Gohlisforum 02/13 - Bürgerverein Gohlis eV

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Gohlisforum 02/13 - Bürgerverein Gohlis eV

Gohlis Forum

Informationen des

Bürgervereins Gohlis e. V.

15. Jahrgang Mai 02 / 2013

Liebe Leserinnen und Leser,

wie sagt man so schön, Freud und Leid liegen immer

dicht beieinander. Das haben wir in den letzten

Wochen gemerkt. Langsam leben wir uns ein

in unserem neuen Büro. Es ist gar nicht so einfach,

nachdem man versteckt in einem Stübchen im Heinrich-Budde-Haus

gearbeitet hat… jetzt in einem

Büro tätig zu sein, wo am Tag Hunderte von Menschen

am Schaufenster vorbei laufen.

Viele von ihnen bleiben stehen und lesen unsere

Aushänge und die Plakate. Das ist schön.

Einige sind mutig und steigen über unsere Eingangsstufen,

die so langsam schon einen eigenen

Artikel verdient hätten. Sie kommen herein und fragen:

Was ist das für ein Laden? Das GohlisForum?

Was tun wir so? Sie wünschen uns Glück und Erfolg.

Mit der Bemerkung, das ist mutig in den heutigen

Zeiten als Verein so einen Sprung zu wagen. Die

Kosten! Und das fast nur mit ehrenamtlichen Mitgliedern.

Bei dem Durchschnittsalter! Sie haben Alle

recht! Aber wir auch!

Der Stadtteil braucht uns. Wir sind neutral und unabhängig.

In einem Jahr der Wahlen ein ganz wichtiger

Aspekt. Wir stellen Fragen, die Viele bewegen.

Mich persönlich bewegt momentan eine Frage ganz

besonders. Wieso müssen Eltern, Lehrer und Stadträte

bestimmen, welchen Namen eine Schule trägt?

Aus dem Inhalt

Haben wir nicht genug Vertrauen in unsere Kinder?

Wieso kann man nicht eine Schule neu beziehen

und als Projekt den Schülern Geschichte mit auf den

Weg geben? Sie aktiv beteiligen?

Zehn Jahre lang habe ich die „rote Schule“ besucht.

In dieser Zeit erhielt sie, die 38. Oberschule, den

Namen „Hans und Hilde Coppi“. Wenn ich vor unserem

Laden stehe und Kinder anspreche, wissen

die meisten von ihnen nicht, wer das ist. Mit dem

Namen Adolf Bleichert können sie genauso wenig

anfangen. Sollten wir ihnen nicht den Auftrag geben,

sich zu informieren? Die Schüler Zeitzeugen

befragen lassen, solange das noch möglich ist? Sind

wir nicht eher dafür da, ihnen den Schulbetrieb mit

einem Bildungsweg zu ebnen, der allen Schülern

die gleichen Chancen gibt? Der sie neugierig darauf

macht, sich mit der Geschichte ihrer Schule, ihres

Stadtteiles und der ihrer eigenen Familien zu befassen?

Besuchen Sie uns, geben Sie Ihre Meinung ab. Lassen

Sie uns miteinander darüber reden.

Es ist eine nachdenkliche Ausgabe, das GF 02/2013.

Wir haben Freunde und Helfer verloren und sind

offen traurig darüber. Trotzdem schauen wir nach

vorn. pc

Seite 5 - Mein Freund der Baum

Seite 6 – Juliane Kirchner-Jung / Warum ich gern in Gohlis lebe

Seite 7- bereits zum 3. Mal/ Modenschau im autoforum

Seite 10 - Hoffnung auf neue Kita-Plätze

Seite 15 - Wer waren Hans und Hilde Coppi?

Seite 17 - Interview mit Bernhard Stoschek von KUNST: offen in Sachsen

Seite 13 - Leserbrief zur Krokerstrasse

Seite 19 - Veranstaltungen im Gohliser Schlösschen


2 Gohlis-Forum 2/2013

Einladung zum 10-jährigen Jubiläum

Auf dem Gelände der ehemaligen Gosenschänke am Eutritzscher Markt besteht seit nunmehr

10 Jahren unser Senioren-Wohnpark. Gebührend wollen wir dieses Ereignis mit den uns

anvertrauten Menschen, Mitarbeitern, Kooperationspartnern und natürlich den Bürgern des

Stadtteils Eutritzsch und Gohlis begehen!

Dazu laden wir Sie herzlich am Donnerstag, den 13.06.2013 ab 15.00 Uhr zu einem unterhaltsamen

Nachmittag ein. Es erwartet Sie ein ausgewähltes Angebot an Kaffee- und Kuchenspezialitäten

sowie kulinarische Variationen vom Grill. Das Fest wird musikalisch umrahmt.

In unserem Senioren-Wohnpark „Eutritzscher Markt“ bieten wir seit über 10 Jahren alle Annehmlichkeiten

einer modernen Senioreneinrichtung. Bei uns lässt sich das Alter komfortabel

und bestens umsorgt genießen – denn wir verbinden ganzheitliche Begleitung mit kompetenter

Betreuung in anspruchsvoller Wohnkultur. Mit Stolz blicken wir auf die vergangenen Jahre

unseres Bestehens zurück und möchten uns in dieser Form bei allen Menschen bedanken,

deren Vertrauen wir genießen. Ebenso bedanken wir uns für die gute Zusammenarbeit mit

allen unseren Kooperationspartnern.

Unsere ganz besondere Anerkennung verdienen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für

ihr tägliches Engagement in unserem Senioren-Wohnpark.

Seien Sie unser Gast. Wir freuen uns auf Sie.

Das Team des Senioren-Wohnparks Leipzig - Eutritzscher Markt

Senioren-Wohnpark

Leipzig - Eutritzscher Markt

Gräfestraße 1

04129 Leipzig

Telefon: 0341/9106-104

swp-leipzig-eutritzscher-markt@marseille-kliniken.com


Dr. Dieter Kürschner verstorben

Im März 2013 ist Dr. Dieter Kürschner nach schwerer

Krankheit verstorben.

Kürschner wurde 1935 in Hainichen geboren.

Nach dem Abitur meldete er sich zu den bewaffneten

Kräften der DDR und schlug in der Nationalen

Volksarmee die Offizierslaufbahn ein. Er studierte

an der Militärakademie der NVA „ Friedrich Engels“

in Dresden und promovierte 1987 am Militärgeschichtlichen

Institut der DDR in Potsdam über ein

militärgeschichtliches Thema zum Dr. phil. Sein letzter

militärischer Dienstgrad war Oberstleutnant.

Nach dem Ausscheiden aus der NVA befasste er sich

weiterhin mit Militärgeschichte, besonders Sachsens

und Leipzigs und wurde ein angesehener Fachmann

auf diesem Gebiet.

Dabei ging es ihm nicht um eine Verherrlichung des

Militärischen an sich, wie man das in manchen älteren

Regimentsgeschichten leider lesen kann. Das

betraf sowohl frühere militärische Formationen -

das verstand sich bei seiner Lebensgeschichte von

selbst – als auch die Geschichte der NVA. Eingeordnet

in die Gesamtgeschichte, blendete er die negativen

Wirkungen von Militär, Rüstung und Kriegen

nicht aus.

In gewohnt disziplinierter Arbeit erweiterte er

seinen Themenkreis, so um die Leipziger Stadtgeschichte

mit den Schwerpunkten Straßennamen

und Denkmale.

Dieter Kürschner war an mehreren wichtigen Neuerscheinungen

seit 1990 beteiligt. Hier kann nur

eine Auswahl von Titeln genannt werden: Garnison

und Garnisonstadt Leipzig 1866-1945. Vortrag, Leipzig

1993 (Texte des Leipziger Geschichtsvereins,

Heft 9); Kriegsschauplatz Sachsen 1945, Altenburg

1995 (Mitautor); Leipziger Denkmale, Beucha 1998,

Leipziger Denkmale, Band 2, Beucha 2009 (Mit-Herausgeber

und Mitautor).

Eine besondere Ehre und Verpflichtung war für ihn

die Mitarbeit am Gedenkbuch für die Leipziger Opfer

des Nationalsozialismus.

Als berufener sachkundiger Bürger gehörte er der

Kommission Straßenum- und Neubenennung des

Leipziger Stadtrates an. Manche bilderstürmerische

Attacke auf Straßennamen aus der DDR konnte er,

gestützt auf große Sachkenntnis, mit Ruhe und ge-

legentlich auch

Ironie, abwehren,

aber auch vertretbareKompromisse

eingehen. So

bei Straßennamen

seines Wohngebietes

Gohlis-Nord.

Im vermutlich einmaligen direkten Nebeneinander

von Namensgebern mit gegensätzlicher politischer

Biografie hat er sich ein kleines Denkmal gesetzt.

Kürschner verfasste zahlreiche Beiträge zur Leipziger

Militärgeschichte und zu Leipziger Straßennamen

in der örtlichen Presse, so in der Leipziger

Volkszeitung (z. B. die Serie Das Kriegsende in Leipzig,

erschienen April/Mai 1995), in Leipzigs Neue.

Linke Zeitung für Politik, Wirtschaft und Kultur, in

den Stadtteilzeitungen Gohliser, Ortsblatt Gohlis/

Möckern u. a.

Dr. Kürschner war nicht Mitglied unseres Bürgervereins,

nahm aber Anteil an dessen Entwicklung. Bei

den Gohliser Historischen Heften war er Autor der

Nr. 3 „Geschichte der Kaserne an der Georg-Schumann-Straße

in Leipzig-Möckern 1875-1990“,

erschienen 1999, und bei Nr. 8 „Straßennamen in

Gohlis. Geschichte und Erläuterung“ 2001 Mitautor.

Die Besucher der Buchvorstellung der 2. Auflage

von „Straßennamen in Gohlis“ im November 2011

im Heinrich-Budde-Haus und im Mai 2012 im Garten

des Schillerhauses konnten sich von seinem

Wissen und Engagement überzeugen. Darüber hinaus

hat er Beiträge zu Gohliser Straßennamen im

Gohlis-Forum verfasst.

Es war der Wunschtraum von Dieter Kürschner,

einmal eine Gesamtgeschichte des Gohlis-Möckernschen

Kasernenkomplexes vorzulegen. Wie weit

dieses Manuskript gediehen ist, wissen wir noch

nicht. Sollte es Druckreife erreicht haben, gäbe es

keine bessere Ehrung für den Verstorbenen als eine

Veröffentlichung dieses Werkes, auch wenn der Autor

das Erscheinen nicht mehr erleben kann.

Der Bürgerverein Gohlis e. V. wird Dr. Dieter Kürschner

ein ehrendes Andenken bewahren.

Dr. Manfred Hötzel

Gohlis-Forum 2/2013 3


BV - Splitter

Gohliser im Dienste der Französischen Republik

Am 16. April dieses Jahres wurde der in Gohlis ansässige Dr. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender

der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig, zum französischen Honorarkonsul ernannt. Der französische

Botschafter in Deutschland, Maurice Gourdault-Montagne, nahm in feierlichem Rahmen die Ernennung

vor. Honorarkonsul ist ein Ehrenbeamter, dessen Arbeit nicht vergütet wird. Erhaltung und Verbesserung

der vorwiegend wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich

gehören zu den Hauptaufgaben dieses Ehrenamtes.

Der Bürgerverein Gohlis e.V. beglückwünscht Dr. Harald Langenfeld sehr herzlich zu dieser neuen Aufgabe.

he

Neues Magistralenmanagement nimmt Arbeit auf

Es war in den letzten Wochen etwas ruhig geworden im Infozentrum Georg-Schumann-Straße

126, dem Sitz des Magistralenmanagements. Der Vertrag mit dem Team um Dirk Zinner, Sebastian

Bodach und Holger Scheibig war beendet und ein reibungsloser Übergang auf die Nachfolger

scheiterte an verfahrenstechnischen Belangen. Nun hat eine neue Crew ihre Arbeit aufgenommen,

um die Entwicklung der Georg-Schumann-Straße fortzuführen. Das Infozentrum, Treffpunkt

und Informationsquelle, ist unter der Tel.-Nr. 0341 – 2631 9060 sowie per Mail unter

info@schumann-magistrale.de zu erreichen. Mo, Di, Mi ist das Info-Zentrum von 10 bis 16 Uhr,

Do von 13 bis 18 Uhr und Fr von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Der Bürgerverein Gohlis e.V. wünscht

dem neuen Expertenteam viel Erfolg und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit.

he

4 Gohlis-Forum 2/2013

Vom 2.-7. Juli 2013 trifft sich die junge berufliche Elite in Leipzig: Bei den

WorldSkills liefern sich internationale Talente bei der Weltmeisterschaft der

Berufe einen einzigartigen Wettbewerb. In 46 Wettkampfdisziplinen möchten

Schreiner, Mechatroniker, Friseure und viele andere beweisen, dass sie die Besten

ihres Fachs sind. Mehr als 1.100 Teilnehmer und 3.000 Spezialisten aus 64

Ländern / Regionen sowie rund 200.000 Besucher machen die Leipziger Messe

zum Treffpunkt der beruflichen Bildung. Damit sind die WorldSkills auch eine

einzigartige internationale Plattform für Fachleute aus Berufsbildung, Wirtschaft,

Politik und Forschung.

Weitere Informationen unter: www.worldskillsleipzig2013.com

Schon jetzt wollen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf unser Sommerfest

am 29.Juni 2013 aufmerksam machen.

Gemeinsam mit dem Förderverein „Heinrich Budde Haus“ e. V. laden wir Jung

und Alt ein, gemeinsam mit uns zu feiern.


Mein Freund, der Baum, ist tot, er fiel im frühen Morgenrot

Als Alexandra 1968 mit dieser Ballade in Aller

Ohren war, gab es offenbar eine höhere

Hemmschwelle, die Axt am helllichten Tag an

den Baum zu legen. Offensichtlich scheute man

damals noch das Licht der Öffentlichkeit, wenn

man die Axt im Wald bewegte. Diese Einstellung

hat sich grundlegend geändert.

Einen Beitrag dazu liefert das „Gesetz zur

Vereinfachung des Landesumweltrechtes“,

das der Sächsische Landtag am 01.09.2010

beschlossen hat. Dieses beinhaltet eine Änderung

des Sächsischen Naturschutzgesetzes,

durch welche der Geltungsbereich kommunaler

Gehölzschutzsatzungen eingeschränkt wird.

Durch dieses Gesetz werden einzelne Baumarten

bzw. Artengruppen und Bäume bis zu einem

bestimmten Stammumfang auf mit Gebäuden

bebauten Grundstücken vom Geltungsbereich

der Baumschutzsatzung ausgenommen.

Dies betrifft Nadelgehölze, Pappeln, Birken,

Baumweiden, Obstbäume und alle anderen

Bäume mit einem Stammumfang unter 100

cm. Obstbäume unterliegen keiner Einschränkung

im Stammumfang. Der Stammumfang ist

in 1 m Höhe zu messen. Die genannten Gehölze

können genehmigungsfrei beseitigt werden.

Laubbäume (ausgenommen die aufgeführten

Arten) mit einem Stammumfang über 100

cm sind auch auf mit Gebäuden bebauten

Grundstücken weiterhin geschützt, ebenso

Laub-Sträucher ab 4,0 m Höhe, Laubholz-Hecken

ab 1,0 m Höhe sowie Rank- und Kletterpflanzen

mit einer Höhe von über 3,0 m.

Auf nicht mit Gebäuden bebauten Grundstücken

gelten die Bestimmungen der Baumschutzsatzung

der Stadt Leipzig uneingeschränkt

fort. Alle Laub- und Nadelbäume

sind ab einem Stammumfang von 30 cm,

Obstbäume ab einem Stammumfang von

100 cm sowie Laub- und Nadelholz-Sträucher

ab 4,0 m Höhe, Laub- und Nadelholz-Hecken

ab 1,0 m Höhe und Klettergehölze ab 3,0 m

Höhe geschützte Gehölze und unterliegen den

Bestimmungen der Baumschutzsatzung.

Für alle Eingriffe in geschützte Gehölze, wie

Fällung, starker Rückschnitt, Veränderungen im

Wurzelbereich, ist nach wie vor eine Genehmigung

des Amtes für Stadtgrün und Gewässer

erforderlich.

Bäume und Hecken in Kleingärten im Sinne des

§ 1 Abs. 1 des Bundeskleingartengesetzes unterliegen

nicht den genannten Schutzbestimmungen.

Bei allen Eingriffen in den Baumbestand sollte

der Grundsatz der Nachhaltigkeit beachtet

werden. Dieser Begriff, der heute nahezu inflationär

verwendet wird, hat seinen Ursprung

in der 1713 in Leipzig erschienen „Sylvicultura

Oeconomica“, dem Grundlagenwerk zur Nachhaltigkeit.

Hannß Carl von Carlowitz begründete

in seinen Anmerkungen zu einer tragfähigen

Forstwirtschaft den Begriff der nachhaltigen

Entwicklung. Der Ressourcenverbrauch sollte

sich dabei am Nachwachsen des Rohstoffes

Holz orientieren.

Viele unserer Leser werden bemerkt haben,

dass bis zum 28.02. dieses Jahres eine Reihe

von Brachflächen gerodet wurden. Ab dem 01.

März bis zum 30. September ist es nach dem

Bundesnaturschutzgesetz verboten, Bäume,

Sträucher und Hecken zu fällen oder stark zurück

zuschneiden. Schonende Form- und Pflegeschnitte

sind dagegen auch in dieser Zeit gestattet.

Diese Rodungsaktivitäten lassen darauf

schließen, dass die betreffenden Grundstücke

für bauliche Aktivitäten vorbereitet wurden.

Dies betrifft u.a. die Eckgrundstücke am Eingang

zum Schillerweg (Ecke Gohliser-Str. bzw. Berggartenstraße

und Schorlemmerstraße) sowie

das Grundstück an der Georg-Schumann-Straße

(zwischen Saßstraße und Reginenstraße).

Bei aller Freude um jede Lückenschließung mit

einem gelungenen Bauvorhaben bleibt doch

auch etwas Wehmut um den Baum. Und so gedenken

wir seiner mit der letzten Strophe der

Ballade vom Baum, dem Freund.

Bald wächst ein Haus aus Glas und Stein, dort

wo man ihn hat abgeschlagen,

bald werden graue Mauern ragen, dort wo er

liegt im Sonnenschein.

Vielleicht wird es ein Wunder geben, ich werde

heimlich darauf warten.

Vielleicht blüht vor dem Haus ein Garten und er

erwacht zu neuem Leben,

doch ist er dann noch schwach und klein und

wenn auch viele Jahre gehen,

er wird nie mehr derselbe sein.

Hansgeorg Herold

Gohlis-Forum 2/2013 5


Warum ich gerne in Gohlis lebe - Juliane Kirchner-Jung

Gohlis, meine 4. Station in Leipzig. Vor 22 Jahren

sind wir mit damals noch drei Kindern von Siegen

nach Leipzig gezogen, von Neuschönefeld über

Schleußig und Eutritzsch, dann mit vier Kindern

2003 nach Gohlis-Süd.

Warum gerade Gohlis?

Mir gefiel auf Anhieb das Rosental mit seiner Großen

Wiese, den alten Bäumen und der herrlichen

Aussicht auf die Silhouette der Innenstadt. Dort

tummeln sich zu allen Jahreszeiten viele Spaziergängerinnen

und -gänger, Läufer, Kinder, die ihre

Drachen steigen lassen, junge Familien, die spielen

oder picknicken, Fußballspieler, Schlittschuhläufer,

vielseitig und bunt. Und die Giraffen der Afrika-Savanne

schauen dem Treiben mit ihren sanften großen

braunen Augen zu… Wie gut, dass die Leipziger

damals dem „August“ sein Schloss ausgeredet haben...

Ein kleiner Spaziergang durch mein Gohlis-Süd

kann vielleicht erklären, warum Gohlis so lebens-

und liebenswert ist.

Vom Rosental durch die Primavesistraße, bevorzugte

Villenlage am Parthe-Ufer, mit unverbauter

Aussicht auf das Rosental liegt bald vor uns das von

Bürgerhäusern umschlossene Gohliser Schlößchen,

typischer Weise für Leipzig erbaut von einem Bürger,

dem Kaufmann Kaspar Richter; fast eingekeilt

von Gründerzeithäusern, entwickelt es barocke

Schönheit gen Süden. Auf der Rückseite halten wir

6 Gohlis-Forum 2/2013

in der Menckestraße inne: Stolze Bürgerhäuser, in

den letzten 20 Jahren alle schön restauriert, säumen

die Straße mit immer wieder neuen überraschenden

Details, besonders schön dort, wo sie sich

weitet. Wie fast überall in Leipzig spürt man auch in

Gohlis den Geist der Gründerzeit, das wohlhabende

starke Bürgertum und die Blütezeit um 1900.

Wunderbar fügen sich heute auch der Mediencampus

und das zur Wohnanlage ausgebaute Schokoladenpalais

in die alte Bebauungsstruktur des

19.Jahrhunderts ein.

Weiter führt unser Weg zum Schillerhaus. Schillers

Aufenthalt in Leipzig 1785 verdanken wir die Erhaltung

des dörflich anmutenden Häuschens, in dem er

seine „Ode an die Freude“ schrieb. Auch ihm verdanken

wir die 1890 benannte Straße „ Poetenweg“,

in der wir wohnen. Die Kinder im benachbarten

Kindergarten sind die besten Nachbarn, die ich mir

wünschen kann, beleben sie doch unsere Straße.

(Manche Nicht-Leipziger sprechen unsere Straße

manchmal – nicht zu fassen! - „ Pötenweg“; dabei ist

der Name doch ein Versprechen!)

So verströmt Gohlis, ehemals ein selbstständiges

kleines Dorf vor den Toren Leipzigs, überall große

Geschichte.

Als Radfahrerin habe ich oft, aus der Innenstadt radelnd,

spätestens am Nordplatz mit seiner Michaeliskirche

das Gefühl von „ Hier bin ich zu Hause!“ Mit

der Michaelis- und Friedenskirche verbindet mich

viel. Wir fühlen uns in der Gemeinde sehr wohl und

gut aufgehoben.

Auf der Gohliser Straße zwischen den beiden Kirchen

finde ich kleinere Läden für Blumen, Bücher,

Lebensmittel und im näheren Umkreis individuelle

Restaurants. Gohlis liegt optimal in Fuß- und

Rad-Nähe zur Innenstadt und zum Grünen, zum

Kanal, zum Aussichtsturm und so vielem Schönen

mehr.

Neben der Architektur und den Freizeitangeboten

machen aber auch vor allem die besonders freundlichen

Menschen Gohlis zu einem fast dörflichen, familiären

Ort, nah am Herzen der Großstadt Leipzig.

Juliane Kirchner-Jung

Poetenweg 20

04155 Leipzig


Der Bürgerverein Gohlis e. V. und das autoforum Gerstmann GmbH laden

Sie ganz herzlich zur

3. Verkaufsmodenschau

ein.

präsentiert von Michael Kefalas

Wann: am 14.05.2013 um 17.00 Uhr

Wo: autoforum Gerstmann GmbH / Linderthaler Straße 61 - 65

Egal, ob Sie 19 oder 90 sind, egal ob Mann oder Frau - garantiert ist auch für Sie etwas dabei!!!

In eigener Sache

Liebe Leserinnen und Leser,

bitte beachten Sie, dass wir zum 01.05.2013 ein neues zusätzliches Büro, dass GohlisForum in der Lindenthaler

Straße 34 haben. Das Büro im Heinrich-Budde-Haus bleibt nach wie vor eine Anlaufstelle für alle

Bürger.

Im Folgenden die Öffnungszeiten und Kontaktdaten der Büros:

Büro GohlisForum Lindenthaler Straße

Bürgerverein Gohlis e. V./ Lindenthaler Straße 34 / 04155 Leipzig

Tel.: 0341 / 200 18 556 FAX: 0341 / 200 18 558

Mail: buergerverein-gohlis@arcor.de

Internet: www.buergerverein-gohlis.de

Öffnungszeiten:

Montags 13.00 - 17.00 Uhr

Mittwochs 10.00 - 12.00 Uhr

zu erreichen mit den Linien 4, 10, 11 und Bus 90

Büro Heinrich-Budde-Haus / Lützowstraße

Bürgerverein Gohlis e .V. / Lützowstraße 19 / 04157 Leipzig

Tel: 0341 / 911 50 28 FAX: 0341 / 246 66 72

Mail: buergerverein-gohlis@arcor.de

Internet: www.buergerverein-gohlis.de

Öffnungszeiten:

Montags 10.00 – 12.00 Uhr

Mittwochs 13.00 – 17.00 Uhr

zu erreichen mit der Linie 12

Gohlis-Forum 2/2013 7


Nachruf Horst Butzeck

Im April 2013 ist Horst Butzeck plötzlich und unerwartet

verstorben.

Horst Butzeck wurde 1936 in Leipzig geboren. Nach

dem Besuch der Grundschule ging er als Lehrling

zum damaligen SAG-Betrieb Bleichert und wurde

zum Technischen Zeichner ausgebildet. Schon sein

Vater hatte in der Bleichert-Firma gearbeitet. Horst

Butzeck blieb sein ganzes Arbeitsleben „seiner“

Firma treu. Zunächst arbeitete er als Technischer

Zeichner, dann als Teilkonstrukteur. In einem mehrjährigen

Abendstudium qualifizierte er sich zum

Techniker für Maschinenbau und danach an der

Ingenieurschule für Schwermaschinenbau und Elektrotechnik

Leipzig zum Ingenieur für Allgemeinen

Maschinenbau.

Als Konstrukteur im VEB Verlade- und Transportanlagen

Leipzig war H. Butzeck maßgeblich an

den Haupterzeugnissen des Betriebes beteiligt,

zunächst an Elektrohängebahnen, später an Bandanlagen,

Schwimmkranen und Doppellenker-Wippkranen.

Außerdem meldete er mehrere Patente an

und bewirkte durch Neuerervorschläge einen hohen

wirtschaftlichen Nutzen. Horst Butzeck gehörte

neben anderen Arbeitern, Angestellten, Ökonomen,

Ingenieuren und Konstrukteuren zum wertvollen

Stamm des Betriebes, die die Tradition des Baus von

Transportanlagen über Jahrzehnte bewahrten und

erneuerten.

Nach der Abwicklung des Betriebes 1991 zog er

sich nicht ins Private zurück. Er war u. a. Mitglied

im Bürgerverein Eutritzsch und wirkte auch im Bürgerverein

Gohlis mit. Besonders interessierte ihn

die Erarbeitung der Geschichte seines Betriebes, so-

8 Gohlis-Forum 2/2013

wohl der Bleichert-

als auch

der VEB-Zeit.

Als echter Zeitzeuge

konnte

er selbst manchen

Hinweis

geben. Er war

regelmäßiger

Gast der Geschichts-Veranstaltungen

der bei den Bürgervereine,

legte eine eigene umfangreiche Material- und

Dokumentensammlung zu geschichtlichen Themen

an und schrieb mehrere Beiträge zur Betriebsgeschichte

im „Gohlis-Forum“. In den letzten Jahren

war er aktives Mitglied der VTA-Chronikgruppe im

Sächsischen Wirtschaftsarchiv Leipzig. Unvergessen

ist sein Beitrag zum Aufbau der Bleichert-Ausstellung

in der Garage 2008.

Horst Butzeck konnte auf ein erfülltes Leben zurückblicken.

Als Ingenieur/Konstrukteur war er

schöpferisch tätig gewesen. Als Mensch und Kollege

hat er durch sein offenes und hilfsbereites Wesen

viele Freunde gewonnen. Dazu trug auch sein

Humor bei, der meist hintergründig und trocken,

manchmal auch schwejkianisch, daherkam. So wird

er in unserem Gedächtnis und Herzen weiterleben.

Was kann Schöneres über einen Menschen gesagt

werden.

Auch der Bürgerverein Gohlis e. V. wird Horst Butzeck

ein ehrendes Andenken bewahren.

Dr. Manfred Hötzel


Leserbrief von Geert Schüppel / Gründungsmitglied des BV

Gohlis e. V.

Nach der politischen Wende war es einer der Wünsche

der Gohliser Bürger, den alten Ortskern des

ehemaligen Dorfes Gohlis besser kenntlich zu machen

und ihn auch zu beschreiben.

Dabei spielte und spielt bis heute die Menckestraße

– früher „Hauptstraße“- als Kennzeichnung des Verlaufes

eines typischen Straßendorfes eine wichtige

Rolle.

Erst in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts

wurden einige Areale ehemaliger Bauernhöfe

mit Wohnhäusern bebaut, so der als „Poetenhof“

benannte Wohnungsbau und das Grundstück

der ehemaligen Oberschenke mit den heutigen

Hausnummern 6-8. Der letzte erkennbare Bauernhof

war bis zu diesem Jahr das „Johannes`sche Gut“

auf der Hausnummer 30, dessen Wohnhaus als „Inspektorhaus“

fungierte.

Die Gohliser Hauptstraße war nicht nur durch den

Standort des Schlossgartens, sondern auch durch

eine Mittelinsel des östlichen (vorderen) Teiles gekennzeichnet,

die sich bis heute erhalten hat. Diese

Mittelinsel - auch als Anger bezeichnet - diente allgemein

bedeutenden Zwecken wie der Unterbringung

von Feuerwehr, Leichenwagen, Gefangenen

und insbesondere der Erbauung eines Schulbaues

mit den notwenigen Nebengelassen.

Da sie damit ein Ort des Gemeindelebens war, wurde

sie nach Eingemeindung des Dorfes in die Stadt

Leipzig als historisches Relikt erhalten und letztlich

sogar unter Denkmalschutz gestellt.

Heute erfreut sie die Anwohner mit ihrer erholsamen

Begrünung, deren Pflege allerdings oft zu Kritik

Anlass gibt!

Der Umgang mit dieser grünen Insel wird seit Jahren

sträflichst vernachlässigt! Der Bürgerverein

Gohlis e. V. hat sich wiederholt dafür eingesetzt, die

Nutzung zum Interesse der Bewohner des vorderen

Straßenteiles zu konkretisieren, damit den Wohnwert

der Menckestraße zu erhöhen und gleichzeitig

an das ehemalige Dorfensemble zu erinnern.

Es ist unverständlich, wie dilettantisch Pflege und

Ergänzungsmaßnahmen auf diesem Standort

durchgeführt werden und zeigt die Frage auf, ob

verantwortliche Stadtverwalter nachweislich ihren

Pflichten nachkommen? Zumal mit dem Bestand

und der Vermehrung von Leipzigs Grün geprahlt

wird. In Veröffentlichungen des Jahres 2007 wird

in aller Ausführlichkeit auf diesen Missstand aufmerksam

gemacht. Der sich jedoch bis heute nicht

verbessert hat.

Bürgerprojekt beginnt den nächsten Beteiligungsprozess

in Gohlis

Das Bürgerprojekt „Starke Nachbarschaften durch

aktive Beteiligung“ begann im April 2013 den

nächsten Beteiligungsprozess in Gohlis. Einzelne

Vertreter des Projekts werden sich dazu in den

kommenden Wochen in individuellen Gesprächen

mit Gohliser Bürgerinnen und Bürgern darüber unterhalten,

wie sie ihren Stadtteil erleben und wo sie

sich Veränderungen wünschen.

Im Anschluss daran werden die genannten Anliegen

zusammengetragen. Gleichzeitig sollen die Menschen

zusammengebracht werden, die sich gemeinsam

für ein Thema im Stadtteil einbringen wollen.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich am

Gesprächsprozess beteiligen möchten, können sich

auch direkt an das Bürgerprojekt wenden. (Kontakt:

info@starke-nachbarschaften.de)

Das Projekt „Starke Nachbarschaften durch aktive

Beteiligung“ ist ein offenes Netzwerk aus Bürgerinnen

und Bürgern, Organisationen, Gruppen und

Kirchgemeinden im Leipziger Norden. Wir sind

parteienunabhängig und verfolgen das Ziel, durch

eigene Initiativen das Leben im Stadtteil zu verbessern.

Dazu sind wir mit den Menschen vor Ort im

direkten Gespräch und greifen bereits bestehendes

Engagement auf.

Starke Nachbarschaften durch aktive Beteiligung c/o

Ev.-Luth. Auferstehungskirchgemeinde Leipzig-Möckern

Georg-Schumann-Straße 198, 04159 Leipzig,

info@starke-nachbarschaften.de

www.starke-nachbarschaften.de

Gohlis-Forum 2/2013 9


Liebe Leserinnen und Leser des Gohlis Forum,

Buchsommer Sachsen und Buchsommer „Junior“

Die wichtigste Information gleich zu Beginn: auch in

diesem Jahr wird es wieder einen Buchsommer geben!

Bereits in den letzten Jahren erfreute sich der

Ferien-Lesespaß größter Beliebtheit, die Buchsommerregale

wurden regelrecht geplündert und die

gelesenen Bücher durch die teilnehmenden Schüler

fleißig bewertet. Im Sommer 2013 wird die Aktion

nun ausgeweitet. Sie richtet sich nicht nur an die

Schüler der 5. - 10. Klassen, sondern auch im Rahmen

des zeitgleich stattfindenden Buchsommers

„Junior“ an die Grundschüler der 1.-4. Klassen. Start

des Buchsommers ist der 1. Juli 2013, am 30. August

endet er. Wer es in diesen 8 Wochen schafft,

drei nagelneue, extra für den Buchsommer bereitgestellte

Bücher zu lesen, erhält ein Zertifikat der

Sächsischen Bildungsagentur sowie eine Einladung

zur großen Abschiedsparty.

E-Book-Reader in der Bibliothek Gohlis

Eine weitere wichtige Neuerung ist der Beginn der

E-Book-Reader-Verleihung in der Bibliothek Gohlis.

Elektronische Bücher nehmen einen stetig wachsenden

Marktanteil im Buchhandel ein und profitieren

durch die zunehmende Verbreitung transportabler

Endgeräte wie Smartphones, Tablet-PCs und eben

E-Book-Reader, den Lesegeräten für elektronische

Bücher. Wer solch ein Gerät einmal testen möchte,

kann es sich in der Bibliothek Gohlis für 4 Wochen

12 Gohlis-Forum 2/2013

ausleihen. Mit dem Gerät können Sie sowohl private

E-Books als auch E-Books aus dem Sortiment der

Onleihe der Stadtbibliothek Leipzig nutzen. Die

Onleihe ist ein Angebot der Stadtbibliothek für die

kostenlose Nutzung digitaler Medien. Alle Informationen

zur Onleihe finden Sie unter www.onleihe.

de/leipzig

Neue CDs

Neben diesen wichtigen Informationen möchten

wir aber auch in dieser Ausgabe des Gohlis-Forum

Ihr Interesse für einige unserer Neuerwerbungen

wecken. Im Bereich Musik hat sich in den vergangenen

Wochen wieder einiges getan: neue CDs von

Silly, Eric Clapton, Semino Rossi sowie die Top-Alben

von Depeche Mode und Volbeat und den Senkrechtstartern

von Passenger, mit dem Hit „Let her

go“ sind nun ausleihbar. Gekauft haben wir auch

neu aufgelegte Klassiker von u.a. Pink Floyd und

Metallica.

Neue Filme

Eine ganze Reihe von hochkarätigen Filmen ist auf

DVD erschienen. Mit dabei natürlich die Literaturverfilmungen

„Der Hobbit“, „Die Wand“ und „Cloud

Atlas“ sowie „Django Unchained“ mit Christoph

Waltz. Auch dabei ist „Lincoln“, für dessen Haupt-


olle Daniel-Day Lewis als erster Schauspieler überhaupt

seinen 3. Oscar als Hauptdarsteller gewann.

Neue Bücher

Allen, die gern auf einer Wiese, auf dem Balkon, im

Garten oder in ihrem Lesesessel ein spannendes

und unterhaltsames Buch genießen, möchten wir

ein paar Empfehlungen aus dem riesigen Angebot

von Neuerscheinungen auf den Weg geben. Da

wäre natürlich Dora Heldt mit ihrem Roman „Herzlichen

Glückwunsch – Sie haben gewonnen!“. Heldt

schreibt flüssig wie immer, dabei aber auch humorvoll

und herzlich.

Eine meisterhaft erzählte Familiensaga schrieb Hannah

Richell mit „Geheimnis der Gezeiten“. Hier geht

es um die vierzehnjährige Dora, deren kleiner Bruder

beim Spielen zwischen den Klippen verschwindet

und deren Familie über diese Katastrophe zerbricht.

Jahre später kehrt Dora in ihren Heimatort

zurück und damit auch die Erinnerungen an jenen

Liebe Redaktion,

ich erhielt von einem Leipziger Schulfreund ihr o. g.

Heft mit einem Artikel über das Haus Krokerstrasse

1, früher Roonstraße. Ich habe von 1943-1959 in

diesem Haus bei meinen Großeltern gewohnt, es ist

der in Ihrem Artikel als einer der ersten Bewohner

genannte Inspektor W. Friedrich.

Mein Großvater wurde 1885 in der Plagwitzer Straße

geboren, sein Vater war Inspektor bei der Leipziger

Feuer-Versicherung. Die Familie zog öfters

um. Der Bruder Hans Friedrich, später Kunstmaler,

wurde 1887 in der Langestraße geboren. Als die Familie

einmal im Eckhaus Wittenberger/Delitzscher

schrecklichen Tag. Und sie spürt, dass ihre Mutter

die Wahrheit kennt und schweigt... ein berührender

Roman über Schuld, Vergebung und der Umgang

mit dem Verhängnis.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Die Anmeldung für LeipzigPass-Inhaber ist ermäßigt.

Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre können die Bibliothek

kostenlos nutzen.

Bibliothek Gohlis

Stadtteilzentrum Gohlis

Georg-Schumann-Str. 105

04155 Leipzig

Tel.: 0341 / 90 13 76 4

E-Mail: bibliothek.gohlis@leipzig.de

Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 10.00 – 18.00 Uhr ;

Mi 13.00 – 18.00 Uhr

Leserbrief zum Beitrag über die Krokerstr. 1 im GF 06/2012

Krokerstraße 1

Straße wohnte, wurde die Mutter beim Einkauf

auf ihren Sohn Walter aufmerksam gemacht, der

im 3.Stock auf dem Balkongeländer balancierte. Er

übte Gleichgewicht, weil er nach der Schulzeit zur

See fahren wollte.

1903 ging er auf eine Seefahrtschule, fuhr anschließend

einige Jahre als Offizier auf Handelsschiffen,

u.a. beim Österreichischen Lloyd in Triest, damals

hatte Österreich Handels- und Kriegsmarine.

Nach einer Augenverletzung musste er an Land bleiben

und wurde, wie sein Vater zuvor, Inspektor bei

der Leipziger Feuer-Versicherung. Die Versicherung

hatte das Haus „die runde Ecke“ gebaut. 1911 hat

er geheiratet und zog 1913 in das Haus Roonstraße

Gohlis-Forum 2/2013 13


1. Die Roonstraße ging damals über die Gottschall-

und Pariser Strasse weiter.

Während des 1. Krieges war er bei der kaiserl.

Kriegsmarine, Entlassung war am 07.01.1919.

Nach dem Krieg begann er einen Rauchwarenhandel

am Brühl. Die Firma Friedrich & Loudwin war

bis 1958 in der Nikolaistraße 20-26 in Oelssners

Hof.

Vom 17.11.1939 an war er wieder bei der Kriegsmarine,

wurde aber am 31.01.1945 aus Altersgründen

entlassen.

Meine Mutter wohnte mit meinem Vater seit 1938

in der Ulanenstrasse. Als die Eltern meines Vaters

ausgebombt waren, zogen sie dort ein und wir zogen

mit in die Krokerstrasse 1.

Beim Einmarsch der amerikanischen Truppen im

April 1945 wurde mein Großvater verhaftet, kam

ins Gefangenenlager Bad Kreuznach auf die Rheinwiesen,

von dort ins amerikanische Sanatorium Bad

Nauheim. Er wurde am 29.06.1945 dort entlassen

und kam nach Leipzig am 05.07.1945, kurz nach

Einmarsch der sowjetischen Gruppen. Von diesen

wurde er auch öfters zu Verhören abgeholt.

In der Lothringer Strasse war ein Kellereingang

und dort links unterm Laden war der Luftschutzraum.

In dem kleinen Laden in der Krokerstraße

war Elektro-Baehr, dessen Haus Lothringer/ Ecke

Kaiser-Friedrich-Straße war zerstört. Er wohnte in

„Kamerun“.

Für die Zentralheizung in der Wohnung gab es auf

dem Balkon einen kleinen Lastenaufzug. Das Seil

war öfter kaputt, Ersatz nicht zu beschaffen, also

mussten die Kohlen per pedes hoch getragen werden.

Mein Großvater hatte erst die Wohnung Parterre

links, diese dann aber mit einem älteren Ehepaar

aus der 3. Etage links getauscht, die Wohnung hatte

Balkon vorne und hinten, hinten verglast, zum

Nachbarhaus Krokerstrasse 3. Neben uns wohnte

Familie Zweck. Die dritte Wohnung bewohnte ein

Arzt, Dr. Schmink.

In der 2. Etage wohnten 2 alte Damen aus der Familie

Siemens, eine Familie Starke und die damaligen

Hausbesitzer (Familie Koch?). Unter dem Dach war

eine Hausmeisterwohnung sowie eine Wohnung

von der Familie Schulze. Vom Speicherfenster konnte

man weit sehen, da gegenüber bis zum Eutritzscher

Park nur kleine Häuser standen.

An der Ecke Lothringer / Pariser Straße war Fleischer

Lachmann, auf derselben Seite war Bäcker

Heimer. Zu ihm wurden zu Weihnachten auch die

Stollen zum Backen gebracht.

In der ersten Zeit nach dem 2. Weltkrieg holte ich

Sonntags Bier im Deckelglas im Restaurant Sedans

gegenüber von Lachmanns.

Als Kind hatte meine Mutter eine ältere Freundin im

14 Gohlis-Forum 2/2013

Haus, diese wurde später meine Lehrerin an der 35.

Grundschule in der Pariser Strasse, ihr Sohn wurde

mein bester Freund. Sie starb vor einigen Jahren

hier im Odenwald.

Meine Mutter „machte 1956 rüber“, meine Schwester

1957 und ich 1959.

Mein Großvater starb 1960, seine Frau kam zu uns

in den Westen, als Rentner durfte sie ihre Möbel ect.

mitnehmen. Das war für uns hier sehr schön.

Zum Kriegsende hatten wir einige Zeit eine aus

Schlesien vertriebene Familie und nach dem Weggang

meiner Mutter nahmen sie eine bekannte

Familie als Untermieter auf, um nicht irgend eine

fremde Familie, vielleicht linientreue, zwangsweise

aufnehmen zu müssen.

Als Mitte der fünfziger Jahre im Radio sonntags gemeldet

wurde, dass in den Schulen alle Geldscheine

umgetauscht wurden, kam ein VP-Offizier an unsere

Türe, der auch im Haus wohnte und gab uns

Bescheid. Als es klingelte wurde schnell RIAS abgestellt

und die Sendereinstellung verdreht, damit

man es nicht feststellen konnte.

Der Bruder meines Großvaters, Hans-Friedrich, geb.

1887 in der Langestrasse, ging von Ostern 1903 bis

Juli 1909 auf die königl. sächsische Akademie für

graphische Künste und Buchgewerbe und ab Oktober

1909 an die Akademie der bildenden Künste in

München.

Die Zeugnisse der Leipziger Akademie bekam ich

kürzlich aus dem Leipziger Staatsarchiv, die Münchner

sind im Krieg verbrannt. Ab 1912 war er in

Leipzig als Illustrator, Werbegraphiker, Porträt- und

Landschaftsmaler tätig und jahrzehntelanger freier

Mitarbeiter der LEIPZIGER ILLUSTRIERTEN.

Er nahm an beiden Kriegen teil und ging 1950 nach

Wiesbaden, seine letzte Leipziger Wohnung war die

Bünaustrasse, von der Lothringer Strasse aus das 2.

Haus links.

Während meiner Schulzeit in der 35. Grundschule

1948-1956 wurden dort im Unterricht noch Rollbilder

verwendet, die von ihm gezeichnet waren.

In diesen Jahren gab mein Großvater auch einen

präparierten Kugelfisch und einen Katzenhai an die

Schule. Ob das die Zeiten überdauert hat, weiß ich

nicht.

In Leipzig müssen noch viele Bilder von Hans Friedrich

existieren, ebenso im Raum Wiesbaden und

Büdingen, sowie Wasserburg am Inn, wo er eine Ferienunterkunft

hatte.

Er starb am 12.04.1967 in Wiesbaden.

Mit freundlichen Grüßen

Jörg Hoffmann

Der Leserbrief wurde redaktionell gekürzt.


Wer waren Hans und Hilde Coppi ?

Hans Coppi wurde am 25. Januar 1916 in Berlin geboren.

Schon als junger Arbeiter beteiligte er sich am Widerstand

gegen den Faschismus. Er schrieb u. a. Parolen

an Häuserwände. 1934 wurde er deshalb in

das KZ Oranienburg verschleppt und zu einem Jahr

Jugendgefängnis verurteilt. Nach der Entlassung,

von einem starken Lernwillen geprägt, qualifizierte

er sich vom Hilfsarbeiter zum Techniker.

Hilde Coppi wurde am 30. Mai 1909 geboren. Sie erlernte

den Beruf einer Sekretärin. Hans und Hilde

Coppi lernten sich in Berlin kennen und lieben und

heirateten 1941.

Im gleichen Jahr schlossen sie sich der Widerstandsgruppe

Schulze-Boysen/Harnack an.

Hans Coppi arbeitete für die Gruppe vor allem als

Funker. Nachdem er zum Kriegsdienst eingezogen

war, wurde er im September 1942 in einer Kaserne

in Posen verhaftet und in das Gestapogefängnis in

der Prinz-Albrecht-Straße in Berlin gebracht. Kurz

danach wurde Hilde in ihrer Wohnlaube in Berlin

verhaftet. Da sie zu diesem Zeitpunkt hochschwanger

war, brachte man sie in das Frauengefängnis in

der Berliner Barnimstraße. Dort kam am 27. November

1942 ihr Sohn zur Welt, der den Vornamen

seines Vaters erhielt.

Das Reichskriegsgericht bzw. der Volksgerichtshof

verurteilten Hans und Hilde Coppi wegen Hoch-

und Landesverrates zum Tode. Hans wurde am 22.

Dezember 1942 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Hilde durfte noch einige Monate ihr Kind nähren,

dann wurde sie am 5. August 1943 ebenfalls hingerichtet.

Wer war die Schulze-Boysen/Harnack-Organisation,

auch „Rote Kapelle“ genannt?

In den 1930er Jahre hatte sich in Berlin ein Freundes-

und Widerstandskreis um Dr. Arvid Harnack

(Oberregierungsrat im Reichswirtschaftsministerium),

seine Frau Mildred und Oberleutnant Harro

Schulze-Boysen (Reichsluftfahrtministerium) und

seine Frau Libertas gebildet, der sich zu einem der

größten deutschen Widerstandsgruppierungen entwickelte.

Er zeichnete sich in seiner politischen

und sozialen Zusammensetzung durch eine große

Breite aus. Ihm gehörten Intellektuelle, Künstler, Arbeiter,

Angestellte, Studenten, Unternehmer, Ärzte,

Soldaten, Offiziere, Marxisten und Christen an. Weit

über ein Drittel der Beteiligten waren Frauen. Die

Größe der Organisation ermöglichte es, die gesamte

Breite des Widerstandes abzudecken: Verbreitung

selbstgefertigter Schriften, Klebeaktionen, Hilfe für

Verfolgte, Juden und ausländische Zwangsarbeiter

u. a.. Eine Besonderheit waren Kontakte in das Ausland

und die Verbindung zur sowjetischen Aufklärung,

um den Krieg gegen die Sowjetunion zu verhindern

bzw. abzukürzen.

Die Gestapo inhaftierte im Herbst 1942 über 100

Widerständler und ordnete sie dem Fahndungskomplex

„Rote Kapelle“ zu. Bis Sommer 1943 wur-

Gohlis-Forum 2/2013 15


den 92 angeklagt und 50 von ihnen hingerichtet.

Nicht alle Mitglieder wurden enttarnt und konnten

ihren Widerstand in anderen Gruppen fortsetzen.

Der junge Hans Coppi wurde von der Großmutter

mütterlicherseits aufgezogen und ist heute als promovierter

Historiker freier Mitarbeiter in der Gedenkstätte

Deutscher Widerstand in Berlin. Dr. Coppi

schreibt zur politischen Bewertung der „Roten Kapelle“

in der Nachkriegszeit: „In der alten Bundesrepublik

wurde die „Rote Kapelle“ in Kontinuität

zur Deutung der Gestapo zu einer im Dienste einer

feindlichen Macht arbeitenden kommunistischen

Spionageorganisation. In der DDR wurden aus den

heterogenen und locker verbundenen Freundes-

und Widerstandskreisen eine deutschland- und europaweit

operierende Widerstandsorganisation…,

ein Beispiel praktizierter Volksfrontpolitik und

Kundschaftergruppe für die Sowjetunion.“

Diese konträre Deutung war in der Zeit des Kalten

16 Gohlis-Forum 2/2013

Krieges vorherrschend. Sie ist noch nicht überwunden

und wirkt bis heute. Nur langsam setzt sich –

wie meist bei komplizierten Sachverhalten - die historische

Wahrheit durch.

Was können uns aber unabhängig von der politischen

Bewertung einzelne Mitglieder der Gruppe

wie Hans und Hilde Coppi als Menschen und Widerständler

bedeuten?

Als junge und lebensfrohe Menschen nahmen diese

tapfer den Kampf gegen den Faschismus auf. Sie haben

dabei die letzte Konsequenz nicht gescheut und

ihr Leben gegeben. Eine solche Konsequenz müssen

junge Menschen heute glücklicherweise nicht

ziehen. Der hohe moralische Anspruch, der im antifaschistischen

Widerstand nötig war und von den

Angehörigen der „Roten Kapelle“ im praktischen

Verhalten auch untereinander gelebt wurde, kann

als Beispiel und Ansporn für Zivilcourage im täglichen

Leben gelten.

Mannfred Hötzel

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

Dank vieler kooperierender Akteure konnten die notwendigen Bau- und Sanierungsmaßnahmen

des Fahrweges in der Winterpause durchgeführt werden.

Neue Technik die begeistert und der Fuhrpark wie vom Meister. Nun ist der nachhaltige Fahrbetrieb

der Parkeisenbahn Auensee gesichert.

Vielen Dank auch an die vielen treuen Fahrgäste, Unterstützer und Förderer der Stadtbezirks Möckern

und Wahren.

Einige Höhepunkte für 2013 sind geplant.

Die Fahrsaison sollte ja am 29.03.2013 starten. Aber Petrus hatte andere Pläne.

Sobald das Wetter besser ist beginnt der planmäßige Fahrbetrieb.

Di-Sa 14:00 – 18:00, So 10:00 -18:00

Veranstaltungsvorschau:

04.05.2013, 14:00 Museumsnacht Leipzig-Halle mit Fahrbetrieb

18.05.2013, 14:00 Parkeisenbahnkinderfest - viele kleine Spielstationen

09.06.2013, 14:00 Tag des Eisenbahner - Ballonfahrten, Kinder mit Ballon fahren frei


Interview mit Bernhard Stoschek vom Verein

KUNST:offen in Sachsen e. V.

Bernhard Stoschek

Bernhard Stoschek ist Jahrgang 1953. Er hat eine

technisch-naturwissenschaftliche Ausbildung und

er bezeichnet sich als leidenschaftlichen Ingenieur,

der viele Jahre im Management tätig war. Vor

10 Jahren kam eine Leidenschaft hinzu, die seinem

beruflichen Leben eine Kehrtwende geben sollte. Er

entdeckte seine Passion für die Malerei!

2010 hat er den gut bezahlten Job gegen die Unsicherheit

eines Künstlerdaseins getauscht. Es ist

spannend seine Bilder, seine Entwicklung zu betrachten,

und er macht Mut, die eigenen Träume

und Visionen in die Tat umzusetzen.

Wie ist die Idee zu KUNST:offen in Sachsen entstanden?

Die Idee kommt ursprünglich aus Skandinavien.

Schon seit vielen Jahren werden dort regelmäßig zu

Pfingsten landesweit die Ateliers geöffnet Und ich

persönlich habe KUNST:offen vor 8 Jahren das erste

Mal in Mecklenburg Vorpommern als Besucher

kennengelernt.

Das hat mich so begeistert, dass ich gesagt habe, so

etwas müssen wir auch machen.

Und wie wurde aus dem Wunsch dann Wirklichkeit?

Einige Monate später haben wir im Oberlausitzer

Kunstverein darüber gesprochen und ich bekam die

Telefonnummer von einem Künstler, der Mitstreiter

suchte, um auch in Sachsen ein KUNST:offen zu organisieren.

Der Bildhauer Olaf Klepzig machte den

Vorschlag, einen Verein zu gründen. Wir haben den

Vorstand gewählt, und ich habe mich bereit erklärt,

die Funktion des Schatzmeisters zu übernehmen.

Der Verein selbst besteht eigentlich nur aus wirklich

aktiven Mitgliedern. Es ist also nicht die Mitgliederanzahl,

die wichtig ist, sondern der Aspekt von

einem Jahr zum nächsten alle erforderlichen Aufgaben

auf die Schultern der einzelnen Mitglieder, besonders

des Vorstands zu verteilen, um KUNST:offen

in Sachsen zu organisieren.

Was kann sich der Besucher, die Besucherin unter dem

Namen KUNST:offen in Sachsen vorstellen, und was

erwartet ihn wenn er sich zu Pfingsten entschließt,

einen oder mehrere Ihrer Veranstaltungsorte, sprich

Ateliers zu besuchen?

Wir möchten

dem Besucher

Kunst nahe

bringen. Ohne

Berührungsängste

können

Interessierte

den Künstlern

über die Schulter

schauen, und

im Atelier selbst

sehen, wie Kunst

entsteht.

Das bedeutet,

dass nicht wie

üblich in einer

Galerie oder

Ausstellung das

fertige Werk Atelier Refugium

betrachtet und

gekauft werden soll. Sondern der Prozess des Entstehens

stellt sich dem Besucher dar.

Kunst interessierte Leute mit Künstlern zusammen

zu bringen, und zwar auf einer nicht kommerziellen

Basis. Hemmschwellen abbauen, in Dialog mit dem

Künstler treten, das ist der Anspruch, den wir haben.

Viele der Besucher betätigen sich ja auch selbst

künstlerisch.

Es besteht die Möglichkeit, sich vorab eine Art Route

zusammenstellen zu können, um mehrere Ateliers

anzuschauen. Über unsere Homepage und die

sachsenweit verteilten Broschüren kann man also

in aller Ruhe überlegen, wo in Sachsen man Ateliers

und Kunstwerkstätten betrachten will. Und gerade

zu Pfingsten ist das eine Möglichkeit, einen Ausflug

damit zu verbinden.

Gohlis-Forum 2/2013 17


Wie finanzieren Sie KUNST:offen in Sachsen?

Mehrere vergebliche Versuche eine Förderung zu

erhalten, hat es gegeben.

Nun sind wir stolz darauf, mit den Teilnehmerbeiträgen,

die jeder der teilnehmenden Künstler leisten

muss, und einigen Spenden, die wir bekommen,

alle anfallenden Unkosten tilgen zu können. Wir bekommen

keinerlei Förderung, und sind stolz darauf,

kostendeckend zu arbeiten.

Und wie schon erwähnt, es ist heutzutage nicht üblich

so eine Idee sachsenweit ohne Subvention über

Jahre hinweg regelmäßig zu organisieren. Es gibt

zunehmend Teilnehmer die Spenden geben, weil sie

von der Idee so überzeugt sind.

Wie hat sich „KUNST:offen in Sachsen“ in den letzten

Jahren entwickelt? Was können sie über die Resonanz

der beteiligten Künstler und Besucher sagen?

In den letzten Jahren haben immer ca. 250 Künstlerinnen

und Künstler an ca. 200 Veranstaltungsorten

teilgenommen. Die Betonung dabei liegt auf

ganz Sachsen, das heißt, nicht nur in den Städten,

sondern auch auf dem Land, und abgelegenen Orten

findet KUNST:offen statt. Und gerade da gibt es

viele Ateliers, die sonst nie oder kaum zielgerichtet

Besucher anlocken würden. Über die Presse und die

Vernetzung finden diese Künstler dadurch auch die

Gelegenheit sich publik zu machen. Wir sind jetzt

im 9. Jahr, das zeigt doch, dass KUNST:offen für die

Künstler inzwischen ein fester Termin ist, und wie sie

diese Form der Präsentation annehmen.

Wie sieht es mit den Besucherzahlen aus?

Ob die Zahl nun exakt stimmt, weiß ich leider nicht.

Zwischen 12 und 15 Tausend Besucher sachsenweit

war unsere Schätzung im Jahr 2010. Einige Teilnehmer

hatten Steinchen vorbereitet. Jeder Besucher

wurde gebeten, beim Gehen einen Stein in einen

Korb zu legen. Die wurden dann gezählt und hochgerechnet.

Auch zum Beispiel die „Freie Presse“ und die „Sächsische

Zeitung“ berichten regelmäßig über die Be-

Panoramaansicht des Ateliers

18 Gohlis-Forum 2/2013

teiligung der teilnehmenden Künstler und deren

Besucherzahlen.

Arbeiten Sie mit anderen Kunstträgern zusammen?

Es ist sehr schwierig, gerade hier in Leipzig. Wir haben

immer wieder versucht andere Organisatoren

zum Mitmachen zu bewegen. Die Resonanz darauf

ist sehr bescheiden. Schade, denn wir wollen ja

niemandem Konkurrenz machen, sondern nur den

Künstlern eine weitere Möglichkeit bieten, sich zu

präsentieren.

Es geht aber auch anders. In Dresden arbeiten wir

eng mit dem Künstlerbund zusammen. In Chemnitz

wurde von der Freien Presse das Konzept komplett

übernommen. Wir geben nicht auf, und hoffen künftig

auch in Leipzig besser mit anderen Veranstaltern

zusammen arbeiten zu können. Nicht zuletzt, indem

auch medial immer mehr darüber berichtet wird.

Herr Stoschek, wenn sich unsere Leser nun informieren

möchten, weil sie neugierig geworden sind, und

zu Pfingsten gern eines der Ateliers besuchen möchten.

Wie können sie sich am besten auf den Besuch

vorbereiten?

Über unsere Internetseite: www.kunstoffeninsachsen.de

können sich Interessierte informieren.

Wir haben eine Broschüre erstellt, über die man

sich vorab genau über die einzelnen offenen Ateliers

informieren kann. Sie liegt sachsenweit aus,

und ist untergliedert in die einzelnen PLZ Gebiete

im Raum Dresden, Chemnitz und Leipzig. Natürlich

gibt es auch Plakate, die überall aushängen. Einige

Kunstzeitungen und andere Medien, berichten

ebenfalls darüber.

Herr Stoschek, ich danke Ihnen für das Gespräch. Auf

jeden Fall werde ich zu den Besuchern gehören, die

den Veranstaltungsort Monopol in Eutritzsch in

der Haferkornstraße besuchen werden. Ich freue

mich darauf, und wünsche Ihnen für KUNST:offen zu

Pfingsten viel Spaß und Erfolg.

pc


Gohliser Schlösschen zu Leipzig

Auszüge aus dem Veranstaltungskalender Mai 2013

Sonntag, 12. Mai, 11.00 Uhr

Führung durch das Gohliser Schlösschen

Eintritt: 5,00 Euro

Sonntag, 12. Mai, 15.00 Uhr

Musik für Frauenstimme und Klavier

Berliner Frauen-Vokalensemble

Liana Narubina – Klavier.

Eintritt: 15,00 Euro/12,50 Euro

Sonntag, 12. Mai, 19.00 Uhr

Theater im Schlösschen

„Nur eine Mutter weiß allein, was lieben heißt und glücklich sein…“ Adalbert von Chamisso

Ein literarisches Potpourri mit Antje Poser und Verena Noll

Eintritt: 15,00 Euro/12,50 Euro

Sonntag, 19. Mai, 11.00 Uhr

Führung durch das Gohliser Schlösschen

Sonntag, 19. Mai, 15.00 Uhr

Klavierkonzert mit Jan Sählhof

Der Berliner Pianist Jan Sählhof avancierte in den letzten Jahren zu einem beliebten Künstler im In- und

Ausland. Sein Repertoire umfasst das gesamte klassisch-romantische Oeuvre bis hin zum Impressionismus

und der Moderne. Er ist als Kammermusikpartner und Gesangsbegleiter sehr gefragt. Erstmals stand er

16jährig als Pianist auf der Bühne und spielte abendfüllende Klavierrecitals.

Mit natürlicher Musikalität und Virtuosität spiegelt er in seinen Interpretationen den musikalischen Gehalt

der Werke eindringlich wieder.

Auf dem Konzertprogramm stehen Sonaten von Mozart und Schubert.

Eintritt: 15,00 Euro/12,50 Euro

Sonntag, 19. Mai, 19.00 Uhr

Theater im Schlösschen

„Pfingsten, das liebliche Fest war gekommen …“

„Reineke Fuchs“ von Johann Wolfgang von Goethe.

Ein Versepos in 12 Gesängen.

Lesung mit Friedhelm Eberle – Schauspieler

Susanne Barnkoth – Klavier

Erleben Sie die abenteuerlichen Geschicke des Reineke Fuchs, und wie es ihm, mehrfach angeklagt und

verurteilt, immer wieder gelingt, mit verblüffender Intelligenz, mit Witz und Verschlagenheit, mit Lug und

Trug den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, um schließlich sogar „Kanzler des Reichs“ zu werden.

Ein höchst unterhaltsames Abbild einer beispiellosen Karriere.

Eintritt: 15,00 Euro / 12,50 Euro

Sommertheater im Schlosshof

13. Juli bis 6. August 2013, jeweils 20.00 Uhr

Shakespeares „Romeo und Julia“

Unternehmen Bühne

Es spielt das Ensemble von Unternehmen Bühne Leipzig

Inszenierung: Tilo Esche / Musik: Enno Seifried / Bühne: Peter Schneider

Eintritt: 16,00 Euro/11,00 Euro

Abschlussveranstaltung des Sommertheaters

7. August 2013, 20.00 Uhr

Actors Slam – München vs. Leipzig

Schlosshof (bei Regenwetter im Haus)

Eintritt: 16,00 Euro/11,00 Euro

Gohlis-Forum 2/2013 19


Ein- bis Drei-Zimmer-

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mit Wohlfühlfaktor!

Service, Betreuung

& Pflege durch:

Impressum

Herausgeber: Bürgerverein Gohlis e. V.

Vereinsanschrift: GohlisForum; Lindenthaler Straße 34, 04155 Leipzig,

Tel: (0341) 200 18 556,

Fax : (0341) 200 18 558

Internet: www.buergerverein-gohlis.de

mailto: buergerverein-gohlis@arcor.de

Bankverbindung: Sparkasse Leipzig, BLZ 860 555 92, Konto-Nr. 1111 501 668

Redaktion: Hansgeorg Herold, Petra Cramer

Satz u. Layout: Reinhard Wohlfahrt

Fotos: Eva-Maria Cramer, Autoren

Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht der Meinung des Bürgervereins Gohlis e. V. entsprechen.

20 Gohlis-Forum 2/2013

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www.rosentalresidenz.de Elsbethstr. 16-20/ Lindenthalerstr. 34 04155 Leipzig

Zum Geburtstag herzlichen Glückwunsch

Mai Juni

Frau Casinta Ullrich 01.05. Sigrid Wiest 01.06.

Herr Wolfgang Hagenow 07.05 Frau Ingeborg Baumann 01.06.

Frau Sigrid Drescher 08.05 Frau Uta Hagenow 06.06.

Frau Inge Althammer 11.05 Frau Gerda Hohner 12.06.

Frau Irmgard Gruner 12.05 Herr Alfred Bartsch 14.06.

Herr Eberhard Merkel 15.05. Herr Wolfram Peikert 29.06.

Herr Gerd Klenk 23.05.

übermittelt der Bürgerverein Gohlis e.V.

Achtung neue Anschrift

und Telefonverbindungen

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