Download: PDF - Bonifatiuswerk

bonifatiuswerk.de

Download: PDF - Bonifatiuswerk

Projekte

Anregungen

geschichten

interview

tiPPs

Erstkommunion

Entdecke das

Geheimnis

2013


DiAsPorA-kinDer- unD -jugenDhilfe

Inhalt

DiAsPorA-kinDer- unD -jugenDhilfe

Monsignore Georg Austen

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3

einführung

Bischof Karl-Heinz Wiesemann

Sie erkannten ihn am Brotbrechen . . . 4

geDAnken zur erstkommunion

Claudia Hofrichter

Gemeinsam unterwegs .

Interkulturelle Katechese als Chance . . 7

Rainer Moser-Fendel

Erstkommunionkinder sind ein Segen!

»Der Herr segne und behüte dich!« . . 9

kAtechese unD geschichten

Stephan Sigg

Miteinander sprechen lernen .

Gespräche in der Erstkommunionvorbereitung

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

Elsbeth Bihler

Unterwegs nach Emmaus . . . . . . . . . . 12

Erwin Grosche

Constantins Brotgeschenk . . . . . . . . . . 15

hinweis für ihre PlAnungen

Thema und Bildmotiv der Erstkommunion-

und Firmaktionen des Bonifatiuswerkes für 2014

finden Sie bereits ab Juni/Juli 2013 im Internet

unter www .bonifatiuswerk .de

liturgische BAusteine

Beirat Religionspädagogik

Markus Ehrhardt

Entdecke das Geheimnis . . . . . . . . . . . 16

Markus Ehrhardt / Robert Haas

Lied: Entdecke das Geheimnis . . . . . . . 19

DiAsPorA-Projekt

Matthias Micheel

Ein Stück Zuhause –

das St . Antoniushaus in Kiel . . . . . . . . 20

Hilfe für Straßenkinder –

Ambulanz am Bahnhof Zoo . . . . . . . . . 21

Beistand im Leben und Sterben –

die Kinderhospizdienste

in Halle und Berlin . . . . . . . . . . . . . . . . 21

erstkommunion-interview

Matthias Micheel

Abtprimas Notker Wolf:

»Kommunionkinder brauchen

Menschen, die mit ihnen sprechen

und ihnen zuhören« . . . . . . . . . . . . . . . 24

erstkommunion-mAteriAlien

Bücher, Tipps und Geschenke

zur Erstkommunion 2013 . . . . . . . . . . 26

Die Erstkommunion- und Firmmaterialien des Bonifatiuswerkes

werden gemeinsam konzipiert und erarbeitet vom

»Beirat Religionspädagogik« des Bonifatiuswerkes der

deutschen Katholiken. Im Beirat sind derzeit tätig:

Matthias Micheel (Leiter Diaspora-Kinder-

Theologische

Beratung:

Dr . Christian

Hennecke

(Regens des Priester seminars,

Bistum Hildesheim)

und -Jugendhilfe), Julia Brodersen-Schäfers (Missionarische und

diakonische Pastoral im Bonifatiuswerk), Lioba Kolbe (Schulabteilung

Erzbistum Paderborn), Dr. Jan Woppowa (Schulabteilung

Bistum Osnabrück), Heidi Rose (Theologin im Verlag Butzon &

Bercker), Jens Ehebrecht-Zumsande (Referent für Katechese,

Erzbistum Hamburg) und Svenja Kuschke (Religionspädagogin,

Erzbistum Paderborn).

V . l . n . r .: Matthias Micheel, Jens Ehebrecht-Zumsande, Julia Brodersen-

Schäfers, Dr . Jan Woppowa, Lioba Kolbe, Heidi Rose, Svenja Kuschke

Mit Gebeten

und Gedanken

von Jessica Bohn

und Heidi Rose


» umfAngen wirst Du

von Den Armen Der

geheimnisse gottes«

HILDEgaRD VOn BIngEn

Vorwort

Lieber Mitbruder, liebe

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

in der Pastoral und Pädagogik,

liebe Eltern,

Entdecke das Geheimnis – das Leitwort unserer

Erstkommunionaktion 2013 richtet sich in erster Linie an

die Kommunionkinder. gerade Kinder sind die von Jesus

ermächtigten Erbauer und Bewohner des gottesreiches,

und sie sind uns Erwachsenen sogar Vorbilder in unserer

Hinwendung zu gott und zu Jesus Christus: »Wenn ihr

nicht werdet wie die Kinder, dann könnt ihr nicht in das

Reich gottes gelangen« – das hat Jesus zu den Erwachsenen

gesagt. Offenbar ist Kindern ein (noch) ganz eigener

Zugang zum geheimnis unseres glaubens offen, ihnen ist

das Mysterium (noch) viel unmittelbarer zugänglich als

unserer erwachsenen Betriebsamkeit und berechnenden

Vernunft.

Und so soll gerade auch die Vorbereitung auf die heilige

Kommunion Kinder und Katechetinnen und Katecheten,

aber auch die Eltern, Paten und Familien (neu) dazu einladen,

ureigenste Erfahrungen mit dem göttlichen geheimnis

zu machen.

Wenn wir Kinder in diesem Sinn fördern wollen, offen zu

werden oder zu bleiben für das geschenk und geheimnis

der Eucharistie, dann setzt das voraus, dass wir als

Erwachsene selbst offen werden und bleiben für den Wert

dieses geheimnisses!

Wenn wir selbst nicht durchlässig sind für das geheimnis

gottes in der Welt, keinen Sinn dafür haben, die Welt

sakramental zu betrachten und zu deuten, dann werden

Anregungen | iDeen | kritik | mitArBeit

Wir freuen uns auf Ihre Mitarbeit: Bei Kritik, Rückfragen,

anregungen oder Interesse an der Mitarbeit am Erstkommunionbegleiter

können Sie sich jederzeit und gerne an uns wenden.

Entdecke das

Geheimnis

Monsignore Georg Austen und Sängerin Maite Kelly basteln

gemeinsam mit Erstkommunionkindern .

wir schwerlich die Kinder davon begeistern können, dass

das Leben mehr zu bieten hat als die banale alltäglichkeit

unserer Konsum- und Werbeindustrie suggeriert.

Unsere Diaspora-Kinder- und -Jugendhilfe fördert Projekte,

die Kindern und Jugendlichen helfen sollen, das geheimnis

des glaubens in ihrem Leben zu entdecken, in der ost-

und norddeutschen Diaspora sowie in Nordeuropa,

Estland und Lettland. Sie unterstützt Initiativen, die zur

Bildung christlicher gemeinschaft und zur Vermittlung der

christlichen Botschaft an die neue generation in extremer

Diaspora notwendig sind. Einige davon dürfen wir Ihnen

in diesem Erstkommunion-Heft besonders erläutern.

Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieses Heftes darf

ich sehr herzlich für den Einsatz danken!

Besonders gerne verweise ich auf unsere Oster- und

Kommunion-Materialien . Bitte beachten Sie dazu

auch unseren beigelegten Prospekt mit den Angeboten

zu Erstkommunion und Firmung!

Mit gottes Segen für Sie und besonders für Ihre arbeit mit

Ihren Erstkommunionkindern bin ich in froher Verbundenheit

Ihr

Monsignore georg austen

(generalsekretär)

Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken,

Matthias Micheel (Diaspora-Kinder- und -Jugendhilfe),

Tel .: 0 52 51 / 29 96-50, E-Mail: Micheel@bonifatiuswerk .de

www.bonifatiuswerk.de

| 3 |

DiAsPorA-kinDer- unD -jugenDhilfe


einführung

Sie erkannten ihn am Brotbrechen

Eine Einführung in das Jahresthema

von Bischof Dr . Karl-Heinz Wiesemann

» BrAnnte uns nicht DAs herz in

Der Autor

Der Brust, Als er unterwegs mit

uns reDete unD uns Den sinn

Der schrift erschloss? noch in

DerselBen stunDe BrAchen sie

Auf unD kehrten nAch jerusAlem

zurück.« (Lk 24,32f.)

Bischof Dr . Karl-Heinz Wiesemann, Jahrgang

1960, Bischof von Speyer und Vorsitzender der

Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz

und Mitglied der Ökumene-Kommission

Wie uns die Bibelwissenschaftler, archäologen und

Forscher berichten, ist die Lage des historischen

Emmaus nicht sicher belegt. Es gibt sogar drei unterschiedliche

Orte nahe von Jerusalem, in denen eine

Kirche an das »Haus des Kleopas« erinnert. Emmaus

bedeutet »warme Quelle«. Vielleicht ist nun dieser

aspekt viel entscheidender, denn die biblische geschichte,

die von der diesjährigen Jahresaktion und von dem

Kommunionbildchen aufgegriffen wird, handelt eigentlich

gar nicht von dem Ort Emmaus. Sie eröffnet uns

vielmehr den Blick auf das geheimnis der Liebe Jesu, der

bei jedem von uns einkehren will. Insofern ist Emmaus

überall dort, wo Menschen gott suchen und er ihnen in

Jesus Christus begegnet. Er will die Quelle sein, aus der

ich schöpfe. Er ist die Quelle, die mir auch in Zeiten der

Dürre Leben spendet.

Mit der Emmaus-geschichte schenkt die Hl. Schrift uns

eine der besonders eindrücklichen geschichten in der

Bibel, in denen Menschen, die traurig, hoffnungslos

und ohne Perspektive sind, durch die Begegnung mit

gott neue Zuversicht und Kraft finden. Die österliche

Erfahrung der Emmaus-Jünger kann und will auch 2000

Jahre später für uns als Jünger Jesu Quelle der Kraft und

Inspiration sein, auf dass wir aufbrechen und den Menschen

von heute, die nach Sinn, anerkennung und Liebe

suchen, von dem geheimnis der Liebe gottes erzählen.

Sinnfälliger ausdruck dieser Liebe sind die Sakramente

| 4 | Erstkommunion 2013

Entdecke das

Geheimnis

Das diesjährige Bildmotiv zur Emmausgeschichte

(»Entdecke das geheimnis«)

stammt von günther Jakobs, Jahrgang 1978.

Jakobs studierte Philosophie und Design mit

Schwerpunkt Illustration. Seitdem arbeitet er als Kinder- und

Jugendbuchillustrator in einer ateliergemeinschaft in Münster,

zahlreiche Bilderbuchveröffentlichungen in namhaften

Kinder buchverlagen, www .guentherjakobs .de .

Dazu gibt es ein eigenes Erinnerungs- und Meditationsbildchen

für die Erstkommunionkinder mit einem Text

von Bischof Dr . Karl-Heinz Wiesemann .

der Kirche. an wichtigen Punkten unseres Lebens kreuzt

gott dabei sozusagen unser Leben mit seiner gnade.

Trefflicherweise wird nach alter Tradition die Kirche als

Spenderin dieser gnadengaben im Bild einer Quelle oder

eines Brunnens dargestellt, woraus die sakramentalen

Zeichen der Liebe und nähe gottes hervorsprudeln.

Die Begegnung mit dem auferstandenen verändert alles.

all das, was in unserem Leben und in unseren Herzen

dunkel und geheimnisvoll ist, was unverstanden bleibt,

kann durch die Begegnung mit Jesus hell und klar

werden – im Hören auf sein Wort, aber vor allem auch


Auf dem Weg nach Emmaus

Nachdem Jesus gestorben war, gingen

zwei seiner Freunde aus Jerusalem fort,

zurück nach Emmaus, wo sie zu Hause

waren . Sie waren traurig und niedergeschlagen

. Sie sagten: »So viel hatten wir

von Jesus erwartet . Er sollte uns befreien

. Und jetzt? Jetzt haben sie ihn gekreuzigt

und alles ist vorbei .« Während sie

so redeten, kam Jesus zu ihnen . Aber sie

erkannten ihn nicht . Er fragte sie: »Worüber

redet ihr?« Sie sagten: »Weißt du

denn nicht, was in den letzten Tagen in

Jerusalem geschehen ist? Sie haben Jesus

von Nazaret gekreuzigt . Und wir dachten,

er wäre unser Retter .« Da begann

Jesus, ihnen alles zu erklären: dass alles

so kommen musste, damit alle Menschen

vom Tod befreit wären . Und er erklärte

es ihnen aus den heiligen Schriften .

Es wurde Abend und sie kamen in das

Dorf Emmaus . Sie gingen in ein Haus . Je-

im Brechen des Brotes und im Mahl der gemeinschaft.

»Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten

ihn .« Die griechische Passiv-Form des Verbs dianoigo

(= öffnen) macht uns von einem augenblick auf den

anderen unmissverständlich deutlich, dass gott selbst

hier der Handelnde ist. Ostern bedeutet demnach: gott

ist der Herr über das geheimnis des Todes und über das

geheimnis des Lebens. Seine alles umfassende Kraft ist

eine Kraft, die das Leben bejaht und die Leben spendet.

Weil ER das ganze menschliche Leben angenommen

hat und kennt und zugleich ganz gott ist, kann er auch

unsere ganze menschliche Lebenswirklichkeit und -welt

radikal verändern. So lautet ein alter christologischer

Leitsatz: »Was nicht ganz angenommen ist, das kann

auch nicht ganz erlöst werden.«

auch wenn Ostern augenblicklich alles verändert, so

geschieht unsere Verwandlung, die uns immer näher

zu gott führt, schrittweise. Wenn wir noch einmal in die

biblische Emmaus-geschichte schauen, dann können wir

vier solcher Schritte entdecken, die die Begegnung der

Jünger mit Jesus kennzeichnen.

»Am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern

1 auf dem Weg, … sie sprachen miteinander

über all das, was sich ereignet hatte .« (Lk 24,13)

Die »Elf und die anderen Jünger«, wie uns der Evangelist

Lukas berichtet (vgl. Lk 24,33), blieben nach dem

Tod Jesu in Jerusalem; sie hatten sich zurückgezogen.

sus tat so, als wollte er weitergehen . Da

sagten sie: »Herr, bleibe bei uns . Es wird

schon dunkel .« Da ging Jesus mit hinein .

Sie bereiteten das Abendbrot vor . Da

nahm Jesus das Brot, dankte Gott, brach

das Brot und teilte es aus . In diesem

Moment erkannten die Jünger: Das ist

Jesus . Er bricht mit uns das Brot wie beim

letzten Abendmahl . Als sie ihn erkannten,

konnten sie ihn auf einmal nicht mehr sehen

. Aber sie waren so froh und sagten:

»Mochten wir ihn nicht schon unterwegs,

als er uns die Schriften erklärte?«

Voller Freude machten sie sich sofort

auf den Weg zurück nach Jerusalem . Sie

kamen zu ihren Freunden und erzählten:

»Jesus lebt! Er ist nicht tot, wie wir dachten!

Er ist auferweckt worden .« Und die

Nachricht verbreitete sich immer weiter .

(nach Lukas 24,13-35)

Die Emmaus-Jünger sind aber auf dem Weg. Vielleicht

konnten sie es nicht ertragen, sich zu verschließen. Ihre

Betroffenheit und tiefe Trauer lassen aber eher vermuten,

dass auch sie sich zurückziehen wollten; nur eben anders:

Flucht nach vorn, abstand gewinnen, frei werden.

Hatte nicht der, der Freiheit und Erlösung verheißen hatte,

sie jetzt endgültig verlassen? auch wenn den Jüngern

ihr Verstand womöglich etwas anderes sagt, ihr Herz

hängt Jesus noch immer an, denn sie sinnen über all das

nach, was in den letzten Tagen geschehen ist. Obwohl

keiner der beiden allein unterwegs ist, macht die Traurigkeit

trotzdem einsam. auch das Hinzutreten Jesu kann

die Einsamkeit zunächst nicht auflösen. Zu schwer wiegt

der Verlust, zu sehr sind die augen noch verschlossen.

aber Jesus begibt sich auf ihre augenhöhe, nimmt ihre

Sorgen und nöte ernst – und beginnt dadurch zugleich,

sie zu überwinden. Wer sollte dann auch uns in unseren

jeweiligen Lebenssituationen ernster nehmen können

als dieser Jesus? Wir dürfen ihm auch das dunkelste

geheimnis unseres Herzens anvertrauen. noch bevor wir

ihn erkennen, kennt er doch uns und unsere Sehnsüchte

und Wünsche. So dürfen auch wir ihm sagen: »Ja, Herr,

es fällt manchmal schwer zu glauben« (vgl. Lk 24,25).

2

»Und er legte ihnen dar .«

(Lk 24,26)

Das Wort des Zuspruchs. Jesus spricht den Jüngern

– damals wie heute – gut zu und gutes zu. Das heißt,

www.bonifatiuswerk.de

| 5 |

einführung


einführung

er ist der Segnende. Das griechische eulogein und das

lateinische benedicere bedeuten beide »gutes sagen«.

Dies unterstreicht die Bedeutsamkeit des Miteinander-

Sprechens, das bereits gemeinschaft schafft. Die Wichtigkeit

des Sprechens ist nicht nur für ein gelingendes

aufwachsen belegt, sondern ebenso evident ist es, dass

Sprache und Worte auch eine zerstörerische Wirkung

haben können. In unserer geschichte greift Jesus mit der

Schrift, mit Mose und den Propheten, all das auf, worin

sich die güte gottes in der geschichte des Volkes Israel

bisher erwiesen hatte. Wenn er dies nun tut, um den Jüngern

auskunft über sich selbst zu geben (»Musste nicht

der Messias all das erleiden?«), dann will er auf eines

aufmerksam machen: Über dem menschlichen Willen,

über unseren Plänen und Vorstellungen steht noch ein

anderer, steht gott selbst. Vater und Sohn können nicht

voneinander getrennt werden, der Messias musste durch

Leid und Kreuz zur auferstehung gelangen. Jesus versichert

dadurch auch uns: »Ich will euch erschließen, was

ihr noch nicht versteht, kommt zu mir und hört mir zu!«

»Bleib doch bei uns!« – »Er brach das Brot .«

3 (Vgl . Lk 24,28 .30)

Die abendliche Stunde lässt die Jünger umso eindringlicher

bitten. Es mag ihnen die Radikalität jener abendstunden

im gedächtnis gewesen sein, die unterschiedlicher

kaum sein können. 1. Der abend, als ihr Herr

beim letzten Mahl das Brot mit ihnen gebrochen hat,

der abend, als er für sie im geheimnis von Brot und

Wein den neuen Bund seiner Liebe gestiftet hat, was

seitdem Vermächtnis, auftrag und Erkennungszeichen

der Christen ist. 2. Der abend im garten getsemani.

Der Ort, wo Jesus in der nacht vor seiner Kreuzigung

gebetet hat, der Ort, wo Jesus verraten wurde, der Ort,

der mit golgota ausdruck größter gottverlassenheit ist.

»Per crucem ad lucem« – durch das Kreuz zum Licht.

Jesus erfüllt den Wunsch der Jünger, und von da an klart

alles auf. Die Illustration von günther Jakobs, die auf

dem Kommunionbild zu sehen ist, bringt das durch den

| 6 | Erstkommunion 2013

Entdecke das Geheimnis, dass du nie alleine bist:

Jesus geht alle Wege mit dir,

auch wenn du ihn nicht sehen kannst.

Entdecke das Geheimnis, wie sehr Jesus dich liebt:

Er schenkt sich dir in Brot und Wein.

Er will dein Herz mit Licht und Freude erfüllen

und dir die Augen öffnen,

wenn Angst und Sorgen deinen Blick trüben.

Impuls

Lichtschein eindrucksvoll zum ausdruck. »Und als er mit

ihnen am Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis,

brach das Brot und gab es ihnen« (Lk 24,30). auch

die Verwunderung der Jünger, den Moment, als ihnen

die augen geöffnet werden, hat Jakobs in gelungener

Weise eingefangen. Die großen augen des rechten Jüngers

und die vor den staunenden Mund gehaltene Hand

des zweiten machen dies deutlich. Sie erkennen Jesus im

Brotbrechen wieder. In diesem Moment bricht auch die

Dunkelheit ihrer Herzen auf, und die Freude überstrahlt

alles mit einem hellen und gütigen Schein. Jedes Mal,

wenn wir Eucharistie feiern, dann tritt Jesus wirklich zu

uns; dann ist er so gegenwärtig wie im abendmahlssaal

und in Emmaus. Von den Jüngern wird sodann berichtet,

dass sie ihn ab sofort nicht mehr sahen. Der Einbruch

des Lichtes und der Liebe Jesu in die Herzen ist das

eigentlich Wichtige. Das genügt und das befähigt uns

zum Leben.

»Noch in derselben Stunde brachen sie auf und

4 kehrten nach Jerusalem zurück .« (Lk 24,33)

Die Eucharistiefeier als die Feier von Tod und auferstehung

Jesu Christi ist nicht nur Erinnerung, sondern reale

Vergegenwärtigung des Mahlgeschehens. Sie ermöglicht

uns das eigene »Brich auf!«, das die Emmaus-Jünger

sich kurz nach der Begegnung mit Jesus selbst zugerufen

haben mögen. Von dem, was Jesus Christus an

seinen Jüngern wirkt, kann nicht geschwiegen werden.

Dieser aufruf zum Bekenntnis und zur nachfolge ist

heute noch so stark und aktuell wie vor 2000 Jahren.

aus einem eucharistischen geist haben die Emmaus-

Jünger die Ermutigung genommen, nach Jerusalem

zurückzukehren und den anderen von ihrem glauben zu

erzählen. nicht nur Emmaus kann überall sein, sondern

auch Jerusalem. In diesem Sinne gilt das Motto auch

in abgewandelter Form. Das geheimnis der Liebe Jesu

Christi zu entdecken ist für die Erstkommunionkinder,

aber auch für uns überall möglich: augenblicklich, überraschend,

uns ganz und gar verändernd.

JESSICa BOHn

Die Autorin

Jessica Bohn, Theologin,

wissen schaft liche

Mitarbeiterin an der Theol.

Fakultät Paderborn


Interkulturelle Katechese als Chance

Von Claudia Hofrichter

Gemeinsam

unterwegs

Die Weggeschichte der beiden Jünger auf dem Weg

von Jerusalem nach Emmaus wirkt betörend und

verstörend zugleich. Betörend ist die Dynamik der Erzählung

vom »Mit-Blindheit-geschlagen-sein« hin zum Erkennen

des auferweckten Jesus, »als er das Brot brach«.

Wann und in welchen Kontexten gibt es heute solche

Erfahrungen? Verstörend empfinde ich die Perikope,

weil sie fast maßlos herausfordert und das geläufige,

das gewohnte in unserer Pastoral und Kommunionkatechese

anfragt: Wen sehen wir, wen übersehen wir?

Wer braucht unsere besondere aufmerksamkeit? Welche

Deutungsprozesse eignen sich für Menschen, um erfahren

und im wahrsten Sinn des Wortes »begreifen« zu

können, wie sich Jesus Christus zu erkennen gibt?

Denke ich dabei an die Menschen, die aus anderen

Ländern und Kulturen kommen, dann eröffnet mir die

Weggeschichte wesentliche Einsichten für eine interkulturelle

bzw. kultursensible Kommunionkatechese.

Sich einlassen auf Neues –

offen sein für Fremdes

Kultursensible Katechese beginnt mit der Wahrnehmung,

dass unsere christlichen gemeinden international und

multikulturell sind und werden. Menschen nichtdeutscher

nationalität bzw. mit Migrationshintergrund gehören

ebenso wie binationale Partnerschaften zum gesicht

jeder gemeinde dazu. Das trifft nicht nur für großstädte

zu, sondern auch für kleinere Orte. In vielen Diözesen

gibt es eigene gemeinden mit Katholiken nichtdeutscher

Muttersprache. Migrantinnen und Migranten erleben

sich häufig als Wanderer zwischen den Kulturen. Dies

betrifft insbesondere die Kinder der sog. zweiten und

dritten generation der Zugewanderten, die zwei- oder

dreisprachig aufwachsen. Diese Kinder leisten den

Balanceakt der Vermittlung zwischen verschiedenen

Kulturen.

»Was sind die Dinge, über die ihr auf eurem Weg

miteinander redet?«, fragt der Fremde die beiden

Jünger. Die scheinbare aussichtslosigkeit der Jünger

nach dem Karfreitag, der nur noch ein Weggehen vom

tragischen Ort Jerusalem nahezulegen scheint, ähnelt

unserem zuweilen mangelnden Mut, uns dem Fremden

zu nähern. Der Fremde geht nicht vorbei; er lässt sich

auf die beiden Jünger ein, und die beiden lassen sich auf

ihn als Mitwanderer ein. Zunächst sind sie einander wie

Fremde. Im Zuhören und aufeinander-Hören wachsen

Offenheit, Vertrauen und das Interesse aneinander.

Einander Fremde finden eine Sprache füreinander.

Wo kommst du her? Was hat dich geprägt? Wie

lebst du als Christ/Christin? Welche Traditionen

pflegst du? Was ist dir wichtig? Was beschäftigt

dich? Was brauchst du? – Mit solchen Fragen werden

anknüpfungen an die Lebensgeschichte und konkrete

Situation von Menschen aus multikulturellen Kontexten

möglich. Dabei ist dann z. B. zu erfahren, wie wichtig für

Migrantinnen/Migranten ihre Muttersprache ist. Mit ihr

verbindet sich das gefühl und Erleben von Heimat. Die

Muttersprache gehört zur kulturellen Identität. Im Kontext

der Kommunionkatechese erlebe ich immer wieder,

dass die Elterngeneration sich in ihrer Muttersprache

leichter über ihren glauben austauschen kann, fast

unabhängig von ihren Deutschkenntnissen. Migrantinnen/Migranten

möchten deshalb, dass ihre Kinder in

der Sprache des Heimatlandes beten und die religiöse

Tradition der Eltern kennenlernen. Für die Kinder ist

das nicht unbedingt selbstverständlich, weil sie sich in

der deutschen Sprache ebenso zu Hause fühlen und

diese oft besser sprechen. Das kann auch zu Konflikten

zwischen Eltern und Kindern führen.

Kultursensible Katechese integriert deshalb Beten und

das Kennenlernen biblischer Texte in der jeweiligen

Muttersprache. Sie berücksichtigt gelebte Traditionen

der Migrantenfamilien. Konkret kann dies z. B. bedeuten,

dass Kommuniongruppen gemeinsam von Katechetinnen/Katecheten

verschiedener Muttersprachen geleitet

werden.

Auf Bekanntes treffen –

Verbundenheit erkennen

Das Interesse aneinander bringt Überraschendes

hervor: Was fremd erscheint, wird vertraut. So legt es

die Begegnung auf dem Weg nach Emmaus nahe. Der

www.bonifatiuswerk.de

| 7 |

geDAnken zur erstkommunion


geDAnken zur erstkommunion

Fremde geht auf das Problem der Jünger ein. Er greift

auf, was sie ihm berichten und nicht verstehen können.

Der Fremde gibt ihnen die Impulse, wie sie das, was sich

in Jerusalem ereignet hatte, deuten können. »Musste

nicht all das geschehen …« Der, den sie noch nicht

als den auferstandenen erkennen, setzt neue akzente,

indem er ihnen die Thora und Mose und die Propheten

auslegt. So zeigt er ihnen Linien zu Bekanntem auf. Sie

beginnen zu ahnen – und später erkennen sie es –, dass

das zunächst Unbekannte bereichert.

So hat es mich z. B. sehr berührt zu erleben, wie Portugiesen

»ihre« Madonna von Fatima verehren und Kroaten

aus tiefstem Herzen Marienlieder mehrstimmig singen.

Diese Erfahrung hat meine eigene Marienverehrung

verändert und mir ein neues gespür geschenkt. Für mein

Christsein habe ich dabei Wesentliches gelernt.

Es lohnt, sich in die Rolle des ohne namen genannten

Jüngers hineinzubegeben und den Weg des noch Unvertrauten

mitzugehen. Für eine kultursensible Katechese

kommt hier das Prinzip der Partizipation in den Blick. Es

geht darum, erleben, hören und fühlen zu lernen, was

dem anderen wichtig ist. Christ sein und Christ bleiben

ist ein geben und nehmen – mehr noch: »Migrantinnen/

Migranten und Einheimische geben und nehmen Teile

der jeweils anderen Kultur als Bereicherung auf. gleichzeitig

reichen sie etwas von ihrer Kultur weiter. Damit

verbinden sie sich, entwickeln sich, erweitern sich, ohne

an Identität zu verlieren« (Paulo nicoly-Menezes, Brasilianer,

Pastoraler Mitarbeiter in der Diözese Rottenburg-

Stuttgart). Einander als Menschen wahrzunehmen, die

Die Autorin

Dr . Claudia Hofrichter ist Referentin für

Katechese am Institut für Fort- und Weiterbildung

der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Interkulturelle Katechese ist einer ihrer

arbeitsschwerpunkte. Vorsitzende des Diözesanverbandes

des Deutschen Katecheten-Vereins (DKV).

Die Autorin

Heidi Rose, Theologin,

tätig in der Verlagsarbeit,

viel fältige Erfahrungen in

der Sakramenten katechese

Impuls

| 8 | Erstkommunion 2013

ihren Reichtum des glaubens miteinander teilen, stärkt

und ermutigt, gemeinsam den Weg des glaubens zu gehen

in einer Welt, in der der christlich-kirchliche glaube

nicht mehr selbstverständlich ist. So kann die nächste

generation in den glauben hineinwachsen.

Einander erkennen –

miteinander aufbrechen

Die Emmaus-geschichte geht mit der gastfreundschaft

weiter: Erst als die Jünger und der Fremde gastfreundschaft

pflegen und der auferweckte Jesus das Brot

bricht, erkennen sie ihn. Und noch im selben augenblick

verschwindet er wieder vor ihren augen. Ihr Herz brennt

weiter. »Brannte nicht unser Herz?«, fragen sich die

Jünger. Das Wort muss Brot und uns einverleibt werden.

Dann öffnen sich die augen, und wir erkennen einander

und erkennen Jesus als den auferweckten – mehr noch:

Wir erkennen im Fremden den auferweckten Jesus. So

beginnt die gemeinsame Sendung: dass wir einander

gastfreundschaft schenken. Das Erlebte, die Verwandlung

vom Unbekannten und Fremden zum geahnten

und neuen, muss weitergesagt werden, wie interkultureller

Reichtum weitergegeben werden muss.

In einer von Einheimischen und Migrantinnen/Migranten

gemeinsam verantworteten Kommunionkatechese

kann der glaube seine missionarische Kraft entfalten.

Hier sind alle gemeinden herausgefordert, in denen

Migrantinnen/Migranten leben. Deutschsprachige und

muttersprachliche gemeinden sind gleichermaßen

aufgefordert, ihre Türen füreinander zu öffnen und vertrauend

ein Miteinander anzustreben. Interkulturell bzw.

kultursensibel geprägte Wege der Kommunionkatechese

bündeln Kräfte und setzen solche zugleich frei. Das bedeutet,

dafür zu sorgen, dass alle Beteiligten ihr Leben

in multikulturellem Kontext aus dem glauben deuten

können, und nach und nach immer mehr zusammenzuwachsen.

So werden wir füreinander und miteinander

glaubhafte Zeuginnen und Zeugen für die Radikalität

des christlichen glaubens, wie wir sie im Brechen des

Brotes und im Trinken des Weines feiern.

Keiner kann alleine glauben

Wenn wir im Leben auf der Suche sind und glauben wollen, dann

ist es gut, gemeinsam unterwegs zu sein. Miteinander können wir

über den Glauben sprechen und uns gegenseitig ermutigen. Die

beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus haben es erlebt. Zunächst

verstehen sie das Geheimnis des Lebens und Sterbens Jesu

nicht, doch zusammen können sie sich wenigstens darüber austauschen.

Dabei spüren sie: Gerade in schweren Zeiten tut es gut,

gemeinsam auf dem Weg zu sein. Denn um glauben zu können,

braucht man immer auch andere Menschen. HEIDI ROSE


»Der Herr segne und behüte dich!«

Von Rainer Moser-Fendel

Ist es nicht eine tiefgehende Erfahrung und ein großes

glück, unsere Kinder heranwachsen zu sehen, dazu

beitragen zu können und mitzuerleben, wie sie sich zu

einer eigenen Persönlichkeit entwickeln? Eltern tun das

ihnen Mögliche, die Menschwerdung ihrer Kinder zu

unterstützen.

Sie wissen aber auch, dass sie nicht alles bewirken können,

dass auch andere Menschen und gegebenheiten

Einfluss auf die Entwicklung ihrer Kinder nehmen. Und

nicht alles wirkt sich positiv dabei aus. Unser christlicher

glaube ermutigt uns, uns und andere in der Liebe gottes

zu wissen: ER der gott des Lebens.

Segenswünsche sind ausdruck dafür, dass wir anderen

ein gutes und geglücktes Leben wünschen. Wir drücken

damit auch aus, dass wir dies nicht allein bewirken

können. Das ist ehrlich. Und gleichzeitig dürfen wir uns

und die anderen gott anvertrauen und seine Unterstüt-

Der Autor

Rainer Moser-Fendel, Diplom-

Pädagoge, Referat Pastoral in

Seelsorgeeinheiten, Erzbistum

Freiburg/Breisgau

Erstkommunionkinder

sind ein Segen!

Segen für ein Kind

N.N.

Weil auch Gott nicht allein sein will,

hat er dich ins Leben gerufen.

Er hat dir die Sinne gegeben,

damit du dem Leben begegnen und es mitgestalten kannst.

ER segne dich.

ER segne deine Augen, deine Ohren, deine Nase.

ER segne deinen Mund und deine Hände,

damit du die Schönheit des Lebens erfahren

und Gutes tun kannst.

ER behüte dich und bewahre dich vor Unheil,

ER schenke dir Freude am Leben.

All das schenke dir unser Gott,

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

zung erbitten, wie

immer diese dann

auch aussehen

mag. Und wir dürfen darauf vertrauen, dass gott es gut

meint mit den Menschen.

Ein Segen ist kein automatismus. Wer gesegnet ist, dem

kann nichts passieren. nein, so geht das nicht. aber sich

gesegnet zu wissen bedeutet, die Zusage zu erhalten, dass

man nicht allein ist, dass andere und gott es gut mit mir

meinen. Und das schenkt Vertrauen, Kraft und Zuversicht.

So macht es Sinn, Kinder zu segnen und sie dadurch die

Liebe und Fürsorge spüren zu lassen, die wir ihnen wünschen.

Eltern können ihre Kinder segnen, am Morgen für

den Tag, vor besonderen Ereignissen, an ihrem geburtstag,

in gottesdiensten, aber auch zu Hause können Kinder

gesegnet werden; ja, eigene Segnungsgottesdienste

können wir feiern, um zum ausdruck zu bringen, dass

die ganze gemeinde ihnen alles erdenklich gute für ihr

Leben wünscht: beim Eintritt in den Kindergarten, bei der

Einschulung, am Fest der Unschuldigen Kinder (28. Dezember),

am Fest Darstellung des Herrn (2. Februar), aber

immer wieder auch auf dem Weg zur Vorbereitung auf die

erste heilige Kommunion.

www.bonifatiuswerk.de

| 9 |

geDAnken zur erstkommunion


kAtechese unD geschichten

Miteinander sprechen lernen

Gespräche in der Erstkommunionvorbereitung

Von Stephan Sigg

In der Emmaus-Szene ist auch das Gespräch von

zentraler Bedeutung: Der Auferstandene spricht

mit den Jüngern, die Jünger sprechen miteinander .

Auch Erstkommunionkinder sollten erfahren, wie

wichtig das Gespräch für jeden Menschen ist .

»Das Herz der Jünger war so voller Freude, dass sie sofort

ihren Freunden davon erzählen mussten.« anderen

erzählen, was einem wichtig ist, was einen freut oder

was einen bedrückt – sich mitteilen und einander erzählen,

das ist auch für Kinder wichtig. Deshalb sollten die

Kinder in der Vorbereitung auf die Erstkommunion auch

für das Erzählen und das gespräch sensibilisiert werden.

Dies kann auf vielfältige Weise geschehen:

Die Kinder können regelmäßig aktiviert werden, über

ihren glauben, über ihr Bild von gott und Jesus zu

sprechen. So lernen sie, eigene Begriffe für ihren glauben

zu finden. Sie erfahren aber auch, wie wichtig das

»Schrei-Wand«

Botschaft: Ein Gespräch wird nur möglich, wenn

man einander zuhört .

Es werden drei gruppen gebildet. Jede gruppe

stellt sich nebeneinander in einer Reihe auf.

Zwischen jeder gruppe besteht ein

abstand von ca. ein bis zwei Metern.

Die Katechetin / Der Katechet

gibt der 1. gruppe einen Begriff

vor. Die 1. gruppe versucht,

den Begriff der 3. gruppe

zu erklären. Doch die 2.

gruppe (die zwischen den

beiden gruppen steht)

versucht, das zu verhindern,

indem sie

Krach macht, brüllt

usw. Die Zeit wird

gestoppt. Die 3. gruppe

muss den Begriff möglichst schnell erraten. Die Übung

kann mehrmals wiederholt werden. Es sollte

immer eine andere gruppe in der Mitte

stehen. nach der Übung folgt eine kurze

Reflexion zur Frage: Was ist wichtig

bei einem gespräch? (Unter anderem:

Wenn alle reden, erfährt niemand was

– bei einem gespräch ist es wichtig,

einander zuzuhören.)

| 10 | Erstkommunion 2013

gespräch für die gemeinschaft ist, dass das gespräch

in allen Lebenslagen eine entlastende, aber auch eine

verbindende Funktion hat und dabei hilft, den anderen

besser zu verstehen. Damit dies gelingt, müssen wir alle

aber einige Regeln beachten. Die Sensibilisierung dafür

ist in Form eines Spieles möglich:

»Karussellgespräch«

Botschaft: Es ist gar nicht so einfach, anderen

gegenüber frei und spontan zu reden und Persönliches

von sich preiszugeben . Das erfordert Mut,

Vertrauen und Offenheit – gerade auch, wenn es

um Glaubensfragen geht .

Es werden zwei gruppen gebildet. Die 1. gruppe setzt

sich im Kreis auf den Boden (Rücken gegen innen). Die

Kinder der 2. gruppe bilden einen äußeren Kreis und

setzen sich nun je einem Kind der 1. gruppe gegenüber.

So hat jedes Kind einen gesprächspartner. Es wird die

erste Impulsfrage gestellt (z. B.: Wie stellst du dir gott

vor?). Jedes Kind bekommt 30 Sekunden Zeit, seinem

gesprächspartner etwas zu dieser Frage zu erzählen.

Danach rücken die Kinder im äußeren Kreis einen Platz

nach links. Die zweite Frage wird gestellt.

Die Kinder sprechen wieder

je 30 Sekunden darüber. Diese

Übung wird mehrmals wiederholt.

Bei den Themen sollte es

sich um »persönliche Fragen«

handeln, welche die Kinder

herausfordern und eine

persönliche

Spiel


Stellungnahme provozieren (z. B.: Was gefällt dir an der

Erstkommunionvorbereitung am besten?). anschließend

folgt eine Reflexion zur Frage: Worauf kommt es an,

wenn ich anderen etwas über mich erzähle? (Es braucht

Mut, Vertrauen, Offenheit …)

»Stille Post«

Botschaft: Es ist wichtig, dass man sich bei

einem Gespräch ganz gut zuhört . Nur

so versteht man sich richtig .

Die Kinder sitzen im Kreis. Die Katechetin

/ Der Katechet flüstert dem

1. Kind einen Satz ins Ohr. Dieses

muss den gehörten Satz dem

nächsten Kind ins Ohr flüstern.

nachdem der Satz beim letzten

Kind angekommen ist, spricht

es den Satz laut aus. Ist er

noch identisch mit dem anfangssatz?

Wichtige Regel: Jedes

Kind flüstert den Satz nur einmal – keine Wiederholung,

selbst wenn nur die Hälfte verstanden wurde. anschließend

folgt eine Reflexion darüber, warum das genaue

Zuhören in einem gespräch wichtig ist.

»Ohne Worte«

Jedes Kind erhält einen Zettel, auf dem

ein gefühl steht (»wütend«, »enttäuscht«,

»traurig«, »einsam«, »fröh-

BuchtiPP

Stephan Sigg:

Eine Familie zum

Weißen Sonntag .

Wie annika einen

wunderschönen

Weißen Sonntag

mit einer etwas anderen

Familie erlebt.

Mainz: grünewald, 2007.

ISBn 978-3-7867-2649-4,

10,90 €.

lich« …). nun spielt jedes

Kind nacheinander »sein«

gefühl vor. Dabei muss komplett

auf geräusche verzichtet

werden. Die anderen versuchen,

zu erraten, was mit dem

Kind los ist. Danach folgt eine

Reflexion, warum es wichtig

Der Autor

Stephan Sigg, Theologe,

Religionslehrer

und Buchautor,

www.stephansigg.com

ist, über unsere gefühle zu sprechen bzw. mitzuteilen,

was uns beschäftigt. Das hat eine entlastende Funktion,

gleichzeitig hilft es anderen, wahrzunehmen, wie es uns

geht, und uns zu verstehen. Hier kann ein Bezug zu den

Jüngern hergestellt werden, die auch über das, was

sie erlebt bzw. was sie beschäftigt hat, miteinander

gesprochen haben.

Diese Methoden eignen sich, um Lerninhalte aus

der Erstkommunionvorbereitung zu wiederholen

(z. B. Kinder versuchen, sich

im »Karussellgespräch« gelernte

Begriffe zu erklären). gleichzeitig

können sie aber auch den Einstieg oder abschluss einer

Stunde bilden, bei dem die Kinder einmal ganz explizit

auf die Bedeutung und die Regeln des gesprächs, die

nicht nur im Erstkommunionunterricht, sondern überall

im alltag gelten, hingewiesen werden.

wütend

traurig

Stephan Sigg: Mein Erinnerungsalbum

zur Erstkommunion . Illustriert von Verena

Körting. neben klassischen Elementen

enthält das album Platz für „Steckbriefe“,

Erinnerungen der Eltern und großeltern an

die eigene Kommunion usw. Stuttgart: gabriel,

2013. ISBn 978-3-522-30322-4, 14,95 €.

Stephan Sigg: Ministranten-Wandkalender

2013 . Für alle, die nach der Kommunion

Ministrant werden! Kevelaer: Butzon & Bercker,

2012. ISBn 978-3-7666-1566-4,

5,40 € (Mengenpreise!)

www.bonifatiuswerk.de

| 11 |

kAtechese unD geschichten


kAtechese unD geschichten

Unterwegs nach Emmaus

Katechetische Bausteine von Elsbeth Bihler

Szenische Gestaltung

der Emmaus-Geschichte

Material: Tücher, Bauklötze, Jesuskerze, Holzkreuz

1 . Teil:

Ein schwarzes Tuch wird in die Mitte gelegt.

Erfahrungsaustausch:

Warst du schon einmal traurig und niedergeschlagen?

Erzählen des ersten Teils der geschichte

– ein Holzkreuz wird auf das schwarze Tuch gelegt.

2 . Teil:

Ein Weg aus braunen Tüchern wird an das schwarze

Tuch gelegt.

Erfahrungsaustausch:

Wie bist du denn wieder froh geworden? – Da war

jemand …

Gebet

Der Weg

nach Emmaus

Jesus, da waren zwei Freunde,

deine Freunde.

Sie sind traurig.

alles ist aus.

Du bist tot, im grab.

Sie gehen nach Hause.

Plötzlich bist du da.

Sie wundern sich:

Weißt du denn nicht,

was geschehen ist?

Sie erkennen dich nicht.

Du redest mit ihnen.

Du erklärst ihnen,

was in der Schrift steht.

Die Autorin

Elsbeth Bihler, Religionspädagogin,

bekannte

Buchautorin, Schwerte

| 12 |

Im Dorf bitten sie:

Bleibe bei uns, Herr!

Du kehrst mit ihnen ein.

Du brichst mit ihnen das Brot.

Da gehen ihnen die augen auf.

Sie merken: Das bist du!

Jesus bricht mit uns das Brot

Wie damals beim letzten abendmahl.

Sie wissen jetzt:

Jesus ist nicht tot, er lebt.

Voller Freude gehen sie zurück

nach Jerusalem.

Gestaltung

Der zweite Teil der geschichte wird erzählt, auf den Weg

werden die Jesuskerze und eine Bibel gelegt.

Evtl. das »Kindermutmachlied« (SL 363) oder »Das

wünsch ich sehr« (SL 366) singen.

3 . Teil:

aus gelben, orangen und roten Tüchern wird das Dorf

Emmaus an das Ende des Weges gelegt.

Der dritte Teil der geschichte wird erzählt. Evtl. das Lied

»Herr, bleibe bei uns« singen. Die Jesuskerze wird in den

oberen Teil des Bildes gestellt, dazu kommen Kelch und

Schale. Die Jesuskerze wird weggenommen.

4 . Teil:

Ein himmelblaues Tuch wird neben den Weg gelegt.

Erfahrungsaustausch: Wenn du etwas Schönes gehört

hast, was tust du dann? (Weitersagen.)

Der letzte Teil der geschichte wird erzählt.

Gebet

Körperübung

Alle gehen im Raum umher.

Katechetin/Katechet macht auf

die Geschichte der Emmaus-Jünger aufmerksam:

Stellt euch vor, ihr seid die Jünger, die nach Emmaus gehen.

geht so, als wäret ihr niedergeschlagen und traurig!

Jemand begegnet euch. Ihr werdet aufmerksamer.

Ihr kommt in Emmaus an. Bleibt stehen.

In Emmaus erfahrt ihr: Jesus ist nicht tot, er lebt!

Jetzt geht ihr voll Freude zurück nach Jerusalem,

um den anderen Jüngern von eurem Erlebnis zu erzählen!

Hüpfen, laufen …

Sie erzählen den anderen:

Freut euch mit uns,

Jesus lebt.

Wir haben ihn erkannt,

als er das Brot mit uns brach!

Danke, Jesus, dass du da bist.

amen.

Guter Gott, als Jesus gestorben war,

da waren seine Freunde traurig .

Sie sagten: Jetzt ist alles aus .

Dann bist du gekommen .

Du sagst: Freut euch, alles geht weiter!

Danke, Gott . Amen .


Brot füllt uns mit Wohlbehagen,

wir fühlen uns wohl und warm,

ein warmer Laib,

Brot und Mensch,

Brot – Korn, aus der Erde wie ich.

Leben und Sterben –

Brot und Mensch,

Mensch und Brot.

Brot zum Leben,

Lebensmittel,

Mittel zum Leben.

Leben – Brot ohne not,

not – Leben ohne Brot.

Brot wird gebrochen,

wird geteilt,

mitgeteilt.

Brot, das wir brechen,

verbindet uns,

schafft gemeinschaft,

schenkt Vertrauen,

schließt Frieden.

Mit dem anderen uns teilen,

uns dem anderen mitteilen,

der andere teilt mit uns,

er teilt sich uns mit

durch Brot, das wir brechen.

Miteinander teilen und essen

Jedes Kind erhält ein Stück von den Brötchen

in der Mitte . Sie werden bei leiser Musik herumgegeben

.

Jesus, du sagst:

Ich bin bei euch.

Ich bin das Brot des Lebens.

Brot, das ist etwas zu essen.

Wir müssen essen,

damit wir leben können,

damit unser Körper stark

bleibt.

Brot zum Leben –

glücklich zu preisen,

wer es sich bricht;

glücklicher,

wem es gebrochen wird;

am glücklichsten,

wer mit anderen es bricht.

Brot zum Leben,

ich brauche es,

du brauchst es,

er, sie und es brauchen es,

Brot zum Leben;

ich hab es,

hast du es,

haben er, sie und es

Brot zum Leben?

Mein täglich Brot,

unser täglich Brot,

aller täglich Brot

gib heute – morgen – immer

mir – uns – jedem.

geben und nehmen,

Brot zum Leben.

aus: In Sachen Spiel und Feier 32 (1981), Höfling

Verlag,Weinheim. Rechte beim autor.

Ich bin das Brot des Lebens

Du bist Brot für uns.

Wir brauchen dich,

damit wir leben können.

Wir brauchen dich,

damit wir stark sind.

Wir brauchen dich,

damit wir den Weg

zu gott finden.

PaUL KLUgE

Alle halten ihr Brotstückchen in der Hand

und hören den Text . Dann wird das Stück Brot

langsam gegessen .

Text

Ein kleines

Scheibchen Brot

sagt uns im gottesdienst:

Du bist da.

Du bist in uns.

Du hast uns lieb.

Du machst uns stark.

Danke, Jesus.

amen.

www.bonifatiuswerk.de

| 13 |

kAtechese unD geschichten


kAtechese unD geschichten

Impuls

Emmausgang am Ostermontag

am Ostermontag hören wir im gottesdienst das

Evangelium von den beiden Jüngern, die auf

ihrem Weg nach Emmaus dem auferstandenen

Jesus begegneten (Lukas 24,13-35). Daraus

entwickelte sich der beliebte Brauch des Emmausgangs,

der in vielen gemeinden angeboten

wird – meist am Ostermontag oder am Samstag

nach Ostern.

Eine solche gemeinsame Wanderung kann zu

einem ganz besonderen Erlebnis für die Erstkommuniongruppe

werden. nach dem gottesdienst

machen sich alle gemeinsam auf den Weg. Unterwegs

wird z. B. an bestimmten Wegstationen

gebetet und gesungen. gebete und Lieder, die

in der Vorbereitungszeit wichtig waren, können

dabei ihren Platz haben.

Zudem kann durch kleine gemeinsame aktionen

lebendig werden, was es bedeutet, von Jesus auf

dem Lebensweg begleitet zu werden. Die Kinder

können gemeinsam kleine Mandala-Bilder aus

naturmaterialien legen. Diese werden auf dem

Weg gesammelt und z. B. an einem Wegkreuz gemeinsam

gestaltet. Mit einem kleinen Kreuz aus

Ästen wird in der Mitte begonnen; darum werden

dann die anderen Fundstücke geordnet. So wird

symbolisch deutlich: Die Mitte in unserem Leben

ist Jesus. Oder es werden kleine, gerade Äste

gesammelt. Daraus werden dann mit Bindfäden

Emmaus

Jesus ist gestorben.

Die Freunde sind traurig.

Warst du auch schon einmal traurig?

Gebet

Herr, guter gott,

Jesus ist nicht tot.

Jesus lebt.

Das macht uns froh.

Wir wollen unsere Freude

weitersagen an andere Menschen.

Hilf uns dabei.

amen.

| 14 | Erstkommunion 2013

Sie gehen nach Hause.

Jesus kommt zu ihnen.

Er spricht mit ihnen.

Er tröstet sie.

Wer hat dich getröstet,

als du traurig warst?

Kommunionkinder gemeinsam auf dem Weg –

der Emmausgang ist ein besonderes Erlebnis

für die Kommunionkinder .

kleine Kreuze, ggf. zum Umhängen, gebastelt. Die

Kreuze können auch an einem Wegkreuz oder

später in der Kirche abgelegt werden.

Zum abschluss des Emmausgangs kann ein Feuer

entzündet und gemeinsam Stockbrot gebacken

werden. Im gemeinsamen Unterwegssein und im

Brotteilen wird für alle sinnbildlich erlebbar, dass

Jesus uns auf unserem Lebensweg begleitet.

HEIDI ROSE

Jesus erklärt ihnen, was in der Schrift steht.

Kennst du eine geschichte aus der Bibel?

Im gottesdienst hören wir sie immer wieder.

Jesus geht mit ihnen ins Haus.

Er isst mit ihnen.

Er teilt mit ihnen das Brot.

Mit wem bist am liebsten beim Essen zusammen?

Die Freunde erkennen:

Das ist Jesus.

Er ist nicht tot, er lebt.

auch zu uns kommt Jesus immer wieder.

Im heiligen Brot will er uns ganz nah sein.

Im gottesdienst teilen wir sein Brot miteinander.

Die Freunde gehen zurück nach Jerusalem.

Sie erzählen den anderen die frohe Botschaft:

Jesus lebt! Er ist nicht tot.

Er ist bei uns.

Wem möchtest du diese frohe Botschaft weitersagen?

Besinnung


Constantins Brotgeschenk

Von Erwin Grosche

Wenn man jemanden gernhat, schenkt man ihm ein

geschenk. Lara hatte Constantin sehr gern und

wollte ihm ein geschenk machen. Zuerst wollte sie ihm

eine Tüte Weizenmehl kaufen, aber dann schien ihr die

Tüte Mehl zu gewöhnlich zu sein, um Constantin zu

zeigen, wie gern sie ihn hatte. Lara dachte nach, dann

hatte sie eine Idee. Sie wollte Constantin nicht nur

eine Tüte Weizenmehl schenken, sondern dazu noch

125 gramm Haferflocken.

Sie stand schon vor Constantins Haustür, als ihr sogar

die beiden geschenke nicht wertvoll genug erschienen,

um Constantin zu zeigen, wie gern sie ihn hatte. Lara

dachte wieder nach. Constantin mochte Buttermilch, das

war es. Sie wollte ihm zu der Tüte Weizenmehl und den

125 gramm Haferflocken noch Buttermilch schenken.

Dann würde Constantin bemerken, wie gern sie ihn

hatte.

Sie stand vor Constantins Tür, sie wollte gerade klingeln,

da kamen ihr die geschenke doch ein wenig mickrig

vor. Wenn man einem Menschen zeigen will, wie gern

man ihn hat, dann muss man sich schon etwas Besonderes

einfallen lassen, oder? Plötzlich hatte sie eine

Idee. Sie wollte Constantin zu der Tüte Weizenmehl, den

125 gramm Haferflocken und der Buttermilch noch ein

glas Honig schenken. Da würde er schnell merken, wie

süß sie ihn fand.

Lara stand schon wieder vor Constantins Haustür, sie

hatte die Hand sogar schon auf die Klingel gelegt und

wollte gerade drücken, als ihr ihre geschenke doch

noch zu unbedeutend erschienen. Sie wollte Constantin

etwas schenken, das es nur geben konnte, weil sie sich

gernehatten. Lara dachte nach, dann hatte sie eine Idee.

Sie wollte Constantin ein Kochbuch schenken. Ein Kinderkochbuch,

in dem man nachlesen kann, wie man aus

einer Tüte Mehl, 125 gramm Haferflocken, Buttermilch,

einem Esslöffel Honig, einem Teelöffel Salz, vereint mit

einem Teelöffel natron, ein Brot backen kann. Sorgfältig

stellte sie alle Zutaten zusammen, legte sie mit einem

Der Autor

Erwin Grosche, Kinderbuchautor,

Kabarettist, Träger des

Deutschen Kleinkunstpreises

BuchtiPP

Wenn du Constantins geschenk nachbacken willst,

dann brauchst du:

375 g Weizenmehl

125 g Haferflocken

300 ml Buttermilch

1 Essl . weichen Honig

1 kleinen Löffel Salz

1 kleinen Löffel Natron

Nun kommt’s: Stelle den Ofen schon

einmal auf 220 grad ein. So läuft er

warm und ist in Form, wenn es darauf

ankommt. Mische nun das weiße

Mehl mit den quirligen Haferflocken

und mache sie mit Salz und natron

bekannt. Buttermilch und Honig

wollen mitmischen, kein Problem.

Knete den Teig mit allen bisherigen

Zutaten, bis er ohne Falten und

Risse ist, und forme daraus einen

Brotlaib. Du kannst bestimmen,

wie das Brot auszusehen hat.

Bedecke dann das Backblech

mit Backpapier und lass darauf dein Brot thronen. Wichtig:

Bevor du das Brot in den Backofen schiebst, schneide es auf

der Oberfläche mit einem Messer ein. Ein kleines Muster

sieht gut aus und lässt den kleinen Laib atmen. nun wird

das Brot 20 Minuten gebacken, dann schaltest du den Ofen

auf 200 grad herunter, und nach weiteren 30 Minuten ist

das Brot fertig. Brotbacken macht großen Spaß, alleine und

mit anderen. Manchmal ist es besser, wenn ein Erwachsener

dabei ist und den Ofen bedient. Das Brot schmeckt am

besten, wenn man es mit anderen teilt. So soll es sein.

gruß in die Kiste, brachte alles zusammen mit dem

Kinderkochbuch vor Constantins Haustür, klingelte und

lief fort.

Wie groß war ihre Freude, als Constantin am nächsten

Morgen ein selbst gebackenes Haferflocken-Brot mit in

die Schule brachte und ihr stolz überreichte. Da wusste

Lara, dass Constantin sie auch gernhatte. Lächelnd brachen

sie das Brot und aßen davon. Das hat geschmeckt!

Erwin grosche: Mein kleines Buch der Kindergebete .

In 57 geschichten für Kommunionkinder erleben Felicitas

und Herr Riese abenteuer zu den einzelnen geboten

der Bibel und den Bitten des Vaterunsers. Lustig, nachdenklich,

laut und leise. 150 bekannte und neue Kindergebete

für einen fröhlichen Tag, das gemeinsame Essen

und eine gute nacht. Diese gebete machen Kindern

Mut, mit schönen Erlebnissen und mit kleinen und großen Sorgen zu gott

zu kommen. Stuttgart: gabriel, 2010. ISBn 978-3-522-30206-7. 8,90 €.

www.bonifatiuswerk.de

| 15 |

kAtechese unD geschichten


liturgische BAusteine

| 16 |

Entdecke das geheimnis

Liturgische Bausteine für eine Erstkommunionfeier

Von Markus Ehrhardt

Einführung 1 – Priester oder Katechet(in)

Liebe Kinder, liebe Erwachsene: Was ist ein geheimnis?

(Gemeinde befragen) Eigentlich ist das Wort »geheimnis«

ein Teekesselchen, denn es ist ein Wort, das

zwei unterschiedliche Bedeutungen hat.

Die erste beschreibt eine Information, die nur ausgewählte

Menschen wissen und nicht weitergeben oder

verraten dürfen. Das kennen wir vor allem von der

geburtstagsüberraschung, von der das geburtstagskind

bloß nichts erfahren darf. Das gilt aber auch für die

geheimrezeptur eines Markenproduktes, die nur wenige,

auserwählte Menschen kennen dürfen.

»geheimnis« meint aber nicht nur etwas, das nur

wenige wissen dürfen: geheimnisse sind auch Dinge,

die viele Menschen wissen, aber nicht mit dem Verstand

erklären können. Ein Beispiel: Es bleibt ein geheimnis,

wie ein Passagier ein schweres Zugunglück überleben

konnte. Solche geheimnisse stellen die Frage nach dem

grund und haben häufig mit unserem glauben tun.

Kyrierufe

1. Herr Jesus Christus, du begleitest uns auf unserem Weg.

Herr, erbarme dich.

2. Du kennst all unsere Ängste, Sorgen und geheimnisse.

Christus erbarme dich.

3. Du brichst uns Hungrigen das Brot.

Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

allmächtiger gott,

lass uns die österliche Zeit

in herzlicher Freude begehen

und die auferstehung unseres Herrn preisen,

damit das Ostergeheimnis,

das wir in diesen fünfzig Tagen feiern,

unser ganzes Leben prägt und verwandelt.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Aus dem Messbuch: 6 . Sonntag der Osterzeit

Der Autor

Markus Ehrhardt, geb. 1977, Religionspädagoge

und gitarrist, gemeindereferent

in Hagen, Komponist und Texter

zahlreicher Kinderlieder, neuer geistlicher

Lieder, Buchautor; Zusammenarbeit

mit anderen Komponisten, u. a. Reinhard Horn,

Robert Haas, Dirk-Johannes neumann

www.bonifatiuswerk.de

Evangelium

Emmaus-geschichte (Lukas 24,13-35)

Evangelium:

Montag der Osterwoche (Ostermontag)

Predigtidee

geheimnisse faszinieren uns Menschen. Wer in ein

geheimnis eingeweiht wird, fühlt sich wichtig, weil er

etwas weiß, das anderen verborgen bleibt. Das ist bei

beiden arten von geheimnissen so:

Da ist zum Beispiel Marie, die eine Überraschungsparty

für ihre beste Freundin organisiert hat und vor Vorfreude

fast platzen könnte. Wird alles klappen? Werden

alle gäste kommen? Wie wird ihre beste Freundin auf

dieses unvorhergesehene Fest reagieren? Marie freut

sich darüber, dass sie schon weiß, wie alles werden soll,

während ihre Freundin noch nicht einmal etwas ahnt.

Das sind zum Beispiel die beiden Jünger in Emmaus. Erst

beim Brotbrechen bemerken sie, dass der Fremde ein

Bekannter ist: Es ist Jesus, ihr Freund! Dieses geheimnis,

dieses Wunder oder Mysterium, wollen sie so schnell

wie möglich den anderen erzählen. Sie brechen noch

in der gleichen Stunde wieder auf und laufen die gut

elf Kilometer zurück nach Jerusalem, um den anderen

davon zu berichten. Dieses geheimnis soll nicht geheim

bleiben!

Wie sieht es mit uns aus? Heute ist der Tag da, an dem

ihr eure Erstkommunion feiert. Ihr habt – genau wie die

beiden Jünger – einen langen Weg zurückgelegt. Und

heute werdet ihr also zum ersten Mal … ja, was eigentlich?

Brot und Wein empfangen? Das werden zumindest

die Menschen sagen, die nicht in das geheimnis eingeweiht

sind. Denn mit den augen sehen sie nur, wie die

Kommunionkinder Brot und Wein gereicht bekommen. Sie

können nicht ahnen und nicht erkennen, dass hier etwas

viel größeres geschieht. Wir glauben, dass sich uns heute

Jesus selbst schenken wird. Was aussieht und schmeckt

wie Brot und Wein, ist gott. Das ist unser geheimnis, das

keinesfalls geheim bleiben darf. alle sollen es erfahren,

auch wenn es kaum mit dem Verstand zu begreifen ist. In

der heiligen Messe beten wir das »geheimnis des glaubens«

jedes Mal so laut und klar, dass es jede und jeder

hören kann: Jeden Sonntag erzählen wir vom Tod Jesu

und feiern seine auferstehung – und zwar so lange, bis er

wiederkommt! Dazu machen wir uns in jeder Messfeier

Mut, das versprechen wir jedes Mal neu, wenn wir beten:

»Deinen Tod, o Herr, verkünden wir

und deine Auferstehung preisen wir,

bis du kommst in Herrlichkeit .«


Bei Maries geheimnis geht es um eine geburtstagsüberraschung.

Die wird bestimmt gelingen, ist aber

nächste Woche schon vorüber. Das »geheimnis unseres

glaubens« wird uns dagegen unser ganzes Leben lang

begleiten. Es erzählt von der Freundschaft mit gott, dem

wir in Brot und Wein und in seinem Wort begegnen können,

der durch andere Menschen zu uns spricht oder uns

im gebet begegnet. Er lädt uns ein, ihn zu entdecken!

Symbolkatechese – Erstkommunionkinder

mit Priester oder Katechet(inn)en

(Baustein, vor dem Evangelium einsetzbar)

Kind 1: Wir haben unsere Taufkerzen in die Kirche

gebracht. In ihnen steckt ein geheimnis: Wie sie an der

großen Osterkerze angezündet wurden, steckt uns gott

mit seiner Liebe und seinem Licht an.

P/K: gott liebt uns Menschen. In der Taufe haben wir

mit ihm Freundschaft geschlossen. Er begleitet unseren

Lebensweg, wie er mit seinen Freunden nach Emmaus

gegangen ist. Wir können ihn nicht immer auf anhieb

erkennen, aber das ging ja auch den beiden Jüngern so.

gott ist wie die Flamme auf unseren Kerzen: Wir können

ihn nicht festhalten oder berühren, aber er wärmt und

erhellt unser Leben. Er vergibt und begleitet uns, und

wir bleiben für immer mit ihm verbunden. Das ist das

geheimnis unserer Taufe.

Kind 2: Ich bringe das Evangeliar (Lektionar). In ihm

steckt ein geheimnis: Es sieht aus wie ein Buch. aber

wenn wir daraus lesen, spricht gott zu uns.

P/K: Wir können diesem geheimnis ein wenig auf die

Spur kommen: Wer sich dieses Buch anschaut, merkt,

dass es besonders wertvoll gestaltet ist. Eine Tageszeitung

ist heute interessant, aber morgen liest sie keiner

mehr. Sie wird auf billiges Papier gedruckt und hat nur

kurzen Bestand. aber dieses Buch ist kostbar. Wer es

sieht, merkt: Da muss etwas Besonderes drinstehen!

Die Botschaft Jesu ist keine »Eintagsbotschaft«. Sie ist

wertvoll und wichtig. Und gott spricht jedes Mal neu

durch sein Wort zu uns, wenn wir daraus lesen. gott ist

in seinem Wort. Das ist das geheimnis seiner Botschaft.

Kind 3: Wir bringen Brot und Wein. In ihnen steckt ein

geheimnis: noch sind es nahrungsmittel. aber gott wird

sie verwandeln und uns darin begegnen.

P/K: gott schenkt sich in Brot und Wein selbst. Jeden

Sonntag feiern wir seinen Tod und seine auferstehung

aufs neue. So wie die Emmaus-Jünger ihn erkannten,

so erkennen wir gott, auch wenn unsere augen nur

Brot und Wein sehen. In der heiligen Messe beten wir

jedes Mal ein geheimnis so laut und klar, dass es jede

und jeder hören kann. Das »geheimnis des glaubens«

ist nichts, was wir nicht weitersagen dürfen – ganz im

gegenteil! alle sollen es wissen, auch wenn unser Verstand

es nicht begreifen kann: Brot und Wein werden zu

Leib und Blut Jesu! Das feiern wir. gott lädt uns ein, ihn

in diesen Zeichen zu entdecken. Das ist das geheimnis

unseres glaubens.

Fürbitten

P: auf dem Weg nach Emmaus vertrauten die Jünger

dem »Fremden« alles an, was sie beschäftigte. Dieser

Fremde war Jesus Christus Zum Ihm lasst uns beten.

Kind 1: Wir beten für uns Erstkommunionkinder und

alle, die dem »geheimnis des glaubens« auf der Spur

sind. Schenke allen Begeisterung.

Kind 2: Wir beten für unsere gemeinden und alle, die

sich dort einbringen. Wir beten für unseren Bischof und

unseren Papst. Lass uns geschwisterlich miteinander

umgehen.

Kind 3: Wir beten für alle, die unsere Welt mitgestalten

und sich für gerechtigkeit, Frieden und Umweltschutz

starkmachen. Begleite ihre arbeit.

Kind 4: Wir beten für alle, die unter gewalt, Hunger,

Ungerechtigkeit oder Katastrophen leiden. Sende ihnen

Hilfe.

Kind 5: Wir beten für alle, die aus unseren Familien

schon gestorben sind, und für alle Toten. Lass sie mit dir

auferstehen.

P: So bitten wir durch Christus, unseren Herrn. amen.

www.bonifatiuswerk.de

| 17 |

liturgische BAusteine


liturgische BAusteine

Gabengebet

Herr und gott, lass unser gebet zu dir aufsteigen

und nimm unsere gaben an.

Reinige uns durch deine gnade, damit wir

fähig werden, das Sakrament deiner großen

Liebe zu empfangen. Darum bitten wir durch

Christus, unseren Herrn.

Aus dem Messbuch: 6 . Sonntag der

Osterzeit

Meditation nach der Kommunion

Pssst! Kannst du ein geheimnis für dich

behalten?

Brauchst du aber nicht!

Dieses geheimnis darfst du weitererzählen.

Sollst du weitererzählen. Musst du weitererzählen.

Das »geheimnis unseres glaubens«: Jesus ist

auferstanden und lebt. Das feiern wir. Er ist in

Brot und Wein unter uns. Bis er wiederkommt.

Dieses geheimnis darf nicht geheim bleiben,

weil es Menschen glücklich macht. Dich. Und

mich. Und gott auch. Entdecke das geheimnis

– jedes Mal neu!

Schlussgebet

allmächtiger gott, du hast uns durch die

auferstehung Christi neu geschaffen für das

ewige Leben.

Erfülle uns mit der Kraft dieser heilbringenden

Speise, damit das österliche geheimnis in uns

reiche Frucht bringt. Darum bitten wir durch

Christus, unseren Herrn.

Aus dem Messbuch: 6 . Sonntag der

Osterzeit

Entdecke das geheimnis

Hinweis: Es handelt sich um

liturgische Bausteine, also

keinesfalls um vollständig

ausgearbeitete liturgische

Feiern. Für die freundliche

Durchsicht des Manuskripts

danken wir Herrn Dr. Eberhard

amon, Leiter des Deutschen

Liturgischen Instituts, Trier.

Impuls

| 18 | Erstkommunion 2013

Ideen/Bausteine

für eine Dankandacht

Jesus teilt sich aus im Brot

Entdecke fünf Geheimnisse –

zur Segnung religiöser Gegenstände

Wo es üblich ist, religiöse Zeichen wie Rosenkränze,

Kreuze oder gesangbücher zu segnen, kann der

Rosenkranz als guter aufhänger für eine ansprache

genutzt werden: Die jeweils »fünf geheimnisse« bieten

eine grundlage, den glauben betend und meditierend

weiter zu vertiefen und damit dem geheimnis gottes

näherzukommen.

Betrachte das Geheimnis –

zur Aussetzung des Allerheiligsten

Christus hat die schlichte Form des Brotes für seine

bleibende Präsenz gewählt. Die Monstranz will uns

eine Hilfe sein, gott in dieser schlichten Form des

Brotes zu erkennen.

Es bietet sich an, diesen Kontrast mit den Kindern zu

erörtern: Was aussieht wie Brot, ist das allerheiligste.

Wir geben ihm einen kostbaren Rahmen, weil es zu

erahnen hilft, was wir mit dem Verstand nicht begreifen

können.

Teile das Geheimnis – zur Sendung

Die Emmaus-Jünger veränderte die Begegnung mit

Christus: Trauer und angst verwandelten sich in Euphorie

und Freude. Sie wanderten sofort zurück nach

Jerusalem, um den anderen Jüngern von ihren Erlebnissen

zu erzählen. Was haben die Erstkommunionkinder

heute Begeisterndes erfahren? Wovon ist ihr Herz voll?

Was wollen sie morgen und in den nächsten Wochen

anderen Menschen von diesem Tag mitteilen?

Jesus feiert mit uns das Mahl und kommt zu uns in Brot und

Wein. Am Abend des Tages bleibt Jesus bei den Emmaus-Jüngern

und teilt mit ihnen das Brot. Erst im Brechen des Brotes

erkennen sie ihn. Auch auf diese Weise zeigt sich ihnen das Geheimnis

seiner Gegenwart. Wenn wir uns im Namen Jesu zum

Mahl versammeln, dann ist er selbst mit uns am Tisch und teilt

sich aus im Brot und auch im Wein. HEIDI ROSE


Entdecke das

Geheimnis

© 2012 by Robert Haas

Musikverlag, 87439 Kempten,

www.robert-haas.de

Text: Markus Ehrhardt,

Musik: Robert Haas

Tipp

q»¡£º

& # # C œ

& # #

1

2

3

D

1. Auch wenn dein

2. Und wenn du

3. Und wenn du

D

œ œ œ œ œ

œ œ œ œ œ

wenn

für

trau

du

dich

dich

& # # œ œ œ œ œ

1

2

3

F#m

trau

wirst

Gott

D 4 D

œ œ œ œ

Em 7

œ œ œ œ œ

Weg ein schwe - rer ist, du gehst ihnnicht

al - lein.

un - ter-wegs

ent-deckst,

es hört dir je - mand zu,

Gott be - geg - nest und dein Herz in dir ent-brennt, D 4 D

œ œ œ œ

Em 7

œ œ œ œ œ

A

˙ Œ œ

Selbst

ist

ver -

˙ Œ œ

es nicht merkst wird Gott an dei - ner Sei - te sein. Ver -

da, hat Zeit für dich und bringt dich neu zur Ruh, dann

sei - ner Nä - he an, ge - nie - ße den Mo-ment. Denn

Hm 7

œ œ œ œ

Em 7

œ œ œ œ œ

ihm dei - ne Sor - gen an, was är - gert und be - drückt. Trau

du mit Er-

stau - nen sehn, wie das die Hoff-nung

weckt, be -

ver-treibt

die Dun - kel - heit und bringt ein neu - es Licht, das

& # # œ œ œ œ œ

1

2

3

G

& # # œ

ihm, der

greifst mit

sich, wenn

Ent

G

D

D/F#

œ œ œ œ

œ œ œ œ œ

sie ver - wan - deln kann, da - mit dein Le - ben

gro - ßen Au - gen erst, dass Gott da - hin - ter

es dein Le - ben trifft, in tau - send Far-

ben

œ œ œ œ œ

G/D

œ œ Œ œ

G

˙ œ œ œ

A

A

˙

glückt.

steckt.

bricht.

Œ œ

A

˙ Œ

11( = G/A )

- de - cke das Ge-heim - nis: In Brot und in Wein ver -

& # # ˙ œ œ œ

schenkt Gott sich selbst,

D

& # # œ œ œ œ œ

G/D

D/F#

˙ Œ œ

er

œ œ Œ œ

E

A/D

# ˙ œ œ œ

will bei uns sein.

A/D

œ œ œ œ œ

de - cke das Ge-heim - nis, be - gin - ne neu zu sehn:

G

& # # œ œ œ œ œ

D/F#

œ

œ œ œ

œ.

j

œ œ œ

G A 11 ( = G/A )

kön- nen Gott be-geg - nen, sei - ne Zei - chen ver - stehn.

D

˙

Ó

D

A

˙ Œ

œ

˙ Œ œ

D

Ent -

˙ Œ œ

Fine

Wir

A

Ó Œ

11( = G/A )

MP3-Version, Karaoke-Version und Noten download unter www .bonifatiuswerk .de

Zusätzlich zu diesem Lied ist auch eine Chorstimme erschienen,

erhältlich über kinderhilfe@bonifatiuswerk .de

Das Lied finden Sie auch

auf unserer neuen Familien-CD

zu Ostern

(Familienbuch und CD siehe

Infoteil im Inneren dieses Heftes)

www.bonifatiuswerk.de

| 19 |

liturgische BAusteine


DiAsPorA-Projekt

Das

Geheimnis

der Liebe

entdecken

Diaspora-Projekte

Ein Stück Zuhause –

das St . Antoniushaus in Kiel

Das St. antoniushaus in Kiel ist eine einzigartige Einrichtung. ganz unterschiedliche

Menschen sind hier unter einem Dach vereint: Es gibt einen Bereich für

Schwerstmehrfachbehinderte, einen Kinder- und Jugendhausbereich und

einen Mutter-Kind-Bereich. Träger ist der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF).

Kinder und Jugendliche finden im St. antoniushaus Schutz und geborgenheit,

persönliche Zuwendung und ganzheitliche Förderung. Motiviert durch die Überzeugung,

dass menschliches Leben, auch und gerade dort, wo es begrenzt und

verletzlich erscheint, sinnhaft und in gottes Hand geborgen ist, arbeiten die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter auf der grundlage des christlichen Menschenbildes:

der Einheit von Gottes- und Nächstenliebe. Die atmosphäre ist geprägt

von Offenheit, Ressourcenorientierung, Toleranz und selbstverständlich allergrößter

Professionalität. Hier macht keiner einfach nur seinen »Job« . Jeder Tag

sieht anders aus. »Routine« in diesem Sinne gibt es eigentlich nicht. Für manche

Kinder schafft das antoniushaus ein dauerhaftes Zuhause. Familienähnlich

gestaltete Wohngruppen bieten ihnen die Möglichkeit, belastende Erfahrungen

zu verarbeiten, Entwicklungsdefizite auszugleichen und eigene positive Chancen

und Fähigkeiten zu entdecken. Im Behindertenbereich ist das St. antoniushaus

heute eine der angesehensten Einrichtungen in norddeutschland überhaupt.

Das St. antoniushaus ist ein Leuchtfeuerprojekt der Kirche in der Diaspora norddeutschlands,

gerade weil es so unterschiedliche Kinder und Jugendliche fördert,

begleitet und unterstützt. gerade im Bereich der ehrenamtlichen Begleitung und

der religionspädagogischen angebote ist es auf Spenden dringend angewiesen.

Für Kinder mit Behinderungen sind dringend neue Materialien erforderlich,

die auch ihnen einen Zugang zu den biblischen Geschichten ermöglichen!

Das Antoniushaus in Kiel: ein ganz besonderer Ort der Menschenfreundlichkeit

Gottes!

| 20 | Erstkommunion 2013


Hilfe für Straßenkinder –

Ambulanz am Bahnhof Zoo

Direkt hinter dem Berliner Bahnhof Zoo, im Hinterhof der Jebensstraße

3, befindet sich seit einigen Jahren die medizinische

Caritas-ambulanz für obdachlose Menschen und Straßenkinder.

Sie bietet eine kostenlose medizinische grundversorgung. Die

kleine arztpraxis dort trägt sich allein durch Spenden. auch

das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken hilft, dass dieses

Zeugnis gelebten christlichen glaubens mitten in der Diaspora

ausstrahlen kann. allein im Jahr 2011 kamen über 1.000

Patienten, darunter knapp 200 Jugendliche unter 18 Jahren! Die

ambulanz weist niemanden ab. gerade Kinder und Jugendliche, die auf der Straße leben, haben das verstanden und

vertrauen sich den Schwestern und Ärzten an. Diese berichten von einer zunehmenden Zahl hilfsbedürftiger junger

Menschen unter 18 Jahren, die fast täglich anklingeln. Zerrüttete Familienverhältnisse oder ein schwieriges Lebensumfeld

sind oft gründe, die diese Kinder und Jugendlichen aus ihren Familien, aus Kinderheimen oder von ihren

Stiefeltern in die Obdachlosigkeit führen. Die Millionenstadt Berlin zieht solche ausreißer förmlich an.

Von Dienstag bis Donnerstag öffnet die Praxis für fünf und freitags für drei Stunden. 18 Patienten kommen im Schnitt

pro Öffnungstag in die kleine Praxis, in Spitzenzeiten sind es bis zu 27. Dringend benötigt werden Kleidung,

Hygieneartikel und Medikamente . Ohne Spenden ist diese Hilfe nicht möglich .

Beistand im Leben und Sterben – die

Kinderhospizdienste in Halle und Berlin

Seit Jahren unterstützen die Kommunionkinder die ambulanten Kinderhospizdienste

in Halle (Saale) und Berlin. Und Hilfe ist dort dringend notwendig!

Kinder mit einer lebensverkürzenden Krankheit werden oft über Jahre

begleitet. Ohne ehrenamtliches Engagement wäre dies gar nicht zu leisten.

Seit seiner gründung im Jahr 2006 hat der ambulante Kinderhospizdienst

am katholischen St.-Elisabeth-Krankenhaus in Halle viele Kinder und ihre

Familien begleitet.

Von anfang an war der Dienst auf Spenden angewiesen, um den schwer

kranken Kindern, ihren Eltern und geschwistern beistehen zu können.

Mit ihrer Spende bringen die Kommunionkinder etwas Licht in die

letzten Tage schwer kranker Kinder und zeigen durch ihre Solidarität

den Eltern und Familien, dass sie nicht allein sind .

Ohne ehrenamtliches Engagement –

wie hier von Sr . Alicia – ist die Arbeit nicht möglich .

www.bonifatiuswerk.de

| 21 |

DiAsPorA-Projekt


DiAsPorA-Projekt

| 22 |

Damit Kinder geschmack

am glauben finden

Warum die Erstkommunionkinder

bundesweit für die Diaspora sammeln

»Mithelfen durch Teilen« – die deutschen Bischöfe

haben die Bedeutung der Förderung der Kinder-

und Jugendpastoral in der Diaspora mit der

Festlegung der Erstkommunionkollekte seit 1918

immer wieder deutlich unterstrichen . Mehr denn

je ist die Aktion »Mithelfen durch Teilen« heute

höchst sinnvoll und aktuell! Sie ist ein bleibender

Akt beeindruckender Solidarität der Erstkommunionkinder

mit ihren Altersgenossen in der Diaspora .

»Kinder dürfen nicht um Gott betrogen werden .«

So lautet ein berühmt gewordenes Wort des Tübinger

Religionspädagogen albert Biesinger: Kinder und Jugendliche

sind häufig die Verlierer unserer gesellschaft,

das lässt sich sehr leicht empirisch nachweisen. Sie sind

es sowohl in materieller als auch – und vor allem – in

»seelisch-geistiger« Hinsicht. Selten zuvor ist eine

Generation nämlich in einem solchen Sinnvakuum

aufgewachsen! Selten zuvor hat eine gesellschaft

junge Menschen so sehr um die Hoffnungsperspektive

betrogen, die ihr Leben reicher und erfüllter machen

könnte, um die Kraft der Religion und des Glaubens.

Je »religionsleerer« und »wertfreier« aber unsere Zeit

wird, desto dringlicher ist ein sinnorientiertes angebot

gerade in den gebieten der Diaspora. Folgerichtig fordert

Biesinger das Recht der Diaspora-Kinder auf Religion

und religiöse Erziehung ein. In Ostdeutschland

beispielsweise sind nur noch ca. 20 % der Menschen

christlich orientiert, davon gehören wiederum lediglich

4 bis 5 % zur katholischen Kirche. Das muss man sich

wirklich einmal sehr bewusst machen: In einem gebiet

von über 100.000 Quadratkilometern ausdehnung leben

75 % der Menschen ohne religiöse Bindung. Mitten in

Europa. Das ist ziemlich einmalig in der Weltgeschichte!

gerade in den extremen Diaspora-gebieten haben es

Kinder und Jugendliche daher häufig schwer, ihren

glauben auch praktisch und im alltag zu leben. Und hier

setzt die Solidaritätsaktion der Erstkommunionkinder

an: Kinder helfen Kindern, damit in der »Zerstreuung«

(= Diaspora) einer säkularen Welt das Evangelium als

alternatives Lebensmodell angeboten werden kann.

Die Diaspora-Kinder- und -Jugendhilfe unterstützt

Projekte, die etwas von der Kraft der Religion

vermitteln . Aus dieser Kraft lernen Kinder und Jugendliche,

ihr Leben sinnvoll und erfüllt zu gestalten,

den wahren Geschmack am Leben zu finden .

Darum muss es einer ganzheitlichen religiösen Pädagogik

in unseren Tagen besonders gehen: die Seele der

Kinder zu befreien von all dem Konsum- und Werbe-Müll

und den Kopf frei zu bekommen für gott und Christus.

Dabei kann die Diaspora-Kinder- und -Jugendhilfe einen

wichtigen Dienst gerade dort leisten, wo von Religion

und Sinn immer weniger die Rede ist.

Und deshalb ist auch heute noch die Spende

der Erstkommunionkinder höchst relevant!

Entdecke das

Geheimnis


Ein Engel für dich –

über 125 Jahre Diaspora-Kinder- und -Jugendhilfe

Die Diaspora-Kinder- und -Jugendhilfe ist ein wichtiger

Bestandteil des Bonifatiuswerkes der deutschen

Katholiken. gegründet wurde sie vor über 125 Jahren

und ist seitdem ein »Engel für Kinder und Jugendliche«

in der Diaspora.

Wir fördern mit jährlich über 3 Mio. Euro, was zur

Bildung christlicher gemeinschaft und zur Vermittlung

der christlichen Botschaft an die neue generation in

extremer Diaspora notwendig ist, zum Beispiel:

K katholische Kinderheime bzw. familienanaloge

Wohngruppen,

K religiöse Elementarerziehung in den katholischen

Tageseinrichtungen in der Diaspora,

K Sakramentenkatechese sowie andere religiöse und

diakonische Bildungsmaßnahmen,

K Religiöse Kinderwochen (RKW),

K das Kinderhaus Sonnenblume bei Berlin (Hilfen

für ausgesetzte Säuglinge bzw. Mütter mit Kleinkindern

in notsituationen),

K internationale religiöse Jugendbegegnungen,

Wenn Sie mehr über unsere Projekte erfahren möchten,

wenden Sie sich bitte jederzeit und gerne an:

BonifAtiuswerk Der Deutschen kAtholiken

Diaspora-Kinder- und -Jugendhilfe

Kamp 22, 33098 Paderborn

Telefon: 0 52 51 / 29 96-50/-51

(Herr Matthias Micheel / Frau Irmgard Backhaus)

Telefax: 0 52 51 / 29 96-88

E-Mail: kinderhilfe@bonifatiuswerk.de

Missionarische und diakonische Pastoral

(Herr Tobias Dulisch)

Telefon: 0 52 51 / 29 96-43

E-Mail: dulisch@bonifatiuswerk.de

www .bonifatiuswerk .de

K kirchliche Initiativen gegen Jugendarbeitslosigkeit,

Gewalt und Missbrauch,

K Straßenkinderprojekte in nord- und Ostdeutschland,

Lettland und nordeuropa,

K ambulante Kinderhospizdienste,

K Seelsorge an schwerstkranken Kindern,

K Jugendseelsorge in der Ja Raßnitz,

K katholische Jugendbands .

Sollten für die dargestellten

Projekte mehr gelder eingehen,

als benötigt werden, werden die

eingehenden Spenden selbstverständlich

im Sinn der Spenderinnen

und Spender für vergleichbare

Projekte verwendet.

| 23 |

DiAsPorA-Projekt


erstkommunion-interview

» Kommunionkinder brauchen

Menschen, die mit ihnen sprechen

und ihnen zuhören«

Abtprimas und Bestseller autor Notker Wolf

über Erstkommunion, das Wunder der Eucharistie

und Glaubensvorbilder

Interview

? Herr Abtprimas, haben Sie eigentlich noch

Erinnerungen an Ihre eigene Erstkommunion?

Abtprimas Wolf: Der erstmalige Empfang des Leibes

Jesu war für mich unfassbar. Es hat mich sehr berührt,

auf einmal mit Christus so eins zu sein. Es haben aber

auch äußere Dinge eine Rolle gespielt. Ich war damals

neun Jahre alt, gerade war die Währungsreform vorbei.

Das Leben war sehr bescheiden. große geschenke

waren nicht angesagt. aber ich bekam einen Blumenstock

mit weißen Primeln. Sie blühten und blühten, und

ich pflegte sie. Sie blieben über Jahre hinweg

eine lebendige Erinnerung an meine Erstkommunion.

Wenn ich nicht da war, hat meine

Mutter sie gepflegt. Erst nach meinem abitur

ist der Stock eingegangen.

? In der Erstkommunionkatechese heißt

es ja häufig: »Mit Staunen fängt es

an .« Worüber staunen Sie denn am meisten? Was

können wir da von den Kindern lernen?

Abtprimas Wolf: Ich habe heute auf einem Flughafen

wieder gestaunt, wie zwei kleine Mädchen die Welt

entdeckten: diese aufgewecktheit, neugier und die

großen augen; gestaunt aber auch, als ein kleiner Bub

auftauchte. Sie kannten ihn bestimmt nicht, aber sie

liefen auf ihn zu, er streckte die Hände entgegen. Eine

Unbefangenheit aufeinander zuzugehen, die wir leider

im Leben großenteils verlieren.

? Das Motto unserer Erstkommunionaktion 2013

lautet: »Entdecke das Geheimnis« …

Wo können Kinder heute noch solche Erfahrungen

des Geheimnisvollen, Staunenswerten machen?

Abtprimas Wolf: Wir mögen Kindern einmal das

Wunder der Milchstraße zeigen oder sie in die Stille der

Kirche führen, eine Kapelle als Ort der verborgenen gegenwart

gottes. Wir können aber auch eine Weizenähre

nehmen und die entsprechenden Worte Jesu verdeutlichen,

auch den gedanken, wie die vielen zu einem Leib

Christi zusammenwirken. Ich erzähle ihnen von Jesus,

der sein Leben hingegeben hat, damit wir in Frieden

| 24 | Erstkommunion 2013

zusammenleben, und dass er immer noch bei uns bleibt,

dass er uns in der Kommunion eine Möglichkeit gibt,

mit ihm eins zu werden. am Tisch des Herrn kann es uns

genauso gehen wie den beiden Emmaus-Jüngern: Wir

sehen nicht nur das Brot, sondern den dadurch gegenwärtigen

Herrn.

? Kindliche Lebenswelten verändern sich heute

rasch . Kommen wir da mit unseren Angeboten

überhaupt nach?

Abtprimas Wolf: Eltern und Lehrer können sich mit

den Kindern zusammensetzen und ihnen vom glauben

erzählen. Dazu müssen sie selbst erst ihren Standpunkt

gefunden haben, selbst ehrlich ihren glauben »geerdet«

und »verortet« haben. Der glaube muss ihr glaube sein.

Wichtiger als alle Medien ist das persönliche gespräch.

Und warum sollten die Eltern ihren Kindern nicht die

großartigen geschichten aus dem alten Testament erzählen?

Oder die gleichnisse vom verlorenen Sohn, vom

Lazarus? Kinder bekommen dann das

gespür für den gott der armen und

seine Barmherzigkeit.

? Liegt es nicht sogar in der

Natur der christlichen

Religion, dass sie eigentlich

gängigen Moden und Trends

zuwiderlaufen muss?

Abtprimas Wolf: Kinder

fragen viel. Dieses Fragen

gilt es gegenüber

den gängigen

Moden und

Trends zu

verstärken. Sie

sollen lernen,

selbstständige

Menschen

zu werden

und Mainstreams

und


Moden in Frage zu stellen und die Wahrheit zu suchen.

Sie können aber auch lernen, dass es Fragen gibt, die

über unser konkretes Leben hinausgehen, Fragen nach

dem Sinn und Ziel unseres Lebens. Kinder sind offen für

große Fragen und geheimnisse.

? Wie können wir diese Kinder auch in ihrem

eigenen Glauben konkret unterstützen?

Abtprimas Wolf: nehmen wir die Kinder mit in die Kirche!

Erklären wir ihnen den Kirchenraum, die Heiligenfiguren,

die Heiligen, die wie wir ihr Leben mit Christus

gestaltet haben und für viele Menschen da waren, auch

für uns noch heute. Erklären wir ihnen das geheimnis

der Eucharistiefeier. Die Kinder werden Fragen über Fragen

haben. Sie brauchen Menschen, die ihnen zuhören,

Menschen, die mit ihnen fühlen, Menschen, die selber

Zeugnis des glaubens sind. Bringen wir den Kindern das

Singen bei, schicken wir sie als Messdiener an den altar.

Die Kirche wird ihr Zuhause, und wenn sie etwas zu tun

haben, gehen sie auch gerne dorthin. Sie fühlen sich in

ihrem Wert bestätigt.

? Was brauchen eigentlich Kinder zum gesunden

Aufwachsen?

Abtprimas Wolf: Eltern, die sie lieben, eine Familie, in

der sie geborgen sind. Menschen, die ihnen Vorbild sind;

Lehrer, die ihnen nicht nur einen Stoff beibringen, sondern

sich ihnen als Menschen für ihr Leben einprägen.

? Ein Sprichwort sagt: Glück muss man teilen .

Wie kann man glücklich werden und dabei

zugleich andere glücklich machen?

Abtprimas Wolf: Theoretisch lässt sich das nicht erklären,

es bleibt ein Paradox, vielleicht ist es geradezu das

Paradox der Liebe. Wenn ich das, was mich freut, mit anderen

großherzig teile, verspüren sie diese Liebe, werden

ebenfalls glücklich und zeigen es. Wer gibt, verliert nicht,

sondern empfängt in einer anderen Weise.

BuchtiPP

Notker Wolf / Leo Günter Linder: Jesus . Ein

Leben. notker Wolf versucht darin, eine art Biografie

Jesu vorzulegen, d. h., die Evangelien in einer

modernen, zeitgenössischen Fassung zugänglich zu

machen, quellengetreu, doch modern und literarisch

anspruchsvoll.

gütersloh: gütersloher

Verlagshaus, 2012.

ISBn 978-3-579-

06578-6, 19,99 €.

? Was möchten Sie sonst den Kommunionkindern

2013, Paten, Eltern und Katecheten noch

mit auf den Weg geben?

Abtprimas Wolf: Reden Sie mit den Kindern über das

geheimnis, dass Jesus nicht nur für die Menschen seiner

Zeit da war, sondern auch für uns, dass er uns ein Vermächtnis

hinterlassen hat. Er schenkt sich uns in jeder

Eucharistiefeier, in der wir gewissermaßen unter seinem

Kreuz stehen, aber auch seine auferstehung erfahren.

Er ist die Hoffnung für unser Leben. Er begleitet uns.

Vielleicht sagen wir ihnen auch mal, dass auch wir nicht

alle antworten wissen, aber letztlich auf gott vertrauen,

weil wir in ihm geborgen sind.

? Ein Wort zum Schluss: Was macht so ein

Abtprimas eigentlich den ganzen Tag?

Abtprimas Wolf: Ich trage die Verantwortung für die

Studiengemeinschaft in S. anselmo auf dem aventin in

Rom, lebe mit meinen Brüdern, bete und esse mit ihnen,

rede mit ihnen, sitze an meinem Schreibtisch, um zahlreiche

E-Mails und Briefe zu beantworten, bin bei den

Beratungen für die Renovierung unseres Hauses und die

Planungen für unsere Hochschule dabei. Ich bin aber

auch viel unterwegs, zu den Jahresversammlungen der

Obern und Oberinnen in den verschiedenen Ländern und

Kontinenten. gemeinsam gilt es, den Weg in die Zukunft

zu suchen. Ich soll ja die Zusammenarbeit der Klöster

untereinander fördern. Mit so vielen Menschen unterschiedlicher

Kulturen zusammenzukommen, bereichert

mein Leben; in S. anselmo ständig mit jungen Menschen

zusammen zu sein, sehe ich als Privileg an.

Notker Wolf: Jetzt ist die Zeit für

den Wandel . Nachhaltig leben – für

eine gute Zukunft . Der abtprimas

beschreibt spirituelle und praktische

Wege zur Lösung drängender Herausforderungen

in der gegenwart. gut

geeignet als Hintergrund für Katechetinnen

und Katecheten.

Freiburg: Herder, 2012.

ISBn 978-3-451-32454-3, 16,99 €.

Der Autor

Matthias Micheel, Theologe und

Sozial arbeiter, Leiter der Diaspora-

Kinder- und -Jugendhilfe im Bonifatiuswerk

der deutschen Katholiken

Herzlichen Dank für das Gespräch .

Das Interview führte Matthias Micheel .

www.bonifatiuswerk.de

| 25 |

erstkommunion-interview


erstkommunion-mAteriAlien

Bücher, Tipps und geschenke

zur Erstkommunion 2013

Peter Neysters / Karl Heinz Schmitt:

Durch das Jahr – durch das Leben .

Das christliche Hausbuch für die

Familie . Begleitet durch alle Höhen

und Tiefen des Lebens, geschenk zur

Erstkommunion oder Firmung. München:

Kösel in der Randomhousegruppe,

2012. ISBn 978-3-466-37048-1, 27,99 €.

Christa Spilling-Nöker: Die

schönsten Seiten des Lebens . Das

Familienhausbuch für das ganze

Jahr . Das Jahr mit allen Sinnen erleben,

genießen, feiern und gestalten.

geschichten und wichtigste Informationen

rund um das Brauchtum und

christliche Feste. Herder: Freiburg,

2011. ISBn 978-3-451-32551-9, 24,95 €.

Albert Biesinger / Herbert Bendel

u . a .: Gott mit neuen Augen

sehen . Wege zur Erstkommunion

– Familienbuch . Mit 13 Liedern,

auch auf CD. neuausgabe des

bekannten Erstkommunionkurses.

neue Bausteine, geschichte »Mit

Paula auf Entdeckungstour« zum

Lesenswert.

Sehenswert.

Hörenswert – für Kinder

im Kommunionalter

| 26 | Erstkommunion 2013

Ute Welteroth: Albert Schweitzer .

Botschafter der Menschlichkeit /

Berit Hempel: Leonardo da Vinci .

Die Welt des Universalgenies .

Zwei neue Hörbücher aus der Reihe

abenteuer & Wissen. Ideengeschichte

für Kinder im Kommunionalter

spannend erzählt. Köln: Headroom,

2012. ISBn 978-3-942175-23-4

(albert Schweitzer), ISBn 978-3-

942175-22-7 (da Vinci), je 12,90 €.

Erstkommunionvorbereitung,

Hausbücher und religiöse

Literatur

aufbau der Messe, Lieder von P. norbert Becker usw.

München: Kösel in der Randomhousegruppe, 2012. ISBn

978-3-466-36915-7, 17,99 €.

Meike Wagener-Esser / Thilo

Esser: Warum gehen wir zur

Kirche? … und andere Fragen

zum Glauben . Fragen rund um

den christlichen glauben werden

für Kinder im Kommunionalter

leicht verständlich erklärt. Kevelaer:

Butzon & Bercker, 2011.

ISBn 978-3-7666-1556-5, 9,95 €.

Erich Jooß: Franz von Assisi und

die Sprache der Tiere . Illustrationen

von Renate Seelig. Tierlegenden und

Sonnengesang, zeitgemäß erzählt.

Stuttgart: gabriel, 2013.

ISBn 978-3-522-30309-5, 11,95 €.

Jutta Richter: Das Schiff im Baum –

eine Sommergeschichte . Kinderbuch

über die schönsten Ferien, die Kinder im

Kommunionalter sich vorstellen können:

ohne Handy, DSL-anschluss und Fernseher!

München: Hanser, 2012. ISBn

978-3-446-24018-6, 12,90 €. auch als CD,

gelesen von der autorin (aktive-Musik,

ISBn 978-3-89353-423-4, 15,95 €).

Simon Witte / Yvonne Hoppe-

Engbring: Meine große Bibel zur

Erst kommunion . Kevelaer: Butzon

& Bercker, 2009. ISBn 3-7666-

1254-9, 19,90 €. ausdrucksstarke

Illustrationen lassen die biblischen

geschichten für Kinder lebendig

werden. Konzipiert als geschenk zur

Erstkommunion.


Heidi Rose: Feste und Bräuche

im Kirchenjahr mit Kindern

erlebt . auch als geschenkbuch für

Kommunionkinder geeignet. Kevelaer:

Butzon & Bercker, 2010. ISBn

978-3-7666-1375-2, 14,90 €.

Elsbeth Bihler:

Kommt, seht und feiert . Der

Erstkommunionkurs . Handbuch

für die Katecheten . Ein wichtiger

Baustein einer kindgerechten

Vorbereitung auf die Beichte und die

Feier der Erstkommunion. Kevelaer:

Lahn-Verlag, 2012.

ISBn 978-3-7840-3475-1, 19,95 €.

Ivan Gantschev: Kleine Träumerei .

Kindergebete . Sammlung traditioneller

Kindergebete, eingebettet in wunderschöne,

kindgerechte Bilder gantschevs.

gutes geschenk zur Erstkommunion. gütersloh:

gütersloher Verlagshaus, 2012.

ISBn 978-3-579-06603-5, 12,99 €.

Jutta Richter: Hechtsommer

. Einer der eindringlichsten

Romane zum Thema

Tod und Liebe, gelesen

von der autorin. Katholischer

Jugendliteraturpreis.

Für Kommunionkinder sehr

empfehlenswert. Hamburg:

aktive Musik, ISBn 978-3-89353-379-4, 19,95 €.

Kirsten Boie: Der kleine Ritter

Trenk und fast das ganze Leben im

Mittelalter . Ein Ritterabenteuer mit

ziemlich viel Sachwissen. Lesenswerter

geschichtsausflug mit dem kleinen

Ritter Trenk. Hamburg: Oetinger, 2012.

ISBn 978-3-7891-8530-4, 17,95 €.

Claudia Hofrichter / Monika

Scheidler / Thomas Kiefer: Interkulturelle

Katechese . Einführung in

einen zunehmend wichtigen Bereich

auch der Erstkommunionvorbereitung

in einer multikulturellen gesellschaft.

München: Deutscher Katecheten-

Verein, 2010.

ISBn 978-3-88207-393-5, 12,80 €.

Markus Ehrhardt / Sr . Jordana

Schmidt OP / Reinhard Horn: Echte

KinderRechte . Das Lieder- und Projektbuch

zu Kinderrechten. Von Kindern für

Kinder. authentisch – stark – überzeugend.

Richtungsweisend zum Thema.

gut in der Kommunionkatechese einsetzbar.

Lippstadt: Kontakte Musiverlag,

2011. ISBn 978-3-89617-212-9, 17,80 €.

Claudia Hofrichter / Elisabeth Färber: Wir feiern

Kommunion . Handreichung für Katecheten, informiert

u. a. über die Sakramente und bietet ausgearbeitete

Elternnachmittage, Verlaufspläne für die gruppenstunden,

Materiallisten für alle Treffen sowie eine integrierte

CD mit arbeitsblättern zum ausdrucken. Dazu gibt es

ein eigenes Vorbereitungsbuch für die Kinder (ISBn

978-3-466-36746-7, 8,99 €) sowie eine CD mit den

entsprechenden Erstkommunionliedern (ISBn 978-3-

466-45810-3, 15,99 €). München: Kösel in der Randomhousegruppe,

2007 (= Handreichung)

ISBn 978-3-466-36745-0, 14,99 €.

Sämtliche Publikationen sind in jeder Buchhandlung erhältlich .

Preisänderungen und Irrtümer vorbehalten!

Mark Twain: Tom Sawyer (DVD) .

Der Klassiker, neu verfilmt von

Hermine Huntgeburth. Tolles Kommuniongeschenk,

auch für Jungen.

Hamburg: Oetinger, 2012.

gTIn 4260173781038, 14,95 €.

Paul Maar: Lippel, träumst du

schon wieder! Folgeband zu

»Lippels Traum«, dem vielfach ausgezeichneten

Bestseller von Paul

Maar. Voller Poesie erzählt er von

einem spannenden abenteuer um

Traum und Wirklichkeit. Hamburg:

Oetinger, 2012. ISBn 978-3-7891-

4269-7, 14,95 €.

www.bonifatiuswerk.de | 27 | erstkommunion-mAteriAlien


Impressum

Herausgegeben vom Bonifatiuswerk/ Diaspora-

Kinderhilfe, Kamp 22, 33098 Paderborn,

Tel. 0 52 51 / 29 96-50/-51;

E-Mail: kinderhilfe@bonifatiuswerk .de

Internet www.bonifatiuswerk.de

Konto: Bank für Kirche und Caritas Paderborn,

Kontonr. 50 000 500 (BLZ 472 603 07)

Verantwortlich:

Monsignore Georg Austen (generalsekretär)

Katholische Kirche in Deutschland

Gesamtredaktion: Matthias Micheel, Julia

Brodersen-Schäfers (Missionarische und diakonische

Pastoral / Diaspora-Kinder- und -Jugendhilfe)

Redaktionsschluss: 25. Mai 2012.

Bildnachweis: Illustration: günther Jakobs, Emmaus

(1); © Fotograf (8, 9, 12, 16, 24); Caritas Berlin (21);

Bonifaituswerk (2, 3); Bistum Speyer (4); Harald Morsch

(15); antoniushaus (20); ulf k. (28); © Kna-Bild (17);

© giuseppe_R - Fotolia.com (9); © Maksim Pasko

- Fotolia.com (9); © Sergiyn - Fotolia.com (10+11);

© TrudiDesign - Fotolia.com (13); © Shmel - Fotolia.com

Illustration: ulf k.

Diese Karte ist kostenlos

erhältlich beim

Bonifatiuswerk der

klimaneutral

deutschen Katholiken .

(15); © Christian Schwier - Fotolia.com (22); © Daniel

nimmervoll - Fotolia.com (23)

Herstellung:

Bonifatius gmbH, Druck · Buch · Verlag, Paderborn

grafische gestaltung: Elke Brosch

Basislogo

Mit Numme

klimaneutral

gedruckt

Zertifikatsnummer:

53323-1205-1001

www.climatepartner.com

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine