten heute

für einen Monatslohn von lediglich 80 €

die Secondhand-Kleidung um oder sind

arbeitslos: Rund 80.000 Stellen gingen in

der Branche verloren, Fabriken mit Tausenden

von Beschäftigten mussten schließen.

Auf der anderen Seite bereichere sich

laut Jentzsch und Höft eine Handvoll Geschäftsmänner

an den Spenden. Der tansanische

Altkleiderhandel sei fest in libanesischer

Hand, einzelne Unternehmen

kontrollierten den ganzen Markt. Die aus

Europa für einen Kilopreis von 5 Cent

importierte Ware werde für umgerechnet

etwa 1,20 € an kleinere Märkte oder auf

den großen Textilmärkten verkauft – und

die Preise steigen täglich. Konkurrenz

gibt es für die kommerziellen Gruppen

keine, zu hoch sind die Qualitätsvorteile

der deutschen Kleidung.

Der 1994 gegründete Verband FairWertung

e.V. kommt hingegen zu ganz anderen

Ergebnissen. Unter dem Namen „Dialogprogramm

Gebrauchtkleidung in Afrika“

führte der Essener Betrieb zwischen 2003

und 2005 in Tansania, Mali und Kamerun

zahlreiche Marktuntersuchungen durch.

In den Gesprächen vor Ort stellte sich dabei

heraus, dass fast jeder Mensch in den

afrikanischen Länder auf die Secondhand-

Kleidung angewiesen ist. Die lokal produzierte

Neukleidung sei zu teuer und könne

qualitativ nicht mit der europäischen

Ware mithalten, so FairWertung. Das Unternehmen

bedauert zwar den Niedergang

der Textilindustrie, betont aber, dass viele

Schneiderinnen und Schneider einen neuen

Arbeitsplatz gefunden hätten und nun

vom Umarbeiten oder „redesign“ der Gebrauchtware

leben.

Ein Fazit zu ziehen fällt schwer. Zu viele

unterschiedliche Aspekte und widersprüchliche

Einschätzungen lassen den

Verbraucher und die Verbraucherin ratlos

zurück. Immerhin dürfte so viel sicher

sein: Wer seinen abgetragenen Pullover

weitergeben möchte, wirft ihn am ehesten

in die Container solcher gemeinnützigen

Organisationen wie beispielsweise

A&QUA aus Nottuln. Sie ist dem Verband

FairWertung angeschlossen und

leert unter anderem im Auftrag der CAJ

Münster und zahlreicher Kolpingsfamilien

über 200 Kleidercontainer.

David Blome

Fotos links, oben und unten:

Altkleider und Altschuhe: Verkaufsstände auf

ländlichen Märkten auf den Philippinen

9


Die China-Experten

China-Zentrum seit 25 Jahren

Garant für Begegnung

und Austausch

Schon seit 1988 besteht das China-Zentrum.

Zweck des Vereins ist die Förderung

von Begegnung und Austausch zwischen

den Kulturen und Religionen im Westen

und in China.

Dieses Anliegen verwirklicht die Geschäftsstelle

in Sankt Augustin (bei Bonn)

auf verschiedene Weise:

• Information und Bewusstseinsbildung

zu Religionen in China (u.a. Herausgabe

der Zeitschrift „China heute“ und des

englischsprachigen e-Journals „Religions

& Christianity in Today’s China“)

• Dialog und Förderung der sozialen

und wissenschaftlichen Zusammenarbeit

mit chinesischen Partnern, insbesondere

im Blick auf die katholische Kirche in

China;

• Erforschung des Christentums in China

und seiner Geschichte sowie der anderen

Religionen im chinesischen Kulturraum.

In dieser Zielsetzung ist das China-Zentrum

mit keiner anderen Organisation in

Deutschland zu vergleichen. Damit das so

bleiben kann, sind Spenden sehr willkommen;

bei der Durchführung der Aufgaben

ist das China-Zentrum auf Unterstützung

und Spenden angewiesen. Es besteht die

Möglichkeit einer Fördermitgliedschaft

– nicht ohne Gegenleistung seitens des

China-Zentrums. So informiert es die

Fördermitglieder regelmäßig über die Arbeit.

Darüber hinaus erhalten sie u.a. die

Zeitschrift China heute und Einladungen

zu interessanten Veranstaltungen.

Kontakt:

China-Zentrum e.V.,

Arnold-Janssen-Str. 22,

53757 Sankt Augustin

Tel.: 0 22 41 - 23 74 32

E-Mail: info@china-zentrum.de

Internet: www.china-zentrum.de

10

0,7%-Ziel verfehlt

BMZ-Haushalt steigt 2013 nur gering

Schon Ende Juni hat das Bundeskabi-

0,7%

nett den Entwurf des Bundeshaushalts

2013 verabschiedet. Der Etat des Bundesministeriums

für wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung (BMZ)

soll demnach im nächsten Jahr nur geringfügig

um 37,5 Millionen auf insgesamt

6,42 Milliarden Euro steigen, ein

Anstieg um 0,6 Prozent gegenüber dem

Vorjahr. Dies wäre der geringste Aufwuchs,

den der BMZ-Etat in den vergangenen

fünf Jahren zu verzeichnen hatte.

Während die Mittel für die bilaterale

staatliche Technische und Finanzielle

Zusammenarbeit stagnieren (TZ) bzw.

leicht rückgängig sind (FZ), sollen verschiedene

multilaterale Institutionen

(Vereinte Nationen, Weltbank, Regionale

Entwicklungsbanken) mehr erhalten.

Zwar bleiben die vorgesehenen Mittel

für Kirchen (216 Mio.) und Politische

Stiftungen (247 Mio.) auf dem Niveau

des Vorjahres, wohingegen die Mittel

Wie geht es nach 2015 weiter?

UN legt einen Bericht zur Post-2015-Agenda vor

Ein von Ban Ki-Moon eingesetztes Gremium

zur Koordinierung der Entwicklungspolitik

nach 2015 hat im Juni seinen

ersten Bericht „Realizing the future we

want for all“ veröffentlicht. Es plädiert

darin für einen ganzheitlichen Ansatz der

neuen Entwicklungsagenda, die auf den

Stärken der Millenniumsentwicklungsziele

aufbauen, in allen Ländern gelten

und auf den grundlegenden Prinzipien

der Menschenrechte, Gleichheit und Nachhaltigkeit

basieren soll.

Die Anforderungen an die künftige UN-

Entwicklungsagenda bestehen nach Einschätzung

des Gremiums darin, die Errungenschaften

der Globalisierung gerechter

zu verteilen, indem die Nachhaltigkeitsprinzipien

sozialer, wirtschaftlicher und

für entwicklungspolitische Bildung um

2,6 Millionen auf 15,0 Millionen Euro

sinken sollen. Dagegen soll ein neuer Titel

für die Förderung des kommunalen

Engagements eingerichtet und mit fünf

Millionen Euro ausgestattet werden.

Der stellvertretende Vorsitzende des

Entwicklungsausschusses des Deutschen

Bundestags Thilo Hoppe (Bündnis90/

Die Grünen) kritisierte den nahezu verschwindend

geringen Aufwuchs des

BMZ-Etats. „Es ist an der Zeit, dass die

Bundesregierung öffentlich bekennt, dass

sie das 0,7%-Ziel bis 2015 verfehlt hat

und einen neuen Plan vorlegt, bis wann

sie in welchen Schritten dieses alte Versprechen

einzulösen gedenkt“, so Hoppe.

Nach der Sommerpause haben die parlamentarischen

Beratungen des Haushaltsentwurfs

2013 begonnen. Die Verabschiedung

des Haushaltes wird für den

23. November 2012 erwartet.

pd

ökologischer Entwicklung - ergänzt um

die Aspekte Frieden und Sicherheit - als

zentrale Dimension festgesetzt werden.

Als dringende Handlungsfelder wurden

die steigenden Umweltbelastungen, sich

verschiebende Demographieentwicklungen,

gerechte Armutsbekämpfung, Zugang

zu Wissen und die Förderung von

Bürgerbeteiligung an politischen Prozessen

identifiziert.

Den nationalen und lokalen Ebenen sollten

Gestaltungsräume zugestanden werden,

um die jeweiligen Bedürfnisse effektiv

zu adressieren. Hierzu wird ein hohes

Maß an Kohärenz auf globaler, regionaler,

nationaler und subnationaler Ebene realisiert

werden müssen.

pd


„MUSS DAS SEIN?!“

Man hat es schon auf vielen GEPA-Verpackungen

nicht mehr gesehen: Das Fairtrade-Siegel

taucht immer seltener auf, um

die Marke GEPA mit dem Logo „GEPA

fair plus“ in den Mittelpunkt zu stellen.

Bedauerlicherweise bewirken all diese verschiedenen

Label bei den Verbrauchern

Verwirrung und schädigen nach meiner

Auffassung langfristig den Gedanken des

Fairen Handels.

„Fair“ als Begriff kann nicht geschützt werden,

so dass Organisationen, Unternehmer

und Markenhersteller jederzeit ihr eigenes

Label oder Zeichen kreieren können.

Nicht nur in den Weltläden und Verkaufstellen

der Kirchengemeinden, sondern

selbst beim Handel führt dies zur

Irritationen bzw. Verärgerungen.

Wer soll noch diesen Siegelungsdschungel

durchschauen? Als verlässliche Orientierungshilfe

für den Verbraucher bedarf es

Siegel, bei denen die Richtlinien regelmäßig

und unabhängig geprüft werden.

Das bekannteste Zeichen in Europa ist das

Fairtrade Siegel von der Fairtrade International

(FLO).

In meinen verschiedenen Funktionen u.a.

in der NEWI Neusser-Eine-Welt-Initiative

(„Fairneuss“), im Eine Welt-Netz NRW

(„wir handeln fair!“) oder im Kölner Diözesanrat

(„Pfairrgemeinde“) haben wir

den Fairen Handel immer anhand des

Fairtrade-Siegels sehr erfolgreich kommuniziert

und auch vermarktet!

In der Fairen Woche 2001 und 2003 haben

Kardinal Meisner und für die Aktion

„Pfairrgemeinde“ (bisher 61) Thomas Nickel

(Vorsitzender des Diözesanrates) und

der ehemalige Generalvikar Dr. Schwaderlapp

die Schirmherrschaften übernommen.

Mit vielen verschiedenen Aktionen haben

die Menschen in der Diözese durch ein

verändertes Konsumverhalten christliche

Solidarität praktiziert!

Zwischenzeitlich gibt es bundesweit über

125 Fairtrade-Towns, neun Kommunen

davon sind im Erzbistum u.a. Neuss, Wuppertal,

Bonn, Düsseldorf und Köln (Aufzählung

in der Reihenfolge der Auszeichnungen).

Der Faire Handel tritt zunehmend aus

der Nische, doch um einen bedeutsamen

Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten zu

können, muss er weiter wachsen!

Um so mehr bedauere ich ganz persönlich,

aber auch viele meiner Mitstreiter den

Schritt der GEPA, stärker ihre eigene Marke

in den Mittelpunkt zu stellen und auf

das Fairtrade-Siegel bei vielen Produkten

zu verzichten. Denn die Stärke von Fairtrade

und des Siegels liegen nicht zuletzt

in dem weltweit einheitlichen Auftritt.

Wenn heute knapp 70% aller Deutschen

das Fairtrade-Siegel kennen und 93% diesem

vertrauen, dann sollten wir weiterhin

mit diesem „Pfund“ wuchern!

Manfred Holz

Urkundenübergabe an die erste Pfairrgemeinde Christ König Neuss im Erzbistum Köln

Foto: NEWI

Umsatz mit Fairtradegesiegelten

Produkten

wächst um 35 Prozent

Verbraucher und Verbraucherinnen

kauften Fairtrade-gesiegelte Produkte

im Wert von rund 250 Millionen Euro.

Die wachsende Vielfalt des Sortiments,

insbesondere durch mehr Eigenmarken

mit Fairtrade-Siegel, sowie bundesweit

36.000 Verkaufsstellen tragen zum Erfolg

bei. „Der wirtschaftliche Erfolg ist das

Jubiläumsgeschenk der Verbraucher an

die Produzentenorganisationen in Afrika,

Asien und Lateinamerika“, sagt Dieter

Overath, TransFair-Geschäftsführer.

Die wichtigsten Wachstumstreiber sind

Kaffee, Blumen und Bananen. Fairtrade-

Rosen haben mit 130 Millionen Stielen

das stärkste Wachstum, dies bedeutet ein

Plus von 221 Prozent. Zunehmend an

Relevanz gewinnt der Absatz von Fairtrade-Bananen,

der um 53 Prozent auf

8.200 Tonnen stieg. Rund 4.700 Tonnen

Kaffee wurden im vergangenen Halbjahr

abgesetzt, ein Plus von neun Prozent.

Neben den Handelsmarken werden auch

vermehrt Markenartikel angeboten, zum

Beispiel bei Eiscreme: Diese Produktgruppe

ist im ersten Halbjahr ebenfalls

um 222 Prozent gewachsen. Wie stark

Produzenten von Fairtrade profitieren,

dies untersuchte das unabhängige Evaluierungsinstitut

CEval (Centrum für

Evaluation) im Auftrag von TransFair e.V.

und Max Havelaar Schweiz. Die Studie

stellt fest, dass Fairtrade positive Auswirkungen

auf die ländliche Entwicklung in

Afrika, Asien und Lateinamerika hat und

somit zur Armutsbekämpfung beiträgt.

pd

11


Fair trade: inklusiv!

Menschen mit Behinderungen

beteiligen sich erfolgreich im

Fairen Handel

Zwei Menschen mit Behinderungen

zeigten in Ahaus Interesse, in der örtlichen

Eine-Welt-Gruppe mitmachen zu

wollen. Viele Fragen drückten allerdings

ihre Ungewissheit aus: Wie komme ich

mit anderen Menschen in Kontakt? Was

wird dort eigentlich gemacht? Geht jemand

mit? Was soll ich machen, wenn

ich etwas nicht verstehe? Wann kann ich

dort hingehen? Wie viel kostet es? Wie

komme ich dort hin? Gibt es dort schon

jemanden, den ich kenne? Was erwartet

mich da, wenn ich das erste Mal hingehe?

oder: Was ist, wenn es mir nicht gefällt?

Einige dieser Frage konnten schon im

Vorfeld beantwortet werden oder wurden

dadurch aufgefangen, dass die Interessierten

zunächst von einer Freizeitassistentin

begleitet wurden. So kam schnell ein erster

Termin zustande.

Bei einer praktischen Tätigkeit im Ladenlokal

lernten sich Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter der Eine-Welt- Gruppe Ahaus

und die interessierten Menschen mit Behinderungen

dann kennen. Es folg(t)en

weitere Termine im Laden und auf dem

örtlichen Markt. Als nächstes ist geplant,

dass sich die Eine-Welt-Gruppe und ihre

neuen Mitglieder auf dem Herbstfest der

Behindertenhilfe des Caritasverbandes

Ende Oktober mit einem Verkaufs- und

Probierstand präsentieren wird. Darüber

hinaus haben weitere Menschen mit Behinderungen

ihr Interesse an einer Mitarbeit

bekundet, andere wollen Artikel

dazu schreiben oder Fotos von Aktionen

machen. Und auch die Mitarbeitenden in

der Eine-Welt-Gruppe erleben die Neuen

als Bereicherung des Teams.

Doch das ist nicht alles: In den nächsten

Monaten wird ein unabhängiges inklusives

Gremium „Fair Trade: inklusiv!“ seine

Arbeit aufnehmen und sich den bildungsbezogenen

und politischen Aspekten der

Eine-Welt-Arbeit zuwenden. Eine leitende

Frage könnte dabei sein: Wie kann

Bildung (und die Arbeit) mit Menschen

mit Behinderungen im Fairen Handel so

gestaltet werden, dass sie vielen Menschen

mit und ohne Behinderungen zugänglich

gemacht werden kann? Der Caritasverband

Ahaus Vreden e.V. hat sich dazu

bereits mit dem Referat Weltkirche des

1

Zeltlager und Ferienfreizeiten fair gestalten

Praktische Tipps, Aktionsideen und

Rezepte – dieses und mehr bietet der

neu erschienene Reader „Faire Ferien“

für die Gestaltung von Ferienfreizeiten.

„Wir wollen dazu einladen, Ferienfreizeiten

ein ganzes Stück fairer und nachhaltiger

zu gestalten“, erklärt Alexandra

Horster, Landesvorsitzende des BDKJ-

NRW. In einer Kooperation haben der

BDKJ-Diözesanverband Paderborn,

der BDKJ-Diözesanverband Aachen

und das Amt für Jugendarbeit der Evangelischen

Kirche von Westfalen diesen

Reader entwickelt.

Wie kann ein echt fairer Tag auf einer

Freizeit aussehen? Wofür stehen die un-

Bischöflichen Generalvikariates beraten

und erste Informationen ausgetauscht.

Das jedenfalls steht fest: Menschen mit

Behinderungen wünschten sich mehr

Kontakte zu Menschen ohne Behinderungen

außerhalb ihres gewohnten Lebensumfeldes.

Die Pflege des persönlichen

Netzwerks und der Aufbau von neuen

Kontakten ist für sie immer noch schwer

zu erreichen oder an die jeweiligen Bedingungen

ihrer Lebenssituation geknüpft.

Die Idee, diese Wünsche mit dem konkreten

Thema Fairer Handel und aktivem

terschiedlichen Siegel? Was sollte ich

beim Einkauf beachten? Auf diese und

viele andere Fragen gibt der neue Reader

Antwort. „Praktischerweise enthält der

Reader auch direkt ein Formular, falls

man die beschriebenen Materialien unkompliziert

bestellen möchte“, erklärt

Melanie Fecke, BDKJ-Referentin für

Entwicklungspolitische Bildungsarbeit.

Dafür gewährte die Fair Trade Company

GEPA von April bis Oktober für Ferienfreizeiten

evangelischer und katholischer

Gruppen Sonderkonditionen.

Bezug:

Internet: www.bdkj-nrw.de/service/

faire-ferien.html

Tun zu verbinden, stieß auf allen Seiten

auf ein positives Echo.

Die ersten Schritte sind gemacht, das Interesse,

am Thema „Fair Trade“ arbeiten

zu wollen, ist geweckt und die Bereitschaft

der Beteiligten groß!

Jutta Hollander

Weitere Informationen:

Dr. Jutta Hollander, Europäische-Senioren

Akademie, Coesfelder Str. 6,

48683 Ahaus, Tel.: 0 25 61 / 3 02 49 70

E-Mail: hollander@europaeische-senioren-akademie.de


Die FA!R2012:

Nur ein Märchen über

gute Produkte?

Ein positiver Rückblick

Dieses Jahr fand zum dritten Mal die Messe

für und rund um den Fairen Handel in

den Dortmunder Westfalen statt. Dass

die FA!R2012 sich langsam zur dauerhaften

Messe-Institution entwickelt, war

nicht nur an den Zahlen der Aussteller

messbar (121 aus 16 Ländern). Auch die

Besucherzahlen stiegen um 28 Prozent

auf über 3.200 Menschen.

Die Entscheidung, die FA!R2012 Anfang

September, kurz nach der Sommerpause,

stattfinden zu lassen, hat sich gewiss

ausgezahlt. Auch die Verlegung der

Ausstellungstage auf das komplette Wochenende,

von Freitag bis Sonntag, und

die Abschaffung des Tages, der nur für

die Fachbesucher vorbehalten war, hat

sich insgesamt positiv ausgewirkt. Somit

gewiss ein toller Erfolg – auch für diejenigen

Aussteller, die nicht unter den Begriff

der „wirtschaftlichen Akteure des Fairen

Handels“ fallen würden – übrigens eine

Beschreibung, die von der Messe Westfalenhallen

Dortmund in ihrem vorläufigen

Schlussbericht benutzt wird.

Es ist leider nur allzu sehr verständlich,

dass sich ein Messebetreiber vorerst an

den kommerziellen Erfolg seiner Veranstaltung

misst und an die Werbung für die

nächste Messe im kommenden Jahr denkt

(sie soll laut Auskunft der Westfalenhallen

vom 6. bis 8. September 2013 auf

einer noch größeren Ausstellungsfläche

stattfinden). Dass der Faire Handel ohne

die ideellen Akteure nie zu dem geworden

wäre, was sich z.B. jetzt auf der FA!R2012

präsentierte, ist nicht nur den Insidern

der Eine-Welt-Szene bewusst, sondern

auch den Stammkunden der angebotenen

Fair-Produkte. Deshalb ist es aber auch

notwendig, auf die Stände und Präsentationen

dieser dem Fairen Handel im Bildungs-

und Informationsbereich verbundenen

Organisationen hinzuweisen, die

(Fortsetzung auf Seite 17)

Kleine Impressionen von der FA!R2012

Mitte August begann ich mein Praktikum

im Amt für Mission, Ökumene und

kirchlicher Weltverantwortung (MÖWe)

hier in Dortmund.

Da einer meiner Schwerpunkte im Bereich

Bildungsarbeit lag, hatte ich das

große Glück, aktiv an der Fairmesse teilzunehmen,

welche ich zuvor noch nicht

besucht hatte. In den Wochen vor der

Messe setzte ich mich intensiv mit den

pädagogischen Materialien zum Thema

Gewürze in Form des Gewürzkoffers auseinander

und beschäftigte mich mit der

Frage, wie man diesen am besten auf der

Fair präsentieren konnte. Hier erwiesen

sich insbesondere die Infomaterialien des

Koffers als äußerst hilfreich.

Am 07.09. war es dann soweit. Pünktlich

um 10 öffnete die Messehalle 5 ihre Türen

für interessierte Besucher.

An dem ersten von insgesamt drei Messetagen

waren besonders viele Schulklassen,

welche meistens sehr interessiert die an

unserem Stand angebotenen Aktionen

wie dem „Gewürztest“ (MÖWe), dem

„Cola-Probiertest“ (GMÖ) und dem

„Containering“ (Eine Welt Zentrum

Herne) teilnahmen.

Hier fiel mir im Besonderen auf, wie

wichtig Bildungsmaterialien zu Fairem

Handel sind.

Viele Schüler kamen erst auf der Messe

damit in Berührung und haben zuvor gar

nicht mit der doch so wichtigen Thematik

zu tun gehabt.

Umso mehr hat es mich gefreut, dass viele

engagierte Lehrer dabei waren, die sich

sehr genau über die Bildungsmaterialien

informierten und einige auch ausleihen

wollten.

Nur so können diese Themen auch Schüler

erreichen.

Am Sonntag,

dem letzten

Messetag, bot

sich mir noch

mal ein anderes

Bild.

Die Messe war

nicht nur für

Fachbesucher

sondern auch

für interessierteMenschen

geöffnet und ich bekam

den Eindruck, dass viele der Besucher

sehr mit dem Fairen Handel vertraut waren

und ihn aktiv unterstützen.

Diese Vielfalt von unterschiedlichen Besuchergruppen

war für mich sehr spannend

zu beobachten.

Das fiel mir nicht nur an unserem Stand,

sondern auch bei den vielen, anderen

Ständen auf, welche die verschiedenen Facetten

des Fairen Handels gut aufzeigten.

Positiv fiel mir auf, dass einige Stände ihre

angebotene Ware zur Verköstigung und

auch zum Verkauf anboten.

Insgesamt habe ich einen sehr guten

Eindruck von der Fairmesse gewonnen.

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, über

dieses Thema zu informieren und den

Besuchern den Gewürzkoffer näher zu

bringen.

Für mich ist der Faire Handel ein aktuelles

Thema, welchem noch mehr Raum

in der Öffentlichkeit geschaffen werden

muss, da noch viele Menschen, insbesondere

Jugendliche, gar nicht darüber informiert

sind.

Die Fair Messe scheint mir dafür ein guter

Ort zu sein, um in entspannter und lockerer

Atmosphäre darüber zu informieren

und zu sensibilieren.

Yvonne Afflerbach

13


MUND – WESTFALENHALLEN – MÖWe-STAND – EINE-WELT-MEDIEN FÜ

BLUMEN · COLA · GEWÜRZE · KAFFEE · KAKAO · KOKOS – MÖWe-STAND


R SCHULE UND UNTERRICHT – KISTEN, KOFFER UND ROLLUPS ZUM AUSLE

– EINE-WELT-MEDIEN FÜR SCHULE UND UNTERRICHT – KISTEN, KOFFER


Besuch im COCONUT HOUSE:

Bio und Fair im eigenen Land

Durch den Fairen Handel haben wir in

Deutschland getrocknete Mangos (vom

Projektpartner PREDA des dwp) oder

den Mascobado-Zucker in Bio-Qualität

(vom Projektpartner Alter Trade Corporation

der gepa) aus den Philippinen

kennen und schätzen lernen können. Ob

diese Bio und Fair produzierten Produkte

auch auf den Philippinen einen Markt

finden, ist uns hier nicht bekannt.

Der Faire Handel in Deutschland hat

längst Zuwachsraten, um die ihn die traditionell

produzierten und gehandelten

Produkte beneiden könnten (siehe Artikel

„Umsatz mit Fairtrade-gesiegelten

Produkten wächst um 35 Prozent“ auf

Seite 11). Dass dies viele positive Auswirkungen

auf die Produzenten hat, lässt sich

bei den beteiligten Partnerorganisationen

leicht nachweisen. Trotz all dieser Errungenschaften,

sei es z.B. bei den Einkommen

der Bauern und Arbeiter oder im

sozialen Feld, wie bei der Gesundheitsfürsorge

und der Altersabsicherung, bleiben

aber noch viele Fragen unbeantwortet:

Wie können die Produzenten von Bio-

und Fair-Produkten unabhängiger von

den durch sie nicht kontrollierbaren Entwicklungen

der Weltmärkte für ihre Produkte

werden? Wie können sie sich im eigenen

Land mit ihren Produkten für die

lokalen oder nationalen Märkte behaupten

und erfolgreich durchsetzen? Birgt

16

die Konzentration auf

den Export nach umwelt-

und sozialverträglichen

Kriterien,

zertifiziert und kontrolliert

nach internationalen

Standards, angepasst

an die Moden

und Werbetrends der

westlichen Industrieländer

und den „Geschmack

der weiten

Welt“ nicht zu viele

un ko ntr o l l i er b a r e

Abhängigkeiten? Ist der Faire Handel

ein weiteres post-koloniales Mäntelchen,

durch das eher verdeckt als verändert

wird, was die weltweiten Handelsstrukturen

an Ungerechtigkeiten und sozialen

Missständen bewirken?

Aber werfen wir einmal einen Blick auf die

Philippinen. Das Leben der über 90 Millionen

Einwohnern wird geprägt durch

eine kapitalistische Marktwirtschaft, die

vielen Besuchern auf dem ersten Blick

modernistischer als in Deutschland erscheint.

Jedenfalls ist dies überwiegend

in den städtischen Zentren der Fall. Jung

und Alt werden von einer Werbemaschinerie

beeinflusst, die ihresgleichen in unserem

Europa nicht so schnell wieder findet.

Bis in die abgelegen Dörfer reicht das

Angebot der internationalen Konzerne

für Konsumgüter und Nahrungsmittel.

Welche Chancen haben in einer solchen

Ökonomie noch eigenständige, einheimische

Produzenten?

Aber gerade in Gesellschaften, in denen

über viele Jahrzehnte – sogar Jahrhunderte

– das wirtschaftliche, politische

und soziale Leben fremdbestimmt war

und noch ist, regt sich ein Widerstand

dagegen und Menschen suchen nach Alternativen

zum Bestehenden.

Eine solche Alternative – aber nicht verstaubt

und althergebracht, sondern den

modernen Gepflogenheiten der Gesellschaft

angepasst – ist z.B. das „Coconut

House“. Dieses Restaurant mit Verkaufsstand

für viele authentische Kokos-Spezialitäten

und Kokosprodukte wird geleitet

von Jun Castillo. Er ist der Visionär des


Unternehmens und hat in Zusammenarbeit

mit der Cooperative of Virgin Coconut

Oil Producers (COVCOP), einer

Kooperative, die verschiedene kleine

Kokosprodukte-Produzenten aus der Kokosprovinz

Quezon vereint, das Coconut

House in Metro-Manila aufgebaut.

Besucht man das Coconut House, strategisch

sehr günstig in einem kleinen

Vergnügungspark zwischen Hauptverkehrsstraßen

im Stadtteil Quezon City

gelegen, so lernt der Gast schnell, dass

die Kokospalme wahrhaftig ein „Baum

der tausend Nutzen“ ist. Neben den verschiedensten

Gerichten und Naschereien

(so z.B. eine wirklich köstliche Kokos-

Eiscreme mit Kokosflocken) werden auch

alltägliche und unbekannte Produkte,

wie Kokoszucker und Kokosmehl, zum

Verkauf angeboten.

In einem Gespräch mit Joey Faustino,

dem Direktor von COIR, Coconut Industry

Reform Movement, Inc., einer

von Brot für die Welt unterstützten

Nichtregierungsorganisation, kommen

Tatsachen ans Licht, die Jahrhunderte

lang die Landwirtschaft der Philippinen

in Abhängigkeiten gehalten haben. „Die

spanischen Kolonialherren zwangen vor

dreihundert Jahren die damalige Bevölkerung

dazu, Kokospalmen in Plantagen

anzubauen. Die Folge davon ist, dass

heute mindestens 20 Millionen Filipinos

direkt oder indirekt von der Kokoswirtschaft

des Landes abhängig sind“, sagt

Joey Faustino. „Sie bilden die unterste

Einkommensschicht unter den Bauern

und Landarbeitern, obwohl die Kokospalme

ihnen ein gutes Einkommen bieten

könnte. Leider machen das Geschäft

die Großgrundbesitzer, Koprahändler

und Ölmühlenbetreiber und die internationalen

Konzerne. Dabei könnten

Kokospalmen die Garanten einer ökologisch

nachhaltigen Landwirtschaft sein.

Sie brauchen keinen Kunstdünger oder

Pestizide und schützen andere Pflanzen

und die Fruchtbarkeit der Böden. Die

Bauern können zwischen den hochwachsenden

Palmen viele andere Pflanzen für

die Nahrungsmittelgrundversorgung, für

die lokalen und nationalen Märkte, aber

auch Kaffee, Kakao oder tropische Früchte

für den Export anbauen. Beispiele für

eine derartig integrierte, tropische Landwirtschaft

gibt es schon einige. Würde die

Mehrheit der Kokosbauern auf diese Art

ihre Felder bestellen, so wären sie sofort

aus der Armut heraus.“

„Mein Land aber, es exportiert

über 80% der Produkte der

Kokospalme, statt dass es diese

Produkte selbst verbraucht“,

schimpft Joey Faustino. „Wir

könnten das importierte Weizenmehl

zum großen Teil durch Kokosmehl

ersetzen, aber auch das

immer teurer werdende Diesel

aus Erdöl durch Kokosölzusätze

verbessern. Hunderte ökologisch

sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten

außerhalb der Nahrungsmittelnutzung

haben Wissenschaftler

schon aus den Bestandteilen und

Früchten der Kokospalme entwickelt.

Nur nutzen wir sie noch viel zu wenig.“

Mut zum Nachmachen, diesen verbreitet

ein Besuch im Coconut House. Jedem

Gast wird vor Augen führt, welche Potentiale

in den Produkten der eigenen Landwirtschaft

und der kleinbetrieblichen

Weiterverarbeitung stecken. Bio und Fair

trifft mittlerweile bei einer interessierten

Käuferschicht in den Städten langsam

auf Resonanz. Diese ersten Erfolge ermutigen

zusammen mit einigen weiteren

Experimenten mit anderen Produkten,

wie z.B. mit Reis oder Mais, den Fairen

Handel auch in den klassischen Erzeugerländern

der Fairhandelsprodukte aufzubauen.

Dadurch könnte das bestehende

Ungleichgewicht abgebaut und der Bevormundung

durch den Norden entgegengesteuert

werden.

Bernd Schütze

(Kim und Bernd Schütze besuchten im Dezember

2011 zusammen mit Joey Faustino

das Coconut House in Quezon City, Metro

Manila/Philippinen.)

(Fortsetzung von Seite 13)

zwar nicht die Mehrheit der Hallenfläche

besetzten, aber trotzdem un-übersehbar

mit ihren Angeboten Präsenz zeigten. So

zeigten z.B. Oikokredit und „Brot für die

Welt“ sowie das Eine-Welt-Netz NRW

und das Amt für MÖWe in Kooperation

mit dem Eine Welt Zentrum Herne

und dem Gemeindedienst für Mission

und Ökume im Rheinland Bildungsmaterialien

und Medien für Schule und Unterricht

rund um den Fairen Handel. Besonders

am Freitag, als viele Jugendliche

aus Schulen und Ausbildungsstätten die

Messe besuchten, fanden die Angebote

dieser Stände mit ihren sinnlichen Angeboten

vom Kaffeerösten (Kaffeeparcours)

bis zum Cola-Testing (Cola-Koffer) regen

Zulauf und waren dann auch immer wieder

überlaufen von interessierten Gruppen

und Schulklassen.

Waren die drei Messetage nur ein „Märchen

vom Guten Produkt“, wie es einer

der Aussteller prominent auf einem großformatigen

Display darstellte? Gewiss

kein Märchen, aber auch nicht die Spiegelung

der alltäglichen Realität im Konsumverhalten

in Deutschland. Mut zum

weiteren Einsatz für weltweite gerechtere

Handelsstrukturen machte die FA!R2012

den Besucherinnen und Besuchern auf jeden

Fall. Sie stärkte das Bewusstsein der

im Fairen Handel Engagierten mit dem

Gefühl, dass sie als „Player“ im Marktgeschehen

ernstgenommen zu werden.

Bernd Schütze

(Auf den Seiten 14 und 15 präsentieren wir

einige Foto-Impressionen von der FA!R2012

mit dem Schwerpunkt „Eine-Welt-Medien“

auf dem Stand der MÖWe.)

1


Auch wenn man dicke Bretter bohren

will, muss man einfach irgendwo beginnen.

Dies geschieht derzeit im Münsterland.

Immer mehr Kommunen zeigen

großes Interesse an der Transfair-Kampagne

„Fair Trade Town“. Hier können

sich Städte und Gemeinden, aber auch

Kreise beteiligen und nach der Erfüllung

zahlreicher Kriterien ihre Kommune,

ihren Kreis mit einem offiziellen Zertifikat

schmücken.

Zum Beispiel im Kreis Steinfurt:

Natürlich gibt es auch hier seit vielen

Jahren die unermüdlichen Ehrenamtlichen

im Fairen Handel. Nur sie können

sagen, wie oft ihnen Türen verschlossen

waren, wie oft sie mit ihrem Engagement

auf verlorenem Posten standen und teilweise

noch heute stehen. Umso schöner,

wenn nun quasi von „offizieller Seite“ ihr

Engagement für gerechten Handel, gegen

Produkte aus Kinderarbeit, für eine menschenwürdige

Existenz gewürdigt und

unterstützt wird.

So hat erst vor kurzem die Stadt Rheine

das Zertifikat „Fair Trade Town“ erhalten,

im Oktober wird Nordwalde folgen.

Außerdem beworben hat sich Metelen

und noch in diesem Monat erfolgt die

Auftaktveranstaltung zur Bewerbung in

18

Ein Ruck geht durch die Region

Auf dem Weg zu einem Fairen Münsterland

Altenberge. Kurz davor steht Ibbenbüren,

und auch in der Stadt Steinfurt befindet

man sich auf dem Weg. Laer und Ochtrup

zeigen Interesse und sogar der ganze Kreis

Steinfurt möchte sich auf den Weg machen,

einer der ersten „Fairen Kreise“ zu

werden. Begleitet wird dieser Prozess von

den Koordinatoren für entwicklungspolitische

Bildungsarbeit im Münsterland.

Diese Signale stimmen zuversichtlich. Ein

Ruck geht durch die Region, der Faire

Handel befindet sich nicht mehr in einer

Nische, sondern erhält durch die neuen

Partner und Kooperationen ungewohnten

Auftrieb.

Beate Steffens

Foto oben:

Fairer Kaffee aus dem Rucksack. Eine neue

und schöne Idee zum Weltladentag 2012 auf

dem Marktplatz in Rheine

Gewagt –

Der Weltladen Boc h

Veränderungen lagen schon lange in der

Luft. Der ökumenische Arbeitskreis Eine

Welt Bocholt e.V. betrieb seit zwölf Jahren

einen Weltladen in der Naturoase

Bocholt. Unter einem Dach mit einem

Bioladen und einem Möbelfachgeschäft

fand sich der Weltladen zwar in guter

Gesellschaft, aber in einer Randlage der

Innenstadt. „Ab in die City!“ ist bekanntlich

der Wunsch eines jeden Ladens, und

auch der Weltladen prüfte im Laufe der

Jahre immer wieder, ob ein Umzug in eine

gute Geschäftslage machbar ist. Verschiedene

Ladenlokale wurden geprüft und

schließlich der Umzug zum St.-Georg-

Platz beschlossen.

Das engagierte Team um Bärbel Böggering

und Siegfried Löckener hielt von nun

an Ohren und Augen offen, um sich Anregungen

für die zukünftige Weltladenarbeit

zu holen und auf Umsetzbarkeit zu

prüfen. „Wie richten wir den Laden ein?

Wie finanzieren wir die Einrichtung?

Welchen Umsatz müssen wir erzielen, um


gewonnen

olt ist umgezogen

unsere steigenden Mietkosten zu decken?

Woher bekommen wir Mitarbeiter und

Mitarbeiterinnen, um unsere längeren

Öffnungszeiten abzudecken?“

Das Weltladenteam ist in Bocholt ausgesprochen

gut vernetzt. Über diese

Kontakte wurden Einrichtungs- und Finanzierungsfragen

geklärt. So konnten

beispielsweise Mittel bei der Stadtsparkasse

eingeworben werden, die Überschüsse

an gemeinnützige Organisationen ausschütten

muss. Bei der Frage nach neuen

Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen

konnte sich der Weltladen auf die Erfahrung

anderer Weltläden verlassen, die

Umzüge aus versteckten Rand- in gute

Innenstadtlagen gewagt hatten: Wenn

der Weltladen bekannt ist, wenn er in einer

attraktiven Lage seine Arbeit präsentiert,

dann kommen Ehrenamtliche wie

von selbst und melden sich zur Mitarbeit

im Laden. Daher ist die eigentliche Frage

nicht so sehr, eine bestimmte Anzahl an

Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zu

bekommen, um die Erweiterung der Ladenöffnungszeiten

abdecken zu können,

sondern auf eine Erweiterung des Teams

eingestellt zu sein, für eine gute Qualifizierung

der Ehrenamtlichen und ein gutes

Miteinander im Team zu sorgen.

Im April hat der Laden eröffnet. Nach gut

sechs Monaten kann nun eine erste Zwischenbilanz

gezogen werden: Das Team

hat sich gefunden, die Arbeit ist gut auf-

geteilt, die Kundenresonanz ist hervorragend,

der Umsatz um über 100% gestiegen,

und das in den traditionell für den

Handel eher „schwachen Sommermonaten“.

Wenn das keine Erfolgsgeschichte

ist!

Georg Knipping

Der Weltladen Bocholt im Internet:

www.eine-welt-bocholt.de

19


RIO+20: Das Abschlussdokument

– in deutscher

Fassung

Drei Monate nach dem UN-Gipfel liegt

das Abschlussdokument in deutscher Fassung

vor.

http://www.forumue.de/fileadmin/userupload/AG_Weitere_Themen/Rio_20/

Rio_20_Abschlussdokument_offizielle_

UEbersetzung_D_18._September.pdf

Ökonomische Auswirkungen

des Klimawandels

Das Massachusettes Institute of Technology

(MIT) hat eine Studie zu

den ökonomischen Auswirkungen

des globalen Temperaturanstiegs für

Wirtschaft(swachstum) von „reichen“

und „armen“ Ländern veröffentlicht:

Die Studie zeigt, dass besonders die wirtschaftliche

Entwicklung in den armen

Ländern unter dem Klimawandel leidet.

Ein Grad Celsius Erwärmung bewirkt

in Entwicklungsländern ein Abnahme

des Wirtschaftswachstums um 1,3 %. In

Industrieländern konnte kein solcher Zusammenhang

festgestellt werden.

http://www.kellogg.northwestern.edu/

faculty/jones-ben/htm/climatechange.

pdf

Die Debatte um die Kosten

der erneuerbaren Energien:

„Mythen und Fakten der

Energiedebatte“

Der WWF hat Fakten rund um die Debatte

zu den Kosten der Energiewende zusammengestellt

und zeigt, dass viele Mythen,

die z. B. in der Presse zu lesen sind,

wie, „Preistreiber Energiewende“, nicht

stimmen.

Die wichtigsten Punkte und die gesamte

Broschüre:

http://www.wwf.de/2012/september/

energiewende-mythen-haben-kurze-beine/bl/1/listid/12937/backpid/186/

Was Strom wirklich kostet

Eine Studie des Forum ökologisch-soziale

Marktwirtschaft, die zeigt, dass im Jahr

2012 die gesamtgesellschaftlichen Kosten

von Windenergie an Land mit 8,1 Ct/

kWh, von Wasserkraft mit 7,6 Ct/kWh

weit unter den Kosten von Steinkohle

0

Neue Informationen aus den Bereichen

Klimaschutz und Klimagerechtigkeit

mit 14,8 Ct/kWh, Braunkohle mit 15,6

Ct/kWh und Atomenergie, zwischen

16,4 und 42,2 Ct/kWh, liegen.

Factsheet:

http://www.foes.de/pdf/2012-08-Was_

Strom_wirklich_kostet_Factsheet.pdf

Die Kurzfassung der Studie:

http://www.foes.de/pdf/2012-08-Was_

Strom_wirklich_kostet_kurz.pdf

WBGU: Jetzt privates

Kapital für die globale

Energiewende mobilisieren

Deutschland und viele andere Länder

stehen vor einer grundlegenden Transformation

ihrer Energiesysteme. Weltweit

müssen für den Umbau der Energiesysteme

und die Erhöhung der Energieeffizienz

Milliarden investiert werden. Der

WBGU (Wissenschaftliche Beirat der

Bundesregierung Globale Umweltveränderungen)

zeigt in seinem Politikpapier

„Finanzierung der globalen Energiewende“,

dass privates Kapital in ausreichender

Höhe vorhanden ist, jedoch erst durch

eine entschlossene Ordnungspolitik und

Verringerung der Investitionsrisiken mobilisiert

werden kann.

http://www.wbgu.de/politikpapiere/politikpapier-7-2012-finanzierung/

Arbeitshilfen:

Klimaschutz und Klimagerechtigkeit

– inklusive

Neu erschienen ist eine inklusive Unterrichtseinheit

zum Thema „Unser Klima -

unser Leben“ für Kinder und Jugendliche

von 10 bis 16 Jahren. Das Bildungsmaterial

„Unser Klima - unser Leben“ besteht

aus einem Handbuch und einer zugehörigen

CD-ROM sowie einer Materialkiste.

Es ermöglicht durch seine didaktische

und methodische Vielfalt gemeinsames

Lernen in heterogenen Kinder- und

Jugendgruppen. Durch differenzierte

Materialien, die für verschiedene Unterstützungsbedürfnisse

adaptiert sind, wird

inklusives Lernen ermöglicht.

Des Weiteren werden Workshops für

Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

angeboten.

Kontakt:

http://www.bezev.de/globales-lernen/

jugend-inklusive-global-engagiert-klimaprojekt.html

Zukunft veranstalten –

Arbeitshilfe für klimafreundlicheVeranstaltungen

in Kirchengemeinden

und -kreisen

Eine Arbeitshilfe zur Vorbereitung

und Durchführung klimafreundlicher

Veranstaltungen in Kirchengemeinden

und Kirchenkreisen – mit hilfreichen

Tipps und Handlungsanregungen für

die Planung und Durchführung von

nachhaltigen Veranstaltungen. Die Arbeitshilfe

ist eine Initiative im Rahmen

der Projekte „Zukunft einkaufen“ und

„Klimaschutz EKvW 2020“.

http://www.zukunft-einkaufen.de/fileadmin/ZE%20II/ZE%20Publikationen/

Zukunft-veranstalten.pdf

Zusammengestellt von Katja Breyer

Amt für Mission, Ökumene und

kirchliche Weltverantwortung (MÖWe)

Olpe 35, 44135 Dortmund

Tel.: 0 2 31 / 54 09 - 73


„Tischlein Deck Dich!“

Das Menschenrecht auf

Nahrung in der Bildungsarbeit

mit Jugendlichen

In den vom Institut für Internationale Zusammenarbeit

des Deutschen Volkshochschul-Verbandes

und FIAN Deutschland

e.V. herausgegebenen Materialien werden

aktuelle Fallbeispiele aus dem Themenbereich

Menschenrecht auf Nahrung vorgestellt.

Diese Fallbeispiele machen die

Auswirkungen von Konsum und Lebensweise

in einem Teil der Einen Welt auf die

direkten Lebensumstände in einem anderen

Teil der Einen Welt deutlich.

In jedem Kapitel werden interaktive Methoden

für eine angemessene Vermittlung

des Themas an die entsprechende Zielgruppe

vorgestellt. Die Jugendlichen werden

durch die Methodenwahl ermutigt,

sich die Lerninhalte selbst zu erarbeiten.

Des Weiteren sollen die angewandten

kreativen Methoden den Jugendlichen

Perspektivwechsel ermöglichen und sie so

für das Thema sensibilisieren. Die Fallbeispiele

werden jeweils mit regionalen Rezepten

ergänzt.

Bezug:

Institut für Internationale Zusammenarbeit

des Deutschen Volkshochschul-

Verbandes,

Obere Wilhelmstr. 32, 53225 Bonn,

Tel.: 0 2 28 / 97 56 90,

E-Mail: info@dvv-international.de

Internet: www.dvv-international.de

und

FIAN Deutschland e.V.,

Briedeler Straße 13, 50969 Köln,

Tel.: 0 2 21 / 7 02 00 72,

E-Mail: fian@fian.de

Internet: www.fian.de

Die Interkulturellen Bildungsagenten sind

ehemalige Freiwillige mit Auslandserfahrungen,

die gemeinsam mit Bildungseinrichtungen

Workshops für Jugendliche

organisieren. In den Workshops werden

praktische Erfahrungen und theoretisches

Wissen ausgetauscht sowie über globale

Themen diskutiert. Jugendliche bekommen

durch die persönlichen Erfahrungen

der ehemaligen Freiwilligen einen unmittelbaren

Eindruck über deren Tätigkeit

Lernparcours zu den

Millenniumszielen

Im Rahmen des Bildungsprojekts „8geben

auf die Eine Welt“ hat die Karl-Kübel-

Stiftung gemeinsam mit Lehrkräften und

Schülern einen Lernparcours entwickelt

und erprobt. Die Unterrichtsmaterialien

bieten einen Einstieg in die Themenbereiche

der Millenniumsziele und globale

Sachverhalte wie z. B. Armutsbekämpfung,

Gleichstellung der Geschlechter

und ökologische Nachhaltigkeit.

Das Material ist für Schüler aller Schultypen

ab der 7. Klasse konzipiert und

auch für die berufliche Bildung geeignet.

Informationen:

Karl-Kübel-Stiftung für Kind und Familie,

Monika Gerz, Postfach 15 63,

64605 Bensheim,

Tel.: 0 62 51 / 70 05 - 68,

E-Mail: gerz@kkstiftung.de,

Internet: www.kkstiftung.de

Download:

www.kkstiftung.de/597-0-Arbeitspaket-

Millennium-Entwicklungsziele.html

Online-Plattform:

Nachhaltigkeit gestalten

Die Online Plattform „Nachhaltigkeit

gestalten“ der Friedrich-Ebert-Stiftung

(FES) wurde zwar als Informationsportal

zur Rio+20 Konferenz angelegt, bleibt

aber über die Konferenz hinaus als Informationsbasis

zum Thema Nachhaltigkeit

bestehen. Ein besonderer Fokus liegt auf

der sozialen Dimension des Nachhaltigkeitskonzepts,

verbunden mit dem Ziel,

soziale Gerechtigkeit, Solidarität und

Demokratie als zentrale Elemente in Modelle

nachhaltiger Gesellschaftsformen zu

integrieren.

Internet: www.fes-sustainability.org/de

Interkulturelle Bildungsagenten

Ehemalige junge Freiwillige informieren Jugendliche

im Ausland. Über sich selbst schreiben

sie: „Uns eint der Wunsch, unsere Mitmenschen

mehr auf globale Themen in

unserem Land aufmerksam zu machen.

Zudem möchten wir uns auch nach unserem

Freiwilligendienst mit den Themen

auseinander setzten und uns damit engagieren.“

Kontakt und Informationen:

Internet: www.bildungsagenten.com

E-Mail: info@bildungsagenten.com

Klima, Wasser, Böden

Neue Lernreihe

Für das Projekt „Einfach ganz ANDERS!

– Bildung für nachhaltige Entwicklung an

Ganztagsschulen“ hat das Eine Welt Netz

NRW gemeinsam wir mit der BUNDjugend

NRW eine vierteilige Lernreihe entwickelt,

die die Themen Klima, Wasser

und Boden mit aktuellen Hintergrundinformationen

aufgreift. In jedem Themenheft

sensibilisieren rund 50 jugendgerechte

und aktivierende Methoden die

Schüler und Schülerinnen, sich aktiv für

eine gerechtere Welt einzusetzen und eigene

Aktionsideen zu realisieren. Multiplikatoren

und Multiplikatorinnen, die

dazu ein Projekt an einer Schule durchführen

möchten, finden hier wertvolle

Hintergrundinformationen, Tipps und

Anleitungen, die auch die Gründung einer

AG erleichtern.

Die vier Broschüren haben die Titel:

- Einfach ganz ANDERS – Bildung für

nachhaltige Entwicklung an Ganztagsschulen!

- Krimi, Killer & Konsum – Das etwas

andere Klima!

- wild, weit & virtuell – Wasserwelt

konkret!

- Schätze, Erde & Geschäft – Auf dem

Boden der Tatsachen!

Die Broschüren umfassen je 60 bis 80

Seiten und kosten jeweils fünf Euro.

Bezug:

Internet: www.einfachganzanders.de

Informationen zu dem Projekt und den

Materialien: Eine Welt Netz NRW

E-Mail:

Dorothee.Tiemann@eine-welt-netz-nrw.de

Tel.: 0 2 51 / 28 46 69 - 23

1


Schöne neue Welt

Die Globalisierung und Ich

am Beispiel Blumen

Ein Projekt für Schüler und

Schülerinnen

Das Team von Vamos e.V. Münster besucht

mit dem „Blumenkoffer“ Berufsschulen

für Floristen und Floristinnen,

für Erzieher und Erzieherinnen sowie

Schulklassen allgemeinbildender Schulen

(ab Klasse 7). Die Schulbesuche werden

in der Zeit von November 2012 bis März

2013 durchgeführt. Die Teilnahme an

dem Projekt ist kostenlos. Die Schüler

und Schülerinnen erarbeiten in zwei Mal

90 Minuten die Hintergründe der Menschen-

und Arbeitsrechte in der internationalen

Blumenindustrie und trainieren

danach in Rollenspielen Gesprächssituationen

zum Thema. Anschließend informieren

sie zusammen mit dem Team

von Vamos e.V. in der Fußgängerzone

ihrer Stadt die Passanten und Passantinnen

und/oder besuchen Floristen und

Floristinnen in lokalen Geschäften. In

diesen Gesprächen können sie das erworbene

Wissen direkt anwenden – oder sie

tragen das Wissen in ihre Lehrbetriebe.

Der „Blumenkoffer“ bietet durch Methoden

des Globalen und des Kooperativen

Lernens eine intensive Beschäftigung

mit den folgenden Themenbereichen:

Umwelt, Arbeitsbedingungen, Träume

und Lebenswelten, Alternativen. Er

macht Verflechtungen der Globalisierung

spielerisch erfahrbar und regt zum reflek-

tierten Handeln in einer globalisierten

Welt an. Er verbindet den Themenbereich

Umwelt mit sozialen Aspekten. Zudem

informiert er über Alternativen zum

konventionellen Blumenkauf und motiviert,

diese Alternativen zu nutzen. Der

„Blumenkoffer“ ist methodisch vielfältig

gestaltet. Die Methoden sind so gewählt,

dass sie die Schüler und Schülerinnen

zum Handeln aktivieren.

Der Sportkoffer

steht zur Ausleihe bereit

Der Sportkoffer von Vamos e.V. wurde für

die Arbeit in Schulklassen und mit anderen

Gruppen konzipiert (ab ca. 14 Jahre,

Klasse 7). Er macht Zusammenhänge der

Globalisierung spielerisch erfahrbar und

regt zum reflektierten Handeln in einer

globalisierten Welt an. Er greift ein alltägliches

Thema aus unserem Leben auf, und

zwar aus der Sicht von Menschen in Billiglohnländern

auf und schafft dadurch

einen klaren Bezug. Er zeigt umsetzbare

Handlungsalternativen und motiviert

zum Aktiv-Werden.

Der Sportkoffer enthält drei Module und

die Schulausstellung „TrikotTausch“ und

kann mit der größeren Wanderausstellung

„TrikotTausch“ kombiniert werden.

Die Module werden in insgesamt zwei

Mal 90 Minuten durchgeführt Sie enthalten

Methoden des Globalen und des

Kooperativen Lernens.

Die Leihgebühr für den „Sportkoffer“

beträgt 50 € für zwei Wochen, zuzüglich

10 € Versandkostenpauschale. Die Kosten

zur Ausleihe der Wanderausstellung

„TrikotTausch“ werden individuell berechnet.

Bezug, Infos und Anmeldung:

Vamos e.V., Steffi Neumann,

Achtermannstraße 10 - 12,

48143 Münster

Tel.: 0 2 51 / 4 54 31

E-Mail:

neumann@vamos-muenster.de

Internet:

www.vamos-muenster.de


Mehr als ein Reiseführer

In kompakter Form gewähren SympathieMagazine

ihren Lesern überraschende

Einblicke in andere Länder, Kulturen, Religionen

und aktuelle Themen.

Zur Philosophie der Magazinreihe

Unterhaltsam informieren

und durch besseres Verständnis

Sympathie wecken

– das ist das Ziel dieser Reihe.

Im Mittelpunkt stehen

die Menschen und ihr Alltagsleben,

denn nichts ist

spannender als das Entdecken

der Gemeinsamkeiten,

die uns vielleicht über den

Erdball hinweg verbinden

– und natürlich der Unterschiede,

die uns verblüffen

und bereichern.

Einheimische und Landeskenner

nehmen die Leser

mit auf eine Entdeckungsreise.

Aus diesem Grund

wird jedes Magazin von

deutschen und einheimischen

Autoren geschrieben.

SympathieMagazine richten

sich an alle Neugierigen,

die gern einen Blick

hinter die Kulissen wagen.

An alle, die anderen Menschen

und ihren Kulturen

begegnen möchten. An

Reisende, die mit offenem

Blick und offenem Herzen

unterwegs sind und

nicht nur Sonnenbräune,

sondern auch neue Erfahrungen

und neues Wissen

mit nach Hause bringen

möchten. In Ergänzung zu

herkömmlichen Reiseführern

und Reisemagazinen

bieten SympathieMagazine

einen ausgewogenen Blick

hinter die touristischen Kulissen

in politische, soziale

und kulturelle Hintergründe

und fördern damit das interkulturelle

Verständnis – nicht nur von Reisenden.

Herausgeber der SympathieMagazine ...

ist der Studienkreis für Tourismus und

Entwicklung. Er beschäftigt sich mit entwicklungsbezogener

Informations- und

Bildungsarbeit im Tourismus. Er tritt ein

www.sympathiemagazine.de

für einen Tourismus, der zur

interkulturellen Begegnung

beiträgt, der das Voneinanderlernen

und den gegenseitigen

Respekt fördert sowie

die Achtung der kulturellen

Vielfalt und die Erhaltung

der natürlichen Ressourcen.

In diesem Zusammenhang

gibt er Publikationen heraus,

führt internationale Wettbewerbe

durch, veranstaltet

Aus- und Fortbildungsseminare

für im Tourismus

Beschäftigte, ist in den Bereichen

Tourismusforschung

und -beratung tätig und beteiligt

sich am Dialog über

Fragen touristischer Entwicklung.

Der Studienkreis für Tourismus

und Entwicklung ist ein

eingetragener Verein mit gemeinnützigen

Zielen. Er arbeitet

frei und unabhängig.

Bestellungen und weitere

Informationen:

Studienkreis für Tourismus

und Entwicklung e.V.

Bahnhofstraße 8

82229 Seefeld-Hechendorf

Tel.: 0 81 52 - 9 99 01 - 0

Fax: 0 81 52 - 9 99 01 - 66

E-Mail:

info@studienkreis.org

Internet:

www.studienkreis.org

oder über den Online-Shop:

www.sympathiemagazine.de

Stückpreis: Euro 4,00 (zzgl.

Portokosten)

Mengenrabatte für Geschäftskunden ab

50 Exemplare in jeder Sortierung.

3


Publikationen – Neue Publikationen – Neue Publikationen

Jatropha: Wunderpflanze

oder Bedrohung für die

Armen Tansanias?

Steigende Rohölpreise und der Klimawandel

haben dazu geführt, dass verstärkt

Energie aus nachwachsenden Rohstoffen

genutzt wird. Dabei wird Jatropha,

aus deren Samen Agrodiesel gewonnen

werden kann, ein hohes Potenzial zugeschrieben.

In Tansania sollen große Flächen damit

bepflanzt werden. Die Jatropha-Nüsse

könnten nach Ansicht einiger Experten

Kleinbauernfamilien eine neue Einnahmequelle

verschaffen. Doch erste

Studien stellen diese Überlegungen in

Frage. Damit Agrotreibstoffe sinnvoll

genutzt werden können und sogar armutsreduzierend

wirken, müssen viele

Voraussetzungen geschaffen werden.

Kostenloser Bezug:

www.brot-fuer-die-welt.de/shop

4

„Vertrauen auf die Kraft

der Armen“

50 Jahre Kooperation von

Staat und Kirchen in der Entwicklungszusammenarbeit

Seit einem halben Jahrhundert fördert

die Bundesrepublik Deutschland die Entwicklungszusammenarbeit

der großen

christlichen Kirchen – 50 Jahre fruchtbaren

Wirkens, das von allen Bundesregierungen

und Bundestagsparteien unterstützt

worden ist.

Das Heft dokumentiert, dass das Bundesministerium

für wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung (BMZ) und

die beiden kirchlichen Zentralstellen

(KZE und EZE), die an die Hilfswerke

Misereor und Evangelischer Entwick-

lungsdienst angegliedert sind, dabei verlässliche

Partner gewesen sind, aber auch

über den gemeinsamen Weg hin zu mehr

weltweiter Gerechtigkeit gestritten haben.

Bestellung und Download:

www.brot-fuer-die-welt.de/shop

Finanzkrise und ihre

Auswirkungen auf Länder

„im Schatten“

Studie des Instituts Südwind

Die Finanzkrise 2008/09 beeinträchtigt

auch drei Jahre nach ihrem Ausbruch das

Leben von Millionen von Menschen in

allen Erdteilen. Daher ist die unter dem

Titel „Im Schatten der Krise“ schon im

letzten Jahr erschienene Studie des Institutes

Südwind weiterhin aktuell.

Am Beispiel der Länder Indonesien, Paraguay,

Tansania und Ungarn zeigt die

Broschüre, wie sich die internationale

Finanzkrise konkret auf die Bevölkerung

auswirkte. Zum Beispiel Indonesien: Der

Exportsektor beschäftigt dort 12 Millionen

Menschen, vor allem Frauen. Fabrikbesitzer

nahmen die Krise zum Anlass,

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlassen

und sie danach entweder informell

zu schlechteren Konditionen weiter zu

beschäftigen oder jüngere Arbeitskräfte

– ebenfalls zu schlechteren Konditionen

– einzustellen.

Bezug:

SÜDWIND e.V., Lindenstr. 58–60,

53721 Siegburg,

Tel.: 0 22 41 / 5 36 17

E-Mail: info@suedwind-institut.de

Internet: www.suedwind-institut.de

Preis: 5,00 €,

ab 10 Exemplaren: 3,00 €

(zuzüglich Versandkosten)


– Neue Publikationen – Neue Publikationen – Neue Publika

Förderbericht Inland 2011

Evangelischer Entwicklungsdienst

gibt Rechenschaft

Wie schon in den vergangenen Jahren

hat der Evangelische Entwicklungsdienst

(eed) wieder einen Jahresbericht der Inlandsförderung

herausgegeben. Er enthält

einen umfassenden Einblick in die Arbeit

der geförderten Gruppen und in die Ziele

des EED.

Download und Bezug:

Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst,

Referat Inlandsförderung,

Caroline-Michaelis-Str. 1, 10115 Berlin

Tel.: 0 30 / 6 52 11 - 12 72

E-Mail:

inlandsfoerderung@brot-fuer-die-welt.de

„Die Welt braucht dich!“

Junge Menschen und entwicklungspolitisches

Engagement

Das Welthaus Bielefeld hat ein Schülerheft

veröffentlicht, das zeigt, warum und

wie sich junge Menschen entwicklungspolitisch

engagieren können und sollten. Das

Heft ist für den Unterricht ab der achten

Klasse, vor allem in den Fächern Politik,

Erdkunde, Religion und Ethik, aber auch

für die außerschulische Jugendarbeit oder

für Eine- Welt-Gruppen geeignet.

Bezug:

Welthaus Bielefeld e.V., August-Bebel-

Str. 62, 33602 Bielefeld, Tel.: 0 5 21 / 98

64 80, E-Mail: info@welthaus.de

Internet: www.welthaus.de

Zivilgesellschaft - Ein starkes

Stück Demokratie

Die Stärkung von zivilgesellschaftlichen

Organisationen ist schon lange Gegenstand

von Förderung durch die Hilfswerke,

wenn auch aktuell ein Boom zu

verzeichnen ist. Im Verlauf der Jahre erlebte

diese Förderung einen Wandel und

eine Ausweitung, spürbar auf verschiedenen

Ebenen. Verändert haben sich das

Umfeld und die Akteure selber.

Die vorliegende Studie von Erika Märke

markiert den Beginn eines Diskussionsprozesses

mit Partnerorganisationen über

unsere zukünftige Zusammenarbeit als

Akteure der Zivilgesellschaft.

Bezug und Download:

www.brot-fuer-die-welt.de/shop

„Musik und Lebenswelt“

Neue Ausgabe von

Global Lernen

Auf kaum einem anderen Gebiet hat sich

die Globalisierung so schnell und gleichzeitig

unbemerkt vollzogen wie in der

Musik. Durch Migrationsbewegungen

mischen sich Kulturen, Instrumente und

Rhythmen. Sie lassen ganz neue Musikkreationen

entstehen, die weltweit Menschen

bewegen. Diese vielfältigen Verschmelzungen

werden häufig unter dem

Begriff „Globale Musik“ zusammengefasst.

Die neue Ausgabe von Global Lernen

fasst die vielseitigen Diskussionen, Anregungen

und Erkenntnisse einer Tagung

zusammen.

Die Zeitschrift Global Lernen wendet

sich an Lehrerinnen und Lehrer der

Sekundarstufen.

Jede Ausgabe behandelt ein entwicklungsbezogenes

Thema und bietet verschiedene

Einsatzmöglichkeiten, didaktische

Hinweise und Anregungen.

Die Zeitschrift kann kostenlos bezogen

werden.

Download und Bezug:

www.brot-fuer-die-welt.de/shop

5


Publikationen – Neue Publikationen – Neue Publikationen

Von der Staude bis zum

Konsumenten

Die Wertschöpfungskette von Bananen

Bananen sind nach Äpfeln das meistverzehrte

Obst in Deutschland. Bevor sie die Kundinnen

und Kunden erreichen, haben sie

eine weite Reise hinter sich, da die Pflanze

nur in den Tropen und Subtropen wächst.

Allerdings gibt es immer wieder Berichte

über Missstände in den Anbaugebieten,

da die sozialen und ökologischen Bedingungen

auf den Plantagen oftmals problematisch

sind. Verbesserungen werden sich

nur erreichen lassen, wenn die großen Bananenkonzerne,

Transportunternehmen

und der Einzelhandel diese länderübergreifend

durchsetzen wollen.

Dabei werden höhere Löhne allein nicht

ausreichen, um die Situation der Beschäftigten

zu verbessern. Notwendig ist darüber

hinaus der Ausbau bestehender Ansätze

sozialer Sicherungssysteme.

Friedel Hütz-Adams, Lara Ertener:

Von der Staude bis zum Konsumenten,

Die Wertschöpfungskette von Bananen,

24 Seiten, Siegburg August 2012

Bezug:

SÜDWIND e.V.

Lindenstraße 58 - 60, 53721 Siegburg

Tel.: 0 22 41 - 5 36 17

Fax: 0 22 41 - 5 13 08

E-Mail: info@suedwind-institut.de

Internet: www.suedwind-institut.de

Preis: € 5,00 (zuzüglich Versandkosten)

6

„Brot schmeckt uns –

rund um die Welt

Arbeitsmappe für Kitas,

Kinder- und Familiengottes-

dienste

Brot – ein Nahrungsmittel, das wir täglich

zu uns nehmen. Aber wie wird Brot

hergestellt? Wie ist der Weg vom gesäten

Korn bis zum Brot, das aus dem Backofen

kommt? Was essen in Kinder in anderen

Erdteilen? Warum hungern Menschen, obwohl

andere Lebensmittel verschwenden?

Mit dieser von Brot für die Welt herausgegebenen

Arbeitsmappe können Kinder

diesen und anderen Fragen nachgehen.

Bestellung:

www.brot-fuer-die-welt.de/shop

„Niemand is(s)t

für sich allein“

Arbeitsheft für die

Jugendarbeit

In diesem Arbeitsheft finden sich ein

Leitfaden für nachhaltige Ernährung

und sechs Kapitel zu den Themen Lebensmittelverschwendung,

ausgewogene

Ernährung, Landraub, Regionalität und

Jahreszeit, ökologische Landwirtschaft

und Genuss.

Jedes Kapitel enthält Methoden- und Aktionsvorschläge.

Außerdem findet sich eine

Andacht. Auch gibt es Rezeptvorschläge.

Kostenloser Bezug:

www.brot-fuer-die-welt.de/shop

„Die Erde ist des Herrn

und was darinnen ist“

Die Kammer der EKD für nachhaltige

Entwicklung hat eine Studie vorgelegt, in

der sie die Auswirkungen von Biopatenten

auf die weltweite Ernährungssicherung

darlegt. Zugleich ermutigt sie zu juristischen

und institutionellen Reformen im

Patentwesen. Sie will damit dazu beitragen,

„dass die Belange des Gemeinwohls

gestärkt und eine sozio-ökonomische

und ökologische Folgenabschätzung von

Biopatenten verbindlich vorgenommen

wird“.

Download oder Bestellung:

www.ekd.de/EKD-Texte/2059.html


– Neue Publikationen – Neue Publikationen – Neue Publika

Der große Landraub

Brot für die Welt und Misereor informieren in einem neuen

Buch über die Hintergründe von Landgrabbing

Der fehlende Zugang der Armen zu Land

und die ungesicherten Besitzverhältnisse

in vielen Entwicklungsländern sind Jahrzehnten

bekannt. Die Problematik, um

die es in einem neuen, von den Hilfswerken

Brot für die Welt und Misereor

herausgegeben Buch geht, ist daher nicht

neu. Land war in den armen Ländern

schon immer extrem ungleich verteilt,

zum einen als Erbe ehemals feudaler oder

kolonialer Eigentums- und Besitzverhältnisse,

zum anderen als Folge der Ausweitung

einer exportorientierten Landwirtschaft.

Vergleichsweise neu und besonders besorgniserregend

sind allerdings das heutige

Ausmaß der neuen Landnahme und

die starke Beteiligung ausländischer Investoren.

In den letzten Jahren wurden nach

Angaben der Weltbank im Durchschnitt

45 Mio. Hektar Land jährlich durch

Großinvestoren, zumeist große ausländische

Unternehmen, erworben oder gepachtet

– Tendenz steigend. Das ist jedes

Jahr eine Fläche so groß wie Deutschland

und Österreich zusammen. Große transnationale

Konzerne, Finanzspekulanten,

Regierungen reicher Staaten und nationale

Eliten sichern sich riesige Flächen

fruchtbaren Lands, um Nahrungsmittel

für die eigene Bevölkerung, Futtermittel

für Nutztiere oder Energiepflanzen für

Agrotreibstoffe zu produzieren. In der

Folge wurden unzählige Kleinbauernfamilien

vertrieben und haben ihre Existenzgrundlage

verloren.

Brot für die Welt und Misereor unterstützen

gemeinsam mit den Partnerorganisationen

betroffene Bevölkerungsgruppen,

vor allem Kleinbauern und Indigene,

in ihrem Kampf gegen den Verlust ihres

Landes und für einen besseren Schutz ihrer

Rechte durch den Staat. In Deutschland

und auf internationaler Ebene setzen

sich die Hilfswerke für politische Rahmenbedingungen

ein, die Großinvestitionen

in Land nach menschenrechtlichen

und ökologischen Kriterien regulieren

und gegebenenfalls verhindern.

Thomas Kruchem hat für sein Buch „Der

große Landraub“ in fünf Ländern recherchiert

und dort Menschen besucht, die

auf unterschiedliche Weise von Landraub

betroffen sind. Er lässt sie zu Wort kommen.

Sie haben ihm berichtet, was es bedeutet,

das Land zu verlieren, welches die

Familien seit Generationen ernährt hat.

Er geht zudem der Frage nach, wie man

ihre Rechte wahren kann. Die Erkenntnisse,

die der Autor auf seinen Reisen

gewonnen hat, widersprechen der oft zu

hörenden Behauptung, dass großflächige

Landnahmen und die Ausweitung einer

industriellen Agrarwirtschaft einen wichtigen

Beitrag zur Nahrungsmittelversorgung

der Weltbevölkerung und zur Überwindung

des Hungers leisten können.

Vielmehr zeigt sich: Nur eine bäuerliche

und nachhaltige Landwirtschaft, die verantwortlich

mit den Ressourcen umgeht,

kann die Weltbevölkerung auf Dauer ernähren.

Brot für die Welt und Misereor (Hg.):

Thomas Kruchem: Der große Landraub.

2012. 12,90 €

Bestellung:

www.brot-fuer-die-welt.de/shop

Bestell-Nr.: 119 305 290

Bundesweites

Internetportal Weltkirche

online

Schon seit längerer Zeit wurde an einem

bundesweiten Internetportal Weltkirche

für Hilfswerke, Bischofskonferenz, Diözesen,

Orden usw. gearbeitet. Nun ist es

soweit: Seit Ende September ist das Portal

geöffnet. Unter der Adresse

www.weltkirche.katholisch.de

können sich die Engagierten im pastoralen

Feld Mission – Entwicklung – Frieden

über alles Wissenswerte informieren.

Fairer Handel, Partnerschaft oder Landgrabbing

sind nur einige der Themen.

Weltkirche.katholisch.de ist ein gemeinschaftliches

Projekt zahlreicher

katholischer Organisationen und Einrichtungen

in Deutschland, die sich

weltkirchlich und entwicklungspolitisch

engagieren. Verantwortet wird das Internetportal

von der bundeszentralen Konferenz

Weltkirche. Der neue Internetauftritt

verfolgt das Ziel, über die Facetten

weltkirchlicher Arbeit zu informieren

und die User zu eigenem Engagement zu

motivieren: Von Solidaritätsaktionen bis

hin zum Freiwilligendienst im Ausland

– die Webseite gibt viele Anregungen,

wie sich jeder Einzelne für die Eine Welt

einsetzen kann.


Jahrestagung Entwicklungspolitik 2013

Anders wirtschaften –

aber wie?

Anstöße und Ansätze für einen anderen

Umgang mit Wachstum und Wohlstand

11. – 13. Januar 2013

Freitag – Sonntag

KATHOLISCH SOZIALE AKADEMIE

FRANZ HITZE HAUS

MÜNSTER

Tagungsnummer: 501 WT

www.franz-hitze-haus.de/info/13-501

Foto nach: Franz-Joseph.at

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