Burg Trifels – Machtzentrum in der Stauferzeit

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Burg Trifels – Machtzentrum in der Stauferzeit

Burg Trifels Machtzentrum in der Stauferzeit

Allgemeine Informationen/Burgname

Geschichte

Gründung Gründung Gründung im im im 11. 11. 11. Jahrhundert

Jahrhundert

Jahrhundert

12. 12. Jahrhundert

Jahrhundert

13. 13. 13. Jahrhundert

Jahrhundert

Jahrhundert

14. 14. Jahrhundert

Jahrhundert

15. 15. 15. Jahrhundert

Jahrhundert

Jahrhundert

16. 16. Jahrhundert

Jahrhundert

17 17./18. 17 /18. /18. Jahrhundert

Jahrhundert

19 19./20. 19 /20. /20. Jahrhundert

Jahrhundert

Baubeschreibung

Hauptturm

Hauptturm

Palas Palas

Palas

Brunnenturm

Brunnenturm

Ringmauer Ringmauer und und und Torweg Torweg

Torweg

Allgemeine Informationen/Burgname

Der Trifels erhebt sich auf einem langgestreckten, etwa 150 Meter langen, schmalen

Felsriff auf dem Gipfel des fast 500 Meter hohen Sonnenbergs bei Annweiler. Die

Burganlage ist von Januar bis November zugänglich (Eintritt).

Die Bedeutung des Burgnamens „Trifels“ ist umstritten: Die ältere Deutung „triefender

Fels“ wird heute generell abgelehnt. Auch verbietet sich die vor allem im 19. Jahrhundert

vertretene Ansicht, Burg Trifels sei mit den benachbarten Burgen Anebos und

Scharfenberg als Burgenkomplex (drei Anlagen) zu sehen, von selbst: Es gab nämlich

neben den vorgenannten Burgen zwei weitere Burgstellen in unmittelbarer Nähe. Heute

wird angenommen, dass die Vorsilbe „Tri“ „drei“ bedeutet und „fels“ sich auf das

eigentliche Burgareal bezieht. Wahrscheinlich bestand der für den Burgbau genutzte

Bereich ursprünglich aus drei einzelnen Felsen.

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Geschichte

Luftaufnahme der Burg Trifels von Manfred Czerwinski

Die Geschichte der Burg ist grob in vier Phasen zu untergliedern:

1. die Gründung und die große Zeit vom späten 11. bis zum Ende des 13. Jahrhunderts

2. die Zeit als pfalzgräfliche beziehungsweise pfalz-zweibrückische Burg (1330-1635)

3. die Zeit nach der Burgzerstörung und der Trifels als Steinbruch

4. die Restaurierungen seit 1841 und der Wiederaufbau im 20. Jahrhundert

Gründung Gründung im im 11. 11. Jahrhundert

Jahrhundert

In zwei 1099/1105 beziehungsweise 1143/52 verfassten Schenkungsbüchern des Benediktinerklosters

Reichenbach wird Burg Trifels erstmals erwähnt. Den Handschriften

ist einerseits zu entnehmen, dass sich 1081 Diemar, möglicherweise ein Ritter, nach

dem Trifels benannte, andererseits er vor seinem Eintritt in das Kloster Hirsau den Trifels,

den er als „seine Burg“ bezeichnete, einem namentlich nicht genannten König

übergeben hatte. Gemeint war offensichtlich nicht König Heinrichs IV., sondern dessen

Gegenkönig Hermann von Salm. Daher ist nicht eindeutig geklärt, ob die Burg von

Anfang an als Reichsburg anzusehen ist.

12. 12. Jahrhundert

Jahrhundert

Als Reichsburg ist der Trifels mit Sicherheit seit 1113 anzusehen. Dies ergibt sich aus

politisch-militärischen Konflikten zwischen den salischen Königen und den Grafen von

Saarbrücken. In diesem Zusammenhang hatte 1112 Kaiser Heinrich V. den Mainzer

Erzbischof Adalbert I. gefangen genommen und von ihm im April des nachfolgenden

Jahres die Herausgabe des Trifels erzwungen. Die Burg muss sich dementsprechend

bis zu diesem Zeitpunkt in der Hand des Mainzers befunden haben.

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Zwischen 1113 und 1116 werden in kaiserlichen Urkunden drei Reichsministeriale,

nämlich Konrad, Werner und Heinrich „von Trifels“ genannt, die von Heinrich V. wohl

mit der Burgverwaltung betraut worden waren. Die Anlage ließ der Kaiser damals

multifunktional nutzen: einerseits als Gefängnis, andererseits als Schatzkammer. So

waren in der Burg von 1113 bis 1115 der Adelige Wiprecht von Groitzsch inhaftiert

und seit 1125 Reichsinsignien verwahrt.

In der Stauferzeit wuchs die Bedeutung der Anlage stetig. Sie diente weiterhin als Gefängnis

für hochrangige Gefangene und Lagerort des Reichsschatzes. Auffällig ist auch

die anwachsende Zahl der Königsaufenthalte. Im Gegensatz zu Friedrich I. „Barbarossa“,

der die Burg lediglich zwei Mal aufsuchte, machte sie Kaiser Heinrich VI. zu einem

Zentrum des politischen Geschehens und suchte die Anlage mehrfach auf. Vor allem

aber galt die Inhaftierung des englischen Königs Richard I. („Löwenherz“) bei den

Zeitgenossen als Sensation. 1193 hatte der Kaiser den auf der Rückkehr von einem

Kreuzzug in Gefangenschaft geratenen Engländer vorübergehend auf dem Trifels inhaftiert.

Erst nach einer Lösegeldvereinbarung kam Richard 1194 wieder auf freien

Fuß.

Bemerkenswert ist, dass erst eine bereits 1193 erfolgte Lösegeldteilzahlung es Kaiser

Heinrich VI. ermöglicht hatte, einen (Kriegs-)Zug nach Italien zu unternehmen. Zu Jahresbeginn

1194 sammelten sich Adel und Kriegsknechte in großer Zahl im und im

Umkreis des Trifels und brachen noch im Frühling nach Süden auf. Das Ziel des „Italienzugs“,

die Eintreibung des sizilianischen Erbes des Kaisers, konnte erreicht werden.

Ein Jahr später trafen nicht nur der normannische Königsschatz, sondern auch hochrangige

sizilianische Gefangene, darunter Erzbischof Nikolaus von Salerno, auf Burg

Trifels ein. Der Reichsministeriale Wezel von Berg, dem die Burg unterstellt war, entließ

die Sizilianer erst 1198 auf Befehl König Philipps von Schwaben in die Freiheit. Die

Burganlage blieb aber weiterhin Verbannungsort, wie die Inhaftierung von Erzbischof

Bruno IV. von Köln beweist. Er hatte 1206 das zweifelhafte Vergnügen, auf der Burg,

wenn auch nur vorübergehend, sein Dasein zu fristen.

13. 13. 13. Jahrhundert

Jahrhundert

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts kam es zu politischen Verwerfungen im Reich, die

auch den Trifels tangierten. Insbesondere durch die Ermordung König Philipps rückte

die Burg in den Blickpunkt der Zeitgenossen. Nach dem Tod des Königs hatte 1208

Bischof Konrad III. von Speyer die Reichskleinodien auf die Burg bringen lassen und

übergab sie erst dem neuen König Otto IV., nachdem dieser ihm sein (bisher ausgeübtes)

Amt als (Reichs-)Kanzler ausdrücklich bestätigt hatte.

Auch der Königsnachfolger Ottos, der Staufer Friedrich II., maß der Burg (und Annweiler)

große Bedeutung zu. Seit 1215 befand sich der Trifels in seiner Hand und 1219

verlieh er Annweiler das Stadt- und Münzrecht. Vor allem das Münzrecht hatte Auswirkungen

für die Burg, denn der Ertrag sollte ausdrücklich für den Bauunterhalt des Trifels

verwendet werden. So verwundert es nicht, dass damals umfangreiche Baumaßnahmen

durchgeführt wurden.

Auch unter König Heinrich VII., dem Sohn Friedrichs II., blieb die große Bedeutung von

Burg Trifels als eines der „Zentren der Reichsgewalt“ erhalten. 1235 weigerte sich

Heinrich VII. im Zusammenhang mit einem schweren Zerwürfnis mit dem kaiserlichen

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Vater, die Burg und damit wohl auch die Reichsinsignien an diesen herauszugeben.

Ob es dabei zu einer förmlichen Belagerung des Trifels durch Kaiser Friedrich II. kam,

ist jedoch urkundlich nicht nachgewiesen.

Offensichtlich setzte der siegreiche Vater mit dem Deutschordensritter Konrad von

Osternohe, der 1239 als „Komtur vom Trifels“ bezeichnet wurde, einen Parteigänger

als Burgverwalter ein. Dieser beaufsichtigte wohl auch das seit 1241 nachgewiesene

„Amt Trifels“. Konrad von Osternohe folgten 1242 der Reichsministeriale Konrad

Kropf von Flüglingen und 1245/46 der Reichstruchsess Philipp I. von Falkenstein als

Burggrafen und Amtsverwalter.

1246 bestätigte König Konrad IV. der Ehefrau des vorgenannten Reichstruchsessen,

dass er von ihr nicht nur die Reichsburgen Trifels, Guttenberg, Falkenburg, Neukastel,

Spiegelberg und Anebos, sondern auch die auf dem Trifels verwahrten Reichsinsignien

erhalten habe. Offensichtlich wurden die Reichsinsignien nicht oder nur kurzfristig

weggeführt, denn der Reichsministeriale Wilhelm von Wimpfen, der 1251 als Burggraf

bezeichnet worden war, wird zwei Jahre später ausdrücklich als „Aufseher“ der Reichsinsignien

auf dem Trifels“ bezeichnet.

Auch nach dem Ende der Herrschaft staufischer Könige und Kaiser blieb während des

Interregnums die Bedeutung der Burg als Lagerort der Insignien erhalten. Nichts belegt

dies deutlicher als eine Textstelle in einem Brief, den 1255 der römisch-deutsche

König Wilhelm von Holland an seinen Kanzler, Abt Lubbert von Egmond, versandt

hatte. Er schrieb damals, es sei der „Gipfel der Freuden“, den Trifels und die Reichsinsignien

zu besitzen.

Auch sein Nachfolger als römisch-deutscher König (1257), der Engländer Richard von

Cornwall, war spätestens 1259 in den Besitz der Burg und der Insignien gekommen,

deren Wichtigkeit 1263 Papst Urban IV. in einem Brief an Richard ausdrücklich betont

hatte.

Die Burgverwaltung und Bewachung der Reichsinsignien oblag damals erneut Philipp

I. von Falkenstein, darüber hinaus auch seinem Sohn. Dies ergibt sich aus einem überlieferten

Vertrag des Jahres 1266, in dem der bauliche Unterhalt des Trifels und der

Nachbarburg Anebos geregelt wird. Diese Aufgabe hatte nun Philipp II. von Falkenstein,

ein Sohn des Reichstruchsessen, wahrzunehmen.

Erst 1273 endete die Amtzeit des Falkensteiners. Ihm folgte Reinhard III. von Hohenecken,

der den Trifels und die Herrschaftsinsignien dem neu gewählten König Rudolf

von Habsburg übergab. Es ist unübersehbar: Mit der Königswahl Rudolfs und dem

damit verbundenen Ende des Interregnums 1273 begann der erst langsame, dann

sich beschleunigende Bedeutungsverlust von Burg Trifels. Der König ließ nämlich die

Reichskleinodien umgehend auf die Kyburg in der Schweiz verbringen. Daran änderte

auch die kurzfristige Rückkehr des Reichsschatzes nichts, die der Nachfolger Rudolfs

von Habsburg, König Adolf von Nassau, veranlasst hatte, denn nach der verlorenen

Schlacht von Göllheim 1298, in der Adolf den Tod fand, ließ der Sieger Albrecht von

Habsburg den Reichsschatz, nunmehr endgültig, abtransportieren.

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14. 14. 14. Jahrhundert

Jahrhundert

Jahrhundert

König Rudolf bestimmte die Anlage zum Sitz eines hohen Beamten, des Landvogts im

Speyergau, und ließ die Burg wie bisher von einem Burggrafen verwalten. Bemerkenswert

bleibt jedoch, dass noch 1310 König Heinrich VII. bei der Ernennung des

Grafen Georg I. von Veldenz zum Landvogt im Speyergau verfügt hatte, Georg habe

eine größere Geldsumme in die Baulichkeiten der Burgen Trifels und Neukastel zu

investieren. Wahrscheinlich erfolgten auch 1338 weitere Baumaßnahmen.

Dies änderte jedoch nur wenig, eigentlich nichts am schleichenden Bedeutungsverlust

der Burg, wie eine folgenschwere Entscheidung König Ludwigs des Bayern zeigt. Er

verpfändete nämlich 1330 den Trifels an die Pfalzgrafen Rudolf II. und Ruprecht I. von

der Pfalz. Die Pfalzgrafen betrachteten in der Folgezeit das Pfand Trifels mehr und

mehr als Eigentum. Daran änderte auch 1353 der Hinweis König Karls IV., der Trifels

sei letztlich Reichseigentum und kein pfalzgräfliches Erbgut, nur wenig. Schließlich war

der König letztlich nicht in der Lage, die Burg wieder aus der Pfandschaft zu lösen.

Die Pfalzgrafen behandelten daher das „Pfandgut Trifels“ ähnlich ihrem sonstigen Eigentum

und ließen weiterhin Burg und Amt durch ihre Beamten verwalten.

15. 15. 15. Jahrhundert

Jahrhundert

Auch in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts änderte sich daran nichts. Schlimmer

noch: Zwischen 1402 und 1407 wurde der Trifels gar als Pfandobjekt der Pfalzgrafen

genutzt, das man an diverse Adelige unterverpfändete.

Bald darauf folgte ein Besitzwechsel. Bei der pfälzischen (Erb-)Teilung von 1410 fiel

das Reichspfand Trifels zusammen mit der benachbarten Burg Scharfenberg in das Los

von Herzog Stephan von Pfalz-Zweibrücken. Auch er nutzte den Trifels wie seine Vorgänger.

Nun verwalten pfalz-zweibrückische Amtleute die Anlage und es folgten erneut

drei Unterverpfändungen in den Jahren 1427, 1432 und vor 1442.

Das Jahr 1486 gilt als große Zäsur, der Trifels verlor nun auch de jure seinen Status

als Reichsburg. Damals verzichtete nämlich Kaiser Friedrich III. endgültig auf die (immer

noch mögliche) Wiedereinlösung. Mit anderen Worten, der Trifels war und blieb

von nun an bis zum Ende des alten Reichs in pfalz-zweibrückischer Hand.

16. 16. Jahrhundert

Jahrhundert

Jahrhundert

Die nächsten Jahrzehnte verliefen eher unspektakulär, offenkundig wurde jedoch der

gleichzeitige Niedergang des Trifels auch als Verwaltungssitz. Seit 1509 verwaltete der

Amtmann auf Burg Neukastel den Trifels in Personalunion, das heißt der Amtssitz befand

sich nun auf Burg Neukastel. Lediglich ein Burgvogt, der eher als Hausverwalter

anzusehen ist, blieb auf dem Trifels zurück.

Diese Zwischenphase endete 1558/65. Damals endete auch de jure die bisher noch

bestehende Verwaltungseinheit „Trifels“, man inkorporierte sie nun in das Amt Neukastel.

Auch den fortifikatorischen Wert hatte der Trifels offensichtlich weitgehend eingebüßt,

das militärische Kommando lag seit 1565 bei einem Hauptmann mit Sitz auf

Neukastel.

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Vom Bauernkrieg 1525 war der Trifels nur wenig betroffen. Bauern hatten die Burg

besetzt, offensichtlich jedoch weder geplündert noch beschädigt. Möglicherweise

mangelte es schon damals an wertvollem Gut. Daher ist die oft zu lesende Ansicht,

spätere Baumaßnahmen seien im Zusammenhang mit diesen Vorfällen zu sehen, eher

unwahrscheinlich. 1568, also mehr als 40 Jahre nach Beendigung des Bauernkriegs,

hatte Herzog Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken den Amtskeller von Neukastel angewiesen,

er habe die Räumlichkeiten der Burg instand zu setzen, insbesondere die Türen

und Fenster diebstahlsicher zu machen. Offensichtlich bewohnten schon damals

nur noch ein oder zwei Menschen den Trifels. Ein 1595 verfasstes Inventar benennt

einerseits die damals noch nutzbaren Räumlichkeiten wie Kapellen, Ritter- und Pfortenhaus,

Kaiser- und Burgvogtstube, Küche, Backhaus, Speicher, Eisenkammer und

zwei Marställe, beweist jedoch eindrucksvoll deren geradezu armselige Ausstattung an

Mobiliar und Waffen. Eine permanente Nutzung zu Wohnzwecken war eigentlich ausgeschlossen,

auch militärisch besaß die Burg keinerlei Wert. Dies belegen zwei weitere

Inventare der Jahre aus den 80er und 90er Jahren des 16. Jahrhunderts.

17 17./18. 17 /18. /18. Jahrhundert

Jahrhundert

1602 wurde die Burg während eines schweren Unwetters vom Blitz getroffen und

brannte teilweise aus. Obwohl der Umfang des in einem Schreiben erwähnten Brandschadens,

insbesondere auch die betroffenen Gebäude unbekannt sind, kann angenommen

werden, dass vor allem das Dach und die oberen Geschosse des Palas,

möglicherweise auch der Hauptturm in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Beschädigungen

wurden, wenn überhaupt, offensichtlich nur notdürftig behoben. Endgültig

wurde der Trifels jedoch erst 1635 aufgegeben. 1661 fehlten bereits Dächer, Türen

und Fenster, selbst der Zugangsweg war nur noch schwer begehbar. Man nutzte die

Burg in den Folgejahren als billigen Steinbruch, insbesondere entfernte man die Marmorverkleidung

der Kapelle, entnahm die restlichen Türen und Fenster. 1670 befand

sich lediglich der Brunnenturm noch in gutem Zustand. Ins Auge gefasste Instandsetzungsmaßnahmen

unterblieben. Im Gegenteil, man setzte mit dem Ausbruch und Abtransport

zahlreicher Säulen das Zerstörungswerk fort, das bereits 1660 begonnen

hatte. 1706 überließ die (schwedische) Regierung in Zweibrücken den ruinösen Bau

der Stadt Annweiler als Steinbruch.

19./20. 19./20. Jahrhundert

Jahrhundert

Sicherungsmaßnahmen führte man seitens der königlich bayrischen Staatsregierung

spätestens seit 1841 durch. Diese bezogen sich anfangs vor allem auf den Hauptturm:

Die Kapellengewölbe und die Außenseite der Turmwestwand wurden wieder hergestellt.

1861 kam es darüber hinaus zu umfangreichen Aufräumungsarbeiten mit dem

Ziel, die Burg besser zugänglich zu machen. Initiator dieser Maßnahmen war der damals

neugegründete Trifels-Verein. 1880 folgte die Sanierung des Brunnenturms und

1882 die Wiederherstellung der steinernen Bogenbrücke zum Burghof.

Wissenschaftlich fundierten Grabungen im Jahre 1935 folgte seit 1937/38 der teilweise

politisch motivierte (Teil-)Wiederaufbau, der in den 40er Jahren kriegsbedingt nur

halbherzig weitergeführt wurde. Diese Baumaßnahmen beruhten auf Planungen von

Rudolf Esterer, der dem Leitgedanken huldigte, den Trifels in eine nationale Weihestätte

umzuwandeln. Geplant waren der Neubau des Palas, die Erhöhung des Hauptturmes

sowie die Errichtung weiterer Gebäude. Esterer orientierte sich nicht immer am

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historischen Bauzustand. Gleichwohl passen sich die Neubauten optisch zumindest

äußerlich dem historischen Bestand an.

Das 1938 begonnene umfangreiche Bauvorhaben steckte bei Kriegsausbruch noch in

den Anfängen und wurde zunehmend langsamer weitergeführt. Der Rohbau des Palas

war bei Kriegsende fast fertig gestellt, doch mangelte es an einem Dach, dies konnte

erst 1946 aufgesetzt werden. Diese Maßnahmen fanden einen Abschluss 1966 mit der

Aufstockung des Bergfrieds. Seither erfolgten zahlreiche größere und kleinere Sanierungsmaßnahmen,

jedoch nicht der weitere Ausbau nach den Planungen Esterers.

Vor allem der Wiederaufbau großer Teile des Trifels in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts

gab in den vergangenen Jahrzehnten zu Diskussionen Anlass. Bernhard Meyer,

dessen Werk zur mittelalterlichen Baugeschichte des Trifels wegweisend ist, merkte

in diesem Zusammenhang im 4. Band des „Pfälzischen Burgenlexikons“ 2007 zu

Recht an: „Der ausgebaute Trifels stellt bewusst keine Rekonstruktion einer mittelalterlichen

Burg dar, sondern verdeutlicht, wie man in der Zeit des Nationalsozialismus seinen

Gehalt und Symbolwert achtete und sich seiner für die politische Selbstdarstellung

zunutze machte. Rudolf Esterer dürfte dabei zuvorderst nur die Verwirklichung seiner

architektonischen Vorstellungen im Sinn gehabt haben. Heute erscheint der Ausbau

selbst denkmalwürdig im Sinne einer Dokumentation wie auch manche andere Bauten

aus der Zeit des Nationalsozialismus, nicht zuletzt die ähnlichen Gestaltungsprämissen

gehorchenden ‚Ordensburgen’. Berücksichtigen muss man aber auch den seinerzeit

nicht nur von Esterer propagierten Begriff der ‚Schöpferischen Denkmalpflege’,

die sich zu eigenen Leistungen am historischen Bau durchaus berechtigt glaubte.“

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Baubeschreibung

Grundriss der Burg Trifels von Bernhard Meyer (2001)

Bernhard Meyer bezeichnet den heutigen Baubestand der Burg Trifels dementsprechend

zu Recht als „Konglomerat verschiedener Bauperioden, die von der Mitte des

11. bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts reichen“. Dabei dominieren heute weniger

original erhaltene Bauten, sondern die seit 1938 errichteten Gebäude. Grob

betrachtet lassen sich fünf Bauperioden (salisch, stauferzeitlich, spätmittelalterlich,

frühneuzeitlich und neuzeitlich) differenzieren.

Aus der Salierzeit (1024-1125/38) sind lediglich karge Mauerreste (Kleinquader) auf

dem östlichen Berghang erhalten, die heute jedoch mehr oder minder überwachsen

sind.

Stauferzeitliche Baureste (1138-1254) sind dagegen in größerem Umfang sichtbar.

Zwischen 1190 und 1235 errichtete man die bedeutendsten Bauten des Trifels: Hauptturm,

Palas, Brunnenturm und Ringmauer. Lediglich Bergfried und Brunnenturm sind

weitestgehend original erhalten. Dazu gesellen sich die unteren Steinreihen (bis zu

zehn Meter) des Palas, Teile einer großen Abortanlage sowie Ringmauerreste auf der

Ostseite. Alle anderen Mauerreste, Tore und Türme und das sogenannte Wachthaus

südlich des Hauptturms wurden im Spätmittelalter errichtet. Die großen, das Bild der

Burg prägenden Gebäude wurden dagegen im 20. Jahrhundert errichtet.

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Hauptturm Hauptturm

Hauptturm

Der um beziehungsweise kurz vor 1190 entstandene rechteckige und viergeschossige

Hauptturm ist nach der 1964-66 erfolgten Erhöhung etwa 32 Meter hoch. Er sitzt auf

einem massiven Felsblock auf, der mit Buckelquadern ummantelt ist. Der Zugang auf

der Südseite, ein rundbogiges Eingangsportal, ist vom Felsfuß über eine steile Treppe

erreichbar. Die sich darüber erhebende südliche Turmfassade besitzt im original erhaltenen

Teil neben dem Portal lediglich zwei kleine rundbogige Schlitzfenster, das

neuerrichtete vierte Obergeschoss zwei gekuppelte Rundbogendoppelfenster. In der

Westwand sind ebenfalls kleine Schlitzfenster sowie Rundbogenfenster und im neuen

Geschoss ein gekuppeltes Rundbogendoppelfenster zu sehen. Die Ostfassade, die eigentliche

Schauseite, wird vom rundbogig vorkragenden Kapellenerker (Apsis) dominiert.

Den Erker tragen drei Maskenkonsolen, bekrönt wird er von einem steinernen

Kegeldach, auf dem eine verwitterte figürliche Plastik (Trifelslöwe) aufsitzt. Diese Seite

weist darüber hinaus ein kleines Rundbogenfenster, zwei rundbogige Schlitzfenster, ein

gekuppeltes Doppelarkadenfenster sowie im neuen vierten Geschoss vier gekuppelte

Doppelfenster auf.

Im Turmuntergeschoss befinden sich zwei miteinander verbundene, eingewölbte Räume,

durch die der dahinterliegende Palas zugänglich ist. Zwei Treppen nehmen in der

Westwand dieser Ebene ihren Anfang und führen in das nächsthöhere Geschoss. Hier

sind die Kapelle und ein Vorraum zu finden. Nach Norden führt wiederum ein Durchgang

in den ‚Kaisersaal’ des (neuen) Palas. In der Nordwestecke des Vorraums befindet

sich ein Kamin.

Die Kapelle ist der kunsthistorisch wichtigste Teil des Trifels. Der quadratische Raum

weist ein Kreuzrippengewölbe und in der Ostseite eine halbrunde Apsis auf. Im Chorbogen

der Apsis befanden sich zwei Säulen, die ebenso wie die vier Ecksäulen im

Raum verschwunden sind. Ein Rundbogenfenster in der Apsis, sowie zwei weitere Fensteröffnungen

in der West- und der Südwand erhellen die Kapelle.

Der Raum über der Kapelle im dritten Turmgeschoss ist nur durch eine Rundbogentür

in der Nordwand zu betreten. Im Gegensatz zur staufischen Zeit ist dieser Wohnraum

seit der Erhöhung des Hauptturmes in den Jahren 1964-66 eingewölbt. Original erhalten

sind hier die Fenster und die Kaminnische in der Ostwand.

Heute führt eine neu errichtete Steintreppe ins flach gedeckte vierte Turmgeschoss.

Sieben gekuppelte Rundbogenfenster erhellen den großen Raum, der als Aufbewahrungsort

von Spolien dient. Über zwei weitere Treppen kann die Turmplattform erreicht

werden.

Der Hauptturm des Trifels, der im südwestdeutschen Raum eine unübersehbare bautechnische

Vorbildfunktion besaß, weist alle Elemente eines königlichen Profanbaus

(Kapelle über der Torhalle, Treppen in der Mauerdicke und einen Wohnraum des Königs)

auf. Einzigartig am Trifelsturm ist die Konzentration dieser Elemente in einem

ursprünglich nur dreigeschossigen Bau.

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Palas Palas

Palas

Der rund 27 Meter hohe Palas ist bis auf Teile seiner unteren Außenmauern ein Neubau

(1938-1946). Dessen trapezförmige Grundfläche und der Anschluss an den

Hauptturm entsprechen den mittelalterlichen Gegebenheiten. Ähnlich dem benachbarten

Hauptturm bezieht früher wie heute der Palas im hoch aufragenden Sockelbereich

den unterschiedlich hohen Oberburgfels durch seine Buckelquaderverkleidung mit ein.

In der Nordseite befand sich ursprünglich ein (stauferzeitlicher) Felsenkeller. Durch

den erhaltenen Rundbogeneingang dieses ehemaligen Kellerraums erreicht man heute

eine 1938 eingebaute Wendeltreppe, die zur nächsthöheren Ebene führt. Ein weiterer

bedeutender stauferzeitlicher Originalbauteil befindet sich an der Südwestecke: ein

1938 mit einem Tonnengewölbe verschlossener vierschächtiger Abortturmrest, der

rundbogige Ausflussöffnungen aufweist.

Über diesen kargen Resten errichtete man ab 1938 den neuen Palas. Dabei orientierte

man sich optisch am Hauptturm und verblendete auch hier die Außenmauern mit Buckelquadern

und im Inneren mit glatten Quadern. Auch die Gewölbe wurden denen

des Hauptturms angepasst.

Die Ostfassade des Palas weist heute als Hauptschauseite eine symmetrische Gliederung

mit drei senkrechten Fensterachsen auf. Die Nordfassade besitzt ebenfalls ein

Doppelarkadenfenster im Haupt- sowie mehrere kleine Rundbogenfenster im Obergeschoss.

Die Westseite dominiert dagegen im Hauptgeschoss eine große Dreierarkade,

im Obergeschoss befinden sich drei kleine Rundbogenfenster.

Das Untergeschoss des Palas weist neben der Wendeltreppe über dem (heute überbauten)

Abortschacht einen kreuzgratgewölbten Raum auf, der den Zugang zu einer

weiteren Wendeltreppe gewährt. Hier gelangt man abwärts durch den erwähnten

ehemaligen Felsenkeller in den Burghof oder aufwärts in den neuen ‚Kaisersaal’. Dessen

Innenraum entspricht weitgehend dem trapezoiden Grundriss des Palas. Er reicht

über zwei Geschosse, die das gleiche Niveau besitzen wie das zweite und dritte Turmgeschoss.

Auf der Südseite ist dem ‚Kaisersaal’ eine eingeschossige Halle mit darüber liegender

Empore vorgelagert. In die Außenmauern des Saals sind auf der Ost- und Nordseite je

zwei große Rundbogennischen mit Sitzbänken eingelassen. Parallel zur Westwand

führt eine monumentale Freitreppe zur Empore. Hier beginnt ein tonnengewölbter

Laufgang, der um den gesamten Saal herumführt. ‚Kaisersaal’ und Empore sind mit

einer Eichenbalkendecke mit aufgelegten Brettern gedeckt, die optisch auf seitlichen

Steinkonsolen ruhen.

Brunnenturm

Brunnenturm

Der stauferzeitliche etwa 18 Meter hohe Brunnenturm steht nordöstlich außerhalb der

Burganlage und ist mit dieser durch eine steinerne Bogenbrücke verbunden. Gegliedert

ist er durch drei umlaufende Gurtgesimse mit Rücksprüngen. Die noch aus der

Stauferzeit stammenden turmseitigen Konsolen dienten als Balkenauflage und deuten

auf eine Holzbrücke, die später wohl einer Steinbrücke weichen musste. Die Brunnentiefe

beträgt rund 73 Meter.

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Ringmauer Ringmauer Ringmauer und und und Torweg Torweg

Torweg

Weitere stauferzeitliche Reste sind mit einer vermutlich damals nie beendeten Ringmauer

identisch. Der erhaltene Ostteil dieser Ringmauer ist auf der östlichen Hangkante

zu finden. Er wird vom neuerrichteten Kastellanshaus als Kellerwand genutzt. Ein

größeres Überbleibsel der Ringmauer befindet sich im Westen. Hier deckte man 1938

eine langgestreckte Mauer am Berghang auf.

Erst im Spätmittelalter kam es wohl zur endgültigen Schließung des Bergrings, der

aber nun ein erheblich kleineres Areal umfasste. Um 1400 erhöhte man diesen Ringmauerabschnitt

und sicherte dessen Südwestecke mit einem Strebepfeiler. Die nördliche

Ringmauer wurde 1973/74 wegen Einsturzes der Originalmauer neu aufgemauert.

Dem Spätmittelalter zuzurechnen sind ein Torweg, Toranlagen, das sogenannte

Wachthaus und ein kleiner Geschützturm. Mit letzterem verstärkte man im (späten?)

15. Jahrhundert auf der Ostseite die älteren salierzeitlichen Fortifikationen. Es handelte

sich um einen kleinen, hinten offenen halbrunden Geschützturm aus Bruchsteinmauerwerk.

Die unteren Steinreihen dieses Flankierungsturmes sind heute noch gut

sichtbar.

Entlang der Ostseite des Berghangs legten die Burgherren in der ersten Hälfte des 14.

Jahrhunderts einen Torweg an und sicherten ihn auf halber Strecke mit einem rundbogigen

Tor, das im späten 14. Jahrhundert errichtet und um 1500 erneuert wurde.

Die hier eingemeißelte Jahreszahl ‚1569’ bezieht sich höchstwahrscheinlich auf nachträgliche

Sicherungs- oder Reparaturmaßnahmen. In der letzten Bauphase war das

Tor wohl Teil eines ehemals zweigeschossigen Torbaus.

Hinter dem Tor sind ebenfalls talseitig die unteren Steinreihen einer Mauer sichtbar.

Diese Mauerreste sind erheblich älter als die zuvor beschriebenen. Die westliche Wegseite,

entlang der mehr oder minder steil aufragenden Sandsteinwand, weist hier zwei

unterschiedlich große aus dem Stein gemeißelte Zisternenbecken auf. Den Wasserzulauf

gewährleistete eine noch heute sichtbare, im Boden eingetiefte Rinne, die ihren

Anfang am Burghof nahm. Der Torweg endet vor dem „Kastellanshaus“, das im 20.

Jahrhundert errichtet wurde. Hier beginnt auch die steile Treppe zum Hauptturm. Ihm

gegenüber erheben sich auf dem Oberburgfelsen die stark zerstörten Reste eines Gebäudes,

das allgemein als ‚Wachthaus’ (14. Jahrhundert) bezeichnet wird. Dessen

Obergeschosses fehlt fast völlig, ebenso die nördliche Haushälfte. Ein dort befindliches

Spitzbogenportal war dementsprechend keine Außen-, sondern eine Innentür.

Jürgen Keddigkeit

Der Text basiert in wesentlichen Teilen auf Vorarbeiten und Arbeitsergebnissen von

Bernhard Meyer (Burg Trifels. Die mittelalterliche Baugeschichte. Beiträge zur pfälzischen

Geschichte, Bd. 12 = Pfälzisches Burgenlexikon, Sonderbd. 1, Kaiserslautern

2001) sowie Alexander Thon, Bernhard Meyer und Hans Klose, (Artikel „Trifelsin.

Pfälzisches Burgenlexikon, Bd. IV, Kaiserslautern 1999)

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