Download PDF - Bund gegen Missbrauch der Tiere

bmt.tierschutz.de

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Nr. Nr 2 Juni 2007

DAS RECHT DER TIERE

WELPEN IM SONDERANGEBOT

Skrupellose Geschäfte

mit der “Ware Hund”

HESSISCHER TIER-

SCHUTZPREIS 2007

AUSZEICHNUNG

FÜR bmt-TIERHEIM

IN KASSEL

MISSSTÄNDE

MELDEN

SO RETTEN SIE

TIEREN DAS LEBEN

NACHKONTROLLEN

WICHTIGE EINSÄTZE

IM TIERSCHUTZ

bmt-TIERSCHUTZ-

UNTERRICHT

KINDER LERNEN

UMGANG MIT HUNDEN

BUND GEGEN MISSBRAUCH DER TIERE E.V.


Das Recht der Tiere 2/2007

2

I NHALT

INHALT

Inhaltsverzeichnis / Impressum 2

EDITORIAL 3

HUNDEHANDEL IST TIERQUÄLEREI 4

Der bmt warnt:

Vorsicht vor Hundehändlern und unseriösen Züchtern

TIERSCHUTZPOLITIK 8

Erfolg: Rewe verkauft kein Kaninchenfleisch mehr

Misserfolg: Neue EU-Richtlinie für Masthühner

Rückschritt: Bremst die EU Importverbot für asiatische Tierfelle?

AKTUELL - PREISVERLEIHUNG 10

Tierheim “Wau-Mau-Insel” erhält Hessischen Tierschutzpreis

MISSSTANDSMELDUNGEN 12

Ihre Beobachtungen können Leben retten

EHRENAMTLICH IM bmt 14

Nachkontrollen - Wichtige Maßnahme im Tierschutz

TIERSCHUTZUNTERRICHT 16

Keine Angst vor Hunden!

Kinder lernen den richtigen Umgang mit Tieren

GLÜCKLICH VERMITTELT 19

Vom Straßenhund zum geliebten Familienmitglied

TIERE IN NOT 21

Tiere suchen ein neues Zuhause

GESCHÄFTSSTELLEN

Katzenhaus Hilfe für 26 Katzen 23

TH Arche Noah Hunde beschlagnahmt 24

TH Wau-Mau-Insel Junge Tatjana - große Tierschützerin 26

LV Berlin Umsiedlung von Pferden 28

ANSCHRIFTEN / Internetadressen der Geschäftsstellen 30

ZU GUTER LETZT 31

Aufruf: Ehrenamtliche Handwerker für Pecs (Ungarn) gesucht!

Nachruf auf Buddy

Beitrittserklärung 32

Impressum

DAS RECHT DER TIERE Nr. 2/2007

Mitgliederzeitschrift des „Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V.“

Redaktion: Claudia Lotz, Dr. Jörg Styrie, Mike Ruckelshaus

Gestaltung: Stefan Lotz, Andrea Sturm

Druck: Strube OHG, 34587 Felsberg

Seiten 4-7

Vorsicht Hundehandel

Geschäft mit der “Ware Hund”

Seite 9

Kaninchenfleisch

Rewe stoppt den Verkauf

Seite 10

Hessischer Tierschutzpreis 2007

geht an bmt-Tierheim in Kassel

Seite 16

Tierschutzunterricht

Richtigen Umgang mit Hunden lernen

Titelbild von Heike Bergmann (TH Köln-Dellbrück)

Übernahme von Artikeln, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe

gestattet. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.

Auflage: 41.000 Exemplare


AUF EIN WORT…

Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde!

IN DER GEMEINSAMKEIT LIEGT

UNSERE STÄRKE

Am 2. Juni nahm Karsten Plücker, Leiter unseres Tierheims

in Kassel, den Hessischen Tierschutzpreis 2007 entgegen.

"Die Auszeichnung", sagte der 37 Tierheimleiter, "gebührt

nicht mir alleine, sondern uns allen, dem großartigen Team

der Wau-Mau-Insel."

Und genau dasselbe gilt für den Gesamtverein: Tierschutz ist nicht im Alleingang zu schaffen;

wer Tieren helfen will, ist auf Hilfe angewiesen: Hilfe von Menschen, die nicht die Augen

verschließen, wenn Tieren in den unterschiedlichsten Formen Unrecht angetan wird.

Die meisten Themen, die wir in unserer aktuellen Ausgabe behandeln, machen deutlich, dass

die aktive Mithilfe des Einzelnen die Basis unserer Tierschutzarbeit ist - und noch mehr: Ohne

die vielen Menschen, die Tiere nicht nur lieben, sondern bereit sind, sich einzusetzen, zu

engagieren, Stellung zu beziehen, ist Tierschutz nicht praktizierbar.

Ohne kritische Tierfreunde wird der illegale Hundehandel weiter zunehmen - informieren Sie

sich über die Hintergründe in unserem Titelthema. Und ohne die Aufmerksamkeit von

Nachbarn, Passanten und Spaziergängern könnten keine Tiere aus schlechten

Haltungsbedingungen befreit werden - lesen Sie dazu nur einige wenige Beispiele von

Missstandsmeldungen, die innerhalb von Tagen allein in unserer Landesgeschäftsstelle in

Bayern eingingen.

Undenkbar unsere Arbeit ohne die Ehrenamtlichen: Lernen Sie in dieser Ausgabe eine

Tierfreundin kennen, die im Raum Kassel seit über 17 Jahren Nachkontrollen für den bmt

durchführt.

In der Gemeinsamkeit liegt unsere Stärke - das ist das Fazit, das wir aus der schönen

Auszeichnung für das Team von der Wau-Mau-Insel aus Kassel ziehen.

Und meine große Bitte an dieser Stelle an unsere Leser, Mitglieder, Förderer und Freunde:

Unterstützen Sie unsere Tierschutzarbeit. Tragen Sie mit dazu bei, dass Tieren geholfen werden

kann.

Wir alle wissen, dass die Tierschutzprobleme nicht kleiner werden, aber mit Ihrer Hilfe haben

die Tiere eine Chance!

Es grüßt Sie herzlich in tierschützerischer Verbundenheit

Ihr

Dr. Jörg Styrie

E DITORIAL

bmt-Vorsitzender Dr. Jörg Styrie

Das Recht der Tiere 2/2007

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Das Recht der Tiere 2/2007

4

T ITELTHEMA

Vorsicht

Hundehandel!

Welpen im

Sonderangebot

Als Katharina und ihr Freund

den kleinen Labradorwelpen

auf dem Arm des vermeintlichen

Züchters sehen, sind sie

hingerissen. Sie hatten sich auf

eine Anzeige in der regionalen

Zeitung gemeldet, in der Hunde

unterschiedlicher Rassen,

Größen, Farben und Altersgruppen

"aus liebevoller Familienaufzucht"

angeboten wurden.

Dass der "Züchter" ihnen die

Mutterhündin vor Ort nicht

zeigt und den entzückenden

Welpen ohne Ahnentafel billiger

abgegeben möchte als mit

Papieren, irritiert die beiden

künftigen Ersthundebesitzer

nicht. Auch den Hinweis, dass

der Kleine "irgendwann mal"

geimpft werden sollte, akzeptieren

sie ohne Rückfragen.

Wenige Tage später wird der Welpe

krank. Durchfall, Erbrechen, Fieber,

aus seiner Nase kommt eitriger Ausfluss

- das junge Paar ist bestürzt und

kann die Schwere der Symptome nicht

Schlechter Start ins Leben für Picard (rechts)

einschätzen. Haben sie den Kleinen

womöglich falsch gefüttert, hat er sich

im Garten erkältet oder von anderen

Hunden angesteckt? Die Tierärztin hat

sofort eine Vermutung, als sie den geschwächten

Hund sieht - und die Blutuntersuchung

bestätigt ihren ersten Eindruck:

Der kleine Picard hat Staupe,

eine lebensgefährliche und häufig tödlich

verlaufende Infektion für junge

Hunde.

Durch flächendeckende Impfungen -

Welpen sollen ab der achten und noch

einmal in der zwölften Lebenswoche

gegen die Infektionskrankheiten wie

u.a. Staupe, Parvovirose und Leptospi-

Letzte Meldungen

sterben +++

Geflügelgrippe

12 Wölfe oder ++

Geflügelgrippe

40 biGeflügelgrip

Geflügelgrippe200

Beschlagnahmte Retriever-

Welpen im Tierheim

Köln-Dellbrück

DAS SKRUPELLOSE

rose grundimmunisiert werden - ist

Staupe in Deutschland rückläufig. Tierheime

und seriöse Züchter geben Welpen

nur mit den empfohlenen Impfungen

ab, die entsprechend im Impfpass

des Hundes vermerkt werden.

Tritt Staupe bei einem Welpen aus unbekannter

Zucht oder unklarer Herkunft

auf, liegt der Verdacht nahe, dass

es sich möglicherweise um ungeimpfte,

viel zu junge Tiere handelt, die von

Hundehändlern illegal ins Land gebracht

wurden. Auch Picards Tierärztin

spricht diese Vermutung aus und rät

dem Paar, Erkundigungen über den

"Züchter" einzuholen.


+

lügelgrippe

peder +++

Chin ++++++

Doch den jungen Leuten, unglücklich

über die unerwarteten Schwierigkeiten,

fehlt dazu der Mut. Sie setzen den

Mann über die schwere Erkrankung

des Welpen in Kenntnis und lehnen sein

Angebot, den todkranken Picard gegen

einen "neuen Hund umzutauschen",

empört ab, wollen aber nicht

weiter recherchieren. Nun beginnt der

Kampf um Picards Genesung - er wird

sich Monate hinziehen…

Picards Fall ist kein Einzelfall - im

Gegenteil: Polizei, Zoll, Veterinärämter,

Tierärzte und Tierschutzorganisationen

registrieren einen besorgniserregenden

Anstieg illegal eingeführter Wel-

pen, vor allem aus dem osteuropäischen

Raum, der Ukraine und Russland.

Skrupellose Geschäftemacher

transportieren ihre wenige Wochen alte

Fracht zu Zwischenhändlern oder liefern

sie dem Endkunden direkt vor die

Haustür.

Letzteres hat den Vorteil, dass die wahren

Umstände der Aufzucht des Welpen

im Dunkeln bleiben. Schätzungen zufolge

macht die Einfuhr legal importierter

Welpen nur etwa 10% der tatsächlichen

Anzahl der nach

Westeuropa eingeführten Hunde aus.

Seit der EU-Erweiterung hat der illega-

H UNDEHANDEL

GEBEN SIE

HUNDEHÄNDLERN KEINE CHANCE!

GESCHÄFT MIT DER "WARE HUND"

le Handel mit Hunden aus den Ländern

des ehemaligen Ostblocks sprunghaft

zugenommen. Er soll inzwischen so lukrativ

wie der Zigarettenschmuggel

sein. Unter Bedingungen, die der tierquälerischen

Massentierhaltung in

nichts nachstehen, werden u.a. in Polen,

Ungarn, Bulgarien, Tschechien,

Rumänien, der Ukraine und Russland

Hunde gezüchtet und vornehmlich

nach Westeuropa verkauft.

Weil die Nachfrage besonders in

Frankreich, Belgien und Deutschland

nach Rassehunden hoch ist, lassen sich

erstaunlich viele Käufer darauf ein, ihren

Golden Retriever, Labrador oder

Das Recht der Tiere 2/2007

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Das Recht der Tiere 2/2007

6

T ITELTHEMA

Carmelita: Von Polizei gebracht

Weimaraner über das Internet zu ordern,

um damit ein vermeintliches

Schnäppchen zu machen. Oft kosten

diese Rassehunde nur die Hälfte oder

ein Drittel des offiziellen Preises, den

seriöse VDH-Züchter (Verband für das

deutsche Hundewesen) verlangen.

Doch obwohl die EU vorschreibt, dass

Welpen erst ab einem Alter von acht

Unser großer Appell an Sie:

Wochen ohne Mutter transportiert werden

dürfen, floriert das Geschäft mit zu

früh entwöhnten Hunden, die kaum 40

Tage alt sind. Können durch Zufall solche

Hundetransporte angehalten und

die zitternde Fracht beschlagnahmt

werden, sind die Kleinen oft kaum älter

als fünf bis sechs Wochen.

Ein überaus kritisches Alter: Denn zwischen

der sechsten und achten Lebenswoche

lässt die Schutzwirkung der Muttermilch

nach. Je nach Rasse, Konstitution,

Ernährungsstatus und Lebensbedingungen

des jungen Hundes ist

die Krankheitsanfälligkeit in dieser

Phase besonders hoch. Da die mütterlichen

Schutzstoffe Impfungen in dieser

Zeit unwirksam machen

würden, wird

im Regelfall erst ab

der achten Woche

geimpft.

Meistens bleiben zu schnell von der

Mutter entwöhnte Welpen ein Leben

lang anfällig und schwächlich. Das ist

die eine Seite, die für den Hundebesitzer

meistens mit hohen Tierarzt- und

Medikamentenkosten verbunden ist.

HELFEN SIE UNS, GEGEN DEN

HUNDEHANDEL VORZUGEHEN!

Wir können das nur mit Ihrer aktiven Unterstützung:

Kaufen Sie niemals von Hundehändlern und dubiosen Züchtern und

klären Sie bitte Freunde und Bekannte darüber auf. Hundehandel ist Tierquälerei.

Diese Geschäfte sind Geschäfte mit Kriminellen!

Wenn Sie beobachten, dass Welpen aus Autos oder an öffentlichen

Plätzen verkauft werden, rufen Sie umgehend die Polizei. Auch hier gilt:

Ihre Aufmerksamkeit kann das Leben

der Tiere retten!

Fordern Sie mit uns ein Heimtiergesetz,

das den Hundehandel unter

Strafe stellt.

Und vergessen Sie nicht: In unseren

Tierheimen sind großartige Hunde,

die es nicht verdient haben, ihr Leben

im Zwinger zu sitzen.

Eine verantwortungsvolle Vermittlung im Tierschutzzentrum

Und die andere stellt eine nicht minder

große Belastung dar: Welpen, die viel

zu früh von der Mutter abgesetzt wurden,

können sich kaum zu souveränen

und ausgeglichenen Familienhunden

Die Zahl illegal eingeführter

Welpen ist

in letzter Zeit alarmierend

angestiegen

entwickeln. Ihnen fehlt die notwendige

Prägung durch Mutterhündin und

Wurfgeschwister, die sie auf das Leben

vorbereitet.

Verbringen junge Hunde diese entscheidende

Phase isoliert, ohne Zuwendung

und ohne die Möglichkeit, ihr

Umfeld lernend zu erkunden, behalten

sie oft ein Leben lang Unsicherheiten

im Umgang mit Artgenossen, Menschen

und Geschehnissen des Alltags

(Verkehr, Gewitter,

Alleinebleiben etc.)

bei.

Viele Besitzer, enttäuscht

von ihrem

"schwierigen Hund" trennen sich früher

oder später von ihm und geben den

Hund ins Tierheim - und setzen damit

eine Entwicklung in Gang, die abermals

die ohnehin ausgelasteten Tierheime

fordert. Die Adoption eines

schlecht sozialisierten Hundes setzt ein

hohes Maß an Kenntnis, Verantwortungsbereitschaft

und vor allem Zeit für

das Tier voraus. Häufig verbringen solche

Hunde Jahre im Tierheim, weil sich

niemand der Herausforderung stellen

möchte, einen verunsicherten und unausgeglichenen

Hund aufzunehmen,

der die Grundlagen hündischer Kommunikation

nicht lernen durfte.

Trotz aller Aufklärung über die kriminellen

Hintergründe des kommerziellen,

illegalen Hundehandels finden

sich nach wie vor Interessenten, die das

erbarmungslose Geschäft mit Hundebabys

durch ihre Kaufbereitschaft indirekt

unterstützen. Allein Tschechien soll

30 000 Hunde für den - wohlgemerktlegalen

Export züchten und in Deutschland

die Nachfrage bei ca. 300 000

Hunden beliebter Rassen liegen. Schon

diese Absatzmarkt-Zahlen zeigen, welche

Dimensionen das Geschäft mit

Welpen angenommen hat.

Eine "Hundezucht" kostet in osteuropäischen

Ländern wenig: In ehemaligen

LPG-Betrieben oder einfach in Hinterhöfen,

Schuppen und Kellern werden

Hündinnen als Gebärmaschinen missbraucht,

bis sie sich kaum noch auf den


Hände weg von Hundhändlern!

Beinen halten können. Artgerechtes

Futter, Bewegung, Auslauf, Kontaktund

Erkundungsmöglichkeiten werden

in der Regel weder Muttertier noch Welpen

gegönnt.

Ohne Impfungen, ohne Papiere, tier-

schutzwidrig in Kisten

und kleinen Boxen

transportiert,

verkotet, halb verhungert

und geschwächt,

blicken

diese bedauernswerten Hundebabys

ihren Rettern entgegen, wenn die Polizei

von Passanten aufmerksam gemacht

wurde. Meistens fällt Beobachtern

auf, dass an Rastplätzen und

Tankstellen Welpen aus dem Koffer-

25. Juni 2006: Ein türkischer Züchter

will vier Schäferhundwelpen nach

Istanbul ausführen. Der nicht artgerechte

(zu eng, verdreckt etc.) Transport

fällt auf und die Tiere

werden beschlagnahmt.

Die vier jungen

Schäferhunde

leiden unter hartnäckigem

Durchfall

und haben Probleme mit der Hüfte, wie

die ersten Röntgenaufnahmen zeigen.

Die Kosten sind dem "Züchter" schließlich

zu hoch; er überlässt die Hunde mit

allen entstandenen Auslagen dem Tierheim.

Am 7. Januar 2007 wird ein Cockerspaniel-Welpe

aus Georgien am Flughafen

beschlagnahmt, weil der Besitzer

aus Belgien keine gültige Tollwutimpfung

nachweisen kann. Für den Kleinen

Der bmt fordert ein

Heimtiergesetz,

das den Hundehandel

unter Strafe stellt

Tierheime und seriöse

Züchter geben Welpen

nur geimpft, entwurmt

und gechipt ab

raum eines mit ausländischem Kennzeichen

versehenen Kleinwagens verkauft

oder an zentralen Plätzen wie

Märkten, Fußgängerzonen und jüngst

auch vor Futtermittelläden angeboten

werden.

Mühsam müssen

diese - fast immer

aufgrund der Verstöße

gegen das Tierschutzgesetz,

der

Seuchen- und Zollbestimmungen - beschlagnahmten

Kleinen in Tierheimen

aufgepäppelt werden. Viele Hunde

sind mangelernährt, geschwächt oder

sterben letztlich doch an Infektionskrankheiten,

die sie schon in sich trugen.

bedeutet das: Seine wichtigste Prägephase

verstreicht ungenutzt in der Quarantäne,

die sich bei ihm unglücklicherweise

länger als drei Monate

hinzieht, da der Tollwuttiter erst Ende

Mai in Ordnung ist. Auch dieser Besitzer

überlässt aufgrund der entstandenen

Kosten dem Tierheim den Welpen.

Aus einem Gartenverschlag können

am 3. April 2007

zwölf Golden Retriever-Welpen

gerettet

werden, nachdem

Passanten ihr lautes

Winseln alarmierte.

Auch sie unterernährt, von Exkrementen

so verdreckt, dass sie geschoren

werden müssen, leiden unter Darmparasiten,

wie sich später herausstellt. Die

Welpen sind scheinbar Nachzuchten

von drei unterschiedlichen Hündinnen,

die der Besitzer der Polizei nicht zeigen

kann. Alle zwölf Tiere sind scheu und

fürchten den Menschen. Auch hier ist

sehr viel Aufbauarbeit nötig, um die

Kleinen langsam mit Menschen vertraut

zu machen. Der Besitzer über-

Gelingt es den Tierheimen die Welpen

wieder auf die Beine zu bringen und sie

langsam an Menschen zu gewöhnen,

kann es passieren, dass der Händler

seine "Ware" zurück fordert. Und rechtlich

stehen ihm die Hunde sogar zu,

wenn er die vorgeschriebenen EU-

Heimtierpässe nachreicht, die Tierarztkosten

des Tierheims und die Bußgelder

bezahlt.

Mit drakonischen Strafen oder gar einem

Tierhaltungsverbot muss er nicht

rechnen.

BEISPIELE AUS UNSEREM

TIERHEIM KÖLN-DELLBRÜCK:

Wie prekär das Thema inzwischen geworden, zeigt sich an nur

wenigen Beispielen aus unserem Tierheim Köln-Dellbrück.

schreibt neun Welpen dem Tierheim,

besteht aber nach wie vor auf der Rückgabe

von drei weiblichen Tieren.

Am 15. April 2007 werden zwei "streunende"

Staff-Welpen von der Polizei ins

Tierheim gebracht. In derselben Nacht

fordern Türken die Rückgabe ihrer Tiere,

einen Tag später die wohl tatsächliche

Besitzerin. Sie hatte die beiden jungen

Staffordshire-Welpen Carmelita

und Boomer in Berlin gekauft - ohne

Sachkunde, polizeiliches Führungszeugnis

und Halteerlaubnis des Ordnungsamts.

Nachdem sie sich die nötigen Papiere

besorgt hat, darf sie die Hunde mit der

Auflage, den Rüden zu kastrieren und

mit den Hunden getrennt spazieren zu

gehen, mitnehmen. Diese Entscheidung

ist umso überraschender, weil das

Landeshundegesetz NRW "die Zucht,

Kreuzung und den Handel" mit so genannten

gefährlichen Rassen, zu denen

auch laut Verordnung der Staff gehört,

verbietet und ein landesweites

Importverbot für diese Hunde erlassen

hat.

Text: Claudia Lotz, Heike Bergmann

Fotos: Heike Bergmann

Das Recht der Tiere 2/2007

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Das Recht der Tiere 2/2007

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T IERSCHUTZPOLITIK

NEUE EU-RICHTLINIE FÜR MASTHÜHNER

TIERQUÄLEREI ... UNTERLAUFEN UNTER DEN DEUTSCHER TIERSCHUTZ RATSPRÄSIDENTSCHAFT

Masthühner - weniger Platz als Legehennen im Käfig

Nach der neuen Regelung ist künftig

EU-weit eine Besatzdichte von maximal

33 Kilogramm Masthühner pro Quadratmeter

Stallfläche erlaubt, unter Einhaltung

zusätzlicher Auflagen bis zu 39

kg und unter noch strengeren Kriterien

bis zu 42 kg. In der Praxis bedeutet dies

die Haltung von 26 Tieren auf einem

Quadratmeter. Somit wird den Masthühnern

weniger Platz zugestanden,

als den Legehennen in der Käfighaltung.

Bislang existieren

keine europaweit

gültigen spezifischenRechtsvorschriften

für den

Schutz von Masthühnern.

In Deutschland gibt es nur eine freiwillige

Vereinbarung zwischen der Geflügelwirtschaft

und den Behörden. Doch

selbst diese aus Tierschutzsicht unzureichenden

Haltungsvorgaben werden

durch den Richtlinien-Entwurf jetzt

unterlaufen.

Mit Ausnahme von Österreich haben

alle EU-Mitgliedsstaaten, einschließlich

der deutschen Bundesregierung, diesem

Kompromiss zugestimmt. Das

Die EU-Kommission bremst das Importverbot

Am 7. Mai 2007 hat sich der EU-Ministerrat für

Landwirtschaft und Fischerei auf eine Richtlinie

über Mindestvorschriften zum Schutz von

Masthühnern für Betriebe, die mehr als 500

Tiere halten, geeinigt.

österreichische Tierschutzgesetz sieht

derzeit eine Obergrenze von 30 Kilogramm

pro Quadratmeter vor. Nach

einem Bericht des EU-Ausschusses für

Tiergesundheit und Tierschutz beginnen

erhebliche Tierschutzprobleme

schon bei Bestandsgrößen, die über 25

kg/qm hinausgehen.

Der bmt kritisiert die Zustimmung von

Landwirtschaftsminister Seehofer zu

der jetzt vorliegenden Einigung besonders

vor dem Hintergrund, dass der

Kompromiss unter der deutschen EU-

Ratspräsidentschaft zustande kam.

Minister Seehofer hatte erst im vergangenen

Jahr das Käfigverbot für Legehennen

aufgehoben.

HUNDE- UND KATZENFELLE AUS ASIEN TIERSCHUTZBERICHT

Das seit langem von Tierfreunden ersehnte Verbot der Einfuhr und des Handels

mit Hunde- und Katzenfellen lässt weiter auf sich warten. Streitpunkt sind vorgesehene

Ausnahmeregelungen für solche Felle, bei denen die Tiere nicht speziell

zur Fellgewinnung gehalten und getötet wurden.

Solche Ausnahmen lehnt der bmt

generell ab und hat die Bundesregierung

gebeten, sich in den Beratungen

im Rahmen der Ratspräsidentschaft

mit dem Europäischen

Parlament und der Kommission gegen

Ausnahmeregelungen und für

eine schnelle Verabschiedung der

Verordnung einzusetzen. Bremser

ist derzeit die Kommission, die die

Auffassung vertritt, dass Ausnahmeregelungen

vorgesehen werden

müssen. Der Ausgang der Beratungen

ist derzeit noch offen.

2007 steht bereit

Die Bundesregierung erstattet dem

Deutschen Bundestag auf der Grundlage

des Tierschutzgesetzes alle zwei

Jahre einen Bericht über den Stand der

Entwicklung des Tierschutzes.

Dem Bericht liegen die Jahre 2005 und

2006 zugrunde. Das Papier, das am

18. April vom Bundeskabinett beschlossen

wurde, steht jetzt zum Download

zur Verfügung.

Der Tierschutzbericht 2007 zum Herunterladen

(PDF - 523 KB) unter:

http://www.bmelv.de/nn_751684/DE/

07-SchutzderTiere/Tierschutz/Tierschutzberichte/Tierschutzbericht2007.html__nnn=true


Der Einzelhandelskonzern Rewe hat mit

Wirkung von Ende April 2007 den Verkauf

von Kaninchenfleisch gestoppt.

Das Unternehmen reagiert damit auf

Filmdokumentationen zu Missständen

in der Mastkaninchenhaltung.

Der bmt begrüßt diese Entscheidung

des Unternehmens ausdrücklich. Seit

Jahren hat der Verband auf die eklatanten

Tierschutzprobleme bei der Haltung

von Kaninchen hingewiesen. Entgegen

den Vorstellungen der Verbraucher,

wonach Kaninchen in geselligen

Gruppen auf Stroheinstreu gehalten

werden, findet die Mast von Kaninchen

in Käfigen statt, die meist so

niedrig sind, dass sich die Tiere nicht

einmal aufrichten können.

Tierversuche in der EU:

Der Boden diese Käfige besteht

aus Drahtgittern oder Plastikrosten,

an denen sich die Tiere die

Läufe aufscheuern. Einrichtungen

zur Beschäftigung der Tiere fehlen.

Die Haltung ist vergleichbar

mit der Käfighaltung von Legehennen

und aus Tierschutzsicht

abzulehnen.

Da es in Deutschland keine rechtsverbindlichen

Vorschriften zur Haltung

von Kaninchen gibt, haben

die Kaninchenfleischproduzenten

aktuell einen eigenen Kriterienkatalog

zur Haltung von Kaninchen aufgestellt.

Hiernach soll die Käfighaltung

weiterhin möglich sein. Zudem sind

lange Übergangsfristen bezüglich der

T IERSCHUTZPOLITIK

MISSSTÄNDE IN DER KANINCHENHALTUNG

REWE GRUPPE STOPPT VERKAUF VON KANINCHENFLEISCH

Tierquälerische Haltung von Mastkaninchen

Höhe der Käfige vorgesehen.

Der Tierschutz lehnt eine solche Vorgehensweise

ab und fordert weiterhin ein

Verbot der Käfighaltung.

JAPAN WILL WALFANGVERBOT LOCKERN

MEERESSÄUGER BALD VOM AUSSTERBEN BEDROHT?

Erneut hat Japan auf der diesjährigen

Jahrestagung der IWC (Internationale

Walfangkommission) eine Lockerung

des Walfangverbotes gefordert. Das

Anliegen scheiterte jedoch, weil dafür

eine zweidrittel Mehrheit notwendig gewesen

wäre. Jetzt beabsichtigt Japan,

die Satzung der IWC so zu ändern,

dass für Beschlüsse nur noch die einfa-

che Mehrheit notwendig wäre. Käme es

zu einer solchen Änderung, wäre das

Aussterben der großen Meeressäuger

kaum mehr zu verhindern.

Seit Jahren widersetzt sich Japan dem

seit 1986 festgesetzten Verbot der Tötung

von Walen, indem es den Walfang

als wissenschaftliche Untersuchungen

deklariert. Pro Jahr töten die japanischen

Walfänger über 1.200 Wale. Tatsächlich

landet das Walfleisch aber auf

den Tellern japanischer Restaurants.

Aktuell hat Japan nun auch noch 50

Buckelwale auf die Abschussliste gesetzt.

Die majestätischen Tiere gehören

zum Teil zu den hochgefährdeten Populationen.

Neue Tests an Millionen Versuchstieren

Seit dem 1. Juni ist die EU-Chemikalienverordnung (REACH - Registrierung, Evaluierung

und Autorisierung von Chemikalien) in Kraft. Ziel ist es, in den kommenden

12 Jahren zehntausende Altchemikalien auf ihre Umweltgefährdung und Giftigkeit

zu untersuchen.

Aufgrund des europaweiten Protestes von Tierschutzorganisationen, die von bis zu

45 Millionen Versuchstieren zur Überprüfung der Substanzen ausgingen, wurde die

Richtlinie mehrfach überarbeitet und verbindlich vorgeschrieben, dass tierversuchsfreie

Prüfmethoden zur Ermittlung gefährlicher Wirkungen von Chemikalien

gefördert werden sollen. Zugleich wurden Firmen dazu verpflichtet, bereits vorhandene

Daten für eine gemeinsame Nutzung offen zu legen. Viele Tierversuche

könnten dadurch verhindert werden. Dennoch bleibt zu befürchten, dass Millionen

Tiere in grausamem Versuchen zur Ermittlung der Giftigkeit bestimmter Substanzen

zu Tode kommen.

Das Recht der Tiere 2/2007

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Das Recht der Tiere 2/2007

10

A KTUELL

PREISVERLEIHUNG: bmt-TIERHEIMLEITER KARSTEN PLÜCKER

Stolze Preisträger: Das Team der Wau-Mau-Insel in Kassel

Die Jury, bestehend aus Dr. Madeleine

Martin (Tierschutzbeauftragte der hessischen

Landesregierung), Dr. Berthold

Dichmann (Tierarzt) und Dr. Claudia

Ludwig (verantwortliche Redakteurin

des HR), zeichneten

das bmt-Tierheim für

"die permanente

Hilfsbereitschaft

gegenüber anderen

Tierschutzvereinen" und seine Tierschutzarbeit

in Ungarn aus. "Vor allem

im Ausland", so die Begründung, "ist

das Team um Karsten Plücker extrem

aktiv und dabei mit ausgesprochener

Kompetenz bei der Sache - Tierschutz

mit Herz und Verstand ist hier eine

Selbstverständlichkeit."

"Tierschutz ist nur

machbar, wenn alle an

einem Strang ziehen.”

Hessischer Tierschut

Im Herbst 2003 übernahm Karsten

Plücker die Leitung des bmt-Tierheims

in Kassel. Der ehemalige Qualitätsmanager

eines großen Konzerns strukturierte

das zweitgrößte Tierheim des Ver-

eins im Laufe der

Zeit um. Neben notwendigen

baulichen

Maßnahmen - u.a.

Erstellung und Vergrößerung

der Außenausläufe und

Zwinger, Erweiterung des Kleintierbereichs,

Ausbau der Katzenräume mit

Freigehegen - richtete er ein Tierarztzimmer

mit OP-Bereich für einen eigenen

Tierarzt ein. Die Wau-Mau-Insel

war das erste bmt-Tierheim, das junge

Menschen für den Beruf des Tierpfle-

"Die Auszeichnung", sagt

Karsten Plücker, "gilt nicht

mir allein, sondern uns allen,

dem gesamten, großartigen

Team der Wau-

Mau-Insel."

Am 2. Juni nahm Karsten

Plücker für das Kasseler

Tierheim Wau-Mau-Insel

den Hessischen Tierschutzpreis

entgegen.

gers ausbildete. Zwei Azubis haben inzwischen

ihre Lehrzeit erfolgreich mit

einer Prüfung abgeschlossen und wurden

in ein festes Anstellungsverhältnis

übernommen. Derzeit gehören wieder

drei Auszubildende dem inzwischen

aus fast 20 Teil- und Vollzeitkräften bestehenden

Team an.

Schon bevor der heute 37jährige die

Leitungsfunktion der Wau-Mau-Insel im

Herbst 2003 übernahm, engagierte er

sich in seiner begrenzten Freizeit in Ungarn.

Zu diesem Zeitpunkt war der Tierschützer

noch im Beirat des Tierheims

Bonn aktiv und wollte sich im Zuge seiner

ehrenamtlichen Arbeit persönlich

von den schwierigen Lebensumständen

für Hunde in Ungarn überzeugen. "Ich

kann keine Hunde verantwortungsvoll

vermitteln", sagt Karsten Plücker, "wenn

ich nicht weiß, woher sie kommen, wie

sie gelebt haben, wie die Menschen mit

ihnen umgegangen sind und sie entsprechend

geprägt haben."

Im Sommer 2004 dehnt der Tierheimleiter

seine Hilfe in Ungarn, die im Tierheim

Pecs begann, auf ein weiteres ungarisches

Tierheim aus. Er baut mit

Ehrenamtlichen die Zwinger für einen

Durch Spenden ermöglichter Umbau: OP-Raum im neuen Arzthaus im Tierheim Kiskunhalas


zpreis 2007

ERHÄLT DIE AUSZEICHNUNG

Einsatz in Ungarn: Beschlagnahmung von Kettenhunden

jungen Tierschutzverein in Kiskunhalas

auf und kauft schließlich das Gelände

auf eigene Kosten, um die Existenz des

Tierheims zu sichern. Jeder Geburtstag

steht unter dem Motto:

"Hilfe für Kiskunhalas"

und seine Familie

und Freunde

beherzigen, dass

sich Karsten Plücker

mehr über finanzielle

Mittel zum Aufbau neuer Hundegehege

freut, als über Geschenke zum

persönlichen Gebrauch.

Der Tierschützer finanziert die Anstellung

einer Mitarbeiterin, die sich um

die Hunde kümmert, und mittlerweile

auch einen Tierarzt. Inzwischen sind

weitere Zwinger mit Schutzhütten und

“Das Team, die Ehrenamtlichen,

Mitglieder,

die Spender und Paten

machen unsere Projekte

erst möglich.”

spezielle Welpengehege dazugekommen,

konnten marode Dächer erneuert,

ein OP-Raum eingerichtet und ein

Wagen zur Verfügung gestellt werden.

"Ohne die phantastische

Unterstützung

von Ehrenamtlichen",

betont der

Tierheimleiter, "wären

wir in Kiskunhalas

noch längst nicht

so weit." Die Ehrenamtlichen der Wau-

Mau-Insel fahren in ihrer Freizeit nach

Ungarn, renovieren, erweitern, bauen

aus, auf und um und tragen außer dem

Benzin (ca. 400 Euro) alle anfallenden

Kosten selbst.

"Tierschutz ist nur machbar", sagt Karsten

Plücker, "wenn alle an einem

DER GROSSE EINSATZ FÜR DIE

STRASSENHUNDE IN UNGARN ...

TH WAU-MAU-INSEL

Strang ziehen; das Team, die Ehrenamtlichen

- und die Mitglieder, Spender

und Paten, die unsere Projekte überhaupt

erst möglich machen."

Dasselbe gilt natürlich auch für die heimische

Tierschutzarbeit in der Wau-

Mau-Insel: Ohne die vielen helfenden

Hände - ob Gassigänger, Nachkontrolleure,

"Katzenschmuser", Kuchenbäcker

und Infostandhelfer - hätte sich

das Tierheim nicht zu einer so geachteten

Instanz entwickeln können. Es sind

die Gassigänger, die den Hunden den

Tag im Tierheim versüßen, ihnen u.U.

auch schon einmal die Grundbegriffe

der Erziehung beibringen und gerade

für ängstliche und verunsicherte Tiere

einen unersetzbaren Beistand darstellen.

Und es sind die für eine gute Vermittlung

so wichtigen Nachkontrollen,

die von Ehrenamtlichen mit hohem

persönlichem Einsatz für die Tiere

durchgeführt werden.

"Für all´ Ihre Hilfe danke ich Ihnen

ganz herzlich", sagt Karsten Plücker,

"und wünsche mir, dass Sie uns weiterhin

eng zur Seite stehen!"

Text: Claudia Lotz

Karsten Plücker möchte erreichen, dass die Tötungsstation in der

Nähe von Kiskunhalas aufgegeben wird. Dann könnte die Stadt

die Gelder, mit denen sie den staatlichen Hundefänger bezahlt,

dem Tierheim für die Aufnahme der Hunde zur Verfügung stellen.

Hierbei handelt es sich um 12.000 Euro pro Jahr. An diesem

Ziel arbeitet der Tierheimleiter schon lange, doch nun

scheint es in greifbarere Nähe gerückt zu sein. Andere Gemeinden

unterstützen bereits seinen Vorschlag.

Karsten Plücker mit bmt-Kollegen im Tierheim Pecs

Das Recht der Tiere 2/2007

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Das Recht der Tiere 2/2007

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T IERSCHUTZUNTERRICHT

Beanstandete Pferdehaltung

Wir gehen jeder Meldung nach und besichtigen,

wenn möglich, die Tierhaltung

sofort. Gleichzeitig informieren

wir den zuständigen Amtsveterinär und

erkundigen uns wenig später, ob Auflagen

an den jeweiligen Tierhalter erfolgt

sind. Sollten Tiere beschlagnahmt

werden, stehen wir dem Amtsveterinär

zur Seite.

Sie sehen, wie wichtig, ja in einigen Fällen

sogar lebenswichtig Ihre Aufmerksamkeit

ist. Ohne die Beobachtungen

von Menschen, denen das Wohl von

Tieren am Herzen liegt, wäre so manche

Vernachlässigung oder Tierquälerei

unentdeckt geblieben.

Darum an dieser Stelle noch einmal

unsere dringende Bitte an Sie: Unterstützen

Sie uns bei unserer Arbeit! Lassen

Sie es nicht zu, dass Menschen ihre

Tiere misshandeln, ohne mit

Konsequenzen rechnen zu müssen.

Helfen Sie uns dabei, die Tiere aus ihren

schlechten Haltungen herauszuholen,

in dem Sie uns, dem Veterinäramt

oder, wenn Lebensgefahr für das Tier

besteht, der Polizei Bescheid geben.

Am Beispiel unseres bmt-Landesverbandes

Bayern sehen Sie jetzt, welche

Missstände aktuell von aufmerksamen

Menschen angezeigt wurden.

Landesverbandsleiterin Ewa Gara bekommt

einen Anruf von einer Frau, die

kürzlich in Österreich Urlaub gemacht

hat. Sie sei schockiert über die Haltung

von Rindern und Schweinen bei einer

Landwirtin, beschreibt sie ihre Beobachtungen

und dokumentiert ihren Bericht

mit Fotos. Ewa Gara nimmt Kontakt

zu österreichischen Behörden auf

Verbotene Kettenhaltung

und wird schließlich an das zuständige

Veterinäramt verwiesen. Der Amtsveterinär

bedankt sich sehr herzlich für die

Unterstützung aus Deutschland und

kontrolliert die landwirtschaftliche Tierhaltung.

Er findet kurz angekettete Rinder

in völlig verdreckten Ställen vor und

eng gepferchte Schweine in ähnlich

verwahrloster Umgebung. Die Landwirtin

erhält Auflagen.

So helfen Sie Tieren:

MELDEN SIE JEDEN

In unseren Geschäftsstellen und Tierheimen haben wir

täglich mit Missstandsmeldungen zu tun, die uns Tierfreunde

zutragen. Da geht es um Rinder, die an kurzen

Ketten in verdreckten Ställen stehen müssen, Pferde, die

auf kargen, ungeschützten Weiden fast verhungern, Hunde,

die jahrelang ihre Zwinger nicht verlassen dürfen und

hochträchtige Schafe, die für Frischzellen getötet werden.

Eine Tierfreundin benachrichtigt Ewa

Gara, weil auf einem Hof in Südbayern

ein Hund ständig an der Kette liegt und

Pferde in einem dunklen Verschlag zu

erkennen sind. Die Landesverbandsleiterin

macht eine Kontrollfahrt und

spricht mit dem jungen Landwirt. Auf

die Kettenhaltung des gutmütigen,

aber übergewichtigen Tieres angesprochen,

erklärt er, dass er die Hündin

(aus einem bayerischen Tierheim geholt)

nicht freilassen könne, weil sie

fortlaufen würde. Er erwäge, aufgrund

des Verkehrs auf seinem landwirtschaftlichen

Betrieb, einen Zwinger zu

bauen. Ewa Gara weist darauf hin,

dass die Kettenhaltung wie auch eine

ausschließliche Zwingerhaltung nicht

tierschutzgerecht sei und die Hündin

zumindest zusätzlichen Auslauf erhalten

müsse.

Die Haltung der Pferde im dunklen,

halb verfallenen Stall rechtfertigt der

Landwirt mit der Erklärung, dass die

Tiere im Sommer geritten werden würden.

Auf die Ankündigung der Landesverbandsleiterin,

diese Umstände dem

Amtsveterinär zu melden, antwortet er:

"Egal." Dennoch gibt Ewa Gara die

nicht artgerechten Haltungsbedingungen

an das zuständige Veterinäramt

weiter und hat gerade die Rückmeldung

erhalten, dass dem jungen Landwirt

Auflagen gemacht wurden.

0


MISSSTAND!

"Wir hatten vor Jahren", erinnert sich

Ewa Gara, "eine Zwingerhaltung einer

Hündin. Zwölf Jahre kam das Tier nicht

heraus, hatte keine Decke, keinen Auslauf,

wurden von den Kindern geärgert,

in dem sie den Ball an den Zwinger kickten."

Erst als die Retrieverhündin eine

Gebärmutterentzündung bekam und

Nachbarn den elenden Zustand des

Tieres an den LV Bayern meldeten, bekamen

die Halter Auflagen vom umgehend

informierten Amtsveterinär. Tiermedizinische

Behandlungen, eine

warme Decke, einen Spaziergang täglich

- für die Familie schon zuviel des

Guten! Abgegeben wollten sie den

Hund jedoch auch nicht. Schließlich

starb die Hündin.

"Solche Fälle sind bitter", sagt die Landesverbandsleiterin

bedrückt. Mehr Erfolg

hatte der von ihr benachrichtigte

Amtsveterinär bei dem Fall einer Stute,

die voller Narben, Ekzeme und fast verhungert

alleine auf einer Weide stand.

Als der Amtsveterinär die Stute das erste

Mal sah, war er zutiefst entsetzt. Er

glaubte nicht daran, dass sich die geschwächte,

unterernährte, verstörte

Stute wieder erholen würde. Der Besitzer

des Pferdes wurde aggressiv beim

Gespräch, konnte gerade noch abgehalten

werden, auf den Amtsveterinär

einzuschlagen. Erstaunlicherweise erfüllte

der Pferdebesitzer jedoch die Auflagen

- bei erneuten Kontrollbesuchen

vor wenigen Tagen hat sich die Stute erholt;

ihre Rippen sind kaum noch zu sehen,

die Ekzeme gehen zurück. Das

Pferd ist zutraulicher und zeigt weniger

Furcht vor den Menschen.

Schwer vernachlässigte Stute

"Das Traurige an diesem Beispiel ist",

sagt Ewa Gara, "dass das Pferd auf einem

öffentlichen Reiterhof steht. "Da

kommen täglich viele Reiter und Besucher

- und niemand hat sich für den erbärmlichen

Zustand des Pferdes interessiert.

Ich kann das einfach nicht

verstehen!"

Und dann gibt es wieder engagierte

Menschen wie diese Münchnerin, die

seit 1962 Mitglied im bmt ist. Ihr fällt

ein Reiterhof an einer Bahnstrecke auf,

der scheinbar für seine Pferde nicht genügend

Platz hat. Ewa Gara besichtigt

den Hof und bestätigt die Beobachtungen:

Die Pferde stehen zu jeder Jahreszeit

auf einem kleinen Sandplatz. Bei

Regen können nur einige wenige Pferde

unter einer provisorischen Bedachung,

einem Eisengerüst mit Plane,

Schutz suchen. Die anderen Tiere stehen

im Schlamm und sind jeder Witterung

schutzlos ausgesetzt. Auch hier

Fällt Ihnen auf, dass ein Hund in Haus,

Wohnung, Garten oft winselt, bellt, jault?

Wird ein Hund ausschließlich an der Kette

oder im Zwinger gehalten?

Ist ein Hund vernarbt, voller Wunden

oder offensichtlich ängstlich, furchtsam,

panisch?

Beobachten Sie Nachbarn, die ihren

Hund regelmäßig schlagen?

Stehen Pferde, Kühe, Rinder auf kargen

Weiden, ohne Wasser, ohne Unterstand?

Kennen Sie Tierhalter, die ihre Tiere nicht

artgerecht in düsteren Ställen, auf engstem

Raum etc. halten?

M ISSSTÄNDE

1 Jahr später auf dem Weg der Besserung

benachrichtigt sie sofort das Veterinäramt,

kann aber dieses Mal keine Fotos

vorlegen, weil die Reitstallbesitzerin

argwöhnisch ihren Besuch beobachtete.

Der Vorgang sei in Bearbeitung,

Auskünfte dürfe man nicht erteilen, erklärt

der zuständige Amtsveterinär zurückhaltend.

"Die Zusammenarbeit mit den Veterinärämtern",

erklärt die Landesverbandsleiterin,

"ist nicht immer gleich offen."

Einige bedanken sich für die

Hinweise und berichten gerne über den

Fortgang der beanstandeten Tierhaltung,

andere informieren, auch wenn

die Anzeige vom bmt ausging, gar

nicht mehr.

Ein großer Bauernhof in Bayern hält

Rinder auf engstem Raum. Sie können

sich nicht hinlegen, sehr oft sollen Kadaver

abgeholt werden - so der Bericht

eines Augenzeugen. Der umgehend in-

HIER SOLLTEN SIE SCHNELL HANDELN:

Das Recht der Tiere 2/2007

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Das Recht der Tiere 2/2007

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M ISSSTÄNDE

formierte Amtsveterinär macht sich ein

Bild von den schlechten Haltungsbedingungen

und erteilt Auflagen. Nach

Aussage des Amtsveterinärs habe die

Halterin die Zahl der Bullen inzwischen

verringert, so dass sich die Tiere frei bewegen

und auch niederlegen könnten.

Außerdem sei ein Auflagenbescheid an

sie ergangen, in dem sie verpflichtet

werde, die Ställe sauber zu halten,

Klauenpflege durchzuführen und die

Aufstallungen zu reparieren.

Ist es rechtlich und tierschutzrechtlich

zulässig, tragende Schafe zu Gewinnung

von Frischzellen zu schlachten

und die "Fleischabfälle" zur Fütterung

von Füchsen im Wald auszulegen? Diese

Anzeige ergeht von einer Privatperson

an das zuständige Veterinäramt.

Nach Überprüfung durch das Veterinäramt

stellt sich heraus, dass der ehemalige

Metzger eine Genehmigung für

die Schlachtung eingeholt hat und

gleichfalls befugt ist, die Schlachtreste

zur Fuchsfütterung im Wald auszulegen.

"Wir hätten uns im Sinne der Tiere

eine andere Antwort gewünscht",

sagt Ewa Gara. Derzeit wird noch geprüft,

ob der Mann gegen geltendes

Recht verstoßen hat.

Angezeigte Rinderhaltung

Diese Fälle, die wir Ihnen gerade geschildert

haben, konnten nur verfolgt

werden, weil Menschen aufmerksam

beobachtet haben. Aber bitte bedenken

Sie, dass die meisten Missstände

hinter geschlossenen Stalltoren und

Wohnungstüren stattfinden.

Text: Claudia Lotz

Fotos: Ewa Gara

E HRENAMTLICHE

Adelheid Buse koordiniert die Nachkontrollen des Tierheims Kassel

Im Sommer 2006 kommt eine junge Familie in das Tierheim Wau-

Mau-Insel. Sie wünschen sich einen Welpen - und gehen schließlich

mit zwei Hundesenioren nach Hause. Für die beiden Freunde, den

12 jährigen Neufundländer Barny und den 11 Jahre alten Mischling

Charly, scheint sich nun doch noch alles zum Guten gewendet zu haben,

nachdem die Hunde lange im Tierheim um ihr verlorenes Zuhause

getrauert hatten.

"Es ist, als seien wir schon immer zusammen

gewesen", erklären die

neuen Besitzer bei der Nachkontrolle,

die das Tierheim nach erfolgten

Vermittlungen durchführt. Fünf Monate

später erhält das Tierheim jedoch

einen alarmierenden Anruf

aus der Nachbarschaft: Den Hunden

gehe es nicht gut. Als die Mitarbeiter

der Wau-Mau-Insel Barny und

Charly wieder sehen, liegen sie auf

Fliesen in einem leeren, kalten

Haus, ohne Futter und Wasser.

"Oft ändern sich Lebenssituationen

so plötzlich", sagt Adelheid Buse,

"dass die durch Arbeitsplatzverlust,

Trennung vom Partner, Krankheit

oder Umzug überforderten Menschen

ihrem Tier nicht mehr gerecht

werden können." Die pensionierte

Lehrerin koordiniert seit über 17

Jahren die Nachkontrollen für das

Tierheim in Stadt und Landkreis Kassel

und im Schwalm-Eder-Kreis bis

Göttingen, Eschwege und Waldeck.

Mit derzeit 14 Ehrenamtlichen prüft

sie, ob die Haltungsbedingungen

auch nach Monaten noch halten,

was die Interessenten bei Übernahme

des Tieres versprachen.

"Es kann, wie obiger Fall zeigt, entscheidend

ein", erklärt Adelheid Buse,

"die Nachkontrollen nicht schon

nach wenigen Wochen durchzuführen."

Je später ein vermitteltes Tier

besucht wird, desto deutlicher können

die erfahrenen Ehrenamtlichen

erkennen, ob ein Tier sich wohl fühlt,

von allen im Haus akzeptiert wird,

ein angstfreies Verhältnis zu der Familie

aufbauen konnte oder entgegen

der Absprache im Zwinger gehalten

wird.

Alle Nachkontrollen finden grundsätzlich

unangemeldet statt. Diese

Praxis hat nichts mit Misstrauen

gegenüber den neuen Besitzern zu

tun, sondern dient einzig dem Wohl

Geschäftsstellenleiterin P. Hollstein bei der neuen Besitzerin von Barny&Charly


NACHKONTROLLEN

des Tieres. "Uns geht es ja nicht darum,

ein gut gehaltenes Tier zurück ins Tierheim

zu bringen", beschreibt Adelheid

Buse die manchmal nicht ganz spannungsfreie

Situation zwischen Kontrolleuren

und den neuen Tierhaltern. Ca.

90%- 95% aller überprüften Vermittlungen

sind in Ordnung; die meisten

Besuchten freuen sich oder zeigen zumindest

Verständnis dafür, dass der

bmt weiterhin ein berechtigtes Interesse

an einer guten Haltung seiner

Schützlinge hat.

Bei einer Adoption unterschreiben die

neuen Halter, dass der bmt Eigentümer

am Tier bleibt. Sie selbst sind die Besitzer

des Tieres und verantwortlich für

dessen Wohlergehen. Verschlechtern

sich die Haltungsbedingungen für ein

Tier oder wird es widerrechtlich an

Dritte weitergegeben, hat der bmt das

Recht, das Tier zurück zu holen.

"Wenn wir Haltungen zu beanstanden

haben, machen wir erst einmal Auflagen",

sagt die langjährige Ehrenamtliche.

"Einige sind einsichtig und nach

unserem Gespräch bereit, die Lebensumstände

für das Tier zu ändern - andere

nicht; sie werden böse und beschimpfen

uns." Die Einsichtigen

haben die Auflagen des Tierheims bei

der nächsten Nachkontrolle erfüllt, die

aggressiv gewordenen Tierhalter in

der Regel nicht.

Bei ihnen sitzen dann Hunde im Zwinger,

einsame Kaninchen im Keller

oder sind Tiere verkauft, eingeschläfert

oder ohne nähere Angaben an Unbekannte

abgegeben worden. Gelingt es

dem bmt, die aktuellen Besitzer zu ermitteln

und halten sie das Tier artgerecht,

wird ein neuer Vertrag geschlossen.

Und die Ehrenamtlichen machen sich

erneut auf den Weg, um fast 800 Tierhaltungen

pro Jahr zu besuchen. Sie

fahren oft mehrere Male hintereinander

umsonst zu der angegebenen

Adresse, weil sie niemanden antreffen.

Und wenn endlich jemand daheim ist,

kann es passieren, dass sie als ungebetener

Gast behandelt und mit der

Bemerkung abgefertigt werden, sie

sollten sich doch rechtzeitig anmelden!

N ACHKONTROLLEN

Wichtige Maßnahmen in der praktischen Tierschutzarbeit

Zum Wohl der vermittelten Tiere:

NOTWENDIGE

Aber auch hierüber besteht eine vertragliche

Vereinbarung, auf die verwie-

sen werden kann. "Ich bleibe immer

höflich und bestimmt", sagt Adelheid

Buse, "denn diese Besuche dienen dem

Schutz unserer Tiere - das ist das einzige,

was zählt."

Text: Claudia Lotz

Schäferhundrüde sucht neuen Wirkungskreis

Barny

Charly

Hallo, ich bin Alfons und warte auf den Tag, an dem ich das Tierheim wieder

verlassen kann. Nicht, dass es mir hier schlecht ginge - aber ich bin nun

mal ein Typ, der gerne seine eigene Familie um sich scharrt und weiß, wo er

hingehört. Mir haben die Kollegen im Tierheim immer Leid getan, und jetzt

sitze ich selber hier, weil meine Menschen mich abgegeben haben. Fragen

Sie mich nicht, warum, ich habe nichts falsch

gemacht.

Ich stecke voller Energie (kein Wunder, bin ja

erst 5 Jahre) und möchte körperlich und geistig

beschäftigt werden. Neben Spaziergängen

hätte ich vielleicht Lust auf Agility, allerdings

möchte ich das erst noch mit meinen

künftigen Besitzern ausprobieren. Mir macht

es Spaß, neue Dinge zu lernen und umzusetzen…Sie

sehen, ich bringe die besten

Voraussetzungen für aktive, hundeerfahrene

und natürlich nette Menschen mit. Kontakt:

Alfons

TH Wau-Mau-Insel, Tel: 0561 / 86 15 680

Das Recht der Tiere 2/2007

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Das Recht der Tiere 2/2007

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S CHULPROJEKT

5. Mai 2007 in Wesseling. Ein in seinem eigenen Garten angebundener

Rottweiler beißt ein siebenjähriges Kind,

das unbeachtet zu ihm gelaufen ist. Die Medien

überschlagen sich, der Rottweiler wird als bösartig

eingeschläfert, das Kind ist für sein Leben entstellt.

Vorfälle dieser Art sind es, die immer wieder

das friedliche Zusammenleben zwischen

Menschen und Tieren zerstören, zu Abgaben

von Hunden in unsere Tierheime führen und

die nicht zuletzt der bmt mit seinem Kindertierschutzunterricht

zu verhindern sucht.

Der Kölner bmt-Tierschutzlehrer Stephan

Everling setzt in seinem Unterricht

vor allem auf Prävention - und die

vermittelt er praxisnah. "Der Hundebesitzer

kann nicht wissen, ob sein Hund

gestreichelt werden will. Frag den

Hund, der sagt es Dir!"

Indem Stephan Everling die Kinder mit

der Körpersprache der Tiere vertraut

macht und Fehlverhalten thematisiert,

baut er bestehende Ängste bei Mädchen

und Jungen ab.

"Sieh´ einfach in die Luft, da ist kein

Hund! Das machen Hunde auch, wenn

sie sich kennen lernen

wollen, das ist Hundesprache."

Einen herankommenden

Hund zu ignorieren

und ihm nicht

starr in die Augen zu

schauen oder fortzulaufen,

was im Hund unweigerlich

den Jagdtrieb auslösen

würde - sind einige

wichtige Verhaltensmaßregeln,

die der Tierschutzlehrer

mit seinen Klassen

durchspielt, im Rollenspiel

durchgeht, diskutiert und

am Schulhund praktisch

vorführt. Das Wissen vermittelt

den Schülern Sicherheit, weil sie

eine Möglichkeit an die Hand bekommen,

in unsicheren Situationen aktiv zu

bmt-Tierschutzlehrer Stephan Everling

Kleines Training mit gr

IM TIERSCHUTZUNTERRICHT VERLIEREN KINDER

reagieren. Das verhindert

Panikreaktionen

und baut Angsttraumata

ab.

Darüber hinaus begreifen Kinder,

dass Tiere Wesen mit eigener Sprache,

eigenen Bedürfnissen und eigenem

Willen sind, die ihnen nicht einfach zur

Verfügung stehen, sondern mit denen

Kontakt aufgenommen und kommuniziert

werden muss. Im Endeffekt soll

durch dieses Programm die Vielzahl

der Missverständnisse zwischen Menschen

und Tieren reduziert werden, was

zu einer größeren Akzeptanz in der Be-

völkerung und langfristig zu einer Abnahme

von Abgabetieren im Tierheim

führt.

Daran anschließend

und auf dem neu gewonnenen Verständnis

der Kinder für Tiere aufbauend

folgen Themen wie artgerechte

Haltung von Tieren. "Ist es gut, ein Tier

zu haben? Haltung von so genannten

Nutztieren, Verhalten im Wald, Tiere in

Zirkus und Zoo - pro und contra."

Schülerin Johanna (9 Jahre)

aus Solingen:

"Ich hatte immer Angst!"

"Ich hätte weinen können vor Freude

und Erleichterung", sagt Stephan Everling

nach dem Telefonat mit Johanna.

Die Neunjährige gehörte zu jenen

Schülern, die dem Tierschutzlehrer aufgrund

ihrer fast panisch anmutenden

Angst vor Hunden in Erinnerung blieben.

Und nun erlebt der Tierschutzlehrer

eine mutige, eine starke Johanna,

die stolz ist, ihre Furcht bewältigt zu haben,

weil sie ihr neu erworbenes Wissen

über Hunde aus dem Tierschutzunterricht

in ihren Alltag überträgt.


oßer Wirkung

IHRE ANGST VOR HUNDEN!

Kinder für

Bedürfnisse

der Tiere

sensibilisieren

Stephan Everling:

"Die neunjährige Johanna

aus Solingen

hinterließ bei mir einen bleibenden

Eindruck. Ein Kind, das panische

Angst vor Hunden hat, sich aber

schließlich davon überzeugen lässt,

meinen Ratschlag zu beherzigen und

einfach so zu tun, als wäre gar kein

Hund da und trotz aller Bedenken an

Tarek vorbeizugehen.

Am Ende der Unterrichtsstunde streichelte

sie mit allen ihren Klassenkameraden

den Hund und durfte, weil sie so

tapfer gewesen war, quasi als Siegespreis,

Tarek an der Leine aus der Schule

und über den Hof führen. Das war

im August 2006, seitdem hatte ich von

ihr nichts mehr gehört. Als das RdT anfragte,

über Kinder und Hundeangst

zu schreiben, kam mir der Gedanke,

ein Kind könnte vielleicht erzählen, wie

das aus seiner Sicht alles aussieht. Ohne

wirklich zu wissen, was mich erwartet,

kontaktierte ich die Lehrerin, um eine

Verbindung zu Johanna zu

herzustellen. Und obwohl diese Lehrerin

schon eine Andeutung von der Entwicklung

des Mädchens machte, war

ich zutiefst berührt von dem, was Johanna

mir dann am Telefon selbst erzählte."

EIN INTERVIEW MIT

SCHÜLERIN JOHANNA

Stephan Everling: Triffst Du denn

jetzt ab und zu Hunde?

Johanna: Ja, wir haben ja 3 Hunde

bei uns in der Nähe und mit denen

spiele ich schon ganz oft. Vor allem mit

der Lotti. Ich bin da eben hingegangen,

sie kennt mich ja schon ganz lange, sie

lässt sich dann auch streicheln, ich sage

dann immer so, na Lotti, wie geht es

Dir denn so? Und dann versteht sie das

auch und freut sich.

Stephan Everling: Hat der Unterricht

etwas für Dich verändert?

Johanna: Ja, ziemlich viel, denn früher

wollte ich immer die Straßenseite

wechseln, wenn ich einen Hund gesehen

habe. Das mache ich jetzt nicht

mehr.

Stephan Everling:Wie ist das eigentlich,

wenn man Angst vor Hunden

hat?

Johanna: Ich hatte halt immer Angst,

dass der mich beißen könnte und bin

dann lieber gleich auf die andere Straßenseite

gegangen oder habe mich

hinter meiner Mama versteckt.

Stephan Everling: Woher kam diese

Angst, was denkst Du?

Johanna: Das weiß ich eigentlich gar

nicht mehr.

Stephan Everling:Was machst Du

jetzt, wenn Du einen Hund

siehst?

Johanna: Eigentlich

mache ich das,

was du uns beigebracht

hast:

Ich gehe einfach am

Hund vorbei. Ich will

den ja nicht unbedingt

streicheln.

Tarek ist ein ehemaliger

Kettenhund aus Ungarn

T IERSCHUTZUNTERRICHT

Stephan Everling: Und wenn der

Hund auf Dich zukommt, erkennst Du

jetzt, ob er aggressiv ist oder nicht?

Johanna: Ja. Der redet ja meistens

auch mit dem Schwanz.

Stephan Everling: Stimmt. Ich habe

Euch ja beigebracht, dass der Hund eigentlich

"gar nicht da" ist, das heißt, Ihr

so tun müsst, als sei er nicht da.

Johanna: Ja, genau, das mache ich

auch. Denn manchmal erschrecke ich

mich noch, wenn ein Hund um die Ekke

geflitzt kommt. Dann bleibe ich einfach

stehen und denke, ach, da ist ja

gar kein Hund.

Stephan Everling: Und was macht

dann der Hund?

Johanna: Der rennt einfach weiter.

Stephan Everling: Wie fandest Du

das eigentlich, als du mit dem Tarek

über den Schulhof gegangen bist?

Johanna: Ich fand das irgendwie komisch,

denn auf einmal hatte ich gar

keine Angst mehr.

Stephan Everling: Hattest Du denn

noch vor anderen Tieren Angst?

Johanna: Ja, vor Katzen, aber das

habe ich auch nicht mehr so doll, denn

die Katze von meiner Freundin hat Junge,

und ich war heute bei ihr und jetzt

habe ich gelernt, wie man die hochnimmt.

Stephan Everling: Hat Dir

die Geschichte mit dem Tarek

denn auch bei den Katzen

geholfen?

Johanna: Ja, ein bisschen,

denn da muss man

eigentlich auch nur sitzen

bleiben und die Katzen

überhaupt nicht beachten.

Das Recht der Tiere 2/2007

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Das Recht der Tiere 2/2007

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S CHULPROJEKT

Zu Besuch in der Klasse 3b der GGS Köln-Riehl

Stephan Everling: Gibt es sogar

noch andere Situationen, in denen Du

Dich jetzt sicherer fühlst?

Johanna: Ja, die gibt´s. Da war ich

heute noch in der Stadt und wollte mir

ein Heft kaufen, und da kamen so welche

von meiner Schule und die waren

immer ganz blöd und hatten auch

schon Prügeleien und so, und da hatte

ich Angst vor denen, und die haben immer

so geflüstert, und ich hab dann so

gedacht, oh, hoffentlich machen die

nichts, und ich hab dann einfach so

gedacht, ich tu so, als ob die nicht da

sind, und dann sind die halt an mir

vorbeigegangen.

Fazit von Stephan Everling:

"Johannas Aussagen sind für mich

hochinteressant. Bisher habe ich im

Gespräch mit den Lehrern nämlich immer

genau diese Effekte behauptet:

Dass der Unterricht an dem Hund

und die Vermittlung der Hundesprache

den Kindern ein neues Verhältnis zu

Tieren vermittelt

und Angstverhalten

sowie Panikreaktionen abbaut,

die ja letztlich erst die schlagzeilenträchtigen

Bisse provozieren,

und - besonders wichtig - darüber

hinaus Hilfestellung bei der Sozialisierung

leistet und somit einen Lerneffekt

erzielt, der eigentlich weit über das zentrale

Thema Tierschutz hinausgeht.

Als ich vor einem Jahr mit dem Tierschutzunterricht

begann, war ich entschiedener

Gegner von Klassen- und

Schulhunden. Inzwischen bin ich felsenfest

davon überzeugt, dass sich

mindestens die Hälfte aller pädagogischen

und sozialen Probleme unserer

Kinder und Jugendlichen von selbst erledigen

würden, wenn in jeder Klasse in

Deutschland ein Hund sitzen würde.

Allerdings möchte ich dringend davor

warnen, jetzt in gutem Willen mit Hunden

in die Schulen zu stürmen: Der Job

eines Schulhundes ist hoch anstren-

Ein Brief von der Kölner Overbeckschule:

Ihr Tierschutzlehrer, Herr Everling, besuchte in der letzten Woche zwei Klassen

unserer Grundschule in Köln - Neuehrenfeld. Unterrichtsbesuche für

weitere Klassen sind geplant.

Als Schulleiterin möchte ich mich dafür bedanken, dass der bmt das Projekt

initiiert hat. Gerade in der Großstadt haben unsere Kinder nur noch

wenig Naturerfahrung und kaum regelmäßigen Kontakt mit Tieren. Von daher

bedienen Sie mit Ihrem tollen Angebot eine Marktlücke, die die Schulen

aus eigener Kraft nicht ausfüllen können.

Dass Sie uns dazu noch in der Person von Herrn Everling einen menschlich,

fachlich und pädagogisch höchst kompetenten Tierschutzlehrer geschickt

haben, stützt sicherlich den Erfolg Ihres Projekts.

Es gelingt Herrn Everling, sowohl jüngere wie ältere Grundschulkinder über

90 Minuten hinweg am Thema interessiert zu halten, selbst wenn dies für

die Erstklässler eine enorme Konzentrationsleistung darstellt. Sicherlich

trägt hierzu auch die originale Begegnung mit Hund Tarek bei, den Herr

Everling mitbrachte. Rückmeldungen der Kinder nach Stundenende belegen,

dass sich Kinder im Anschluss an den Tierschutzunterricht sicherer fühlen

im Umgang mit Hunden. Darüber hinaus besticht Herr Everlings Unterricht

dadurch, dass er sich nicht erschöpft in sicherlich hilfreichen

Verhaltenstipps, sondern dass er Werte vermittelt: Die Achtung vor allem Lebendigen

in je individueller Ausprägung. Wir gehen davon aus, dass durch

Herrn Everlings Tierschutzunterricht Beißunfälle erhindert und die Sensibilität

für die Bedürfnisse von Tieren bei den Kindern gestärkt werden.

gend für das Tier und geht weit darüber

hinaus, sich von Kindern streicheln

zu lassen.

Die wahre Feuerprobe wartet auf den

Gängen und dem Schulhof, und dafür

sind nur sehr wenige Hunde geeignet.

Nach unserer vierbeinigen "Lehramtsanwärterin"

Leya, von der ich an anderer

Stelle berichten werde, habe ich mit

Unterstützung des gesamten bmt ein

Jahr lang gesucht. Zum Beispiel brauchen

meine Hunde keinen perfekten

Gehorsam. Ich halte es sogar eher für

ein Sicherheitsrisiko, wenn der Hund

Kinder auf Grund eines Befehls duldet

und nicht aus eigenem Willen.

Außerdem habe ich festgestellt, dass

nach gut gemeinten Klassenbesuchen

mit Hunden, die nicht konsequent konzeptuell

entwickelt und aufbereitet waren,

sich oft genauso viele Kinder mit

Hundetraumata in der Klasse befinden

wie vorher. Allerdings komme ich dann

an solche Klassen nicht mehr heran,

denn: "Das Thema hatten wir schon!"

Doch über Kollegen, die in gleichem

Sinne arbeiten wie wir, wäre ich sehr

dankbar, denn ich habe gute Hoffnung,

dass die von uns unterrichteten

Kinder niemals von Hunden angefallen

in der Boulevardpresse auftauchen.

Im Nachgespräch berichtet mir die

Mutter von Johanna von einer Begebenheit,

die sich kurz nach meinem Besuch

in der Klasse zutrug. Die Familie

saß auf der Terrasse eines Cafés, als

plötzlich ein riesiger, schwarzer Hund

auftauchte und zwischen den Tischen

umherlief. Johannas Mutter erstarrte

und erwartete, dass ihre Tochter

schreiend aufsprang, als der Hund, der

genauso groß wie das sitzende Kind

war, genau auf Johanna zulief. Und Johanna?

Erst tat sie gar nichts, blieb sitzen

und streichelte dann dem Hund

einfach den Kopf.”


Glücklich vermittelt:

Vom Straßenhund zum Familienmitglied

DIE "BLITZKARRIERE" RUMÄNISCHER UND UNGARISCHER HUNDE

Gestern noch ein Kettenhund in Ungarn oder

Straßenhund aus Rumänien - heute ein Hund,

der seinen Platz im Leben gefunden hat.

Der bmt kriegt täglich Post, eMails und

Anrufe von glücklichen Menschen, die

sich ein Leben ohne ihren vierbeinigen

ungarischen oder rumänischen Freund

gar nicht mehr vorstellen können.

"Ich habe den besten Hund gekriegt!",

sagt Daniela Lutsche über Max aus

dem Tierheim Brasov, den sie und ihre

kleine Tochter erst vor wenigen Wochen

zu sich genommen haben. Lieb, anhänglich,

gelehrig, sanft zur sechsjährigen

Tochter und verträglich mit Artgenossen

- ein Einzelfall?

"Nein", sagt Petra Zipp, die für den bmt

den Auslandstierschutz koordiniert.

"Rumänische und ungarische Hunde

sind tatsächlich sehr sozialverträglich

und überraschen durch ihre enge Bindung

an den Menschen." Eigentlich

würde man erwarten, dass Hunde, die

in ihrem Leben kaum mehr als Hunger

und Fußtritte erfahren haben, nicht

oder nur sehr schwer in der Lage sind,

Lernen Sie nun einige rumänische und

ungarische Hunde und ihre Besitzer

kennen. Die "Ehemaligen" trafen sich

am 6. Mai, dem Tag der Offenen Tür

im Tierschutzzentrum Pfullingen. Das

sehr gut besuchte Frühlingsfest stand

unter dem Motto "Auslandstierschutz in

Ima bei

Familie Knobloch

Vertrauen

zu Menschenaufzubauen

und die

Geborgenheit einer

Familie wirklich annehmen

können.

"Alle Hunde", erklärt Petra Zipp, "suchen

Menschen, denen sie ihre bedingungslose

Zuneigung schenken können.

Zerstören wir dieses Urvertrauen

nicht - und verhelfen wir jedem Hund

zu seinem Recht. Zu seinem Recht auf

Leben!"

Wir alle können viel für diese Hunde,

die das Pech hatten, als herrenloser

Hund auf die Welt zu kommen, tun.

Die Adoption eines solches Hundes ist

Rumänien" und hatte als spezielle Gäste

die Tierschützer um Cristina Lapis

aus Brasov geladen.

Ima, Dobermannhündin, 1,5 Jahre:

"Könnt Ihr Euch vorstellen, wie ein Leben

auf der Straße ist? Hart, jeder Tag

A USLANDSTIERSCHUTZ

mehr als

eine große Geste - sie ist

auch ein Signal an die Öffentlichkeit:

Seht her; wir lassen nicht zu, dass z.B.

unser neues EU-Mitglied Rumänien seine

Hunde weiter in Tötungsstationen

sterben lässt - wir nehmen ein Tier auf

und sagen damit letztlich auch dem illegalen

Hundehandel aus Osteuropa

den Kampf an. Denn je mehr Tierheimhunde

bei lieben Menschen ein

Zuhause finden, desto weniger Absatzmöglichkeiten

werden osteuropäische

Hundehändler für ihre "Ware" finden.

ein neuer Überlebenskampf. Da war ich

schon froh, als mich Tierschützer im kalten

Oktober ins Tierheim nach Brasov

brachten. Allerdings war ich da schon

so abgemagert, dass die Tierärzte nicht

ganz sicher waren, ob sie mich durchbringen

würden.

Lori bei Katharina Turri Familie Rosen freut sich über Luke Heike Görz und Törpe

Das Recht der Tiere 2/2007

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Das Recht der Tiere 2/2007

20

A USLANDSTIERSCHUTZ

Irgendwann im November hörte ich,

dass Besucher aus Deutschland im Tierheim

waren. Vor mir blieb eine Frau vom

bmt stehen, streichelte durch die Gitter

meine Nase und notierte sich etwas. Ihre

Liste war schon ziemlich lang. Alle

Hunde, die sie aufgeschrieben hatte,

wurden Wochen später nach Deutschland

gebracht. Beim Ausladen in

Deutschland, im Tierschutzzentrum Pfullingen,

habe ich die Frau mit der Liste

wieder gesehen. Sie hat mich in einen

großen Raum mit Außenzwinger gebracht,

mir eine eigene Decke hingelegt

und nette Kumpels dazu geholt, die mit

mir aus Rumänien gekommen waren.

Ich wurde dann bald von Familie Knobloch

aus Karlsruhe adoptiert. Liebe auf

den ersten Blick.”

WAS KÖNNEN SIE TUN?

Daniela Lutsche (links oben):

"Ich weiß, dass ich den besten Hund

gekriegt habe, und ich bin sehr glücklich

darüber. Meine kleine Tochter ist

ziemlich wild, und es gibt Hunde, die

das nicht so leicht tolerieren. Aber bei

Max muss ich mir keine Sorgen machen:

Er ist ganz sanft zu ihr, die beiden

lieben sich, und Max gehört einfach zu

uns. Obwohl er erst ca. ein Jahr alt ist,

hat er seine wechselnden Lebensumstände

scheinbar gut verkraftet. Er lernt

gerne und schnell, mag seine Artgenossen

und ist ausgeglichen und voller

Vertrauen zu uns."

Ehepaar Schweitzer mit Rombi

In Ungarn war Rombi einer von ca. 300

Hunden, die jeden Tag vergeblich auf

Übernehmen Sie eine Patenschaft für einen rumänischen oder ungarischen

Tierheimhund (ab 15 Euro)

Beteiligen Sie sich an den laufenden Kosten der bmt-Tierschutzarbeit in

Brasov (Rumänien) oder Pecs (Ungarn) durch eine (projektgebundene) Spende

Unterstützen Sie uns als ehrenamtlicher Handwerker vor Ort (siehe S.31)

bmt-Auslandskonto:

Rumänien und Ungarn

Frankfurter Sparkasse Kto. 847 275 (BLZ 500 502 01)

ein neues Zuhause warteten - für Dieter

Schweitzer und seine Frau ist der

graue Rüde die ideale Ergänzung.

Lucky, Collimischling, 2 Jahre:

"Ich hoffe, dass mein Leben jetzt nicht

mehr ganz sooo aufregend verläuft wie

bisher. Erinnert Ihr Euch? Ich bin der

Hund, der schon in der Tötungsstation

in Brasov gefangen saß und wie alle anderen

Hunde spürte, dass es kein Ent-

Karin Matzner mit Lucky

Glücklich vermittelt ...

Die Schweitzers mit Rombi

kommen mehr gab. Viele von uns hatten

sich aufgegeben, lagen apathisch

herum, hungrig, durstig, verängstigt.

Mich hat dann ein Schäferhund angefallen,

weil er in Panik geriet.

Das war an dem Tag, an dem die Tierschützer

vom bmt in die Tötungsstation

kamen - für mich entschied dieser eine

Tag über mein Leben! Der Schäferhund

hätte mich totgebissen, wenn die Tierschützer

nicht dazwischen gegangen

wären. Ich kam dann schwer verletzt ins

Tierheim Brasov und wurde dort gesund

gepflegt. In Deutschland wurde später

noch einmal mein Bein gerichtet.

Meine neue Familie, die Manzners aus

Nürtingen, hatte gerade ihren Hund

verloren und war noch sehr unglücklich

Aber ein Leben ohne Hund konnte sie

sich erst recht nicht vorstellen.”

Katharina Turri:

"Meine Mutter und meine Brüder waren

sofort begeistert, als sie Lori gesehen

haben. Da ist sofort der berühmte Funke

übergesprungen und das Beste an

allem: Das Zusammenleben mit ihr ist

ganz einfach, obwohl sie doch auf der

Straße gelebt hat und von Menschen sicher

nicht nur Zuneigung erfahren hat:

Sie hat einen sehr lieben Charakter, besticht

alle mit ihrem wunderbaren

Charme, bleibt alleine und kommt mit

anderen Hunden gut aus. Anfänglich

war Lori ängstlich und schüchtern,

doch inzwischen strahlt sie Selbstvertrauen

aus und wird mit jedem Tag bei

uns sicherer."

Tobias Fritz (unten):

"Die Bruni ist toll. Als vor einigen Monaten

unser Pudel starb, waren wir alle

sehr traurig. Aber jetzt haben wir ja

unsere Bruni…"


Vanessa

Rex

Dingo

Nickerchen in Kuschelhöhle

Neben Herrchen getrauert

Nach 17 Jahren abgegeben

Mit sechs Wochen habe ich meine Menschen das erste Mal gesehen und

dann fast 17 Jahre bei ihnen gelebt. Jetzt haben sie mich ins Tierheim gebracht

- aus Zeit- und Geldmangel! Warum überwiegen diese Gründe die

Liebe, die ich ihnen so lange entgegengebracht habe? Warum zählt das

alles plötzlich nicht mehr? Ich verstehe die Menschen in letzter Konsequenz

dann doch nicht. Aber das Ganze hat auch etwas Gutes: Ich habe

hier schon neue Freunde gefunden, einen netten Rüden und zwei Hündinnen,

die mir die Zeit versüßen, bis Sie mich vielleicht zu sich nehmen?

Ich bin sehr lieb, anhänglich und unkompliziert.

Kontakt: TH Wau-Mau-Insel,

Tel: 0561 / 86 15 680

Im Tierheim haben sie gleich

entdeckt, was mir gefällt: Eine

Art Kuschelhöhle, in die ich

mich zurückziehen kann, wann

immer ich Lust habe, um ein

wenig zu schlafen. Sonst bin ich

(11 Jahre) begeisterte Freigängerin,

brauche aber auch den

innigen Kontakt zu meinen

Menschen, möchte beschmust

und gestreichelt werden. Ich habe

Arthrose in den Vorderbeinen,

was nicht sehr angenehm,

aber nicht zu ändern ist.

Kontakt: TH Wau-Mau-Insel,

Tel: 0561 / 86 15 680

T IERE IN N OT

Liebevolle Menschen gesucht!

In mir finden Sie einen richtig guten Freund fürs Leben,

wenn Sie mich nicht auf den Arm nehmen. Das

kann ich nicht leiden, fragen Sie nicht, warum - im

Zweifelsfall kommt´s aus meiner Kindheit. Ich (10

Jahre) bin seit Mai 2006 im Tierheim und wünsche

mir doch nichts mehr als nette, ruhige Menschen, die

mit mir ein gemütliches Leben führen möchten.

Stress, Hektik, Unruhe von Kindern schätze ich nicht

mehr in meinem Alter, aber sonst bin ich ein lockerer

und ziemlich anhänglicher Typ.

Kontakt: TH Wau-Mau-Insel, Tel: 0561 / 86 15 680

Alf

Wahrscheinlich kennen die mei- … mag keine Hektik

sten das nur aus dem Film:

Ein Hund, der um sein Herrchen

trauert und ihm im Todesfall nicht von der Seite weicht. Ich bin so ein treuer

Kerl und habe meinen für immer eingeschlafenen Freund noch eine Woche

bewacht. Dann riefen Nachbarn die Polizei - und jemand nahm mich

hoch, ich war schon ziemlich entkräftet und brachte mich ins Tierheim. Zu

Anfang war ich verunsichert, was jetzt mit mir passieren würde, aber mittlerweile

bin ich ganz froh: Ich habe Hundekumpels, mit denen ich endlich

wieder spazieren gehen und spielen kann. Spitztypisch bin ich sehr "gesprächig"

und wachsam. Idealerweise haben meine neuen Besitzer Haus

und Garten - oder tolerante Nachbarn.

Kontakt: TH Wau-Mau-Insel, Tel: 0561 / 86 15 680

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Das Recht der Tiere 2/2007

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T IERE IN N OT

Liebevolle Menschen gesucht!

Rocky

Verschmuster Einzelkater

Edi

Warum nimmt mich eigentlich keiner

mit? Nichts ist mir wichtiger als ein

enges Verhältnis zu netten Menschen

aufzubauen. Wenn ich dann noch

meinen gewohnten Freigang bekomme,

bin ich die glücklichste Samtpfote

unter meinen Kollegen.

Kontakt: Tierheim Elisabethenhof,

Tel: 06035/ 5916

Hallo, ich heiße Edi

und bin ein Fundhund.

Bei einem

Also ehrlich: Warum wir nicht wie andere Katzen mit vier

Pfötchen geboren wurden, verstehen wir bis heute nicht.

Mir fehlt ein Hinterpfötchen, meinem Bruder Rübe gleich

zwei. Auf weichem Boden kann sich sogar Rübe ganz

gut fortbewegen, aber am liebsten liegt er in der Sonne

und faulenzt. Wir haben gemeinsam auf einem Bauernhof

eine schöne Zeit verbracht, kamen mit dem harten

Boden allerdings nicht zurecht. Danach wurden wir

in eine nette Pflegestelle gegeben, doch mein eher ruhiger

Bruder setzte sich ziemlich in den Mittelpunkt und

protestierte durch Unsauberkeit. Ich hätte dagegen gerne

einen flinkeren Spielkameraden zum Toben gehabt.

Jetzt suchen wir u.U. auch getrennte Plätze; ich wünsche

mir Artgenossen und einen katzensicheren Balkon, Rübe

wäre mit Menschen glücklich, die ihn liebevoll umsorgen

und ausgiebig streicheln.

Kontakt: Tierheim Elisabethenhof, Tel: 06035/ 5916

Autounfall, so vermuten die Tierärzte, sind die Nerven an der linken Schulter gerissen,

darum konnte ich mein Bein nur noch nachschleifen. Inzwischen wurde es

amputiert, aber ich bin trotzdem noch richtig schnell und spiele für mein Leben

gern mit Kindern. Ich bin ca. 1,5 Jahre alt, voller Lebenslust, ganz wild nach Streicheleinheiten

und freue mich schon auf meine neue Familie, die mich allerdings

beschäftigen muss. Langweile ist nämlich nicht meine Sache, dann reagiere ich

dackeltypisch und habe nur Unsinn im Kopf (sagen die Tierpfleger). Mit Hunden

komme ich super aus, Katzen hätte ich vielleicht nicht so gerne um mich. Kontakt:

Tierheim Elisabethenhof, Tel: 06035/ 5916

Liebt Kinder

Stimmt, da haben die Menschen im Tierheim schon

recht: Meine Beute, Spielzeug zum Beispiel, lasse

ich nicht mehr los, wenn ich es einmal ergattert habe.

Ich verteidige es dann auch gegen meine Menschen,

die ich sonst sehr schätze. Fazit: Ich gehöre

in äußerst hundeerfahrene Hände und sollte, laut

Empfehlung des Tierheimteams, besser in einem

umzäunten Freigehege leben als in der Wohnung.

Ich bin ca. 2 Jahre, kastriert, arbeite in der Hundeschule

erfolgreich an meinem Gehorsam und freue

mich auf wirklich interessierte, sachkundige Besucher.

Kontakt: Tierheim Elisabethenhof,

Tel: 06035/ 5916

Ratz & Rübe

... hat einen starken Beutetrieb

Auf drei und zwei Pfötchen durchs Leben

Max


K ATZENHAUS

G ÖTTINGEN

AUFRUF AN ALLE

TIERFREUNDE!

Halbwilde Katzen

müssen versorgt werden

Unter herrenlosen Katzen galt die Reinhäuser Landstraße in Göttingen

als Geheimtipp. Wer nichts zu Fressen fand oder sich nach einer

Streicheleinheit sehnte, wurde auf dem Grundstück des Katzenfreundes

mit offenen Armen empfangen. Dass sein Haus weder über

einen Wasser- noch Abwasseranschluss verfügt, das Gelände verwahrlost

und voller leerer Futterdosen ist, scherte die Katzen sicher

wenig. Doch als der Rentner im April 2007 erkrankt, bleiben seine

Schützlinge unversorgt zurück - und seine Lebensumstände gelangen

an die Öffentlichkeit.

"Der ältere Mann", sagt Monica Bossmann,

die das bmt-Katzenhaus in Göttingen

leitet, "liebt seine Tiere. Er hat sie

immer gut versorgt, nur für medizinische

Behandlungen und Kastrationen

fehlte ihm das Geld." Nun stehen das

Katzenhaus und die Katzenhilfe Göttingen

vor der Aufgabe, 26 halbwilde Katzen

zusätzlich mit zu betreuen. "Wir haben

selber im Katzenhaus wie in jedem

Frühjahr einen enormen Zuwachs von

Not leidenden Katzen", beschreibt Monica

Bossmann die prekäre Situation.

"Da fällt es uns besonders schwer, die

tierärztliche Behandlung

von 26 Katzen und

ihr tägliches Futter zu finanzieren."

300 Gramm Futter bekommt

jede Katze am

Tag, dazu müssen die

mittlerweile chronisch

gewordenen Erkrankungen

der Tiere behandelt

werden. Katzenschnupfen,Hautprobleme,

Haarlinge -

Der erkrankte Rentner musste seine Katzen zurücklassen

bis jetzt hat die tiermedizinische Betreuung

der 26 Katzen schon ca. 2000

Euro gekostet. Gelder, die das finanzschwache

Katzenhaus kaum aufbringen

kann, aber immer wieder das Unmögliche

möglich macht.

"Wir haben alle Tiere kastriert, sie unter

schwierigsten Bedingungen, weil die

Katzen ja sehr scheu sind, eingefangen,

und ins Katzenhaus gebracht", berichtet

Monica Bossmann. Doch die

Katzen sind unglücklich im Katzenhaus;

sie fressen nicht und verkriechen sich in

den hintersten Winkeln der Räume.

Auf dem Weg ins Katzenhaus

"Das konnten wir nicht mit ansehen und

haben sie auf das Grundstück zurück

gebracht und füttern sie dort regelmäßig

vor Ort", so die Tierschützerin vom

bmt.

Der inzwischen aus dem Krankenhaus

entlassene Rentner will sich weiter um

seine geliebten Schützlinge kümmern,

doch noch ist offen, ob und wie lange

er in dem von der Stadtverwaltung offiziell

nicht zum Wohnen zugelassenen

Haus weiter leben kann. Das Katzenhaus

kümmert sich derzeit weiter um

die Tiere und hofft dabei auf Ihre

Unterstützung.

Spendenkonto

bmt

Postbank Hannover

Kto. 73222-306

BLZ 250 100 30

Stichwort: Wilde Katzen

Nach der Kastration wurden die halbwilden Katzen wieder zurückgebracht

Das Recht der Tiere 2/2007

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Das Recht der Tiere 2/2007

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TIERHEIMTIERE

Beide wurden sichergestellt und von

der Stadt Syke, die mit dem bmt-Tierheim

Arche Noah in Brinkum einen

Fundtiervertrag hat, am 18. Mai gebracht.

Bereits einen Tag später kommt

der Besitzer, ein Rentner, und fordert

seine Hunde, zumindest den Rüden,

zurück.

Über den herausstehenden Rippen

spannt sich das Fell, die vernachlässigten

Hunde haben Hauptprobleme und

ducken sich bei jeder unerwarteten Bewegung.

Verstört, verängstigt, unterwürfig.

Aber der alte Mann versteht

nicht, warum ihm die Hunde abgenommen

wurden. Sie haben keine Namen,

nur die Hündin hat er manchmal

Sandy genannt. Doch nicht mal beim

Klang ihres Namens wendet sie den

Kopf.

Drei Mal täglich bekommen die Hunde

im Tierheim nun Schonkost, um den

Verdauungstrakt nicht zu belasten. In-

zwischen haben die Hunde verstanden,

dass ihnen im Tierheim keine Gefahr

mehr droht. Sie flüchten nicht mehr in

die Zwingerecken, sondern nehmen

zaghaften Kontakt zur Tierheimleiterin

Verena Krüpe auf.

Gyröngy, die am selben Tag wie die

beiden Namenlosen beschlagnahmt

wurde, hat es bei ihrem früheren Besitzer

noch schlechter getroffen: Die ca. 2

Jahre alte Kuvaszhündin gehörte einem

Imbissbetreiber aus Syke. Die Nachbarn

beobachten schon seit geraumer

Zeit, dass die schwer verwahrloste Gyröngy

kaum gefüttert und möglicherweise

misshandelt wird, doch sie fürchten

sich vor einer Anzeige gegen den

Mann. Die Situation wird lebensbedrohlich,

als der Hartz 4-Empfänger

seine Tiere, die Hündin und 30 Hühner,

unversorgt zurück lässt und verschwindet.

Die Hühner verenden,

um Gyröngy

kümmern sich die

Nachbarn, alarmieren

schließlich die Behörden,

dann folgt

die Sicherstellung.

Vermutlich hat die Kuvaszhündin

Schläge

gegen den Kopf be-

Aus unserer Tierschutzarbeit

Gemeinde stellt vernachlässigte

DIE NAMENLOSE

Wer einen nur flüchtigen Blick auf die beiden Hunde

wirft, könnte meinen, es handele sich um Junghunde.

Schmal, als seien sie noch in der Wachstumsphase.

Doch der Münsterländerrüde ist ca. 6 Jahre alt, die

Schäferhündin an seiner Seite ungefähr dreijährig.

Gyröngy hat einen Tumor im linken Ohr

kommen; in ihrem linken Ohr sind die

Blutgefäße geplatzt. Gyröngy bebt vor

Angst, wenn jemand sich ihrem Zwinger

nähert; sie wird ganz klein und erstarrt.

"Das kriegen wir wieder hin",

sagt Verena Krüpe mit sehr viel Wärme

in der Stimme. Der erfahrenen Tierheimleiterin

gehen diese Schicksale immer

wieder nah, obwohl sie nun schon

so viele Jahre im Tierschutz tätig ist.

Mehrmals am Tag überrascht sie Gyröngy

mit einem Besuch im Zwinger

und hat stets eine kleine Leckerei dabei.

Wenig später spricht Tierheimleiterin

Verena Krüpe mit dem Veterinäramt;

die Besitzer bekommen ihre Hunde

nicht wieder und werden außerdem mit

einem Tierhaltungsverbot belegt. Das

ist die eine, die juristische Seite - die andere

bleibt Aufgabe des Tierheims. Der

lange Weg des Vertrauensaufbaus, daneben

die noch unkalkulierbaren Kosten

für Tierarzt, Medikamente und

Schonkost. Wann sind solche zutiefst

verängstigten Tiere vermittelbar? Und

welches Umfeld brauchen sie, um ihr

wieder gewonnenes Vertrauen zum

Menschen zu festigen?

"Mit der Vermittlung lassen wir uns

Zeit", sagt die Tierheimleiterin. "Erst einmal

müssen sich die Hunde körperlich


Tiere sicher

N HUNDE

und seelisch stabilisieren, bevor wir ihnen

durch eine zu frühe Vermittlung

schaden."

Neben Tellington Touch und der Gabe

von Bachblüten käme für die verängstigten

Hunde auch Reiki in Frage. Ina

Wohlers, dem Tierheim eng verbunden,

ist praktizierende Reikimeisterin;

sie schwört auf die japanische Heilmethode,

um Menschen und Tieren neue

Energie und Kraft zu schenken.

Durch das Handauflegen an den verschiedenen

Meridianbahnen des Körpers

werden die Organe angeregt und

mögliche Blockaden des Energieflusses

beseitigt. Wie bei Menschen werden

auch bei Tieren die Selbstheilungskräfte

aktiviert und der Heilungsprozess beschleunigt.

Hunde, Katzen und Pferde zeigen der

Reikimeisterin durch ihre Körperstel-

lung genau, wo sie die heilenden Hände

benötigen. Bei Schock, Traumata,

Verhaltensauffälligkeiten, Stresssituationen

durch Trennung und Besitzerwechsel

profitieren Tiere von Reiki

ebenso wie bei körperlichen Beschwerden.

Bevor Gyöngy jedoch vom Handauflegen

profitieren kann, muss sie zur

Untersuchung in die Tierklinik. In ihrem

Gehörgang sitzt ein Tumor und am

Ohr selbst ein Geschwür. Das Ohr wird

entfernt, die Hörfunktion ist nicht beeinträchtigt.

Drei Stunden hat die Operation gedauert,

möglicherweise muss noch ein-

TH ARCHE N OAH

mal nachoperiert werden. Außerdem

hat die Hündin Probleme mit ihrem

Knie.

Text und Fotos: Claudia Lotz

UNSERE BITTE AN SIE

... und an alle anderen Tierfreunde:

Das Tierheim Arche Noah hilft, wo es kann. Doch die finanziellen

Mittel sind immer knapper geworden; viele Tiere kommen in einem

immer schlechteren Gesundheitszustand und verursachen hohe Tierarztkosten,

brauchen Medikamente und Spezialfutter.

Bitte helfen Sie mit Spenden, dass das Tierheim weiter

seine wichtige Funktion - Tieren sofort zu helfen - wahrnehmen

kann.

Spendenkonto

Kreissparkasse Syke Kto.113 000 29 57

BLZ 291 517 00

Erste vorsichtige Annäherungen

Reiki-Meisterin Ina Wohlers demonstriert ihre Behandlungsmethode

Das Recht der Tiere 2/2007

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Das Recht der Tiere 2/2007

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J UGEND

Alle Schüler lieben Alf

"Haben die Tiere denn kein Zuhause?"

Woher kommen sie, wem gehören

sie, beißen die Hunde - und

was ist ein Chinchilla? Kinder

haben unendlich viele Fragen,

wenn sie zum ersten Mal in ein

Tierheim kommen. Die Wau-

Mau-Insel in Kassel führt regelmäßig

Schulklassen und Kindergartengruppen

durch das

Tierheim. "Diese Besuche", sagt

Leiter Karsten Plücker, "sind uns

sehr wichtig, weil wir Kindern

und Jugendlichen den Grundgedanken

des Tierschutzes und

seine praktische Seite nahe

bringen.”

Über den " Tierschutz zum Anfassen

" berichtet bmt-Mitarbeiterin

Claudia Bioly.

Wir stellen Kindern und Jugendlichen

aller Altersgruppen unsere Arbeit vor

und erklären die Aufgaben eines Tierheims.

Wir erzählen, wie die Tiere zu

uns kommen, also entweder als Fundoder

Abgabetiere oder als vom Amtstierarzt

sichergestellte Tiere.

Unsere kleinen und größeren Gäste sehen,

wie die Tiere untergebracht sind,

welche Aufgaben unsere Tierärztin hat

und wie wichtig die Arbeit der Tierpfleger

für die Tiere ist. Viele Kinder waren

noch nie in einem Tierheim, haben

noch nie einen Chinchilla gesehen

oder haben Angst vor Tieren. Wir versuchen,

ihnen die Berührungsängste zu

nehmen und ihnen die Grundlagen einer

artgerechten Tierhaltung zu erklären.

Bei schlechter Haltung werden die

Tiere krank und leiden - das leuchtet

selbst den jüngsten Besuchern ein.

Wir haben die Erfahrung gemacht,

dass Kinder und Jugendliche das -

manchmal abstrakte - Thema Tierschutz

besser verstehen, wenn sie es an

praktischen Beispielen nachvollziehen

können. Kinderführungen durch unser

Tierheim sind in diesem Sinne ein "Tierschutz

zum Anfassen". Wenn Kinder ins

Tierheim kommen, lernen sie die Tierschicksale

nicht nur aus Geschichten

oder Erzählungen kennen, sondern sehen

die realen Tiere, um die es geht,

und erkennen, dass hinter jedem Tier

ein eigenes Schicksal steht.

Kinder sollten sich mit dem Thema Tierschutz

beschäftigen, je früher, desto

besser, denn wenn Kinder nicht frühzeitig

an die Thematik heran geführt

werden und von zu Hause aus den Tierschutzgedanken

nicht vorgelebt bekommen,

können sie den Umgang mit

Familie Rohlf lebt mit ihren vielen Tieren auf einem Hof

Tierschutz zum Anfassen

Wenn Kinder

Tieren helfen

Tieren und vor allem Respekt und Achtung

vor ihnen kaum lernen.

"Tierschutz ist ein Gedanke,

den man leben kann."

Tierschutz, das sagen wir immer wieder

all unseren Besuchern, ist für jeden

praktizierbar. Der bekannte Journalist

und Tierschützer Manfred Karremann

hat einmal gesagt: ‚Tierschutz ist ein

Gedanke, den man leben kann.' Und

diesen Gedanken wollen wir an Kinder

und Jugendliche weitergeben.

Wie Kinder Tierschutz in ihrem Alter leben,

möchten wir Ihnen an folgendem

Beispiel erzählen:

Vor einiger Zeit lernten wir von der

Wau-Mau-Insel Familie Rohlf kennen.

Das Ehepaar, Konny und Peter Rolf, lebt

mit seiner 8 Jahre alten Tochter Tatjana

in Niedersachsen auf einem Hof mit

derzeit 2 Eseln, 3 Pferden, 20 Katzen

und 6 Hunden - alles Tiere aus dem

Tierschutz und allesamt tierische Notfälle.

Dann entschloss

sich die

Familie - damals

noch

Hund Nummer

Fünf - bei sich

aufzunehmen.

Sie suchten eine

ältere, große

Hündin -


ei ihnen eingezogen ist schließlich ein

kleiner Dackelmix-Rüde namens Astra

aus der Wau-Mau-Insel. Astra leidet

unter einer Hausstaub- und Futtermil-

benallergie und hatte kaum noch Fell,

als wir ihn ins Auto luden.

Als wir auf dem Hof vorführen und die

Autotür öffneten, sprang Astra aus dem

Auto. Tatjana sah Astra, der jetzt übrigens

Manni heißt, schloss ihn in ihre

Kinderarme und sagte: "Für

mich bist du der schönste Hund

auf der Welt!" Dieser Satz beeindruckte

uns sehr, zeigte er

doch, dass Tatjana die Tiere

mit ihrem Herzen betrachtet. In

Kassel fanden Besucher Manni

nur "hässlich", bei Familie Rohlf

hat er ein Zuhause und seinen

Frieden gefunden - sein Fell ist

mittlerweile übrigens vollständig

nachgewachsen!

Es ist wunderschön, wie selbstverständlich

die kleine Familie

in Not geratenen Tieren hilft. Hier leben

die Eltern, Konny und Peter, der

TH WAU-MAU-INSEL

"Alles fing damit an, dass unser alter Hund Cyrano eingeschläfert werden

musste. Es waren sehr traurige Tage für uns Menschen und für

unsere anderen Tiere, denn die haben genau gemerkt, dass etwas anders

ist. Solche Tage hatte ich schon oft erlebt, denn bei uns leben

ziemlich viele Tiere. Immer wenn ein Tier starb, zog nach einiger Zeit

ein anderes Tier bei uns ein. Aber dieses Mal kam kein neuer Hund.

Mama und Papa meinten, wir hätten genug Hunde und genug Arbeit.

Ich war da ganz anderer Meinung, wo es doch so viele arme Hunde

gibt, da könnte doch einer bei mir einziehen.

Da meinte Mama, ich könne ja einen Patenhund bekommen. Zuerst

fand ich das ziemlich blöd. Was soll ich mit einem Hund, von dem ich nur ein Bild habe und mit dem ich nicht mal spielen

kann? Aber Mama erklärte, dass es so viele Tiere in Not gibt, aber man nun mal nicht alle bei sich aufnehmen kann.

Aber wenn man eine Patenschaft übernimmt und immer Geld für ein Tier spendet, dann kann man diesem Tier auch aus

der Ferne helfen und z.B. mit dem gesparten Geld dafür sorgen, dass es immer zu Fressen

bekommt oder dass ein Tierarzt gerufen werden kann, wenn es krank ist. So gesehen,

fand ich die Sache mit dem Patenhund dann doch ganz toll.

Mama rief Herrn Plücker aus der Wau-Mau-Insel in Kassel an, und der schickte mir eine

Patenschaftsurkunde mit einem Bild von "meinem" Alex. Die Urkunde haben wir eingerahmt

und davor eine Spardose für Alex gestellt, da habe ich dann immer Geld rein

gesteckt. Alex war ein ganz alter Hund in Ungarn, und ich wusste, dass ich ihn nie sehen

würde, aber mit meinem Geld konnte ich für ihn sorgen, das war ein gutes Gefühl.

Als Alex starb, war ich sehr traurig. Ich hatte ihn zwar nie gesehen, aber so viel

an ihn gedacht, dass er tatsächlich "mein" Alex geworden war.

Als Mama dann wieder fragte, ob ich einen Patenhund haben möchte, sagte ich sofort

ja. So bekam ich Mona Lisa, die lebt in Kassel in der Wau-Mau-Insel, und weil das

ja gar nicht so weit von uns weg ist, hab´ ich die sogar in echt

Tatjana mit der Patenschaftsurkunde für Mona Lisa

kennen gelernt - das war ganz schön aufregend!”

Tatjana leert ihren “Sparhund”

Tatjana - ein Mädchen hilft

Tieren in Not

kleinen Tochter jeden Tag vor, was es

heißt, den "Tierschutzgedanken zu leben",

ganz ohne den berühmten Zeigefinger.

Tatjana hat auch seit kurzem eine Tierpatenschaft

für unsere Mona Lisa übernommen.

Sie sucht sich unter den Tieren

immer diejenigen aus, die es

besonders schwer haben. Tatjana spart

für ‚ihre' Tiere und freut sich jedes Mal

wie eine Schneekönigin, wenn wir vorbei

kommen und gemeinsam ihren

Sparhund leeren. Und Tatjana spart

viel von ihrem Taschengeld für die Tiere,

für die sie Verantwortung übernommen

hat. Tatjana erzählt Ihnen jetzt,

warum sie eine Patenschaft für Mona

Lisa übernommen hat.

Text und Fotos : Claudia Bioly

Das Recht der Tiere 2/2007

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Das Recht der Tiere 2/2007

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LV BERLIN

Leise streicht der Wind über die

Rapsfelder. Gesäumt von

mächtigen Kastanien breiten

sich die sonnengelben Teppiche

unter dem warmen Frühjahrshimmel

aus.

Auf Weiden stehen Pferde - die

passende Einstimmung auf unseren

Besuch auf dem niedersächsischen

Gestüt von Hans-

Hermann Lange, der für den

bmt mittlerweile 18 Gnadenbrotpferde

betreut.

"Als Dr. Styrie mich Anfang März anrief",

erinnert sich der Gestütsbesitzer,

"fragte er, ob ich noch vier Pferde aufnehmen

könnte. Na klar, sagte ich und

ging im Geiste schon die neuen Gruppenzusammensetzungen

durch." Doch

es sollte anders kommen, denn wenige

Tage später wandte sich der bmt-Vorsitzende

noch einmal an Hans-Hermann

Lange. "Würden Sie auch noch

sieben weitere Pferde versorgen können?"

11 fremde Pferde in bestehende Gruppen

zu integrieren, ist kein leichtes

Unterfangen. Für den 66 Jahre alten

Pferdekenner allerdings kein wirklich

nennenswertes Hindernis; "da habe ich

schon ganz andere genommen", sagt

er mit Hinweis auf seine aktive Zeit als

Züchter.

Der bmt-Gnadenbrothof für Pf

11 PFERDE AUS BADEN-WÜRTTEMBERG

Einige Ausläufe grenzen an das Wohnhaus

15 Hektar gehören zum "Kastanienhof"

bei Lüchow-Dannenberg. Ausgedehnte

Weiden mit Baumbestand und Bachläufen,

offene, helle Ställe und Winterausläufe

sind optimale Voraussetzungen

zur artgerechten Haltung von

Pferden. Die meisten Pferde haben einen

engen Freund in der Gruppe - und

Hans-Hermann Lange hat ein waches

Auge darauf, dass alte Bindungen nicht

durch eine falsche Gruppenzusammensetzung

gefährdet werden.

1980 nahm er die ersten Gnadenbrottiere

für den bmt auf, und es folgten immer

wieder Notfälle von den Landesverbänden

Berlin, Niedersachsen und

Hessen. Seine Schützlinge werden sehr

alt, dank der liebevollen und sachkundigen

Pflege des Pferdekenners. Von

jedem sterbenden Pferd nimmt Hans-

Hermann Lange Abschied und kann

seine Tränen selten zurückhalten. "Wir

sind doch eine große Familie, wenn da

einer geht, fehlt einfach jemand", sagt

der sensible Niedersachse leise.

Die elf neuen Stuten lebten als Gnadenbrotpferde

auf einem Hof in Baden-Württemberg.

Für den bmt war

das nur eine vorübergehende Lösung,

Pferdekenner Hans-Hermann Lange und Dr. Jörg Styrie

bis dann im März dieses Jahres endlich

die Umsiedelung beschlossen werden

konnte. Der Transport der Pferde war

mehr als eine logistische Herausforderung

- zwei Stuten weigerten sich den

Transporter zu betreten, so dass Herr

Lange und sein Adoptivsohn Thomas

nur mit neun Tieren die Heimreise antraten

und die beiden anderen ein Wochenende

später nachholen mussten.

"Sie hatten solche Angst, in den Hänger

zu steigen", erklärt Hans-Hermann

Lange, "dass wir machtlos waren."

Kantana ist die älteste der elf Neuzugänge.

Sie ist abgemagert, wie für sehr

alte Pferde typisch. Sie fressen, nehmen

aber nicht


erde in Lüchow-Dannenberg

AUFGENOMMEN

AUCH HIER ZÄHLT IHRE UNTERSTÜTZUNG:

Wollen Sie

Pate für ein Pferd werden?

mehr zu. Kantana bekommt ein spezielles

Kraftfutter und wird mit Beginn

der Weidesaison dicht am Haus stehen,

damit der Gestütsbesitzer sie stets

im Auge hat. Von Mai bis Oktober

kommen die Pferde auf die Weiden

und bleiben dort auch nachts. Die Tiere,

die in den heißen Monaten tagsüber

von Fliegen geplagt werden, erholen

sich in der nächtlichen Kühle auf den

Wiesen besser als im Stall.

Im Winter werden die Pferde nach dem

Frühstück, bestehend aus Heu und

Kraftfutter, in die Sandausläufe gebracht.

Dabei führt Hans-Hermann

Lange jedes Pferd einzeln; das verbessert

den Kontakt zum Tier, erklärt er

und ist natürlich auch ein Sicherheitsaspekt,

um nicht von den übermütigen,

ins Freie strebenden Tieren zur Seite

gedrängt zu werden.

15-20

Jahre

möchte der

Gestütsbesitzermindestens

noch für seine Pferde sorgen.

"Wenn ich eines Tages nicht

mehr kann, macht meine Tochter

weiter", sagt er zuversichtlich.

Doch noch kann von Aufhören

nicht die Rede sein - im

Gegenteil: Die Ausläufe müssen

für den Winter mit Pflastersteinen

befestigt, die Wiesen

gemäht und alle neu eingezäunt

werden. Solange die Pferde

noch nicht ganztägig auf der

Weide stehen, müssen die Boxen

für die 18 bmt-Pferde und

die ca. 20 eigenen Tiere gemistet

und frisch eingestreut werden.

Die Pflastersteine für den Auslauf

kosten ca. 1000 Euro, der

Arbeitslohn würde mit ca. 4000

Euro zu Buche schlagen, wenn

Hans-Hermann Lange nicht

selber anpacken würde. Wenn

Sie für den Kauf der Steine

spenden möchten, helfen Sie

dem bmt, denn selbstverständlich

tragen wir die Kosten für

das Material.

Pferdeglück auf dem Kastanienhof

LV BERLIN

15 Hektar Land gehören zum Hof

Wenn Sie eine Patenschaft für unsere

neuen Schützlinge vom Landesverband

Bayern übernehmen möchten,

freuen wir uns sehr.

Der Landesverband Berlin betreut:

Die Ponys Schneewittchen und Stoppelchen

und die Pferde May, Hörnchen,

Ella und Leila.

Spendenkonto:

Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.

Landesverband Berlin

Stichwort: Befestigung Auslauf

Postbank Berlin, Kto. 9603-107

BLZ 100 100 10

Dem Landesverband Bayern gehören:

Die beiden Araberstuten Munja und Bianca,

Rappstute Scarlet, die braunen Stuten

Lara, Jaeny, Benja, Gina, Tessa und die

alte Stute Kantana.

Spendenkonto

Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.

Landesverband Bayern

Postbank München, Kto. 142 20-802

BLZ 700 100 80

Die nächste Fahrt zum "Kastanienhof"

findet am 25. August statt. Die Plätze

sind schon fast voll, weil die Ausflüge so

beliebt sind. Familie Lange deckt bei jedem

Besuch eine Tafel im Garten mit

Blick auf den Sandauslauf. Für die meisten

Teilnehmer ist das wie ein kleiner

Urlaub. "Von diesem Frieden nehme

ich etwas mit nach Berlin", sagte eine

Patin beim letzten Ausflug glücklich zu

Dr. Jörg Styrie.

www.kastanienhof-lange.de

Das Recht der Tiere 2/2007

29


Das Recht der Tiere 2/2007

30

HAUPTGESCHÄFTSSTELLE

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23

Postbank München Kto. 1819 30-807 (BLZ 700 100 80)

VORSTAND

B UND GEGEN M ISSBRAUCH DER T IERE

MIT 11 GESCHÄFTSSTELLEN , 8 TIERHEIMEN UND EINEM TIERSCHUTZZENTRUM

1. Bundesvorsitzender:

Dr. Jörg Styrie

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 63, Fax (030) 43 65 58 65

2. Bundesvorsitzende:

Petra Zipp, Tierschutzzentrum Pfullingen

Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen

Tel. (07121) 820 17 -12, Fax (07121) 820 17 -18

Bundesschatzmeister:

Hans Hoffsümmer, Gierather Str. 51

51469 Bergisch Gladbach

Tel. (02202) 59517, Fax (01805) 62 45 62-11415

Bundesschriftführerin:

Karin Stumpf, Am Heiligenhäuschen 2, 50859 Köln,

Tel. (0221) 950 51 55, Fax (0221) 950 51 57

LV Baden-Württemberg (www.tierschutz-bmt-bw.de)

Tierschutzzentrum Pfullingen

Leiter: Dr. Uwe Wagner

Leiterin (TH): Petra Zipp

Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen

Tel. (07121) 820 17 -0, Fax (07121) 820 17 -18

Kreissparkasse Reutlingen Kto. 75 7889 (BLZ 640 500 00)

Hundeauffangstation Ikervar/Ungarn

Petöfi u. 23, H-9756 Ikervar

LV Bayern (www.bmt-bayern.de)

Leiterin: Ewa Gara

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Tel. (089) 38 39 52-13, Fax (089) 38 39 52-23

Postbank München Kto. 142 20-802 (BLZ 700 100 80)

LV Berlin (www.tierschutz-bmt-berlin.de)

Leiter: Dr. Jörg Styrie

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 63, Fax (030) 43 65 58 65

Postbank Berlin Kto. 9603-107 (BLZ 100 100 10)

LV Hamburg / Schl.-Holstein (www.franziskustierheim.de)

Geschäftsstelle: Tel. (040) 55 49 28-34, Fax -32

„Franziskus-Tierheim“, Tel. (040) 55 49 28 37

Leiter (TH): Frank Weber

Lokstedter Grenzstraße 7, 22527 Hamburg

Haspa Kto. 1049220799 (BLZ 200 505 50)

LV Hessen / Rheinland-Pfalz / Saarland

1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Elisabethenhof“

(www.tierheim-elisabethenhof.de)

Leiter (Gst.): Mike Ruckelshaus, Tel. (06035) 96 11 11

“Elisabethenhof”, Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim

Tel. (06035) 59 16, Fax (06035) 96 11 18

Frankfurter Sparkasse Kto. 5975 (BLZ 500 502 01)

2. Tierheim „Wau-Mau-Insel“ (www.wau-mau-insel.de)

Leiterin (Gst.): Petra Hollstein

Leiter (TH): Karsten Plücker

Schenkebier Stanne 20, 34128 Kassel

Tel. (0561) 86 15 680, Fax (0561) 86 15 681

Kasseler Sparkasse Kto. 70 700 (BLZ 520 503 53)

AUSLANDSTIERSCHUTZ

Koordination im Tierschutzzentrum Pfullingen

Sonderkonto Ausland:

Rumänien und Ungarn

Frankfurter Sparkasse Kto. 847 275 (BLZ 500 502 01)

LV Niedersachsen

1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Arche Noah“

(www.tierheim-arche-noah.de)

Leiterin (Gst): Gaby Redeker; Tel. (0421) 834 223

Leiterin (TH): Verena Krüpe,

Rodendamm 10, 28816 Stuhr/Brinkum

Tel. (0421) 890171, Fax 80 90 553

Kreissparkasse Syke Kto. 113 000 29 57 (BLZ 291 517 00)

2. Geschäftsstelle Vollenborn (Thüringen)

Leiterin: Hannelore Thied, Hauptstraße 7a, 37355 Vollenborn

Tel. (036076) 40 555, Fax (036076) 40 556

„Katzenhaus Luttertal“, (www.katzenhaus-luttertal.de)

Luttertal 79, 37075 Göttingen

Leiterin: Monika Bossmann, Tel. (0551) 2 28 32

Postbank Hannover Kto. 732 223 06 (BLZ 250 100 30)

3. Geschäftsstelle Norden

Leiter: Dieter Kuhn und Ursula Sottmeier

Nordbuscherweg 17, 26553 Dornum

Tel. (04933) 99 28 24, Fax (04933) 99 28 26

Tierheim Hage (www.tierheim-hage.de)

Hagermarscher Str. 11, 26524 Hage

Tel. (04938) 4 25, Fax (04938) 91 49 90

Raiffeisen-Volksbank Fresena e.G. Norden

Kto. 6302020300 (BLZ 283 615 92)

LV NRW

1. Geschäftsstelle u. Tierheim Dellbrück

(www.tierheim-koeln-dellbrueck.de)

Leiterin (Gst): Sylvia Bringmann , Leiter (TH): Bernd Schinzel

Iddelsfelder Hardt, 51069 Köln

Tel. (0221) 68 49 26, Fax (0221) 68 18 48

Postbank Köln Kto. 924 02-505 (BLZ 370 100 50)

2. Geschäftsstelle Issum (www.bmt-nrw.de)

Leiterin: Dagmar Weist

Drosselweg 15, 47661 Issum

Tel. (02835) 44 46 97, Fax (02835) 44 46 99

Sparkasse am Niederrhein

Kto. 111 500 2063 (BLZ 354 500 00)

WEITERE ANSCHRIFTEN VON MITARBEITERN:

Mike Ruckelshaus

(mike.ruckelshaus@web.de)

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Tel. (06035) 96 11 11, Fax (06035) 96 11 18

Claudia Lotz (Redakteurin)

(lotzcl@nexgo.de)

Sauerbruchstr. 11, 14109 Berlin,

Tel. (030) 80 58 33 38, Fax (030) 80 58 33 39

Stephan Everling (Tierschutzlehrer)

Benfleetstr. 27, 50858 Köln

Tel. und Fax (02234) 73 73 7

www.bmt-tierschutz.de


Nachruf:

Geliebter Buddy aus Pecs

20 Monate lebte Buddy ein glückliches Hundeleben bei Familie Petsch -

dann starb der erst 8,5 Jahre alte, ursprünglich aus dem Tierheim Pecs stammende

Kuvacsmischling überraschend zum Jahresausklang. Der plötzliche

Tod des Hundes hinterlässt "eine große Leere und Erinnerungen an eine kurze,

aber intensive Zeit", schreibt Ursel Petsch im Januar 2007.

Aus ihrem Brief: "Buddy war mein 5. Hund und völlig anders; er hatte so

viele gute Eigenschaften, wie kaum ein Hund zuvor. Obwohl vom Typ Herdenschutzhund

konnte jeder Grundstück und Haus betreten, ohne bedrängt

zu werden. Buddy strahlte Ruhe und Gelassenheit

aus, war von feinstem Charakter

und dankbar für jede Zuwendung.

Was er nicht kannte, war "Gassigehen"

mehr als 100 Meter vom Haus entfernt.

Hier mussten wir mit viel Geduld Überzeugungsarbeit

leisten. Mit einer 10-Meter-Laufleine

(die ersten 4 Wochen) und

Leckerlies konnten wir in den Wiesen

das "Lauf", "Komm" und

"Sitz/ Platz" üben. Über die Handzeichen

hat er alle Kommandos wunderbar gelernt.

Seine Unverträglichkeit mit Artgenossen

zeigte sich hingegen bereits in der ersten

Woche. Natürlich haben wir uns viele

Gedanken über sein Leben in Ungarn und im Tierheim Pecs gemacht und

immer wieder versucht, für sein Verhalten eine Ursache zu finden. Der Bericht

über das Tierheim Pecs im WDR-Fernsehen war für uns sehr ergreifend,

und wir konnten immer besser verstehen, warum Buddy Artgenossen nur auf

Distanz dulden wollte."

15 Monate arbeiteten die neuen Besitzer einmal wöchentlich mit dem Rüden

bei einer Tiertrainerin und erreichten, dass Buddy die vierbeinigen Trainingskollegen

schließlich duldete.

Der imposante Herdenschutzhund starb zwei Tage nach einer Zahnbehandlung,

die in Vollnarkose durchgeführt wurde - für Familie Petsch kaum

nachvollziehbar. "Es war viel zu früh, und er hätte es verdient, noch einige

schöne Jahre zu leben", so Ursel Petsch.

Unser Buchtipp:

"Der goldige Muck"

von Ute Quast,

Edition Kilian, ISBN 3-932091-89-2

Z U GUTER L ETZT

Tierheim Pecs (Ungarn)

WIR SUCHEN EHRENAMT-

LICHE HANDWERKER!

Könnten Sie sich vorstellen, als ehrenamtlicher

Handwerker im Tierheim Pecs

(Südungarn) auszuhelfen? Es stehen Arbeiten

an den Zwingern, den Außengehegen

und weitere Reparaturen an.

Außerdem planen wir, eines der Hundehäuser

mit Glasbaufenstern zu versehen.

Sie würden uns mit Ihrer handwerklichen

Unterstützung eine sehr große Hilfestellung

leisten. Das Tierheim in Ungarn

versorgt derzeit ca. 300 Hunde, Pferde

und Wildtiere. Die Spenden im Land

selbst sind gering, die Ausgaben für tierärztliche

Versorgung, Medikamente und

Futter hoch.

Wir finanzieren die laufenden Kosten des

Tierheims mit einem monatlichen Beitrag

von 4600 Euro und können einen

Teil durch Patenschaften für Hunde abdecken.

Doch alle weiteren anfallen Kosten,

wie zum Beispiel für Renovierungsund

Reparaturarbeiten, müssen wir gesondert

decken, weil das Tierheim in

Pecs dazu kaum in der Lage ist.

Sie sehen, Ihre Hilfe ist erforderlich und

dringend erwünscht! Bitte nehmen Sie

Kontakt mit unserer Auslandskoordinatorin

Petra Zipp auf. Sie freut sich auf Ihren

Anruf unter Tel: 07121/ 820 17 12.

Der goldige Muck ist ein Retriever, der seine Sicht auf die Welt schildert. In Briefen

erzählt er von seinen Erlebnissen, die sich Kapitel für Kapitel mit Beobachtungen

der Autorin Ute Quast abwechseln.

Entstanden ist ein zauberhaftes Buch für alle, die in Hunden die Bereicherung im

Leben sehen.

Das Recht der Tiere 1/2006

31


„Das Recht der Tiere“ – Postvertriebsstück B 13769 – Entgelt bezahlt

Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.

Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt

Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar

Hauptgeschäftsstelle: D-80803 München , Viktor-Scheffel-Str.15

Tel. (089) 3839520 Fax (089) 38395223

M ITGLIED BEIM bmt

Ich werde Mitglied beim bmt und zahle einen selbstbestimmten Jahresbeitrag

von ...................... Euro (Mindest-Jahresbeitrag: 20 Euro. Mitgliedschaft kann jederzeit satzungsgemäß beendet werden.)

Nach Überweisung des Beitrages erhalten Sie Ihre Mitgliedsunterlagen.

F ÖRDERBEITRAG

Ich zahle einen monatlichen Förderbeitrag

von 5,00 Euro von 7,00 Euro von 9,00 Euro .............. Euro (anderer Betrag)

Ich unterstütze den Auslandstierschutz mit einer Spende

von ...................... Euro

A USLANDSTIERSCHUTZ

PATENSCHAFT

Ich übernehme eine Patenschaft

für ein Gnadenbrottier von ......................... Euro. (ab 15 Euro im Monat)

Patenschaft für einen ungarischen und/oder rumänischen Hund von ....................... Euro.

Name:............................................ Vorname:.......................................... E-Mail-Adresse:.............................................

PLZ und Ort:....................................................... Straße und Hausnr.:............................................................................

Telefon:............................................................... Datum:.............................. Unterschrift:.............................................

Einzugsermächtigung (wenn gewünscht). Ich ermächtige den Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V.

die Beiträge bis auf Widerruf von meinem Konto einzuziehen.

Mein Mitglieds- /Förder-/ Auslandstierschutz-/ Patenschaftsbeitrag beträgt .................................. Euro pro Monat.

Die Abbuchungen sollen erfolgen: jährlich halbjährlich vierteljährlich monatlich

BLZ: ................................................. Name der Bank: .............................................. Kontonummer: .............................................

Konto-Inhaber: .................................................................................... Geburtsdatum (wichtig bei Bankeinzug): ......................................

Telefon (f. evtl. Rückfragen): ....................................................................... Unterschrift: .......................................................................

Bei fehlender Kontodeckung besteht seitens der Bank keine Verpflichtung zur Einlösung. Teileinlösungen werden nicht vorgenommen.

ÜBERREICHT VON:


Bitte Coupon ausschneiden und frankiert an die Hauptgeschäftsstelle oder untenstehende Geschäftsstelle senden.

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