kinderleicht 1/2009 - Bergmoser + Höller Verlag AG

buhv.de

kinderleicht 1/2009 - Bergmoser + Höller Verlag AG

Die Zeitschrift für Engagierte Erzieherinnen und Erzieher

kinderleicht

Musik bewegt

und bildet!

1/09

Die Bedeutung von

Musikerfahrung

für Kinder

Haben Sie Musik

in der Stimme?

Die Kraft der Musik


Vorwort Rubrik

2 kinderleicht 1/09

Liebe Leserinnen und Leser,

„Musik ist die eigentliche Muttersprache

des Menschen.“

Lord Yehudi Menuhin

Föten kommen im Bauch durch den Herzschlag

der Mutter zum ersten Mal mit

Rhythmus in Kontakt, der sich auf ihr

Wohlbefi nden auswirkt. Später sind sie in der Lage die Stimme der Mutter

wahrzunehmen. Das wiederum hat u.a. Auswirkungen auf ihren eigenen

Sprachrhythmus. Deutsche Babys schreien mit einer anderen „Silbenbetonung“

als beispielsweise französische Babys. Die Fähigkeit, Rhythmen wahrnehmen

und erwidern zu können, scheint mit der grundsätzlichen Fähigkeit

zum Spracherwerb verknüpft zu sein. Der Biologe Ani Patel stellte diese

These auf. Er erforscht das Rhythmusgefühl von Menschen. Er hörte von

dem „tanzenden Kakadu“ (zu fi nden unter: www.YouTube.de), testete das

Tier und stellte fest, dass dessen Bewegungen sich wirklich dem jeweiligen

Rhythmus der Musik anpassten. Schimpansen hingegen, die ja als überaus

intelligente Tiere gelten, tanzen nicht. Sprache ist allerdings nur ein Bereich,

in dem Musik ihre positive Kraft entfaltet.

Musik verbindet, bewegt und macht froh. Sie berührt Menschen in allen Kulturen.

Musik wirkt sich unmittelbar auf unser Gefühl aus (Rhythmen, Harmonien,

Dissonanzen, Dur und Moll ...).

Neuere Forschungen beschäftigen sich mit der Musik im Zusammenhang mit

ganzheitlichem Lernen. Lesen Sie dazu unseren Leitartikel von Prof. Gerald

Hüther.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen, und schwingen Sie mit!

Claudia Kuckelkorn und Albert Horbach

Und nun noch einige Informationen in eigener Sache:

Neues Jahr – neues Design – neues Papier. Wie Sie sicherlich bemerkt haben,

hat sich „kinderleicht!?“ äußerlich verändert. Wir berichten jetzt durchgängig

in Farbe. Außerdem drucken wir ab dieser Ausgabe auf FSC-zertifi ziertes

Papier. Damit leisten wir einen Beitrag zur verantwortungsvollen Waldwirtschaft.

Auch unser Design haben wir modernisiert und hoffen, damit Ihren

Geschmack getroffen zu haben. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und

wünschen Ihnen einen erfolgreichen Start ins Jahr 2009.

Ihr Redaktionsteam

Claudia Kuckelkorn Albert Horbach


Netzwerk

Haben Sie Musik in der

Stimme? 7

von Lioba Schlee-Tulius

„Sorgen wir dafür, dass wir mit unseren

Kindern nicht in einer sang-, klang-

und taktlosen Gesellschaft leben.“

Lesen Sie in diesem Artikel alles rund

um das Phänomen der Stimme.

Report

„Das Leben ist für mich

Musik – Musik ist für

mich das Leben“ 12

„Ich habe schon als kleines Kind Musik

geliebt. Als Jugendlicher habe ich

Gitarrespielen gelernt, wollte immer

meine Lieblingslieder begleiten und

irgendwann dann auch singen. Mit

16 habe ich dann angefangen, selbst

Lieder zu schreiben, angetrieben aus

eigenem inneren Bedürfnis.“

Erfahren Sie im Interview mit dem

Kinderliedermacher Stephen Janetzko

mehr über seine Motivation Kinderlieder

zu schreiben. Außerdem erhalten

Sie eine Kostprobe seiner Arbeit auf

Seite 17.

Unser Thema

Die Bedeutung von Musikerfahrung

für Kinder 4

von Prof. Gerald Hüther

Netzwerk

Haben Sie Musik in

der Stimme? 7

von Lioba Schlee-Tullius

Stimmbildung – Wo

kommen wir da hin? 10

von Prof. Steffen Schreier

Report

„Das Leben ist für mich

Musik – Musik ist für

mich das Leben“ –

Ein Interview mit dem

Kinderliedermacher

Stephen Janetzko 12

das Interview führte die

kinderleicht!?“ Redaktion

Aktion

Kinder erleben klassische

Musik – Die Kinderoper

in Köln 15

zusammengestellt von Albert Horbach

Praxis

Mein bester Freund,

mein Engel 17

von Stephen Janetzko

Rubrik Inhalt

Die Kraft der Musik 18

von Claudia Kuckelkorn

Perspektiven

CANTO elementar – Ein

generationenverbindendes

Singprojekt für

Kindertages stätten 21

von Wolfgang Riehn

Recht

Das KiBiz in NRW – ein

qualitativ und rechtlich

„lahmer Vogel“ 24

von Gerhard Stranz

Erziehungspartnerschaft

Der „Musikalische Kindergarten“ –

Frühkindliche Musikerziehung

stärkt die

Entwicklung des Kindes 28

von Angelika Jekic

Medien 30

Vorschau/

Impressum 31

kinderleicht 1/09

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Unser Rubrik Thema

Die Bedeutung von Musikerfahrung

für Kinder

„Frühförderung“ heißt das allgegenwärtige Zauberwort, mit dem unser etwas in Schräglage geratenes

Bildungssystem unter Zuhilfenahme nun auch neurowissenschaftlicher Erkenntnisse möglichst schnell

wieder aufgerichtet werden soll. Aber haben die Hirnforscher in den letzten Jahren tatsächlich etwas anderes

als das herausgefunden, was die meisten Eltern und Erzieher/-innen eigentlich schon immer wussten:

Nie wieder im späteren Leben ist ein Mensch so neugierig und so offen, so lernfähig und so kreativ, ist

er ein so großer Entdecker und Nachmacher wie während der Phase seiner frühen Kindheit. Was also soll

hier gefördert werden? Geht es nicht vielmehr darum zu verhindern, dass dieser Schatz, den alle kleinen

Kinder noch besitzen, allzu schnell verloren geht, dass das kleine Pflänzchen mit all seinem Wissensdurst

und seiner Entdeckerfreude verkümmert, bevor es in die Schule kommt?

Das Gras wächst nicht schneller,

wenn man daran zieht.“ So lautet

eine alte Indianerweisheit und die

Erkenntnis, dass ein zartes Pfl änzchen

nur um so schneller verkümmert,

je heftiger man daran zieht, zählt

wohl auch schon zum Weltwissen

der meisten Siebenjährigen. Wenn

also immer wieder Kinder in die Schule

kommen, die ihre Neugierde, ihren

Entdeckergeist und ihre Lernfreude

bereits verloren haben (oder

denen all das im Laufe der ersten

Schuljahre verloren geht), so muss

nicht etwas gefördert, sondern etetwas, was diese Verluste erzeugt,

beseitigt werden. Die Gehirne der

4 kinderleicht 1/09

Kinder – und das ist sicher die wichtigste

Erkenntnis der Hirnforscher – sind jedenfalls

nicht die Ursache dieses leider allzu

häufi g auftretenden Phänomens.

Kindergehirne entwickeln sich nicht dadurch,

dass man sie möglichst früh mit

möglichst viel Sachwissen vollstopft. Damit

es unseren Kindern gelingt, in ihrem

Gehirn all die vielen komplexen

Netzwerke herauszuformen, die erforderlich

sind, um sich später im

Leben zurechtzufi nden, brauchen

sie unsere Hilfe. Wir müssen ihnen

zeigen und sie ermutigen, all

das zu erlernen, worauf es im

Leben ankommt. Dabei geht

von Professor

Gerald Hüther

es weniger um den Erwerb von Wissen,

sondern vor allem um die Aneignung all

jener Fähigkeiten und Kompetenzen, die

sie in die Lage versetzen, sich mit der

Welt in Beziehung zu setzen und sich dabei

selbst Wissen anzueignen und eigene

Erfahrungen zu sammeln. Alles, was die

Beziehungsfähigkeit von Kindern – zu sich

selbst, zu anderen Menschen, zur Natur

und zur Kultur in der sie leben – verbessert,

ist deshalb die wichtigste „Entwicklungshilfe“,

die wir unseren Kindern bieten

können. Indem Kinder gleichzeitig

mit sich selbst, mit anderen Menschen

und dem was sie umgibt, in Beziehung

treten, stellen sie auch in ihrem Gehirn

Beziehungen zwischen den dabei gleich-


zeitig aktivierten neuronalen Netzwerken

her, erhöhen sie das Ausmaß

der Konnektivität. Die Gelegenheit,

bei denen Kindern das gelingt, sind

Sternstunden für Kindergehirne. Sie

werden in einer von Effi zienzdenken,

Reizüberfl utung, Verunsicherung und

Anstrengung geprägten Lebenswelt

leider immer seltener.

Allzu leicht übersehen wir bei unseren Bemühungen,

unsere Kinder auf diese Welt

vorzubereiten, was sie in dieser immer

hektischer werdenden Welt mehr als alles

andere brauchen: Begeisterung, Offenheit,

innere Stabilität, Selbstvertrauen und

eben die bereits genannte Beziehungsfähigkeit.

Und in dem sich entwickelnden Gehirn

unserer Kinder geht es um nichts anderes

als um das Knüpfen von Beziehungen. Beziehungen

in Form synaptischer Verknüpfungen

zwischen Nervenzellen, in Form

neuronaler Vernetzungen zwischen verschiedenen

Verarbeitungsbereichen und

-ebenen.

Eine neue Wahrnehmung, ein neuer Wissensinhalt

oder eine neue Erfahrung lässt

sich nur dann im Gehirn verankern, wenn

das durch einen solchen neuartigen Stimulus

generierte Erregungsmuster in irgendeiner

Weise an ein bereits vorhandenes

Verschaltungs- und entsprechendes aktivierbares

Erregungsmuster anknüpfbar

ist. Zu jedem Zeitpunkt der Hirnentwicklung

bildet das bis dahin bereits erworbene

Wissen, also die Grundlage für die

Anknüpfung des nun noch neu hinzugekommenen

Wissens.

Jede neue Sinneswahrnehmung und jede

neue Erfahrung muss auf diese Weise an

bereits entstandene Verschaltungsmuster

angeknüpft, assoziiert und letztlich integriert

werden. Immer dann, wenn das gelungen

ist, wird das so entstandene erweiterte

Muster selbst wieder zur Grundlage

für alle nachfolgenden Anknüpfungs- und

Assimilationsprozesse. Auf diese Weise

erwirbt jeder Mensch im Verlauf der frühen

Kindheit nicht nur eine zunehmende

Kompetenz in einzelnen Teilgebieten, er

gewinnt auch eine zunehmend breitere

und komplexere Grundlage für seine generelle

Anknüpfungsfähigkeit. Und indem

es einem Kind möglich wird, immer mehr

und immer verschiedenartige Sinneserfahrungen

miteinanderzuverknüpfen, ge-

winnt es auch eine immer bessere Vorstellung

von den dahinter verborgenen, nicht

sichtbaren, nicht hörbaren, nicht fühlbaren

Phänomenen seiner Lebenswelt.

Bei diesen Fähigkeiten handelt es

sich um metakognitive Leistungen.

Sie werden auf der komplexesten

Assoziationsebene im menschlichen

Hirn, im sog. präfrontalen Cortex

verankert: als innere Einstellungen

und Haltungen, Selbstwirksamkeitskonzepte

und Selbstbilder, als Fähigkeit,

zeitliche Abfolgen von Ereignissen vorauszuschauen,

Handlungen zu planen oder

Impulse zu kontrollieren.

Diese Metakompetenzen können nicht unterrichtet

oder auswendig gelernt werden,

sie können nur durch eigene Erfahrungen

im Gehirn verankert werden. Interessanterweise

sind frühe Erfahrungen mit

Musik, das Hören von musikalischen Sequenzen

und das eigene Musizieren, Singen

oder Trommeln, in besonderer Weise

geeignet, die Grundlage für die Herausbildung

dieser hochkomplexen Metakompetenzen

herauszubilden: Aufgrund ihrer

Prozesshaftigkeit ermöglichen solche frühen

Musikerfahrungen die Herausbildung

einer inneren Vorstellung von zeitlichen

Abfolgen. Das was eben noch war (das

Vergangene) ermöglicht Voraussagen und

damit Erwartungen über das, was nun

kommt (die Zukunft). Musik vermittelt so

eine innere Vorstellung von Kontinuität,

von der Verlässlichkeit und der Eingebundenheit

dessen, was Gegenwart ist: Nachklang

von Vergangenem und Ausgangspunkt

für Kommendes.

Eine sinnliche Wahrnehmung erlangt erst

dadurch Bedeutung, dass sie mit anderen

Wahrnehmungen oder Erfahrungen

Unser Thema

verknüpft wird, die im gleichen Kontext

gemacht werden oder gemacht worden

sind. Das gilt auch für den Hörsinn. Die

Neurobiologen bezeichnen das, was im

Gehirn passiert, wenn zwei oder mehrere

verschiedene Sinneskanäle durch ein bestimmtes

Erlebnis gleichzeitig aktiviert

werden, als „funktionelle Kopplung“.

Wahrscheinlich gibt es keine akustische

Wahrnehmung, die nicht auf irgendeine

Weise mit einer anderen, über ein anderes

Sinnessystem gleichzeitig gemachten

Wahrnehmung verknüpft ist. Kopplung ist

also die Regel, nicht die Ausnahme, und

zwar von Anfang an, d.h. auch schon während

der vorgeburtlichen Entwicklung,

wenn die betreffenden Netzwerke nutzungsabhängig

herausgeformt werden.

Das ungeborene Kind ist über die physiologische

Einheit mit seiner Mutter gleichzeitig

mit ihrem psychischen Zustand verbunden.

Auf das Hören bezogen bedeutet

dies: Über die Stimme der Mutter vermittelt

sich dem Ungeborenen ihr emotionaler

Zustand, ihre Stimme verändert sich,

und gleichzeitig auch ihr Herzschlag, ihre

Atmung und der Hormonspiegel im Blut.

Die Sprachmelodie der Mutter ist also mit

sich verändernden rhythmischen Erfahrungen

durch Sprache und Herzschlag

verbunden, zusätzlich zu Vibrationen

über das taktile Erleben und den Auswirkungen

der hormonalen Veränderungen.

Das bedeutet, dass das vorgeburtliche

Hören, beispielsweise der Stimme der Mut-

ter, gleichzeitig über über mehrere

Sinne erfolgt und

über diese Verschaltungsmuster

als eine

Gesamterfahrung im

Gehirn verankert wird.

kinderleicht 1/09

5


Unser thema

In der Zeit nach der Geburt werden solche

Kopplungsphänomene vielfältiger und

nun auch deutlicher beobachtbar. Leicht

nachweisbar sind hierbei Kopplungen von

Sprache, Gesang oder Musik mit bestimmten,

damit einhergehenden und gleichzeitig

ausgelösten Körpererfahrungen: im

positiven Fall mit Wiegen und Schaukeln,

Streicheln und Bewegen, Sättigung und

Befriedigung basaler Bedürfnisse. All die

damit einhergehenden Körpererfahrungen

werden mit der von der Mutter ausgehenden

Stimme, ihrer Sprachmelodie, mit

einzelnen Wörtern oder ihrem Gesang verbunden.

Mit der Ausreifung der optischen

Wahrnehmung wird die nun auch jeweilige

Veränderung von Mimik und Gestik

der frühen Bezugspersonen mit den von

ihnen ausgehenden akustischen Signalen

verknüpft. Durch das Verhalten der Eltern

während dieser Phase werden also Muster

generiert, die bei späteren Erfahrungen

aktiviert werden.

Durch solche Kopplungsphänomene werden

(die in entweder besonders angenehmen

oder in besonders unangenehmen

Situationen) vom Kind über verschiedene

Sinneseingänge gemachten Wahrnehmungen

nicht nur miteinander, sondern

auch mit dem dadurch ausgelösten Gefühl

verknüpft, und gewissermaßen als

„Gesamtbild“ im Gehirn in Form miteinanderverkoppelter

neuronaler Netzwerke

und synaptischer Verschaltungsmuster

verankert. Je stärker die emotionalen

Zentren im limbischen System dabei miterregt

werden, desto intensiver wird das

dort ausgelöste Gefühl mit den in dieser

Situation besonders eindringlich wahrgenommenen

Sinneseindrücken, d.h. dem

jeweils Gesehenen, Gehörten, Gerochenen

oder Gespürten verkoppelt. Je mehr

unterschiedliche Sinneswahrnehmungen

bei einem Erlebnis gleichzeitig gemacht

werden können, desto vielfältiger vielfältiger und

komplexer wird dieser Gesamteindruck

im Hirn verankert.

Und wenn ein Kind Kind erlebt, dass beim

Musizieren, beim Hören von Musik Musik

„alles zusammenpasst“, erleben sie

diese Momente als Sternstunden, als als

Now-Moments, die sie veranlassen,

auch im künftigen künftigen Leben und in

anderen Lebensbereichen danach

zu suchen und Bedingungen zu

schaffen, dass „alles zusammenpasst“.

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Besonders eindrücklich

erleben Kinder solche Sternstunden

nicht beim Englischunterricht im

Kindergarten, sondern beim gemeinsamen,

unbekümmerten und nicht auf das

Erreichen eines bestimmten Zieles ausgerichtete;

nicht durch gerätetechnische

Schwierigkeiten behinderte Tätigkeiten,

beispielsweise beim Singen.

In solchen Augenblicken werden in ihrem

Gehirn gleichzeitig sehr unterschiedliche

Netzwerke aktiviert und miteinanderverknüpft.

Es kommt beim Singen zu einer Aktivierung

emotionaler Zentren und einer

gleichzeitigen positiven Bewertung der

dadurch ausgelösten Gefühle. So wird das

Singen mit einem lustvollen, glücklichen,

befreienden emotionalen Zustand verkoppelt

(„Singen macht das Herz frei“).

Das gemeinsame, freie und lustvolle Singen

führt zu sozialen Resonanzphänomenen.

Die Erfahrung von „sozialer Resonanz“

ist eine der wichtigsten Ressourcen

für die spätere Bereitschaft, gemeinsam

mit anderen Menschen nach Lösungen für

schwierige Probleme zu suchen („Wo man

singt, da lass dich richtig nieder, böse

Menschen haben keine Lieder“).

Gemeinsames Singen mit anderen aktiviert

die Fähigkeit zur „Einstimmung“

auf die Anderen und schafft so eine

emotional positiv besetzte Grundlage

für den Erwerb sozialer Kompetenzen

(Rücksichtnahme, Einfühlungsvermögen,

Selbstdisziplin und Verantwortungs-

Verantwortungs-

Verantwortungsgefühl).

Da das Singen am Anfang immer mit anderen

und mit der dabei empfundenen

positiven emotionalen Besetzung erfolgt,

kommt es zu einer sehr komplexen

Kopplung, die später im Leben,

auch beim Singen ganz allein für

sich wieder wachgerufen wird

(Singen macht froh und verbindet).

Beim Singen kommt es individuell

zu sehr komplexen Rückkopp-

lungen zwischen erinnerten

Mustern (Melodie, Tempo, Takt) und dem

zum Singen erforderlichen Aufbau sensomotorischer

Mustern (Wahrnehmung und

Korrektur der eigenen Stimme). Singen

ist also ein ideales Training für Selbstreferenz,

Selbstkontrolle, Selbststeuerung

und Selbstkorrektur. Zusätzliche, sich

ebenfalls automatische einstellende „Nebeneffekte“

des Singens sind:

Erleichterung von Integrationsprozessen

(Migranten, Behindete etc.)

salutogenetische Wirkungen (Singen

heilt Wunden)

Generationenübergreifende Wirkungen

(Alt und Jung)

Erleichterung des Spracherwerbs

(Singtherapie bei Sprachentwicklungsstörungen)

transgenerationale Weitergabe von

Kulturleistungen (Volkslieder, Singtraditionen

etc.)

Es ist eigenartig, aber aus neurowissenschaftlicher

Sicht spricht alles dafür, dass

die nutzloseste Leistung, zu der Menschen

befähigt sind – und das ist unzweifelhaft

das unbekümmerte, absichtslose Singen

– den größten Nutzeffekt für die Entwicklung

von Kindergehirnen hat.

Darüber lohnt es sich, etwas länger nachzudenken.

Vielleicht fi nden Sie dann auch, dass die

Bemühungen der Stiftung Singen größtmögliche

Unterstützung verdienen. n

Autor

Prof. Dr. Gerald Hüther ist Leiter der Zentralstelle

für Neurobiologische Präventionsforschung

der Universität Göttingen und

Mannheim/Heidelberg.

Kontakt

Psychiatrische Klinik

v. Siebold Str. 5

37075 Göttingen

Tel.: 0551 396930

Fax: 0551 3922620

E-Mail: ghuethe@gwdg.de

Literaturtipp

Gerald Hüther/Inge Krenz

Das Geheimnis der ersten

neun Monate. Unsere frühesten

Prägungen

Weinheim

Beltz 2008

ISBN: 978-3-407-22907-6


Netzwerk

von

Lioba Schlee-Tullius

Haben Sie Musik

in der Stimme?

„Das älteste, echteste und schönste Organ der Musik, das Organ,

dem unsere Musik allein ihr Dasein verdankt, ist die Stimme!“

(Richard Wagner – Komponist)

„Deine Stimme ist Musik in meinen Ohren!“, so schwärmt man von

einer angenehmen, volltönenden Stimme, die mit viel Gefühl verbundene

Worte ans Ohr trägt. „Du klingst so missgestimmt!“, meint man,

wenn jemand mit rauer, monotoner Stimme spricht. „Hier ist ja eine

super Stimmung!“, stellt man fest, wenn rundherum gelacht und gesungen

wird. Was ist nun das Geheimnis der Stimme?

Rein physikalisch ist die Stimme das

Ergebnis von Schwingungen der

Stimmlippen im Kehlkopf, die pro

Sekunde 100–1000 Mal stattfinden. Der

Kehlkopf bildet das Ende der Luftröhre,

durch die der Atem aus der Lunge zu den

Stimmlippen gelangt. Wir sprechen und

singen auf der Ausatmungsluft, indem

wir den Luftstrom durch Rachen, Mund

und Nase fließen lassen und dazu artikulieren.

Der Ton, der durch die Schwingungen

der Stimmlippen entsteht, bekommt

seine Klangfarbe in der Hauptsache durch

die Formung des Rachen- und Mundraumes.

Dies spielt besonders beim künstlerischen

Singen eine wesentliche Rolle.

Der „Ton, der die Musik macht“ entsteht

jedoch durch weit mehr, als nur durch

physikalische Vorgänge. Die individuelle

Art, wie jemand spricht, ist ein Zeichen

seiner Herkunft und Entwicklung zur

Person. Seine Gedanken, seine Gefühle

drücken sich in Worten, Tonfall und Artikulation

aus und werden so zur einzigartigen

Stimme, die ihn „durchtönt“ (personare

– durchtönen). Durch die geniale

Verbindung von geistigem, körperlichen

und seelischem im stimmlichen Ausdruck

nehmen wir den Menschen wahr. Schon

ein Wort, z.B. die Nennung des Namens

am Telefon, eröffnet uns einen Einblick in

die momentane Stimmung des Gesprächspartners.

Die Stimme ist damit immer individueller

Ausdruck der ganzen Person.

Das Phänomen Stimme begegnet und begleitet

uns ein Leben lang.

Schon im sechsten Schwangerschaftsmonat

nimmt der Mensch die Eigenart der

mütterlichen Stimme wahr, den Klang

und Rhythmus der Sprache, seiner späteren

Muttersprache. Auch die Stimmen der

Umgebung sind ihm vertraut und führen

zu Wohlbefinden oder starker Erregung.

Noch ist der Klang dem der Stimme unter

Wasser in der Badewanne ähnlich, die hohen

Frequenzen sind kaum wahrnehmbar.

Singt die Mutter, so bleibt auch das früh

im Gedächtnis des Kindes und Melodien

werden nach der Geburt wiedererkannt.

Es ist also schon während der Schwangerschaft

wichtig und für die Entwicklung

des Kindes förderlich, wenn die Mutter

singt und beruhigend spricht, um mit ihrem

Ungeborenen in „Einklang“ zu kommen.

Nach der Geburt probiert der neue Erdenbürger

mit dem ersten Schrei (weltweit

dem Kammerton „a“ mit 440 Schwingungen

pro Sekunde) seine eigene Stimme

aus und teilt der Welt mit „Ich bin da,

von nun an werdet ihr mich hören!“

In den nächsten Wochen und Monaten

entsteht ein intensiver Austausch an

Gefühlen zwischen dem Kind und seinen

Bezugspersonen über den Klang der

Stimmen, die Sprechmelodie und dem

Rhythmus des Gesagten. Das Lallen des

jungen Säuglings zeigt bereits typische

Betonungsmuster der Muttersprache, die

Musik in der Sprache.

Zunehmend werden Singsang und ritualisierte,

kleine Melodien interessant, die

das Kind mit dem Erlebnis der Bewegung

z.B. beim Wickeln oder mit dem Füttern

verbindet und wiedererkennt. Dabei

kommt es nicht auf „gekonntes“ Singen

oder besondere Texte an, sondern auf

den spontanen, augenblicklichen Stimmungsausdruck,

so wie er gerade einfach

entsteht.

Die Stimme wird mehr und mehr zum

Instrument der Verständigung, der Übermittlung

von Gefühltem, der Lust und

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Netzwerk

dem Ausdruck von Spaß an der Wiederholung.

Kichern, Glucksen und Juchzen sind

stimmliche Äußerungen, die eine gute

Stimmung anzeigen und gute Laune in

der Umgebung hervorrufen.

Im zweiten Lebenshalbjahr empfindet

das Kind seine eigene Stimme, die Lautstärke,

den Rhythmus und es entsteht das

musikalische Plappern von Silben. Nun

hat es Spaß an Kniereiterversen, Fingerspielen,

Wiegenliedern und Reimen mit

ausgeprägter Sprechmelodie.

Die Stimme wird zunehmend Träger von

Sprache und bedeutungsvollen Symbolen.

Dazu kommt die Bewegung, es entstehen im

Laufe der nächsten Monate „Tanzversuche“.

Lautieren zur Bewegung, Nachahmen

von Tierlauten und Geräuschen führt zu

immer stärker differenziertem Einsatz

von Atmung, Stimme und Bewegung im

Mundbereich. Stimmvorbilder prägen

sich schon mit einem Jahr intensiv ein

und führen zu späteren „Familienähnlichkeiten“

der Stimmen, besonders in der

Stimmintensität.

Mit anderthalb bis zwei Jahren können

wiederholt vorgesungene kleine Tonfolgen

nachgeahmt werden. Dann entstehen

plötzlich immer mehr Wortgebilde aus

Klängen und Geräuschen mit Rhythmus.

Nun setzt das Kind die Stimme tatsächlich

zum eigenständigen Singen ein, kleine

Lieder werden immer wiederholt und

häufig mit Händeklatschen begleitet.

Vorsingen, Mitsingen und Nachsingen

kann natürlich nur stattfinden, wenn die

Personen mit denen das Kind zusammen

ist, den Mut dazu und den Spaß daran

haben! Das lustvolle, spielerische Ausprobieren

und Umgehen mit der Stimme,

nicht unbedingt künstlerisch wertvolle,

ist wichtig für das Kind!

Leider wird immer weniger gesungen in

vielen Familien, sodass Kinder zum differenzierten

Gebrauch ihrer Stimme kaum

noch angeregt werden. Der Einsatz von

Medien ersetzt nie gleichwertig das Singen

und Vorlesen mit natürlicher Stimme.

Die liebevolle Zuwendung, das gemeinsame

Erleben, das Trösten, die Einschlafhilfe

wird über die Stimmmelodie und die

Sanftheit des Klanges vermittelt. Emotionale

Stabilität wird gefördert durch

einen vertrauenschaffenden Tonfall und

Authentizität in der Stimme. Eine aufgesetzte

Stimmführung führt zu Misstrauen

gegenüber der sprechenden Person. Gefühlsarmut,

Coolness, sowie allgemeine

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Unsicherheit im Umgang mit den eigenen

Gefühlen sind häufig Folgen einer Stimm-

und Sprachlosigkeit in den Familien. Äußerungen

von Wut, Ärger und Ohnmacht

in Konflikten sind wichtige Erlebnisse der

eigenen stimmlichen Wahrnehmung. Sich

selbst bewusst werden („Selbstbewusstsein“)

und ein Gefühl für den jeweiligen

Anderen entwickeln können, ist leichter,

wenn die Stimmung spürbar und hörbar

ist. Im Zeitalter der E-Mails und SMS wird

das schwieriger, die typischen Worte der

Jugendsprache ersetzen nicht gleichwertig

den fehlenden Tonfall und die Melodie.

Immer mehr Kinder haben ungeübte

Stimmen, sind heiser oder haben eine

monotone Sprechmelodie. Manche interpretieren

Reaktionen anderer falsch, da

sie die dahinter verborgene Stimmung

nicht erkennen können. Hier sind die

Betreuungspersonen (Eltern, Tagesmütter,

Erzieher/-innen) gefordert, eventuell

nachzuholen, was in den ersten zwei Lebensjahren

zuwenig stattgefunden hat.

Tägliche Sing- und Bewegungsspiele, Rollenspiele

zum Ausdruck von Gefühlen,

Vorlesen entsprechender Geschichten,

sind Hilfen zum Verständnis von Stimmungen

und dem Umgang damit.

In der nächsten Altersstufe, zwischen drei

und vier Jahren, sind Kinder bereits in der

Lage, an Gruppensingspielen mit differen-

zierten Regeln teilzunehmen, längere Texte

und Melodien zu behalten und bewusst

ein wenig zu schauspielern. Auch hier

gilt wieder, lieber die natürliche Stimme

zur Anleitung einzusetzen, eventuell unterstützt

durch Gitarre oder ergänzt mit

der Blockflöte. Mit vielen Instrumenten

begleitete Stimmen auf CD oder MC anzubieten,

ist noch nicht angebracht. Singen

in der Gruppe macht Spaß, muss nicht

perfekt sein, sondern Gelegenheit bieten,

sich über die Stimme in Stimmung zu versetzen

und positive Gefühle zu erleben.

Häufig ist das noch mit Lachen (z.B. beim

Lachkanon) verbunden und gesund für

Körper, Geist und Seele.

Trotzdem handelt es sich hierbei um

ernsthafte Bildung, denn musikalisches

Training ist wirksam für die sprachliche

Förderung (Betonung, Grammatik, Silbenempfinden)

und bildet damit die Voraussetzung

für schriftsprachliches Lernen.

Bei den fünf- bis sechsjährigen Vorschulkindern

ist nun auch der Einsatz von

Rhythmus- und Klanginstrumenten zur

musikalischen Früherziehung möglich. Je

nach Erfahrung mit dem Singen und Bewegen

sind sie in der Lage, zu begleiten,

wenn andere singen und dabei einen eigenen

Rhythmus oder eine kleine Melodie

einzuhalten. Die Stimmen der Jungen und

Mädchen sind sich in diesem Alter noch


ähnlich und verändern sich erst im Laufe

der Pubertät zu geschlechtsspezifischen

Stimmen.

Singen und Tanzen sind hervorragend

in der interkulturellen Arbeit möglich,

denn das sind Ursprungsfähigkeiten aller

Menschen, sie sind nicht an das Beherrschen

der Sprache gebunden. Interesse

an den Liedern aus anderen Ländern

zeigt den Menschen Wertschätzung und

Bereitschaft zum gemeinsamen Lernen.

Eine Festgestaltung lässt sich mit einem

Angebot an landestypischen Speisen,

Gesängen und traditionellen Tänzen interessant

durchführen und es entstehen

schneller Kontakte unter den Familien aus

verschiedenen Ländern. Dabei wird auch

der landestypische Gebrauch der Stimme

bekannt, z.B. das Jodeln.

Generationsübergreifende Projekte mit

Großeltern und deren Liedgut (Volkslieder)

sind eine Möglichkeit, eine Brücke

zwischen dem Liedrepertoire der Kinder

und dem der Senioren zu bauen und das

gemeinsame Singen in den Familien damit

zu fördern. Dazu gibt es inzwischen

anerkannte, erprobte Singprojekte wie

„CANTO Elementar“ von „Il CANTO del

mondo“ (CANTO Kindergärten), „Singförderprojekt

Toni“ (NRW) und regional entstandene

Aktionen mit Altenheimen und

Kindertagesstätten.

Scheuen sollte niemand, die „alten“ Lieder

den heutigen Kindern anzubieten,

denn sie sind von Melodie und Text her

traditionell überliefert, sehr beliebt und

immer noch wertvoll. Genauso gut kann

man den Älteren z.B. die heute gebräuchlichen

Geburtstagslieder anbieten, denn

sie haben zum Teil auch schon Volksliedcharakter,

weil sie in allen Generationen

gerne gesungen werden.

Viele Betreuungspersonen sind unsicher,

ob sie kompetent genug sind, um mit den

Kindern zu singen, eventuell Instrumente

einzusetzen und vielleicht auch noch zu

tanzen.

Bei jungen Kindern von Geburt an bis zu

zwei Jahren kommt es darauf an, spielerisch

und situativ zu agieren und nicht

mit dem Lehrbuch in der Hand. Da dürfen

Töne auch mal schief sein, das schadet

nicht und ist besser, als gar nicht zu singen

oder nur CDs einzulegen!

Im Kindergartenalter ist es sinnvoll, in

kindgerechten Tonhöhen zu singen, viele

Lieder werden auch auf Tonträgern zu tief

für die Kinderstimmen angeboten. Da hel-

fen professionelle Anleitung und Fortbildung

oder der Einsatz von ehrenamtlich

tätigen Fachleuten, bzw. die Teilnahme

an erprobten Projekten.

Leider sind viele Erzieher/-innen seit Jahren

mit ungeschulten Sprech- und Singstimmen

im Einsatz und haben bereits

angegriffene Sprechstimmen. Sie sollten

ihre Stimmfunktion ärztlich (Phoniater)

untersuchen lassen, denn bei chronischer

Heiserkeit oder nicht mehr belastungsfähiger

Stimme liegt eine Stimmproblematik

mit Krankheitswert vor. In dem Fall

zahlt die Krankenkasse nach ärztlicher

Diagnose einer hypo- oder hyperfunktionellen

Dysphonie und Verordnung einer

Stimmtherapie die Kosten.

Eine ständig raue, heisere oder gepresste

Stimme bringt den Klang der Stimmung,

die Gefühle der jeweiligen Person nicht

adäquat zum Gesprächspartner. Eine erhöhte

Muskelspannung des Sprechers

führt auch beim Zuhörenden schnell zu

einem Übertragungseffekt der Anspannung.

Stress äußert sich häufig über die

Stimme. Redewendungen wie: „Es schnürt

mir die Kehle zu.“, „Ich habe einen Kloß

im Hals.“, „Da bleibt mir die Stimme im

Hals stecken.“, „Mir verschlägt es den

Atem.“, sind unmissverständlich, auch

wenn die Ursache nicht genannt wird. Der

gute oder falsche Stimmgebrauch wird

auch über das Vorbild der betreuenden

Personen an die Kinder vermittelt. Auch

eine monotone Sprechmelodie nimmt

der sprachlichen Botschaft einen Teil der

Wirkung, 38 % der Kommunikation erfolgen

über den Klang des Gesagten, 55 %

über die Ausstrahlung der Person und nur

7 % über den Text. Gerade Kinder nehmen

sehr sensibel über ihre Gefühlswelt

wahr und erst nachgeordnet den Textinhalt

und vor allem Kinder mit Deutsch als

Zweitsprache. Die Betreuungsperson ist

Vorbild für Stimme, Sprechen und Sprache,

denn Kinder ahmen vieles ja einfach

nach, um es zu lernen.

Die Stimme ist Ausdruck der jeweiligen

Person, ihrer Gefühle, ihrer Gedanken, ihrer

Wünsche und ihrer Absichten. Musik

in der Stimme bedeutet, eine klangvolle,

gesunde und tragfähige Stimme zur Verfügung

zu haben. Stimmungsvolles Sprechen

und Singen sind Stimmleistungen,

die den Alltag in der Kita oder den täglichen

Umgang mit Kindern in der familiären

Situation bereichern.

Netzwerk

Das alltägliche, spontane Singen mit Kindern

fördert die Entwicklung der Musikalität

und der Sprache. Es stärkt das Gemeinschaftsgefühl,

das Selbstbewusstsein und

verbindet Generationen.

Sorgen wir dafür, dass wir mit unseren

Kindern nicht in einer sang-, klang- und

taktlosen Gesellschaft leben!

Autorin

Lioba Schlee-Tullius ist Erzieherin (Schwerpunkt

Heilpädagogik), Logopädin (Schwerpunkt

Prävention), Sprachheilbeauftragte

des Kreises Aachen und Landesvorsitzende

Nordrhein der freiberuflichen LogopädInnen

im dbl e.V. Außerdem Referentin in der Erzieher-

und Lehrerfortbildung und Mitglied im

Fachbeirat „Deutsche Stiftung Singen“.

Kontakt

E-Mail: L-S-T@web.de

Internetseiten

www.initiative-singen.de

www.toni-singt.de

Literaturtipps

Meine ersten Kinderlieder

Verlag Ravensburger

Ravensburger 2008 (2. Auflage)

ISBN 978-3-473-31418-8

Wolfgang Hering

Bewegungslieder für Kinder

rororo Taschenbuch

Reinbeck 2002

ISBN 978-3-499-61701-0

C.Nitsch/Prof. Dr. G. Hüther

Kinder gezielt fördern

Gräfe und Unzer Verlag

München 2007 (4. Auflage)

ISBN 978-3-7742-6357-4

Dorothée Kreusch-Jacob

Jedes Kind braucht Musik:

Ein Praxis- und Ideenbuch

zur ganzheitlichen Förderung

in Kindergarten und

Familie

Kösel Verlag

München 2006

ISBN 978-3 466-30728-9

Evamarie Haupt

Singen und Stimme. Ein Ratgeber

für Singende, Chorleiter(innen),

Pädagog(inn)en und Therapeut(inn)en

Schulz-Kirchner Verlag

Idstein 2004

ISBN 978-3-8248-0434-4

kinderleicht 1/09

9


Netzwerk

Stimmbildung –

Wo kommen wir da hin?

Viele Jugendliche und Erwachsene

kennen keine Volkslieder mehr –

geschweige denn auswendig -, weil

sie kaum oder nie zu Hause, in der Schule

oder der Freizeit gesungen haben. Dies

gilt offensichtlich vor allem für Deutschland,

während das (Chor-)singen in anderen

europäischen Ländern wie z.B. Großbritannien,

Baltikum oder Skandinavien,

wo ich mehrere Jahre lebte, einen viel

höheren Stellenwert genießt und in traditionellen

Festen fest verankert ist. Auf

internationalen Chorwettbewerben ist

mir schon seit langem aufgefallen, dass

zwar im offiziellen Teil der Vortrag eines

Volksliedes Pflicht ist, aber vor allem die

Deutschen in geselliger Atmosphäre kein

Lied zu singen wissen, wohingegen andere

europäische Chorsänger ihr nationales

Liedgut locker und auswendig zum Besten

geben und dabei zu Hochform auflaufen.

Ganz subtil äußert sich im Umgang mit

dem Singen unser mangelndes nationales

Selbstbewusstsein, das sich unbewusst

seit den schlimmen Erfahrungen im Nationalsozialismus

auf die folgenden Generationen

weitervererbt. Durch die Ideologisierung

des Liedgutes in jener Zeit

wurde das Singen bewusst missbraucht

und so negativ besetzt, dass unsere traditionellen

Volkslieder seitdem nur wenig

gepflegt werden. Durch den Einfluss der

Musiksoziologen in den 60-er Jahren, z.B.

Theodor W. Adorno, die natürlich auf den

Missbrauch reagierten, wurden weitreichende

Konsequenzen gezogen. So verschwand

in den 70-er Jahren das Singen

größtenteils aus den Lehrplänen für den

Musikunterricht.

Inzwischen haben sich die Lehrpläne wieder

zugunsten des Singens gewandelt,

aber diese „sanglosen“ Jahre sind nicht

ohne Folgen geblieben. Im Kindergarten

und in der Grundschule, wo in der Gruppe

bzw. der Klasse ganz natürlich Chöre entstehen,

hat das Singen von Kinderliedern

zwar immer seinen Platz gehabt, aber in

den weiterführenden Schulen und in der

Freizeit hat man sich vor allem dem Musikhören

zugewandt. Seit den Beatles und

Rolling Stones ist vor allem die englische

10 kinderleicht 1/09

Sprache gefragt. Singt man

heute noch zu den Songs, ist es

meist sehr tief und durch Rap

und Techno wird das Singen

inzwischen oft auf schnelles

rhythmisches Sprechen reduziert.

So kommt es, dass auch Erwachsene

schon seit geraumer Zeit keinen rechten

Zugang mehr zum gepflegten Singen haben.

Aufgrund dessen können Erzieher/innen

und Lehrer/-innen es auch meist

nicht mehr adäquat weitergeben. Die heutige

Situation mit oft fachfremdem Unterricht

in Musik oder zu theoretischem

Musikunterricht weist noch keine großartige

Verbesserung bezüglich des Singens

auf. Ein wichtiger unterstützender Schritt

ist die derzeitige nordrhein-westfälische

Bildungsoffensive „Jedem Kind ein Instrument!“,

wodurch die eigene Musikausübung

mit größerer Breitenwirkung gefördert

wird.

Es ist gerade in sozial schwachen Schichten

festzustellen, dass in der Familie wenig

musiziert wird oder man es sich nicht

leisten kann, teuren Instrumentalunterricht

für die Kinder zu bezahlen. Daneben

sollte man aber nicht vergessen, dass der

Mensch über sein ureigenstes Instrument

– die Stimme – verfügt, die nicht mit teuren

Anschaffungskosten verbunden ist.

Durch eigenes Musizieren, so auch durch

das gemeinsame Singen im Kindergarten,

der Schule oder im Chor wird u.a. die soziale

Kompetenz entscheidend gefördert,

wie in Fachstudien nachgewiesen wurde.

Allerdings bedarf es stimmkundiger

Lehrer/-innen und Erzieher/-innen, da

unsere eigene Stimme auch das empfindlichste

aller Instrumente ist.

Praktische Hinweise

Ein Erfahrungsbericht!

Wichtig ist es beim Singen mit Kindern,

als Erwachsener kindgerecht zu singen.

Wie allgemein bekannt, lernen Kinder

sehr schnell durch das Vorbild. Deshalb

ist es in der Ausbildung von Erzieher/innen

unerlässlich, Gesangs- oder Stimmbildungsunterricht

einzubinden, damit

jeder in dieser Berufssparte mit seiner

von Professor

Steffen Schreyer

Singstimme umzugehen lernt und sich

entsprechendes Liedrepertoire praktisch

aneignet. Ideal ist natürlich ein gutes

sängerisches Beispiel. Dennoch ist es notwendig,

stimmphysiolo gische

Ziele auch theoretisch zu untermauern

und den Kindern

zu erklären, warum etwas in

einer bestimmten Weise ausgeführt

werden soll. Kinder sind

im Übrigen dankbar, wenn sie

wie „Erwachsene“ behandelt

werden und man sich nicht

mit kindischem Sprechen oder kindlichem

Verhalten auf die Stufe der Kinder begibt.

Für mich gibt es grundsätzlich keinen

Unterschied zwischen der Erwachsenenstimme

und der Kinderstimme, wohl wissend,

dass die Stimme erst im Alter von

25 Jahren voll entwickelt ist. Aber das

Instrument „Stimme“ mit den Muskeln,

Sehnen, Bindegewebe, Knorpeln ist bei

jedem Menschen vorhanden und kann

dementsprechend auch von Kindheit an

trainiert werden.

Was bedeutet kindgerechtes

Singen?

Kinder singen von Natur aus sehr hoch

und können die höchsten Höhen erreichen.

Umgekehrt bedeutet das auch, dass

sie, stimmphysiologisch bedingt, bis ins

Grundschulalter nicht tiefer als d’ singen

können. Da Kinder vor allem durch Nachahmen

lernen, müssen Erwachsene mit

Kindern in deren Tonraum singen, um die

natürlich schönen Sopranstimmen nicht

zu verbilden oder in irgendeiner Weise zu

beeinträchtigen.

Der Alltag sieht leider auch in Kindergärten

und Schulen oft folgendermaßen

aus: Erwachsene bewegen sich beim Singen

normalerweise in einem Tonraum

zwischen g und h’, also mindestens eine

Quinte tiefer als Kinder überhaupt zu

singen vermögen. So habe ich schon oft

erlebt, dass Erwachsene ein Kinderlied so

tief anstimmen, dass die Kinder „falsch“

mitsingen, weil sie höher singen. Sie

bringen die Kinder unwissentlich durch

ihr schlechtes Beispiel dazu, entweder zu

„brummen“ oder zwischen den tatsächlich

richtigen Tönen einer Melodie und

ihren „falschen“, höheren Tönen hin und

her zu springen, weil sie die tiefen Töne

der Melodie nicht erreichen können. Dadurch

kann ihre Wahrnehmung so gestört


werden, dass sie später eine Liedmelodie

auch nicht mehr richtig singen können.

Manche Kinder versuchen so tief wie die

Erwachsenen zu singen und drücken auf

ihre Stimme, was einerseits im Extremfall

zu dauernder Heiserkeit führen kann,

andererseits auch bewirkt, dass sie nicht

mehr in die Höhe singen können oder sogar

zu sogenannten „Brummern“ werden.

Es ist also unbedingt notwendig, den

kindlichen Tonumfang (Ambitus) einzuhalten

und Lieder dementsprechend hoch

anzustimmen. Melodien zwischen d’ und

d’’ liegen auch für chorisch unerfahrene

Kinder in einer bequemen Lage, wobei

die Tongebung ab h’ eine gewisse Leichtigkeit

haben sollte, um den Ausgleich

zwischen Brust- und Kopfstimme zu erreichen.

In der chorischen Stimmbildung wird dies

auch durch Falsettübungen bzw. leises

Glissandieren nach oben oder

von oben nach unten begünstigt.

Als Ziel gilt, ohne Druck so

leise und so hoch wie möglich

zu singen – geübte Kinder kommen

bis zum f’’’, manche sogar

noch höher. Gerade bei Anfängern

sollte man gezielt darauf

achten, dass der Unterkiefer locker

nach unten hängt, um bei

der Tonproduktion einer Verkrampfung

entgegenzuwirken.

In der Regel singen alle Kinder

zwischen d’ - h’ mit der Bruststimme,

deshalb ist darauf zu

achten, dass spätestens ab a’ in die Kopfstimme

gewechselt wird, damit sich beide

Register mischen und kein abrupter Bruch

entsteht. Glissandi von oben nach unten

binden die Kopfstimme in die Mischstimme

mit ein.

Generell sollte der Chorpädagoge über die

stimmphysiologischen Zusammenhänge

Bescheid wissen, und mit jeder Übung

seines Stimmtrainings Kenntnis über den

Weg und das Ziel verfügen. Der größte

Unterschied zwischen einem stimmbildnerisch

ungeübten und einem trainierten

Kind, ist der Einsatz der Stimmfalte (im

täglichen Sprachgebrauch als Stimmbänder

bezeichnet).

Die Dehnung der Stimmfalte (Tonhöhenveränderung)

sollte mit der sogenannten

Mischstimme funktionieren. Untrainierte

Kinder singen fast ausschließlich mit ihrer

Bruststimme und schaffen es daher nicht,

ab dem Registerwechsel h’ – cis’’ rechtzei-

tig in die Kopfstimme zu wechseln. Deshalb

sollte die Kopfstimme mittels eines

weichen Vokals (z.B. Vokal u) von oben

nach unten gezogen werden. Der Unterkiefer

sollte während des gesamten Singens

entspannt hängen (aktiv offen sein),

während der Lippenring sich bei Tonhöhenveränderung

nach oben hin weitet.

Die Zungenspitze liegt bei sämtlichen

Vokalen an den unteren Schneidezähnen

an, während der Zungenrücken abgesenkt

ruhen soll. Die Gaumenbögen, der Zun-

genrücken wie auch die Lage des Kehlkopfes

verändern sich in wechselnder

Abhängigkeit. Am besten singt man

in der sogenannten Gähnhaltung mit

gehobenem Gaumensegel. Um die

Gaumenbögen zu heben, sollte man

zuerst stockstupfig sprechen können,

d.h. mit geschlossener Nase, als

wäre man verschnupft. Diese Ein-

stellung bekommt man, indem

man die klingenden Konsonanten

(m, n, ng) nicht durch die Nase, sondern

durch den Mund singt. Da die

Nase aber beim Produzieren eines

Tones über die gehobenen Gaumenbögen

geschlossen wird, der Mund

durch die geschlossenen Lippen

ebenso, blähen sich die Backen

auf, bis sie dem Luftdruck nicht

mehr standhalten können und

die Luft explosionsartig durch den

Mund entweicht. Als Vorübung dient

das Singen auf einem Vokal, wobei man

im Verlauf die Lippen schließt. Man achte

darauf, dass dabei die Luft nicht durch die

Nase strömt und die Backen sich aufblähen.

Als Vorstellung denkt man am besten

nur an den Vokal, nicht an das „m“.

Dann bildet man verschiedene Wörter,

bei denen ein m nach einem Vokal folgt

und spricht sie sehr gedehnt (z.B. Blume).

Netzwerk

Der nächste Schritt wäre, diese Worte zu

singen und v.a. den Konsonant „m“ lange

auszuhalten, damit die Wirkung der

gehobenen Gaumenbögen nachvollzogen

werden kann.

Anschließend kann das Singen in „Dämpfungshaltung“

auf alle Vokale übertragen

werden, wobei auf leises Singen zu achten

ist! Erst wenn die Töne in der Höhe

ohne Druck entstehen, kann man den

Atemdruck erhöhen, um mehr Lautstärke

zu erreichen. Das Singen in Dämpfungshaltung

unter Einbeziehung

der Kopfstimme

ist das Ziel der sängerischen

Ausbildung.

Wie kann man Brummern

helfen? Von einem

„Brummer“ spricht man,

wenn jemand Schwierig-

keiten hat, einen Ton, der

vorgesungen wird, sauber

abzunehmen bzw. nachzusingen

und nur verhältnismäßig

tief singen kann. Es

ist wichtig zu wissen, dass

diese Kinder keine physischen

Störungen haben, sondern

das eben Gehörte nicht

exakt produzieren können.

Diesen Kindern kann durch

gezielte Übungen geholfen

werden.

Ich habe bei Brummerkindern

sehr gute Erfolge erzielt und

kein Kind erlebt, das sich nicht

umstellen konnte, es sei denn,

es lagen stimmphysiologische

Störungen (z.B. Schreiknötchen) vor.

Es ist also nur eine Frage der Zeit. Denn

jeder Mensch, der sprechen kann, kann

auch singen. Deshalb sollte es sich

auch niemand anmaßen, einem Kind zu

sagen, es könne nicht singen, sondern

dafür sorgen, dass es nachahmenswerte

Vorbilder um sich hat!

n

Autor

Steffen Schreyer studierte Kirchenmusik

und Konzertfach Orgel, anschließend absolvierte

er ein 2-jähriges Meisterklassenstudium

in Chordirigieren in Stockholm. Als

Chordirigent arbeitete er bisher u.a. mit dem

Schwedischen Radiochor, dem Eric-Ericson-

Kammerchor, dem WDR-Rundfunkchor Köln,

dem NDR-Rundfunkchor Hamburg sowie mit

dem Litauischen Staatschor.

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11


Report Rubrik

Ein Interview mit dem

Kinderliedermacher

Stephen Janetzko!

?Herr Janetzko, Sie sind gelernter

Bankkaufmann, studierter Germanist,

Publizist und Kommunikationswissenschaftler.

Wie wird man selbstständiger

Kinderliedermacher (seit 1992)? Was

hat Sie dazu gemacht?

Ich habe schon als kleines Kind Musik

geliebt, Schlager aus der Hitparade, die

Pfadfinderlieder meiner Eltern, Singen zur

Gitarre. Als Jugendlicher habe ich Gitarrespielen

gelernt und wollte immer meine

Lieblingslieder begleiten und irgendwann

dann auch singen. Mit 16 habe ich dann

angefangen, selbst Lieder zu schreiben, angetrieben

aus eigenem innerem Bedürfnis.

?Woher nehmen Sie Ihre Ideen? Inspirieren

Sie Ihre eigenen (fünf) Kinder

oder woher kommen die Musik

und Inhalte Ihrer Kinderlieder?

Ich war als Jugendlicher der typische

Lagerfeuer-Gitarrist, sang die Charts rauf

12 kinderleicht 1/09

!

„Das Leben ist für mich Musik –

Musik ist für mich das Leben“

und runter. Die ersten Kinderlieder entstanden

dann, als ich mit Kindern als Ferienbetreuer

für soziale Organisationen

(Caritas, AWO) unterwegs war: Lagerhits,

Gute-Nacht-Lieder und Stück für Stück

habe ich dann mein Repertoire auch thematisch/inhaltlich

ausgebaut. Mit den eigenen

Kindern hat sich meine Perspektive

wieder verändert – sowie auch der Blick

auf die verschiedenen Alterststufen in der

Kindheit: vom Baby- übers Krabbel-, Kindergarten-

bis hin zum Schulalter.

?Auch die eigenen Kinder werden ja

mal größer. Woher kommen dann

eventuell neue Ideen?

Viele Lieder entstehen aus einem inneren,

manchmal auch äußeren Bedürfnis (Anfragen

von Fachzeitschriften oder Verlagen),

ein bestimmtes Thema in ein Lied zu

bringen. Oft bin ich inspiriert durch kurze

besondere Momente. Z.B. wollte unser Leon

mit 3 Jahren jeden Abend unbedingt

Eric Carles „Die kleine Raupe Nimmersatt“

hören. Beim Lesen kam dann die Idee,

diese wunderbare Geschichte in ein einfaches

Spiellied umzusetzen. Der intensive

Wunsch scheint dann die Kreativität zu

beflügeln.

?„Kinderlieder und mehr“ Was bedeutet

das „mehr“ auf Ihrer Homepage?

Bevor ich „Kinderliedermacher“ wurde,

wollte ich eigentlich vom Gedichteschrei-


en leben (lacht). Ich habe immer schon

auch Texte und Lieder für Ältere geschrieben,

daher sind es „mehr“ als Kinderlieder.

Dazu kommt, dass ich mich auch für

ganz andere Bereiche brennend interessiere,

z.B. das Thema natürliche Ernährung.

Das hat übrigens zur CD „Früchte, Früchte,

Früchte“ geführt, in der es um Natur,

Früchte, Kräuter, Nüsse, Bio-Essen und vieles

mehr geht.

?Wie ist der Stellenwert der Musik in

Ihren Leben?

Das Leben ist für mich Musik – Musik ist

für mich das Leben.

?Worauf achten Sie besonders beim

Schreiben von Kinderliedern?

Auf viele Dinge: Einfach nachvollziehbare

Texte und Melodien, altersgerechter Wortschatz

und Inhalte, potentielle Umsetzung

der Lieder in Bewegung (vor allem

bis ins Kindergartenalter ungemein wichtig!).

Auch formelle Dinge: Silbengenauigkeiten

in den Texten, gut spielbare und

singbare Tonarten usw. Wobei es auch Lieder

geben kann, die jeden Rahmen sprengen

und trotzdem gut ankommen. Z.B.

hat der damals 11-jährige Thomas Pletzinger

(heute MDR-Literaturpreisträger und

Romanautor) mir den Text „Kulumbubu

(UFO ohne Klo)“ geschrieben. Da stimmte

formell nichts. Aber es war so originell,

dass die Kinder es bis heute lieben. Und

ich habe auch nicht eine Silbe geändert.

?Welche Inhalte und welche Melodien

bevorzugen Kinder?

Oh, Vorlieben sind natürlich sehr sehr

verschieden. Für jüngere Kinder halte ich

Stephen Janetzko

und seine Familie

es für unabdingbar, dass die Lieder auch

aus der Kinderperspektive geschrieben

sind, hier ist Identifikation mit dem Inhalt

wichtig. Zudem halte ich Ironie für

eine zwiespältige Sache und erst ab dem

Schulalter für angemessen. Kinder singen

gerne, und Kinder hören auch gerne Lieder.

Bei vielen modernen Kinderliedern ist

es leider so, dass sie zwar originell und

witzig sind, jedoch nicht nachsingbar in

Kindergarten oder Schule. Das finde ich

schade. Wenngleich alle Richtungen sicher

ihren Platz haben.

?Ist Musikalität nach Ihrer Erfahrung

eher anlagebedingt oder erlernbar?

Rubrik Report

Auf jeden Fall beides. Jedes Kind geht von

sich aus erst mal unterschiedlich an Musik

heran. Da der Mensch nicht ohne Musik leben

kann oder sollte, ist es sicher gut, dem

Kind ein ganzes Büffet an musikalischen

Möglichkeiten zu offerieren: Singen, Spiellieder,

viele Instrumente, Konzerte, aber

auch passive Musik wie CD-Hören. Dann

wird es sich schon das Passende heraussuchen,

um damit zu wachsen.

?Musik als Bildungsinhalt. Was ist

davon zu halten? Welche ganzheitlichen

Auswirkungen hat sie?

Musik beseelt unser ganzes Leben, ihre

Vorteile lassen sich nicht hoch genug

einschätzen, für Sprachentwicklung, Ausdrucksfähigkeit,

soziale Kompetenz, die

eigene Persönlichkeitsentwicklung sowie

generell die emotionale Bildung des Menschen.

?Was vermitteln Sie in den Seminaren

für Erzieher/-innen?

Bei Fortbildungen stelle ich mein mittlerweile

auf über 500 Lieder angewachsenes

Liedrepertoire vor und was damit in der

Kindergartenpraxis angefangen werden

kann. Gemeinsam mit den Erzieher/-innen

setzen wir Lieder in Bewegung um,

variieren sie, passen sie neuen Bedürfnissen

an oder schreiben einfach neue. Die

Erzieher/-innen sollen erkennen, dass die

Lieder eine Arbeitsgrundlage sind, die erst

durch die Vortragenden lebendig werden

können. Und dies kann so vielfältig sein

wie das Menschsein an sich. n

Kontakt

Stephen Janetzko

E-Mail: info@kinderlieder-shop.

Homepage: www.kinderlieder-und-mehr.de

CD-Empfehlungen

Stephen Janetzko

Zahlenspiel-Lieder

Ökotopia

Münster 2008

ISBN: 978-3-86702-055-8

Stephen Janetzko

Früchte, Früchte, Früchte

Seebär-Musik

2008

Art.-Nr. 91033-226

www.kinderlieder-shop.de

kinderleicht 1/09

13


SAMMELBÄNDE

Beliebte Ausgaben unserer „Bausteine Kindergarten“, die

als Einzelthemen nicht mehr erhältlich sind haben wir in

Sammelbänden zusammengestellt. So entsteht ein an

Einfällen reiches Archiv, das in keiner Einrichtung fehlen

sollte. Eine Inhaltsangabe zu den einzelnen Themen gibt

Ihnen die nebenstehende Übersicht.

Art.-Nr. Titel unverb. Preisempf. inkl. MwSt.*

64-11 … was mein Gesicht dir sagen kann

Wenn einer eine Reise tut

Was hört mein Auge, was sieht mein Ohr?

Wir feiern ein Fest 24,95 €

64-09 Mein Vater hat Werkzeug, das gefällt mir

Alle Vögel sind schon da

Ein Spatz muss nicht zum Zahnarzt gehen …

Wenn ein Kind geboren wird 24,95 €

64-08 … träume ich von roten Elefanten

… Wege führen durch die Welt

Im Schwarm fühlen sich die Fische wohl

Vom Frieren und Kuscheln 24,95 €

64-07 Ich habe einen Namen

Steine am Weg und Muscheln am Strand

Eine Prise Salz

Wir bekommen Besuch 24,95 €

64-06 Bei Oma und Opa ist es schön

Im Sommersonnenschein

Wo ich wohne – wo ich zu Hause bin

Winter 24,95 €

64-04 Von Zwergen und Riesen

Von Bären – bärenstark

Was Hände alles können

Wie die Zeit vergeht 24,95 €

*zzgl. 3,– € Versandpauschale pro Bestellung

Bergmoser + Höller Verlag AG, Karl-Friedrich-Str. 76, 52072 Aachen, DEUTSCHLAND

T 0241-93888-123, F 0241-93888-188, E kontakt@buhv.de, www.buhv.de

GOTT GEHT MIT MIR

Versandkosten für Lieferungen ins Ausland können Sie auf Anfrage erfahren. Gültig bis 31.12.2009

Adam und Eva, Noah und seine Arche, Abraham, Mose,

David – sie alle erfahren: Gott ist verlässlich und treu. Diese

Botschaft vermitteln 26 kindgerechte Bibelgeschichten,

begleitet von Liedern und Gebeten, Spiel und Bastelideen

sowie zwei Singspielen.

Buch, 19 x 23,5 cm, Hardcover, 128 Seiten

Art.-Nr. 69-15 Preis: 19,95 € inkl. MwSt.

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THEMENBOX RELIGION UND GLAUBE

Wo ist meine Oma jetzt? „Sterben und Tod“ auf einer

Ebene, die Kinder schon verstehen können. Ein gesellschaftlisches

Tabu wird behutsam abgebaut.

Zeig mir, wie du betest! Was feiern Christen an Ostern?

Warum isst Mehmet kein Schweinefleisch? Das Thema

für multikulturelle Einrichtungen.

Box mit Loseblatt-Füllung, DIN A4

Art.-Nr. 64-31 Preis: 17,30 € inkl. MwSt.

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Aktion

Ein kleines

Opernhaus, in

dem ausschließlich

für Kinder gespielt

wird – und das nicht nur

zur Weihnachtszeit.

Werner Sindemann, der älteste

Sänger des Kölner Opernhauses

bereitet sich auf die Aufführung

für die jüngsten Zuschauer gründlich vor.

Neulich habe er den Kindern Ravels „Das

Kind und der Zauberspuk“

erklärt: „Hinter

dem Vorhang wartet

das Paradies.“ Ein Mädchen

meldete Zweifel

an. Da nahm der alte

Mann es an der Hand,

führte es auf die Bühne,

vorbei an Bäumen

aus Pappe und einer

als Katze verkleideten

Sängerin, über eine

Falltür in den Unterboden

und außen herum

wieder in den Zuschauerraum.

„Da war das

Mädchen plötzlich in

einer anderen Welt“,

flüstert Sindemann.

(Auszüge aus FOCUS

25/2008)

Vor zwölf Jahren wurde an der Oper Köln

ein Projekt ins Leben gerufen, dem man

nur bedingte Erfolgsaussichten einräumte.

Eine eigene Oper nur für Kinder, integriert

in das obere Foyer des Opernhauses,

in der Opernprofis eigens für Kinder

spielen.

Kinder erleben klassische

Musik – Die Kinderoper in Köln

pro Spielzeit, sind

fast immer ausverkauft.

Erklärtes

Ziel der Kinderoper

ist es, auch dem

jüngsten Publikum

während der gegesamten Spielzeit ein abwechslungsreiches

Repertoire von Opern anzubieten, die das

Genre in all seinen Facetten zeigen. Der

Schwerpunkt liegt dabei auf kurzen Opern

des 20. und 21. Jahrhunderts. Maßstab für

die Auswahl der Stücke ist immer vorrangig

die hohe Qualität der Musik.

Inzwischen ist die „Kinderoper“ Kult –

auch weil es mit Elke Heidenreich, die an

„Zwischen zwei

den Textfassungen der Opern mitarbei-

und vier Jahren durchleben

tet, eine leidenschaftliche FürspreFürsprecherin gibt. Von Anfang an erfreut Kinder ihre magische Phase. Die Welt

sich die Kinderoper ungebroche- erscheine ihnen voller fantastischer Wesen,

ner Nachfrage und Anerkennung, voller lebendiger Puppen und Dinos, Figuren

die Vorstellungen, 80 bis 100

Bob der Baumeister und Lillifee. Genau die richtige

Zeit, um in das Wunderwerk Oper einzusteigen“

Kindergarten-Leiterin Silke Eppinger.

Frank Rohde, Theaterpädagoge: „Oper ist

kompliziert und komplex: Menschen oder

gar Tiere singen mit ungewöhnlichen

Stimmen, dazu der Klang eines Orchesters,

das die Handlung musikalisch interpretiert,

Bühnenbild und Kostüme. All das

kann sehr faszinieren. Was der Opernliebhaber

als Gesamtkunstwerk schätzt, kann

auf andere verwirrend und schwer fassbar

wirken. Ist man etwa auf den Fortgang

der Handlung fixiert und will unbedingt

den Text verstehen, irritiert die musikalische

Ausmalung großer Emotionen möglicherweise.

Arien können da Heiterkeit

auslösen, im besten Fall Desinteresse.

Kinder aber lieben Oper. Die komplexen

Sinneseindrücke setzen ihre Fantasie frei,

sie erleben Geschichten und musikalisch

transportierte Stimmungen unmittelbar

mit. Können sie einem Sänger

durch ein Labyrinth von Abenteuern

folgen, dann ist er ein viel spannenderer

Held als Tokio Hotel. Kolora-

kinderleicht 1/09

15


Aktion

turen (Anmerkung der Redaktion:

Koloraturen sind Ausschmückungen

und Verzierungen einer Melodie

mit einer Reihe umspielender

Töne) irritieren sie nicht, sondern

machen klar, dass jemand sauer,

nervös, vergnügt oder eine Nachtigall

ist. Oper kann Kindern Spaß

machen. Und wenn man sie nicht

als halbe Erwachsene, sondern als

kleine Menschen betrachtet, dann

brauchen sie auch ein eigenes kleines

Opernhaus und eigene Stücke,

statt in Riesensälen mit halbherzig

aufbereiteten Erwachsenenopern vorliebnehmen

zu müssen. Eine solche Kinderoper

ist, einmalig im europäischen Raum,

in Köln verwirklicht.“

Der ehemalige Generalintendant Günter

Krämer hatte die Idee dazu lange mit sich

herumgetragen, geprägt durch Erfahrungen

der eigenen Kindheit. 1996 gelang es

ihm, den japanischen Lebensmittelproduzenten

Yakult als Hauptsponsor zu gewinnen

und bald wurde nach einem Entwurf

des amerikanischen Künstlers Mark Beard

die Kinderoper ins obere Foyer des großen

Opernhauses gebaut: ein blaues Zirkuszelt,

23 Meter lang, sechs Meter breit und

zehn Meter hoch. Der Zuschauerraum,

durch den auch Auftritte und Abgänge

stattfinden, bietet 130 großen und kleinen

Besuchern Platz. Auf einen Orchestergraben

wurde verzichtet, das Orchester

spielt auf einem Podium hinter der Bühne.

Hier ist Oper hautnah. Fast schon zum

guten Ton gehört es, nicht nur das jeweilige

Werk, sondern die Besonderheiten des

Opernbetriebes mitzuinszenieren und für

den Zuschauer transparent und erfahrbar

zu machen. „Die Nachtigall“ etwa integriert

die hinter einem halbtransparenten

Vorhang spielenden Musiker als kaiserlichchinesisches

Hoforchester ins Stück. Kein

Wunder, dass manche Kinder ihrerseits die

Stücke in der Fantasie weiterinszenieren

und der Oper ihre Ideen per Post mitteilen.

Yannick und Manuel beispielsweise

fanden es nach einem Besuch von „Der König“

schade, dass der blaue Mann rechts

neben der Bühne keinen Rollennamen hat

und nicht singt, obwohl er doch so viel

zu tun hat am Hof des Königs: Es war der

Techniker, der den Frontvorhang bedient.

Die Kinderoper wird seit Beginn der Spielzeit

2007/08 von Eike Ecker geleitet, die

16 kinderleicht 1/09

dort schon mehrere Produktionen

inszenierte

und bereits seit einigen

Jahren als Regieassistentin

und Spielleiterin dem

Ensemble der Oper Köln angeangehört. Das Ensemble der Kinderoper setzt

sich aus Sängerinnen und Sängern des

Opernensembles, des Opernstudios und

Mitgliedern des Opernchores zusammen.

Bei Bedarf werden aushilfsweise auch Studierende

der Kölner Musikhochschule für

kleinere Rollen hinzugezogen. Es spielen

Mitglieder des Gürzenich-Orchesters.

„Schon bei den Endproben merken wir

anhand der Reaktionen, was geht und

was nicht. Jeder Gag muss sitzen, jede

Handlung über eine innere Logik verfügen.

Sonst hagelt es Proteste, sofort und

unmissverständlich. Junge Menschen stellen

das ehrlichere Publikum“, sagte Eike

Ecker, „und das spontanere.“ „Boah, singt

der aber hoch“, „Du bist aber böse“, so

trompetet es bisweilen aus den Zuschauerreihen,

während vorne noch gesungen

wird. Da kann es sogar passieren, dass mit

Schokolade geworfen wird oder dass ein

Kind schnurstracks die Bühne erklimmt,

um die Kulissen zu testen. Für die Sänger

bedeutet das höchste Wachsamkeit, Improvisationstalent

inklusive.

Inzwischen besitzt die Kinderoper ein Repertoire

von über 20 Stücken. Die Bandbreite

reicht von Maurice Ravels „Das Kind

und der Zauberspuk“ und Ernst Kreneks

„Das geheime Königreich“ bis hin zu unbekannteren

Werken wie „Des Kaisers neue

Kleider“ von Hans Lofer. Manche Stücke

werden durch erzählende Zwischentexte

ergänzt, und fast alle werden für kleinere

Besetzungen neu orchestriert. Die Originalform

bleibt aber unangetastet. Seit

2004 gehört sogar eine Uraufführung zum

„Kinderoper ist

generell schwieriger

als für Erwachsene, denn

Kinder kann man nicht betrügen“,

glaubt Bariton Werner

Sindemann (75).

Repertoire, „Das Opernschiff“, von

Marius Felix Lange nach einem Libretto

von Elke Heidenreich.

Die Oper Köln verfolgt mit der

Kinderoper primär keine pädagogischen

Intentionen, stellte aber

von Anfang an Materialien und

Begleitprogramme zur Verfügung.

Materialsammlungen für Lehrerinnen

und Lehrer, Schülerarbeitsblätter,

kleine

Spiele, Malhefte und Bastelbögen

ermöglichen

einen spielerischen Umgang

mit Oper und die

Vorbereitung der Vorstellungsbesuche

in Schulen

und Kindergärten. Während

der Werkeinführungen werden

schon mal vorab Vermutungen über das

Stück angestellt, nicht selten mit kuriosen

Wortmeldungen:

Von einem Sänger mit grünem Kostüm

wurde vor der Aufführung von „Die Prinzessin

auf der Erbse“ angenommen, dass

er wahrscheinlich gleich die Rolle der Erbse

singen wird.

Aber nicht nur Zuschauer lernen in der

Kinderoper: Mitglieder des Opernstudios

erwerben sich hier das Sängerhandwerk

für die große Bühne, Regieassistenten

erhalten Gelegenheit zu ersten eigenverantwortlichen

Inszenierungen und Nachwuchsdirigenten

bekommen den Stab in

die Hand.

Die Spielstätte Kinderoper konnte nur

mithilfe von Sponsorengeldern und -leistungen

entstehen. Wesentliche Mittel und

Leistungen zum Aufbau der Kinderoper

stellten die Unternehmen Yakult Deutschland

GmbH, Gerriets Bühnenbedarf und

die Siemens AG zur Verfügung. Yakult ist

auch der Hauptsponsor für den laufenden

Spielbetrieb der Kinderoper. Unterstützung

bietet daneben der Förderverein der

Kinderoper zu Köln e.V. n

(Den Text über die Kinderoper Köln hat

Albert Horbach zusammengestellt.)

Informationen

Mehr Informationen unter:

www.kinderoper.info

Aktueller Spielplan unter:

www.operköln.de

Bestellung von Infomaterial unter:

E-Mail: Oper@buehnenkoeln.de


Praxis

Mein bester Freund, mein Engel

Tempo: ca. 148

1. Er - wa-che ich am Mor-gen früh, dann kann ich si-cher sein, mein En-gel, der ist

2. Ich fühle manchmal einen Hauch,

der streicht mir übers Haar.

Dann halte ich beim Spielen ein

und weiß, du bist mir nah.

3. Ob Regen oder Sonnenschein,

ob nah, unendlich weit,

begleitest du mich Tag für Tag

und gibst mir Sicherheit.

D A D A G

D A D G D

stets bei mir und lässt mich nie al - lein. Mein En - gel, der ist stets bei mir und

A D A D A

lässt mich nie al - lein. Refrain: Mein bes-ter Freund, mein En-gel, ist im-mer für mich

D G A D

da. Mein bes - ter Freund, mein bes - ter Freund, mein En - gel!

4. Lieg abends ich in meinem Bett,

dann fühle ich es sacht:

dein Flügel streichelt mein Gesicht,

sagt leise „Gute Nacht“.

Text: Christa Baumann, Musik: Stephen Janetzko

Verlag: © Edition SEEBÄR-Musik Stephen Janetzko

Web: www.kinderlieder-und-mehr.de

kinderleicht 1/09

17


Praxis

Die Kraft der Musik

Auf den ersten Blick ist es so wie

immer. Fünf nackte, kleine Eichhörnchenbabys,

gerade eben erst

geboren, liegen eng aneinandergekuschelt

in ihrem Kobel. Noch erschöpft von

der Geburt und ein wenig verwirrt – sie

sind ja schließlich gerade erst in dieser

Welt angekommen – genießen sie die beruhigende

Nähe ihrer Mutter. Die ersten

Tage verbringen sie mit schlafen, essen

und wieder schlafen. So scheint es wenigstens.

Doch eines der Eichhörnchenkinder

liegt zwar ebenso still da wie seine schlafenden

Geschwister, ist aber hellwach und

lauscht fasziniert den unterschiedlichen

Geräuschen und Klängen in seiner Umgebung:

den regelmäßigen Atemzügen der

anderen, dem Heulen des Windes, dem

Rauschen der Blätter, dem Gesang der

Vögel ... All das nimmt es in sich auf. In

seiner Vorstellung besteht die Welt aus

Rhythmus und Klängen und es sehnt sich

danach, noch mehr davon zu bekommen.

Während unser Eichhörnchenkind ungeduldig

darauf wartet endlich größer zu

werden, verbinden sich in seinem Kopf

oder vielleicht doch eher in seinem Herzen,

die Geräusche, Klänge und Töne zu

einer gemeinsamen Melodie. Nur am auf-

18 kinderleicht 1/09

geregten Zucken seiner Pfoten

hätte man erkennen können,

was es bewegt. Aber seine

Mutter meint eher, es habe vielleicht

schlecht geträumt. Niemand

ahnt etwas von der wunderbaren

Welt, die in ihm lebt.

Zuerst glaubt es, dass auch alle

anderen so wie es selbst füh-

len müssten. Erst nach und nach begreift

es, dass seinen Geschwistern ganz andere

Dinge wichtig sind. Egal, es kann gar

nicht anders. Es lebt auf, wenn es einen

neuen Klang entdeckt, ein Vogel sein Lied

direkt über ihm erklingen lässt. Es will

auch singen können und fragt seine Mutter,

wann und wie es das erlernen könne.

Seine Geschwister fallen vor Lachen fast

vom Baum und seine Mutter ermahnt es,

doch lieber das Sammeln und Verstecken

von Nüssen zu üben, statt unnütze Fragen

zu stellen.

Unser Eichhörnchenkind schämt sich sehr

und beschließt von diesem Zeitpunkt an,

ein Eichhörnchen wie alle anderen zu werden.

Nach außen hin gelingt es ihm für

eine Weile recht gut. Es ist fleißig, hilfsbereit

und freundlich, aber irgendwie immer

auch ein bisschen traurig. Es versucht die

von

Claudia Kuckelkorn

Musik aus seinem Leben zu verbannen,

denn schließlich scheint es ja so, als ob

sie nicht zum Leben eines Eichhörnchens

gehören würde. Aber es gelingt ihm nicht

wirklich. Selbst wenn es sich

beim Gesang der Vögel die Ohren

zuhält, hört es die Melodie

in sich drin weiter klingen.

Der Zauber der Musik ist stärker.

Es fühlt sich dann glücklich,

wenn es die Bucheckern im

Rhythmus der fallenden Regentropfen

knabbern kann – pling,

plong, pling, pling, plong. Wenn es einen

Specht klopfen hört, springt es im gleichen

Takt von Ast zu Ast. Ein neuer Ton

lässt es das Spiel mit seinen Geschwistern

vergessen.

Es wirkt auf die anderen immer verträumter

und seltsamer. „Aus dir wird nie ein

richtiges Eichhörnchen!“, jammert die

Mutter. „Komischer Kauz!“, meinen die

Geschwister. Es wir immer trauriger. „Wie

kann etwas so Schönes wie Musik mich so

einsam machen?“, klagt es eines Abends

dem Frosch Fridolin sein Leid. Immerhin

verbindet sie beide die Liebe zur Musik.

Auch wenn Fridolins leidenschaftliches

Gequake nicht in allen Ohren wie Musik

klingt.

„Folge dem, was dein Herz dir sagt! Die

Musik hat etwas Magisches. Wenn du dich

traust, ihrem Ruf zu folgen, wird sie dich


mit Glück erfüllen. Du musst nur damit

aufhören gegen das anzukämpfen, was in

dir ist und seinen Weg sucht.“

Plötzlich klingt unserem Eichhörnchenkind

die quäkende Stimme Fridolins wie

Musik in den Ohren. Es spürte, dass ihn

jemand versteht und ihm das sagt, was es

eigentlich schon lange fühlt. Befreit und

glücklich läuft und springt es im Rhythmus

der Froschmelodie nach Hause. Von

da an ist es wie befreit. Die Musik durchströmt

es und findet immer neue Ausdrucksmöglichkeiten.

Aus den Nusshälften

werden Trommeln, Bucheckern mit

winzigen Samen gefüllt werden zu Rhythmuskugeln.

Wenn man Schwanzhaare

ausrupft und sie über Nusshälften spannt,

kann man sogar Töne erzeugen. Nichts ist

vor ihm sicher. Allem versucht es Klänge

zu entlocken. Die ganze Welt besteht aus

Musik. Musik auf der man schweben, mit

der man tanzen kann. Es lebt was es fühlt

und ist glücklich.

Nur abends, wenn die anderen schon

schlafen und es keine Musik mehr machen

darf, um sie nicht in ihrem Schlaf zu stören,

überkommt es so eine Sehnsucht. Eine

Sehnsucht nach Freunden und danach,

seine Freude an der Musik mit anderen

teilen zu können. Es fühlt sich traurig

und allein. Wie von selbst zieht es ihn

zum Frosch Fridolin hin. Von herzerweichendem

Quaken geleitet, findet es ihn

auf einem Seerosenblatt: „Du hast Recht,

Fridolin. Die Musik erfüllt mich mit Freude

und Glück. Aber die anderen wollen

nichts von mir wissen. Sie nennen mich

einen Sonderling und Spinner. Muss ich

mich wirklich zwischen der Musik und den

Freunden entscheiden?“ Betrübt lässt das

Eichhörnchenkind den Kopf hängen und

eine dicke Träne tropft auf den Kopf des

Frosches. Fridolin rührt der Schmerz seines

Freundes. „Wenn du wirklich nur diese

zwei Möglichkeiten hättest, wäre die

Entscheidung dann nicht längst schon

gefallen? Könntest du ohne Musik leben?

Und würdest du die anderen wirklich als

Freunde bezeichnen, wenn sie dich nicht

so nehmen wie du bist – mit deiner Liebe

zur Musik?“ „Ich glaube du bist mein einziger

wahrer Freund, Fridolin. Vielleicht

ist es mein Schicksal, einsam zu sein.“

„Jetzt übertreibst du aber ein bisschen!

Es war immer schon so, dass Lebewesen

mit einer besonderen Begabung, einer

ungewöhnlichen Leidenschaft kritisch beäugt

wurden. Vielleicht ist es die Angst

vor dem Unbekannten, vielleicht sogar

ein bisschen Neid, sowohl wegen deines

Talentes, als auch deshalb, weil du dich

traust, deine Neigungen zu leben, selbst

wenn der Preis dafür sehr hoch sein könnte.

Nicht so zu sein wie alle anderen erfordert

Mut. Und es fällt vielen leichter, dich

kleinzumachen, als deinen Mut und deine

Größe zu bewundern.“

Unser Eichhörnchenkind will dem Frosch

so gerne glauben. So lange hat es gedacht,

dass mit ihm etwas nicht stimmen

würde. „Warum kann denn nicht jeder so

leben, wie es ihn glücklich macht, so lange

er nichts tut, was anderen schadet. Die

Welt würde doch viel bunter und reicher

dadurch.“, teilt es dem Frosch seine Gedanken

mit. „Meine Rede!“, erwidert Fridolin.

Vielleicht ist es Zeit, dass du dich

nicht ständig entschuldigst, dass du so

bist wie du bist, sondern versuchst, die

anderen von der Freude an der Musik zu

überzeugen.“ „So alt kann ich gar nicht

werden, dass mir das gelingen könnte!“,

seufzt das Eichhörnchen resigniert.

„Stimmt, wenn du schon selbst nicht an

dich glaubst!“, schimpft der Frosch. Unser

Eichhörnchen ist beschämt: „Du hast

recht, Fridolin! Hilfst du mir einen Plan

zu machen?“ „Nichts lieber als das!“, jubelt

Fridolin und quakt vor Freude sein

Lieblingslied, während unser Eichhörnchen

gar nicht anders kann, als den Takt

dazu zu schlagen. „Das ist es! Wir gründen

eine Band und laden die anderen zum

Praxis

Mitmachen ein.“, unterbricht Fridolin

seinen Gesang. „Die kommen doch nur,

wenn es was zu fressen gibt“, entfährt

es dem Eichhörnchen. „Gar kein so übler

Gedanke!“, meint der Frosch. „Aber erst

einmal braucht unsere Band einen Namen!

Wie heißt du eigentlich?“, fragte er

das Eichhörnchen. Verdutzt schauten sie

sich an: „Ich habe gar keinen Namen!“,

flüstert das Eichhörnchen. „Die anderen

rufen mich nur Spinner!“ „Falsch!“, entgegnete

der Frosch, „du hattest keinen

Namen. Ab heute trägst du den Namen,

der am besten zu dir passt – Cantus, das

bedeutet Musik. Und unsere Band nennen

wir „Cantus Frei“, was so viel bedeutet

wie Musik von Frosch und Eichhörnchen.

Was meinst du?“ Cantus ist über seinen

Namen so glücklich, dass schon wieder eine

Träne auf den Kopf des Frosches tropft.

„Ich werte das mal als ein ja!“, brummt

der Frosch, der sich nicht anmerken lassen

will, wie sehr ihn die Freude seines Freundes

berührt.

„Wir werden ordentlich üben müssen,

wenn unser Auftritt Erfolg haben soll, also

keine Zeit verschwenden, fangen wir

an!“ So viel Spaß hatte Cantus schon lange

nicht mehr. Mit einem Freund zu musizieren

ist noch viel schöner als alleine. Sie

üben die ganze Nacht und als die ersten

Sonnenstrahlen den Teich berühren, sitzt

ihr Programm für den Bühnenauftritt.

„Verrätst du mir jetzt, wie wir die anderen

Waldbewohner dazu bringen sollen, uns

zuzuhören?“, fragt Cantus seinen Freund

gähnend. „Hast du doch eben selbst gesagt!“,

erwidert der Frosch. Cantus sieht

ihn fragend an: „Was soll ich gesagt haben?“

„Hauptsache du behältst die Lieder

im Kopf, um den Rest werde ich mich kümmern.

Vertrau mir!“ Wir sehen uns heute

Abend bei Anbruch der Dunkelheit an der

Waldbühne. „Wenn du meinst.“, entgegnet

Cantus. Er ist viel zu müde, um zu

widersprechen.

Der kluge Frosch Fridolin hat tatsächlich

einen Plan. Zuerst lässt er die neugierigen

Spatzen wissen, dass es heute Abend auf

der Waldbühne ein großes Konzert geben

werde. Für gutes Essen sei natürlich auch

gesorgt. Sie dürften es aber auf keinen

Fall weitersagen, denn die Aufführung sei

nur für geladene Gäste und das seien nur

die klügsten Tiere des Waldes.

Die Spatzen, die ja weit herum kommen

und gerne hier und da mal ein Schwätzchen

halten, haben natürlich nichts bes-

kinderleicht 1/09

19


Praxis

seres zu tun, als die Neuigkeit überall im

Wald zu erzählen. Innerhalb einer Stunde

gibt es niemanden mehr, der nichts davon

weiß, außer unserem Cantus, der selig

in einer Baumhöhle schläft.

„So eine Unverschämtheit!“, hört man die

Tiere des Waldes schimpfen. „Wenn es ein

Konzert für die klügsten Tiere gibt, gehören

wir ja wohl auch dazu. Wir werden uns

einfach selbst einladen! Umsonst essen,

kann man ja schließlich auch nicht alle

Tage. So kommt es, dass am Abend jede

Menge Tiere vor der Waldbühne sitzen

und warten. Auch wenn sie es eigentlich

mehr auf das versprochene Essen als auf

das Konzert abgesehen haben, sie sind da

und das zählt schließlich. Cantus traut

seinen Augen nicht. „Wie hast du das

denn hingekriegt?“, fragt er verwundert

seinen Freund Fridolin. „Froschzauber“,

erwidert Fridolin stolz, „aber jetzt lass

uns loslegen bevor alle wieder gehen.“

Mit stolz geschwellter Brust und wichtiger

Miene betritt Fridolin die Bühne: „Liebe

Waldbewohner, wir freuen uns, euch zu

unserem ersten Konzert begrüßen zu dürfen!“

Bevor der Frosch weiter reden kann,

unterbricht ihn der Biber: „Und wo ist das

versprochene Essen?“ „Geduld, mein lieber

Freund! Alles zu seiner Zeit. Das Essen

wird in der Pause serviert. So ist es doch

in den Kreisen, in denen sich die klügsten

Tiere des Waldes bewegen üblich, oder?“

„Aber natürlich.“, erwidern alle, denn keiner

will zugeben, dass er von den Sitten

der feinen Kreise keine Ahnung hat. „Dann

steht ja dem Beginn unseres Konzertes

nichts mehr im Wege. Fangen wir an!“

Ein aus Blättern gewebter Vorhang öffnet

sich und zeigt Cantus inmitten seiner

Rhythmusinstrumente. Sofort hört man

die ersten Pfiffe und Buhrufe. Entmutigt

will Cantus von der Bühne verschwinden.

Da aber hört er schon den Frosch: „One,

two, one, two, three, four!“, und wie von

selbst beginnt er mit seinem Spiel. Bereits

bei der ersten Note existiert das Publikum

für ihn nicht mehr. Er lebt für die und in

der Musik. Fridolin indessen beobachtet

die Gäste, die zwar immer noch eine gelangweilte

Miene machen, es sich aber

doch nicht verkneifen können, ab und zu

im Takt zu wippen. Cantus nimmt seine

Umgebung erst wieder wahr, als Fridolin

die Pause ankündigt und mit ihr das

versprochene Essen. Wie von Zauberhand

geleitet, treten von allen Seiten seine

Froschkollegen mit den unterschiedlichs-

20 kinderleicht 1/09

ten Nusssorten, Tannenzapfen, Samen,

Früchten und anderen Leckereien herbei,

sodass jedes Tier etwas findet, dass ihm

schmeckt. „Froschzauber?“, fragt Cantus

völlig erstaunt. „Klar!“, schmunzelt Fridolin,

„aber erst der Halbe!“ Unser Eichhörnchen

schüttelt ungläubig den Kopf: „Was

kommt denn noch? Ich glaube nicht, dass

unsere Gäste, wenn sie erst einmal satt

sind, noch Lust haben, uns weiter zuzuhören!

Aber auch so war es schon mehr, als

ich je erwartet hätte. Ich danke dir, mein

Freund!“ „Bedank dich nicht zu früh! Der

Abend ist noch nicht zu Ende. Los, rauf

auf die Bühne mit dir!“ Fridolin ergreift

erneut das Wort. Er nutzt die Gunst der

Stunde, denn alle Mäuler sind mit Essen

beschäftigt, sodass man ihn gut hören

kann: „Liebe Musikfreunde, im zweiten

Teil unseres Konzertes seid ihr gefragt.

Meine Froschkameraden werden euch

helfen, aus euren Nussschalen, Samen,

Stöcken und vielen anderen Essensresten,

Instrumente zu bauen, sodass ihr mit uns

Musik machen könnt. Wir laden euch ein,

das erste und beste Waldorchester der

Welt zu werden.“ „So ein Quatsch!“ „Das

hat mir gerade noch gefehlt!“ Die ersten

ärgerlichen Stimmen regen sich unter den

Waldbewohnern. Aber es gibt auch welche,

die Gefallen an der Musik gefunden

haben. Sie können es natürlich nicht so

offen zugeben, hätten sich aber um nichts

in der Welt den zweiten Teil des Konzertes

entgehen lassen: „Na ja, man darf ja

auch nicht unhöflich sein. Direkt nach

dem Essen zu gehen wäre nicht nett. Wir

bleiben noch ein wenig, auch wenn es uns

schwer fällt.“ Währenddessen haben die

Frösche schon damit begonnen, die Instrumente

zu bauen. Alle helfen mit und

in null Komma nichts hat jeder, der geblieben

ist ein Rhythmusinstrument vor

sich. Überall wird ausprobiert, gespielt

und gelacht. Als dann „Cantus Frei“ mit

ihrer Musik beginnen, gibt es kein Halten

mehr. Das Publikum spielt begeistert mit

und erst nach der fünften Zugabe und

dem Versprechen, das Konzert bald noch

einmal zu wiederholen, lässt man sie von

der Bühne.

„Mensch Fridolin!“, Cantus ist völlig überwältigt.

„Ich glaube, ich träume! Kneif

mich mal, damit ich das hier wirklich

glauben kann!“ „Es ist ein Traum, Cantus,

aber einer der in Erfüllung gegangen ist.

Er ist in Erfüllung gegangen, weil es dein

Herzenswunsch war, und weil du bereit

warst, dafür zu kämpfen. Du hast viel Mut

und Kraft gebraucht, hast geübt und vor

allem hast du tief in deinem Herzen daran

geglaubt!“, entgegnet Fridolin. „Und ich

hatte den besten Freund, den man sich

nur wünschen kann an meiner Seite!“,

flüstert Cantus und bevor es allzu sentimental

wird, machen sie sich lieber auf

den Heimweg. Sie genießen die Stille im

Wald und das Gefühl der Freundschaft

und Verbundenheit. In seiner Baumhöhle

findet Cantus eine Karte von Fridolin.

„Gib niemals auf,

das zu tun, was du

wirklich willst!“

„Versprochen, mein Freund, versprochen!“,

flüstert Cantus. Erschöpft, aber

glücklich schläft er ein, die Musik noch

im Ohr und die Karte fest an sein Herz

gedrückt. n


Perspektiven

CANTO elementar –

Ein generationenverbindendes Singprojekt

für Kindertagesstätten

„Wo man singt, da lass dich ruhig nieder!“, lädt ein altes Sprichwort ein. Und was früher galt, gilt heute

umso mehr: Gemeinsames singen verbindet über Alter, Hautfarbe, Nationalität oder gesellschaftlichen

Habitus hinweg zur Gemeinsamkeit – für Augenblicke, für viele Momente.

Singen bringt den Körper in positive Schwingung, „sortiert“ die Energiebahnen, schüttet Endorphine aus,

es entsteht ein offenes Bewusstsein und eine positive Lebenseinstellung. Auch der international renommierte

Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther meint: „Singen ist Kraftfutter für Kinderhirne!“

Regelmäßiges Singen im Kindergarten

fördert:

Lust zu Neuem und damit große Bereitschaft,

zu lernen

Abbau von Aggressionen

hohe Bereitschaft zu offener Kommunikation

Entwicklung sozialer Kompetenz

Abbau von Angst (Gefühle zu zeigen)

Kreativität

Hilfe bei Abbau von Stress (z.B. Lernstress)

Förderung zum Erlernen der deutschen

Sprache (unterstützt dabei vor

allem Kinder aus Migrantenfamilien)

Förderung der Gesundheit

Persönliche Begabungen

entdecken

Die Wissenschaft hat es mehrfach bestätigt:

Kinder bilden im Alter zwischen drei

und sechs Jahren wichtige Eckpfeiler für

ihre Persönlichkeit. Entwickeln ihre Fähigkeiten

in den Bereichen Lernfähigkeit und

Empathie, beginnen ihre musischen, musikalischen,

sprachlichen, handwerklichen,

mathematischen, interpersonellen und extrapersonalen

Begabungen zu entdecken

und zu gestalten.

Die Gesellschaft sollte also jedem Kind in

diesem Alter die Chance dazu geben. Dies

sollte bedeuten, dass bereits im Kindergarten

die bestmöglichen Lernsituationen

geschaffen werden, um sich in allen Bereichen

auszuprobieren und sich zu entdecken.

Singen ist hierbei nach neuesten

wissenschaftlichen Erkenntnissen unersetzbar.

Die soziale und seelische

Bedeutung des Singens

von

Wolfgang Riehn

Der Musikwissenschaftler Dr. Karl Adamek

hat gemeinsam mit Kollegen über 30 Jahre

alle Facetten des Singens beobachtet,

ausgewertet, ausprobiert und erfolgreiche

Projekte dazu entwickelt. Er hat die soziale

und seelische Bedeutung des Singens

entschlüsselt. Entstanden sind neue, überzeugende

und bereits erfolgreiche Konzep-

kinderleicht 1/09

21


Perspektiven

te: Heilsames Singen in Krankenhäusern

(SINTALA-Methode), Sozialprojekte zur

Förderung des Singens im Alltag – vor allem

aber das Projekt „CANTO elementar“

für Kindergärten und Grundschulen.

Dr. Karl Adamek meint: „Die Seniorinnen

und Senioren haben sehr viel Lebensweisheit

und Wissen in sich, aber kaum Möglichkeiten,

es an die jüngste Generation

weiterzugeben. Der Kontakt zu älteren

Menschen ist für das gesunde Aufwachsen

von Kindern sehr bedeutsam. Bei „CANTO

elementar“ schenken die Singpaten den

Kindern Lebenserfahrung und die Freude

am gemeinsamen Singen. Kinder, die mit

älteren Menschen singen und die Gemeinschaft

mit diesen erleben, entwickeln ihre

Fähigkeiten auf allen Ebenen deutlich besser.“

Seit 2002 wird das Projekt „CANTO elementar“

des „Il CANTO del mondo e.V.“

in ca. 30 Kindergärten in Nordrhein-Westfalen

umgesetzt und wissenschaftlich

begleitet. 2007 wurde das bisher größte

Projekt von „CANTO elementar“ mit jetzt

63 Kindergärten in Hamburg begonnen.

Insgesamt beteiligen sich zurzeit über 100

Kindergärten am Projekt.

„CANTO elementar“ – Ein

erfolgreiches, generationenübergreifendes

und verbindendes

Projekt für Kinder -

gärten

Seniorinnen und Senioren, bei „CANTO

elementar“ „Singpaten“ genannt, besuchen

regelmäßig in jeder Woche ihren

Kindergarten und singen mit den Kindern.

Sie werden in Seminaren intensiv als Singpaten

ausgebildet und auch während der

22 kinderleicht 1/09

ersten zwei Jahre durch einen CANTO

Trainer betreut. Ideal sind 6-10 Singpaten

pro Kindergarten. An einem festgelegten

Wochentag singen und tanzen die Kinder

mit den Singpaten zwischen 30 und 45

Minuten.

Die Erzieherinnen und Erzieher werden

vor Beginn des Projektes intensiv in einem

Seminar auf „CANTO elementar“ vorbereitet

und kontinuierlich weitergebildet,

denn die Erzieherinnen und Erzieher lernen

im Projekt (learning by doing), regelmäßig

mit den Kindern zu singen und bekommen

so zunehmend mehr Sicherheit.

Die CANTO Trainer und Trainerinnen sind

professionelle Sängerinnen und Sänger

(z.B. Kantoren, Chorleiter, Musikschulpädagogen),

die intensiv in einem mehrtägigen

Workshop auf ihre Aufgabe vorbereitet

werden. Neben einer speziellen

Gesangsausbildung „Singen mit Kindern“

wird auch der richtige Umgang mit den

Kindern und Senioren vermittelt.

Die Ausbildung zum CANTO Trainer bietet

die CANTO Akademie an, die von Dr. Karl

Adamek und Prof. Dr. Dr. Hermann Rauhe

geführt wird.

Angesehene Musikpädagogen und Wissenschaftler

unterstützen und begleiten das

Projekt aktuell und auch in Zukunft. Dazu

gehören u.a. Professor Dr. Gerald Hüther,

Professor Dr. Hans Günther Bastian, Enja

Riegel oder Professor Dr. Wolfgang Edelstein,

um nur einige aus der Gruppe der

Unterstützer namentlich zu nennen.

„Durch die Betreuung vor Ort können wir

CANTO Trainer individuell auf die Situation

in der Kita und die Zusammensetzung

in der Singpatengruppe eingehen.“, so

Regine Steffens, CANTO Trainerin in Hamburg

seit 2006, „Die Kinder freuen sich auf

den CANTO Tag und fragen oft: „Wie oft

muss ich noch schlafen bis die Musikanten

kommen?“. Zu den Erzieherinnen habe

ich einen sehr vertrauensvollen Kontakt

aufgebaut und höre mir bei meinen regelmäßigen

Besuchen in Ruhe an, was ihnen

wichtig ist. Nehme Kritik und Anregungen

entgegen und versuche, diese auch schnell

umzusetzen. Die Erzieherinnen sind also

von unserer Seite aus intensiv und verantwortungsvoll

in „CANTO elementar“

eingebunden“

Wenn „CANTO elementar“ im Kindergarten

über zwei Jahre eingeführt ist, sind

die Verantwortlichen des Kindergartens in

der Lage, das Projekt selbstständig weiterzuführen

ohne großen finanziellen Mehraufwand.

Bei „CANTO elementar“ wird eine musikpädagogisch

begründete Auswahl an

deutschen Volksliedern gesungen, welche

den Singpaten und Erzieher/-innen auf CD

und in CANTO Liederbüchern zur Verfügung

gestellt werden.

„Die mit Singpaten, Erzieher/-innen und

Musikpädagogen ausgewählten Volkslieder“,

so Dr. Karl Adamek, „sind musikalisch

wertvoll, haben eine gute Sprache

und vermitteln wichtige Lebensweisheiten,

wie z.B. Märchen dies tun.“

Voraussetzungen für das

Projekt

„CANTO elementar“ kann jederzeit starten,

da das Projekt zeitlich unabhängig ist.

Das Projekt kostet Geld und muss von außerhalb

des Kindergartens finanziert werden

– zurzeit geschieht dies durch Public

Private Partnership. Professor Manuela

Rousseau, Leiterin des Bereichs Corporate


„Das Singen unterstützt die Sprachförderung

der Kinder und hilft Migrantenkindern,

ungezwungen und spielerisch neue

Worte kennenzulernen und den Rhythmus

der deutschen Sprache zu erspüren.“

„Bei „Bei „Bei „Bei „Bei uns uns uns uns uns in in in in in der der der der der Kita Kita Kita Kita Kita wurde wurde wurde wurde wurde schon schon schon schon schon immer immer immer immer immer gesun- gesun- gesun- gesun- gesungen.

Seit dem Beginn von „CANTO elementar“

singen die Kinder jedoch mit mehr Selbstbewusstsein

und mit mehr Selbstvertrauen, da sie

über die regelmäßige CANTO Stunde die Texte

der Lieder besser lernen.“

Social Responsibility (CSR) der Beiersdorf

AG: „Uns ist die Förderung von jungen

Menschen und Familien wichtig. Bei unserem

Engagement verfolgen wir das

Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“, so auch bei

„CANTO elementar“. Wir freuen uns, das

Fundament für die ersten 60 Kindergärten

in Hamburg geschaffen zu haben. Ziel ist

es jedoch, dass die Kindergärten das Projekt

selbstständig und aus eigener Kraft

dauerhaft fortführen können.“

Ein Projektteam hat in den vergangenen

Jahren in allen Projektbereichen fundierte

Erfahrungen bei der Umsetzung von

„CANTO elementar“ gesammelt. Die

Projektleitung liegt in den Händen von

Wolfgang Riehn, der u.a. einige Jahre ge-

„Die „Die „Die „Die regelmäßige, regelmäßige, regelmäßige, regelmäßige, wöchentliche wöchentliche wöchentliche wöchentliche Singstunde Singstunde Singstunde Singstunde

mit mit den den Singpaten Singpaten bringt bringt für für die die Kinder Kinder die die

Erfahrung Erfahrung von von Verlässlichkeit. Verlässlichkeit. Sie Sie freuen freuen

sich sich sich sich auf auf auf auf etwas, etwas, etwas, etwas, was was was was auch auch auch auch geschieht. geschieht. geschieht. geschieht. Eine Eine Eine Eine

wichtige wichtige wichtige wichtige wichtige Erfahrung Erfahrung Erfahrung Erfahrung Erfahrung für für für für für die die die die die Kinder.“ Kinder.“ Kinder.“ Kinder.“ Kinder.“

schäftsführender Vorstand der Yehudi Menuhin

Stiftung war und das bundesweite

Grundschulprojekt „muse“ in Deutschland

etabliert und aufgebaut hat: „Wir

sind also sehr gut vorbereitet, „CANTO

elementar“ in allen Kindergärten Deutschlands

zu realisieren, da alle wichtigen Voraussetzungen

geschaffen sind“, so Wolfgang

Riehn über Zukunft und Chancen

von „CANTO elementar“ in den deutschen

Kitas. „CANTO elementar“ hat sich bereits

in kleineren Projekten (1 Kindergarten)

und in Großprojekten (aktuell 63 Kindergärten

in Hamburg) bewährt. „CANTO

elementar“ hat nachweislich Kindergärten

verändert, die Erzieherinnen und Erzieher

bereichert, viele Senioren und Seniorin-

Perspektiven

Stimmen zum Projekt „CANTO elementar“

Lord Yehudi Menuhin, Schirmherr

des Netzwerkes Il Canto del mondo:

„Das „Das „Das Singen Singen Singen ist ist die die die eigentliche eigentliche eigentliche Mutter- Mutter- Muttersprache

aller Menschen.“

Bundespräsident Horst Köhler besuchte im November 2007 einen CANTO Kindergarten

in Kaiserslautern, in dem das Projekt „CANTO elementar“ erfolgreich durchgeführt

wird. Der Bundespräsident war begeistert über das Singen im Kindergarten:

„Ganz wichtig. Erst einmal ist es so, dass wir feststellen müssen: Es wird in Deutschland

zu wenig gesungen, schon im frühkindlichen Alter oder in der Schule. Im Singen drückt

sich aber die Übermittlung von Tradition, von Kulturgütern aus. Die Älteren singen gerne

und sie singen gerne mit den Kindern. Das ist eine Art Lichtblick für mich. Und ich

werde da hinterher gehen, dass dies in ganz Deutschland viel bekannter wird.“

„Seit Beginn von „CANTO elementar“ in unserer

Kita wird in allen Gruppen mehr gesungen.

Die Lieder-CDs werden von Gruppe

zu Gruppe gereicht und zum Singen wird

auch mehr getanzt, die Kinder bewegen

sich mehr.“

„Neben ihrer wöchentlichen CANTO Stunde

mit den Kindern bringen sich die Singpaten

aktiv in unseren Kindergartenalltag mit ein.

Sie helfen z.B. bei der Vorbereitung von Festen

und bringen gute Ideen ein, die sie dann

auch selbst umsetzen.“

„Die Singpaten sind für unsere Erzieherinnen keine

Konkurrenz, sondern werden als wohltuende Ergänzung

des Kitaangebotes empfunden. Einige Erzieherinnen

sind bei den CANTO Stunden dabei und sprechen

von einem „Gänsehaut-Feeling“, welches sie

haben, wenn sie mit den Kindern und den Singpaten

gemeinsam singen.“

nen wieder in die Gemeinschaft integriert

und ihnen eine wichtige Aufgabe (Lebensweisheit

zu vermitteln) und den Kindern

viele wichtige Impulse für ihre Persönlichkeitsentwicklung

gegeben. Alle teilnehmenden

Kindergärten sind ins Netzwerk

eingebunden und können sich in Zukunft

über ein spezielles Intranet (zurzeit im

Aufbau) Erfahrungsberichte und aktuelle

Projekt begleitende Informationen abrufen.“

n

Kontakt/Informationen

www.ilcantodelmondo.org

Peojekt „CANTO elementar“

Tel.: 02182 886109

E-Mail: w.riehn@ilcantodelmondo.org

kinderleicht 1/09

23


Recht

Das KiBiz in NRW –

ein qualitativ und rechtlich „lahmer Vogel“

Mit dem am 25.10.2007 von der Regierungsmehrheit beschlossenen Kinderbildungsgesetz – KiBiz –

hat die Landesregierung eines ihrer zentralen Vorhaben für diese Legislaturperiode umgesetzt. Es

sollten nach den Ankündigungen des Koalitionsvertrages die Förder- und Arbeitsbedingungen für

Kinder in Tageseinrichtungen und Tagespflege verbessert werden. Die ersten Vorschläge für die neue

gesetzliche Regelung, mit der das Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder aus dem Jahr 1991

(GTK) abgelöst werden sollte, stießen bei vielen Beteiligten in der Praxis auf Ablehnung. Auch gegen

die nachfolgenden Modifikationen und in der Schlussphase hektisch vorgenommenen Veränderungen

wurden massive Proteste in landesweiten Aktionen deutlich, in denen die qualitativen und personellen

Verschlechterungen und die finanziellen Unzulänglichkeiten thematisiert wurden. Während der Beratungen

wurde zudem darauf hingewiesen, dass einige der vorgesehenen Neuregelungen nicht dem

geltenden Bundesrecht entsprechen und auch nicht die aktuelle Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts

berücksichtigen.

Den Hinweisen, dass der Entwurf

dem Bundesrecht widerspricht,

folgte die Landesregierung nicht.

Es kommt jetzt ein Gesetz in der Praxis

zur Anwendung, dass nach den Ergebnissen

eines Rechtsgutachtens teilweise den

Anforderungen des Bundesrechts nicht

entspricht und „eigentlich“ dringend einer

Überarbeitung bedarf.

Dieses Ergebnis ergibt sich aus dem Gutachten

der Rechtsanwälte Prof. Dr. Michael

Quaas und Dr. Peter Sieben (siehe Anmerkung

1). Es wurde durch die Waldorfkinder-

24 kinderleicht 1/09

gartenvereinigung in Auftrag gegeben und

von zehn weiteren Trägern mit getragen.

Welche zentralen Aussagen beinhaltet

das Rechtsgutachten und

welche Bedeutung hat es für die

Praxis?

Das Rechtsgutachten bestätigt, dass die

Regelungen zur Bedarfsplanung und der

Finanzierung Unzulänglichkeiten aufweisen.

Die steht neben den anderweitig beschriebenen

fachlichen Unzulänglichkei-

von

Gerhard Stranz

ten des Gesetzes, die sich augenscheinlich

schon in der Bezeichnung des Gesetzes

ausdrückt (sie Anmerkung 2) und in der

Verschlechterungen der Rahmenbedingungen

bei der Personalausstattung für

Kinder unter drei Jahren besonders deutlich

wurden.

Solange ein Träger jedoch die Regelungen

des Gesetzes akzeptiert, gegen den

Bewilligungsbescheid des Jugendamtes

nicht vorgeht und auch Eltern sich nicht

„beschwert“ fühlen, wird das Gesetz angewendet

und damit akzeptiert.


Es gibt jedoch einige Träger und Eltern,

die sich bereits jetzt mit Klagen (siehe Anmerkung

3) gegen verschiedene Regelungen

des Gesetzes wenden und sich dabei

auch auf die Feststellungen des genannten

Rechtsgutachtens beziehen.

Zentrale Unzulänglichkeiten des

KiBiz: Wogegen kann sich ein Träger

vor allem wenden?

Das Rechtsgutachten macht vor allem auf

folgende Unzulänglichkeiten aufmerksam,

zu denen auch zum großen Teil bereits Klagen

bei Verwaltungsgerichten in NRW anhängig

sind (siehe Anmerkung 4):

1. Bedarf ist nicht das, was das Jugendamt

einem Träger zubilligt.

2. Es kann ein Anspruch auf zusätzliche

Förderung über die Pauschalen

hinaus bestehen.

3. Es können keine Kinder aus der

Förderung ausgeschlossen werden,

die in anderen Bundesländern

oder im Ausland leben.

1. Bedarf

Im Kinderbildungsgesetz ist vorgesehen,

dass die Jugendämter eine quantitative

Bedarfsplanung vornehmen. Das Land

hat für die Bereitstellung seiner Mittel im

Gesetz und anschließend auch im Landeshaushalt

bestimmte Grundannahme über

die Anzahl der Plätze und der Inanspruchnahme

in verschiedenen Gruppenformen

und nach Betreuungszeiten (25, 35 oder

45 Stunden) vorgenommen und so festgelegt,

in welcher Höhe Landesmittel bereitgestellt

werden. Für die Förderung von

Plätzen für Kinder unter drei Jahren ist

diese Kontingentierung verbindlich und

sieht nach dem Entwurf des Landeshaushalts

2009 vor, dass bei den 11.000 neu zu

schaffenden Plätzen nur die Buchungszeit

von 25 Stunden gefördert werden soll.

An dieser Absicht wird deutlich, dass hier

politische Setzungen defi nieren, was Bedarf

sein soll und nicht das, was tatsächlich

nachgefragt und benötigt wird.

Genau hierzu wird in dem Gutachten darauf

begründet, dass bei der Bedarfsplanung

auch die Nachfrage mit berücksichtigt

werden muss, dass eine gemeinde- und

auch länderübergreifende Bedarfsplanung

erfolgen muss und dass zur Berücksichtigung

des Wahlrechtes der Eltern Angebote

verschiedener Träger zur Verfügung

stehen müssen und insofern auch Mehrkosten

und Überkapazitäten vorhanden

sein müssen, zumal ansonsten eine Wahl

überhaupt nicht möglich ist.

In der zu dem Rechtsgutachten am

19.5.2008 stattgefundenen Fachtagung

wurde zusätzlich gefordert, dass eine

Bedarfsplanung, die das berücksichtigt,

was das Kind braucht, alle Aspekte erst

mal zur Seite räumen müsste, die den

Bedarf verfälschen können. Dazu zählt

vor allem der Elternbeitrag, der Eltern

verleiten kann, nach dem Geldbeutel

und nicht nach dem Bedarf ein Angebot

in Anspruch zu nehmen, die Stundenkontingente,

die den Träger festlegen,

Betreuungsverträge nur im Rahmen des

bewilligten Rahmens abzuschließen, die

Jugendhilfeplanung, die nicht qualitativ

erfolgt oder mit lebensfremden

Stichtagen verbunden ist, die Pauschalierung,

die bei zu geringer Förderhöhe

dazu zwingt, die Kindkosten so lange

zu reduzieren, bis das Geld reicht, die

Kleinräumigkeit, die sich nur auf gemeindeeigene

Kinder konzentriert, aber

den überregionalen Bezug verdrängt,

obwohl die Lebensbezüge von Menschen

nicht an den Grenzen von Jugendämtern

enden.

Konsequenz:

Sollte ein Träger nicht die Kontingente

bereitgestellt bekommen, um die von

Eltern für Kinder im Kindergartenalter

nachgefragten Betreuungszeiten abdecken

zu können, müsste er gegen diesen

Bescheid angehen. Die Nachfrage bestimmt

den Bedarf und nicht eine politische

Setzung oder eine ausschließliche

quantitative Jugendhilfeplanung. Zur

Durchsetzung dieses Rechts wird bereits

geklagt.

2. Pauschalfinanzierung

Der Förderungsanspruch eines Trägers

wird nach dem KiBiz davon abhängig

gemacht, dass sein Angebot im Rahmen

der Jugendhilfeplanung berücksichtigt

ist, dass der Förderungsanspruch durch

einen Haushaltsvorbehalt begrenzt wird

und dass der Finanzierungsanspruch im

wesentlichen im Rahmen von Kindpauschalen

erfolgt.

Nach dem geltenden Bundesrecht und der

Rechtsprechung ist der Landesgesetzgeber

nicht befugt, den Förderungsanspruch

an die Aufnahme in den Bedarfsplan zu

koppeln.

Auch die Beschränkung der Förderung

durch einen Haushaltsvorbehalt ist nicht

„haltbar“.

Zwar kann eine Förderung durch Pauschalen

erfolgen. Diese müssen aber „auskömmlich“

sein, sodass in sogenannten

„atypischen“ Fällen ein Anspruch auf zusätzliche

Förderung über die Mindestförderung

hinaus besteht. Diese Feststellung

ist für viele Einrichtungen von existenzieller

Bedeutung, da die Pauschalen erhebliche

Unzulänglichkeiten aufweisen:

Die Pauschalen sind grundsätzlich

zu gering! Bei der Berechnung der Pauschalen

wurden die durchschnittlichen

Personalkosten für Fachkräfte, Ergänzungskräfte

und die Leitung nach den

durch die kommunale Gemeinschaftsstelle

berechneten Werten des Jahres 2005 berücksichtigt.

Da der im Jahr 2006 erstellte

Bericht bereits einen Durchschnittswert

auswies, der ca. 5.000 Euro höher lag, und

zwischenzeitliche Gehaltsanpassungen

nicht berücksichtigt wurden, können die

Pauschalen grundsätzlich nicht die durchschnittlichen

Personalkosten zum 1.8.2008

berücksichtigten. Die zum 1.8.2009 vorgesehene

Erhöhung der Pauschalen kann

diese Unterdeckung nicht auffangen.

In die Pauschalen sind zusätzlich Kürzungen

des Sachkostenzuschusses und

teilweise erhebliche Verschlechterungen

in Bezug auf die Verfügungszeit und die

Anteile der Freistellung von Leitungen

eingerechnet, sodass die Gesamtsumme

nicht ausreichen kann, um den nach dem

KiBiz festgelegten Arbeitsumfang fi nanziell

abzudecken.

Soweit jedoch bei einer Einrichtung jetzt

festgestellt wird, dass sie mehr Geld erhält,

wird die o.g. enthaltene strukturelle

Verschlechterung außer Acht gelassen

und nicht berücksichtigt, dass sich das

Angebot verändern musste. Beispielsweise

muss der Personaleinsatz für Tagesstättengruppen

für 45 statt für 42,5 Stunden

ausreichen. Vielfach sind Kinder unter 3

Jahren aufgenommen worden, die mit einer

wesentlich höheren Pauschale „mehr

bringen“, aber faktisch nur dazu beitragen,

die Unzulänglichkeit der Finanzierung

zu kompensieren. In vielen Einrichtungen,

auch bei großen Trägern, ergaben

kinderleicht 1/09

Recht

25


Recht

sich erhebliche Minderungen in der Bezuschussung

und führten zur Kündigung

von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

oder zur Einführung von Zwangs-Teilzeit-

Arbeitsverhältnissen.

Die Unzulänglichkeit der Pauschalierungsregelung

wird zudem bei eingruppigen

Einrichtungen des Gruppentyps III deutlich,

die nach der Betriebserlaubnis zwei

Fachkräfte einstellen müssten, aber im

Rahmen der Pauschalförderung nur Anteile

für eine Fach- und eine Ergänzungskraft

erhalten. Gleiches gilt für Waldkindergärten,

die nach den Betriebserlaubnissen

bei 20 Kindern drei Mitarbeiterinnen oder

bei 15 Kindern zwei Fachkräfte einsetzen

müssen, aber nach den Regelungen des

KiBiz nur Kindpauschalen erhalten, die

davon ausgehen, dass 25 Kinder und zwei

Mitarbeiter/-innen tätig sind.

Die Pauschalen sind auch dann nicht aus-

Anmerkungen

(1) Rechtsgutachten über die institutionelle

Förderung von Kindertageseinrichtungen

freier Träger nach dem Kinderbildungsgesetz

(KiBiz), Stuttgart, 10.4.2008. Bezugshinweis

auf der Internetseite: http://www.waldorfkindergarten-nrw.de

oder direkt: Vereinigung der Waldorfkindergärten,

Telefon: 0231 9761570, EMail: inter.

waldorf.nrw.@t-online.de

(Preis 7,50 € plus Versandkostenanteil)

(2) Die Bezeichnung Kinderbildungsgesetz

weist darauf hin, dass der im Elementarbereich

untrennbare Arbeitsauftrag von

Erziehung, Bildung und Betreuung einerseits

26 kinderleicht 1/09

kömmlich, wenn in der Einrichtung „überdurchschnittlich“

ältere und langjährig

tätige Mitarbeiterinnen vergütet werden

müssen, zumal dazu der in der Pauschale

unterstellte Durchschnittswert nicht ausreichend

ist.

Konsequenz:

Solche und andere vergleichbare Abweichungen

von den bei den Pauschalen unterstellten

Grundannahmen sind als „atypische

Fälle“ anzusehen und begründen

einen Anspruch auf Förderung über die

Mindestförderung gegenüber dem zuständigen

Jugendamt.

3. Gemeindefremde Kinder

Zwar ist im KiBiz die Regelung enthalten,

dass nur Kinder gefördert werden, die

ihren regelmäßigen Wohnsitz in Nord-

aufgeteilt und, anders als im Bundesrecht,

nicht zutreffender Weise umfassend als „Förderung“

bezeichnet wird und den Eindruck

erweckt, als sei „Bildung“ machbar.

(3) Da das Widerspruchsverfahren, mit dem

zunächst ein Widerspruch gegen einen Bescheid

eingelegt werden konnte, gerade jetzt

durch das Bürokratieabbaugesetz abgeschafft

wurde, muss gegen einen Bescheid jetzt

innerhalb eines Monats Klage bei dem zuständigen

Verwaltungsgericht eingelegt werden.

(4) Eine Übersicht über anhängige Klagen ist

auf folgende Internetseite zu finden: www.

klagen-gegen-kibiz.de

rhein-Westfalen haben. Jedoch hat diese

Regelung vor allem in den Grenzregionen

zu anderen Bundesländern oder zu den

Niederlanden und Belgien zu erheblichen

Problemen für Eltern geführt die z.B. in

der Nähe zu einer Tageseinrichtung in

NRW wohnen oder als Pendler ihre Kinder

in einer Einrichtung in NRW gefördert

wussten.

Die Landesregierung hat durch einen Erlass

das Gesetz geändert und zugesichert,

dass Kinder von „Deutschen“, die ihren

Wohnsitz in den Niederlanden oder Belgien

haben, nun doch in NRW gefördert

werden können. Die Regelung ist aber

dennoch als „europa- und nachbarschaftsunfreundlich“

anzusehen, aber auch nach

geltendem Recht örtlich nicht begründbar.

Da die Förderung von Kindern im Rahmen

der Jugendhilfeplanung nicht in Bezug

auf einzelne Kinder, sondern für die Plätze

im Rahmen des Bedarfs erfolgt, für die der

Träger eine Förderung erhält, können „gemeindefremde

oder landesfremde Kinder“

vom Jugendamt nicht ausgegrenzt werden.

Entsprechend dieser Einsicht haben

viele Jugendämter auch die entsprechenden

Kosten für diese Kinder übernommen

und drängen das Land zu einer Änderung

seiner Praxis und des Gesetzes.

Konsequenz:

Eltern und Träger müssten sich gegen

diese Regelung wenden und sie vor allem

auch politisch als „europaunfreundliche

Politik der Landregierung NRW“ kenntlich

machen.

Weitere Aspekte

Neben den genannten zentralen Aspekten

wurden im Zusammenhang mit der Erar-

(5) In einer zum Rechtsgutachten ergänzend

erfolgten Veröffentlichung „Fragestellungen-

Antworten“ werden 20 Fragestellungen

bearbeitet, die Grundlage für die Erstellung

des Rechtsgutachtens waren. Diese Veröffentlichung

steht zum Download auf der Materialienseite

www.waldorfkindergarten-nrw.de/

aktuell/daskibizaufseinemweg/

materialiensammlung/weitererechtsquellen.

php mit der Ziffer 081026 zur Verfügung.

(6) Aktenzeichen 5 C 66.03


eitung auch noch weitere Einzelfragen

bearbeitet, die für die Praxis auch von

Bedeutung sind. In NRW ist durch eine

Vereinbarung zwischen dem Finanz- und

Jugendministerium mit den kommunalen

Spitzenverbänden verabredet worden,

dass im November 2008 alle Tageseinrichtungen

durch die Jugendämter aufgefordert

werden sollen, die Anwesenheit der

Kinder zu erfassen. Damit soll eine Grundlage

für die zukünftige Bedarfsplanung

geschaffen werden.

Es stellt sich die Frage: Müssen Tageseinrichtungen

entsprechende Nachweise erbringen?

Es ist aufgrund der Regelungen des

Kinderbildungsgesetzes deutlich und

durch das Rechtsgutachten ausdrücklich

bestätigt, dass es für ein solches

Vorgehen eines Jugendamtes gegenüber

einem Träger keine Rechtsgrundlage

gibt!

Nach dem KiBiz (§ 19.1) ist der Betreuungsvertrag

die Grundlage für die Finanzierung.

Diese mit den Eltern getroffene

Vereinbarung ist als Ausdruck des Bedarfs

anzusehen, der auch durchaus schwanken

kann.

Zudem handelt es sich bei Pauschalen um

echte Pauschalen, die für die Zwecke im

Sinne des Kinderbildungsgesetzes einzusetzen

oder in einer Rücklage zuzuführen

sind.

„Eine Nachweisverpfl ichtung beschränkt

sich daher auf die Prüfung der zweckentsprechenden

Verwendung, jedoch nicht

auf den Nachweis über die Höhe der Kosten

im Einzelfall. Ein Überprüfungsrecht

des örtlichen Trägers in Bezug darauf, ob

die tatsächliche regelmäßige Nutzung

100 Tage Kinderbildungsgesetz

NRW

Dazu einige kritische Stimmen von Kindergartenleiter/-innen, Mitarbeitern des Jugendamts

Aachen und Erzieher/-innen – gefunden in den „Aachener Nachrichten“

vom 7.11.2008, Seite 13:

„ Für Kibiz kriegt (Minister) Laschet nur schlechte Noten – die Stadt zahlt drauf,

Erzieherinnen sind verunsichert, Träger bangen um Zuschüsse, die pädagogische

Arbeit leidet.“

„ Das Positive an Kibiz – „unauffi ndbar.“

„ Es gibt nichts Gutes, was nicht auch schon unter dem alten GTK-Gesetz da war.“

„ Seit Kibiz ist Berufserfahrung kein Qualitätsfaktor, sondern ein Kostenfaktor.“

„ (Den Eltern) sei ohnehin eine Flexibilität vorgegaukelt worden, die Kibiz eigentlich

nicht erfülle.“

„ Das Land habe gute Ziele formuliert – „aber wer es ernst nimmt, benötige mehr

Geld.“

„ Existenzbedrohend. Wer die Qualität verbessern wolle, müsse das Budget anheben,

bringt es R. auf den Punkt. Insgesamt lässt sich die Stadt in diesem Jahr

ihre knapp 7300 Kita-Plätze rund 48 Millionen Euro kosten, nur gut 16 Millionen

Euro steuert das Land bei, 4,3 Millionen Euro müssen die Eltern aus der eigenen

Tasche aufbringen. Vor allem freie Träger und kleinere Einrichtungen seien

durch Kibiz in ihrer Existenz bedroht.“

„ Sie habe noch keine Einrichtung kennengelernt, die jetzt besser

dastehe.“

„ Die Randbedingungen sind schlechter geworden.“ Kibiz ist und bleibt für [...]

einfach nur ein schlecht durchdachtes und schlecht gemachtes Gesetz.

„Aus meiner Sicht waren die Proteste gegen Kibiz völlig berechtigt.“

„ Es sollte doch eigentlich das Meisterstück des CDU-Familienministers Laschet

(aus Aachen) werden ...“

von dem vereinbarten Betreuungszeitraum

abweicht, besteht nicht.“ (siehe Anmerkung

5)

Schlussbemerkung:

Recht ändert sich nur, wenn Menschen

sich für „Recht“ einsetzen und z.B. unzulängliche

Regelungen infrage stellen. Dies

sollte in Bezug auf die qualitativ und fi -

nanziell unzulänglichen Regelungen des

KiBiz erfolgen. Es sollte und muss sogar

auch rechtlich durch Klagen infrage gestellt

werden, da die Landesregierung,

trotz entsprechender Hinweise auf Widersprüchlichkeiten

zum Bundesrecht, diesen

nicht gefolgt ist. Da das Bundesverwaltungsgericht

in seiner Entscheidung vom

25.11.2004 (6 wichtige Maßstäbe für eine

Landesausführungsregelung gesetzt hat

und auch anderer Verwaltungsgerichte

dem Recht von Kindern und Trägern Vorrang

eingeräumt haben, ist zu hoffen,

dass auch die Rechtsprechung in NRW das

KiBiz „novelliert“. n

Kontakt

Gerhard Stranz, Geschäftsführer der Vereinigung

der Waldorfkindergärten e.V., Region

Nordrhein-Westfalen

Mergelteichstraße 59

44225 Dortmund

Telefon: 0231 9761570

E-Mail: info@waldorfkindergarten-nrw.de

Internet: www.walorfkindergarten-nrw.de

kinderleicht 1/09

Recht

27


Erziehungspartnerschaft

Der „Musikalische Kindergarten“ –

Frühkindliche Musikerziehung stärkt die

Entwicklung des Kindes

Ein musikalisches Projekt initiiert vom Institut für

elementare Musikerziehung in Mainz

Es ist Donnerstagmorgen, kurz vor neun Uhr: Sarah, Sheima und

Tim begrüßen mich auf dem Gang in der Kita mit unserem Begrüßungslied

„Hallo, ist das schön“ und winken mir freudig zu.

Dieses Begrüßungslied ist das musikalische Ritual, mit dem ich seit

einem halben Jahr die Kinder in den wöchentlichen Musikstunden

begrüße.

Das Projekt „Der musikalische Kindergarten“

wurde vom Institut

für elementare Musikerziehung

in Mainz 2006 begonnen. Das Ziel sollte

eine intensivere Musikalisierung von allen

Kindern in einer Kita sein, jedes Kind

sollte die Möglichkeit einer wöchentlichen

Musikstunde bekommen. Diese Musikstunde

wird von einer qualifi zierten

Musiklehrkraft (Musikpädagogin oder

Musikpädagoge) geleitet. Die Kinder kommen

gruppenweise eingeteilt nach Alter

in den Bewegungsraum der Kita und musizieren,

singen, tanzen und spielen auf

kindgerechten Instrumenten. An diesen

Musikstunden nimmt mindestens eine

28 kinderleicht 1/09

Erzieherin aus dem Kindergarten teil, somit

können die musikalischen Ideen auch

während der Woche weiter getragen werden.

Heute begleiten die Kinder das Lied „Tra-rira“

zunächst auf den beiden Klangbausteinen

„d“ und „a“. Die Kinder sitzen im Kreis

und begleiten sich mit einem leichten Patschen

auf die Oberschenkel (Patschen im

Grundschlag). Ein Kind nimmt die Schlägel

in die Hand und spielt auf den Klangbausteinen

dazu, alle Kinder und die Erwachsenen

singen das Lied. Florian wünscht

sich heute eine Strophe „Wir schleichen in

den Garten“ und schon beginnt das Sin-

von

Angelika Jekic

gen von Vorne – diesmal in einer leisen

Version. Am Ende des Liedes spielt jedes

Kind nach Gehör das Anfangsmotiv des

Liedes nach, die Lehrkraft unterstützt das

Motiv mit den Silben aus der Solmisation.

Auditive Sensibilisierung oder intensives

Zuhören, mitsingen, ein Lied immer wieder

hören und Motive schließlich übernehmen,

sind einige musikalische Ziele in den

musikalischen Stundenbildern. Die Kinder

erfahren angepasst an das jeweilige Alter

musikalische Lernschritte und sind nach

einiger Zeit in der Lage musikalische Motive,

Lieder, Tänze und leichte Instrumentalbegleitungen

als selbstverständlich im

Kindergartenalltag umzusetzen.

Ein wesentlicher Bestandteil im Projekt

sind die „offenen Eltern-Singstunden“. Zu

einer festgesetzten Zeit (am Besten hat

sich die Abholzeit bewährt) werden die

Eltern zum Mitsingen und Mittanzen eingeladen.

Somit erfahren die Eltern aktiv

die Musikideen und können das erlebte

Musizieren mit nach Hause nehmen. Für

viele Eltern stellt diese musikalische Einheit

nach langer Zeit wieder einen ersten

Zugang zur Musik dar. Keine Vorkennt-


nisse sind notwendig, kein Instrument

muss beherrscht werden. Die Freude am

gemeinsamen Tun, am musikalischen Miteinander

mit Instrument und das eigene

Kind mit Spaß musizieren sehen, wirkt

motivierend und stellt außerdem einen

sozialen Kontakt zwischen Elternhaus und

Kindergarten dar.

Inzwischen betreut das Institut für elementare

Musikerziehung sechs Kindergärten

im Raum Mainz und damit ca. 500 Kinder.

Weitere Kitas in Nordrhein-Westfalen,

Hessen und Bayern folgen demnächst

diesem Modell. Die Anschubfinanzierung

für das Honorar der externen Fachkraft im

ersten Jahr haben bisher örtliche und regionale

Stiftungen, Förderkreise der Kitas,

Gemeinden und Städte übernommen. Da

das gesamte Erzieherteam in das Projekt

eingebunden wird, an den wöchentlichen

Unterrichtsstunden teilnehmen kann

und sollte und zusätzlich vom Institut

Fachberatung und Fortbildungsangebote

erhält, stellt die Projektidee „Der musikalische

Kindergarten“ nach einem Jahr

ein Selbstläuferprojekt dar. Verankert in

den Orientierungsplänen der Kitas sind

Musikeinheiten in allen Bundesländern,

mit dem Know-how aus der elementaren

Musikpädagogik werden alle Bereiche aus

den Bildungsplänen abgedeckt.

Auf den Fortbildungen „Musikkindergarten“,

die das Institut für elementare Musikerziehung

anbietet, wird musikalisches

Basiswissen den Erzieherinnen vermittelt.

Musikalische Stundenbilder und der Einsatz

von kindgerechten Instrumenten

sind weitere Seminarinhalte.

Auch gilt es, den Unterschied im Musizieren

zwischen den Zweijährigen und den

Vorschulkindern zu erlernen. Das Seminar

bietet eine Fülle von Praxisideen, die

sofort im Kindergartenalltag eingesetzt

werden können. Die langjährig erfahrene

Referentin und Musikpädagogin und Autorin

Frau Angelika Jekic bietet sowohl

Fortbildungen über das Institut für elementare

Musikerziehung als auch auf Anfrage

musikalische Inhouseschulungen

in den Kitas an. In diesen Fortbildungen

können Themenwünsche und Zeiteinheiten

individuell berücksichtigt werden.

Tim malt gerne. In jede Musikstunde

bringt er ein Bild mit. Kreativität fördern

und nach Musik malen, heißt ein Bildungspunkt.

Kinder erfahren Musik über Bewegung

im eigenen Körper. Durch das Erspüren

eines durchgängigen Grundschlages

in der Musik und durch den emotionalen

Eindruck von Ton, Klang oder Geräusch

kann das Kind nach einer Weile Musik wiedererkennen

und auch mit dem Körper

(Tanz) oder Hand (Malen) darstellen. In

den Unterrichtsstunden wird besonderen

Wert auf einfache Lieder, auf unterschiedliche

Tonalitäten, auf internationales

Liedgut und auf den Einsatz besonders

hochwertiger CD-Aufnahmen Wert gelegt.

Auch der Einsatz von kindgerechtem Instrumentarium

wird in jeder Musikstunde

gefördert. Wichtig dabei ist, Tutti-Instrumente

einzusetzen, d.h. jedes Kind spielt

mit dem gleichen Instrument. Alle spielen

mit den Klanghölzern oder alle Kinder

setzen die Glöckchen ein. Damit wird eine

gemeinsame Motorik geschult und mit

vielen unterschiedlichen Bewegungen

können alle Kinder mitmusizieren. Fähigkeiten

unterstütztes Lernen anstatt Fertigkeiten

schulen.

Das Lieblingslied von Hakan ist ein Instrumentenlied:

In diesem Lied wird besungen,

was Klanghölzer alles können.

Hakan strahlt, erfindet immer wieder neue

Bewegungen und ist begeistert bei der

Sache. Und am Donnerstagvormittag

beim offenen Singen singt auch Hakans

Erziehungspartnerschaft

Vater mit: „Dieses Lied kenne ich von

Hakan!“ – spricht den Satz aus, greift nach

den Klanghölzern und schon musizieren

zwei Generationen gemeinsam.

Im November 2008 wurde in einer Feierstunde

die wissenschaftliche Betreuung

der Pilotphase „Musikalischer Kindergarten“

abgeschlossen. Sieben Wissenschaftler

aus den verschiedensten Fachbereichen

(Logopädie, Heilpädagogik, Tanzpädagogik,

Musikkinesiologie, Kinderärztin,

Musikpädagogin und Entwicklungspsychologe)

werteten die Musikstunden aus

und evaluierten ihre Beobachtungen. Ein

Mediziner trug die Ergebnisse zusammen.

In der Abschlusspräsentation wurde wiederholt

auf die Steigerung der Sozialkompetenz

der Kinder während der Projektzeit

hingewiesen, auf eine bessere Konzentration

in den Musikstunden, auf ein intensiveres

Hin- und Zuhören, auf eine Verbesserung

der Motorik und auf die Freude in

den Gesichtern der Kinder während der

Musikstunden.

Zusammenfassend kann die Aussage getroffen

werden, Musik unterstützt die Entwicklung

des Kindes in der Kita. Die Vision

vom täglichen Musizieren mithilfe einer

Fachkraft, des Erzieherteams und den Eltern

kann Wirklichkeit werden. n

Autorin

Angelika Jekic ist Musikpädagogin, Referentin

und Autorin der Publikation „Musikkindergarten“.

Ihre musikalische Schwerpunktarbeit

liegt in der Fortbildung mit Erzieherinnen.

Kontakt/Informationen

E-Mail: Angelika.Jekic@web.de

Homepage des Institutes: www.ifem.info

kinderleicht 1/09

29


Medien

Elke Gulden, Bettina Scheer

Musik, Rhythmus & Klang

Don Bosco

München 2008

ISBN: 978-3-7698-1702-7

Die Autorinnen zeigen in diesem

Grundlagenbuch, wie Erzieherinnen

die Musik zur Förderung der persönlichen,

sozialen und kognitiven Entwicklung

einsetzen können.

Der umfangreiche Praxisteil bietet

Experimente mit Stimme, Instrumenten,

Noten, Rhythmus und Bewegung.

Die beiliegende CD unterstützt

mit 16 Instrumentalstücken für Tänze

und Bewegungsspiele sowie 19

Hörbeispielen.

Frederik Vahle

Hupp Tsching Pau. Das Bewegungsliederbuch

Beltz

Weinheim und Basel 2008

ISBN: 978-3-407-22910-6

Kleine Kinder brauchen Bewegung.

Der bekannte Liedermacher Frederik

Vahle gibt eine Fülle von Anregungen

und Bewegungsideen, die man ohne

große Vorbereitung mit Kindern umsetzen

kann und die allen, ob Groß

oder Klein, viel Spaß machen.

30 kinderleicht 1/09

Heidi Schroeder

Musisches Themenbuch. Sinnlichästhetische

Bildung für Kinder von

3–8 Jahren

ALS-Verlag

Dietzenbach 2008

ISBN: 978-3-89135-150-5

Vielfältige Anregungen rund um

die Themen Musik, Kreativität und

Sprache laden dazu ein, die Welt der

Klänge, Farben und Wörter näher

kennenzulernen. Auf 312 Seiten vereinen

sich ganzheitliche Projektideen

mit Tanz, Rhythmik, Bewegung und

künstlerischem Gestalten.

Johnny Lamprecht

Trommelzauber. Kinder lernen

trommeln und erleben Afrika mit

Liedern, Rhythmen, Tänzen, Geschichten

und Spielen

Ökotopia Verlag

Münster 2006

ISBN: 978-3-936286-86-8

Erstmals stellt Johnny Lamprecht

als Begründer von „Trommelzauber“

sein Konzept ausführlich vor! Mit

einer spielerisch-kreativen Herangehensweise

bringt er Kindern zwischen

4 und 12 Jahren die Faszination des

Trommelns nahe und führt sie gleichzeitig

in die afrikanische Kultur ein.

Die Doppel-CD zum Buch:

Johnny Lamprecht

Trommelzauber

Ökotopia Verlag

Münster 2006

ISBN: 3-936286-87-6

Sybille Günther

Ritterburg & Königsschloss. Kinder

spielen Ritter, Knappe, Burgfräulein,

Prinz und Prinzessin

Ökotopia Verlag

Münster 2008

ISBN: 978-3-86702-046-6

So lebendig kann Geschichte sein:

Kinder entdecken das Leben und Treiben

auf Burgen und Schlössern. Die

vielen Aktivitäten zum Spielen, Bauen,

Dekorieren, Malen, Singen, Tanzen,

Verkleiden und Kochen lassen

Mittelalter und Renaissance mit allen

Sinnen lebendig werden.

Die gleichnamige CD zum Buch:

Hartmut E. Höfele

Ritterburg & Königsschloss. Barocke

und mittelalterliche Lieder

und Geschichten (nicht nur) für

Kinderohren

Ökotopia Verlag

Münster 2008

ISBN: 978-3-86702-046-6

Antje Suhr

Sätze rollen – Wörter fliegen.

Bewegte Sprachförderung in Kita

und Grundschule

Don Bosco

München 2008

ISBN: 978-3-7698-1704-1

Bewegung ist eine der elementarsten

Ausdrucksformen der Kinder und ist

bestens geeignet, Lernprozesse anzustoßen,

gerade auch im Hinblick auf

die Sprachentwicklung. Antje Suhr

zeigt, wie bewegte Sprachförderung

gelingt und wie sie ganz einfach in

den Alltag integriert werden kann.


Impressum Vorschau

Verlag und Herausgeber

Bergmoser + Höller

Verlag AG

Karl-Friedrich-Str. 76

52072 Aachen

DEUTSCHLAND

T 0241-93888-123

F 0241-93888-188

E kontakt@buhv.de

www.buhv.de

Redaktion

Claudia Kuckelkorn und Albert Horbach

Anschrift:

Redaktion „kinderleicht“,

Claudia Kuckelkorn,

Noppenberger Str. 111

52134 Herzogenrath

T/F 02406 969815

E c.kuckelkorn@t-online.de

Lektorat

Nicole Tauscher

Bergmoser + Höller Verlag AG

Titelfoto

Heidi Velten, Agentur Kunterbunt

Anzeigen

Petra Wahlen

T 0241-93888-117

Satz und Gestaltung

Designbüro Dijkhuis & Hüttenmeister,

Eschweiler

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www.dbdh.de

Druck

Erscheinungsweise

6 x pro Jahr

Bezugspreis pro Jahr

39,– € unverb. Preisempf. inkl. MwSt. zzgl.

4,50 € Versandpauschale (innerhalb Deutschlands)

Kombiangebot

Für Bezieher der „Bausteine Kindergarten“

ermäßigt sich das Jahresabonnement auf

36,– € unverb. Preisempf. inkl. MwSt. zzgl.

4,50 € Versandpauschale (innerhalb Deutschlands).

ISSN 0939-781

2/09

Projektpartner Kita

Vernetzte kindliche Entwicklung und Entwicklung von Vernetzungen

Erziehungsberatung in der Kita?

Sprachförderung im Kindergarten

Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien

Kinderschutz und Datenschutz

Die transaktionsanalytische Elternschule

In eigener Sache

Wichtiger Hinweis

Beiträge für kommende Ausgaben

bitte senden an:

Redaktion „kinderleicht

c.kuckelkorn@t-online.de!

Claudia Kuckelkorn

Noppenberger Str. 111

52134 Herzogenrath

T/F 02406 969815

E

In den vergangenen Jahren konnten wir unsere Preise trotz stetig steigender

Papierpreise und trotz Lohnerhöhungen stabil halten. In diesem Jahr sind wir

gezwungen, die Preise anzupassen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Der Verlag

Ihre Erfahrungen bereichern alle Leserinnen und

Leser. Schreiben Sie uns zu folgenden Themen:

Berichte über Feste und Projekte sowie Elternabende

Lieder, die bei Kindern gut ankommen

Bastelanregungen

neuere Rätsel, Fingerspiele, Gedichte

besinnliche Prosa für Erzieherinnen und Erzieher

Lernspiele

Tipps und Tricks, die Sie weitergeben möchten

Beiträge zur Personal- und Organisationsentwicklung (Qualitätsmanagement,

Teamentwicklung, konzeptionelles Arbeiten,

Bildungsauftrag etc.)

Die veröffentlichten Beiträge tragen Ihren Namen und werden

auch honoriert.

(Deshalb Namen, Adresse und Bankverbindung nicht vergessen!)

Sie müssen uns allerdings gestatten, Ihren Artikel – wenn notwendig

– zu redigieren, d.h. sprachlich zu glätten oder zu kürzen.

Schreiben Sie bitte an die Redaktion „kinderleicht

(siehe Impressum links).

kinderleicht 1/09

31


BAUSTEINE KINDERGARTEN UND MEHR

K I N D E R G A RT E N

ERFAHRUNGSWELTEN SCHAFFEN

Jede Ausgabe bietet Ihnen

Anregungen, die Ihre eigene

Kreativität im Basteln, Sin-

gen, Tanzen, Geschichten-Erzählen

oder Spiele-Erfinden

ergänzen.

Die Angebote sind auf die Inhalte

der neuen Bildungspläne

abgestimmt und leiten

zum selbstständigen Lernen

an.

Die Rubrik „Moment mal!“

enthält weitere Materialien

für kleinere Aktionen im Kindergartenalltag.

Bergmoser + Höller

Verlag AG

Die Begleit-CD enthält spritzig arrangierte Lieder und Texte

und lädt zum Mitmachen ein. Die Playbacks erleichtern den

Kindern das Einüben der Lieder.

ABONNEMENT (4 Ausgaben pro Jahr)

● Bildungspläne konkret umgesetzt

● praxiserprobt und direkt einsetzbar

● mit Begleitmedien (Lernspiele, Audio-CD)

Heft, DIN A4, perforiert, 52 Seiten, teils mit Poster bzw. Spielplan,

inkl. Audio-CD

Art.-Nr. A61-18 Preis: 60,– € unverb. Preisempf. inkl. MwSt.

zzgl. 3,– € Versandpauschale

SPRACHFÖRDERUNG

Die Materialien helfen Erzieherinnen,

Sprachtherapeuten und Eltern, Sprachentwicklungsstände

festzustellen und

individuell zu begegnen.

Vielfältige Ideen schulen ganzheitlich

und kindgemäß die Sprachbereiche:

Wortschatz, Hörverstehen, Grammatik,

Laute und Silben, Literatur.

BILDUNGSPLÄNE

konkret umgesetzt !

für Kinder

unter Jahren

Maggie Jung 2009

30. JAHRGANG

ABONNEMENT (2 Ausgaben pro Jahr)

Heft, DIN A4, perforiert, 32 Seiten, teils mit Poster bzw. Spielplan

Art.-Nr. A 64-10 Preis: 19,90 € unverb. Preisempf. inkl. MwSt.

zzgl. 1,50 € Versandpauschale

HEFT 1 2009 Wilder Westen

Komm, hol’ dein Lasso raus!

1

jetzt mit

33

ab jetzt: Angebote

12405

mitt

Audio-CD CD

jetzt mit

Audio-CD

© 2008 Bergmoser + Höller Verlag AG. AlleUrheber-undLeistungsschutzrechtevorbehalten. KeinVerleih!KeineunerlaubteVervielfältigung,Vermietung,Aufführung,Sendung!

Wilder Westen

aufgenommen und produziert

im Tonstudio Dreamland

www.dreamlandmusic.de

Bergmoser + Höller VerlagAG · Karl-Friedrich-Straße76 ·52072Aachen·DEUTSCHLAND

2009

30. JAHRGANG

(siehe (siehe letzte letzte Innenseite)

Innenseite)

Spannendes und Faszinierendes aus dem Wilden Westen

11

lfä

f ltigung, e

Exklusiv Exklusiv für für Abonnenten Abonnenten

von von „Bausteine „Bausteine Kindergarten“

Kindergarten“

und und „kinderleicht!?“.

kinderleicht!?“.

Bergmoser + Höller Verlag AG • Karl-Friedrich-Str. 76 • 52072 Aachen • DEUTSCHLAND

Gültig bis 31.12.2009

T 0241-93888-123 • F 0241-93888-188 • E kontakt@buhv.de • www.buhv.de

Direkt bestellen: Versandbuchhandlung Bergmoser + Höller • Postfach 50 04 04 • 52088 Aachen • DEUTSCHLAND

Alle genannten Preise für Zeitschriften-Abonnements mit den dazugehörigen Versandpauschalen gelten für ein Bezugsjahr.

Die Versandkosten für

T 0241-93888-123

Lieferungen ins Ausland

• F 0241-93888-188

können Sie auf Anfrage

• Bitte beachten

erfahren.

Sie den separaten Bestellschein

Gültigkeit bis 31.12.2005

HEFT 2 2008 2. Jahrgang

Bergmoser + Höller

Verlag AG

Martina Fritzenkötter

3

Wenn die Quaaak mit der Muuuh den Blubbb besucht ...

Tiere als Sprachförderungsthema

RELIGIÖSE ERZIEHUNG

Eine Arbeitshilfe, um Glaubensgrundlagen

kindgerecht zu vermitteln. Zu jedem

Thema erhalten Sie Bibelgeschichten,

Gebete, Bilder, Meditationen, Texte, Spiele,

Rätsel und Bastel- bzw. Gestaltungsanregungen.

Bergmoser + Höller

Verlag AG

ABONNEMENT

(2 Ausgaben pro Jahr)

Heft, DIN A4, perforiert, 32 Seiten, teils mit Poster bzw. Spielplan

Art.-Nr. A 64-20 Preis: 19,90 € unverb. Preisempf. inkl. MwSt.

zzgl. 1,50 € Versandpauschale

ZAHLEN MENGEN FORMEN

Die Sonderreihe zur mathematischen

Frühförderung möchte Neugier und

Interesse an der Thematik wecken und

zeigen, dass der Umgang mit Zahlen für

jedes Kind verständlich sein kann.

ABONNEMENT

Günther Heil

(2 Ausgaben pro Jahr)

Bergmoser + Höller

Verlag AG

Heft, DIN A4, perforiert, 32 Seiten, teils mit Poster bzw. Spielplan

Art.-Nr. A64-30 Preis: 19,90 € unverb. Preisempf. inkl. MwSt.

zzgl. 1,50 € Versandpauschale

ENGLISCH

Englisch als Begegnungssprache hat in

vielen Kindergärten Einzug erhalten. Die

Sonderhefte der Reihe „Bausteine Kindergarten“

zu diesem Themenbereich

beabsichtigen eine Sensibilisierung für

die englische Sprache auf spielerische

Art und Weise.

ABONNEMENT (2 Ausgaben pro Jahr)

Heft, DIN A4, perforiert, 32 Seiten, inkl. CD (Ton- und Bildmaterial),

teils mit Poster bzw. Spielplan

Art.-Nr. A64-40 Preis: 30,– € unverb. Preisempf. inkl. MwSt.

zzgl. 1,50 € Versandpauschale

HEFT 1 2008 1. Jahrgang

HEFT 2 2008 2. Jahrgang

HEFT 1 2008 1. Jahrgang

Heiliger Martin, guter Mann

3

Christine Christine Willers-Vellguth

Tief in mir, tief bei dir – Mit Kindern beten

Die Zahlenstraße von 0 bis 4

1

Günther Heil

Im Land der Zahlenzwerge –

It’s Story Time!

Bergmoser + Höller

Verlag AG

All about Colours ©

1

Susanne Tiarks

Susanne Tiarks

1

12405

It’s Story Time!

aufgenommen und produziert

im Tonstudio Dreamland

www.dreamlandmusic.de

2008 Bergmoser + Höller Verlag AG. Alle Urheber- und Leistungsschutzrechte vorbehalten. Kein Verleih! Keine unerlaubte Vervielfältigung, Vermietung, Aufführung, Sendung!

Bergmoser + Höller VerlagAG · Karl-Friedrich-Straße76 ·52072Aachen·DEUTSCHLAND

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