Das Magazin des Wiener Burgtheaters

burgtheater.at

Das Magazin des Wiener Burgtheaters

November/Dezember/Jänner 2004/2005 Nr.27

Das Magazin des Wiener Burgtheaters

vorspiel

Philipp Hochmair

Erstes Wiener Heimorgelorchester

„Nein, ich werde dich nicht retten.

Niemand wird dich retten.“

„Untertagblues“ von Peter Handke


vorweg

Elfriede Jelinek –

Im Würgegriff der LiebhaberInnen

Zu Elfriede Jelinek muss man sich verhalten – Alfred

Nobel sei Dank. Konnte es vor dem 7. Oktober

noch angehen, die Autorin entweder zu ignorieren

– „Hab ich nie gelesen” – oder durch ein

paar denunziatorische Floskeln – „Nestbeschmutzerin”,

„Pornographin” – wie eine lästige

Fliege vom gesunden Volkskörper wegzuschnippen,

so zwingt der prestigereichste Literaturpreis

der Welt zu differenzierteren Stellungnahmen.

Und da fällt auf, wie viel Zustimmung Jelinek

plötzlich aus jenem Lager erfährt, das sie seit

Jahren erbittert bekämpft. Nationalratspräsident

Andreas Khol, – Motto: „Mit der Zither in der

Hand / kommst du durch das ganze Land” –

sonst eher auf Seiten des Gamsbartes und der

intakten Kernfamilie, hat sich ausgerechnet in die

stilisierte Vulgarität des „Sportstückes” verliebt

und wurde dadurch, wie er schreibt, „zum Jelinek-Fan”.

Staatssekretär Morak, der seinen

Stendhal gelesen hat, meint, dass die Künstlerin

„Österreich einen Spiegel vorhält, in den man vielleicht

nicht gerne blickt, der aber für unser gesellschaftliches

und politisches Leben unverzichtbar

geworden ist.” Geworden? Das heißt wohl, dass

Österreich diesen Spiegel früher nicht nötig hatte

und irgendetwas mit dem Gemeinwesen passiert

sein muss, das die Selbstbeschau so dringend

notwendig erscheinen lässt. Das Spiegel-Stadium

als Bildner der Ich-Funktion – das will uns der

Staatssekretär, der natürlich auch seinen Lacan

gelesen hat, mit seiner feinziselierten Stellungnahme

mitteilen.

Selbst der Bundeskanzler, im allgemeinen eher

wortkarg, leistet einen Beitrag zum Nobelpreis-

Rummel und stiftet seinen Ghostwriter zu lyrischen

Ergüssen an: „(Jelineks) Prosa fließt melodiös,

diese Musikalität folgt einer langen österreichischen

Tradition, die sie mit ihrer spezifischen

literarischen Kunst weiterschreibt. Ihre Texte

gleichen einem unendlichen Teppich, auf dem

der, der darauf schreitet, immer wieder neue Blüten

entdeckt.” Lasst tausend Blumen blühen auf

jenem Teppich, der das Haus Österreich dekoriert,

in dem Mozart-Wolferl, Strauss-Schani,

Krankl-Hansi, Pensionsharmonisierung und Nulldefizit

einträchtig logieren! Und der seliggesprochene

Kaiser gibt dazu aus dem Jenseits seinen

Segen. Identitätsstiftung, Baby!

Man sieht: Es hat sich etwas geändert im Umgang

mit Elfriede Jelinek. Die ehemals Ausgesperrte

wird unter Hollodrio und Fanfarenstößen

der Zillertaler Schürzenjäger zwangsweise

Liebe Elfriede Jelinek,

eingemeindet. Die „zutiefst frustrierte Frau” (Jörg

Haider) darf sich darüber freuen, heute zumindest

von ‚Austrokoffer’ Günther Nenning begehrt zu

werden: „Ich liebe sie, und weil sie sich mir verweigert,

liebe ich sie umso mehr.” Man sollte dem

ehemaligen Auhirschen allerdings mitteilen, dass

die Psychoanalyse diese Haltung als neurotische

Dysfunktion bezeichnet, charakterisiert durch die

zwanghafte Externalisierung sexueller Wünsche

und dominante Fetischisierung eines Gegenübers.

Während hierzulande also heftig daran gearbeitet

wird, aus der Autorin eine „Blume im Knopfloch

Österreichs“ (Jelinek) zu machen – Widerstand

zwecklos –, ist man in Teilen des deutschen

Feuilletons darüber verbittert, dass nicht ein

„welthaltiger“ Schriftsteller wie Philip Roth den

Nobelpreis erhalten hat, sondern eine „Heldin

des innerösterreichischen Widerstandes“ mit

„holzgeschnitztem Weltbild“ und „unerschütterlicher

Menschenfeindschaft“ (Die Zeit). Jelinek polarisiert

– diesseits wie jenseits der Grenzen. Und

die beiden Abwehrstrategien – Umarmung als

Würgegriff und wohlfeile Häme – sind nur die

Kehrseiten derselben Medaille: des Versuches

der Domestizierung einer Sprachurgewalt, die

weder in politideologische Zuschreibungssysteme

passen will noch in das betuliche Paradigma einer

Literaturkritik, die sich, nicht immer, aber immer

öfter, zur dienstfertigen Erfüllungsgehilfin von

Verlagsintereressen macht und der tendenziellen

Verkürzung der Aufmerksamkeitsspanne nachwachsender

Lesergenerationen Rechnung trägt.

Im Gegensatz nämlich zu jenen Autoren, vorwiegend

US-amerikanischer Provenienz, die den

deutschen Rezensenten runtergehen wie ein

Vodka Martini – geschüttelt, nicht gerührt – hat

sich Jelinek niemals die hundertmal kopierte Formensprache

und den Duktus massentauglicher

literarischer Werke – von Balzac etwa, Hemingway

oder Raymond Chandler – zum billigen Vorbild

genommen und für ihre eigenen Zwecke

ausgeweidet. Die Schriftstellerin beharrt eigensinnig

auf ihrem eigenen Tonfall, der durchaus an eine

„lange österreichische Tradition” anschließt.

Es ist allerdings nicht jene, die der Bundeskanzler

meint, sondern die der Sprachskepsis von

Mauthner, Hofmannsthal und Kraus. Das Projekt,

durch Sprachkritik Ideologien zu entlarven und so

auf eine Reinigung der Welt von Lüge und Dummheit

zu hoffen, mag idealistisch sein – es hat jedenfalls

unendlich viel mehr Dignität als das play it

safe jener Schriftsteller, die in den Sprachmasken

von Thomas Mießgang

Ich nähere mich dir mit Vorsicht, weil du gestikulierst. Aus dir wächst ja etwas

heraus, das Mutter Natur unmöglich in dieser Form so gemeint haben kann.

Bin ich hier? Ich glaube ja. In meinem Maul Beute.

(Emily in „Krankheit oder Moderne Frauen”)

des 19. Jahrhunderts Gegenwartsthemen abhandeln

oder besser gesagt: verschenken.

Feuilletonisten haben Elfriede Jelinek, nebst vielem

anderen, vorgeworfen, dass ihre Theatertexte

„unspielbar” seien, dass sie keine Figuren aus

Fleisch und Blut schaffe, dass es keine Peripetien

und Momente der letzten Spannung gäbe. Leer,

ach so leer seien ihre Dramen. Keine großen Gefühle,

keine Erfahrung, keine Poesie. Man reibt

sich die Augen, wenn man solchen Quatsch liest.

400 Jahre nach Shakespeare sollte die Zeit reif

dafür sein, zu erkennen, dass in der Zwischenzeit

das existentielle Paradigma durch ein paar Neuigkeiten

angereichert wurde, zum Beispiel das

Fernsehen. Jelineks Texte sind nicht vorstellbar

ohne jene medialen Environments, die sich wie

eine Käseglocke über die Gegenwartswelten stülpen

und parallele Universen schaffen, in denen

die Frage nach dem Subjekt völlig neu gestellt

werden muss. Statt wider besseres Wissen ein

Ich zu behaupten, lässt Elfriede Jelinek das Es

raunen und das Über-Ich choc-artig Interpunktionen

setzen. Aber, und das ist das Geniale an

ihren Romanen und Theaterstücken, die ausgebeinten

Sprachskelette und entkernten Worthülsen

werden nicht einfach nur ideologiekritisch

vorgeführt, sondern in der Montage, den harten

Schnitten, den Permutationen, den leitmotivischen

Wiederholungspatterns zum Tanzen gebracht.

Literatur als granulare Synthese, als

Sprachmusik, die in ihrer Textur die Qualität

eines späten Beethoven-Streichquartetts hat.

Elfriede Jelinek zu lesen ist kein Feierabendvergnügen,

sondern harte Arbeit. Aber das trifft

für Faulkner, Joyce, Blanchot genauso zu, ohne

dass über diese Autoren ein Kessel voller Hass

oder erdrückendem Wohlwollen gekippt würde.

Statt die Entfaltung eines einzigartigen Sprachtemperamentes

angemessen zu würdigen,

gewährt das offizielle Österreich der Schriftstellerin

genau jene sprachlichen Hohlformeln, aus

denen ihre Texte gewoben sind. Der Spiegel ist

aufgestellt. Doch die, die hineinblicken, nehmen

gar nicht wahr, dass sie zur Kenntlichkeit entstellt

wurden.

Thomas Mießgang, Studium der Germanistik und

Romanistik, Journalist bei Falter, Profil, Die Zeit und beim

ORF Hörfunk („Musicbox”, „Diagonal”). Seit 2000 Kurator

der Kunsthalle Wien. Aktuelle Ausstellung: „Africa

screams – Die Rückkehr des Bösen in Kino, Kunst und

Kult”. Zahlreiche Buchpublikationen. Zuletzt: „Buena

Vista Social Club – Porträt” (November 2004).

kein weiterer Glückwunsch, kein Zunahetreten der Unnahbaren, keine Störung und keine getarnte Vereinnahmung. Was zu sagen ist, tun

Sie mit Ihren Stücken auf unseren Bühnen und andernorts, und das wird fortgesetzt. Dazu bedarf es keiner Auszeichnung. Das ist harte

Arbeit, für Sie, für uns, immer wieder. Auch die Zuschauer kauen am harten Brot. Den „Blick in den Spiegel“, den Sie uns allen vorhalten,

verweigern besonders die, die ihn – Nobel sei Dank – neuerdings auch als Sprachbild im Munde führen, und sogar Ihre „Sprachmelodie“

wird von der Arroganz der Macht okkupiert. So enteignet man Dichtung. Darum muss der Stein bergaufwärts gerollt werden, immer,

immer wieder.

Schreiben Sie doch ein Stück über Alfred Nobel, den Erfinder des Dynamits, und die Folgen. Eines Tages wird man damit schon noch den

Erdball in die Luft jagen. Dann ist Ruhe.

Klaus Bachler


Ein Fest für Elfriede Jelinek am 10. Dezember im Burgtheater (s. S. 4); Vorstellungen von Das Werk am 10. Dezember, von Bambiland (mit ATTA ATTA)

am 7. und 8. Jänner; Elfriede Jelineks neue Übersetzung von Oscar Wildes Bunbury hat im Februar im Akademietheater Premiere, ihr neues Stück Babel

wird Nicolas Stemann im März im Akademietheater uraufführen.


vormerken!

„Peter Handke Ulla Unseld-Berkéwicz liest aus Don Juan (erzählt von ihm selbst)

Suchers Leidenschaften: Peter Handke



DON JUAN WAR SCHON

IMMER AUF DER SUCHE

NACH EINEM ZUHÖRER

GEWESEN. IN MIR HAT ER

DEN EINES SCHÖNEN

TAGES GEFUNDEN...

Als Dramatiker ist Handke mit seinem neuen

Stück UNTERTAGBLUES derzeit im Akademietheater

zu erleben. Anlass genug für zwei spezielle

Handke-Abende:

Im Kasino liest Ulla Unseld-Berkéwicz aus seinem

neuen Prosatext Don Juan (erzählt von

ihm selbst). In diesem Werk erzählt Handke

Umberto Eco Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana

„„UND WIE HEISSEN SIE?“ – „WARTEN

SIE, ICH HAB’S AUF DER ZUNGE.“

SO HATTE DAS GANZE ANGEFANGEN.

ICH WAR WIE AUS EINEM LANGEM

SCHLAF ERWACHT, ABER UM MICH

HERUM LAG ALLES NOCH IN EINEM

MILCHIGEN GRAU. ODER ICH WAR

GAR NICHT WACH, ICH TRÄUMTE...

Ein Mann ohne Gedächtnis, der auf der Suche

nach seiner in Nebeln versunkenen Vergangenheit

unter anderem skurrilen Comicshelden und Femmes

fatales begegnet: Eigentlich ein Stoff für ein

B-Picture, einen Film Noir, ein Dreigroschenheft,

möchte man meinen. Eco hingegen strebt in seinem

neuen, bisher persönlichsten, mit Illustrationen,

Liedtexten und literarischen Zitaten durchsetzten

Roman nichts weniger an als die „Autobiographie

meiner Generation“. Wie blickt man

AM 10. DEZEMBER WIRD IN STOCKHOLM

IM RAHMEN EINES KÖNIGLICHEN

BANKETTS OFFIZIELL DER NOBELPREIS

VERLIEHEN.

Wir nehmen diesen Tag zum Anlass, um im Akademietheater

Elfriede Jelineks „Werk“ zu spielen

und im Anschluss daran im Burgtheater ein Fest

für die Dichterin zu feiern. Freunde und Bekannte,

Burgschauspieler und Kollegen von Elfriede Jelinek

werden auf der Bühne ein Programm für die

Nobelpreisträgerin gestalten.

Friederike Mayröcker zum 80. Geburtstag

... SOGLEICH 1 SCHREIB BEBEN AN-

FÄNGT, ZITTERN / DER HAND, SO DUN-

KEL MEIN KOPF, MEINE GEDANKEN WIE

/ MEINE KNOCHEN ALT UND ERBIT-

TERT, BITTERLICH NÄMLICH / ICH DEN-

KE SPRACHE

Seit über sechs Jahrzehnten knüpft Friederike

Mayröcker in ihren Gedichten an einem magischen

Sprachteppich. Unermüdlich erprobt die

Lyrikerin die Übersetzbarkeit von Materie in Sprache,

wagt sich immer neu durch unerschlossene

Schichten – Gesehenes, Erlebtes, Erfundenes, im

Geiste Erlebtes und Geträumtes...

nichts weniger als „die endgültige und die einzig

wahre Geschichte Don Juans ... bewundernswert

romantisch und unzeitgemäß“ (Iris Radisch, Die Zeit).

Einführung: Dr. Thomas Sparr (Suhrkamp Verlag)

Im Kasino am 17. November, Beginn 20 Uhr

Im Kasino forscht C. Bernd Sucher in einer weiteren

Ausgabe von Suchers Leidenschaften

nach den Spuren des Dramatikers, Erzählers,

Lyrikers, Hörspiel-/Drehbuchautors und Übersetzers,

eines Künstlers, dessen Werk von Anfang

an die Kritik polarisierte und zugleich mit großen

Ehren wie dem Büchnerpreis, dem Großen

Österreichischen Staatspreis oder zuletzt dem

Unseld-Preis ausgezeichnet wurde. Unterstützt

wird Sucher dabei von Schauspielern, die aus

Handkes Werken lesen.

Im Kasino am 16. Dezember, Beginn 20 Uhr

zum Beispiel auf die Mussolini-Ära zurück, wenn

man wie Ecos Ich-Erzähler, ein leidenschaftlicher

Bücherliebhaber, feststellen muss: „Tatsächlich

war mein Kopf gar nicht leer, es wirbelten allerlei

Erinnerungen darin herum, die nicht meine

waren...?“ (Claus Philipp)

„Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana“,

Umberto Ecos neues, mit großer Spannung

erwartetes Buch, erschien Anfang Oktober in

deutscher Übersetzung.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Burgtheater, Der Standard

und Carl Hanser Verlag. Mit freundlicher Unterstützung des

Italienischen Kulturinstituts und Hotel Imperial.

Peter Matić liest aus der deutschen Übersetzung;

im Anschluss: Umberto Eco im

Gespräch mit Claus Philipp (Der Standard)

Im Burgtheater am 18. November, Beginn 20 Uhr

Elfriede Jelinek Ein Fest für Elfriede Jelinek am 10. Dezember im Burgtheater

Mit dabei sind u.a. Martin Schwab, Elfriede Gerstl,

Olga Neuwirth, die Modedesignerin Lisa D., Maria

Happel, Christoph Schlingensief, Elisabeth Augustin,

Libgart Schwarz, Nicolas Stemann u.v.a.

Besucher, die sowohl „Das Werk“ wie das anschließende

Fest besuchen möchten, können für

das Fest ein Kombiticket zum Sonderpreis von € 7

erwerben. Einzelpreis für das Fest € 15,- / 10,-

Im Kauf der Eintrittskarte inkludiert: Jeder Besucher

erhält Elfriede Jelineks Lieblingsgetränk gratis!

Im Burgtheater am 10. Dezember, Beginn 21 Uhr

An ihrem 80. Geburtstag liest die Dichterin aus

neuesten Werken gemeinsam mit Ulla Unseld-

Berkéwicz, Marcel Meyer, Durs Grünbein, Barbara

Köhler, Bodo Hell, Elfriede Gerstl, Wendelin

Schmidt-Dengler, Alfred Kolleritsch, Oswald

Egger, Klaus Reichert, Thomas Kling sowie den

Schauspielern Petra Morzé, Libgart Schwarz und

Peter Matić.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Burgtheaters, Literarisches

Quartier – Alte Schmiede Wien und Suhrkamp Verlag, in dem

auch „Friederike Mayröcker – Gesammelte Gedichte 1939 bis

2003“ anlässlich ihres Geburtstages erschienen ist.

Im Akademietheater am 20. Dezember,

Beginn 19 Uhr


vorweihnacht

„Auf dem Weg nach unten“

Ein Gespräch mit Biljana Srbljanovic´ über ihr neues Stück „God Save America“

Karl Roßmann muss einen Fehler gemacht haben. Bis eben noch hatte er einen

undefinierbaren Beruf in der Einkommensklasse des Präsidenten der Vereinigten

Staaten und war in ein zwar winziges aber ungemein exklusives Appartment am

East River gezogen. Aber plötzlich ist alles anders. Karl Roßmanns kometenhafter

Aufstieg findet ein abruptes Ende, die Blase ist geplatzt, im Maßstab der Biographie

des erfolgreichen europäischen Einwanderers wie im globalen. Es ist das

Ende des Jahres 2002 in New York. Die Rezession ist seit zwei Jahren in vollem

Gang, vor etwas über einem Jahr wurden zwei Flugzeuge in die Türme des World

Trade Center gesteuert. Plötzlich „freigesetzt“, wird Roßmann die neue Welt, die er

sich erobert hatte, fremder als je zuvor. Das neue Stück der jungen serbischen

Autorin Biljana Srbljanovic´ wird von Karin Beier im Akademietheater zur österreichischen

Erstaufführung gebracht. Wir drucken im Folgenden Auszüge aus

einem längeren Gespräch mit der Autorin:

vorspiel: Ihr Stück spielt um Weihnachten 2002 in New York. Sie haben zu dieser Zeit in

New York gelebt. Was waren damals Ihre stärksten Eindrücke?

Biljana Srbljanović: New York hatte zu dieser Zeit etwas Bizarres. Es war wenige Wochen,

bevor der Krieg gegen den Irak losging, und nur wenig mehr als ein Jahr nach den Anschlägen

der Al Kaida. Die normalen, „gewöhnlichen“ Amerikaner waren immer noch sehr getroffen,

verwirrt und voller Angst, und es gab nicht viele Stimmen gegen die politischen Vorbereitungen

dessen, was inzwischen ein langer Krieg gegen den Irak geworden ist.

Der Medienfeldzug war auf seinem Höhepunkt, die Furcht und das Bedürfnis nach Rache

mischten sich mit dem hysterischen Weihnachtstrubel, von dem Amerika wirtschaftlich so

stark abhängig ist. Aber selbst das Weihnachtsgeschäft brach ein, den Leuten stand der

Sinn nicht nach großen Ausgaben, weil sie nicht sicher waren, wie lange die Rezession

noch dauern würde und was vom morgigen Tag zu erwarten war. Ich habe Leute getroffen,

die plötzlich und ohne Vorwarnung ihren Job verloren hatten – the american way, sozusagen

– und sich nicht einmal beklagten, weil schließlich „das Land in Gefahr“ war.

Ich muss gestehen, dass die Atmosphäre mir bekannt vorkam; sie erinnerte mich in vielen

Aspekten an die Atmosphäre, die um Weihnachten 1999 in Belgrad herrschte, wenige

Wochen bevor die Bombardements begannen.

Biljana Srbljanović

wurde 1970 in Belgrad

geboren, studierte Dramaturgie-

und Theaterwissenschaft

an der

Akademie für dramatische

Kunst in Belgrad

und ist dort seit 1997 als

Lehrbeauftragte tätig.

1995 schrieb sie ihr erstes Stück BELGRADER

TRILOGIE, das 1997 in Belgrad uraufgeführt wurde

und auf der Bonner Biennale 1998 gastierte.

Ihr nächstes Stück FAMILIENGESCHICHTEN.

BELGRAD wurde 1998 auf dem Theaterfestival

von Novi Sad als bestes Stück ausgezeichnet

und markierte ihren internationalen Durchbruch.

Es folgten die Groteske DER STURZ – 2000

uraufgeführt in Budva/Montenegro – und SUPER-

MARKET – ein Auftragswerk der Schaubühne am

Lehniner Platz und der Wiener Festwochen, das

2001 in Wien von Thomas Ostermeier uraufgeführt

wurde. Insgesamt haben bereits mehr als

100 Inszenierungen ihrer Stücke auf internationalen

Bühnen stattgefunden. Während der Nato-

Luftangriffe auf Jugoslawien 1999 veröffentlichte

die Autorin Tagebuchaufzeichnungen – kritische

Situationsberichte und Essays –, die unter anderem

im SPIEGEL abgedruckt wurden. Sie erhielt

mehrere Preise, u.a. 1999 den Ernst-Toller-Preis.

Im Wintersemester 2002/03 war Srbljanović

Gastdozentin in New York. Hier entstand auch ihr

jüngstes Stück GOD SAVE AMERICA, das im

Herbst 2003 in Belgrad uraufgeführt wurde.

Biljana Srbljanović lebt in Belgrad und Paris.

Der Originaltitel Ihres Stücks ist „Amerika, zweiter Teil“, was zusammen mit dem Namen der

Hauptfigur Karl Roßmann einen deutlichen Hinweis auf Franz Kafkas ersten und unvollendeten

Roman „Amerika“ gibt. Wie würden Sie Ihr Verhältnis zu Kafkas Text im Lichte Ihrer

amerikanischen Erfahrungen beschreiben?

Kafkas Buch ist einer meiner Lieblingsromane. Der Humor, gepaart mit der überaus ernsten

Situation der Hauptfigur, diese Mischung ist so etwas wie mein Ideal beim Schreiben. Als

ich den Roman vor einigen Jahren zum zweiten Mal las, ging es mir wie beim ersten Mal –

ich wollte diese unfertige Geschichte weiter lesen. Außerdem fand ich überraschend, wie

genau der Roman das heutige Amerika immer noch beschreibt. Selbst wenn manches ein

wenig naiv anmutet und man ja weiß, dass Kafka nie in der Neuen Welt war, habe ich darin

ein sehr scharfes, klares und immer noch gültiges Bild der amerikanischen Gesellschaft und

der Konfrontation eines Einwanderers aus „Mitteleuropa“ mit dieser Gesellschaft gesehen.

In Kafkas Roman ist Karl Roßmann ein junger Mann, für den es in Europa keine Aussichten

mehr gibt. In Amerika befindet er sich auf dem Weg nach oben, er lernt Amerika beim Aufsteigen

kennen, immer auf der Flucht vor dem Druck, der – und das ist typisch für Kafka –

von den Ebenen und Kräften „unterhalb“ ausgeht. Mein Karl Roßmann ist, fast ein Jahrhundert

später, auf dem Weg nach unten, er hat den Höhepunkt vor Beginn des Stückes

erreicht, jetzt beschleunigt sich sein Niedergang. Dabei verspürt er den gleichen Druck und

das gleiche Gefühl von Schuld im Verhältnis zu denen „unter“ ihm – Kellner, Portiere und

Obdachlose – wie sein Vorgänger.

Der Aspekt des Humors, auf den Sie hinweisen, scheint mir wichtig. Neben den unheimlichen,

beängstigenden und ausweglosen Zügen, mit dem das Werk Kafkas im Allgemeinen

assoziiert wird, ist häufig die objektive Komik der beschriebenen Situationen charakteristisch.

Würden Sie das auch als eine Methode beschreiben, mit äußeren Bedrohungen

umzugehen?

Humor und Ironie sind wesentlich für das, was mich literarisch interessiert – als Leserin wie

als Autorin. Ich kann kein Buch zu Ende lesen und keine Theateraufführung ertragen, die

sich selber todernst nehmen. Ich sehne mich nach einer gewissen Selbstironie des Autors,

der Figuren, der Botschaft, die vermittelt wird. Ich glaube, darin spiegelt sich letztlich eine

gewisse Unsicherheit meines Charakters, die Seite, die sich ein wenig unbehaglich fühlt,

wenn sie Leuten gegenüber tritt, seien es Regisseure, Schauspieler oder das Publikum. Es

ist ein fast zwanghaftes Verhalten, aber ich ertrage weder die Kunst noch das Dasein ohne

eine gehörige Portion Selbstironie.

GOD SAVE AMERICA

von Biljana Srbljanović

Deutsch von M. und K. Wittmann

Österreichische Erstaufführung

REGIE Karin Beier BÜHNE Thomas Dreißigacker

KOSTÜME Marysol del Castillo

MUSIK Jörg Gollasch

MIT Regina Fritsch, Alexandra Henkel,

Christiane von Poelnitz; Michael Gempart,

Michael Masula, Nicholas Ofczarek,

Dirk Warme, Michael Wittenborn

Premiere am 21. November im Akademietheater

Weitere Vorstellungen am 18., 20., 22. und 24.

November und am 2., 18., 19. und 23. Dezember


STAATSBESUCH

die Residenz

gation zum Inneren Burghof dent

Wagenfolge #5

Wagenfolge #3

H.E. Amb.

S.E. DES STAATSPRÄSIDENTEN

Hotel

(S)

DER

............

11.00 Uhr Zusammentreffen

........................................................

vorfahren!

Ehrenoffizier

S.E. mit Bundespräsident Dr. car N° B

Dienstag, 12. März 2002

...............

Brigadier ................

Arbeitszimmer, Präsidentschafts- car N° 1

IN ÖSTERREICH

09.00 Uhr Gespräch S.E. mit kanzlei

Ehrenkavalier

Bundesminister für auswärtige

car N° 2

Bot. Dr. .......................

Angelegenheiten Dr. ................ 11.05 Uhr Ankunft der Dele-

Suite des gation im Inneren Burghof car N° 3

DATUM

(Ehrendame

Präsidenten, Hotel

S.E. Dr.

Frau Dr. ........................ bei Be-

11.15 Uhr Verabschiedung car N° 4 (Minivan)

Außenminister

gleitung durch Ehepartner) 09.30 Uhr Ende des S.E. durch Bundespräsident Dr.

I.E. Rimini Protokoll

Montag,

Gespräches

................. mit militärischen Ehren

im Inneren Burghof

car N° 5 (Minivan)

Industrieministerin

Schwarzenbergplatz

11.00 Uhr Eintreffen von S.E. 09.50 Uhr Abfahrt S.E. und

Staatspräsident ............ am Flug- Bundespräsident Dr. ..............

S.E.

hafen Wien-Schwechat, Be- vom Hotel ..............zur Wirt-

11.25 Uhr Abfahrt S.E. von

der Hofburg zum Flughafen Wi-

car N° 6 (Minivan)

Direktor der Präsidentschaftsgrüßung durch Bundesminister schaftskammer Österreich en-Schwechatkanzlei

.................

Wagenfolge #6

car order #6

von Helgard Haug, Stefan Kaegi, Daniel Wetzel – Uraufführung

I.E.

anschl. Abfahrt S.E. zum Inneren 10.00 Uhr Begrüßung durch

Wagenfolge #7

Hotel ...........– Economic Cham-

Botschafterin der

Burghof Wagenfol- Wirtschaftskammerpräsident

ber

In Kanada war ich im Fechtclub, in Malaysia habe ich gern Polo geschaut. Für einen Empfang bei

.............................. in Österreich ge #1

Dr................ Wie führt sich ein 11.50 Land Uhr im Ausland auf? Ankunft – „Da fragen Sie besser das

Fidel Castro habe ich mir das Dirndl, das ich in Kuala Lumpur zum österreichischen Nationalfeiertag

tragen musste, zum Cocktailkleid umgenäht. Die Nähmaschine Hofburgwar

mein Psychiater. Mein Protokoll“. Saal Gemeinsam S.E. am Flughafen mit der Staatspolizei Wien wird der rote Teppich

Mr.

Pass ist von meinem Mann signiert. In London habe ich mich scheiden lassen. ..........., Jetzt WKÖ, habe ichWiedner

ausgerollt, Haupt- die Spalierbäume Schwechat – „Jubelkraut“ – aufgestellt, Protocoldie militäri-

Parlamentsabgeordneter

11.25 Uhr noch einen Ankunft Tisch, an dem der Klestil Delesaß;

sonst straße habe 63, ich Wien alles IV

Verabschen

Ehren und das Mittagessen minutengenau geplant. Wer mit

weggegeben. Im Grunde gation habe am ich Ballhausplatz

mein Leben lang immer nur ein- und ausgepackt.

schiedung durch Bundesminister .

Mr.

Brigitte Hörbinger, Executive Housewife in Kairo, Kuala Lumpur, anschl. Washington, Gemeinsame den Eröffnung ausländischen ....................... Politikern wie lange zu Abend isst, steht auf einem

……….

……………

Berater des Staatspräsidenten 11.30 Uhr Havanna, Ankunft Montreal S.E. und London, im lebt des heute österreichisch-...........ischen

in Wien dramaturgischen Zettel längst bevor diese österreichischen car N° A Boden H.E. Presi-

Inneren Burghof

Wirtschaftsforums

12.00 Uhr Abflug S.E. von dent ………………

Frau

Am besten läuft Österreich. Begrüßung Vor allem zum mit Staatsfeiertag militärischen am 1.Mai, Ehda

steigt Julius der Absatz. Raab-Saal Italien, betreten. Die fünf Motorräder fahren im Keil vor der Autokolonne die

Wien

H.E. Federal President

Frankreich oder Kolumbien nähen wir selbst. Das sind Grundfarben. Mit Ornamenten wird’s schwieri-

Beraterin des Staatspräsidenten ren

immer gleiche Route vom Flughafen über den Schwarzenbergplatz

……………………

ger. Der Preis ist abhängig vom Aufwand – Tadschikistan zum Beispiel ist sehr schwierig.

anschl. Eintragung zum Hotel. in das Würde sich diese Szene ändern, so entstünde Dolmetscher womöglich

Ulrike Zimmel, Inhaberin von „Fahnen Christl“, Kirchengasse 1070 Wien

Herr

11.40 Uhr Phototermin Goldene Buch der ein Wirtschafts- Zeichen, das car von order den #1 Medien (Arrival) falsch interpretiert werden könnte.

Vizeaussenminister Mein Vater hat offenbar früh erkannt, Maria-Theresien-Zimmer, dass ich keine besonderen Präsi- Begabungen kammer habe. Also hat er Falsch gelesen. Ein Land schreibt sich in die Biographie

car N° B

seiner Dar-

gemeint: Am besten, er wird dentschaftskanzlei

Diplomat. Gute Übersetzung und deutlicher Ausdruck sind das A

Airport – Hofburg

Herr

und O auch der Diplomatie. Nichts ist schlimmer, als wenn jemand beginnt 10.45 mit „Ich Uhr will keine Abfahrt steller. S.E. Doch zumwozu

schreiben Diplomaten heute Berichte, car of the wenn Office sie ihr

Direktor der Wirtschaftskammerlange

11.50 Rede halten“. Uhr Höchstens Arbeitsgespräch

noch dieser völlig unnötige Parlament Satz „Meine Insiderwissen selbst aus der Zeitung recherchieren? of the Sind Federal Botschaf-

Herr

S.E. mit Bundespräsident Damen und Herren, Dr. ich komme Wagenfolge zum Schluss“. #2

Dr. ................ Wolfgang Wolte, Botschafter i.R. in Peking und New York

ten heute Werbeagenturen Protocol für das Image-Produkt H.E. Amb. President Nation? of the

H.E. Republic of Austria

Oberdirektor der Zollämter des Arbeitszimmer, Präsidentschafts- 10.55 Uhr Eintreffen S.E. im

Ich habe Venezuela zu Fuß verlassen, irgendwie kam ich dann nach Mexiko und von dort nach

Landes

kanzlei

Parlament (Rampe)

Österreich. Der Datums-Stempel an der Grenze war irgendwie kaputt. So konnte ich ein Jahr statt

nur drei Monate bleiben. Inzwischen habe ich geheiratet. Ich meide meine Botschaft, so gut es geht.

Frau

11.50 Uhr Delegati- Eduardo Ramirez, 11.00 Venezolaner Uhr Treffen S.E. mit

Stellvertreterin des Direktors des onsgespräche

Nationalratspräsident Dr.

Mrs.

car N° A

dent

H.E. Min.

H.E. Presi-

car N° 1

car N° 2

Präs.Amtes für Das Protokoll Gerät zur Überprüfung Büro der Pässe des nennen Kabinettsdirektors,

wir Brotdose. Aber die meisten .....................

falschen Pässe

sind heute look-a-likes: Geklaute Präsidentschaftskanzlei

Pässe von Menschen, die anderen Menschen ähnlich Empfangssalon sehen. , Parla-

(S)

car N° 3

Herr Chinesen sehen für uns ja alle gleich aus. Aber den Unterschied sieht man am ment Ohrläppchen oder

car N° B H.E. Mr. car of the Embassy H.E. Amb.

Stellvertreter am des Abstand Direktor der Augen. für poIch

bin 12.15 ein Enkel Uhr von Wenzel S.E. Kowárnik, und Bunde- der 1896 aus Tschechien eingelit.Fragen

im Präs.Amt wandert ist und eine Grazer spräsident Bauerntochter Dr. geheiratet ............. hat. überneh- Den Kampf gegen 11.30 die internationale Uhr Mittagessen zu

men den Vorsitz Migration am hat Delegations-

Europa fast verloren, Ehren wir Österreicher S.E. gegeben von NR-Prä-

müssen schauen, dass wir ein starkes Glied in der Kette sind.

Herr

gesprächsident

Dr. .................

HR Dr. Willfried Kovárnik, Leiter der Verwaltungs- und Fremdenpolizei Wien

Stellvertreter des Direktors für Büro des Kabinettsdirektors, Abgeordneten-Sprechzimmer,

Protocol

cier

Ehrenkavalier

..........

Ehrenoffi- car N° 4 (Minivan)

car N° 5 (Minivan)

Kommunikationswesen Man hat den Auftrag, im die Straßenverkehrsordnung Präsidentschaftskanzlei einzuhalten. Manchmal ist man Parlament halt spät dran.

Präs.Amt Im Prinzip wäre man ja in einem CD-Auto exterritorial, aber man will es ja nicht auf die Spitze treiben.

Über meine frühere Tätigkeit 12.30 in Uhr einer Botschaft und bei Presse- einer internationalen 13.00 Organisation Uhr Rückkehr S.E. in

Herr

kann gespräch ich auf der Bühne nichts sagen. Ich hoffe auf eine die stumme Residenz Rolle.

car of the Office..

of the Federal .

car N° 6 (Minivan)

Protocol

Generaldirektor der intern. Be- Horst Maria Fischer, Theresien-Zimmer, vormals bei einer Botschaft, Präsi- dann Wagenfolge Chauffeur einer #2

President of the

ziehungen im Präs.Amt internationalen Organisation, dentschaftskanzlei heute Sekretär eines Honorargeneralkonsulats

Republic of Austria

car of the Federal -

15.27 Uhr Abfahrt S.E. zu

Herr Am Satz „Ein Diplomat ist ein ca. ehrlicher 13.00 Mann, Uhrder Unterzeichnung

ins Ausland geschickt wird, den um für Redoutensälen

sein Vaterland

zu lügen“ ist einiges dran, man muss sich oft verstellen und etwas vorspielen. Bei meinem

Generaldirektor für Nachrichten bilateraler Abkommen

Wagenfolge #2

Auslandseinsatz im Konsulat in Lagos musste ich allerdings vor allem die Schauspielereien von

im Präs.Amt

ca. 13.15 Uhr Informelles Mitta-

Visa-Bewerbern beurteilen – 10 Männer sprachen vor, die zu einem

Gynäkologen-Kongress in Wien gessen wollten, S.E. aber mit bei der Bundespräsident

Befragung nicht sagen 15.30 konnten, Uhr wie lange Regionale

Frau

eigentlich eine Dr. Schwangerschaft ......... dauere, Golfspieler, die nicht Konferenz wissen, was „...................“

ein

Vizeindustrieministerin

.............zimmer, Handicap ist, Präsident-

Architekten, die kein Haus zeichnen konnten. Kleiner Redouten-

Martin Thelen, Rechtsabteilung schaftskanzlei Auswärtiges Amt, ehemaliger saal, Konsul Hofburg, in LagosJosephsplatz,

Wi-

car N° 1

car N° 2

car N° 3

car of the Embassy H.E. Amb.

President of the

Republic of Austria

car order #7 (Departure)

Hofburg – Airport

WICHTIGE TELEFONNUMMERN

Frau

en I

Generaldirektorin Man muss der als Finanzab- Diplomat gern deplaziert ca. 14.30 werden. Uhr Aber Abfahrt man muss S.E. auch vonaufpassen,

wo man steht.

teilung im Präs.Amt General Noriega hat zum Beispiel der Hofburg immer wieder zum versucht, Hotel sich Sacher mit uns fotografieren 17.30 Uhr zu lassen, Empfang

um sich öffentlich durch uns den Wagenfolge „Persilschein“ zu #2holen.

Und man muss sich anpassen, sonst wird Untere Lo-

man schlecht gesetzt. „To put Austria on the map“ war meine Aufgabe als Diplomat in der Welt.

unge und Foyer, Redoutensaal-

Dr. Wolfgang Schallenberg, Botschafter i.R.,

Herr

14.40 Uhr Eintreffen S.E. in trakt, Hofburg

ehem. Generalsekretär für Auswärtige Angelegenheiten

Generaldirektor der Protokollab- der Residenz

car N° 4 (Minivan)

car N° 5 (Minivan)

car N° 6 (Minivan)

Präsidentschaftskanzlei

Bundeskanzleramt,

Büro des Bundeskanzlers

BM für auswärtige Angelegenteilung

Frau

Selbst 1000 Freunde zu haben ist mir noch zu wenig, so wie mir auch 17.55 1 Feind Uhr zu viel ist.

16.30 Uhr Treffen Botschaftsrat S.E. mit Rachmat S.E. zur Budiman, Residenz

Information und öffentliche Generaldirektor Diplomatie, der Botschaft OPEC, der Herrn Republik von Indonesien

Abfahrt separately:

Luggage Van

heiten,

Protokoll

Mobiltelefon Bot.

Generaldirektor für öffentliche ................

Mobiltelefon Logistik

BeziehungenEs

kommen über 250 Teilnehmer im Anzug. Jeder muss ein Land Suite nehmen, des das 18.55 nicht seins Uhr ist. Es Abfahrt S.E. zum

Mobiltelefon Konvoi Koordinator

gibt Leute, die unbedingt in den Präsidenten, Sicherheitsrat wollen Hotel oder ....... Amerika spielen, andere Bundeskanzleramt

nehmen sich

car order #2

Herr

lieber einen Exoten, von dem sie noch Wagenfolge

nie gehört haben.

In eine Rolle sich einzuarbeiten, dauert ungefähr einen Tag, die Realitätsnähe der

Kommandant der Sicherheitsein- 17.00 Uhr Treffen mit Gene-

Rimini Protokoll ist das Hofburg Label dreier – Hotel junger Sacher Regisseure aus Deutschland Bundesministerium und der Schweiz, für Inneres,

Darstellung nimmt mit den Tagen zu.

heitraldirektor

der IAEO, Dr.

19.00 Uhr Delegationsge-

die in den vergangenen vier Jahren als Begründer und Protagonisten Dr. .... eines dokumentari-

Irene B. Stöckl, Vienna International Model United Nations (Vimun)

......................

spräche mit Bundeskanzler schen Trends Dr. im Theater Economic bekannt Chamber geworden sind. – Parliament Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel

Herr

Das Bundesmobilien-Depot liefert die roten Teppiche. 30 Meter Suite für des den Flughafen ................. und 60 Meter Wetzel arbeiten statt mit Parliament Schauspielern – Hotel vielmehr Sacher mit „Experten für Parlament spezielle Lebenssituatio-

Leiter des Sicherheitsteams für die militärischen des Ehren im Präsidenten, Burghof. Der eine Hotel Präsident ,,,,,,,,,,, kommt mit 300 Sicherheitsleuten, Gr. Ministerratssaal, der nen“. Zum Beispiel Bun- standen vier Damen um die 80 mit ihren Erfahrungen Dr... und Recherchen . zur

Staatspräsidenten andere mit einer Begleitmannschaft von 800 Leuten. Neulich wollte eine Delegation deskanzleramt

ihre eigenen Hochgeschwindigkeit Hotel im Wohnstift ...........– und Redoutensäle

auf der Formel-1-Piste in „Kreuzworträtsel Boxen-

Maschinenpistolen mitbringen. 17.30 Es wurde Uhr in einem Land Treffen bei einem S.E. mit Präsidentenbesuch schon verstopp“ (2000) auf der Bühne; Redoutensäle oder fünf Knaben – Ballhausplatz im Stimmbruchalter Wirtschaftskammern mit ihren Erfahrungen und Österreich

Herr

langt, dass sogar Kardinal die Gewehre Dr. der ....................

dortigen Ehrengarde unscharf 19.30 gemacht Uhr werden. Abendessen Recherchen zu rund um die Ballhausplatz Lust am Schießen – Hotel in „Shooting SacherBourbaki”

Protokoll (2002). In „deadline“ . wa- .

Berater des Staatspräsidenten Mag. Elisabeth Sevelda-Gredler, Fachexpertin Suite des für Veranstaltungslogistik

Ehren S.E. gegeben ren von fünf Bundes- Experten rund um den professionellen Umgang mit dem Tod zu sehen. Und „deadli-

Präsidenten, im Bundesministerium Hotel ................... für Auswärtige kanzler Angelegenheiten Dr. ................ ne“, die erste Zusammenarbeit Hotel ...........– und Koproduktion Hofburg mit dem Burgtheater, Bundespolizeidirektion war es auch, die Wien

Herr

Kongresssaal, 2004 Bundes- zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde. Ein zweiter Strang ............. der theatralen Ver- .

In Litauen habe ich die österreichische Botschaft aufgebaut. Bis das Haus gefunden und umge-

Stellvertreter des Direktors für 18.45 Uhr Abfahrt der Delekanzleramtsuchsanordnungen, mit denen Haug/Kaegi/Wetzel Aufmerksamkeit Führungsoffizier erregen, sucht Mobiltelefon

Orte

baut war, empfing ich die Botschaftsgäste erst in meinem Hotelzimmer, dann in meiner Woh-

Termine nung. Ein Polizist saß Tag und gation Nacht vom vor der Hotel Tür. Mein ............ Hund zur

außerhalb des Theaters

war in Litauen vielleicht noch be-

car auf order und verstärkt #3 diese über Interventionen. . Rimini Protokoll schmugkannter

als ich. Botschafter Hofburg

gelt Kunst in die Wirklichkeit und beobachtet das Publikum bei der Beobachtung, bis sich die

aus dem Westen kannte man schon, aber so einen kleinen Hund,

Herr

Wagenfolge der auch noch #3 folgt – darüber gab es sogar Fernsehsendungen.

ca. 22.00 Uhr Abfahrt feine Linie S.E. zwischen zur „echt“ Hotel und ...........- „manipuliert“ Hofburg nicht mehr erkennen lässt. ........... Rimini Botschaft Protokoll nutzt .

Stellvertreter des Leiters Gesandter des Si- Dr. Florian Haug, Leiter der Abteilung wissenschaftlich-technische

Residenz den Bühnenraum, weniger als einen Raum der Repräsentation und Mobiltelefon des theatralen Hr. „als ................ ob“, .

cherheitsteams

Zusammenarbeit 18.55 im Uhr Bundesministerium Abfahrt S.E. für Auswärtige von Wagenfolge

Angelegenheiten sondern als Podium – Kunst, so ließe sich das Credo von Rimini Protokoll zusammenfassen,

der Residenz zur Hofburg

ist die Wirklichkeit selber: car kopiert, order neu #4 zusammengesetzt, in sich verspiegelt, Flughafen dem Wien Zuschauer - Sonderga-

Herr Reza Die sogenannte Cocktail-Diplomatie Wagenfolge ist ja nur ein #4Teilauschnitt

aus unserem Berufsspektrum. Mittwoch, 13. DaMärz

zur 2002 Begutachtung vorgelegt.

straum .

Stellvertreter neben der Protokollabtei-

gibt es z.B. die Laptop-Diplomacy: Im Kosovo zum Beispiel habe ich nach Weisung Ver-

Hotel ...........- Hofburg

handlungen mit den Rebellen geführt. In der Zeit wurde meine Familie drei Mal aus Belgrad evalung

19.00 Uhr Staatsbankett zu 09.55 Uhr Abfahrt S.E. zur

Flughafen Wien - Technischer

kuiert, zum dritten mal endgültig. Wiener Bälle sind oft soziale Ereignisse, das kann man für das

Ehren S.E. gegeben von Bunde- Hofburg

Rimini Protokoll

Dienst,

Image Österreichs im Ausland positiv nutzen, da kommt man als kleines Land schon mal auf die

Herr

spräsident Dr. .................. Titelseiten der Zeitungen. Wagenfolge SCHWARZENBERGPLATZ

#4

Stellvertreter der Legationsrat Protokollabtei- Mag. Jan Kickert, Bundesministerium Zeremoniensaal, für Hofburg Auswärtige Angelegenheiten von Helgard Haug, Stefan car order Kaegi, #5Daniel

Wetzel

lung

10.00 Uhr Gespräch Uraufführung S.E. mit

Hotel ´............

Jeder bereitet sich seinen Charakter ca. 21.15 vor, Uhr welche Abfahrt Stärken und S.E. Schwächen zur er Bundespräsident hat – dann suche Dr. ............. und Hofburg – Residency of the Am- .

Herr

ich das richtige setting: In einer Residenz leeren Wohnung, des Botschafters

im Wald oder am Brett... Ein .....................

Live-Rollenspiel MIT Brigitte Hörbinger, bassador Ulrike Zimmel, of the Botschaftsrat Islamic Republic Rachmat Budiman, Horst Fischer,

Gen.Direktor im kannst Präsidentenamt

du überall spielen. Wenn du ein Zukunftsszenario planst, musst du Arbeitszimmer, zum Beispiel auch Präsidentschafts-

Hofrat Dr. Willfried Kovárnik, of ........... Major Thomas Mader, Deniz Taskiran, Martin Thelen,

Ethik einbauen. Ein Live kann mehrere Tage dauern. Die Waffen Wagenfol- sind selbstgebastelte kanzleiRequisiten

Dr. Wolfgang Wolte u.a. Residency of the Ambassador

Herr

und tun ge nicht #5 weh, aber Konflikte und Extremsituationen gehören dazu.

…………… – Hotel Sacher

Bei zu viel Diplomatie schläft das Spiel ein. Premiere am 4. Dezember im Kasino am Schwarzenbergplatz

Stell.Direktor der Polit. Abteilung

anschl. Fotopoint

Deniz Taskiran, Game Master und Story-Teller Weitere Vorstellungen am 5., 6., 18. und 19. Dezember und am 4. und 5. Jänner

im AA

Treffen mit

Maria-Theresien-

Herrn

der .....................ischen Gemeinde Zimmer, Präsidentschaftskanzlei

www.rimini-protokoll.de

car of the Embassy

Protokoll

ca. 22.30 Uhr Rückkehr S.E. in 10.55 Uhr Abfahrt der Dele- car N° A H.E. Presi


vorspiegelung

Geburtstagsparty vor dem Tod

Das Theater, sagte Tennessee Williams einmal, sei

ein Ort, an dem man Zeit für die Probleme jener

Menschen habe, denen wir – kämen sie auf

Arbeitssuche in unser Büro – die Tür weisen würden.

Solche Figuren mag er ganz besonders, und

sie alle sitzen irgendwie in einer Falle fest – Blanche

DuBois in Endstation Sehnsucht, die in einem

Slum verzweifelt mit den Flügeln schlägt; Alma aus

Der steinerne Engel, heimgesucht von Wucherungen

der Seele; Brick in Die Katze auf dem heißen

Blechdach, der vor Gewissensbissen trieft.

Wir werden sehen, daß vieles von dem, was mit

Williams’ Figuren geschieht, auch ihm selbst

zustieß. Williams ist ein hochgradig persönlicher

Dramatiker. Unzulängliche Menschen verfolgen

ihn. Ganz besonders jene, die – wie er selbst – zu

große Ideale haben, zu groß für das Leben. Es

gibt noch eine andere, entgegengesetzte Art von

Unzulänglichkeit, eine von Materialisten wie dem

„Polacken“ in Endstation Sehnsucht und Big Daddy

in Die Katze auf dem heißen Blechdach. In den

meisten Werken von Williams findet man beide

Typen. Sie starren einander völlig verständnislos

an, argumentieren von verschiedenen Voraussetzungen

aus und reden miteinander, ohne zu

begreifen. In der Kampfarena seiner Phantasie

liegt das Reale unaufhörlich im Widerstreit mit

dem Idealen; das Öffentliche kämpft mit dem Privaten,

mit dem, was Menschen nach unten zieht,

was sie aufrichtet. Dieser Kampf ist ein Gleichnis,

will sagen, er spiegelt einen Kampf in Williams

selbst wider.

Vor 44 Jahren wurde er in Columbus, Mississippi

geboren. Sein Vater war ein reisender Schuhverkäufer,

der überall in der Gegend als ein glühender

und erstklassiger Pokerspieler bekannt war.

Als Kind lebte Williams mit seiner Mutter, seiner

älteren Schwester und seinem jüngeren Bruder in

Columbus bei seinem Großvater mütterlicherseits,

einem hochangesehenen Pfarrer der Episkopalkirche.

Hier festigte sich ein Bild, das in vielen seiner

Werke auftaucht: der Süden als ein verblassender

vornehmer Landsitz. Den ersten großen Schmerz

seines Lebens erfuhr er, als er noch sehr jung war.

Sein Vater nahm eine Bürostelle in St. Louis an.

Die Familie verließ Columbus und zog zu ihm.

„Plötzlich stellten wir fest“, sagt Williams, „daß es

zwei Sorten von Menschen gab, die Reichen und

die Armen, und daß wir eher zu den letzteren

gehörten.“ Hier in einem stickigen Apartment in

einer finsteren Gasse teilte sich seine Welt, wie

eine Amöbe, in zwei unversöhnliche Hälften – die

sanfte feminine Welt des Zimmers, das er und seine

Schwester mit kleinen Glastieren füllten, und

die grausame männliche Welt der Straße

draußen, in der sich fauchende Katzen unentwegt

balgten und paarten. Er schrieb sich an der Universität

von Missouri ein, und mit 16 gelang es

ihm, eine Geschichte in den ‘Weird Tales’ unterzubringen.

Doch die große Wirtschaftskrise zwang

ihn, drei ausgesprochen verhasste Jahre in einer

Schuhfabrik zu arbeiten. Die Folge waren ein

Herzinfarkt und anschließend ein totaler physischer

Zusammenbruch. Dann nahm er das Studium

wieder auf; 1938 machte er seinen Bachelor

of Arts an der Universität von Iowa. Inzwischen

war seine Phantasiewelt von Stimmen erfüllt, und

die ‚St. Louis Mummers’ hatten bereits zwei seiner

Stücke aufgeführt. Die Zukunft, die sein Vater

ihm bot, lag in der Schuhfabrik. Er setzte sich

dem zweiten großen Schock seines Lebens aus

und verließ sein Elternhaus.

„Und es sieht nicht so aus, als würd ich mein

Vagabundenleben je aufgeben.“ Er arbeitete als

Kellner in New Orleans und schuftete auf einer

Taubenfarm in Kalifornien. Dann gewann er einen

mit 100 Dollar dotierten Preis für einen Einakter

und damit die Aufmerksamkeit von Audrey Wood,

einer Broadway-Agentin. Er schickte ihr das

Manuskript von Battle of Angels, einer ehrgeizigen

Untersuchung „der gelegentlich widersprüchlichen

Bedürfnisse des Fleisches und des Geistes“.

Zu seiner Überraschung kaufte die Theatre Guild

Kenneth Tynan über Tennessee Williams und Die Katze auf dem heißen Blechdach

das Stück. Premiere war im Dezember 1940 in

Boston. Allerdings wurde es abgesetzt, bevor es

den Sprung nach New York schaffte. Obendrein,

oder vielleicht auch deswegen, bekam Williams

grauen Star auf dem linken Auge. Die folgenden

beiden Jahre verbrachte er als verletzlicher, kurzsichtiger

Bohémien, stets unterwegs und immer

ein Opfer seiner überreizten Nerven, die ihre Unruhe

ebenso häufig in Krankheiten wie in phantasievollen

Visionen ausdrückten. Wieder in New Orleans

lebte er vom Pfandhaus in den Mund. Zurück

nach Greenwich Village, da Arbeit als Kellner mit

schwarzer Augenbinde, die jemand mit einem

surrealistischen weißen Augapfel geschmückt

hatte.

1943 verschaffte Audrey Wood ihm einen 6-

Monats-Vertrag nach Hollywood. Die meiste Zeit

arbeitete er an Die Glasmenagerie. Darin kommen

seine beiden Welten, Traum und Wirklichkeit, zum

ersten Mal ganz deutlich und ineinandergreifend

zum Vorschein. Ein Jahr später gab ihm der Erfolg

am Broadway Sicherheit: doch „Sicherheit“, so

schrieb er bald, „ist eine Art von Tod...“ Um davor

zu fliehen, kehrte er nach New Orleans zurück, in

billige Hotels und Mietwohnungen. Auf einer Reise

nach Taos, New Mexico, erkrankte er. Ein Blinddarmdurchbruch,

wie sich herausstellte. Doch er

hörte eine Nonne flüstern, es sei vielleicht Krebs.

Das Todesurteil im Nacken verließ er fluchtartig das

Krankenhaus. Wie im Fieberwahn verfaßte er seine

vermeintlich letzte Botschaft an die Welt.

Seine neue Freundschaft mit Carson McCullers half

ihm, dem Diktum Hemingways - „get it out whole“

- zu folgen. In seinen eigenen Worten: „Carson

kam im Sommer 1946 zu mir... Ab sofort beschäftigte

ich mich nicht mehr mit dem Gedanken, daß

ich dem Untergang geweiht sei, und es begann die

allmähliche Anpassung an die neue Situation. Im

Spätherbst des Jahres 1947 fühlte ich endlich mich

in der Lage, den ganzen emotionalen Ballast der

langen Krise in Endstation Sehnsucht abzuladen.“

Noch im selben Jahr wurde das Stück aufgeführt.

Es verdient voll und ganz Williams’ Beschreibung:

Er sagte, es sei „mit Tod getränkt“.

Weitere Studien in Verzweiflung folgten: Der steinerne

Engel und Die tätowierte Rose, worin sich

Williams’ besonderer Sinn für Romantik vielleicht

am stärksten ausdrückt: nicht blaß oder parfümiert

sondern erdhaft und robust, das Produkt

eines Geistes, der durch und durch mit den Rhythmen

der menschlichen Sprache infiziert ist. Wenn

er allerdings heißläuft, kann er finstere Wut verströmen,

wie sie die Atmosphäre in seinem nächsten

Stück verdüsterte, Camino Real. Es war Williams’

grellster Protest gegen den Materialismus,

ersonnen in Symbolen, weitgehend in Kursivschrift

ausgeführt. Auf die Bühne kam das Stück

im Frühjahr 1953 in der Regie von Elia Kazan. Es

fiel durch. Darauf folgte ein kraftloses Intermezzo,

eine Reaktion, unter der Williams häufig litt. Arbeit

deprimierte, anstatt zu stimulieren. Immer wieder

verlor er den Impuls aus den Augen, der ihn an

die Schreibmaschine gebracht hatte. Er gewann

das Gefühl, wohlmeinende Agenten, Produzenten

und Regisseure mischten sich ein, verbogen und

verfälschten seine Ideen. An Die Katze auf dem

heißen Blechdach schrieb er 18 Monate. Heute

weiß ich, es ist sein bestes Stück.

Die Katze auf dem heißen Blechdach ist eine

Geburtstagsparty für den Tod. Es ist der Geburtstag

von Big Daddy, einem Millionär aus dem

Süden, der an Krebs stirbt. Sein Sohn Brick ist ein

stiller Trinker, der am Ende ist; und die Katze aus

dem Titel ist Maggie, Bricks Frau. Der Grund für

deren aufgekratzte Lebhaftigkeit liegt in der sexuellen

Gleichgültigkeit ihres Mannes. In dem Stück

geht es um die verlogenen Gefühle, die auf

schockierende Weise bloßgelegt werden, als die

Menschen versuchen, einander zu „erreichen“, in

die unzerstörbare Zelle einzudringen, in der die

Seele wohnt. Williams’ Markenzeichen sind alle

da: das Spektrum der Krankheiten, der Betrug,

der in allen Gefühlen liegt, die mit der Sexualität

Tennessee Williams mit seiner Mutter

verknüpfte Schuld – plus die handwerkliche

Fähigkeit, aus tragischen Figuren unendlich komische

zu machen. Doch ein Stück kann das alles

haben und trotzdem schlecht sein. Was Die Katze

auf dem heißen Blechdach von anderen unterscheidet,

ist die besondere Konsistenz des

Geschriebenen. Für das Auge allein sind diese

Dialoge wie tot. Der Text bettelt nur so um einen

schrillen Sprecher, daß man ihn instinktiv laut

lesen muß. „Wenn du fort von hier bist“, sagt Big

Daddy, „bist du schon lange weg und nirgendwo!“

– die Worte rollen von der Zunge wie „Schnee von

einem Bambusblatt“, das Bild, mit dem Zen-

Buddhisten ihren Schülern die „kunstlose Kunst“

nahe bringen, die das Ziel der Meditation ist.

In einem Vortrag über die Häufigkeit des Genies

sagte Somerset Maugham einmal: „Hier findet die

Lehre der Anatomie Anwendung: Nichts ist so

selten wie das Normale.“ Williams’ Bild des

Lebens ist stets anormal, kontrastreich, stark

belichtet und gespenstisch von messerscharfen

Schatten durchzogen. Wunderbar ist, daß er uns

damit berührt und das Wunder der Kommunikation

zwischen menschlichen Wesen ermöglicht,

das er selbst stets für unmöglich hielt.

Doch er wirkt anonym. Es endet, wie es angefangen

hat, mit dem Rätsel. Arthur Miller sieht

immerhin wie Lincoln aus, Anouilh wirkt übersensibel

und Sartre verrückt. Unter den großen Dramatikern

wirkt nur Williams wie eine Fehlbesetzung.

Aus diesem runden, teigigen Gesicht, diesem

benommenen Blick, den nichts erstaunen

kann, keine Ausschweifung und kein Greuel, –

kommt der neueste Bericht aus dem Bürgerkrieg

zwischen Reinheit und Verkommenheit. Seine

Botschaft wird stets, wie lang oder gut ich ihn

auch kenne, wunderbar seltsam scheinen.

DIE KATZE AUF DEM HEISSEN BLECHDACH

von Tennessee Williams

REGIE Andrea Breth BÜHNE Annette Murschetz

KOSTÜME Françoise Clavel MUSIK Bert Wrede

LICHT Alexander Koppelmann

MIT Sabine Haupt, Elisabeth Orth, Johanna Wokalek;

Roland Kenda, Michael König, Markus Meyer,

Nick Monu, Cornelius Obonya, Gert Voss

Patrick Asuke, Jovita Domingos-Dendo, Esther

Fadayomi, Adaora Ofouedo – Wolfgang Farkas,

Felix Gammer, Nina-Marie Lieben,

Mariella Stromer, Marlene Stromer

Premiere am 27. November im Burgtheater

Weitere Vorstellungen am 28. November,

am 1., 4., 20., 26. und 28. Dezember

und am 3. Jänner

Mit freundlicher Unterstützung von


vorher/nachher

Der Anatom von Klaus Pohl – mit Ignaz Kirchner, Uraufführung

W

Nach den Klippen von Albert Ostermaier – mit Elisabeth Orth, Uraufführung

Circe, die Zauberin, die die Gefährten des Odysseus

in Schweine verwandelte, Circe, die Tochter

des Sonnengottes, strahlend schön, Circe, das

Sinnbild der Verführerin, Circe, die Todesgöttin,

das männermordende Ungeheuer. Als Jason ihre

Insel streift, erstarrt er: er sieht die Leichen der

Männer in ungegerbte Ochsenhäute gewickelt, in

den Wipfeln der Weidebäume den Vögeln zum

Fraß aufgehängt, und der Wind trägt den Gestank

der Verwesenden über die Klippen hinaus ins

Meer, in die Segel der Schiffe, die dennoch nicht

anders können, als ihr Ruder an ihre Küste zu drehen.

Nur Odysseus, der Listenreiche, überlistete

ihren Zauber, um ihm zu erliegen. Er schluckt das

Gegengift mit dem Ziel, Circe zu vergiften mit Liebe.

Bevor er seine Gefährten erlöst, löst er den

Knoten ihres Kleids und taucht ein in ein Meer der

Begierde. Dann lässt er erneut die Ruder schlagen,

er hat alles bekommen und lässt Circe

zurück mit ihrem Teppich, der dem Leichentuch

gleicht, das Odysseus Frau Penelope jeden Tag

webt, um jede Nacht erneut die Fäden zu lösen –

zu ihr und nicht zu Circe wird er zurückkehren.

So will es der Gesang des Homer, der blind war

für die Sehnsüchte der Circe, ihr Verlassensein,

ihr Unerlöstsein aus der Liebe des Fliehenden.

Nach der Liebe kommt die Einsamkeit, lösen sich

die Körper aus dem einen, der sie waren. Nach

der Liebe kommt die Trauer, werden die Lippen

fahl, kommt die Wut wie ein negatives Echo der

Berührungen. Nach der Kapitulation kommt die

Rekapitulation, werden die Segel eingestrichen:

Wer ist dem andern verfallen und wer hat heimlich

widerstanden? Männer sind Seefahrer, Frauen

sind bezaubernde Rätselwesen, und die abendländische

Erzählung vom Liebeszauber und seinen

Gegengiften beginnt mit Odysseus. Er macht

ihre Geschichte zu seiner Erzählung, Männer singen

über Männer, und sie sprechen geflügelte

Worte, wenn sie unter neuen Winden weiterziehen.

Doch in „Nach den Klippen“ dreht sich der

Wind: Circe spricht. Es ist ihr Gesang, und kein

Wachs schützt Odysseus vor ihren Worten. Circe

bleibt unerlöst in ihrer Liebe. Sie ist eine Göttin,

also unsterblich, und sie hat sich unsterblich verliebt

in Odysseus, der immer noch nicht seinen

Weg zurückgefunden hat und durch die U-Bahn-

Schächte der Stadt der Liebe streift, unerkannt,

alleine, verwahrlost, doch mit noch immer glän-

„Wenn man denkt, dass manche Leute sozusagen

gar nicht dazu kommen, alle ihre Krankheiten

zu erleben –“ sagt hintersinnig der Wiener Anatom

Doktor Adler. Und ganz in diesem Sinne

nennt er sich, in Anlehnung an einen anderen

Wiener Arzt, Doktor Arthur Schnitzler, einen

„Facharzt für die nichterlebten Krankheiten.“

Adler ist Anatom seit über 30 Jahren am Anatomischen

Institut an der Währinger Straße. Eigentlich

wartet der wohlverdiente Feierabend auf

Doktor Adler. Aber an diesem Abend kann er

nicht fort, er muss noch eine Leiche abwarten,

die Leiche eine Wiener Millionärin, die ihren Leib

dem Anatomischen Institut vermacht hat...

Da sitzt er nun, unter seinen Toten. Wartet. Wartet

auf die letzte Leiche. Von Entlassung bedroht.

Was bleibt ihm anderes übrig? Der Mensch – ein Kind

der Eiszeit. Dort liegen sie, in der Währinger Straße...

„Dorten da – da liegen sie, meine Toten, da

oben, oberstes Fach links, daa --- das da ist die

schöne Fliegerin aus Linz. Das ist der Postler aus

dem ersten Bezirk mit dem Buckel. Das ist die

Trafik-Verkäuferin aus’m Achten, Langegasse, wo

das Bein g’habt hat, das ausschaut wie ein Salzstangerl,

das immer, egal bei welchem Wetter,

vor der Tür’n d’raußen g’standen hat. Das ist der

junge Koch aus der Kantine vom Finanzministerium

mit der jahrelangen Verstopfung. Dort’n da –

da liegt die wassersüchtige Architektin, der in

Graz ein Neubau eing’stürzt ist. Manche werden

noch lange hier liegen müssen. Überhaupt liegen

manche jahrzehntelang und länger, bis sie auf

den Tisch aufgelegt werden zum Sezieren. Wenn

man denkt! Wenn das Herz denken könnte, stünde

es still.“ Das sagt der Anatom.

Anatom – zuständig für den Kellerbetrieb und

den Umgang mit den Laboranten. Es sind immer

sechs Studenten pro Leiche. „Die Leiche gibt uns

über den Körper die allerverlässlichsten Auskünfte.

Der tote Mensch: Wir müssen seine Botschaft

verstehen.“

Sein ganzes Arbeitsleben lang hat den Anatom

diese Frage gepackt: „Wo ist die Stelle, an der

der Körper mit der Seele kommuniziert?“

„Der Anatom“ – eine unheimliche Reise mitten

in Wien ins Reich der Toten.

DER ANATOM

von Klaus Pohl

Uraufführung

REGIE Klaus Pohl

MIT Ignaz Kirchner

Premiere am 29. Jänner

im Anatomischen Saal der

Akademie der Bildenden Künste Wien (Schillerplatz)

zenden Augen, verliebt in seine Irrwege, gefangen

in den Abenteuern des Alltags, der keinen Platz

mehr hat für Helden.

Wie kommt es, dass die Menschen nicht die Liebe

wissen, sondern das Wissen lieben? Circe ist heute

eine erfahrene Frau, die die Männer studiert hat, sie

nicht nur kennt, sondern kenntlich macht. Eine

Sammlerin und zugleich eine kühle Strategin, die die

Logiken des Begehrens anzuwenden weiß. Viele

Männer hat sie gesehen, wie sie klamm und heimlich

,,vor den Türen stehen nervös an ihren Zigaretten

ziehen”, bevor sie sich davonmachen, Segel setzen

und doch an ihrer Felsküste und dem Körper

ihrer Stadt zerschellen werden.

Circe hat dem Zauber abgeschworen, der nun nur

mehr eine Männerphantasie ist: ‚sie wollen verzaubert

sein, sie verlieren sich, um verzaubert zu werden.

Denn nur dem Scheitern wohnt ein Zauber

inne. Doch der Rausch ist nur ein Zucken der Glieder,

bevor sie mich nach ihrem Heimweg fragen. Sie

lassen ihn in mir mit ihren Körpern zurück und verabschieden

sich mit ihrem Verstand’.

Der Zauber ist das Zaubermittel der Männer, denn

er befreit sie von der Schuld, noch mehr, wenn sie

einer Göttin erliegen. So schwört Circe allem Zauber

ab und verlässt sich nur noch auf die Waffen einer

Frau. Sie verfolgt die Männer auf ihren Wegen,

durch die nächtlichen Strassen und Cafés, treibt sie

in den Wahnsinn, in ihr Bett, bricht in ihre Wohnungen

ein, manipuliert zunächst sie und dann ihre

Frauen, entzaubert ihre Lügen und damit alles, was

sie zu Helden macht in den Augen der Geliebten.

Die Verführerin hat eine Vergangenheit und eine

Zukunft, und im Liebesspiel ist sie immer schon beides:

,,wenn ich aus meinem Bad steige jung wie

deine Phantasie und alt wie deine Angst im nächsten

Augenblick’’.

Doch in jedem Mann sucht sie nur Odysseus, die

Wiederholung des Verlassenwerdens, das sie nicht

mehr erträgt. Und alle Männer, die sie liebt, verschwinden.

Die Stadt der Liebe mutiert zur Toteninsel.

Sie wird verhört. Plötzlich ist sie eine alte Frau,

mit nichts mehr als ihrem Geheimnis, das unlösbar

ist wie ihre Geschichte und ihre Schuld, denn ‘in der

Welt des Tausches hat der Unrecht, der mehr gibt’

(Adorno). Ihr bleibt eine Gewissheit: Wer sie nach

der Liebe aus den Augen verlor, fand an den Klippen

seine Bestimmung. Denn nach den Klippen

bleibt nichts, als die Umarmung des Meers.

Und sie fanden im Tal des Gebirgs die Wohnung der Circe,

Von gehauenen Steinen, in weitumschauender Gegend.

Ihn umwandelten rings Bergwölfe und mähnichte Löwen,

Durch die verderblichen Säfte der mächtigen Circe bezaubert.

Diese sprangen nicht wild auf die Männer, sondern sie stiegen

Schmeichelnd an ihnen empor mit langen wedelnden Schwänzen.(...)

Und sie standen am Hofe der schöngelocketen Göttin,

Und vernahmen im Haus anmutige Melodien.

Singend webete Circe den großen unsterblichen Teppich,

Fein und lieblich und glänzend, wie aller Göttinnen Arbeit.

(Homer, Odyssee, 10.Gesang)

NACH DEN KLIPPEN

von Albert Ostermaier

Uraufführung

REGIE Andrea Breth

AUSSTATTUNG Martin Zehetgruber

MIT Elisabeth Orth

Premiere am 21. Jänner im Akademietheater


vorsonnenaufgang

vorspiel: Sie inszenieren als ersten Teil Ihrer Trilogie

„Wohlstand in Gefahr“ Hauptmanns „Vor Sonnenaufgang“,

nicht aber die nur wenige Jahre

später entstandenen „Weber“, in denen die Unterdrückten

und Entrechteten tatsächlich zu Wort

kommen.

Nicolas Steman: Es geht mir ja erst mal um den

Wohlstand. Weil er uns näher ist. Trotz aller Konjunkturkrisen

und Eingriffe in die Sozialsysteme ist

unser Zustand ja nach wie vor mit „Wohlstand“ zu

beschreiben. Deshalb interessiert mich „Vor Sonnenaufgang“:

Da ist ein junger Autor, der auch

wirklich ein soziales Anliegen hat und der eine

Welt zeigt, die auf großer Ungerechtigkeit basiert,

es sind wirklich ganz falsche Verhältnisse, die geschildert

werden. Um das zu zeigen, bringt er jetzt

aber nicht diejenigen auf die Bühne, die unter dieser

Ungerechtigkeit leiden, sondern die, die von

dieser Ungerechtigkeit profitieren. Das ist natürlich

sehr klug von Hauptmann, denn diese Figuren

sind ja viel näher dran an den Leuten, die das

Stück dann nachher auch anschauen werden.

Er zeigt also Ausbeutung, indem er die Ausbeuter

zeigt, denen es mit den bestehenden Verhältnissen

im Grunde ja recht gut gehen müsste. Die

Welt dieser Menschen ist von ihm monströs

gezeichnet: Ein Bestiarium des Konsums. Er sagt:

gucken wir uns die Leute an, die von den falschen

Verhältnissen profitieren. Und man sieht, dass die

merkwürdigerweise überhaupt nichts davon

haben, sondern – im Gegenteil! – ebenfalls an diesen

Verhältnissen zugrunde gehen. Aber nicht auf

eine materielle Weise, sondern auf eine psychische,

weil dieses Leben, das sie führen, vollkommen

sinnentleert ist und nur noch um das Konsumieren,

das Geld-Ausgeben kreist und somit

eigentlich keinen Bestand mehr hat. Einzelnen

Figuren ist das sogar bewusst, doch auch die finden

keinen Ausgang aus ihrem falschen Leben,

das hat richtig eine tragische Dimension. Am

Schluss wird dann ein totes Kind geboren, zu

mehr sind die nicht mehr in der Lage. So schildert

das Hauptmann. Und er geht noch weiter: Die

Ausgebeuteten und Unterdrückten, diejenigen, die

täglich in den Berg gehen und dort die Basis für

diesen Wohlstand zu Hungerlöhnen und unter

unmenschlichen Arbeitsbedingungen erst schaffen,

kommen im Stück nicht vor. Sie stehen zwar

im Figurenverzeichnis, haben aber keine eigene

Stimme. Es wird über sie geredet, ihr Elend wird

auch thematisiert, aber es gibt nur eine Stelle, wo

eine Figur ein Fenster aufmacht und sagt: guck

mal, da draußen, alles voller zerlumpter, ärmlicher

Gestalten, das ist ja furchtbar, das sind so viele,

man kommt bald nicht mehr durch. Und dann

macht diese Figur das Fenster wieder zu und ihr

Gesprächspartner sagt: Aber ich werde mich um

das Wohl dieser Armen kümmern, ich werde mein

ganzes Leben in den Dienst der Verbesserung der

Lebensverhältnisse stellen. Und der geht dann das

ganze Stück über nicht mehr nach draußen. Das

halte ich für eine großartige Szene, denn genauso

ist es ja! Man redet über das Elend, man verurteilt

es, aber im gleichen Moment grenzt man es aus,

damit man weiter drüber reden kann.

Das war in Jelineks „Werk“ auch ein Thema. Man

redet über die Masse der Arbeiter, man macht

Kunst über sie, aber wenn sie dann auftreten,

dann stören sie doch ganz entsetzlich, sind zu

laut und zerstören das schöne Kunstwerk, das

doch zu ihrem Wohl geschaffen werden sollte.

Woher kommt der Wunsch, Ihre Theaterarbeit

unter eine Überschrift wie „Wohlstand in Gefahr“

zu setzen?

Es ist ja nicht unbedingt unkünstlerisch, inhaltlich

und thematisch zu denken. Für mich stellt sich

bei dem, was ich tue, sehr schnell die Frage, was

das ist, was ich da tue. Und da es sowieso so

komisch ist, in diesem Nischenbereich Theater

zu arbeiten, hilft es mir, über gewisse themati-

NACH „VOR SONNENUNTERGANG“, DEM ALTERSWERK VON GERHART HAUPTMANN (MIT

MARTIN SCHWAB IN DER HAUPTROLLE) ZEIGT DAS BURGTHEATER JETZT SEINEN ERST-

LING „VOR SONNENAUFGANG“. THEMA IST DAS SCHICKSAL VON LEUTEN, DIE MIT IHREM

WOHLSTAND NICHT FERTIG WERDEN, SICH DABEI SELBST ZERSTÖREN UND SICH GLEICH-

ZEITIG DEM SCHICKSAL DER SOZIALEN SCHICHTEN, AUF DEREN KOSTEN SIE IHREN

WOHLSTAND ETABLIEREN, NICHT STELLEN.

HAUPTMANNS STÜCK LÖSTE BEI DER URAUFFÜHRUNG HEFTIGE REAKTIONEN AUS, WEIL

ERSTMALS AUF EINER DEUTSCHEN BÜHNE ANSTATT IDEALISTISCHER KUNSTTRÄUME

EINE – MITUNTER AUCH SCHMUTZIGE – WIRKLICHKEIT STATTFAND, EINE WIRKLICHKEIT,

DIE ANGESICHTS DER DYNAMISCHEN ENTWICKLUNGEN IN DER GESELLSCHAFT DES ZU

ENDE GEHENDEN 19. JAHRHUNDERTS NICHT LÄNGER IGNORIERT WERDEN KONNTE.

sche Vorgaben den Kontakt zu den Dingen, die

uns aktuell angehen, zu suchen. Und ich halte

„Wohlstand in Gefahr“ tatsächlich für ein Thema,

das jetzt zunehmend an Relevanz und auch an

Sprengkraft gewinnen wird.

Als ob das eine neue Message wäre!

„Wohlstand in Gefahr“ ist doch keine Message!

Das ist im besten Fall eine Problembeschreibung.

Ich bin ja kein Glossenschreiber oder politischer

Tageskommentator – da hätte ich vielleicht eine

Message. Es geht mir darum, Energiefelder auszuloten,

Befindlichkeiten zu beschreiben. Und

„Wohlstand in Gefahr“ bedeutet ja nicht nur, dass

unser Wohlstand aktuell gefährdet ist, sondern

auch, dass er von Gefahr umgeben ist, dass er

andere gefährdet. Diese Gefahr wird in unserem

Wohlstandsbewusstsein aber permanent verdrängt,

auch mit Mitteln des Wohlstands. Konflikte

werden ausgelagert, Armut ignoriert. Was sich

gerade ändert und in Zukunft weiter ändern wird,

ist ja nur, dass diese Verdrängung zunehmend

schwierig wird. Auf einmal finden wir uns in einer

Situation, in der der globalisierte Kapitalismus,

der jahrelang begrüßt wurde, nicht mehr in der

Lage ist, die Folgen, die er verursacht, so abzufedern,

dass wir sie nicht zu spüren bekommen.

Der Ausruf „Wohlstand in Gefahr“ macht mir in

diesem Zusammenhang übrigens auch durchaus

Spaß. Weder unsere Gesellschaft noch unser

Theater sind auf ewig ungefährdet. Vielleicht

müssen wir uns damit abfinden, in Zukunft auf

der Seite der Verlierer zu stehen. Das ist ja vielleicht

auch richtig so.

Wollen Sie das Theater selbst auch diesem Thema

aussetzen?

Warum nicht. In „Vor Sonnenaufgang“ hat man

auch die ganze Zeit den Eindruck, dass diese

Wohlstandswelt kurz davor ist, weggefegt zu

werden, dass Hauptmann das aber auch überhaupt

nicht schade fände, dass er im Gegenteil

hierzu allen Grund sieht. Die Menschen auf der

Bühne haben noch mal genau fünf Akte Zeit,

irgendeine Veränderung herbeizuführen, irgendeinen

Ausweg zu finden. Wenn sie das nicht

schaffen, dann geht die Sonne des dialektischen

Materialismus auf und sie werden wie Vampire

zu Staub zerfallen. Interessanterweise erweckt

Hauptmann den Eindruck, dass er selber diesen

Ausweg weder sieht noch bieten kann. Auch er

scheint Teil dieser Welt zu sein, schreibt sich in

der Figur des Idealisten Loth gewissermaßen

auch noch in sein eigenes Stück rein. Und

kommt sehr schlecht weg dabei. Und wenn wir

ehrlich sind, stehen uns auch diese Menschen

näher als die bedrohlich schweigenden ausgebeuteten

Bergarbeiter. Und wenn wir noch ehrlicher

sind, gehören wir genau deswegen abgeschafft.

Das ist vielleicht schade, aber...

Der Hofnarr der Gesellschaft bittet um seine Entlassung?

Aber er lebt doch seit Jahrhunderten in

dem Bewusstsein, dass er von dem System lebt,

das er permanent verhöhnt.

Der Hofnarr weiß um die Paradoxie seiner Existenz,

wahrscheinlich ist er deswegen Hofnarr,

wo soll er sonst auch hin mit diesem Wissen.

Dennoch hat er aber natürlich das Anliegen oder

zumindest die Sehnsucht, dass das irgendwie

lösbar ist oder irgendwo hinführt. Dass dieses

Kaspern vielleicht doch zu irgendwas nützlich

sein kann. Aber auch das, diese Sehnsucht, ist

vielleicht auch schon wieder nur Teil des Kasperspiels.

So zieht er sich in die Tiefe dieser Burgmauern

zurück, während draußen vielleicht die

Welt untergeht, schließlich steht sie noch, die

Burg, und sicher auch noch einige Jahre, also

lasst sie uns nutzen, um rauszukriegen, ob es

neben den bekannten materiellen nicht vielleicht

auch doch noch irgendwelche moralischen Werte

geben könnte, bei denen es Sinn machen würde,

sie zu verteidigen. War da nicht mal was mit Humanismus

oder so? In der Burg Europa steht also

die Burg Theater, und hier kann man verschiedene

Dinge simulieren, ist ja nur Spiel. Zum

Beispiel: was passiert mit uns, wenn plötzlich

die Gewissheit des materiellen Wohlstands wegfällt,

wenn die Bequemlichkeit bröckelt – werden

wir dann alle zu Monstern oder zu Nazis oder

was? Oder gibt’s da noch was anderes, haben

wir noch eine Chance?

„Wohlstand in Gefahr 2“ wird die Uraufführung

von Elfriede Jelineks neuem Text „Babel“ sein.

Sie beschäftigt sich in diesem hochkomplexen

Text mit den Folgen des Irakkrieges für das westliche

Bewusstsein. Wissen Sie schon, wie Sie

sich diesem Text annähern werden?

Nein, das wusste ich bei „Das Werk“ aber auch

erst sehr spät. Der Text ist mal wieder der absolute

Wahnsinn, und ich bewundere die Stockholmer

Jury, denn bevor man so einen Nobelpreis

verleiht, muss man diese Jelinek-Texte ja erst mal

lesen! Und dann auch noch verstehen und gut

finden! Ich frage mich wirklich, wie die das geschafft

haben. Ich habe bei „Das Werk“ eine

komplette Probenzeit gebraucht, sowie unsere

ganzen Gastspiele, bis ich die wirkliche Qualität

dieses Textes ermessen konnte. Ich wollte das ja

am Anfang überhaupt nicht inszenieren, vor allem

auch, weil ich mir überhaupt nicht vorstellen

konnte, daß irgend jemand jemals diesen Texten

zuhören könnte. Und jetzt bin ich wirklich ganz

begeistert, und zwar nicht von meiner Inszenierung,

sondern von dem Text, der stellenweise so

großartig ist, dass ich heulen könnte. Ich habe

allerdings den Eindruck, daß „Babel“ noch komplizierter

ist als „Das Werk“. Ich lese es mittlerweile

sehr gerne, aber nur laut und sehr schnell,

jenseits von rationalem Verständnis. Da kann ich

erst mal mit meinen einfachen Theater-Assoziationen

Schlaglichter draufwerfen und gucken,

was dann mit dem Text passiert. Das ist ja das

Gute an diesen Texten: Die sind schon von selber

kompliziert genug, da kann ich als Regisseur

mal so richtig theatermäßig dumm sein. Das ist

im Grunde der umgekehrte Vorgang wie bei

Hauptmann. Also, ehrlich gesagt: Nein, keine Ahnung,

wie das nachher werden wird.

VOR SONNENAUFGANG

von Gerhart Hauptmann

REGIE Nicolas Stemann BÜHNE Katrin Nottrodt

KOSTÜME Esther Bialas MUSIK Thomas Kürstner,

Sebastian Vogel

MIT Sachiko Hara, Myriam Schröder, Caroline

Peters; Philipp Hauß, Philipp Hochmair, Daniel

Jesch, Hans Dieter Knebel, Dietmar König,

Hermann Scheidleder

Premiere am 18. Dezember im Burgtheater

Weitere Vorstellungen am 19. und 22.

Dezember und am 2. Jänner


vorgestellt

Sylvia Abrokat, Direktionsbüro

Hermann Scheidleder, Schauspieler

Hermann Scheidleder wurde 1949 in Linz geboren. Nach seiner Schauspielausbildung am Mozarteum in Salzburg

trat er sein erstes Engagement 1972/73 am Theater für Vorarlberg in Bregenz an. Es folgten Verpflichtungen in

Regensburg, am Burgtheater, in Bremerhaven, Darmstadt, am Wiener Volkstheater und am Theater in der Josefstadt.

Seit 1993 gehört Scheidleder zum Ensemble des Burgtheaters. In der Direktion Bachler war der vielseitige

Schauspieler in Produktionen von Sven-Eric Bechtolf (Rostands CYRANO DE BERGERAC, 1999, Büchners LEON-

CE UND LENA, 2001), und Martin Kusˇej (Schönherrs GLAUBE UND HEIMAT, 2001, Horváths GLAUBE LIEBE HOFF-

NUNG, 2002) zu sehen; weitere Rollen waren ein Pompfüneberer in Franz Wittenbrinks POMPES FUNEBRES

(2000), Don Zechiel in Buñuels VIRIDIANA (R. Dimiter Gotscheff, 2000), Anselm in Nestroys DER FÄRBER UND SEIN

ZWILLINGSBRUDER (R. Karlheinz Hackl, 2000), Braun, der Bär in REINEKE FUCHS nach Goethe (R. Michael Bogdanov,

2001), Justitiarius Staubmann in Nestroys DER ZERRISSENE (R. Georg Schmiedleitner, 2001), Erzbischof

von Orléans in Schillers DIE JUNGFRAU VON ORLEANS (R. Karin Beier, 2002) und Onkel Fritz in DAS FEUERWERK

(R. Michael Wallner, 2003). Im Kino sah man ihn in „Komm süßer Tod“ und „Drei Herren“. Derzeit steht Hermann

Scheidleder in Christoph Schlingensiefs Inszenierung von Jelineks BAMBILAND (2003) und Wittenbrinks MOZART

WERKE Ges.m.b.H. auf den Bühnen von Burg- und Akademietheater. Im Dezember feiert er Premiere in Gerhart

Hauptmanns VOR SONNENAUFGANG (R. Nicolas Stemann).

Was wäre für Sie das größte Unglück?

Wenn die Nachgeborenen vor mir sterben

Wo möchten Sie leben?

Wo ich grad bin

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

In den Armen eines geliebten Menschen sein

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Die eingesehenen

Ihre liebste Romanheldin?

Heidi (von Johanna Spyri)

Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?

Franz Jägerstätter, Sokrates

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Diane Fossey („Gorillas im Nebel“)

Ihre Lieblingsheldinnen in der Dichtung?

Antigone

Ihre Lieblingsmaler?

Hermann Nitsch, Gustav Klimt

Ihr Lieblingskomponist?

Johann Sebastian Bach und Arvo Pärt

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Intelligenz und Herzensgüte

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Herzensgüte und Intelligenz

Ihre Lieblingstugend?

Gelassenheit

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Essen

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Papst Johannes XXIII., Roncalli

Ihr Hauptcharakterzug?

Treu (+) Stur (-)

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Verlässlichkeit, Wahrhaftigkeit, Wärme

Ihr größter Fehler?

Unmäßigkeit

Ihr Traum vom Glück?

Immer nur lächeln

Was möchten Sie sein?

Niemand anderer

Ihre Lieblingsfarbe?

Schwarz

Ihre Lieblingsblume?

Steinnelke

Ihr Lieblingsvogel?

Der meinige

Ihr Lieblingslyriker?

H.C.Artmann

Ihr Lieblingsdramatiker?

Das Leben

Ihr Lieblingsstück?

Welches ich eben gerade probe

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Greenpeace, Befreiungstheologen

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Feministinnen im Patriarchat

Ihre Lieblingsnamen?

Peter, Regina

Was verabscheuen Sie am meisten?

Ideologien

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Diktatoren und Tyrannen

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Diese zu verweigern, mit allen Konsequenzen

Welche Reform bewundern Sie am meisten?

Reformation

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Viele Sprachen sprechen und verstehen

Wie möchten Sie sterben?

Ohne Angst, wenn möglich: heiter

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Leicht verkalktes Bergquellwasser

Ihr Motto?

Pflücke und iss den Tag!

Hermann Scheidleder in: Das Feuerwerk, Die Jungfrau von Orléans, Bambiland, Mozart Werke Ges.m.b.H.

Sylvia Abrokat auf at work ihren Gastspiel-Containern

HUNDE, SCHWEINE, SCHAFE, ZIEGEN GESUCHT!

Dritter Stock, die Etage der kaufmännischen Geschäftsführung: Die Messingschilder an den

Türen informieren, wer in dieser Abteilung tätig ist. Angeführt von Thomas Drozda, dem kaufmännischen

Direktor seit 1999, und seiner Stellvertreterin und Prokuristin Silvia Stantejsky,

seit 25 Jahren am Burgtheater, unterstützt vom Sekretariat (Erika Czochlar-Woniafka), der

Personalabteilung (Marina Schwab-Münich und Hans Prusa), dem für viele sehr wichtigen

Ernst Fürbach, auf dessen Türschild „Kassa” steht, und „Troubleshooter” Sylvia Abrokat –

dritte Tür, rechts. Ein Tisch, der zwei Drittel des kleinen Büros beansprucht, dominiert den

Arbeitsbereich. Neben Bildschirm und Tastatur, Telefon und Schreibtischlampe verdecken

viele Papierstapel, Ringordner, Notizzettel, Stifte und Kugelschreiber die Sicht auf die Tischplatte.

Hier herrscht Chaos, kontrolliertes Chaos.

Die Organisatorin

Sie spricht schnell, wenn sie von ihren umfassenden Aufgaben erzählt. So, als habe sie

Angst, die Zeit reiche nicht, alles unterzubringen. Sie bucht die Reisen und Hotelzimmer der

Regisseure, Bühnenbildner, Schauspieler, die zur Bauprobe anreisen müssen, und mietet

Wohnungen für die Probenzeit, wobei sie die Wünsche der Künstler berücksichtigen möchte:

groß, mit Badewanne, Waschmaschine, Internetanschluss, leise, hell und ganz in der Nähe

des Burgtheaters. Versteht sich. Auch wenn ein Flügel für eine Lesung mit Musikbegleitung

vorgesehen ist, wendet man sich an Sylvia Abrokat: Bösendorfer oder Steinway. Die blonde

Frau um die Vierzig sieht sich als Notrufzentrale. Zwar wird sie vom Direktionssekretariat und

dem Betriebsbüro unterstützt, doch sie hilft, wenn ein Unfall auf der Bühne passiert, eine

Schauspielerin die Stimme verliert oder jemand einen Rohrbruch in der Wohnung hat. Selbst

wenn Hunde, Schweine, Schafe oder Ziegen für eine Inszenierung vorgesehen sind, verhandelt

sie mit Zuchtvereinen und Dressurverbänden. Das sind Herausforderungen, die sie aufblühen

lassen. „Ich möchte alles zur besten Zufriedenheit erledigen, bin präzise und ehrgeizig,

verstehe mich als ruhender Pol – kann aber auch rabiat werden, wenn etwas nicht funktioniert.

Vor allem aber liebe ich das Theater.” Die Doggen in „Don Carlos” hat sie nach langem

Suchen gefunden; demnächst sind Schafe für einen großen Auftritt im Burgtheater gefragt.

Hoch das Bein!

Die gebürtige Wienerin zog als Achtjährige mit den Eltern nach Vorarlberg und kam mit 19 in

ihre Heimatstadt zurück. Ihre Liebe zu Literatur und Operette runden ihre Begeisterung für

Kultur und Kunst ab – ergänzt von ihrer Begeisterung für’s Nähen. Als die gelernte Hotelfachfrau

noch im Reisebüro angestellt war, verbrachte sie viele Abende im Theater. Da die Heizung

in ihrer kleinen Wohnung nicht funktionierte, zog die im Sternzeichen des Steinbocks

Geborene den Besuch im Burg- oder Akademietheater dem eines Kaffeehauses vor: „Die

Karte kostete damals 10 Schilling, weniger als ein Kaffee.”, schwärmt sie und zählt ihre Lieblinge

Paula Wessely, Attila Hörbiger, Michael Heltau oder Fritz Muliar auf. Von vielen hat Sylvia

Abrokat ein Autogramm. „Nach der Vorstellung wartete ich am Bühnentürl – nach einiger Zeit

kannten mich die Schauspieler schon. Und noch heute – nach 13 Jahren – ist es ein wunderbares

Gefühl, wenn ich das Burgtheater über den Bühneneingang betrete und die Bühnenluft

schnuppere.” Und trotzdem bleibt noch Zeit für ihre große Leidenschaft: Jeden Dienstag

Abend schwingt Sylvia Abrokat das Tanzbein: Walzer, Cha-Cha-Cha, Tango, Rumba –

mit verschiedenen Tanzpartnern. Der Andrang in der Tanzschule Stanek ist groß. Am Wochenende

wird Erlerntes perfektioniert, auf einem Ball oder in der Tanzschule.

Das Burgtheater auf Reisen

Der rote Samtteppich ist ein unübersehbares Detail im dritten Stock des Burgtheaters.

Ebenso nicht zu übersehen sind die schwarzen Kisten mit Rädern und Metallbeschlägen.

Schwarze Container, wie sie bei Rock-Konzerten üblich sind. Diese bringt man sofort mit

Sylvia Abrokat in Verbindung, denn sie gehören zum Reisegepäck der Gastspielbetreuerin.

Auf allen klebt ein A4-Blatt mit ihrem Namen, über den Inhalt sagt es nichts aus. Die Vermutung,

dass Büromaterial und Programmbücher an den Gastspielort befördert werden, wird

bestätigt. Dieser liegt meist weit ausserhalb der Grenzen Österreichs: in Hamburg, München,

Berlin, Landsberg, Bozen, Meran, Edinburgh, Moskau, Prag oder Antwerpen: „Es ist immer

besonders schön, wenn ich dabei sein darf, wie das Burgtheater, sein Ensemble, das Publikum

begeistert. Einen bleibenden Eindruck jedoch hat das Gastspiel in Moskau hinterlassen.

Wir gastierten mit ‚Die Möwe’ im Theater, in dem das Stück uraufgeführt wurde, es wurde in

deutscher Sprache ohne Übertitel gespielt. Beim Schlussapplaus herrschte Jubel, Blumen

wurde auf die Bühne gebracht und mir kamen vor Rührung die Tränen.” Sichtlich ergriffen erinnert

sich Sylvia Abrokat an diesen Moskaubesuch. Ihre Arbeit beginnt bereits mit der Gastspielanfrage:

Kalkulation, Zeitplan, Buchung der Reise, Betreuung vor Ort. Gemeinsam mit

Kolleginnen koordiniert Sylvia Abrokat den Ablauf – von der Reise bis zum Auftritt: Technik,

Maske, Garderobe, szenischer Dienst, Ensemble – alle unter ihrer Reiseleitung. Das Nationaltheater

in Prag war im Rahmen des deutschsprachigen Theaterfestivals ihre zuletzt besuchte

Gastspielstadt. Bereits jetzt wird die in zwei Jahren stattfindende Welttournee des

Burgtheaters geplant. Da wird Sylvia Abrokat oft ihre schwarzen Container packen.

Ulrike Spann


vor der Küste

Versuchung von Carles Batlle – Deutschsprachige Erstaufführung

„Keiner darf für dich entscheiden …“

Hassan ist aus Nordafrika illegal nach Spanien

gekommen. Dort besucht er Guillem, dessen Vater

ein enger Freund von Hassan war, und bittet

ihn um Hilfe, da er auf der Suche nach Arbeit

und nach seiner Tochter Aixa ist, die von Zuhause

weglief, um einer Zwangsheirat zu entkommen.

Guillem wiederum verfolgt seine eigenen Interessen

als „Arbeitsvermittler“. Außerdem hat er

sich gerade in ein Mädchen verliebt und es bei

sich aufgenommen: Aixa, sie ist seine Geliebte.

Er will sie heiraten. Aixa ist glücklich, ihre Flucht

überstanden und die Vergangenheit hinter sich

gelassen zu haben. Sie will ein neues Leben anfangen.

Alles läuft nach Plan. Bis ihr Vater

kommt ...

Im vergangenen Jahr wurden 18.652 Flüchtlinge

bei dem Versuch, die spanische Küste zu erreichen,

festgenommen, 104 Menschen wurden tot

an den Stränden angeschwemmt: Das Thema

des Stücks ist wahrlich aktuell in unserer ,Fest-

Florentin Groll, Mareike Sedl, Michele Cuciuffo

ung‘ Europa. Carles Batlle schreibt dabei nicht

von einer allgemeinen politischen oder moralischen

Warte aus, sondern er erzählt vom Zusammentreffen

dreier Menschen mit ihrer jeweils

ganz persönlichen Geschichte, von ihrem Verhältnis

zu Heimat und Exil, von ihren Ängsten und

ihren Sehnsüchten. Im Vorwort zu einem seiner

früheren Stücke schreibt Batlle: ,Da wir in einer

Zeit tiefer Orientierungslosigkeit und ideologischer

so wie moralischer Ratlosigkeit leben, erscheint

es mir völlig unnötig, auf einem Theater zu bestehen,

das sich der alten Debatte von Ideen widmet.

All die Fragen, die sich vor dem Hintergrund

dieser Orientierungslosigkeit, des Mangels an

zwischenmenschlicher Kommunikation und des

Kannibalismus der menschlichen Beziehungen

eröffnen, sollte sich mittels eines Theaters zum

Ausdruck bringen (nicht beantworten!) lassen,

das sich vermittelt in der Unsicherheit, der Angst,

dem Nicht-Gesagten.

(Der Übersetzer Thomas Sauerteig über „Versuchung“)

VERSUCHUNG

von Carles Batlle – Deutschsprachige Erstaufführung – Deutsch von Thomas Sauerteig

Michael Schöndorf, geb. 1971 in Zürich, Studium

der Germanistik und Geschichte in Basel

und Berlin; Hospitanzen und Assistenzen in Basel

und Berlin, seit der Spielzeit 01/02 Regieassistent

am Burgtheater; Arbeiten u. a. mit Andrea Breth,

Klaus Michael Grüber, Christoph Schlingensief,

Igor Bauersima und Friederike Heller; eigene Arbeiten

im Kasino: „Bomb Song“ von Thea Dorn,

„Jarhead“ nach Anthony Swofford.

Carles Batlle, geb. 1963 in Barcelona, ist wie

Sergi Belbel Hausautor und Dramaturg am Katalanischen

Nationaltheater in Barcelona und unterrichtet

am Institut für Theater sowie an der Autonomen

Universität Barcelona. 1999 wurde er

für sein Stück „Suite“ mit dem Sociedad General

Autores España ausgezeichnet und 2001 für sein

Stück „Oase“ mit dem Premis Born, dem wichtigsten

spanischen Dramatikerpreis. Erstmals wurde

Versuchung (Temptacio) beim Berliner Stückemarkt

2004 in einer szenischen Lesung vorgestellt.

Die Uraufführung erfolgte am 2. November

am Nationaltheater in Barcelona. Derzeit arbeitet

er an einer Romanbearbeitung von „Versuchung“.

REGIE Michael Schöndorf BÜHNE Eva-Maria Schwenkel KOSTÜME Dajana Dorfmayr VIDEO Thomas Fürhapter SOUNDDESIGN Ingo Pußwald

MIT Mareike Sedl; Michele Cuciuffo, Florentin Groll

Premiere am 12. Dezember im Vestibül – Weitere Vorstellungen am 14., 15., 17. und 18. Dezember


vorschläge

IMPRESSUM vorspiel. Das Magazin des Wiener Burgtheaters erscheint fünfmal jährlich als Sonderbeilage der Tageszeitung der Standard.

Medieninhaber: der Standard Verlagsgesellschaft mbH. 3430 Tulln, Königstetter Strasse 132.

Herausgeber: Direktion Burgtheater GesmbH, 1010 Wien, Dr. Karl Lueger-Ring 2. Redaktion: Dramaturgie Burgtheater.

Gestaltung: richy oberriedmüller / bernhard schmitz, section.d. Hersteller: Goldmann-Zeitungsdruck GesmbH, 3430 Tulln, Königstetter Strasse 132

HEUTE ABEND: LOLA BLAU

MUSICAL FÜR EINE SCHAUSPIELERIN

VON GEORG KREISLER MIT CHRISTIANE VON POELNITZ

Georg Kreisler schrieb dieses Musical 1971, und es wurde

schnell zu einem viel gespielten Erfolgsstück. Die Lebensgeschichte

der imaginären Kabarettsängerin Lola Blau

erzählt ein jüdisches Künstlerschicksal des 20. Jahrhunderts:

1938 muss Lola Blau aus Österreich in die Schweiz

emigrieren, wo sie als Nachtclubsängerin auftritt. In Amerika

macht sie Karriere als Showstar, begleitet von Einsamkeit,

Alkohol und Tabletten. Als sie nach Österreich zurückkehrt,

muss sie feststellen, dass sich die Menschen dort wenig

verändert haben.

Ausstattung Elke Gattinger

Musikalische Leitung/Klavier Johannes Falkenstein

Im Kasino am 11. und 21. Dezember

UNBEKANNTES BEKANNTES

Die neue Matinee-Reihe im Akademietheater!

NR. 3 STEINER/NIETZSCHE:

GEBURT UND TOD DER TRAGÖDIE

Es lesen Wolfgang Gasser und Daniel Jesch

Im Akademietheater 14. November, Beginn 11 Uhr

NR. 4 PLATON: DAS GASTMAHL

Im Akademietheater im Jänner, Beginn 11 Uhr

HÄUPTLING ABENDWIND

MATINEE ZUGUNSTEN DER „SCHMETTERLINGSKINDER”

Die Akademietheater-Techniker laden zu einer Benefiz-

Matinee mit „Häuptling Abendwind”, dem erfolgreichen

Nestroy-Programm von Robert Meyer und Georg Wagner.

Der Erlös geht zugunsten der „Schmetterlingskinder”: Sie

leiden unter einer schrecklichen, genetisch bedingten und

derzeit nicht heilbaren Hauterkrankung. Mit Ihrer Spende

unterstützen Sie den Bau eines Forschungs- und Behandlungszentrums.

Mehr über die Schmetterlingskinder finden

Sie unter www.schmetterlingskinder.at

Im Akademietheater am 12. Dezember, Beginn 11 Uhr

SPIELTRIEBE IM KASINO

NR. 17: DIE AUFZEICHNUNGEN DES MALTE LAURIDS

BRIGGE VON RAINER MARIA RILKE

In dem 1910 veröffentlichten Roman träumt sich Rilke in

die Gestalt eines dänischen Edelmannes hinein, der nach

dem Bankrott seines Hauses versucht, in einer Pariser

Dachkammer als Dichter zu leben. Der Leser wird in die

Welt der Wahrnehmungen und Reflexionen des Einsamen

gelockt, Bilder aus einer vornehmen Kindheit voll gefährlicher

Vorzeichen, grausige Eindrücke aus der Sphäre der

Armen und Kranken und eine Prozession mittelalterlicher

Monstren wie von einem halbzerfetzten flämischen Wandteppich

schlingen sich ineinander.

Mit Sylvia Haider und Patrick O. Beck

Am 6. und 8. November, Beginn 21 Uhr

(am 6. November im Anschluss DJ)

NR. 18: PAS DE DEUX VON JOHN BIRKE

Er und Sie lernen einander kennen, werden ein Paar und

trennen sich wieder. Mit Ironie und Witz beschreibt John

Birke den Versuch einer modernen Beziehung vom ersten

Gespräch am Kaffeeautomaten über die erste gemeinsame

Nacht bis zum Danach. Mit „pas de deux“ wurde John

Birke zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens 2004

sowie zum „Wochenende junger Dramatiker“ an den

Münchner Kammerspielen eingeladen.

Mit Pauline Knof und Raphael von Bargen

Am 8. und 9. Dezember, Beginn 20 Uhr (im Anschluss DJ)

SPIELTRIEBE-REPRISE „DIE ZOOGESCHICHTE“

Am 13., 14. und 19. November, Beginn jeweils 20 Uhr

Wir danken unseren HAUPTSPONSOREN:

KASINOTE: WALDECK PRESENTS

SAINT PRIVAT

Saint Privat sind die Sängerin Valerie und Downtempo-

Mastermind Waldeck, begleitet von E-Gitarre, Bass und

Besenschlagzeug. Ein Ausflug an die französische Riviera

der Sixties, eine Erinnerung an die Rythmen des Bossa

Nova als Ausdruck jenes glamourösen „savoir vivre“, der

Lenbensfreude dieser Zeit: „Tous les jours – mon amour!“

Im Kasino am 16. November, Einlass: 19 Uhr 30,

on stage: 20 Uhr 30, Eintritt: € 10,-

WEIN IM BURGTHEATER

„Theater und Wein

sind auf vielfältige

Weise miteinander

verknüpft...“

In der Pause trifft man sich an der Weinbar im Pausenfoyer

des Burgtheaters: ein kommunikativer Ort mit edlen Tropfen

von gefeierten Weingütern Österreichs. Ab dieser Saison

ist Willi Bründlmayer mit verschiedenen Weinen vertreten:

vom eleganten Grünen Veltliner von den Kamptaler

Terrassen bis zum legendären Zöbinger Heiligenstein.

„Ich denke, Theater und Wein sind auf vielfältige Weise miteinander

verknüpft. Jeder Wein, jeder Theaterabend ist einmalig

und unwiederholbar. Beide entstehen aus einem ehrlichen,

mühevollen und inspirierten handwerklichen Prozeß.

Der Wein - wie das Theater - vermag zu trösten, zu erheitern;

er besänftigt und feuert an, er verstärkt Gefühle im

Menschen: Fröhlichkeit und Trauer, Zärtlichkeit und Gewalt.

Genauso wie das Theater erzählt er Geschichten und bringt

Begriffe und Bedeutungen in neue Zusammenhänge.“

BETREFF: Weihnachten kommt bestimmt

Datum: 11. November 2004

Von: Rotraut Schöberl www.leporello.at

An: Redaktion Vorspiel

Bücher sind einfach die allerbesten Geschenke! Die

Auswahl ist vielfältig und die neuen Romane von Umberto

Eco, Rafael Chirbes, Terézia Mora oder Amos

Oz und Rafik Schami sind berührend, interessant

und spannend gleichzeitig. Informativ und packend

die neuen Bildbände wie zum Beispiel Michael Martins

prachtvolle WÜSTEN DER WELT oder die

großartige Bild-Enzyklopädie DIE ERDE mit unglaublichen

3200 Fotos und dann (Danke, Hans Magnus

Enzensberger!) das Comeback eines Weltstars mit

Kosmos. Der Entwurf einer physischen Weltbeschreibung

des genialen Abenteurers, der das gesamte

Wissen seiner Zeit sammeln wollte: Alexander von

Humboldt. Sie müssen übrigens nicht zwangsläufig

eine Südamerikareise dazu schenken...Und die vielen

neuen Theaterbücher, dabei erzähle ich jetzt gar

nicht vom Band über Andrea Breth in der EDITION

BURGTHEATER oder vom DOSSIER: ELFRIEDE JE-

LINEK, sondern von den beiden SCHILLER-BIO-

GRAPHIEN von Sigrid Damm und Rüdiger Safranski,

von Stephen Greenblatts WILL IN DER WELT – WIE

SHAKESPEARE ZU SHAKESPEARE WURDE und

vom passionierten Musikliebhaber Volker Gebhardt,

der in seiner ungewöhnlichen und reich bebilderten

Operngeschichte FRAUEN IN DER OPER von starken

Frauen und deren (Opern-)Rollen erzählt. Und

Jürgen Flimms THEATERGÄNGER, die Gespräche

mit George Tabori oder das liebevolle Begleitbuch zur

Hans Moser Ausstellung – gut, dass Leporello im

Burgtheater täglich von 17 bis 22 Uhr geöffnet hat!

Weihnachten

und Silvester

STILL

OTTO LECHNER & KLAUS TRABITSCH

& DIE BETHLEHEM ALLSTARS

Sieben Musiker, die aus der österreichischen Musikszene

nicht mehr wegzudenken sind, präsentieren dieses

Jahr ihre Bearbeitungen bekannter Weihnachtslieder im

Burgtheater: Aus „wahrer Liebe“ zu den alten, traditionellen

Weihnachtsliedern haben sie diese ihrer Texte entkleidet,

liebevoll neuarrangiert, als Instrumentalversionen

wiedergeboren und musikstilmäßig in ein neues globales

Gewand gekleidet. Mit exotischem Behang aus der Balkan-,

Maghreb- oder Karibikregion geschmückt, klingt

altes Liedgut wieder frisch, wie gestern komponiert.

Otto Lechner (Akkordeon, Melodica), Klaus Trabitsch

(Gitarren, Steeldrum), Adula Ibn Quadr (Violine), Georg

Graf (Saxophone, Klarinetten), Christoph Petschina

(Bässe), Peter Rosmanith (Perkussion)

Im Burgtheater am 14. Dezember, Beginn 20 Uhr

HÄNSEL UND GRETEL

Kinder (ab 6 Jahren) wie Erwachsene können sich auf

HÄNSEL UND GRETEL im Burgtheater freuen: am 23.

und 25. Dezember (Doppelvorstellungen nachmittags

und abends) steht Wolfgang Wiens Bearbeitung dieses

„klassischsten“ aller Märchen wieder auf dem Spielplan!

SILVESTER

Auf das neue Jahr 2005 stimmen in der Burg Thomas

Bernhards DIE MACHT DER GEWOHNHEIT, im Akademietheater

Franz Wittenbrinks MOZART WERKE

Ges.m.b.H. und im Kasino René Pollesch’ HALLO

HOTEL...! theatralisch-musikalisch ein. Zusätzlich zeigen

im Burgtheater um 16 Uhr und 22 Uhr 30 Karlheinz

Hackl und Heinz Marecek ihr Programm WAS LACHEN

SIE ? und im Akademietheater geigen MNOZIL BRASS

auf. Der Vorverkauf für alle Silvestervorstellungen hat

bereits begonnen!

Achtung! Am 1. Jänner zeigt Josef Hader sein neues

Programm im Burgtheater: HADER MUSS WEG.

VIVA-INTEGRATIVES KINDERTHEATER

ist mit 2 Aufführungen zu Gast: IM LAND DER ANDEREN

und LASS MICH IM HIMMEL. (geschlossene Vorstellungen)

im Kasino von 13. bis 17. Dezember, Beginn 20 Uhr

NACHWEISE: Bilder Georg Soulek (Titel, S.7 „Rimini Protokoll“, S.15 „Hänsel und Gretel“), Reinhard Werner

(S.9 „Elisabeth Orth“, „Ignaz Kirchner“, S.12 „Mozart Werke Ges.m.b.H.“, „Das Feuerwerk“, „Hermann Scheidleder“,

„Sylvia Abrokat“, S.13 „Versuchung“, S. 15 „Weinbar“), Sebastian Hoppe (S.11 „Nicolas Stemann“), Christian

Brachwitz (S.12 „Bambiland“), Christian Schoppe (S. 15 „Christiane von Poelnitz“), Ekko von Schwichow

(S.4 „Umberto Eco“), Lillian Birnbaum (S. 4 „Peter Handke“), Brigitte Friedrich (S. 4 „Friederike Mayröcker“), Isolde

Ohlbaum (S.4 „Elfriede Jelinek“); 2004; Foto von Tennessee Williams auf S.8 aus Richard Leavitt „The World

Of Tennessee Williams“, New York1978; Foto auf S.5 von Robert Huber in „du“ no. 749, Sept. 2004.

Texte S.3 Originalbeitrag, S.5 Das Gespräch führte Sebastian Huber, S.8 Originalbeitrag von Albert Ostermaier,

S.9 Der Text von Kenneth Tynan zuerst veröffentlicht in: Mademoiselle, Februar 1956; abgedruckt in, K.T., Curtains,

New York 1961; dt. von Karin Rausch, S.11 Das Interview mit Nicolas Stemann führte Joachim Lux, S.12

„Sylvia Abrokat“ von Ulrike Spann.

und unseren FREUNDEN UND FÖRDERERN: waagner-biro, Palmers AG, Casinos Austria, BankAustria - Creditanstalt, Fernwärme Wien, Österreichische

Nationalbank, Österreichische Elektrizitäts-Wirtschafts AG Verbund, WIEN ENERGIE, DieDrucker Agens&Ketterl, BAWAG, PSK, Wienstrom, Österreichisches Verkehrsbüro,

Schlumberger Wien, Wiener Städtische Versicherung, Telekom Austria.

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