Download PDF - Bund gegen Missbrauch der Tiere

bmt.tierschutz.de

Download PDF - Bund gegen Missbrauch der Tiere

Nr. Nr.

2 Mai 2002

DAS RECHT DER TIERE

QUALZUCHTEN

SCHÖNHEIT

UM JEDEN PREIS?

VOR DEM ZIEL?

TIERSCHUTZ BALD

INS GRUNDGESETZ?

AUSLANDSTIERSCHUTZ

DAS BMT-HILFS-

PROJEKT IN UNGARN

BÄREN-TRAGÖDIE

IN RUMÄNIEN

LEBEN IM ZWINGER

TIERE IN NOT

BUND GEGEN MISSBRAUCH DER TIERE E.V.


Das Recht der Tiere 2/2002

2

I NHALT

I NHALT

Inhaltsverzeichnis / Einladung Jahreshauptversammlung 2

Editorial: Auf ein Wort 3

TITELTHEMA 4

Qualzuchten

TIERSCHUTZPOLITIK AKTUELL 9

Kommt der Tierschutz endlich in die Verfassung?

BMT IM AUSLANDSTIERSCHUTZ AKTIV 10

Das große Ungarn-Projekt - und was Sie dafür tun können

AUS UNSERER ARBEIT 13

Tagung in der Evangelischen Akademie Bad Boll

TIERE IN NOT: 14

Wer hilft?

BERICHTE DER GESCHÄFTSSTELLEN 17

LG Köln

LG Hessen

LV Bayern

LV Hamburg

GSt. Norden

LV Niedersachsen

TIERE IM RECHT 23

Interessantes aus dem Gerichtssaal

TIERSCHUTZ IM AUSLAND 24

Bären in Rumänien - Maya, das traurige Leben einer Bärin

ANSCHRIFTEN / Internetadressen der Geschäftsstellen 26

DER BMT WIRD 50 JAHRE 27

Die Veranstaltungen im Überblick/Literaturhinweise/Impressum

Beitrittserklärung 28

E INLADUNG

Einladung zur Jahreshauptversammlung

des Bundes gegen Missbrauch der Tiere e. V. (BMT)

am Sonntag, 16. Juni 2002, 14.00 Uhr,

im Kulturzentrum "Gasteig" (Vortragssaal der Bibliothek)

Rosenheimer Straße 5, 81667 München

1. Eröffnung und Begrüßung

2. Feststellung der Tagesordnung

3. Tätigkeitsbericht der Bundesvorsitzenden

4. Kassenbericht des Schatzmeisters

5. Bericht der Rechnungsprüfer

Tagesordnung:

6. Entlastung des Vorstandes und der Geschäftsstellen

7. Vorstellung neuer Geschäftsstellenleiter/innen

und Tierheimleiter/innen

8. Behandlung von Anträgen

9. Verschiedenes

Die Veranstaltung ist in ein musikalisches Rahmenprogramm eingebunden.

Qualzucht:

“Schönheit” um jeden Preis?

Die wichtige Entscheidung:

Tierschutz endlich im Grundgesetz?

Misshandelte Bären in Rumänien:

Ein großes Tierschutzproblem


AUF EIN WORT…

Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde!

EIN MEILENSTEIN IM TIERSCHUTZRECHT

Nach dem Verbot der Käfighaltung von Legehennen steht eine weitere wichtige Entscheidung

kurz bevor: die Aufnahme des Tierschutzes in die Verfassung. Dank Ihrer Unterstützung beginnt

die Blockadehaltung der CDU/CSU Fraktion gegen eine Grundgesetzerweiterung im Sinne des

Tierschutzes zu bröckeln. Mit großer Spannung und Erwartung schaue ich auf die Abstimmung,

die für Mitte Mai 2002 im Deutschen Bundestag vorgesehen ist. Mit der Aufnahme des

Tierschutzes in das Grundgesetz wäre ein Meilenstein im Tierschutzrecht erreicht. Grausame

Tierversuche, die bisher rechtlich kaum zu verhindern waren, müssten dann einer genauen

Prüfung auf ihre ethische Vertretbarkeit unterzogen werden. Vielen Tieren könnten die qualvollen

Tierversuche so erspart werden. Dass diese Grundgesetzänderung seit langem überfällig ist, hat

das "Schächturteil" des Bundesverfassungsgerichtes besonders deutlich gezeigt. Das Urteil wäre

unter Umständen anders ausgefallen, wenn der Tierschutz bereits bei der letzten Abstimmung im

Jahr 2000 Verfassungsrang erhalten hätte.

Mit den Qualzuchten haben wir uns in dieser Ausgabe eines Themas angenommen, das mir

schon lange am Herzen liegt. Oft frage ich mich, was wohl in den Menschen vorgeht, die diese

bedauernswerten Tiere züchten oder kaufen und ausstellen - die billigend hinnehmen, dass Tiere

unter den Schönheitsvorstellungen einiger Menschen ein Leben lang leiden! Mit Tierliebe, wie ich

sie verstehe, hat diese Tierhaltung nichts zu tun. Sie dient meines Erachtens nur der Befriedigung

der Eitelkeiten der Besitzer. Ich liebe meine Tiere und freue mich, wenn es ihnen gut geht und sie

gesund sind. Ich leide mit ihnen, wenn sie krank sind und Schmerzen haben. Es ist für mich

absolut unverständlich, wie Menschen an qualgezüchteten Tieren Freude haben können. Die

rechtlichen Grundlagen für ein Verbot von Qualzuchten sind vorhanden. Wir werden Politiker

und Behörden verstärkt auffordern, das Verbot auch durchzusetzen.

Um die Situation der Tiere auch im Ausland nachhaltig zu verbessern, unterstützt der Bund gegen

Missbrauch der Tiere seit Jahren Tierschutzprojekte in Spanien, Ungarn, Rumänien und

Griechenland. Wie wichtig diese Arbeit ist, wird uns immer wieder bewusst, wenn unsere Helfer

vor Ort sind. Lesen Sie hierzu unsere Erfahrungsberichte Auslandstierschutz.

Mit besten Grüßen

Ihre

Jutta Breitwieser

Bundesvorsitzende

E DITORIAL

Das Recht der Tiere 2/2002

3


Das Recht der Tiere 2/2002

4

T ITELTHEMA

"Wer schön sein will, muss

leiden", wir alle kennen

diesen Satz, der deutlich

macht, dass Schönheit nicht

immer mit Wohlbefinden

einhergeht. Besonders

deutlich wird diese Diskrepanz

in der Heimtierzucht.

Von fragwürdigen Schönheitsidealen

geleitet, hat

der Mensch durch gezielte

Zuchtauswahl Kreaturen

geschaffen, die durch extremeMerkmalserscheinungen

ihr Leben lang leiden

bzw. unter natürlichen

Bedingungen kaum lebensfähig

wären.

Das Ergebnis dieser Extremzuchten

sind z.B. Katzen,

denen man den

Schwanz weggezüchtet hat,

Hunde ohne Haare, die am

ganzen Leibe zittern, Vögel,

deren Rückgrad so verkrümmt

ist, dass sie kaum

mehr sitzen geschweige

denn fliegen können, Kaninchen,

die beim Hoppeln

über ihre überlangen

Schlappohren stolpern. Die

Aufzählung ließe sich fortsetzen.

Die Grenze der Akzeptanz

ist jedoch erreicht, wenn

angebliche Schönheitsmerkmale

mit Schmerzen

und Leiden für die Tiere

verbunden sind. In welchem

Ausmaß die einzelnen

Tierarten von solchen

Qualzuchten betroffen

sind, ob solche Züchtungen

erlaubt sind und welche

Möglichkeiten bestehen,

gegen diese Extremzuchten

vorzugehen, darüber informiert

Sie der folgende Artikel.

Nach dem Tierschutzgesetz ist es verboten,

Wirbeltiere zu züchten oder

durch bio- oder gentechnische Maßnahmen

zu verändern, wenn damit gerechnet

werden muss, dass bei der

Nachzucht, den bio- oder gentechnisch

veränderten Tieren selbst oder

deren Nachkommen erblich bedingt

Körperteile oder Organe für den artgemäßen

Gebrauch fehlen oder untauglich

umgestaltet sind und hierdurch

Schmerzen, Leiden oder

Schäden auftreten. Ebenso ist es verboten,

Wirbeltiere zu züchten, wenn

damit gerechnet werden muss, dass

bei Nachkommen mit Leiden verbundene

erblich bedingte Verhaltensstörungen

auftreten.

Das Gutachten zur Auslegung

von §11b TschG

Leider blieb die Anwendung dieses

"Qualzuchtparagraphen" lange Zeit

unbefriedigend, da rechtlich ungeklärt

war, ab wann die Grenze zur Qualzucht

erreicht oder sogar überschritten

wird. Um diese Unsicherheiten auszuräumen,

wurde im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums

ein Sachverständigengutachten

erstellt, das

sowohl den Züchtern als auch den zuständigen

Behörden als Leitlinie die-


nen soll. Nach mehr als zweijähriger

Bearbeitungszeit wurde das Gutachten

am 2. Juni 1999 veröffentlicht.

Es spricht für bestimmte Rassen eindeutige

Zuchtverbote aus! Umso unverständlicher

ist es, dass der Vollzug in

allen Bundesländern nahezu ausblieb.

Dies ist einerseits auf die unzureichende

personelle Besetzung der Veterinärbehörden

zurückzuführen, andererseits

wollen sich aber auch einige Amtstierärzte

an dieser schwierigen Materie

nicht die Finger verbrennen. Erschwe-

rend kommt hinzu, dass scheinbar viele

Zuchtverbände kein Unrechtsbewusstsein

haben und aus Ignoranz und

Eitelkeit an tierschutzrelevanten Zuchtzielen

festhalten anstatt sich eine

Selbstbeschränkung aufzuerlegen.

Prägnante Beispiele für

Qualzuchten:

BEI HUNDEN

SCHÖNHEIT UM JEDEN PREIS?

EXTREMZUCHTEN

BEI HAUSTIEREN

Kaum ein anderes Heimtier ist in den

letzten 100 Jahren einer solchen züch-

T ITELTHEMA

BESTIMMUNGEN

DES

TIERSCHUTZGESETZES

MISSACHTET

terischen Bearbeitung unterworfen

worden wie der Hund.

Die Variationsbreite reicht von Zwergrassen

wie dem Chiuhuahua mit einer

maximalen Schulterhöhe von 23 cm

und einem Gewicht von 1 bis 3 Kilogramm

bis zum Irischen Wolfshund mit

einem Stockmaß von über 80 cm und

einem Gewicht von über 50 kg. In vielen

Fällen ist diese Abkehr vom Normalen,

wobei als normal der Vater aller

Hunde, nämlich der Wolf angesehen

wird, mit erheblichen Leiden für

die Hunde verbunden.

Das Recht der Tiere 2/2002

5


Das Recht der Tiere 2/2002

6

T ITELTHEMA

Nackthunde leiden unter Kälte, Sonnenbrand, Räude und Allergien.

Des Haarkleides beraubt

Zu den auffälligsten Zuchtprodukten

menschlichen Schönheitswahns gehören

die Nackthunde. Es gibt verschiedene

haarlose Hunderassen (z.B. Chinesische

haarlose Schopfhunde,

Mexikanische Nackthunde, Peruanische

haarlose Hunde) mit mehr oder

weniger ausgeprägter Haarlosigkeit.

Alle lebenden Nackthunde sind für dieses

Merkmal mischerbig (heterozygot),

so dass unter ihren Nachkommen

immer auch behaarte Individuen auftreten,

die die Anlage für die Haarlosigkeit

nicht tragen. Reinerbige (homozygote)

Merkmalsträger aus der

Verpaarung Nackthund x Nackthund

sind nicht lebensfähig und sterben kurz

vor oder nach der Geburt.

Das BML-Gutachten empfiehlt ein

Zuchtverbot für alle Defektgenträger,

das heißt es dürfen keine haarlosen

Hunde mit anderen verpaart werden.

Durch den Verlust des schützenden

Felles ist ihre Fähigkeit zur Regulierung

der Körperwärme (Thermoregulation)

deutlich herabgesetzt. Gleichzeitig sind

sie z.B. einer erhöhten Gefahr von

Sonnenbrand und Verletzungen, Fliegenbefall,

Räude und Allergien ausge-

setzt. Darüber hinaus ist die Haarlosigkeit

regelmäßig verbunden mit schweren

Gebissanomalien, bei denen meist

die Backenzähne, häufig auch Eckzähne

und Schneidezähne fehlen. Eine

normale Nahrungsaufnahme und Zerkleinerung

ist somit nicht möglich.

Außerdem gibt es Hinweise auf eine

Störung des Immunsystems. Keinesfalls

darf vergessen werden, dass das

Haarkleid bei Hunden wie auch bei anderen

Tieren als Kommunikationsorgan

dient. Ein gesträubtes Fell signalisiert

"komm mir nicht zu nahe".

Nackthunden ist dieses Verständigungsmittel

genommen.

Die Zucht von Nackthunden muss generell

als Verstoss gegen § 11b TschG

angesehen werden.

Möpse & Co - Schnaufmaschinen

mit Hechtgebiss

Als Schnaufmaschinen machen Pekinesen,

Bulldoggen, Möpse und Boxer

immer wieder auf sich aufmerksam.

Bei diesen bedauernswerten Tieren

wurde durch Zuchtauswahl der Oberund

Unterkiefer und das Nasenbein

abnorm verkürzt. Wegen der oftmals

damit verbundenen Missbildung des

Gaumens und des Nasenknorpels leiden

die Tiere unter Schluck- und Atem-

Atembeschwerden beim Mops

beschwerden. Auffällig ist auch der

mangelhafte oder ausbleibende Zahnschluss,

wobei die Zähne des Unterkiefers

weit über die des Oberkiefers greifen.

Wegen des sonderbaren Aussehens

nennt man diese Zahnstellung

auch "Hechtgebiss". Lebensbedrohlich

wird diese gewollte Missbildung dann,

wenn die Hündin nach der Geburt der

Welpen nicht in der Lage ist, die Fruchthüllen

aufzubeißen. Ohne Unterstützung

des Menschen würden viele dieser

Welpen bei der Geburt ersticken.

Nicht selten leiden viele Hündinnen unter

Schwergeburten aufgrund des großen,

runden Kopfes der Welpen.

Halter und Züchter dieser Rassen müssen

sich die Frage gefallen lassen, ob

ein treuherziger Gesichtsausdruck, bedingt

durch den runden Kopf und die

großen Augen, die Leiden dieser Tiere

rechtfertigen. Das Qualzuchtgutachten

fordert ein Verbot für Tiere mit extremer

Rundköpfigkeit, insbesondere ungleich

ausgeprägter Verkürzung der Gesichtsknochen.

Lahmheit vorprogrammiert

Bei der Zucht auf schwere und große

Hunde war lange Zeit unberücksichtigt

geblieben, dass viele Hunde unter

schmerzhaften Missbildungen der Hüftgelenke

zu leiden hatten. Diese so genannte

Hüftgelenksdysplasie (kurz HD)

tritt oft bei großen und starken Hunden

wie Schäferhund, Bernhardiner, Berner

Sennenhund, Neufundländer, Rottweiler,

Retriever oder auch Leonberger auf.

Zu erkennen ist die HD daran, dass der

Gelenkkopf des Oberschenkelkno-


chens und die Gelenkpfanne der Hüfte

unnatürlich abgeflacht sind und somit

nicht mehr optimal ineinander greifen.

Besonders augenfällig ist diese

Erkrankung beim deutschen Schäferhund,

bei dem lange Zeit der Rassestandard

eine stark nach hinten abfalllende

Rückenlinie mit gleichzeitiger

starker Winkelung der Hinterextremitäten

gefordert hat. Es ist leicht nachvollziehbar,

dass ein solcher Rassestandard

zu Schmerzen und Leiden bei den

Tieren führt. Bei manchen Tieren hilft

dann noch eine aufwändige Operation,

um sie von den Schmerzen zu befreien.

Einige Zuchtverbände versuchen inzwischen

, durch sorgfältige Auswahl die

Anzahl der HD-positiven Tiere zu senken.

Nach dem Qualzuchtgutachten

dürften Hunde mit HD nicht zur Zucht

eingesetzt werden.

Klein aber nicht fein

Nicht nur große Hunde erfreuen sich

zunehmender Beliebtheit. Auch Kleinund

Kleinsthunde fanden als Wohnungshunde

in den letzten Jahrzehnten

zahlreiche Liebhaber. Den Zwergenwuchs

erreichte man, indem man kleine

Hunde immer weiter mit kleinen

paarte. Im Laufe der Zeit schwand die

Körpergröße des Wolfes immer weiter,

bis man ihn in die Tasche stecken konnnte.

Solche Kleinsthunde leiden oft unter

einer Missbildung des Schädels.

Meist ist das Schädeldach nicht geschlossen,

so dass das Gehirn nur unvollständig

geschützt ist. Bereits der

Sturz von einem Stuhl kann für solche

Hunde tödliche Folgen haben.

Eine weitere Variante des Zwergenwuchses

entsteht durch eine unnatürliche

Verkürzung der Beine. Bekanntes-

ter Vertreter ist der Dackel oder Teckel.

Hier machten sich die Züchter eine erblich

bedingte Erkrankung des Knorpelgewebes

zu eigen, die so genannte

Chondrodystrophie. Bei diesen Tieren

kommt es während der Ausbildung des

Skeletts zu Missbildungen der Vorderund

Hinterbeine, indem die Knochen

Schwanzlosen Katzen fehlt ein wichtiges Steuerungsorgan

zwischen den Gelenken zu früh aufhören

zu wachsen. Durch die Missbildungen

greifen Gelenkkopf und Gelenkpfanne

nicht richtig ineinander, was zu

chronischen schmerzhaften Gelenksentzündungen

führt.

Das gestörte Knorpelwachstum wirkt

sich auch auf die Bandscheiben aus,

die frühzeitig verkalken und wodurch

jede Bewegung für diese Tiere zur Qual

werden kann. Das Erkrankungsbild ist

als Dackellähme bekannt.

Zu den chondodystrophen Rassen werden

neben den Dackeln auch die Pekinesen,

Beagle, Zwergpudel und Cokkerspaniel

gerechnet.

Schau mir in die Augen

Eine im wahrsten Sinn des Wortes traurige

Erscheinung sind Hunde mit hängenden

Augenlidern. Besonders bei

Bernhardinern, Neufundländern, Spanieln

und Bluthunden ist diese Disposition

augenfällig. Die Entzündung der

Augenlider wird durch eine chronische

Bindehautentzündung hervorgerufen.

Wie schmerzhaft dies ist, weiß jeder,

der hierunter schon einmal zu leiden

hatte. Es ist grotesk, diese Erkrankung

als Rassestandard einzufordern.

Neben den Hunden mit hängenden

Augenlidern gibt es auch solche, bei

denen der Augenlidrand nach innen

gerollt ist. Dadurch das ständige

Schäuern des Lides an der Hornhaut

kommt es zu Reizungen bis hin zur Erblindung.

Besonders Bullterrier, Chow-

Chow, Pudel, Rottweiler und Shar Pei

können von solchen Augenveränderungen

betroffen sein. Die Zucht mit

Hunden, bei denen diese Erkrankungen

auftreten, ist nach dem Sachverständigengutachten

verboten.

Dies sind nur einige Beispiele für

Qualzuchten von Hunden. Diese Aufzählung

ließe sich ebenso viel weiter

fortführen wie

BEI KATZEN

T ITELTHEMA

Auch Katzen unterliegen Modetrends,

die sich von denen der Hunde nur darin

unterscheiden, dass es bisher noch

nicht gelungen ist, Stubentiger mit 70

cm Schulterhöhe zu züchten. Bei allen

anderen ausgefallenen Merkmalen stehen

die Katzen den Hunden nicht nach.

Besonders beliebt sind auch hier Tiere

mit runden Köpfen und stupsigen Nasen.

Die Perserkatze entspricht diesem

Bild sicherlich am ehesten. Sie hat einen

traurigen Spitzenplatz bei den

qualgezüchteten Katzen eingenommen.

Der runde Kopf führt auch hier zu

Schwergeburten, weshalb die Jungen

oft per Kaiserschnitt zur Welt gebracht

werden müssen.

Stummelschwanz und hüpfender

Gang

Schwanzlosigkeit ist das rassetypische

Merkmal der Manx-Katze. Die langhaarige

Variante heißt Cymric und ist

auch von der Schwanzlosigkeit betroffen.

Alle lebenden Manx sind mischerbig

(heterozygot), da reinerbige (homozyte)

Merkmalsträger aus der

Verpaarung Manx x Manx nicht lebensfähig

sind und schon während der Embryonalentwicklung

absterben.

Das BML-Gutachten empfiehlt ein generelles

Zuchtverbot für alle Formen

von Manx und Cymric. Zum einen

wegen des fehlenden Schwanzes, der

zum Ausbalancieren von Bewegungen

und als Kommunikationsmittel gebraucht

wird, zum anderen wegen der

häufig auftretenden Wirbelverwachsungen

und -missbildungen sowie Deformationen

von Becken und den hinteren

Gliedmaßen, die bei Berührung

schmerzhaft sein können. Es kann zu

schweren Schädigungen des Rückenmarks

mit Ausfallerscheinungen bis hin

zum offenen Rücken sowie Schädigungen

von Darm und Blase kommen.

Fehlbildungen im Beckenbereich führen

Das Recht der Tiere 2/2002

7


Das Recht der Tiere 2/2002

8

T ITELTHEMA

dazu, dass sich die Tiere nicht mehr

normal fortbewegen können, sie zeigen

einen typischen hoppelnden, steifbeinigen

Gang (von Züchtern als rassetypischer

"Manx hop" bezeichnet)

oder sogar Lähmungserscheinungen.

Selbst wenn einige Individuen frei von

Schäden sind, so ist doch bei der Zucht

stets mit dem Auftreten der beschriebenen

Defekte zu rechnen. Dementsprechend

muss die Zucht aller Formen von

Manx und Cymric generell als Verstoß

gegen § 11b TschG angesehen werden.

"Kippohr" oder "Faltohr"

Abgeknickte Ohrmuscheln (sog. "Kippoder

Faltohren") sind rassetypische

Zuchtmerkmale von Scottish Fold und

Highland Fold. Auch die gelockten Pudelkatzen,

eine Züchtung aus Scottish

Fold und Rex-Katzen, haben Faltohren

und sind entsprechend betroffen.

Das BML-Gutachten sieht ein Zuchtverbot

für alle Katzen mit genetisch bedingten

Kippohren vor, da in besonderem

Maße bei den reinerbigen

(homozygoten) Merkmalsträgern, aber

mit geringerer Häufigkeit

auch bei den mischerbigen(heterozygoten)

Merkmalsträgern mit Schäden an

Knochen und Knorpel gerechnet werden

muss. Es ist bekannt, dass es zu

Verdickungen und Veränderungen z.B.

an Schwanz und Hinterbeinen kommmen

kann. Störungen des Knochenwachstums

und Veränderungen an den

Gelenkstücken können auch dazu führen,

dass die betroffenen Tiere nicht

mehr normal gehen können. Insgesamt

ist daher festzustellen, dass die

Zucht von Scottish Fold oder Straight-

Katzen generell gegen § 11b TschG

verstößt.

Weiß wie Schnee

Eine gänzliche oder fast vollständige

Weißfärbung des Fells kann verschiedene

genetische Grundlagen haben.

Eindeutig tierschutzrelevant ist die

Weiß-Färbung, wenn sie über das so

genannte W-Gen vererbt wird, das

über alle anderen Farbgene dominiert

und daher zu "rein-weißen" Katzen

führt. Die Tiere haben häufig, aber

nicht immer blaue oder verschiedenfarbige

Augen (“odd eyed"). Auch die

"foreign white"-Katzen tragen das W-

Gen und unterliegen dessen Wirkung.

Nicht betroffen sind dagegen z.B. Albinos,

fast weiße "Chinchillas" mit kaum

wahrnehmbar gefärbten Haarspitzen

("tipping"), oder gescheckte Katzen mit

Weiße Katzen mit blauen Augen sind oft taub

maximalem Weißanteil ("Van"), weil die

Weiß-Färbung hier über andere Gene

vererbt wird. Bislang sind die meisten

weißen Katzen Träger des W-Gens, da

alternative Zuchtwege uninteressant

waren.

Das BML-Gutachten empfiehlt ein

Zuchtverbot für weiße Katzen mit W-

Gen, weil bei der Nachzucht mit schweren

Defekten zu rechnen ist. Sie werden

durch Störungen bei der Embryonalentwicklung

verursacht und betreffen

Augen und vor allem das Innenohr. In

der Folge sind die Tiere häufig schwerhörig

oder taub. Auch hörende Individuen

können taube oder schwer hörende

Nachkommen haben. Außerdem

kann das bei Katzen eigentlich

hervorragende Dämmerungssehen beeinträchtigt

sein. Damit liegt eine züchterisch

bedingte Verschlech- terung des

Zustands im Sinne eines tierschutzrelevanten

Schadens vor. Zur Weißzucht

bei Katzen liegt ein Urteil des Amtsgerichts

Kassel vom 5.11.1993 vor, das

eine Züchterin weißer Katzen wegen

vorsätzlichen Verstoßes gegen § 11b

TschG verurteilte.

Auch wenn nicht alle "rein-weißen" Katzen

von den Defekten betroffen sind,

muss dennoch mit ihrem Auftreten gerechnet

werden.

Festzuhalten bleibt, dass Qualzuchten

kein Kavaliersdelikt sind. Züchter,

die bewusst Tiere nach Modetrends

züchten, obwohl diese Tiere ein Leben

lang leiden, sind als Tierfreunde

unglaubwürdig. Ihnen muss das

Handwerk gelegt werden. Mit dem §

11 b des Tierschutzgesetzes und dem

Qualzuchtgutachten sind die Grundlagen

für behördliche Maßnahmen

gelegt. Es kommt nunmehr auf das

couragierte Vorgehen der Amtstierärzte

an, ob Qualzuchten weiter geduldet

werden oder rechtlich gegen

diese Zuchten vorgegangen wird.

Doch die Kritik richtet sich nicht nur

an die Züchter. Auch die "Abnehmer"

qualgezüchteter Tiere machen sich

mitschuldig. Tierfreunde sollten sich

vor der Anschaffung eines Tieres erkundigen,

ob der gewünschte Rassehund

oder die Rassekatze zu den

Qualzuchten gehört. In vielen Fällen

erwirbt man ein kränkelndes, vorgeschädigtes

Tier, das zum Stammpatient

beim Tierarzt werden kann. Mit

einem solchen Kauf tut man dem

Tier, aber auch sich selber keinen

Gefallen. Zudem muss es auch nicht

immer ein Rassetier sein, um an diesem

Freude zu haben. Oftmals sind

die sogenannten Mischlinge weitaus

vitaler und lebensfroher. Da viele

Hunde, Katzen und Kleintiere in den

Tierheimen auf einen neuen Besitzer

warten, sollte der Weg zuerst ins

nächste Tierheim führen und nicht

zum Züchter. Oftmals sitzt dort genau

das Tier, das zu einem passt. Viele

Freundschaften fürs Leben wurden so

schon geschlossen.

Text: Dr. Jörg Styrie, Dr. Christiane Gothe

Fotos: Claudia Lotz, Heike Bergmann


-

KURZ VOR DEM DURCHBRUCH?

Seit mehr als zehn Jahren fordert der

Bund gegen Missbrauch der Tiere, den

Tierschutz im Grundgesetz zu verankern.

Bis zu dem entscheidenden Datum

haben wir die Öffentlichkeit immer

wieder über diese notwendige

Zielsetzung informiert. Die jüngste Demonstration

des LV Niedersachsen in

der Landeshauptstadt Hannover sehen

sie rechts im Bild.

Das Anliegen “Tierschutz ins Grundgesetz”

unterstützen laut Erhebungen

über 80% der Bevölkerung! Trotzdem

scheiterte im April 2000 ein dementsprechender

- von FDP und PDS unterstützter

- Antrag der rot-grünen Bundes-

regierung an den Gegenstimmen

der Unions-Abgeordneten. SPD und

Bündnis 90/Die Grünen hatten daraufhin

angekündigt, noch in dieser Legislaturperiode

das von der Allgemeinheit

geforderte Ziel durchzusetzen.

Anfang des Jahres 2002 legte die Regierungskoalition

einen Gesetzentwurf

mit abermaliger Unterstützung von FDP

und PDS vor. Dieser Entwurf sieht eine

Ergänzung des Grundgesetzartikels

20a, "Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen"

um den Halbsatz " und die

Tiere" vor. Bereits im Vorfeld der Abstimmung

hat der BMT deutlich gemacht,

dass niemand hinter diese Minimalformel

zurückfallen dürfe.

Nach dem Tierschutzgesetz sind Tiere

als leidens- und empfindungsfähige

Lebewesen vor unnötigen Leiden und

Schmerzen zu schützen. Zahlreiche Gerichtsurteile

zeigen aber, dass ohne ver-

T IERSCHUTZPOLITIK AKTUELL

TIERSCHUTZ IN DIE VERFASSUNG !

Nach neuesten Informationen wird der Deutsche Bundestag am 17. Mai 2002 erneut über die Aufnahme

des Tierschutzes in die Verfassung abstimmen. Noch nie standen die Chancen für die Grundgesetzerweiterung

besser, denn mit der Ankündigung der CDU/CSU Fraktion, den Widerstand gegen

das Staatsziel Tierschutz aufzugeben, scheint der Erfolg greifbar nahe.

fassungsrechtliche Verankerung des

Tierschutzes die rechtliche Umsetzung

des Tierschutzgesetzes nicht ausreichend

ist. Wie dringlich die Grundgesetzergänzung

ist, hat auch das

"Schächt-Urteil" des Bundesverfassungsgerichtes

vom 15. Januar 2002

bewiesen. Darin wurde das tierschutzwidrige

betäubungslose Schlachten erlaubt,

weil ein Verbot gegen die grundgesetzlich

geschützte Gewerbe- und

Religionsfreiheit verstoßen hätte. Eine

Abwägung mit dem Tierschutz konnte

nicht erfolgen, da dieser im Grundgesetz

nicht als gleichwertiges Rechtsgut

anerkannt ist (s. RDT 1/2002).

Die Aufnahme des Tierschutzes in das

Grundgesetz wird gerade auf solche

Konfliktfälle Auswirkungen haben, in

denen die bisher vorbehaltlos garantierten

Grundrechte wie die Freiheit von

Forschung, Lehre, Kunst und Religion

den Bestimmungen des Tierschutzgesetzes

übergeordnet wurden. Zukünftig

müsste ernster zwischen den Interessen

der Menschen und der Schutzbedürftigkeit

der Tiere abgewogen werden.

Beispielsweise müsste dann stärker als

bisher geprüft werden, ob ein Tierversuch

wirklich nötig und Erfolg versprechend

ist. Zweifelhaften und grausamen

Tierversuchen könnte somit ein

Riegel vorgeschoben werden. Möglicherweise

würde sogar das "Schächt-

Urteil" des Bundesverfassungsgerichtes

einer neuen Überprüfung unterzogen

werden.

Mit großen Erwartungen sehen wir deshalb

der Abstimmung entgegen. Noch

nie standen den Chancen so gut, den

Tierschutz in diesem Land voran zu

bringen.

Text: Dr. Jörg Styrie

Das Recht der Tiere 2/2002

9


Das Recht der Tiere 2/2002

10

U NGARN

Seit fast zehn Jahren

engagiert sich der Bund

gegen Missbrauch der Tiere

in Ungarn und leistet

Aufbauarbeit im praktischen

Tierschutz. Über das Projekt

haben wir schon mehrfach im

"Recht der Tiere" berichtet.

Wie die Situation aktuell vor

Ort aussieht, welche Erfolge

wir erzielen konnten - und

welche Hilfe weiterhin

dringend erforderlich ist,

lesen Sie in diesem Bericht.

In einem Land, in dem ein großer Teil

der Bevölkerung noch wirtschaftliche

Not leidet, haben Tiere oft nicht den

Stellenwert, den wir uns wünschen. Ein

besonderes Problem sind dabei die

Hunde: Sie müssen einzig einen Zweck

erfüllen, Häuser bewachen, bei der

Jagd helfen oder Herden beschützen.

Tiere sind reine "Nutztiere" im negativsten

Sinne und werden auch so behandelt.

Hunde liegen an Ketten, als Unterkunft

dient, wenn überhaupt, ein

zugiger Bretterverschlag oder eine ausrangierte

Blechtonne. Überzählige und

unliebsame Hunde werden ganz einfach

auf der Straße entsorgt.

Bei herrenlosen Tieren haben immer

noch die staatlich bestellten Hundefänger

Vorrang vor den ohnehin viel zu gering

vorhandenen Tierheimen. Der

Tierfänger und nicht das Tierheim erhält

Geld für 14 Tage Aufbewahrung

der Straßenhunde. In der Kleinstadt

Sarvar, eine Fahrstunde von der österreichischen

Grenze entfernt, brachte

man bis vor einigen Jahren herrenlose

Hunde auf dem Gelände einer Tierkörperverwertungsanstalt

unter und

"entsorgte" sie bei Nichtabholung durch

ihren Besitzer gleich dort.

BMT im Auslandstierschutz aktiv

DAS GROSSE UNGAR

UND WAS SIE DAFÜR TUN KÖNNEN!

Der BMT hat eine eigene

Auffangstation für Hunde

eingerichtet

Weil diese Praxis unhaltbar ist, hat der

Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.

in dem Vorort Ikervar eine kleine Auffangstation

für Hunde eingerichtet. Der

BMT ist Eigentümer und finanziert den

kompletten Unterhalt. Seit Juni 1997

kümmert sich dort das engagierte junge

Ehepaar Lukács um die verlassenen

Tiere. Die kleinen Eisenzwinger in der

Tierkörperverwertungsanstalt konnten

dadurch aufgelöst werden.

In vier hygienischen Quarantänezwingern

werden Neuzugänge tierärztlich

behandelt, geimpft und auch sofort

kastriert. Anschließend stehen für die

Hunde mehrere Freiausläufe zur Verfügung.

Von dort aus werden die Tiere

an interessierte Familien vermittelt oder

in Einzelfällen mit entsprechender Einfuhrgenehmigung

nach Deutschland

gebracht. Darüber hinaus gibt es ein

Programm mit dem ortsansässigen

Tierarzt Dr. Gábor Kereszty, das Tierhaltern

Hilfe gewährt, die ihr Tier kastrieren

möchten, aber das Geld für diesen

Eingriff nicht haben.


N-PROJEKT

Tierheim in Pecs mit großer

Bedeutung für die Region

Zusätzlich hat sich der BMT entschlossen,

das Tierheim des Misina Naturund

Tierschutzvereines in Pécs (Südungarn)

zu fördern. Das liegt an seiner

einzigartigen Konzeption und Bedeutung

für die Region Südungarn. Das

Tierheim bietet Schulklassen Tierschutzunterricht

an - ein für Ungarn geradezu

revolutionärer Schritt.

Ein Lehrer, der den Verein leitet, erteilt

in einem eigens dafür eingerichteten

Raum den Unterricht. Er klärt über artgerechte

Tierhaltung auf und vermittelt

Ehrfurcht vor dem Leben der Tiere. Genau

wie bei der Tierschutzlehrerin des

BMT gibt es dort ebenfalls einen "Schulhund"

- natürlich aus dem örtlichen

Tierheim. Interessant für Schulklassen

und Familien ist auch der kleine Haustierzoo

mit typisch ungarischen Haustierrassen.

Immer öfter bringen die

Kinder ihre Familien mit, gehen mit

Tierheimhunden spazieren und mit

Glück adoptieren diese dann sogar einen

der Hunde.

Noch sind die Zustände im

Hundehaus katastrophal -

weitere Spenden werden

dringend benötigt!

In der Regel leben im Tierheim Pecs bis

zu 350 Hunde in baufälligen ehemaligen

Schweineställen. Deutsche Spendengelder

machten inzwischen wenigstens

den Bau von Außenzwingern und

Freiausläufen möglich. Auch eine moderne

Quarantäne mit 40 Zwingern

und Behandlungsraum wurden von

großzügigen deutschen Sponsoren finanziert.

Das alte Hundehaus, in dem ca. 160

Hunde untergebracht werden, fällt jedoch

fast zusammen. Die Fenster sind

zerbrochen, die Wände nass, das Dach

marode.

Das eingenommene Geld reicht nicht,

um regelmäßig geeignetes Trockenfutter

für die Hunde zu kaufen und einen

Vollzeittierarzt zu bezahlen. Meist werden

gekochte Essensreste mit Brot ver-

A USLANDSTIERSCHUTZ

füttert. Wegen des minderwertigen Futters

und der chronischen Überbelegung

mit den daraus resultierenden

Beißereien sind viele Hunde in einem

schlechten Gesundheitszustand und

unterernährt. Im Winter waren alle

Wasserleitungen gefroren, der Pumpenturm

ist defekt und der Brunnen

verschmutzt. Daher muss dieses Jahr

dringend das Wasserversorgungssystem

saniert werden.

Kastrationsprojekt mit

Ihrer Hilfe fortführen

Um der immer größer werdenden Anzahl

an Hunden Herr zu werden - es

kann nicht annähernd die Anzahl von

Hunden vermittelt werden, die jeden

Tag dort ankommt - initiierte der BMT

ein Kastrationsprogramm. Der erste

Arbeitseinsatz wurde vom 21. bis

28.10. 2001 von drei deutschen Tierärztinnen

unentgeltlich in deren Freizeit

ausgeführt.

Sie kastrierten 60 Rüden, behandelten

zahlreiche Bissverletzungen, Hautkrankheiten,

Ohrentzündungen usw.

Auch in diesem Jahr sind weitere Einsätze

geplant, die jeweils eine Woche

dauern sollen, wenn sich die entsprechenden

Tierärzte melden.

Das Recht der Tiere 2/2002

11


12

U NGARN

Wo Tierquälerei als bloße

Ordnungswidrigkeit abgetan

wird - warum das Tierschutzgesetz

versagt!

Am 1. Januar 1999 trat das erste Tierschutzgesetz

des Landes in Kraft. Allerdings

handelt es sich um ein relativ allgemeines

Rahmengesetz. Es gibt z.B.

keine eindeutigen Vorgaben, aus welchem

Grund ein Tier getötet werden

darf. Bußgelder bei Tierquälereien sind

so gering, dass sie keine abschreckende

Wirkung haben. Tierquälerei ist lediglich

eine Ordnungswidrigkeit und

keine Straftat.

Für die Gründung und Erhaltung von

Tierheimen bringt das Gesetz derzeit

eher Probleme als Vorteile. Die Anforderungen

im Hinblick auf sachkundiges

Personal, bauliche Erfordernisse,

gesicherte finanzielle Basis usw. kann

derzeit in Ungarn kaum ein Tierheim

erfüllen - und so wären viele eigentlich

von der Schließung bedroht, was den

Tod Tausender Tiere bedeuten würde.

Auch die finanzielle Unterstützung für

die Tierheime wird nicht geregelt. Der

Misina Natur- und Tierschutzverein in

Pecs, der dank ausländischer Unterstützung

ebenso wie das Tierheim Ikervar

die Genehmigung erhalten hat, initiierte

im März 2002 daher einen

Zusammenschluss mehrerer ungarischer

Tierheime zur besseren Interessenvertretung

beim Gesetzgeber und

zur gegenseitigen Hilfe. Es liegt noch

ein harter Weg vor den ungarischen

Tierschützern.

Wie können Sie helfen ?

Durch Übernahme einer Patenschaft

(mit einem mtl. Betrag von 15

Euro können Sie den Unterhalt eines

Hundes sichern - tierärztliche Versorgung

und Futter)

Durch zweckgebundene Spenden

für Renovierungen und weitere Ausläufe

Durch ehrenamtlichen Einsatz als

gelernter Handwerker für Reparaturarbeiten,

als erfahrener Tierarzt/Tierärztin

oder Tierarzthelfer/in.

Das Tierheim in Pecs ist weiterhin

dringend auf die Hilfe deutscher Tierfreunde

angewiesen.

Nähere Infos bei Petra Zipp, Tierheim

"Elisabethenhof", Tel.: 06035/5916

www.tierheim-pecs.de

Spendenkonto-Nr. 847275, Frankfurter

Sparkasse BLZ 500 502 01.

Wichtige Hinweise für Ungarn-Urlauber

Kaufen Sie bitte keinen der vielen angebotenen Welpen auf dem

Markt: Die Tiere werden unter erbärmlichen Haltungsbedingungen

produziert und sind oft krank. Der Überschuss wird nach der Saison

oft getötet oder ins Tierheim gebracht und verschärft dort die

Probleme. Nur wenn es keine Nachfrage mehr gibt, werden die

Hunde nicht mehr angeboten bzw. "produziert"!

Sollten Sie einen ungarischen Hund aufnehmen wollen, melden

Sie sich bitte beim Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. in Reichelsheim.

Sie erhalten dort die entsprechenden Kontaktadressen

der Tierheime in Ikervar und Pecs.

In den Tierheimen werden nur geimpfte Tiere vermittelt.

Dort erhalten Sie auch alle notwendigen Papiere für den Grenzübertritt.

Darüber hinaus freuen sich die Tierheimmitarbeiter über jeden

Besuch und über jede mitgebrachte Futter- oder Geldspende.

Bitte beachten Sie, dass nicht alle freilaufenden Hunde herrenlos

sind. Verletzten und abgemagerten Tieren können Sie nach

Rücksprache mit den örtlichen Tierheimen helfen. Tierärzte gibt es

in fast jedem größeren Ort.

Sollten Sie eine schlechte Tierhaltung sehen, bringen Sie Ihre

Missbilligung zum Ausdruck. Auch wenn man diese dann nur im

Hinblick auf das Geld der Touristen ändert, hat das betreffende Tier

einen Vorteil.

Empfehlen Sie Hotels, Pensionen und Restaurants weiter, in denen

Tiere gern gesehene Gäste sind.

Text: Petra Zipp/Renate Domaschke-

Fotos: Petra Zipp


TAGUNG IN DER EVANGELISCHEN AKADEMIE BAD BOLL

A US UNSERER A RBEIT

DIE PERSÖNLICHE VERANTWORTUNG DES EINZELNEN

DIE PERSÖNLICHE VERANTWORTUNG DES EINZELNEN

"Ehrfurcht vor dem Leben - Menschliche Verantwortung für das Töten von Tieren" hieß das Thema der

Tagung (22. - 24. März 2002) in der Evangelischen Akademie Bad Boll. Der Bund gegen Missbrauch

der Tiere war an der Vorbereitung der Tagung beteiligt und nahm mit zwei Sachverständigen, der BMT-

Vorsitzenden Jutta Breitwieser und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Jochen Prinz teil.

Dr. Helmut Geiger und Martin Pfeiffer

führten als Tagungsleiter sachkundig

durch das sehr emotionsgeladene Thema,

dem man sich mit Fachvorträgen

aus den verschiedenen Blickwinkeln

von Theologie, Gesellschaft, Recht,

Technik und Tierschutz näherte. Einzelne

Teilbereiche wurden in folgenden

Arbeitsgruppen vertieft:

1. Tötung im Zusammenhang mit

Tierseuchen

2. Tötung "überzähliger Tiere" (Heimtiere,

Labortiere, Nutztiere, Zoo- und

Zirkustiere)

3. Tötung im Rahmen der Jagd

4. Menschliche Belastung beim Töten

von Tieren

§ 1 des Tierschutzgesetzes schützt Leben

und Wohlbefinden der Tiere als

unsere Mitgeschöpfe um ihrer selbst

Willen. Dem Interesse eines Tieres an

seiner Unversehrtheit stehen jedoch

menschliche Nutzungsinteressen gegenüber,

die es abzuwägen gilt. Was

aber sind die nach § 17 Nr. 1 Tierschutzgesetz

für die Tötung eines Tieres

Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, wie sehr Tiere

als "Wegwerfware" gehandelt und betrachtet werden.

Jährlich werden 45 Millionen männliche Küken

der hochspezialisierten Legehennenrassen unmittelbar

nach dem Schlüpfen getötet, weil sie für eine

wirtschaftliche Fleischproduktion nicht rentabel genug

sind. Und ähnlich führen auch im Heimtierbereich

Kundenwünsche und Achtlosigkeit zum (qualvollen)

Tod unzähliger Tiere. Nach einer Hochrechnung

wird der Fischbesatz in deutschen Zierfischaquarien

2 - 3 mal jährlich gewechselt - was einem

Fischverbrauch von 250 Millionen Tieren entspricht.

Rund 1.8 Millionen Versuchstiere wurden im

Jahr 2000 "verbraucht". Wie viele Tiere jedoch aus

Gründen der Vorratshaltung oder bei “Herstellung”

gentechnisch veränderter Versuchstiervarianten gezüchtet

und getötet werden, lässt sich nur erahnen.

notwendigen "vernünftige Gründe" und

wie sieht eine tierschutzgerechte Tötung

in der Praxis aus?

Ein Tier zu töten, wenn man es dadurch

von seinem Leiden durch Krankheit

oder Verletzung erlöst, ist ein vernünftiger

Grund - da sind sich die meisten

Menschen sicher einig. Allerdings gehen

bei vielen anderen Gründen, die in

unserer Gesellschaft als "vernünftig"

akzeptiert sind, die Meinungen weit

auseinander: Tiere werden zur Ernährung

oder zur Bereinigung des zusammenbrechendenRindfleischmarktes

getötet, sie sterben im Rahmen der

Forschung, der Schädlingsbekämpfung

und der Jagd; sie werden als überzähliger

Nachwuchs im Zoo oder als beschlagnahmtes

Tier ohne Unterbringungsmöglichkeit

eingeschläfert.

Tiere sind schmerz- und leidensfähige

Mitgeschöpfe - und keine fühllosen

Objekte! In diesem Sinne diskutierten

die Teilnehmer in den Arbeitsgruppen

und entwickelten konkrete Lösungsansätze,

die den anwesenden Politikern

und Verbandsvertretern vorgestellt wur-

den. Es herrschte Einigkeit darüber,

dass viele Abläufe auf gesetzlicher und

politischer Ebene konsequenter geregelt

werden müssten. Schlachtverordnung,

Förderung tierversuchsfreier

Untersuchungsmethoden, Tierseuchenregelungen

und EU-Impfpolitik, Heimtierzuchtgesetz,

Bundesjagdgesetz und

Agrarwende - um nur einige wenige

Beispiele zu nennen.

Es steht aber auch in der Tradition von

Bad Boll, im Sinne von Albert Schweizer

oder Franz von Assisi an den Einzelnen

und seine persönliche Verantwortung

für den Erhalt und den

Umgang mit der Schöpfung zu appellieren.

Jeder Mensch trägt in seinem

Rahmen eine Verantwortung für das

Töten von Tieren und kann durch sein

Handeln und eine bewusste, aufmerksame

Lebensweise, die sich z.B. am Vegetarismus

orientiert, sehr pragmatisch

zu Verminderung dieses Leids beitragen.

Die Ergebnisse der Tagung werden

im Laufe des Jahres als Tagungsband

veröffentlicht.

Text: Jochen Prinz

Das Recht der Tiere 2/2002

13


Das Recht der Tiere 2/2002

14

T IERE IN N OT

Liebevolle Menschen gesucht!

Teddy

Von Hundehändler freigekauft

Ein Leben lang im Zwinger

Als sein Besitzer sehr krank wurde, war

für den Labradormix Blacky ein Lebensabschnitt

unweigerlich zu Ende. Er kam

im September 2001 ins Tierheim - und

wartet seitdem sehnlich auf Menschen,

die er mit seinem liebevollen Charakter

begeistern kann. Der Rüde mag Kinder,

ist verträglich mit Artgenossen und

könnte sehr gut als Zweithund gehalten

werden. Kontakt: LG Kassel

Kontakt für alle Tiere:

Die Adressen der Geschäftsstellen

finden Sie auf Seite 26 !!

Der Schäferhundmix ist erst knapp zwei Jahre alt und hat bereits

die üblen Seiten des Lebens kennen gelernt. Tierschützer kauften

Teddy von einem belgischen Hundehändler frei und stellten dann

fest, dass der Rüde wohl als Junghund von einem Auto angefahren

und die Fraktur nicht gerichtet worden war. Agility und diverse

tierische Sportarten sind für Teddy und seine neuen Besitzer

also tabu - dafür ist der Schäferhundmix sehr sanft und

menschenbezogen, wenn er seine anfängliche Scheu überwunden

hat. Dabei könnten Sie ihm helfen! Kontakt: LG Kassel

Nora

Ein Hund im Zwinger, Tag und Nacht, Jahr für Jahr - welche

physische und psychische Belastung das Zwingerleben

für Hunde darstellt, sah das Tierheimteam im "Elisabethenhof"

wieder einmal an der Schäfermischlingshündin Nora.

Sie kam in einem äußerst schlechten gesundheitlichen Zustand

ins Tierheim, hat sich inzwischen aber gut erholt. Die

10 Jahre alte Hündin eignet sich nicht für einen Haushalt,

in dem andere Tiere leben, sie sucht die Bindung an Bezugspersonen,

die sie für sich alleine haben kann. Nora ist

anhänglich, unternehmungslustig und braucht viel Liebe,

Zuwendung und Beschäftigung. Kontakt: LG Hessen

Blacky

Elf Jahre alt und plötzlich allein


Janosh

Susi

Stimpy

Alt, blind und ausgesetzt!

Ein kleiner schmaler Kater lief - sichtbar orientierungslos - auf einer Straße

in Norddeich herum. Aufmerksamen Menschen fiel das Tier auf, weil

es verstört und hilflos wirkte. Als sie es ins Tierheim Hage brachten, stellten

die Mitarbeiter fest, dass der alte Kater blind ist. Er wurde in seiner

Hilflosigkeit ausgesetzt - schockierend selbst für das erfahrene Tierheimteam!

Im Laufe der Wochen lebte sich Kater Janosch gut ein und zeigt jetzt,

was für ein wunderbarer Kerl er ist. Lieb, anhänglich, verträglich mit Artgenossen

- und überglücklich über jede Streicheleinheit und Zuwendung.

Trotz seiner Blindheit, findet sich Janosch in seinem Umfeld gut zurecht.

Wir suchen für diesen sanften und feinen Kater einen Platz bei ganz lieben

und verantwortungsbewussten Menschen. Janosch ist tierärztlich

untersucht, ohne Krankheitsbefund, durchgeimpft, kastriert und auch mit

einer Kenn-Nummer gechipt. Kontakt: Tierheim Hage

Mit elf Jahren wurde Susi

zum zweiten Mal in ihrem

Leben ins Tierheim gebracht.

Wir wünschen uns

für diese sehr zutrauliche

und verschmuste Perserkatze

Menschen, die mit

Verantwortung und Zuneigung

ein Tier bei sich aufnehmen,

das nicht noch

einmal enttäuscht werden

darf. Kontakt: LG Kassel

American Staffordshire-Terrier, weibl., kastr., ca. 3 J.

Vom Auto angefahren

T IERE IN N OT

Afra kann Türen und Fenster öffnen und sehr hoch

springen. Wer diese jagdlich vorgebildete Hündin

(Jagdhund-Schnauzer-Mix) zu sich nehmen möchte,

sollte sich auf ein spannendes Miteinander einrichten.

Die acht Jahre alte Hündin ist erzogen, sollte

aufgrund ihrer Jagdleidenschaft aber angeleint laufen.

Afra ist sehr menschenbezogen und baut zu ihren

Bezugspersonen ein inniges Verhältnis auf. Kontakt:

LV Bremen

Afra

Der Kiefer gebrochen, die

Unterlippe zerfetzt - so wurde

der Kater in den LV Baden-

Enge Bindung zu Bezugspersonen

Württemberg gebracht und

operiert. Stimpy, wie die Mitarbeiter

den freilebenden Kater nannten, erholte sich recht

schnell und überwand sogar seine anfängliche Scheu vor

Menschen. Heute ist er ein erklärter Anhänger von Streicheleinheiten

und Schmusestunden. Doch auf eines kann er nicht

verzichten - und das ist seine Freiheit. Wir suchen für Stimpy

ein Zuhause auf einem Hof, wo er Kontakt zu Menschen hat

und weiter frei leben darf. Kontakt: LV Baden-Württemberg

Das Recht der Tiere 2/2002

15


Das Recht der Tiere 2/2002

16

T IERE IN N OT

Liebevolle Menschen gesucht!

Von Menschen schwer misshandelt

Rex

Jerry Lee

Angst vor seiner Umwelt

Man sieht es ihm kaum an, aber dieser

Mischlingsrüde hatte solche schweren

Unfallverletzungen, dass zweifelhaft

war, ob er die Operationen überleben

wurde. Doch Muckel, 10 Jahre alt, hat

sich weitgehend erholt. Ein Lungenflügel

funktioniert nicht mehr richtig - und

deswegen sind wilde Tobereien und

Aufregungen wegen Katzen und Rüden

verboten. Deswegen suchen wir für den

klasse Burschen mit so viel Lebenswillen

ein ruhiges Zuhause bei Menschen,

die ihm all die Streicheleinheiten und

Schmusestunden schenken, die er sich

wünscht. Kontakt: LV Bremen

Kontakt für alle Tiere:

Die Adressen der Geschäftsstellen

finden Sie auf Seite 26 !!

Dem 5 Jahre alten Schäferhund fehlt das rechte Auge, die

Folge einer unsagbar brutalen Misshandlung. Der Rüde ist

erst wenige Wochen in der "Arche Noah", leidet aber sichtbar

unter dem Tierheimalltag. Jerry Lee braucht hundeerfahrene

Menschen, die verantwortungsbewusst und verständnisvoll

mit einem Tier umgehen, das schlechteste

Erfahrungen mit der menschlichen Spezies gemacht hat. Der

Schäferhund braucht eine liebevoll-konsequente Hand, geht

gerne spazieren und mag seine Geschlechtsgenossen nur in

Ausnahmefällen. Kontakt: LV Bremen

Muckel

Der Schäferhund Rex macht seinem Namensvetter allle

Ehre - bis auf einen entscheidenden Punkt: Rex hat

vor fast allem Angst, was sich in seiner Umgebung abspielt.

Seit Verena Krüpe das Tierheim leitet, hat sie sich

besonders mit diesem Rüden beschäftigt und mit vertrauensbildenden

Maßnahmen schon viel erreicht (kleine

Rückfälle wie hektisches im-Kreisdrehen seien noch

erlaubt). Der Schäferhund hat nach seinen letzten unerfreulichen

Jahren ein Zuhause bei Menschen verdient,

die mit Liebe, Geduld und sehr viel Verständnis

an die Hundehaltung herangehen. Rex ist übrigens begeisterter

Spaziergänger. Kontakt: LV Bremen

Mit schwersten Unfallverletzungen überlebt


AGILITY HAT IM TIERHEIM KÖLN-DELLBRÜCK EINZUG GEHALTEN

Viele unserer sportlichen Langzeitinsassen

haben Frust im Zwinger, wissen

mit ihrer Power nicht wohin. Da bot sich

diese Art des Geschicklichkeitstrainings

mit integrierter Erziehung an. Unter

dem Motto "Spaß haben und etwas lernen"

haben im Sommer 2001 zwanzig

unserer Hunde mit ihren Hundeausführern

das Agility-Training begonnen.

Der dafür benötigte Parcours konnte

durch eine großzügige zweckgebundene

Spende finanziert werden und als

ehrenamtliche Trainerin hat sich Dagmar

Gissler von "Tiere suchen ein Zuhause"

zur Verfügung gestellt. Einmal

die Woche war geplant und bis zur

Winterpause ist das auch beständig

durchgeführt worden.

Anfangs noch etwas chaotisch für

Mensch und Hund hat sich dann aber

schnell Routine eingestellt: Die Teilnehmer

konnten während ihres Spazierganges

das Training absolvieren. Unter

der Grundvoraussetzung "mit guter

Laune an den Start" , ist der Parcours

mit jeder Woche verändert oder vergrößert

worden. Negativwörter wie

"Pfui", "Falsch" und "Nein" waren

strengstens verboten, der Hund sollte

schließlich keinen Frust bekommen -

durch Agility soll das Selbstvertrauen

der Vierbeiner aufgebaut und gefördert

werden. Es wird außerdem mit viel

Motivation gearbeitet: locken, rufen,

spielen, flöten und jede Menge Leckerchen

- was natürlich nicht heißt, daß

man sich beim Hund nicht durchsetzen

soll.

Hunde, die zu Anfang nicht durch den

Tunnel wollten, Angst vor den Hürden

hatten, unaufmerksam an der Leine

zerrten oder viel lieber die Hindernisse

markiert hätten als drüber zu springen,

zeigten doch in Kürze große Fortschritte

mit Vorfreude auf das abendliche

Event. Durch den Transport des Parcours

auf die große Wiese war den

LG KÖLN

"Tunnel, Tunnel, haaalt..."

- wo rennt denn bloß der Hund

hin?

vierbeinigen Teilnehmern schnell klar,

was der gelbe Bus für eine Bedeutung

hat. Kaum wurde er erblickt, war es mit

dem eigentlichen Spaziergang vorbei

und alles zog nur noch Richtung Trainingsplatz.

Erstaunlich, was Hund und Mensch im

Herbst alles drauf hatten. Kaum ein

Hund, der nicht durch den Tunnel

sauste, galant die Hürden nahm und

auf dem Tisch abstoppte und "sitz"

machte. Auch der Zweibeiner hat so einiges

gelernt: Ruhe bewahren, sich

nicht ablenken lassen und verschiedene

Dinge gleichzeitig koordinieren.

Durchweg hat es allen Spaß gemacht,

und alle Teilnehmer sind froh, daß die

Winterpause vorbei ist und das Training

wieder beginnt. Gespannt sind wir

wohl, was unsere zwei- und vierbeinigen

Teilnehmer noch alles können!

Text und Fotos: Heike Bergmann

Das Recht der Tiere 2/2002

17


Das Recht der Tiere 2/2002

18

LG HESSEN

Fips

RdT: Wie kamen Sie zum Tierschutz?

Birte Wrage: Ich kannte den "Elisabethenhof",

da ich selbst eine Katze

und mehrere Kleintiere von diesem

Tierheim habe. Ich hatte schon immer

gerne viel mit Tieren zu tun, besonders

mit Hunden, deshalb bin ich dann vor

knapp vier Jahren auf die Idee gekommen,

im Tierschutz aktiv zu helfen.

RdT: Was ist für Sie interessant an

der Tierschutzarbeit?

Birte Wrage: Einerseits sind es die Informationen,

die ich durch den Tierschutz

bekomme, wie z.B. über Massentierhaltung,

Legebatterien, Auslandstierschutz

u.ä. Und dann die Erfahrungen,

die ich im Umgang mit den

Tieren und mit Tierbesitzern mache. Ich

denke, dass ich durch die Arbeit viel

über Tiere und Menschen gelernt habe

und noch lernen werde - was sicherlich

eine gute Sache ist.

RdT: Wie sieht Ihre Arbeit im "Elisabethenhof"

konkret aus?

Birte Wrage: Ich bin samstags von

14.00 bis 19.00 Uhr im Tierheim. Zuerst

werden die Hunde in die Außenzwinger

gelassen, dann werden im

Laufe des Nachmittages alle Hunde

entweder in den Auslauf gebracht, in

dem sie sich frei bewegen können,

oder sie werden spazieren geführt.

Zwischendurch erledigen wir (außer

mir helfen samstags noch drei Jugendliche

im Tierheim) andere Arbeiten. Wir

richten z.B., wenn neue Tiere kommen,

Birte Wrage ist 16 Jahre alt. Die Schülerin aus Reichelsheim hilft jedes

Wochenende engagiert im Tierheim "Elisabethenhof". Sie macht Zwinger

sauber, führt Hunde spazieren, kümmert sich um Katzen - kurz, sie

lernt den praktischen Tierschutz an der Basis kennen. Was ihr der Tierschutz

bedeutet, erklärt die Tierfreundin im folgenden Interview.

neue Käfige/Zwinger ein oder betreuen

anfangs die Tiere selbst; wir sortieren

Futter, machen Zwinger sauber,

kümmern uns um einzelne (Problem-)

Hunde, zählen Geld aus Spendenbüchsen

oder beantworten die ersten

Fragen von Besuchern, die sich für bestimmte

Tiere interessieren.

RdT: Wie stehen Ihre Eltern zu Ihrem

sozialen Engagement?

Birte Wrage: Ich denke, sie finden es

gut, dass ich mich dauerhaft für Tiere

einsetze, obwohl wir langsam - was eigene

Tiere angeht - an der "Schmerzgrenze"

angelangt sind (meiner Meinung

nach fehlt zwar noch ein Hund...).

Wir haben eine Katze, einen Zwergwidder,

einen Stallhasen und zwei

Meerschweinchen, außerdem Fische

und den Pflegehund Molly.

RdT: Gibt es Bereiche, in denen sich

Ihre Einstellung Dank des Tierschutzes

geändert hat?

Birte Wrage: Mein Einstellung hat

sich eigentlich nur gefestigt - zum Beispiel

gehe ich nicht in Fast Food-Restaurants

etc.

RdT: Haben Sie das Gefühl, dass Ihr

Engagement Sie bei Ihren Altersgenossen

zum Außenseiter macht?

INTERVIEW

MIT BIRTE WRAGE

"DIE MENSCHEN NEHMEN

SICH, WAS SIE WOLLEN ...”

Birte Wrage: Nein, viele finden es positiv,

dass ich mich für eine Sache einsetze,

u.a. auch weil die meisten selbst

nichts Soziales tun.

RdT: Können Sie sich vorstellen, später

beruflich mit Tieren umzugehen?

Birte Wrage: Ja, ich würde später

sehr gerne mit Tieren, besonders mit

Hunden, arbeiten. Zwar nicht als Tierärztin,

aber z.B. nebenberuflich im Bereich

Hundeausbildung.

RdT: Was sollte Ihrer Meinung nach

im Umgang mit Tieren geändert/verbessert

werden?

Birte Wrage: Die Leute sollten sich,

bevor sie sich ein Tier anschaffen, bessser

informieren. Zum allgemeinen Verhältnis

zwischen Mensch und Tier denke

ich, dass wir die Tiere viel mehr

achten und nicht nur an unser Wohlergehen

und unseren Profit denken sollten.

Alles soll so schnell wie möglich

und so billig wie möglich sein - diese

Anforderungen sind nicht im Sinne der

Tiere und im Endeffekt auch nicht in unserem

Sinne. Wir richten uns selbst nur

zu Grunde, indem wir unsere Umwelt

"aussaugen" und uns alles nehmen,

was wir wollen - selbst wenn wir dabei

anderes Leben zerstören.


Fips sucht neues Zuhause

Rauhaardackel Fips, Seite18 links, wurde

an einer Autobahnraststelle ausgesetzt!

Der Rüde ist zunächst bei Fremden etwas

misstrauisch, doch zeigt er nach kurzer

Gewöhnung, dass er ein toller und unkomplizierter

Kumpel ist. Fips bleibt in

der Wohnung gut alleine und ist von Katzen

geradewegs begeistert.

Pateneltern für Kater Merlin gesucht

Merlin war drei Monate alt, als er als (völlig

verwildertes) Fundtier zu uns kam. Seit

nunmehr 6,5 Jahren lebt der extrem

scheue Kater mit anderen Katzen im

Außengehege des Tierheimes. Seine Zurückhaltung

vor Menschen hat bis heute

jede Vermittlung unmöglich gemacht -

und doch wünschen wir ihm ein liebevolles

Zuhause bei tiererfahrenen Menschen,

die dem Kater mit großer Behutsamkeit

begegnen oder eine Patenschaft

für ihn übernehmen wollen.

Merlin

LV BAYERN

Große Manifestation der europäischen

Tierschützer in Paris

"Le sans voix - ont des droits"

(“Rechte für die ohne Stimme”)

Kurz vor der Präsidentenwahl in Frankreich ruft die "Union pour les

Animaux" (Union für die Tiere) zu einer friedlichen Demonstration

am 23. März 2002 in Paris auf. Es geht um die Rechte der Tiere, die

trotz intensiver Bemühungen der französischen Tierschützer auf politischer

Ebene noch immer keine Beachtung finden. Die Teilnahme

vieler europäischer Tierschutzverbände wird zu einer großartigen

Geste der Solidarität. Solidarität mit den Tierschützern Europas - und

vor allem mit den Tieren, die in unserem Jahrhundert weiterhin die

Gleichgültigkeit der Menschen erdulden müssen. Als einzige deutsche

Organisation ist der Bund gegen Missbrauch der Tiere mit Ewa

Gara (LV Bayern) vertreten.

23. März in Paris: "Le sans voix - ont des droits" (Rechte für die ohne

Stimme) und "Justice - pour les animaux" (Gerechtigkeit für die

Tiere) - bis zur Heiserkeit skandieren die zahlreichen Tierschutzorganisationen

aus Frankreich und Europa die eindringlichen Appellle

an Politiker und Bevölkerung. Die über 1200 Demonstranten ziehen

vom place D´Italie bis zum Montparnasse und fordern lautstark

Fairness, Gerechtigkeit und Schutz für Tiere, die in unserer Gesellschaft

leben - und leiden. An der Gleichgültigkeit der Menschen, ihrer

Grausamkeit und Profitgier leiden, vegetieren und sterben.

Die Polizei hat für die Manifestation am heutigen Tag die Strecke gesperrt

u nd aus allen Fenstern schauen Menschen, winken und klatschen,

zeigen sich mit ihren Hunden auf den Balkonen und signalisieren

Zustimmung mit den Demonstranten aus ganz Europa, die

sich da lautstark für Tiere einsetzen und für deren Wohlergehen

kämpfen.

Der Tierschutz hat in Frankreich eine untergeordnete Stellung; seit

Jahren kämpfen Tierschutzorganisationen um mehr Rechte für Tiere

und hoffen nun vor der anstehenden Präsidentenwahl Politiker

und Öffentlichkeit für die Tierschutzbelange sensibilisieren zu könnnen.

Die "Union pour les Animaux" (Union für die Tiere) beseht aus

den vier großen französischen Tierschutzorganisationen "One Voice",

"SOS Grand Bleu", "Animaux Secours" und "Alliance pour la

suppression des corridas".

Vor dem Bahnhof Montparnasse endet die Demonstration mit einer

Kundgebung; die Tierschützer verharren in einer Schweigeminute für

die Tiere in aller Welt. Text: Ewa Gara/Claudia Lotz

Das Recht der Tiere 2/2002

19


Das Recht der Tiere 2/2002

20

LV HANBURG

Mehrmaliges tägliches Füttern mit spezieller

Welpennahrung und das intensive

Sauberhalten der Zwinger bedeuten

einen enormen Mehraufwand für das

Pflegepersonal und die Tierärztin.

Denn das Gewicht der Kleinen muss jeden

Tag kontrolliert werden, einmal die

Woche bekommt jeder Welpe seine

Wurmkur, mit fünf Wochen dann die

Welpen-Impfung und vor Vermittlung

noch den Mikrochip und noch einmal

einen letzten Gesundheits-Check.

Manchmal kommen dann noch unliebsame

"Kinderkrankheiten" in Form

von Durchfall und Husten dazu - und

doch ist es noch weitaus mehr, was wir

den Welpen mitgeben müssen.

Das Zauberwort heißt Sozialisierung.

Die Sozialisierungsphase beginnt mit

der achten und endet ca. in der sechzehnten

Lebenswoche. Sie zeichnet sich

besonders durch das freundliche, unvoreingenommene

Verhalten der Wel-

Ende letzten und Anfang dieses Jahres hatten wir insgesamt fünf

große Welpen-Würfe vom Terrier- bis zum Bernhardinermischling

im Franziskus-Tierheim zu betreuen. Wie jedes unserer Tierheime

bestätigen kann, stellt so ein Wurf mit Welpen, insbesondere

wenn sie ohne Muttertier abgegeben werden, eine große

Herausforderung für das gesamte Tierheimteam dar.

pen gegenüber fremden Hunden und

Menschen aus. Auch die Lernfähigkeit

ist in dieser Phase besonders hoch. So

lernt der Welpe durch intensiven Kontakt

mit seiner Umwelt, die Umgebung

einzuschätzen, auf Verhaltensweisen

und Signale anderer Hunde oder Menschen

adäquat zu reagieren, Körpersprache

zu verstehen und seinen Platz

in einer Rangordnung zu suchen und

sich entsprechend zu verhalten (VETIM-

PULSE 18/99).

Da wir es leider nicht immer schaffen,

den Welpen schon mit acht Wochen in

ein neues Zuhause zu vermitteln, sind

sowohl Mitarbeiter als auch Ehrenamtliche

gefragt, die Welpen mit ihrer Umgebung

vertraut zu machen. Hierzu gehört

z.B. der Gang mit den Welpen in

den Park, der Kontakt zu fremden Hunden,

der Kontakt zu Kindern, der Besuch

des nächsten U-Bahnhofs usw.

Hierbei ist es natürlich auch sehr wichtig,

den Welpen nicht zu überfordern

und die Dauer dieser Ausflüge auf maximal

15 Minuten zu beschränken.

Um den neuen Haltern unserer Welpen

die Wichtigkeit der Sozialisierungsphase

und damit die Teilnahme an einer

WELPENTREFFEN IM TIERHEIM

EIN WICHTIGER

HUNDELEBEN

Welpenspielgruppe zu erläutern, sind

wir dazu übergegangen, den ersten

Nachimpfungstermin mit einem Welpentreffen

im Tierheim zu verbinden.

Bei den neuen Hundebesitzern findet

dies stets großen Anklang. Häufig

kommt die ganze Familie mit, weil allle

die Geschwister ihres neuen Familienmitgliedes

kennen lernen wollen. Jeder

kann sich noch mal davon überzeugen,

dass sein Welpe der schönste

ist und auch schon am meisten kann.

Währenddessen wird immer ein Welpe

zur Zeit Tierärztin und Tierheimleiterin

Dr. Nicole Moniac vorgeführt. Jeder

Welpe wird gewogen und untersucht

und bekommt seine Nachimpfung.

Nach spätestens 90 Minuten sind die

Kleinen k.o. und auch die Besitzer

müssen die Antworten auf ihre vielen

Fragen verarbeiten. Und ohne unser

Zutun verabreden sie sich gleich wieder

- ein echter Beweis dafür, dass es allen

Teilnehmern gefallen hat. Und auch wir

können uns durch diese Treffen noch

einmal ein Bild von den Menschen machen,

die wir für unsere Welpen ausgesucht

haben und ihnen abschließend

wichtige Tipps mit auf den Weg geben.


SCHRITT INS

Dank an die großzügigen Spender

Mit großer Anteilnahme hat der LV Hamburg

den Tod einer großen Tierfreundin

zur Kenntnis genommen, die seit über 40

Jahren Mitglied im Landesverband war. In

der gesamten Zeit blieb die Hamburgerin

dem Franziskus-Tierheim in tiefer Zuneigung

verbunden. Wir werden ihr ein inniges

Andenken bewahren. Im Sinne der

Verstorbenen baten die Angehörigen - statt

zugedachter Blumengestecke - um eine

Spende für das Tierheim. 63 Einzelspenden

mit einer Gesamtsumme von 2.450

Euro wurden uns überwiesen. Ein Zeichen,

wie überaus beliebt sie gewesen ist. An

dieser Stelle spricht Angelica Blank, die Leiterin

des LV Hamburg, noch einmal ihren

Dank und Anerkennung im Namen des

gesamten Tierheimteams für die Verstorbene

aus.

Der Taxiruf 040/ 40 10 11 ist Tierfreunden

in Hamburg ein Begriff: Nicht genug, dass

dieses tierliebe Unternehmen Hunde jeder

Größe, Katzen und Kleintiere gerne in seine

Wagen steigen lässt, sondern auch jährlich

mit einem großzügigen Scheck über

1000 Euro das Franziskus-Tierheim unterstützt.

Angelica Blank dankt Geschäftsführer

Günther Möller ganz herzlich für diese

beispielhafte Geste im Sinne der Tiere.

Das Benefiz-Konzert in der Fabrik am 8.

März war mit fast über 300 Gästen ein

voller Erfolg. Die Musiker verzichteten auf

ihre Gagen und stellten den Erlös von

1.250 Euro dem Franziskus-Tierheim zur

Verfügung - eine große Hilfe für unsere

tägliche Arbeit. Die Landesverbandsleiterin

freut sich sehr und bedankt sich hier noch

einmal für die großmütige Spende.

In unserem Katzenhaus in Göttingen

wird seit langem vorbildlicher Tierschutz

praktiziert und unzähligen misshandelten

und ausgesetzten Katzen geholfen.

Doch wie im RdT 1/02 dargelegt,

braucht das Katzenhaus selbst

finanzielle Unterstützung: Es fehlen die

Gelder für dringende Sanierungsarbeiten

an Haus und Außengehegen. Der

Kostenvoranschlag allein für die Trokkenlegung

der Außenmauern des Hauses

beläuft sich auf ca. 6500 Euro -

dank Ihrer großzügigen Spenden mit

ca. 500 Euro scheint das Projekt in etwas

greifbarere Nähe zu rücken.

Wie wichtig der Fortbestand des Katzenhauses

für den LV Niedersachsen

ist, sehen Sie selbst: Vor einigen Tagen

fuhr im Katzenhaus eine Taxe vor und

der Fahrer übergab uns eine schwerkranke

Katze, stark blutend und völlig

abgemagert. Unbekannte hatten sie

ihm mit den Worten übergeben, "bitte

sofort ins Katzenhaus bringen!"

Am selben Tag geht bei der Landesverbandsleiterin

Hannelore Thied ein Hilferuf

ein. Drei Ziegen (jeweils 5 Jahre)

und ein acht Monate alter Ziegenbock

sollen abgegeben werden, nachdem

der Besitzer plötzlich verstarb. Während

Hannelore Thied telefonisch nach

artgerechten Unterbringungsmöglichkeiten

für die verwaisten Ziegen sucht,

kommt eine neue Hiobsbotschaft: Das

neue Herrchen von Rottweiler Asbach

verlor seine Arbeit und kann die hohe

Hundesteuer von 600 Euro pro Jahr

nicht mehr zahlen.

LV NIEDERSACHSEN

Sanierung des Katzenhauses: Das Projekt ist

nur mit Ihrer Unterstützung realisierbar!

Der Hintergrund: Asbach lebte auf einem

Laubengrundstück mit Tauben,

Katzen und Kaninchen, bis sein Besitzer

starb. Der sanftmütige und geduldige

Rottweiler-Rüde wurde vom Amtsveterinär

als "nicht gefährlich" eingestuft und

fand mit Hilfe des LV Niedersachsen

ein schönes Zuhause als Zweithund.

Asbach, 6 Jahre, hängt an seinem neuen

Herrchen und soll auf keinem Fall

abgegeben werden.

Wenn Sie uns unterstützen möchten,

freuen wir uns sehr. Unser Dank an dieser

Stelle gilt allen großzügigen Spendern.

Wie Sie helfen können:

Asbach

Wer unterstützt unser Sanierungsvorhaben

im Katzenhaus mit Spenden?

Wer übernimmt eine Patenschaft

für unsere Gnadenbrotpferde Fanny,

Opa und Nero?

Wer schenkt den Ziegen ein neues

Zuhause?

Wer übernimmt eine Patenschaft

für Asbach oder trägt die Hundesteuer?

Das Recht der Tiere 2/2002

21


Das Recht der Tiere 2/2002

22

GST. NORDEN

Ende Februar bringt die Polizei einen

Hund ins Tierheim Hage. Der Hovawartrüde,

ca. 3,5 Jahre alt, war Passanten

aufgefallen, als er in deutlicher

Panik auf der belebten Straße vor dem

Fähranleger in Norden hin und herrannte.

Der Hund wird ins Tierheim

Hage gebracht - und stellt die Mitarbeiter

mit seiner auffälligen Verstörung

vor ein Rätsel.

Bis heute reagiert Aron, wie das Tierheimteam

den Rüden nennt, mit starker

Furcht und Misstrauen auf sein Umfeld.

Menschen, Geräusche, Gegenstände,

bestimmte Kleidungen und Bewegun-

gen lösen in ihm erhebliche Angst und

großes Erschrecken aus. Auf jede Form

von Annäherung, sei sie noch so behutsam

und vorsichtig, reagiert das Tier

mit Fluchtversuchen oder Drohgebärden.

In einer Narkose wird die Tätowierung

AUR im rechten und 11 98 im

linken Ohr gefunden. Es handelt sich,

nach ausführlichen Recherchen, dabei

nicht um die Kennzeichnung eines

Zuchtverbandes.

Tierheimleiterin Marion Kück: "Wir vermuten,

nachdem wir Aron nun über

Wochen beobachten konnten, dass er

im Zwinger oder (dunklen) Verschlag

TIERE IN NOT - GLÜCKLICH VERMITTELT!

Erinnern Sie sich noch an Jerry (RdT 4/01), der nach dem Tod seines zweiten

Besitzers abermals ins Tierheim kam? Vielleicht hatte sich der liebenswerte

kleine Kerl bereits damit abgefunden, die letzten Jahre seines Lebens im Tierheim

zu verbringen - doch dann schaute Frau Wäcken Jerry einmal zu tief in die Augen.

Die Zuneigung war auf beiden Seiten sofort groß - und Tierheimleiterin Marion Kück

hat inzwischen einen überaus glücklichen Hund in seinem neuen, harmonischen Zuhause

besucht.

IHRE MITHILFE

IST GEFRAGT

WER KENNT DIESEN HOVAWART-RÜDEN?

DER VERSTÖRTE ARON

gehalten wurde. Der Rüde hat scheinbar

kaum Erfahrungen und Begegnungen

mit der Umwelt gemacht und

fürchtet alle Menschen als permanente

Bedrohung." Um Hunden wie Aron die

Möglichkeit zu geben, sich außerhalb

seiner Box zu jeder Zeit im Freien aufhalten

zu können, ohne dabei mit Personen

in eine erzwungene Berührung

treten zu müssen, soll eine Schleuse

vom Hundetrakt ins Freigehege gebaut

werden. Für dieses dringende Projekt

benötigt das Tierheim Hage finanzielle

Unterstützung und würde sich über

Ihre Hilfe sehr freuen!

Happy End auch für Kater Edo: Gewissenlose Feriengäste hatten ihren Kater

einfach in ihrem Urlaubsquartier in Norden zurück gelassen. Im Tierheim fand sich

lange Zeit kein Besucher, der Edo adoptiert hätte. Bis der neue BMT-Tierschutz-Kalender

2002 erschien, in dem für den Kater Paten gesucht wurden. Plötzlich klingelten

die Telefone im Tierheim Hage Sturm - alle wollten etwas für den mittlerweile

4 Jahre alten Kater tun. Und unter den Anrufern fand sich dann sogar eine

liebevolle Familie, die Edo ein wunderbares Zuhause geschenkt hat.


Urteile

§§

Nach den Vorschriften der Landesjagdgesetze

Generelle Leinenpflicht unrechtmäßig Eine Regelung, wonach ohne Rücksicht auf Art

und Größe der Hunderassen für das gesamte Gemeindegebiet ohne zeitliche Ausnahmen ein

genereller Leinenzwang besteht, ist unzulässig. Ein Hundehalter aus Lünen muss zwei gegen ihn

durch die Stadt verhängte Bußgelder in Höhe von je 100 DM nicht bezahlen. Die Richter sprachen

ihn frei, weil die Bußgeldbescheide auf einer Verordnung beruhten, die weder nach Art und

Größe der Hunde differenziert, noch bestimmte Zeiten auf kenntlich gemachten öffentlichen Flächen

Ausnahmen vom Leinenzwang zulässt. Dem Leinenzwang zum Schutz der Bevölkerung ist

zwar weitgehend Vorrang einzuräumen. Durch die Verordnung, die überhaupt keine Ausnahmen

zulässt, werden die Rechte von Hundehaltern, insbesondere an einer artgerechten Tierhaltung,

aber unangemessen eingeschränkt. (Oberlandesgericht Hamm, Az.: 5Ss Owi 1125/00)

Kein Anleinen für folgsamen Hunde

dürfen Hunde zum Schutz des Wildbestandes im Wald nicht ohne Aufsicht frei laufen gelassen

werden. Dies bedeutet aber nicht, dass die Tiere ständig angeleint sein müssen. Ein Verstoss gegen

die gesetzliche Vorschrift liegt erst dann vor, wenn sich der Hund im Jagdbezirk außerhalb

der Sicht- oder Rufweite des Hundeführers aufhält oder der Hundeführer nicht die tatsächliche

Möglichkeit hat, durch gezielte Kommandos oder andere Handlungen eine Kontrolle über sein

Tier auszuüben. Ein Hund kann somit auch unter Kontrolle sein, wenn er nicht angeleint ist. (Amtsgericht

Altenkirchen Az.: 2109 Js 35731/96-9 Owi.).

Hund am Arbeitsplatz

Arbeitgeber sind grundsätzlich berechtigt, Mitarbeitern

das Mitbringen von Hunden an den Arbeitsplatz zu untersagen. Hat der Arbeitgeber

dem Arbeitnehmer aber das Mitbringen des Hundes gestattet oder über einen längeren Zeitraum

geduldet, so kann er die Anwesenheit des Hundes im Arbeitszimmer nur dann untersagen, wenn

gewichtige Gründe gegen das Verbleiben des Tieres am Arbeitsplatz vorliegen. Hierzu zählen Ärger

mit Mitarbeitern, Belästigung des Publikumsverkehrs oder auch hygienische Gründe (Arbeitsgericht

Heidelberg Az.: 5Ca 454/91).

Begrenzte Tierarztkosten

Eine Hauskatze wurde von einem Hund (Foxterrier)

angegriffen und an der Vorderpfote schwer verletzt. Die Katzenhalterin brachte ihr Tier zum

Tierarzt, der eine aufwendige Operation vornehmen mußte. Die Behandlungskosten von

4.670,81 DM stellte die Katzenhalterin der Haftpflichtversicherung des Hundehalters in Rechnung.

Als diese sich nur bereit erklärte, 338,68 DM des Schadensbetrages zu übernehmen, klagte

die Katzenhalterin. Das Gericht gab ihr überwiegend Recht, begrenzte aber den Schadensanspruch

auf insgesamt 3.000 DM. Tiere würden zwar nicht mehr als bloße Sachen, sondern als

Mitgeschöpfe angesehen, dennoch dürfen die Behandlungskosten nicht ins Unermessliche reichen,

so die Auffassung des Gerichtes. Es hielt für eine Hauskatze 3.000 DM als Obergrenze für

gerechtfertigt (Landgericht Bielefeld, Az.: 22S13/97).

Fundkatze unrechtmäßig behalten Tierfreunde fanden eine verstörte und leicht

verletzte Katze und nahmen sie mit nach Hause. Die Verletzungen ließen sie durch einen Tierarzt

behandeln. Nach über einem Jahr meldete sich eine Katzenzüchterin und behauptete, dass die

Katze ihr entlaufen sei. Da es sich um eine sehr seltene Katzenrasse handelte und der Eigentumsnachweis

anhand einer Blutuntersuchung geführt werden konnte (Blutsverwandtschaft zu anderen

Tieren aus der Zucht), mussten die Finder die Katze, nebst einem zwischenzeitlich geborenen

Jungtier wieder zurückgeben. Die Regelung, wonach Fundsachen nach 6 Monaten in das Eigentum

des Finders übergehen, greift hier nicht, da das Fundtier nicht ordnungsgemäß an das

zuständige Tierheim abgegeben wurde. Dem Besitzer wurde somit nicht die Möglichkeit eröffnet,

sein Tier im Tierheim wiederzufinden. (Amtsgericht Herborn Az.: 5C112/97)

T IERE IM R ECHT

INTERESSANTES AUS DEM GERICHTSSAAL

Das Recht der Tiere 2/2002

23


Das Recht der Tiere 2/2002

24

R UMÄNIEN

Seit über sieben Jahren engagieren

sich die Tierärztinnen

Dr. Monika Koller und Dr. Eva

Reischl ehrenamtlich für den LV

Bayern (BMT) in Rumänien. In

dem osteuropäischen Land

gibt es zahlreiche Tierschutzprobleme:

Das Elend der Straßenhunde,

dem in- und ausländische Tierschutzorganisationen

mit großem

Einsatz durch Kastrationsaktionen

und medizinische

Versorgung begegnen - und

die fürchterliche Tragödie der

misshandelten Bären.

In Rumänien werden viele Bären

als Touristenattraktion unter entsetzlichsten

Bedingungen in engen

Verschlägen und Käfigen gehalten.

Dringend notwendig ist ein

Reservat für die vielen Bären, die

noch in Gefangenschaft leben. Die

rumänischen Behörden können

solche Tiere zwar konfiszieren - die

rechtlichen Grundlagen existieren

- doch ist eine Beschlagnahmung

nur sinnvoll, wenn es auch Platz

für die Bären gibt. Aus finanziellen

Gründen sind dem Staat hier die

Hände gebunden. Nun wurde ein

Grundstück zur Verfügung gestellt,

auf dem ein Bären-Reservat entstehen

soll. Gemeinsam mit der

Welttierschutzgesellschaft (WSPA)

und engagierten Tierschützern

kämpfen Dr. Monika Koller und Dr.

Eva Reischl für die Realisierung des

Projekts in einem Naturschutzgebiet

in den Karpaten.

Einer dieser Bären, die eines Tages

in dem Reservat leben sollten, war

Maya. Sie hat kein anderes Leben

kennen lernen dürfen. Dr. Monika

Koller erzählt in ergreifender Weise

das erschütternde Leben der Bärin

und ihre letzten Wochen.

BMT Auslandstierschutz

BÄREN IN RUMÄNIEN

EINES DER TRAURIGSTEN KAPITEL IM

Maya

“Ich weiß nicht, wie ich hierher gekommen

bin oder wer mich in diesen

kleinen Käfig gesteckt hat. Als ich klein

und niedlich war, baute man dieses Eisengestell

um mich herum. Manchmal

kamen Fremde vorbei und fütterten

mich. Manchmal waren es freundliche

Menschen, manchmal ...

Manchmal kam jemand vorbei und

säuberte den Käfig. Sie schoben ihn

einfach zur Seite; es gab keine Tür.

Oder sie schwemmten ihn aus, mit viel

Lärm und Getöse. Sie machten mir

Angst. Manchmal...oder oft?

Ich saß alleine in diesem Gefängnis.

Wenn es regnete, war ich nass. Wenn

es schneite, war mir kalt. Wenn die

Sonne schien, gab es keinen Schatten.

Ich weiß nicht, welche Jahreszeit mir

lieb war - alle ließen mich gleichermaßen

leiden. Und sie wiederholten sich,

jahraus, jahrein, Regen, Kälte, Schnee

und gleißende Sonne. Dann kam eines

Tages eine Frau und sie war ganz anders.

Sie sprach mit mir.

Und ich hörte ihr zu. Sie kam immer

wieder. Sie gab mir Schatten, wenn die

Sonne brannte, und sie baute ein Dach

als Regenschutz. Sie gab mir eine

strohgefüllte kleine Höhle für den Winter

und baute eine Tür in mein Gefängnis.

Sie hatte keine Angst vor mir und

ich nicht vor ihr. Sie berührte mich und

kraulte mich und nannte mich Maya. Es

war - gemessen an meinem bisherigen

Leben - ein schönes Jahr. Täglich

brachte man mir Essen; alles, was ich

gerne mochte. Sie blieben immer eine

gewisse Zeit, um mich zu unterhalten.

Viel zu kurz war diese Zeit und ich wartete

nur auf ihr Wiederkommen. Dann

zog dieser harte Winter ins Land. Trotz

ihrer Hilfe habe ihn schlecht verkraftet.


TIERSCHUTZ

Es war unsagbar kalt, Minus 30 Grad!

Und nur das wenige Stroh. Ich konnte

plötzlich nicht mehr aufstehen.

Es war, als fühlte ich nichts mehr in meinen

Beinen. Ich biss hinein, ich fühlte

nichts. Aber eine schreckliche Wunde

klaffte dort, wo vorher weicher Pelz war

... und alle wurden ganz aufgeregt. Sie

bedrängten mich und quälten mich mit

Spritzen. Immer wieder schlief ich für

Stunden; mein Bein war fast wie vorher.

Sie sagten, es sei operiert. Wieder

schlief ich lange.

Seither kommen sie täglich, um mich

zu behandeln. Es sei zu meinem Besten.

Ich bin nicht sehr freundlich, wenn

sie mich wieder und wieder spritzen,

auch wenn ich es nicht spüre. Ich habe

immer weniger Gefühl in meinen

Hinterbeinen. Es ist nicht kalt, und sie

bringen mir genug zu essen. Aber von

Tag zu Tag werde ich trauriger. Ich

fresse wieder an meinem Bein und es

blutet.

Es kommt eine fremde Frau, die alles

verändert. Sie droht mir, wenn ich an

meinem Bein fresse, aber sie bleibt bei

mir und lenkt mich ab. Auch sie nennt

mich Maya und krault mich. Lange

schaut sie mich an. Ich schaue in ihre

Augen, und ich glaube, sie versteht

mich.

Sie versteht, dass ich eigentlich nur

noch Angst habe. Angst vor den Spritzen,

Angst vor den Menschen, die mir

wehtun, Angst vor der ungewohnten

Umgebung. Ich weiß nicht, warum

meine Beine nicht mehr tun, was ich

will. Warum ich nicht aufstehen und

weglaufen kann. Ich strecke meine Pfote

aus dem Käfig. Sie nimmt sie nicht.

Sie kennt mich nicht so gut, dass sie mir

vertraut - aber dann krault sie mich

doch wieder. Es tut gut. Und sie verspricht

nicht fortzugehen, bis mein Leiden

ein Ende hat.

Lange streiten sie immer wieder um

mich, ich nehme es nicht wahr, ich bin

müde und schlafe viel. Sie gibt mir

immer wieder Medikamente. Endlich

scheinen sich alle einig zu sein. Ich spüre,

dass sie froh ist; ich bin es auch. Es

wird ruhig im Raum. In meinem Halbschlaf

merke ich, dass sie meinen Käfig

betritt, sie gibt mir eine letzte Spritze.

Und während sie das tut, nennt sie

mich Maya und krault mich und ich bin

noch einmal für eine ganz kurze Zeit

glücklich.”

Zu den Fakten:

Ende Februar erhielten wir (Dr. Eva

Reischl und ich) einen Anruf. Maya ginge

es sehr schlecht und sie habe eine

riesige Wunde an einem Hinterbein.

Maya ist eine Bärin, die im rumänischen

Bran lange Zeit hinter einem Restaurant

in der Nähe des so genannten

Draculaschlosses als Touristenattraktion

gehalten und seit zwei Jahren von

uns mitversorgt und medizinisch betreut

wurde.

Narkosemittel war vor Ort nicht vorhanden

und ein rumänischer Zootierarzt

hatte bereits seine "Künste versucht".

Dr. Reischl flog am folgenden

Tag in die Karpaten, um gemeinsam

mit einem chirurgisch versierten Tierarzt

aus Bukarest einen Operationsver-

Bären als Touristenattraktion: Lebenslanges Elend.

A USLANDSTIERSCHUTZ

Maya wird noch einmal operiert.

such durchzuführen.

Trotz intensivster Bemühungen verschlechterte

sich der Zustand der Bärin

in den nächsten Wochen dramatisch.

Beide Hintergliedmaßen waren vollständig

gelähmt und so gut wie ohne

Blutzirkulation. Das führte zu einer lebensbedrohlichenSelbstverstümmelung

mit der Gefahr des Verblutens.

Nach zwei Tagen harter Diskussionen

um die Zuständigkeiten durfte ich Ende

März die todkranke Bärin Maya einschläfern

und von ihrem hoffnungslosen

Zustand erlösen.

Dr. Monika Koller

Das Recht der Tiere 2/2002

25


Das Recht der Tiere 2/2002

26

HAUPTGESCHÄFTSSTELLE

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Leiter: Alfred Mutzl (www.bmt-tierschutz.dsn.de)

Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23

Postbank München Kto. 1819 30-807 (BLZ 700 100 80)

VORSTAND

1. Bundesvorsitzende:

Jutta Breitwieser, „Elisabethenhof“

Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim

Tel. (06035) 96 11 11/59 16, Fax (06035) 96 11 18

2. Bundesvorsitzender:

Dr. Jörg Styrie

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 64, Fax (030) 43 65 58 65

Bundesschatzmeister: (pattuehm@compuserve.de)

Hans Hoffsümmer, Gierather Str. 51

51469 Bergisch-Gladbach

Tel. (02202) 59517, Fax (040) 7511 01 64 89

Bundesschriftführerin:

Karin Stumpf, Am Heiligenhäuschen 2, 50859 Köln,

Tel. (0221) 950 51 55, Fax (0221) 950 51 57

LANDESVERBÄNDE

B UND GEGEN M ISSBRAUCH DER T IERE

BMT LV Baden-Württemberg

Ohnastetter Straße 13, 72805 Lichtenstein

Leiter: Dr. Uwe Wagner

Tel. (07129) 6 09 93, Fax (07129) 6 08 98

Kreissparkasse Reutlingen Kto. 75 7889 (BLZ 640 500 00)

BMT LV Bayern

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Leiter: Alfred Mutzl

Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23

Postbank München Kto. 142 20-802 (BLZ 700 100 80)

Sonderkonto Rumänien

HypoVereinsbank Kto. 35 94 68 29 (BLZ 700 202 70)

BMT LV Berlin (www.tierschutz-bmt-berlin.de)

Leiter: Dr. Jörg Styrie (jstyrie@aol.com)

Postbank Berlin Kto. 9603-107 (BLZ 100 100 10)

BMT LV Bremen

Kattenescher Weg 76, 28277 Bremen

Leiterin: Verena Krüpe

Tel. (0421) 82 07 59

Tierheim „Arche Noah“

Rodendamm 10, 28816 Stuhr

Tel. und Fax (0421) 89 01 71

Postbank Hamburg Kto. 204202-208 (BLZ 200 100 20)

Sparkasse Bremen Kto. 1050 004 (BLZ 290 501 01)

BMT LV Hamburg/Schl.-Hlst. (www.franziskustierheim.de)

Leiterin: Angelica Blank, Tel. (040) 55 49 28-34, Fax -32

„Franziskus-Tierheim“, Tel. (040) 5 89 46 15

Lokstedter Grenzstraße 7, 22527 Hamburg

Haspa Kto. 1049220799 (BLZ 200 505 50)

Postbank Kto. 111266-203 (BLZ 200 100 20)

BMT LV Niedersachsen/Thüringen

Hauptstraße 7a, 37355 Vollenborn

Leiterin: Hannelore Thied

Tel. (036076) 40 555, Fax (036076) 40 556

„Katzenhaus“, Luttertal 79, 37075 Göttingen

Tel. (0551) 2 28 32

Postbank Hannover Kto. 732 223 06 (BLZ 250 100 30)

mit 11 Geschäftsstellen und 7 Tierheimen

LANDESGESCHÄFTSSTELLEN

BMT LG Hessen

www.tierheim-elisabethenhof.de

Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim

Leiterin: Jutta Breitwieser

Tel. (06035) 96 11 11, Fax (06035) 96 11 18

Tierheim „Elisabethenhof“, Tel. (06035) 59 16

Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim

Frankfurter Sparkasse Kto. 5975 (BLZ 500 502 01)

Hundeauffangstation Ikervar/Ungarn

Petöfi u. 23, H-9756 Ikervar, Sonderkonto: Frankfurter

Sparkasse Kto. 847 275 (BLZ 500 502 01)

BMT LG Kassel (www.wau-mau-insel.de)

Leiter: Dr. Heinz-Wilhelm Selzer

Tierheim „Wau-Mau-Insel“

Schenkebier Stanne 20, 34128 Kassel

Tel. (0561) 86 15 680, Fax (0561) 86 15 681

Postbank Frankfurt Kto. 1717 55-608 (BLZ 500 100 60)

BMT LG Köln (www.tierheim-dellbrueck.de)

Urftstraße 12, 50996 Köln

Leiterin: Sylvia Bringmann

Tierheim „Prof. Armin Spitaler“

Iddelsfelder Hardt, 51069 Köln

Tel. (0221) 68 49 26, Fax (0221) 68 18 48

Postbank Köln Kto. 924 02-505 (BLZ 370 100 50)

BMT LG Nordrhein-Westf./Rheinland-Pf./Saarl.

Drosselweg 15, 47661 Issum (www.bmt-nrw.de)

Leiterin: Dagmar Weist

Tel. (02845) 3 75 57, Fax (02835) 44 46 99

Sparkasse Moers Kto. 115 002 066 (BLZ 354 500 00)

für LV Rheinland-Pfalz/Saarland:

Postbank Köln Kto. 294 20-509 (BLZ 370 100 50)

BMT GSt. Norden (BMT-Norden@t-online.de)

Leiterin: Insa Thom

Wilhelm-von-Freeden-Str. 9, 26506 Norden

Tel. (04931) 39 83, Fax (04931) 95 7 999

Tierheim Hage, Leiterin: Marion Kück

Hagermarscher Straße 11, 26524 Hage

Tel. (04938) 4 25, Fax (04938) 91 49 90

Sparkasse Norden Kto. 13 730 (BLZ 283 500 00)

WEITERE ANSCHRIFTEN VON MITARBEITERN:

Renate Domaschke (Tierschutzlehrerin)

www.tierheim-elisabethenhof.de/domaschke.htm

Hauptstraße 31, 61130 Nidderau-Erbstadt

Tel. (06187) 21 959

Fax (06187) 20 15 21

Claudia Lotz (Redakteurin) (lotzcl@nexgo.de)

Hugo-Vogel-Str. 5b, 14109 Berlin,

Tel. (030) 80 58 33 38

Fax (030) 80 58 33 39

Jochen Prinz (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)

Saarweg 17, 53129 Bonn, (joprinz@debitel.net)

Tel. (0228) 65 10 72, Fax (0228) 65 10 82

Dr. Jörg Styrie (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 64, Fax (030) 43 65 58 65

INTERNET:

http://www.bmt-tierschutz.dsn.de


J UBILÄUM !!!

50 JAHRE BMT

Wie Sie wissen, wird der Bund gegen Missbrauch der Tiere 50 Jahre alt.

50 Jahre, in denen wir für das Wohl der Tiere gekämpft haben. 50 Jahre,

in denen Sie uns großzügig unterstützt haben.

Wir wollen dieses schöne Jubiläum mit Ihnen feiern! In diesem Überblick

sehen Sie, welche Ereignisse wann und wo stattfinden.

Unabhängig von dieser Aufstellung erhalten Sie in den nächsten Wochen

eine persönliche Einladung von Ihrer Landesgeschäftsstelle. Wir freuen

GESCH.STELLE DATUM ORT T H E M A

BAYERN So., 25.08.02 Gnadenhof Pferde, Pferdetransporte

BERLIN Mo., 26.08.02 Konferenzzentrum Tierschutz und Politik

Impressum

im Haus der BFS, Oranienburger Str.13, 10178 Berlin

HESSEN So., 01.09.02 Tierheim Tierschutzlehrerin und vieles mehr

BA-WÜ Sa., 01.09.02 Salach-Hütte Haustier - Aufnahme/

Gesundheit/Altern/Abschied

KASSEL So., 08.09.02 Tierheim Rund ums Tier - Webpelz,

Hundeschule, Hundefrisör...

NORDEN So., 08.09.02 Tierheim Urlaub - ausgesetzte Tiere

NRW So., 08.09.02 Gnadenhof Zirkustiere

NIEDERS. So., 15.09.02 Katzenhaus Lesung, Musik und Essen

BREMEN Sa., 21.09.02 Tierheim Tellington Touch

KÖLN So., 22.09.02 Tierheim Ehrenamtliche, Hundehaus

HAMBURG Sa., 28.09.02 Tierheim Tiergesundheit

DAS RECHT DER TIERE Nr. 2/2002 Auflage: 30 000 Stück

Mitgliederzeitschrift des „Bund gegen Mißbrauch der Tiere e. V.“

Redaktion: Claudia Lotz, Jochen Prinz, Dr. Jörg Styrie, Hans Schroer

Gestaltung: Andrea Sturm, Stefan Lotz

Druck: Brendow PrintMedien, Moers

Titelbild: Christine Steimer

Anzeigen: Willy Passmann, Hattinger Str. 837, 44879 Bochum, Tel.: 0234 / 49 42 84

Übernahme von Artikeln, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe gestattet. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem

Papier. Der Bezugspreis der Zeitschrift „Das Recht der Tiere“ ist durch Mitgliedsbeiträge abgegolten.

Das Recht der Tiere 2/2002

27


„Das Recht der Tiere“ – Postvertriebsstück B 13769 – Entgelt bezahlt

Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.

Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt

Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar

Hauptgeschäftsstelle: D-80803 München lViktor-Scheffel-Str.15

Tel. (089) 3839520 Fax (089) 38395223

50 JAHRE BUND GEGEN MISSBRAUCH DER TIERE ! FEIERN SIE MIT UNS

B EITRITTSERKLÄRUNG

Klaus Sojka/Ute Schulz-Kühnel: Das

neue Tierschutz-Buch, Hrsg:

Bund gegen Missbrauch der Tiere

1991 erschienen, hat das Buch auch heute

nichts von seiner Aktualität verloren. Verständlich

und einfühlsam handelt es alle

wichtigen Sachgebiete des Tierschutzes ab.

Unterstützt wird die Darstellung durch Grafiken,

Zeichnungen und Fotos und eignet

sich aufgrund der zeitgemäßen Erkenntnisse

und Lösungsanregungen besonders

für den Unterricht; ist jedoch gleichermaßen

ansprechend auch für den Alltagsgebrauch.

Ein hochinteressantes und ein

wichtiges Buch, herausgegeben vom Bund

gegen Missbrauch der Tiere. Sie können es

gegen Portoerstattung von 5 Euro in unserer

Geschäfts- stelle in München (Adresse

S. 26) beziehen.

Ich unterstütze den Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. und

werde Mitglied zum selbstbestimmten Jahresbeitrag von DM ......................................................................

(Mindest-Jahresbeitrag: 20 EURO. Mitgliedschaft kann jederzeit satzungsgemäß beendet werden.)

Nach Überweisung des Beitrages erhalten Sie Ihre Mitgliedsunterlagen.

spende hiermit EUR....................................................................................................................................................................

Name:.............................................Vorname:...........................................Geburtsdatum:..............................................

PLZ und Ort:........................................................Straße und Hausnr.:............................................................................

Beruf:..................................................................Datum:...............................Unterschrift:..............................................

Bitte Coupon ausschneiden und frankiert an die Hauptgeschäftsstelle oder untenstehende Geschäftsstelle senden.

ÜBERREICHT VON:

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine