Bundesheer 2012 - Österreichs Bundesheer

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Bundesheer 2012 - Österreichs Bundesheer

„Wie geht es weiter?“ – war

die bange Frage in unserer Truppenzeitung

am Jahresende 2011.

Angesichts des im Februar von der

Regierung mit Enthusiasmus vorgestellten

Sparpakets ist sie noch aktueller

geworden. Statt einer Antwort

macht sich nun Ratlosigkeit breit.

Das ohnehin schon seit Jahren ausgehungerte Bundesheer

wird einem weiteren massiven Aderlass unterzogen.

Neu dabei ist, dass nun auch den Soldaten und Bediensteten

beachtliche fi nanzielle Einbußen auferlegt werden

sollen. Menschen, von denen man immerhin verlangt, in

Auslands- und sonstigen Einsätzen ihr Leben einzusetzen.

Militärdienst ist schließlich keine Lebensversicherung.

Wer also geglaubt hat, das Heeresbudget bliebe angesichts

seiner ohnehin schon äußerst prekären Ressourcenlage

und bevorstehender (vermutlich teurer) Veränderungen

einmal unangetastet, der hat sich gründlich geirrt.

Lässt man doch lieber andere Bereiche, wie beispielsweise

Subventionen für alle möglichen Vereine oder zweifelhafte

Kunstvorstellungen etc., in Ruhe.

So sollen in der nächsten Zeit weitere 600 Mio. € eingespart

werden. Damit aber nicht genug. Statt eines dringend

notwendigen neuen Dienstrechts soll es Nulllohnrunde,

Streichen der Pauschale für die 41. Wochenstunde,

massive Kürzung des Budgets zur Abgeltung der Mehrdienstleistungen,

Erhöhung des Beitrages zur Sozialversicherung,

Aufnahmestopp und noch vieles mehr geben.

Dass die Aufgabenstellungen und Aufträge dabei nicht

weniger werden, ist selbstredend.

Ungeachtet dessen werden, vermutlich politisch motiviert,

„Projekte“ in die Welt gesetzt, die nichts anderes

sollen, als das weitere Funktionieren des Österreichischen

Bundesheeres auch ohne Grundwehrdiener und zum Nulltarif

zu beweisen, und für eine bestimmte Wehrform vollendete

Tatsachen zu schaffen. Gleichzeitig will man Militärspitäler

schließen, was dem Einsatzsoldaten gegenüber

nicht gerade übermäßige Fürsorge für Leib und Leben signalisiert

oder seine Kampfmotivation erhöhen wird. Das

Beste an der ganzen Sache ist: Der zuständige Minister

fi ndet das noch „gesund, um Strukturen abzuspecken“.

Als ob da noch was zum Abspecken wäre!

Dabei sind die gesellschaftlichen Grundsatzfragen

nicht einmal noch vernünftig andiskutiert oder bestehende

Modellvorstellungen aufgrund der nun doch offensichtlich

Wort des Kommandanten

Meine Damen und Herren, Soldaten, Kameraden und Freunde!

Stabsbataillon 7 - www.igs7.at

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veränderten Rahmenbedingungen neu beurteilt worden.

Das scheint aber keine Rolle zu spielen und wird offenbar

bewusst vermieden! Politisch-gesellschaftlicher Konsens,

Primat der Politik oder parteipolitisches Diktat?

Freilich, in Österreich wird meist nicht so heiß gegessen

wie gekocht. Wenn das aber wirklich so kommt, dann

wird das Heer bald vor dem Ende der Fahnenstange stehen

und es wird ihm das Wasser nicht nur bis zum Hals,

sondern bis zur Nase reichen. Es wird dann nicht mehr

viel zustande bringen und bestenfalls noch untertauchen

können. Unweigerlich wird das zu Qualitätseinbußen und

zum Verlust von „Know How“ führen. Sogenannter „Wissenstransfer“

in Form von Kaderfortbildungen wird das

kaum kompensieren können. Vor allem Ausbildung und

Ausrüstung werden davon besonders betroffen sein, was

schließlich zu Lasten der Sicherheit für Soldaten und Bevölkerung

geht.

Dass Sparen zurzeit notwendig sein mag, das mag man

ja noch einsehen. Wie man aber dabei mit Heer und Sicherheit

umgeht, ist unverantwortlich und unverschämt.

Es ist schlichtweg Verrat an Menschen, die unter widrigsten

Umständen unserem Land stets treu gedient haben

und dienen. Seitens der politisch Verantwortlichen ist es

eine klare Absage an den Stellenwert des Heeres und der

eigenen Sicherheit. Unsere Loyalität wird hier auf eine

harte Probe gestellt. Beruht sie doch auf Gegenseitigkeit

und ist keine autoritäre Einbahnstraße. Trotzdem, denke

ich, werden wir unsere Aufgaben nach wie vor und in soldatischem

Geist erfüllen. Aber wie lange können, wollen

oder dürfen wir noch zuschauen?

Ihr Bataillonskommandant:

INHALT

(Mag. Bernhard Meurers, Obst)

Seite 2 ............................Wort des Kommandanten

Seite 3 - 5 ............. Diskussion um die Wehrpfl icht

Seite 6 - 7 ................ Mobile ABC-Trainingsteams

Seite 8 - 9 ........... Reevaluierung der NTKp(KPE)

Seite 9 .....................................Ankündigung BWÜ

Seite 10 ............... Bereichsmeisterschaften Winter

Seite 12 ................................................... Aktuelles

Seite 14 ......Grundwehrdienst bei der ABCAbwKp

Seite 15 ........................Neue Offi ziere beim StbB7

Seite 16 ............... Freizeitaktivitäten - Leserbriefe

Seite 17 ...................................................Tradition

Seite 19 ................................ Personalnachrichten

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