Schneckenpost 2012/4 - Diakonie am Thonberg

dat.leipzig.de

Schneckenpost 2012/4 - Diakonie am Thonberg

04/2012

Schneckenpost

Paralympics 2012 800 Jahre Thomaner

OBM Wahl 2013


Impressum

Schneckenpost: Infoblatt der Werkstattmitarbeiter der Diakonie am Thonberg

Ausgabe 04/2012

Redaktionsschluss nächste Ausgabe: 25.01.2013

Herausgeber: Redaktion der Schneckenpost

Diakonie am Thonberg, Eichlerstraße 2, 04317 Leipzig,

Tel.: 0341 - 26 77 061

Redaktion: Katja Mieder (AB manuelle Gestaltung)

Karsten Schaal (AB PC / Büro)

Tilman Zschirpe (AB PC / Büro)

Marko Altstädt (Außenarbeit Messeprojekt)

André Busse (Außenarbeit Altenpflegeheim „Emmaus“)

Ivonn Waliczek (Außenarbeit Evangelisches Schulzentrum)

Agnes Gebler (AB Büro / Rezeption)

Steffen Hegenbarth (AB Bürodienstleistungen)

Sebastian Fischer (AB Druck)

Kevin Radny (AB Mediengestaltung)

Christian Wetendorf (AB Mediengestaltung)

René Weißmüller (BBB-G)

Dorothea Deunert (Außenarbeit Evangelisches Schulzentrum)

Karen Kohlmann (Referatsleitung Berufliche Bildung)

Vera Kreipe (Ehrenamt)

Layout: Mediengestaltung der Diakonie am Thonberg

Anzeigenleitung: Karen Kohlmann

kohlmann.karen@dat-leipzig.de

Druck: Druckbereich der Diakonie am Thonberg

Auflage: 300

Post für uns könnt Ihr an der Rezeption abgeben, als Datei in Z:\ABLAGEallg\Schneckenpost speichern oder

uns in die Hand drücken.

Für nicht namentlich gekennzeichnete Beiträge übernimmt die gesamte Redaktion die Verantwortung.

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Inhaltsverzeichnis

15 Jahre Diakonie am Thonberg ....................................................................................... 4

Die Wahl des Oberbürgermeisters 2013 ........................................................................ 6

800 Jahre Thomanerchor ..................................................................................................16

Paralympics 2012 .................................................................................................................18

Thonberg-Kickers bei RB Leipzig ...................................................................................23

Die Thonberg-Kickers .........................................................................................................24

Tanzen macht Spaß .............................................................................................................26

Aufgaben der Ämter der Stadt Leipzig .........................................................................28

Lesen leicht gemacht ..........................................................................................................30

Rätselspaß ..............................................................................................................................32

Der Werkstattrat informiert... ............................................................................................34

Todesanzeigen ............................................................................................................. 35

Gottes Wort in unserem Leben .......................................................................................37

Vorstellung der Außenarbeitsgruppe BBW .................................................................38

Begegnung macht neue Wege möglich .......................................................................39

Wohnen heißt sich zuhause fühlen! ...............................................................................40

Aufgaben der Ämter der Stadt Leipzig .........................................................................42

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Schneckenpost

Seite


Schneckenpost

15 Jahre Diakonie am Thonberg

Wir haben gefeiert

Am 06.02.1997 wurde der Gesellschaftsvertrag

für die „Diakonische Leipziger Werkstätten für

angepasste Arbeiten gGmbH“ unterzeichnet.

Dann wurde die Gesellschaft am 07.03.1997

unter der Nummer HRB 12948 in das Handelsregister

beim Amtsgericht Leipzig eingetragen.

Nach entsprechenden Vorbereitungen (Personal

einstellen, Ausstattung beschaffen, Aufnahmegespräche

führen, Anerkennung bei der Regionaldirektion

der Bundesagentur für Arbeit beantragen,

…) konnte am 01.09.1997 die Werkstatt

in der Schulgasse 2 (heute Eichlerstraße 2) eröffnet

werden.

Am 07.09.2007 feierten wir 10 Jahre Diakonie am

Thonberg mit einem großen Straßenfest. Den 15.

Geburtstag wollten wir nicht ganz so groß feiern.

Aber wie feiert man denn einen Geburtstag mit

725 Personen (Werkstattmitarbeiter, Betreute,

Bewohner, Mitarbeiter, Praktikanten, FSJ, BFD,

Azubi)?

Die erste Idee war eine lange Festtafel auf dem

Fußweg entlang der Prager Straße. Damit wären

wir bestimmt in die Zeitungen gekommen. Aber

leider konnten wir bei keinem Wetterdienst

Sonnenschein bestellen. Und bei Regen wäre

die Feier dann einfach ausgefallen. Das wollten

wir nicht.

Also suchten wir einen großen und bezahlbaren

Raum. Und der musste auch noch in der Nähe

der Hauptwerkstatt sein, weil der Fahrdienst für

die ca. 180 Teilnehmer nicht so einfach geändert

werden kann.

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Über 500 Menschen mit und ohne Behinderung

machten sich dann am 3. September auf den

Weg von der Hauptwerkstatt in der Eichlerstraße

zum „Pavillon der Hoffnung“ auf der Alten Messe

– übrigens bei strahlendem Sonnenschein.

Potz-Blitz hatte zusätzliche Toiletten aufgestellt,

die Johanniter hatten die sanitätsdienstliche Absicherung

übernommen, die Tische waren schön

geschmückt (besonderer Dank an die Abteilungen

Gala und FuB).

Um 10 Uhr begann der Festgottesdienst zum

Thema: Gott lädt ein zu seinem Fest (Bibel, Lukas-Evangelium,

Kapitel 14, Verse 15-24). Mit

einem Anspiel und Bildern wurde der Text verdeutlicht.

Im gemeinsamen Gebet konnten wir

unseren Dank für 15 gute Jahre und unsere Bitten

für die Zukunft der Diakonie am Thonberg

vor Gott bringen. Die musikalische Gestaltung

des Festgottesdienstes durch unsere Gruppe

„Thonkunst“ (ehemals Singing Rollis) war schön

und professionell.

Zum gemeinsamen Agape-Mahl wurden Brotstücken

und Weinbeeren durch die Reihen gegeben

– so konnten alle die uns versorgende

Liebe Gottes und die menschliche Gemeinschaft

erleben und schmecken. Für das leckere

Mittagessen ein herzliches Dankeschön an das

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Küchenteam der Diakonischen Unternehmensdienste,

die Helferinnen aus der Verwaltung und

alle MitarbeiterInnen. In Rekordzeit wurde allen

serviert.

Die Fotoshow während der Mittagszeit gab über

2.000 Einblicke in unsere sehr vielfältigen Tätigkeiten

und die vielen schönen Erlebnisse. Passend

zu dem täglichen Miteinander von Menschen

mit und ohne Behinderung in der Diakonie

am Thonberg sahen wir nach dem Mittagessen

den Film „Ziemlich beste Freunde“. Die Aufführung

des Films vor dem Verkaufsstart am 9.9.

war durch die freundliche Genehmigung der Senator

Entertainment AG, Berlin möglich.

Wir danken Gott und allen Mitwirkenden und

Helfern für diesen schönen und gelungenen Geburtstag.

Im Jahr 2017 gilt es übrigens nicht nur 500

Jahre Reformation zu feiern, sondern auch 20

Jahre Diakonie am Thonberg: am Freitag dem

01.09.2017. Wünsche und Ideen dafür werden

schon jetzt gern entgegengenommen.

Christoph Schnabel

Werkstattleiter

Die Werkstatt feiert 15-jähriges Bestehen

Gefeiert haben die Betreuer und die Mitarbeiter

der Werkstatt. In der Messe Halle 14 im Pavillon

der Hoffnung.

Es gab eine Andacht und Rollstuhltanz. Es war

schön und der Film war zum Lachen und auch

zum Nachdenken.

Ehrungen gab es auch. Es wurden Gruppenleiterinnen

und Gruppenleiter geehrt.

Schneckenpost

Ivonn Waliczek


Schneckenpost

Die Wahl des Oberbürgermeisters 2013

Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor

Am 27.01.2013 findet die Oberbürgermeisterwahl

statt. Es gibt viele Bewerber und Bewerberinnen.

Die Bürgerinnen und Bürger dürfen mit

ihrer Stimme entscheiden, wer unsere schöne

Stadt Leipzig regieren darf.

Damit Sie sich selbst ein Bild von den Bewerbern

und Bewerberinnen machen können, haben wir

die Kandidaten der großen Parteien interviewt.

Oberbürgermeisterwahl 2013

Burkhard Jung ist der aktuelle Oberbürgermeister

Er ist der Kandidat der SPD

Sie werden 2013 zur Wahl des Oberbürgermeisters

antreten. Was sollten die Bürgerinnen

und Bürger über sie wissen? Bitte stellen

Sie sich kurz vor.

Seit nun mehr fast sieben Jahren bin ich Oberbürgermeister

der Stadt Leipzig. Viel hat sich

seit meiner Wahl 2006 in Leipzig verändert: Leipzig

wächst wieder nachhaltig, Leipzig haushaltet

solide, Leipzig ist bunt und vielfältig, lebenswert

und dynamisch.

Lesen Sie selbst, was diese für Leipzig erreichen

wollen und was sie für Menschen mit Behinderung

tun möchten.

Wir hoffen, dass Ihnen diese Interviews bei Ihrer

Entscheidung helfen und würden uns freuen,

wenn auch Sie zur Wahl am 27.01.2013 gehen!

2005 hatte Leipzig noch 500.000 Einwohner, im

April 2012 waren es 534.216. Leipzig ist in nur

sieben Jahren so deutlich gewachsen, als wären

alle Einwohner der großen Kreisstadt Markkleeberg

und zusätzlich die Markranstädter zu uns

gezogen. Dabei beruht Leipzigs Bevölkerungswachstum

längst nicht mehr nur auf Zuzug, der

geprägt ist von besonders vielen jungen, gut

ausgebildeten Menschen, die zu uns ziehen. Es

ist wunderbar: Unser Wachstum verdanken wir

auch dem deutlichen Geburtenzuwachs. Im Juli

2011 überstieg erstmals seit 1990 die Geburtenrate

wieder die Sterberate. Wir können froh

sein, über die Aufgaben, die das Wachstum mit

sich bringt: es sind positive Herausforderungen.

Wir müssen uns sputen, ausreichend Kitas und

neue Schulen zu bauen. Wir werden endlich

nicht mehr vom Freistaat dazu gedrängt, Schulen

zu schließen.

Leipzigs Wirtschaft brummt. Unsere moderne

Industriepolitik, die Arbeit unserer Wirtschaftsförderung

trägt deutlich Früchte. Viele Unternehmen

haben sich in den vergangenen sieben

Jahren neu oder noch deutlicher für Leipzig entschieden.

Die Deutsche Telekom, MEDTRONIC,

Amazon, DB Schenker, DHL, future electronics,

HAEMA, buw, momox und viele andere Unternehmen

haben neu hier investiert und Arbeitsplätze

geschaffen.

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Porsche und BMW bauen ihre Werke deutlich

aus – mehrere tausend zusätzliche Stellen werden

allein hier in den nächsten Monaten entstehen.

Der Leipziger Mittelstand und das Handwerk

entwickeln sich hervorragend. Wir haben ganz

neue Herausforderungen: Viele Unternehmen

suchen händeringend nach Fachkräften.

Die Richtung stimmt: Leipzig hat es geschafft,

die Arbeitslosenquote in den vergangenen sieben

Jahren zu halbieren – von über 20% (2005)

auf 10% (September 2012) und das bei gleichzeitigem

deutlichem Bevölkerungswachstum

Seit meinem Amtsantritt als Oberbürgermeister

hat Leipzig einen ausgeglichenen Haushalt. Und

– darauf bin ich besonders stolz: wir haben es

geschafft, die Verschuldung Leipzigs deutlich zu

senken. 2005 hatte Leipzig noch weit über 900

Millionen Euro Schulden – 2012 werden es voraussichtlich

730 Millionen Euro sein. Für die Zukunft

sind die Weichen schon gestellt: Wir haben

ein beschlossenes Entschuldungskonzept und

können es schaffen, in den nächsten 25 Jahren

alle Schulden abzubauen. Es ist machbar. Wir

wollen keine Schulden an unsere Kinder vererben.

Ja, unserer Stadt geht es gut. Leipzig hat sich

in den zwei Jahrzehnten seit der Friedlichen Revolution

großartig entwickelt. Jeder, der mit wachen

Augen durch unsere Stadt geht, weiß es.

Aus der grauen und zerfallenen, vom Raubbau

an der Umwelt geprägten Messestadt ist wieder

eine europäische Metropole geworden. Leipzig

ist zum wirtschaftlichen und geistigen Zentrum

der mitteldeutschen Region geworden. Ein pralles,

vielfältiges Kulturleben prägt unsere Stadt.

Leipzig verfügt über eine wunderbare, eine wiederauferstandene

städtische Architektur, die ihresgleichen

sucht. Unser Stadtgebiet ist durchzogen

von Natur und Parks und eingebettet in

eine einzigartige Fluss- und Seenlandschaft.

Diese positive Entwicklung kommt nicht von ungefähr.

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Es sind die Leipzigerinnen und Leipziger, die

unsere Stadt voranbringen – seien es Arbeiter,

Angestellte, Unternehmer, Kulturschaffende,

Wissenschaftler oder so viele Menschen,

die im weiten Feld des Ehrenamtes umtun. Die

gute Entwicklung unserer Stadt bestärkt mich:

Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern

haben wir viel erreicht und ich als Oberbürgermeister

in Verantwortung für Leipzig viele richtige

Entscheidungen getroffen. Wir alle begreifen

unsere Stadt als unsere Heimat. Als einen Lebensort,

um den wir uns sorgen, den wir nach

vorne bringen wollen, den wir lieben, auf den wir

stolz sind. Die Leipzigerinnen und Leipziger sagen

gern - mit gehobener Brust und viel Leidenschaft

– UNSER LEIPZIG.

Was verbindet Sie mit der Stadt Leipzig?

Leipzig ist mein Lebensmittelpunkt: Hier lebe ich

seit 21 Jahren gern mit meiner Familie, hier habe

ich gemeinsam mit meiner Frau unsere Kinder

großgezogen, hier haben wir unsere Freunde, hier

lieben und erleben wir den kulturellen Reichtum

der Stadt und natürlich hier arbeiten wir tagtäglich.

Gern sage ich: Leipzig ist unser zuhause.

Was wollen Sie als Oberbürgermeister für

Leipzig erreichen? Welche Ziele haben Sie?

Es ist richtig: Leipzig geht es so gut wie schon

lange nicht mehr und dennoch ist viel zu tun.

Unsere Richtung ist klar: Im Jahr 2019 wird in

Deutschland der Solidarpakt II auslaufen – bis

dahin muss es Leipzig geschafft haben, wirtschaftlich

auf soliden eigenen Beinen zu stehen.

Darum ist es so wichtig, das wirtschaftliche

Rückgrat unserer Stadt weiter zu stabilisieren.

Wir wollen mit moderner nachhaltiger Industriepolitik

weiter wachsen, damit alle Leipzigerinnen

und Leipziger über ein auskömmliches Arbeitseinkommen

und steigende Einkommen verfügen

können und Leipzigs wachsenden Steuereinnahmen

es uns ermöglichen, ab 2019 ohne

Solidarpaktmittel die Infrastruktur unserer Stadt

– Schulen, Kitas, Straßen und natürlich auch

neue Zukunftsprojekte – weiterzuentwickeln und

für sozialen Ausgleich zu sorgen.

Schneckenpost


Schneckenpost

Wir brauchen das Wachstum für alle in unserer

Stadt, denn um es klar zu sagen: Ich will keine

gespaltene, keine zerrissene Stadt: hier die

Viertel der Besserverdienenden, dort die, die mit

Wenig ihr Leben meistern. Ich halte es für eine

der wichtigsten politischen Aufgaben unserer

Zeit, faire und anständige Arbeit für alle in sozialer

Sicherheit zu garantieren. Darum gründen

wir derzeit gemeinsam mit den Landkreisen um

Leipzig eine neue Wirtschaftsförderungsgesellschaft,

darum erhöhen wir den Etat der Mittelstandsförderung.

Ich bin fest davon überzeugt: Eine unserer wichtigsten

Aufgaben ist das stete Wirken für den

sozialen Zusammenhalt in unserer Stadt. Wir

müssen allen in unserer Gesellschaft Teilhabe,

Bildungs- und Entwicklungschancen ermöglichen.

Niemand darf an den Rand gedrängt oder

abgehängt werden. Und wir müssen uns um die

kümmern, die nicht im Licht stehen. Die Qualität

einer Gesellschaft zeigt sich darin, wie sie mit

den Schwächeren, Gestrauchelten, ja, und den

Sterbenden umgeht. Die Kirchen, die Diakonie

und Charitas sind uns wesentliche Partner.

Leipzig ist Anziehungspunkt für Menschen, die

hier leben wollen. Gerade junge Familien schätzen

unsere Stadt. Eine Stadt, in der sich Menschen

für Kinder entscheiden, hat Perspektive.

Darum sind Investitionen für unseren Nachwuchs

bestens angelegt. Wir haben allein in den letzten

drei Jahren über 5.500 Kinderbetreuungsplätze

geschaffen. Mit 174,5 Mio. EUR waren die Ausgaben

für Kinderbetreuung 2011 erstmals der

größte Einzelposten des Verwaltungshaushaltes–

so viel wie noch nie. Wir haben 25 neue

Kitas gebaut und 17 Ersatzneubauten errichtet.

Viele Kitas wurden zu Familienzentren weiterentwickelt.

Für die Jahre 2013 – 2016 haben wir 163 Millionen

€ für die Sanierung und den Neubau unserer

Schullandschaft eingeplant. Wir werden im

Rahmen unserer Möglichkeiten jeden Euro zwei

Mal umdrehen, um unseren Kindern (und ihren

Eltern) beste Vorschul- und Schulbedingungen

zu garantieren. Wir werden nicht jeden Wunsch

wohnnah erfüllen können.

Wir würden es gerne tun! Alle von uns wissen

hier um die Schranken. Dennoch werden wir

allein 2013 mit über 70 Mio. Euro das größte

Schulbauprogramm seit 1990 auflegen.

Leipzig im Jahr 2012 ist eine der aufregendesten

Kulturhauptstädte Deutschlands. Kulturelle

Leuchttürme und eine atemberaubende Vielfalt

freier Kulturangebote prägen dieses Bild. Musik,

Theater, bildende Kunst, Museen, Kabarett,

Literatur und Kleinkunst, aber auch der Zoo,

Märkte und Events aller Art sind Bestandteil dieser

Landschaft. Wir werden die freie Szene in

unserer Stadt nach Kräften unterstützen. Unsere

städtischen Kulturbetriebe und die freie Szene

sollen künftig viel enger zusammenarbeiten.

Und ich kann versichern: Unter meiner Verantwortung

wird keine städtische Kultureinrichtung

geschlossen werden.

Unser kultureller Reichtum ist auch all das, was

tagtäglich neu in unserer Stadt entsteht. Die

Freiräume in unserer Stadt sind zu einer Heimat

für junge Kreative aus Deutschland, Europa

und der Welt geworden. Diese Kreativität tut uns

gut. Wir wollen Vielfalt. Wir wollen Kreativen und

manchmal auch Träumern Entwicklung ermöglichen.

Deshalb werden wir achtsam sein, dass

die Freiräume in unserer Stadt nicht verloren gehen.

Was wollen Sie als Oberbürgermeister verändern?

Wir wollen weiter alle Kraft dafür aufwenden, die

Arbeitslosigkeit – die wir in den vergangenen

sieben Jahren halbieren konnten – weiter deutlich

zu senken, in einer wachsenden Stadt ist Arbeit

für alle vorhanden.

Wir wollen unsere Angebote für Kinder und Jugendliche,

unsere Kindertagesstätten, Horte

und Schulen, die vielfältigen Freizeitangebote in

unserer Stadt weiter ausbauen. Dafür wollen wir

auch zukünftig den größten Teil unseres städtischen

Haushalts aufwenden.

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Unsere wachsende Stadt stellt uns vor ganz

neue Herausforderungen: Wir denken schon

jetzt wieder über sozialen Wohnungsbau nach.

Wir wollen nicht warten, bis unser Wachstum

einige in unserer Stadt verdrängen könnte. Wir

wollen wohnen für jeden Geldbeutel.

Ich will, dass Leipzig eine nachhaltige Stadt

wird, dass wir in den nächsten Jahren unseren

Energieverbrauch deutlich senken und ihn weitestgehend

aus erneuerbaren Energien bestreiten

– vor unseren Stadtwerken liegt hier eine

Mammutaufgabe.

In Leipzig leben Menschen mit und ohne Behinderung.

Was wollen Sie dazu beitragen,

damit Leipzig inklusiv wird. Das heißt, damit

Menschen mit und ohne Behinderung sich

begegnen und die gleichen Rechte genießen

können?

So vielfältig, wie das Leben, so vielfältig sind auch

die Menschen in unserer Stadt. Über 40.000

Menschen mit einer anerkannten Behinderung

leben in Leipzig. Es ist unsere gesamtstädtische

Aufgabe, die Vielfalt auch in unser städtisches

Leben zu integrieren. Zur Vielfalt gehört auch,

dass verschiedene Träger – Vereine und Initiativen

– sich gemeinsam mit oder im Auftrag der

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Stadt Leipzig um die Einbeziehung aller in das

städtische Leben bemühen. Inklusion beginnt im

Kindergarten, in dem behinderte und nichtbehinderte

Kinder zusammenleben und geht über die

Schulen bis zu speziellen Seniorenangeboten.

Inklusion ist für die Leipzig eine Querschnittsaufgabe,

die in allen Bereichen städtischen Handelns

berücksichtigt werden muss.

Bitte schreiben Sie in drei Sätzen, warum die

Bürgerinnen und Bürger Sie wählen sollen?

Ich will die nächsten sieben Jahre weiter daran

arbeiten: Leipzig soll eine lebendige, vielfältige,

tolerante und liebenswerte Stadt für alle sein,

eine Stadt mit einer hohen Lebensqualität, einer

wachsenden Wirtschaft, einer renommierten Bildung-

und Wissenschaftslandschaft und einem

für die Leipziger hohen Kultur-, Freizeit- und Erholungswert.

Dazu will ich meinen Beitrag leisten.

Kontakt:

Rosa-Luxemburg-Str. 19-21 04103 Leipzig

Tel.: 0341 - 961 07 32

Fax: 0341 - 961 07 33

E-Mail: info@burkhardjung.de

www.burkhardjung.de

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Horst Wawrzynski

ist der Kandidat der CDU

Sie werden 2013 zur Wahl des Oberbürgermeisters

antreten. Was sollten die Bürgerinnen

und Bürger über Sie wissen? Bitte stellen

Sie sich kurz vor!

Ich heiße Horst Wawrzynski und bin 59 Jahre alt.

Mein Familienstand entspricht mit einem kleinen

Unterschied dem unseres Bundespräsidenten.

Ich habe mit meiner Partnerin einen gemeinsamen

zehnjährigen Sohn. Als Kind einer Flüchtlingsfamilie

wuchs ich in Fürstenfeldbruck in sehr

einfachen Verhältnissen, aber einem liebevollen

Elternhaus auf. Nach meiner Schulzeit ging ich

1970 zur Polizei, studierte von 1977 bis 1979 an

der Beamtenfachhochschule und schloss das

Studium als Diplom-Verwaltungswirt ab. 1986 bis

1987 nahm ich an der Ausbildung für den höheren

Polizeivollzugsdienst an der Polizeiführungsakademie

Münster teil. In den drei Laufbahnen habe

ich unterschiedliche Funktionen wahrgenommen.

Nach meiner dreijährigen Tätigkeit als Dozent für

Einsatzlehre an der heutigen Deutschen Hochschule

der Polizei bin ich am 15.08.1996 nach

Sachsen gekommen.

Hier wurde ich mit den Funktionen des Leiters der

Bereitschaftspolizei Sachsens, der Leitung des

Polizeipräsidiums Chemnitz und seit 01.05.2008

mit der Führung der Polizeidirektion Leipzig betraut.

Insgesamt bin ich nunmehr 16 Jahre in

Sachsen, davon 11 Jahre in Leipzig.

Was verbindet Sie mit der Stadt Leipzig?

1990 war ich erstmals für vier Monate in Leipzig,

um die ersten Seminare für die damaligen Volkspolizisten

durchzuführen. Bereits damals hat mich

die Vitalität dieser Stadt begeistert. Unter dem

grauen Einerlei konnte man die wunderschönen

Fassaden nur erahnen. Seit dieser Zeit habe ich

den Kontakt nach Sachsen nie mehr verloren.

Leipzig ist eine schöne Stadt mit wunderbaren

Menschen.

Was wollen Sie als Oberbürgermeister für

Leipzig erreichen? Welche Ziele haben Sie?

Unsere Stadt hat sich in den letzten 22 Jahren

hervorragend entwickelt. Die Kehrseite der Medaille

zeigt aber auch viele Defizite, welche es

zu beseitigen gilt. Als Stichworte seien hier der

Zustand unserer Schulen, Turnhallen und Kindertagesstätten

sowie die nicht hinnehmbaren

Verhältnisse unseren Straßen und Fußwege genannt.

Die Skandale um die KWL und den Verkauf

der angeblich herrenloser Häuser, sowie

die unannehmbaren Zustände im Sozialdezernat,

dürfen sich nicht wiederholen. Ziel ist es, die

vernachlässigten Pflichtaufgaben so schnell wie

möglich nachzuholen.

Was wollen Sie als Oberbürgermeister verändern?

Neben vorstehenden Aufgaben ist es mir wichtig,

aus unserer führungslosen Rathausverwaltung

einen bürger-freundlichen Dienstleistungsbetrieb

für Unternehmen und Bürger zu entwickeln.

10


Dazu gehört es, selbst Verantwortung zu übernehmen,

sich vor die vielen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter zu stellen und einen gutes Arbeitsklima

zu ent-wickeln. Eine transparente Verwaltung

und eine hohe Bürgerbeteiligung dürfen

dabei nicht fehlen.

In Leipzig leben Menschen mit und ohne Behinderung.

Was wollen Sie dazu beitragen,

damit Leipzig inklusiv wird? D.h., damit Menschen

mit und ohne Behinderung sich begegnen

und die gleichen Rechte genießen können.

Für behinderte Menschen erscheint es mir besonders

wichtig den öffentlichen Verkehrsraum

so zu gestalten, dass eine barrierefreie Fortbewegung

möglich und selbstverständlich wird.

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Ferner ist sicherzustellen, dass auch für diese

Mitbewohner Freizeitgestaltungen wie sportliche

und kulturelle Betätigungen den Alltag prägen.

Der Zugang zu öffent-lichen Ämtern muss erleichtert

werden.

Bitte schreiben Sie in drei Sätzen, warum die

Bürgerinnen und Bürger Sie wählen sollen!

Es ist nicht ausreichend, sich über Unzulänglichkeiten

und Fehlentwicklungen in der Politik

zu beklagen oder diese zu kritisieren. Aus meiner

Sicht ist es nur konsequent, sich selbst einzubringen

und sich der Verantwortung für ein

solches Amt zu stellen. Aus diesem Grund trete

ich als parteiloser Kandidat, unterstützt von der

CDU und dem Bürgerbündnis für Oberbürgermeisterwahlen

in Leipzig an. Ich hoffe auf eine

hohe Wahlbeteiligung, was wir unserer Stadt

und ihrer Geschichte schuldig sind.

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Dr. Barbara Höll

ist die Kandidatin der Partei Die Linke

Sie werden 2013 zur Wahl des Oberbürgermeisters

antreten. Was sollten die Bürgerinnen

und Bürger über Sie wissen? Bitte stellen

Sie sich kurz vor!

Ich lebe seit über dreißig Jahren in Leipzig und

bin Mutter von drei Kindern. Meine jüngste Tochter

ziehe ich seit neun Jahren allein groß. Meine

beiden bereits erwachsenen Söhne stehen mitten

im Beruf, der eine arbeitet in der Finanzwirtschaft,

der andere schreibt sehr erfolgreich Theaterstücke

und ist vor wenigen Wochen selbst

Vater geworden.

Viermal haben mich die Leipzigerinnen und

Leipziger in den Deutschen Bundestag gewählt.

Darauf bin ich stolz, denn als Bundestagsabgeordnete

mit festem Lebensmittelpunkt in Leipzig

kann man einiges bewirken und was ich anpacke,

das führe ich auch zu Ende. Als Mitglied der

Opposition hat man zwar kaum die Möglichkeit,

für Gesetzentwürfe Mehrheiten zu finden, aber

man lernt, besser zu sein als die Regierung,

Schwachstellen aufzuspüren und Themen ins

Zentrum der Diskussion zu stellen, die gern beiseite

geschoben werden. Mein Ziel ist eine solidarische

Gesellschaft des Miteinander, in der jeder

eine faire Chance erhält und die Möglichkeit

hat, aktiv am Leben teilzuhaben.

Das schließt Menschen mit Behinderungen ausdrücklich

ein. Hier gibt es noch viel zu tun.

Was verbindet Sie mit der Stadt Leipzig?

Leipzig mit seiner über tausendjährige Geschichte

lebt bis heute von der bunten Vielfalt.

Hier kann man sich wohlfühlen. Leipzig ist für alle

eine Stadt des Umbruchs. Wir Leipzigerinnen

und Leipziger sind zu Recht stolz darauf. Für zu

wenige ist sie jedoch eine Stadt des Aufbruchs

geworden. Die kommunale Gemeinschaft ist

brüchig. Es mangelt an Transparenz, Ehrlichkeit

und Mitbestimmung.

Viele Menschen werden sozial, wirtschaftlich

und politisch ins Abseits gedrängt.

Ich will das ändern, denn Leipzig kann mehr.

Dazu brauchst es im Rathaus allerdings frischen

Wind und einen anderen Stil an der Spitze. Als

erste Bürgerin unserer Stadt lautet mein Credo

daher Arbeit statt Glamour, Substanz statt

Spektakel und Offenheit statt Filz.

Sind Sie bereit für diesen Wechsel? Dann gehen

Sie am 27. Januar 2013 zur Wahl!

Was wollen Sie als Oberbürgermeister für

Leipzig erreichen? Welche Ziele haben Sie?

Für mich steht der solidarische Zusammenhalt

in Leipzig ganz oben auf der Agenda, denn in

unserer Stadt bündeln sich die sozialen Problemlagen

der Entwicklung im Osten Deutschlands

wie in einem Brennglas. Hier hat die fatale

Niedriglohnpolitik des Freistaates Sachsen besonders

drastische Auswirkungen. Das persönliche

monatliche Nettoeinkommen der Leipziger

Bevölkerung beträgt aktuell 1.066 Euro (Männer

1.162 Euro und Frauen 964 Euro) und liegt damit

deutlich unter dem sächsischen und weit

unter dem bundesweiten Durchschnitt. Genau

30.349 Menschen waren im Juli 2012 offiziell

als arbeitslos registriert, noch immer hat Leipzig

damit die höchste Arbeitslosenquote Sachsens.

12


Es ist ein nicht hinnehmbarer Skandal, dass jedes

dritte Kind in Leipzig in Armut aufwächst!

Wir sehen doch, dass schon heute eine Generation

mit gebrochenen Erwerbsbiografien das

Rentenalter erreicht und dieser Personenkreis

von Jahr zu Jahr immer größer wird. Zusätzlich

sinken aufgrund der Bundesgesetzgebung die

Renten. Diese dramatisch anwachsende Altersarmut

wird eine der größten Herausforderungen

der nächsten Jahre für unsere Stadt sein. Für

mich als Oberbürgermeisterin wäre es unerlässlich,

hier mit aller Kraft gegen zu steuern. Denn

Armut grenzt aus und macht krank. Dieser Zustand

ist unter keinen Umständen akzeptabel.

Viele weitere Herausforderungen stehen an: die

zahlreichen in Leipzig geborenen Kindern brauchen

dringend Kindergärten und Schulen, auch

das Kultur- und Sportangebot muss in seiner

Vielfalt dem Geburtenzuwachs und der soziodemografisch

veränderten Stadtgesellschaft angepasst

werden. Wir brauchen mehr Radwege,

vorhandene Straßen müssen saniert werden,

statt anderswo neue zu bauen.

Das alles werden wir nur finanzieren können,

wenn es gelingt, den unternehmerischen Mittelstand

zu stärken. Denn hier entstehen Arbeitsplätze,

stehen die Menschen in Lohn und Brot,

werden die Steuermittel erwirtschaftet, die zur

Finanzierung der sozialen und kulturellen Leistungen

notwendig sind. Hier ist ein genereller

Wandel in unserer Gesellschaft, vor allem aber

seitens der Bundesregierung notwendig: Steuern

sind keine Last, sondern unerlässlich für ein

stabiles Gemeinwesen.

Was wollen Sie als Oberbürgermeister verändern?

Wir brauchen mehr Bürgerbeteiligung und

Transparenz. Die Stadtbezirksbeiräte müssen

gestärkt werden. Jeder Bürger soll das Recht

haben, unkompliziert an Informationen zu gelangen.

Auch wird sofort eine Sprechstunde, die mindestens

einmal im Monat fest ist, für Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Verwaltung eingerichtet,

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um den Dialog zu führen und die Kompetenzen

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter optimal zu

nutzen. Die Vorstandsbezüge in städtischen Unternehmen

werden offen gelegt. Der Stadtrat

wird als gewähltes Gremium auch wirklich einbezogen

und nicht nur zum Abnicken, wie das

leider aktuell oft der Fall ist, bestellt. Die Stadträte

und die Stadtbezirksbeiräte und Ortschaftsräte

sind das wichtigste Bindeglied zu den Nöten

und Sorgen der Menschen.

Das Problem Kitaplätze und Schulen wird zügig

gelöst. Mit den Planungen für ein neues Naturkundemuseum

wird umgehend begonnen. Die

Kultur kommt wieder in die Verantwortung des

Fachbürgermeisters.

Die Verkehrsplanungen in Leipzig müssen den

Forderungen der Bürgerinnen und Bürger nach

Straßensanierung (statt Neubau), dem Ausbau

von Fuß- und Radwegen gerecht werden. Alle

Baumaßnahmen im Verkehrsbereich müssen

auch unter Lärmgesichtspunkten betrachtet

werden.

In Leipzig leben Menschen mit und ohne Behinderung.

Was wollen Sie dazu betragen,

damit Leipzig inklusiv wird. Das heißt, damit

Menschen mit und ohne Behinderung sich

begegnen und die gleichen Rechte genießen

können?

Die Integration insbesondere der älteren Bevölkerung

und Menschen mit Behinderung wird

eine der größten Herausforderungen der nächsten

Jahre. Das meint nicht nur deren Armutsgefährdung.

Nein, auch ältere und behinderte

Menschen haben ein Recht auf Teilhabe, sei es

im Sport, in der Kultur, im Straßenverkehr, in der

Politik wo auch immer. Ein erster Schritt ist der

Abbau der immer noch zahlreich vorhandenen

Barrieren in unserer Stadtgesellschaft: bauliche,

aber auch soziale und kulturelle. Eine wirklich

inklusive Stadt erreichen wir nur in Kooperation

mit dem Freistaat. Eine inklusive Gesellschaft

kostet nachweislich weniger Geld als eine exklusive.

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Doch der Weg dorthin bedeutet zahlreiche Veränderungen,

ob in der Schule, in der Verwaltung,

im öffentlichen Leben, in der Kultur und im

Sport. Eine Oberbürgermeisterin kann hier viel

auf städtischer Ebene umsetzen und in Kooperation

mit dem Freistaat Veränderungen anregen,

dafür trete ich an.

Dazu gehören u.a. der Ausbau des Blindenleitsystems

und die konsequente Freihaltung der

Markierungen, die Fortsetzung des behindertengerechten

Ausbaus des Öffentlichen Nahverkehrs,

ein wachsendes Angebot an barrierefreien

Wohnungen zu sozial verträglichen Mieten,

den Erhalt und Ausbau des Beratung-, Betreuungs-

und Unterstützungsnetzwerkes in Leipzig.

René Hobusch ist der Kandidat der FDP

Sie werden 2013 zur Wahl des Oberbürgermeisters

antreten. Was sollten die Bürgerinnen

und Bürger über Sie wissen? Bitte stellen

Sie sich kurz vor!

Mein Name ist René Hobusch, ich werde demnächst

36 Jahre alt und bin in der Region um

Leipzig geboren und aufgewachsen. 1996 habe

ich angefangen, in Leipzig zu studieren. Seit dieser

Zeit lebe ich direkt in der Stadt, hier habe

ich geheiratet und hier sind meine Kinder zur

Welt gekommen. Ich bin seit drei Jahren Stadtrat,

kümmere mich dort unter anderem um die

Themen Stadtentwicklung und Bau, Allgemeine

Verwaltung und Rechnungsprüfung.

Bitte schreiben Sie in drei Sätzen, warum die

Bürgerinnen und Bürger Sie wählen sollen!

Bei mir gilt: Arbeit statt Glamour. Das Rathaus

braucht eine verlässliche Führungskraft, die bin

ich. Wir brauchen im Rathaus Vertrauen und

Verbindlichkeit. Mit selbstherrlicher Inszenierung

muss Schluss sein. Ich will keine Politik von

oben herab, ich will unsere Stadt im Dialog mit

den Leipzigerinnen und Leipzigern gestalten.

Was verbindet Sie mit der Stadt Leipzig?

Ich komme aus der Region, Leipzig ist das Zentrum.

Daher sind Stadt und Region schon immer

meine Heimat gewesen. Ganz besonders ist,

dass ich hier meine Frau kennen gelernt habe,

hier geheiratet habe und hier meine Kinder zur

Welt gekommen sind. Das wird meine Familie

und mich immer mit der Stadt verbinden.

Was wollen Sie als Oberbürgermeister für

Leipzig erreichen? Welche Ziele haben Sie?

Ganz oben stehen bei mir Kitas und Schulen.

Hier müssen wir die Gebäude in Ordnung bringen

und neue Häuser bauen. Ich werde nicht mit

dem Finger immer nur auf andere zeigen oder

Absichten äußern, sondern anpacken.

Ich will Familie und Beruf stärker als bisher vereinbar

machen. Familie ist für mich dabei nicht nur

Frau, Mann, kleines Kind, sondern ein gesamter

Familienverbund. Dazu gehören Senioren genauso

wie Menschen mit Behinderung. Und ich werde

mich für zusätzliche Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft

einsetzen, indem ich Unternehmen

von Bürokratie entlaste.

14


Und das werden auch die Bürger spüren: Kurze

Wege, kürzere Bearbeitungszeiten und mehr

Möglichkeiten Behördengänge online zu erledigen

Das sind aber nur einige Punkte von vielen.

Wenn Sie mehr zu bestimmten Themen wissen

wollen, können mich die Menschen jederzeit ansprechen.

Was wollen Sie als Oberbürgermeister verändern?

Einige Ziele habe ich schon genannt. Verändern

will ich den Umgang miteinander. Ein Oberbürgermeister

der Stadt Leipzig ist immer auch ein Oberbürgermeister

für alle Leipzigerinen und Leipziger.

Da muss er auch mal Diskussionen anstoßen und

zuhören. Ein Oberbürgermeister muss entscheiden

und zu seinen Entscheidungen stehen. Und

glaube, die Menschen in unserer Stadt – dazu gehören

übrigens auch die Mitarbeiter der Verwaltung

– können viel mehr als die Politik ihnen heute

zutraut. Das sollten wir endlich nutzen!

In Leipzig leben Menschen mit und ohne Behinderung.

Was wollen Sie dazu betragen,

damit Leipzig inklusiv wird. Das heißt, damit

Menschen mit und ohne Behinderung sich

begegnen und die gleichen Rechte genießen

können?

15

Egal ob mit oder ohne Behinderung: Jeder

Mensch ist einzigartig! Ich werde hier keine

neuen Förderprogramme fordern, sondern ich

verspreche Ihnen, dass ich Menschen mit Behinderungen

mit dem gleichen Respekt, mit

der gleichen Aufmerksamkeit, mit der gleichen

Selbstverständlichkeit und der gleichen Nächstenliebe

behandele, wie Menschen ohne Behinderungen.

Mein Ziel ist, dass alle Menschen ein

selbstbestimmtes Leben führen können, soweit

es ihnen möglich ist. Dabei will ich ihnen helfen.

Und ich werde in der Öffentlichkeit dafür werben.

Bitte schreiben Sie in drei Sätzen, warum die

Bürgerinnen und Bürger Sie wählen sollen!

Ich stehe mit beiden Beinen im Leben, kenne die

Kommunalpolitik und liebe meine Heimat Leipzig.

Anstatt vieles schön und Probleme klein zu

reden, verschließe ich vor unangenehmen Wahrheiten

nicht die Augen und spreche sie an. Ich

verspreche nicht das Blaue vom Himmel, sondern

biete den Menschen Lösungen an, die ich

bei einer Wahl zum Oberbürgermeister auch

umsetzen kann.

Schneckenpost


Schneckenpost

MIT SINGEN DIE HERZEN ERREICHEN...

800 Jahre Thomanerchor Leipzig

… das ist seit 800 Jahren ein Ziel der jungen

Sänger des Thomanerchores.

Trotz der vielen Termine während des Festjahres

hat sich der Geschäftsführer des Chores für uns

Zeit genommen. Herr Altner beantwortete unsere

Fragen über das Leben als Thomaner, über

den Chor und das große Jubiläumsjahr.

Herr Altner, das Jahr 2012 steht in Leipzig

ganz unter dem Motto „800 Jahre Thomana“.

Es gibt ein großes Programm mit vielen Veranstaltungen.

Was war bisher Ihr persönlicher

Höhepunkt des Jubiläumsjahres?

In der Festwoche des Thomanerchores im März

hatten wir drei berühmte Knabenchöre aus Dresden,

Cambridge und Regensburg zu Besuch.

Wir haben gemeinsam gefeiert und musiziert.

Am Ende haben alle vier Chöre zusammen gesungen.

Es war sehr bewegend, diese ganz verschiedenen

Gesangsstile vereint zu hören! Als wir

uns wieder verabschieden mussten, hatte manch

einer Tränen in den Augen, weil er so gerührt war.

Wir hatten eine wunderschöne Zeit zusammen.

Wie viele Mitglieder hat der Thomanerchor?

Dieses Jahr sind es das erste Mal über 100 Jungen,

die im Thomanerchor mitsingen. Wir haben

momentan 103 Mitglieder.

Wie kann man sich das Zusammenleben der

Thomaner vorstellen?

Die Jungen leben mit ungefähr zehn anderen

gemeinsam in Stuben. Es ist ein Bisschen wie

in einer Großfamilie oder einer WG. Es gibt einen

zentralen Raum, ein Bad und drei oder vier

Schlafzimmer. Das Alter ist gemischt. Die ganz

Großen wohnen mit den ganz Kleinen zusammen

und jeder muss Rücksicht auf den anderen

nehmen. Natürlich stehen gut ausgebildete Pädagogen

den Thomanern zur Seite. In einem großen

Speisesaal, in dem alle Thomaner gemeinsam

essen, werden auch wichtige Ansagen für

den Tagesablauf gemacht. Diese gemeinsamen

Mahlzeiten sind daher für die Gemeinschaft sehr

wichtig und jeder soll daran teilnehmen!

Wie werden die Thomaner ausgewählt? Welche

Kriterien müssen sie erfüllen?

Sie müssen natürlich musikalisches Talent und

eine gute Stimme haben. Aber sehr wichtig ist

auch der Spaß am Singen und an Auftritten vor

großem Publikum.

Es zählt allerdings nicht nur die Musik. Die Thomaner

singen ja nicht den ganzen Tag, sie gehen

auch in die Schule. Alle Sänger besuchen ab der

5. Klasse die Thomasschule (Gymnasium). Wir

können nur Schüler aufnehmen, von denen wir

denken, dass sie an diesem Gymnasium das

Abitur schaffen.

Zur Schule gehen, Hausaufgaben machen

und zusätzlich so viele Proben und Auftritte...

ist das nicht ganz schön stressig für die

Schüler? Wie gehen sie mit dem Stress um?

Sie können sich das so vorstellen: die Thomaner

haben meist nur wenig mehr als eine Woche, um

ein sehr schwieriges Stück einzustudieren. Montags

fangen die Proben in kleinen Stimmgruppen

an, und schon am Freitag singen sie vor

einem kritischen Publikum. Dort können zeigen

was sie können. Wenn sie dann auf der Bühne

oder in der Kirche stehen, merken sie, dass sie

die Herzen der Zuschauer erreichen. Sie spüren

das sehr genau. Das ist der Lohn, der den Stress

vergessen lässt. Es ist wie bei einem Leistungssportler,

der einen Wettkampf gewinnt. Der Erfolg

und das Glück nach dem Sieg oder nach

der Aufführung bleiben in Erinnerung.

Die Schüler haben aber natürlich auch Freizeit.

Dann machen sie viel Sport, vor allem unser

Fußballplatz ist immer in Benutzung. Außerdem

versuchen wir immer, die Ferienzeiten einzuhalten,

soweit es möglich ist.

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Wie sieht die Perspektive der Thomaner nach

ihrer Schulzeit aus?

Die Schüler gehen in ganz verschiedene Richtungen.

In der letzten Zeit sind es aber mehr geworden,

die bei der Musik bleiben. Einige finden

sich sogar in Gesangsensembles zusammen

und verdienen mit Singen ihr Geld. Manch einer

studiert an der Hochschule für Musik und Theater

in Leipzig Musik.

Wie wird der Chor finanziert? Gibt es Spenden

für den Chor?

Der Thomanerchor wird von der Stadt Leipzig finanziert.

Darüber hinaus erhalten wir Spenden.

Sie helfen, die Freizeit- und Lernbedingungen

der Thomaner zu verbessern.

Wie bekommt man guten Nachwuchs für den

Chor?

Da findet seit etwa 10 Jahren eine große Umorientierung

statt. Wir alle wissen, dass in den Familien

viel weniger Musik gemacht wird, als frü-

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her. Deshalb werden viele Talente nicht erkannt

und gefördert. Also müssen wir das selbst in die

Hand nehmen. Wir gehen in die Kindergärten

und laden Kinder zum Singen ein. Wenn wir jemanden

finden, der Talent und Spaß am Singen

hat, bieten wir eine musikalische Ausbildung an.

Diese geht vom Kindergarten über die Grundschule

bis zur Aufnahmeprüfung in den Chor.

Am Ende einer Thomanerzeit nach dem Abitur

nehmen die „Thomasser“ mehr mit als ein Abitur

und musikalische Kenntnisse . Sie haben soziale

Kompetenz erlangt. Durch das Leben im Chor

und auch die Beschäftigung mit christlichen

Texten lernen sie, bewusst Verantwortung zu

übernehmen; aber auch sich durchzusetzen: So

sind sie gut gerüstet für den neuen Lebensweg.

Herr Altner, vielen Dank, dass Sie sich Zeit

für uns genommen haben! Wir wünschen Ihnen

und ihrem Chor weitere schöne und ereignisreiche

Wochen im Jubiläumsjahr!

Schneckenpost


Schneckenpost

Die Begeisterung in London war groß!

Der Olympiastützpunkt in Leipzig und die Paralympics

Quelle: Sächsicher Behindertensportverband

Wussten Sie, dass Leipzig einen aktiven Olympiastützpunkt

hat? Wussten Sie, dass auch

Sportler aus Leipzig an den Paralympischen

Spielen teilgenommen haben? Das Sparkassen–

Team London trat mit 21 Sportlern und Sportlerinnen

in London an! Ein Grund für die Schneckenpost,

den Olympiastützpunkt Leipzig (OSP)

aufzusuchen.

Am Olympiastützpunkt wurden wir von Dr. Winfried

Nowack und Heike Fischer herzlich begrüßt.

Herr Dr. Nowack ist seit 1995 Leiter des

Olympiastützpunktes. Zuvor hat er über 12 Jahre

hinweg die Nationalmannschaft in der Sportart

Freier Ringkampf betreut.

Heike Fischer ist für die Betreuung der Leistungssportler

und die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Ganz nebenbei und bescheiden erzählt

sie uns, dass sie selbst 20 Jahre lang im Leistungssport

im Wasserspringen war. Ihr größter

Erfolg war eine Bronzemedaille bei den Olympischen

Spielen 2008 in Peking. Diese Erfahrungen

aus ihrer eigenen Leistungssportkarriere

helfen ihr natürlich heute, die Sportler zu verstehen

und zu betreuen.

Ein wenig verspätet gesellt sich Christoph Herzog

zu uns. Dadurch erfahren wir, dass Leistungssport

in Deutschland oftmals Privatsache

und Freizeit ist. „Der Sport fällt nebenbei mit

ab. Hauptberuflich arbeite ich bei einem Pflegedienst

im Bereich der Geschäftsleitung“, erklärt

uns Christoph Herzog.

Christoph Herzog spielt seit seinem 10. Lebensjahr

Sitzvolleyball. Zum Sitzvolleyball ist er durch

seinen Onkel gekommen. Er selbst hatte damals

noch keine anerkannte Behinderung. Ihm gefiel

der Sport und er ist dabei geblieben. Zu den Paralympics

kam er eigentlich durch einen Zufall.

Durch den Fußball erlitt er eine Knieverletzung.

Diese wurde in der Schadensklassifikation der

Paralympics anerkannt.

Nach einer ersten Vorstellungsrunde möchten

wir nun natürlich mehr über den Olympiastützpunkt

in Leipzig und die Paralympischen Spiele

in London erfahren.

18


Wir sind hier im Olympiastützpunkt in Leipzig.

Welche Aufgaben hat der Olympiastützpunkt?

Dr. Winfried Nowack: Der Olympiastützpunkt

wurde 1991 als gemeinnütziger Verein gegründet.

Unsere Aufgabe ist es die Bundeskaderathleten

aus den Olympischen Sportverbänden

zu betreuen. Wir unterstützen sie bei ihrer Leistungsentwicklung.

Wir bieten den Sportlern den Rahmen für das

notwendige Training. Wir mieten Sportstätten

an und stellen die Trainer zur Verfügung. Wir betreuen

derzeit vorrangig die Sportarten Schwimmen,

Judo und Kanu-Slalom, Kanu-Rennsport,

Rudern, Leichtathletik und Wasserspringen.

Aber es kommen auch Einzelsportler zu uns aus

anderen Disziplinen. Für diese organisieren wir

dann auch individuell das Training.

Der OSP Leipzig hat vier Fachabteilungen: Sportmedizin,

Physiotherapie, Trainingswissenschaft

und Laufbahnberatung. Der Leistungssport wird

meist neben der schulischen und beruflichen

Laufbahn betrieben. Die Sportler brauchen also

auch Unterstützung bei der beruflichen Orientierung

und Planung. Es muss geschaut werden,

wie Beruf und Sport verbunden werden können.

Und natürlich muss auch an die berufliche Zukunft

nach dem Leistungssport gedacht werden.

Der OSP Leipzig stellt den Sportlern Unter-

19

künfte zur Verfügung. Dafür gibt es ein eigenes

Wohnheim, in dem 14 Sportler leben. Zusätzlich

werden Wohnungen in der Kolonnadenstraße

angemietet. Insgesamt kann 90 Sportlern eine

Unterkunft durch den OSP Leipzig gewährt werden.

Welche Paralympischen Sportarten werden

durch den Olympiastützpunkt betreut?

Dr. Winfried Nowack: Es gibt derzeit zwei

Schwerpunktsportarten. Wir betreuen den Sitzvolleyball

und das paralympische Schwimmen.

In diesen Sportarten stellen wir die Trainer zur

Verfügung.

Wir betreuen aber auch aktuell zwei weitere

Sportler in anderen Disziplinen. Mathias Schulze

konnte sich in der Leichtathletik für die Paralympics

qualifizieren. Und Daniel Stur wird beim Rudern

individuell betreut. Diese Sportarten sind

neu für uns und wir müssen erst die Strukturen

hierfür aufbauen. Das machen wir aber gern und

sind sehr interessiert daran.

Christoph Herzog: In den paralympischen Disziplinen

fehlen hauptamtliche Trainer. Aber gerade

in den letzten zwei Jahren habe ich viele

Entwicklungen beobachten können. In Bayern-

Leverkusen gibt es bereits eine hauptamtliche

Trainerin, die alle paralympischen Leichtathletik-

Disziplinen betreut. Ich denke, dass durch die

Paralympischen Spiele in London noch einmal

viel Aufmerksamkeit erlangt wurde. Die Engländer

haben eine tolle Werbung gemacht. Das

bringt den paralympischen Sport voran.

Dr. Winfried Nowack: Der Behindertensport

hat sich in den letzten 10 Jahren sehr entwickelt.

Wir beobachten eine enorme Leistungsentwicklung

der paralympischen Sportler international.

Nun müssen Strukturen für die Bundeskader in

Deutschland aufgebaut und ausgebaut werden.

Mittlerweile gibt es auch in den paralympischen

Sportarten A-C Kader. Ein wenig abgekoppelt

davon sind die Special Olympics.

Schneckenpost


Schneckenpost

Betreuen Sie hier im Olympiastützpunkt

auch die Sportler für die Special Olympics?

Dr. Winfried Nowack: Nein, diese werden nicht

durch uns betreut. Da wüssten wir auch gar

nicht, wie wir diese betreuen sollen. Die Special

Olympics sind eine ganz eigene Veranstaltung.

Wie sieht es mit dem Training der olympischen

und der paralympischen Sportler in Leipzig aus?

Trainieren Sportler mit Behinderung und Sportler

ohne Behinderung gemeinsam?

Christoph Herzog: Nein. Das ist disziplinmäßig

einfach nicht möglich. Die Sportler trainieren

sehr individuell in ihren Sportarten. Wobei

vor ein paar Tagen zwei bekannte Sportlerinnen

ohne Behinderung mit zum Sitzvolleyballtraining

waren. Kerstin Thiele (Judo) und Annekatrin

Thiele (Rudern) wollten sich dieses einmal anschauen

und mitmachen. Das hat ihnen richtig

Spaß gemacht!

Dr. Winfried Nowack: Das Schwimmtraining

findet zeitgleich in der gleichen Schwimmhalle

statt, aber die Sportler nutzen unterschiedliche

Bahnen für ihr Training. Jeder Sportler macht ein

individuelles Streckentraining.

Es kommt immer wieder die Idee ins Gespräch,

dass die Olympischen Spiele und

die Paralympischen Spiele zusammengelegt

werden sollten. Wie stehen Sie dazu?

Christoph Herzog: In London haben wir erlebt,

dass die Paralympics nicht hinten an standen.

Sie wurden genauso aufwendig organisiert und

geplant und das Interesse des Publikums war

groß.

Der Leistungsgedanke bei den Paralympics ist

teilweise ein anderer. Für mich sind manche

Sportarten als Leistungssportbewertung fraglich.

Zum Beispiel ein Diskuswerfen mit 3 Metern

Wurfweite? Einige Sportarten sollten herausgenommen

werden.

Heike Fischer: Olympia und Paralympics, das

sind zwei bewegende Sportereignisse. In London

wurden beide sehr gut angenommen. Es

wird immer diese zwei Veranstaltungen geben.

Eine Zusammenlegung wäre organisatorisch

und logistisch gar nicht möglich.

Dr. Winfried Nowack: Es sind zwei separate

Veranstaltungen. Eine Zusammenlegung geht

schon wegen der Vorgaben des IOC nicht. Zu

den olympischen Spielen werden 11.000 Sportler

insgesamt zugelassen. Diese Zahl ist festgelegt.

Kommen nun noch die paralympischen

Sportler dazu, müsste man die Zahl der olympischen

Athleten reduzieren.

Ziel der IOC ist es, mehr Nationen an den Spielen

zu beteiligen. Die Teilnehmerzahl pro Nation

soll reduziert werden. Zu dem kommt noch die

Regelung der Männer- und Frauenquote hinzu.

Die Veranstaltungen zusammenzulegen, ist

auch ein logistisches Problem. Sie müssen die

Zuschauer, die Sportler und die Begleiter der

Sportler organisieren. Die Programme beider

Veranstaltungen sind voll durchstrukturiert. Die

16 Tage beider Spiele sind voll durchgeplant.

Da bleiben keine Kapazitäten, um noch weitere

Wettkämpfe unterzubringen.

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Christoph Herzog: Die Paralympics in London

waren großartig organisiert und die Begeisterung

in London war ungebrochen. In den Medien

wurde doppelt so viel über die Paralympics

berichtet, wie noch in Peking. Das mediale Interesse

war deutlich größer. Ein Grund für dieses

Interesse und die anhaltende Begeisterung war

die Werbung für die Paralympics in London. Es

gab eine große Werbekampagne, die erheblich

zum Erfolg beigetragen hat.

London und Peking sind zwei ganz unterschiedliche

Städte. Kann man die Veranstaltungen

miteinander vergleichen?

Heike Fischer: In London war ich dieses Jahr

nicht mit dabei. Peking war sehr schön. Die Atmosphäre

war großartig. Ich hatte auch Glück,

weil in China das Wasserspringen eine der großen

Nationalsportarten ist. Die Begeisterung

und der Andrang waren deshalb sehr groß bei

den Schwimmwettkämpfen.

Dr. Winfried Nowack: Alle olympischen Spiele

haben ihre eigene Atmosphäre. Peking war

sehr gut durchstrukturiert und durchgeplant.

Die meisten Wettkampfstätten wurden für die

olympischen Spiele neu gebaut. Das Verkehrsnetz

wurde für diese Spiele überarbeitet und erheblich

ausgebaut. Betriebe wurden für die Zeit

still gelegt und Autos durften nur an bestimmten

Wochentagen fahren, damit die Luft sauber gehalten

werden konnte.

21

London dagegen hat vor allem durch die Begeisterung

der Bevölkerung geglänzt. Die Engländer

haben die Spiele und sich selbst gefeiert.

Spürbar waren dort auch die anderen Sporttraditionen.

England ist eine Rudernation. Bei diesen

Wettkämpfen war dann auch die Stimmung

am größten. 50.000 Zuschauer waren bei den

Ruderwettkämpfen!

London ist eine alte ehrwürdige Stadt. Das spürt

man. Für die Spiele wurden dort vor allem Sportstätten

genutzt, die bereits da waren und auch

das vorhandene Verkehrsnetz. Dadurch ergaben

sich ein paar Probleme, wenn Wettkämpfe

zu Ende waren und alle Zuschauer auf einmal

aus den Arenen stürzten. In London waren viele

Touristen bei den Olympischen Spielen. Viele

Londoner sind in der Zeit der Spiele in den Urlaub

gefahren.

Christoph Herzog: Bei den paralympischen

Spielen waren vor allem Londoner und Engländer

vor Ort. Die haben die Spiele für sich genutzt

und sich ein paar schöne entspannte Tage gemacht.

Teilweise wurden Picknicks veranstaltet

und man schaute den Wettkämpfen interessiert

zu.

Welche Erfolge hat das Sparkassen-Team London

bei den Paralympics errungen?

Dr. Winfried Nowack: Mathias Schulze erkämpfte

sich beim Kugelstoßen den 5. Platz. Das ist

schon eine große Leistung. Im Schwimmen haben

es unsere Sportler auf Finalplätze geschafft.

Christoph Herzog: Wir haben uns sehr gefreut

und zu unserer eigenen Überraschung den

3.Platz beim Sitzvolleyball erreicht. Das war für

uns überwältigend. Die Qualifikation war knapp

und wir konnten uns erst als 10. Mannschaft

qualifizieren. Die Spiele sind dann aber für uns

hervorragend gelaufen. Es war spannend bis zur

letzten Minute. Besonders über die Siege über

Ägypten und Russland waren wir überglücklich.

Darüber wurde dann sogar in den Nachrichten

berichtet.

Schneckenpost


Schneckenpost

Quelle: Sächsicher Behindertensportverband

Welche Barrieren gab es in London?

Christoph Herzog: Bei den Spielen selbst gab

es erst einmal kaum Barrieren. Ich habe aber

mitbekommen, dass die Basketballer Probleme

mit ihrer Unterkunft hatten. Teilweise mussten

die gehbehinderten Athleten mit ihrem Gepäck

in den ersten Stock und es gab keinen Aufzug.

Die Unterkünfte waren nicht barrierefrei.

Generell müssen in vielen Bereichen bei den

Paralympics erst Erfahrungen gesammelt werden.

Zum Beispiel gibt es derzeit eine große

Diskussion um die verwendeten und zulässigen

Hilfsmittel. Teilweise sind Leistungen keine Frage

der Leistungsfähigkeit der Sportler, sondern

vielmehr eine Frage des Materials. Große Rehafirmen,

wie zum Beispiel Otto Bock stellen für

die Athleten hervorragende Hilfsmittel her. Diese

können sich dann aber nicht alle leisten. Die Materialfrage

hat man auch bei den Olympischen

Spielen in manchen Sportarten, aber bei den

Paralympics wird diese noch intensiver zu führen

sein. Das „Technikdoping“ ist hier zentraler.

Dr. Winfried Nowack: Die Materialfrage ist erheblich.

Derzeit besteht die Gefahr, dass einige

Nationen von den Paralympischen Spielen ausgeschlossen

werden. Diese schaffen die Qualifikationen

nicht, weil sie sich die Technik nicht

leisten können.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Heike Fischer: Bei den Vorbereitungen auf die

Spiele hat sich in Leipzig ein sehr schönes Team

herausgebildet. Die olympischen und die paralympischen

Sportler hatten viel Kontakt zueinander.

Es wächst zusammen. Ich hoffe, dass

sich dieser Prozess fortsetzt.

Christoph Herzog: Ich wünsche mir, dass der

Leistungssport mehr gefördert wird. Die Bevölkerung

soll auch für andere Sportarten wieder

mehr begeistert werden. Es wäre schön, wenn

die Medien auch diese mehr in den Blick nehmen

und nicht immer nur berichten, wenn es herausragende

Erfolge gab.

Dr. Winfried Nowack: Ich bedaure noch immer,

dass Leipzig die Olympiabewerbung nicht

geschafft hat. In Leipzig wäre das eine große

Chance für den Sport gewesen. Das haben wir

in London erlebt. Glücklicherweise sind während

der Bewerbungsphase einige Sportstätten

entstanden, die von unseren Schwerpunktsportarten

genutzt werden und zu einer enormen Verbesserung

der Trainingssituation geführt haben.

Vielen herzlichen Dank, dass Sie sich die

Zeit genommen haben!

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Christian Wetendorf

und Karen Kohlmann


Thonberg-Kickers gewinnen im

Trainingszentrum von RB Leipzig

RasenBallsport Leipzig lud am 26.09.2012 zum

ersten Fantag für Menschen mit Behinderung

auf sein modernes Trainingsgelände am Cottaweg

ein. Nach öffentlichem Training und lockerer

Autogrammstunde der ersten Mannschaft

durften die Thonberg Kickers der Diakonie am

Thonberg gegen die Mannschaft der Diakonie

Panitzsch ein Freundschaftsspiel bestreiten.

Ein-fühlsam und motivierend betreut von Co-

Trainer Ronny Stahl, gewannen die Thonberg-

Kickers nach 2 x 15 Minuten Spielzeit 3:2.

23

Als Anerkennung erhielten alle beteiligten Spieler

Freikarten für das nächste Heimspiel von RB.

Maskottchen Bulli war ein weiterer Zuschauermagnet

eines tollen und entspannten Nachmittages

am Cottaweg, zu dem Susanne Peisker

als verantwortliche Ansprechpartnerin der DaT

auch Werkstattmitarbeiter und Mitarbeiter als

Gäste eingeladen hatte.

Schneckenpost

Udo Färber

Öffentlichkeitsarbeit


Schneckenpost

Die Thonberg- Kicker stellen sich vor

Im Gespräch mit dem Trainer Herr Munkelt

Der letzte Mittwoch im Oktober war ein großer

Tag für die Thonberg Kickers. Sie waren zum

Fantag des Vereins Red Bull Leipzig eingeladen.

Dort traten sie in einem Freundschaftsspiel gegen

den Verein der Lebenshilfe Panitzsch an.

Nachdem sie in der Halbzeit mit 0:2 zurücklagen,

konnten die Thonberg Kickers die Partie in

der zweiten Halbzeit noch drehen: sie gewannen

das spannende Spiel mit 2:3. Danach gab es sogar

noch ein ganz besonderes Geschenk: der

Torwart der ersten Mannschaft von RB Leipzig

schenkte den Thonberg Kickers seine Torwarthandschuhe!

Wir haben mit Heinrich Munkelt gesprochen,

dem langjährigen Trainer der Mannschaft. Er hat

uns von den Anfängen der Mannschaft, von ihrer

Entwicklung und ihren Zielen erzählt.

Herr Munkelt, seit wann gibt es die Thonberg

Kickers und wie lange sind Sie schon Trainer?

Ende 2004 hat Frau Siebert eine Umfrage gestartet,

wer in der Diakonie Interesse am Sport

hätte. Es ging erstmal gar nicht um Fußball, sondern

um Sport im Allgemeinen. Es haben sich

dann aber einige Interessenten gemeldet, die

gerne Fußball spielen wollten und ich habe mich

als Trainer angeboten. Unser erstes Training

hatten wir im Friedenspark. Die Tore haben wir

aus Pullovern und Ästen gebaut, einen Ball mitgebracht

und einfach gespielt. Da waren auch

noch Frauen dabei. Eigentlich ist es nämlich eine

gemischte Mannschaft, aber momentan haben

wir leider keine weiblichen Spieler. Natürlich

war das Training im Park keine langfristige Lösung.

2005 haben wir uns mit dem Verein SSV

Stötteritz in Verbindung gesetzt. Es wurde ein

Vertrag geschlossen, der von der Stadt Leipzig

unterstützt wird. Wir dürfen einmal die Woche

auf dem Platz der Mannschaft trainieren. Als

Gegenleistung ist die Diakonie im Herbst für den

Heckenschnitt auf dem Platz verantwortlich.

Damit war für uns die Grundlage geschaffen, organisiert

zu spielen und auch an Turnieren teilzunehmen.

Das Problem war, dass es damals

in Sachsen noch gar keine organisierte Liga für

Fußballspieler mit Behinderung gab. Deshalb

haben wir uns mit anderen Mannschaften in

Verbindung gesetzt. Im Frühjahr 2006 gründeten

die Thonberg Kickers gemeinsam mit 23 anderen

Teams den Landesverband Sachsen. Es gab

ein Eröffnungsturnier in Dresden. Das allererste

Tor des Landesverbandes schoss Marco Fürstenau

von der Mannschaft der Inpuncto Werkstätten

Dresden. Die Thonberg Kickers belegten in

diesem Turnier den 9. von 24 Plätzen. Ein großer

Erfolg! Der Landesverband wurde dann in vier

Regionalligen strukturiert: Ost, Mitte, Nord und

Süd. Wir gehören zur Regionalliga Nord.

Gab es besondere Höhepunkte in der Geschichte

der Mannschaft?

Es gab drei ganz besondere Höhepunkte. Der

erste war auf jeden Fall das Eröffnungsturnier, in

dem wir den 9.Platz belegt haben.

24


Dann haben wir im Jahr 2008 bei den Sachsenmeisterschaften

in Rugiswalde den zweiten Platz

der Leistungsgruppe B belegt. Das war auch ein

toller Erfolg und ein Höhepunkt für uns. Die Liga

ist in drei Leistungsgruppen A, B und C geteilt.

Wir haben einige Zeit in der untersten Leistungsgruppe

gespielt, in der Gruppe C. Aber dieses

Jahr am 25. Mai haben wir es geschafft, wieder

in die Gruppe B aufzusteigen. Das war ein

großer Tag für uns. Wir haben das Turnier sogar

selbst veranstaltet. Mit dem Aufstieg kommen

jetzt viele neue Termine und wir haben weitere

Wege zu den Turnieren. Aber die Zusammenarbeit

mit Betriebsleitung, Stadt und Sportverein

klappt sehr gut. Unser Budget wurde sogar etwas

aufgestockt.

Wie oft in der Woche findet denn das Training

statt?

Wir trainieren einmal in der Woche: Montags von

15 Uhr bis 17 Uhr auf dem Platz des SSV Stötteritz.

Eigentlich ist das zu wenig. Wir bräuchten

mehr Zeit zum trainieren, damit wir uns weiter

verbessern können. Aber leider haben wir nur in

dieser Zeit den Platz für uns.

Suchen Sie immer noch Mitspieler oder ist

die Mannschaft vollständig?

Wir freuen uns immer über neue Mitspieler! Jeder

ist bei uns willkommen, egal welches Alter

oder welches Geschlecht.

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Wer Interesse hat, kann gerne einmal beim Training

vorbeikommen. Allerdings muss man sich

vorher bei Frau Peiskau (????) anmelden. Außerdem

muss jeder, der trainieren will, Fußballschuhe

und Schienbeinschoner tragen.

Was sind die Ziele der Thonberg Kickers für

die weitere Saison?

Das größte Ziel ist auf jeden Fall der Klassenerhalt

in der Leistungsgruppe B. Außerdem hoffen

wir, dass Ronnie Stahl als zweiter Trainer

bei uns bleibt. Er trainiert seit einem Vierteljahr

gemeinsam mit mir die Mannschaft und ist eine

große Hilfe. Im Moment kann ich zum Beispiel

aus Krankheitsgründen nicht mitspielen, da ist

es gut, wenn ein zweiter Trainer dabei ist!

Ein drittes Ziel ist es, die Verletzungsrate gering

zu halten.

Vielen Dank Herr Munkelt, dass Sie sich Zeit

für uns genommen haben! Wir wünschen Ihnen

und den Thonberg Kickers eine erfolgreiche

Saison!

Schneckenpost

Dorothea Deunert

und Vera Kreipe


Schneckenpost

Tanzen macht Spaß

Ich tanze seit 2006 mit anderen Rollstuhlfahrern

und professionellen Tänzern der Leipziger Szene

für zeitgenössischen Tanz im Soziokulturellen

Zentrum Die VILLA. In diesem Jahr wurde

daraus eine eigene mixed-abled Company gegründet

und sie nennt sich Tanzlabor Leipzig mit

einer eigenen Internetseite unter www.tanzlabor-leipzig.de.

Mixed-abled bedeutet dabei Menschen mit verschiedenen

Fähigkeiten.

Unsere Tanzcompany bietet drei verschiedene

Aktivitäten an:

- offene Tanzproben das „Freie Tanzen“

- Tanzworkshops im zeitgenössischen Tanz

- Tanztheaterproduktionen für die Bühne mit

zeitgenössische Choreografien

Die offene Tanzprobe „Freies Tanzen“ kann ohne

Vorkenntnisse von jedermann genutzt werden.

Die Probe ist kostenfrei. Sie findet einmal im Monat

in der VILLA, Lessingstrasse 7 statt.

Dieses Jahr gab es erstmals Workshop im zeitgenössischen

Tanz für Teilnehmer mit Handicap.

Die Workshops dienten vor allem dem Sensibilisieren

des eigenen Körpers und waren trotz aller

körperlichen Aktivitäten sehr entspannend für

mich und die anderen Teilnehmer.

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Am Ende jedes Workshops gab es eine kleine

Präsentation vor einem Publikum aus Bekannten

und Freunden.

Die Workshops fanden unter der Leitung von

Alessio Trevisani (Leiter der Company des Leipziger

Tanztheaters) und Heike Hennig (eine sehr

berühmte Leipziger Choreografin) statt.

Der nächste Workshop widmet sich dem

Schwerpunkt: Bewegungstheater/ Improvisation

mit Julia Sparmann. Dafür kann man sich in der

VILLA noch anmelden. Diese Tanzworkshops

sind für uns Laientänzer eine gute Möglichkeit

mehr über den zeitgenössischen Tanz in Erfahrung

zu bringen und uns auf Bühnenstücke vorzubereiten.

Unsere drei Bühnenstücke präsentierten wir im

Leipziger LOFFT :

U can't touch this (2008/2009) CoPPe LiA

(2010/2011) und Connection Impossible (2011/2012).

Das nächste Bühnenstück ist im Dezember

2012 im KulturKaffee Plan B in der Härtelstrasse

zu sehen.

Zum Abschluss für Hobby Tänzer noch mal

alle TIPP's: Einmal im Monat findet in der

VILLA Freier Tanz statt. Wer also gerne tanzt,

kann sich dort ausprobieren.

Termine Feier Tanz:

Samstag 17.11.12 10 bis 12 Uhr

Samstag 15.12.12 10 bis 12 Uhr

Termin Workshop:

Sonntag 11.11.12 10 – 15 Uhr

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Termine Bühnenstück:

Samstag 15.12.12. 19 Uhr

Sonntag 16.12. 12 15 Uhr und 18 Uhr

Anmeldung über Marion Müller

0341 3552040

marion@villa-leipzig.de

Tanzlabor Leipzig

Schneckenpost

Katja Mieder


Schneckenpost

Welche Aufgaben haben eigentlich die Ämter der Stadt Leipzig?

Menschen mit geistiger Behinderung fragen nach

Für diese Ausgabe haben wir mit Herrn Dr.

Ackermann gesprochen. Er ist der Amtsleiter

der Leipziger Städtischen Bibliotheken.

Vielen Dank erst einmal, dass Sie heute hier

sind! Die Stadtbibliothek zieht ja nun endlich

wieder in das Gebäude am Wilhelm-Leuschner-Platz!

Sicher gibt es da viel zu tun!

Ja, im Moment stehen natürlich viele Termine

an. Aber ich freue mich sehr, dass der Umbau

der Stadtbibliothek nun fertig ist. Und es ist

großartig zu sehen, welche neuen Qualitäten es

gibt. Das Gebäude ist nicht nur saniert worden,

sondern wir haben eine völlig neue Bibliothek hineingeplant.

Das war ein großes Ziel von uns. Es

ist schön, jetzt das Ergebnis Formen annehmen

zu sehen.

Welche Aufgaben haben die Leipziger Städtischen

Bibliotheken?

Die Leipziger Städtischen Bibliotheken haben,

um es kurz zu sagen, 3 Aufgaben: Die Leseförderung,

Lebenslanges Lernen ermöglichen und

die Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz.

Wir bieten Bildung und Unterhaltung

für alle Lebenslagen. Außerdem sind wir ein zentraler

Ort der Begegnung und des Austausches.

Welche Aufgaben haben Sie bei der Stadtbibliothek?

Ich habe klassische Leitungsaufgaben. Gemeinsam

mit meinen MitarbeiterInnen definiere ich

Ziele, die wir erreichen wollen.

Damit wir diese Ziele erreichen können, muss

ich die notwendigen Rahmenbedingungen

schaffen. Zum Beispiel muss ich innerhalb der

Stadtverwaltung und verschiedenen Gremien

um Unterstützung für die Bibliotheken werben

und unsere Projekte vorstellen.

Ich muss dafür Sorge tragen, dass wir auch genug

Geld bekommen, damit wir unsere Ziele erreichen

können.

Ich werbe aber auch in der ganzen Stadt für unsere

Bibliotheken und unsere Veranstaltungen.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Die Arbeit mit den Menschen. Wir sind ein sehr

gutes Team und haben eine gute Arbeitsatmosphäre

bei uns. Das finde ich sehr schön und

das ist auch wichtig.

Ich lerne aber auch durch unsere Vorhaben immer

wieder neue Menschen kennen. Zum Beispiel,

wenn wir Partner für Projekte suchen und

gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Wir arbeiten

natürlich viel mit Schulen oder der Volkshochschule

zusammen, aber bspw. auch mit

dem Theater der jungen Welt haben wir schon

Projekte gemacht, die Musikschule oder die

Hochschule für Musik sind Partner von uns. Die

Vielfalt unserer verschiedenen Partner gefällt

mir.

Ich mag es auch, Menschen für Ziele zu begeistern.

Wie viele Mitarbeiter arbeiten bei den Leipziger

Städtischen Bibliotheken?

An Köpfen haben wir etwa 140 bis 150 Mitarbeiter

und Mitarbeiterinnen.

28


Arbeiten bei der Stadtbibliothek auch Mitarbeiter

mit einer Behinderung?

Ja, unterschiedlicher Art. Spontan fällt mir eine

Mitarbeiterin mit einer Gehbehinderung ein, weil

diese Behinderung sichtbar ist. Aber es gibt ja

auch viele Behinderungen, die gar nicht sichtbar

sind.

Gibt es eine Begegnung mit einem Menschen

mit Behinderung, die Sie und ihren Umgang

mit Menschen mit Behinderung besonders

beeinflusst hat?

Ja, die gibt es! Im Jahr 2007 habe ich an dem

Netzwerkprogramm für Führungskräfte „Common

Purpose“ teilgenommen.. Damals haben

wir u.a. die Samuel-Heinicke-Schule besucht.

Das ist eine Schule für hör- und sprachbehinderte

Kinder und Jugendliche.

Dort war ich wirklich entsetzt, als ich erfuhr, dass

die Gebärdensprache erst seit etwa 20 Jahren

als offizielle Sprache in Deutschland anerkannt

ist, obwohl sie für taubstumme Menschen die

Muttersprache und Deutsch ihre erste Fremdsprache

darstellt..

Bemerkenswert fand ich auch, dass es für hörbehinderte

Jugendliche nur sehr wenige Gymnasien

in Deutschland gibt. Oft müssen die Jugendlichen

dort aber in ein Internat.

Tief beeindruckt hat mich ein taubstummer

Mann, der eine Agentur betreibt und sich daneben

für die Belange von hör- und sprachgeschädigten

Menschen einsetzt. Er hielt einen Vortrag

und man konnte beobachten, dass die Gebärdensprachdolmetscherin

große Mühe hatte, mit

seinem Tempo Schritt zu halten und die Komplexität

seiner Sprache wiederzugeben.

Ich habe bei diesem Besuch gelernt, dass Hörbehinderte

nicht so lesefreudig sind, wie man

meinen könnte, da sie die Texte in einer Fremdsprache

lesen.

29

So ist auch das Fernsehen eine wichtige Informationsquelle

für sie, obwohl im deutschen

Fernsehen Gebärdensprachdolmetscher bswp.

bei Nachrichten eine Seltenheit sind. Dieser Besuch

war für mich wirklich sehr aufschlussreich.

Was möchten Sie gern verbessern?

Wir haben gerade einen großen Meilenstein

bewältigt. Der Umbau der Stadtbibliothek am

Wilhelm-Leuschner-Platz ist nun fast fertig und

die Wiedereröffnung steht unmittelbar bevor. In

dieser neuen Stadtbibliothek konnten wir viele

unserer Ziele und Wünsche verwirklichen!

Natürlich gibt es weitere Aufgaben wie beispielsweise

die Sanierung unserer großen Stadtteilbibliotheken

in Plagwitz und in der Südvorstadt

oder auch der Ausbau unserer elektronischen

Dienstleistungen.

Wie stellen Sie in der neuen Stadtbibliothek

sicher, dass auch Menschen mit Behinderung

die Angebote nutzen können?

.

Besonders freue ich mich, dass wir am Leuschner-Platz

dank der Sanierung nun – mit Ausnahme

einer kleinen Fläche im Lesesaal - endlich

barrierefrei zugänglich sind. Der Eingangsbereich

wurde dafür komplett umgestaltet, im öffentlichen

Bereich gibt es einen zweiten Aufzug,

das 4. OG ist nun ebenfalls barrierefrei erreichbar,

unser Oberlichtsaal verfügt über eine Induktionsschleife

für Hörgeschädigte.

Bei den Medien haben wir bspw. Großdruckbücher

oder auch Bücher in Leichter Sprache.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen

und unsere Fragen beantwortet haben.

Weitere Informationen zu den Leipziger Städtischen

Bibliotheken finden Sie im Internet unter:

www.leipzig.de/stadtbib/

Schneckenpost


Schneckenpost

Lesen leicht gemacht

Wie benutzt man die Leipziger Stadtbibliothek?

Im Oktober 2012 wurde die Bibliothek nach einem

langen Umbau wieder eröffnet. Wir waren

da und haben uns für euch schlau gemacht.

Die Stadtbibliothek befindet sich in der Leipziger

Innenstadt. Dort kann man Bücher, CD's, DVD's,

Zeitschriften und Spiele ausleihen.

Von der Werkstatt fährt man erst mit der Straßenbahn

15 (Richtung Miltitz) bis zum Augustusplatz.

Dort muss man in die Linie 10 (Richtung Lößnig)

oder in Linie 11 (Richtung Markkleeberg) umsteigen.

Man fährt dann nur noch eine Haltestelle

bis zum Wilhelm – Leuschner – Platz und steigt

aus.

Von dort ist es dann nicht mehr weit. Etwa 5 Minuten

läuft man noch. Die Stadtbibliothek sieht

man sogar schon von der Haltestelle aus.

Am Eingang der Bibliothek gibt es einen Aufzug

für Rollstuhlfahrer. Ein netter Mitarbeiter hilft bei

der Technik.

Alle Etagen der Bibliothek sind mit unterschiedlichen

Farben gestaltet. Man findet sich wirklich

gut zurecht. Alle Etagen sind mit Fahrstühlen zu

erreichen. Auch die Gänge sind für jedermann

breit genug.

In der Bibliothek gibt es viele verschiedene Bereiche.

Es gibt eine Kinderbibliothek, einen Jugendbereich,

einen Bereich mit Zeitschriften,

einen für Fachbücher, einen für Romane und sogar

eine Musikbibliothek.

Überall gibt es viele gemütliche Sitzmöglichkeiten.

Da kann man in Ruhe lesen, stöbern und

entspannen. Dabei muss man aber Rücksicht

nehmen. In einer Bibliothek sollte man sich ruhig

verhalten. So kann sich jeder wohl fühlen und

niemand wird gestört.

Möchte man in der Bibliothek etwas ausleihen,

benötigt man einen Ausweis.

Den muss man in der Bibliothek beantragen. Die

Formulare gibt es dort überall. Für ein Jahr kostet

der Ausweis 16 Euro und für ein halbes Jahr

10 Euro. Zum Beantragen braucht man einen

gültigen Personalausweis und die Unterschrift

der Eltern oder des Betreuers.

30


Der Ausweis läuft nach einem Jahr oder eben

einem halben Jahr automatisch ab. Bezahlt man

wieder die Gebühr wird der Ausweis verlängert.

An den vielen Computern in der Bibliothek kann

man suchen was man ausleihen möchte. Der

Computer gibt euch einen Code, der verrät wo

das Gesuchte zu finden ist. Kommt man nicht

zurecht, fragt man einfach eine nette Mitarbeiterin.

In jedem Raum gibt es genug freundliche

Ansprechpartner.

Man kann aber auch einfach in den Regalen stöbern.

Bücher darf man 4 Wochen ausleihen. CD'S,

DVD's und Zeitschriften kann man eine Woche

ausleihen. Insgesamt darf man zweimal die

Leihfristen verlängern.

Die Bücher leiht man dann mit seinem Ausweis

an der Infotheke im Erdgeschoss aus. Wichtig

ist das man das Ausgeliehene pünktlich wieder

abgibt.

An der Infotheke bekommt man dafür einen Zettel.

Auf dem Zettel steht wann der genaue Abgabetermin

ist. Ist man zu spät dran muss man

Geld zahlen. Je versäumten Tag muss man 30

Cent bezahlen. Das gilt jeweils für alles Ausgeliehene

was zu spät ist. Abgeben kann man an

einem Automaten im Erdgeschoss oder an der

Infotheke.

Außer Bücher gibt es in der Bibliothek noch viel

anderes zu entdecken. Es lohnt sich wirklich

dort vorbei zu schauen. Eine Führung kann man

telefonisch vereinbaren. Sie ist kostenlos und

wirklich sehr interessant.

31

Ist man nicht so mobil kann man auch den Hausservice

nutzen. Dieser bringt was man ausleihen

möchte nach Hause. Dafür macht man sich individuelle

Termine aus. Der Hausservice holt die

Sachen auch wieder ab. Für den Hausservice

muss man vorher in der Stadtbibliothek anrufen

(0341 - 1235389).

Außer der Stadtbibliothek gibt es noch viele andere

Bibliotheken in Leipzig – die Stadtteilbibliotheken.

Sicher auch in eurer Nähe. Im Internet

findet man weitere Informationen unter:

www.leipzig.de/stadtbib

Anschrift der Stadtbibliothek:

Wilhelm – Leuschner - Platz 10/11

04107 Leipzig

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag 10:00Uhr – 19:00 Uhr. Mittwoch

13:00 Uhr – 19:00Uhr Samstag

10:00 Uhr – 14:00Uhr.

Telefonnummer:

0341 - 1235343

Tipp: Ein Besuch der Bibliothek ist eine tolle

Idee für einen Wochenendausflug – auch ohne

Ausweis!

Uns hat es zumindest großen Spaß gemacht.

Es grüßen euch die Leseratten Kristin, Ute, Isabel,

Marika und die Kursleiterinnen Conny und

Freddy.

Schneckenpost


Rätselspaß

Schneckenpost

Viel Spaß beim Rätseln!

Rätsel 1:

Setzt die gesuchten Wörter in die dafür vorgesehenen Kästchen. Die Buchstaben in dem fett gedruckten

Feld ergeben von oben nach unten gelesen das gesuchte Lösungswort.

Große Bestellungen werden in einem … geliefert.

Sekt wird auch … genannt.

Oboe, Klarinette und

Fagott sind Musik…

Um sich beim Kochen nicht die Finger an den

Töpfen zu verbrennen, benutzt man …

32

Ein sehr gefährliches Meerestier ist der …

Ein Ort wo man sich

säubern kann, ist die …

Die Sanitäter versorgen beim Patienten eine Biss…

Der größte Kontinent der Erde heißt …


Rätsel 2:

Hier seht Ihr mehrere Bilderpaare. In jedem rechten Bild haben wir mehres verschwinden lassen.

Vergleicht die Bilder und malt dort einen Kreis hin, wo etwas fehlt.

33

Schneckenpost


Schneckenpost

Der Werkstattrat informiert...

Wir möchten gern von unserer aktuellen Arbeit berichten:

Ein großes Thema in den Sitzungen sind die

Sprechstunden des Werkstattrates. In der Eichlerstraße

wird die Sprechstunde nur teilweise

angenommen. Die Mitarbeiter im Nexö-Heim

hatten in der Vergangenheit offenbar wenig Interesse

an einer Sprechstunde. Auch der Briefkasten

wird wenig genutzt.

Deshalb hier nochmal ein Aufruf an alle:

Nur wenn Ihr uns eure Probleme mitteilt, können

wir versuchen, diese so gut wie möglich vertraulich

zu lösen. Denn dafür ist der Werkstattrat

da!!!.

Der Werkstattrat soll darauf achten, dass folgende

Gesetze und Regelungen eingehalten werden:

• Beschäftigungszeiten

• Erholungspausen

• Erhaltung und Erhöhung der Leistungsfähigkeit

• Weiterentwicklung der Persönlichkeit

• Urlaub

• Entgeltfortzahlung bei Krankheit

und an Feiertagen

• Mutterschutz und Elternzeit

• Mitwirkung und Mitbestimmung

• Einhaltung der Werkstattverträge

Wir tauschen uns auch öfters mit anderen Werkstätten

aus. Zum Beispiel hat uns gerade eine

Werkstatt aus Solingen angeschrieben. Sie

möchten gerne mit uns in Kontakt treten.

34

Karsten Schaal


MARCO PEINHARDT

* 19.02.1977 14.09.2012

Leuchtende Tage.

Nicht weinen, dass sie vorüber.

Lächeln, dass sie gewesen!

KONFUZIUS

In stiller Trauer, Deine Kollegen und Freunde sowie die Gruppenleiter

aus der Abteilung für Mediengestaltung.

35

Schneckenpost


Schneckenpost

Katrin PfefferKorn

* 26.11.1967 21.10.2012

Erinnerungen sind kleine Sterne,

die tröstend in das Dunkel unserer Trauer leuchten.

IrMGArD ErATh

In tiefer Betroffenheit und stiller Trauer, Deine Kollegen und Freunde

sowie die Gruppenleiter aus der Abteilung „Manuelle Gestaltung“.

36


Gottes Wort in unserem Leben

Ausgabe 14: „Wollen Sie reich werden?“

Reich möchte wohl jeder Mensch werden. Und

hofft dann, alles kaufen zu können und keine

Sorgen mehr zu haben. Aber so ist es eben nicht.

„Ein reicher Bauer hatte eine besonders gute

Ernte. Er überlegte: 'Wo soll ich bloß alles unterbringen?

Meine Scheunen sind voll; da geht

nichts mehr rein.' Er beschloss: 'Ich werde die

alten Scheunen abreißen und neue bauen, so

groß, dass ich das ganze Getreide, ja alles, was

ich habe, darin unterbringen kann. Dann will ich

mich zur Ruhe setzen. Ich habe für lange Zeit

ausgesorgt. Jetzt lasse ich es mir gut gehen. Ich

will gut essen und trinken und mein Leben genießen!'

Aber Gott sagte zu ihm: 'Du Narr! Noch

in dieser Nacht wirst du sterben. Wer bekommt

dann deinen ganzen Reichtum, den du angehäuft

hast?' So wird es allen gehen, die auf der

Erde Reichtümer sammeln, aber mit leeren Händen

vor Gott stehen." [Bibel, Lukas-Evangelium,

Kapitel 12, Verse 16-21]

Die Bibel lehnt Reichtum nicht grundsätzlich ab.

Wichtig ist, wie wir damit umgehen.

37

Ob wir mit anderen Menschen teilen, oder nur

versuchen, immer mehr anzuhäufen. Josef

sammelte in Ägypten in den sieben guten Jahren

Getreide – und konnte damit in den sieben

schlechten Jahren das Volk und seine Familie

versorgen. [Bibel, 1. Buch Mose, Kapitel 41-45)

Jesus gibt uns in der Bergpredigt folgende Hinweise:

„Häuft in dieser Welt keine Reichtümer an!

Ihr wisst, wie schnell Motten und Rost sie zerfressen

oder Diebe sie stehlen! Sammelt euch

vielmehr Schätze im Himmel, die unvergänglich

sind und die kein Dieb mitnehmen kann.

Wo nämlich eure Schätze sind, da wird auch

euer Herz sein. … Darum sage ich euch, macht

euch keine Sorgen um euren Lebensunterhalt.

… Sorgt euch vor allem um Gottes neue Welt,

und lebt nach Gottes Willen! Dann wird er euch

mit allem anderen versorgen.“ [Bibel, Matthäus-

Evangelium, Kapitel 6, Verse 19-34]

„Wo eure Schätze sind, da wird auch euer Herz

sein“. Das war übrigens das Motto des Kirchentages

2011 in Dresden, den wir gemeinsam

besucht haben. Was uns wichtig ist, das prägt

unser Verhalten. Sind uns Geld, neueste Technik,

teure Reisen … wichtig oder sind uns unsere

Mitmenschen, Gerechtigkeit und Frieden

wichtig? Wie Sie zu diesem Reichtum im Herzen

kommen können? Lesen Sie in der Bibel, beten

Sie, besuchen Sie Andachten und Gottesdienste,

sprechen Sie mit anderen über Gott und Jesus,

entscheiden Sie sich für ein Leben mit Gott

und lassen Sie sich taufen.

Thema der nächsten Ausgabe:

Mehr Lebenserfolg

Schneckenpost

Andreas Klein


Schneckenpost

Vorstellung der Außenarbeitsgruppe BBW

der DIAKONIE AM THONBERG

Wir arbeiten im Berufsbildungswerk (BBW)

für Hör- und Sprachgeschädigte in Leipzig-

Knauthain. Auf dem Gelände wohnen und lernen

Menschen mit einer Hör- und/ oder Sprachschädigung.

Verantwortlich sind wir für die Reinigung der

Treppenhäuser, Erzieherräume wie Büros und

Küchen, Hauswirtschaftsräume, Sanitär- und

Duschräume in den Internatshäusern, das Freizeithaus,

der Meditationsraum und noch 2

weitere Außenarbeitsstellen (die Gärtnerei in

Hartmannsdorf und das Freizeittreff am Adler) –

welche auch zum BBW gehören.

Die Außenarbeitsgruppe besteht aus 11 Gruppenmitgliedern.

Durch das Personal bzw. die

Gruppenleitung vor Ort bekommen WMA fachliche

und pädagogische Anleitung und Hilfestellungen.

Unsere Arbeit beginnt um 7.30 Uhr. Jeder Werkstattmitarbeiter

hat seinen festen Arbeitsplatz.

Bei Sonderaufträgen arbeiten wir alle zusammen.

Unser Arbeitstag im BBW endet so wie in

der DaT auch, so dass wir die Straßenbahn um

15.00 Uhr bekommen, um nach Hause zu fahren.

Jeder WMA kommt selbständig mit den öffentlichen

Verkehrsmitteln zur Arbeit.

Um zur Außenarbeit im BBW dazuzugehören ist

eine motivierte, positive, pünktliche und zuverlässige

Arbeitseinstellung wichtig. Der WMA bekommt

die Möglichkeit selbständig und eigenverantwortlich

zu arbeiten.

Wichtig ist es, eine saubere und ordentliche Arbeit

zu erbringen - ohne Zeitdruck oder Stress.

Wichtig ist die Sauberkeit – NICHT die Schnelligkeit.

Die Frühstückspause nehmen wir gemeinsam

im Gruppenraum ein. Das Mittagessen findet

gemeinsam in der BBW-Mensa statt. Das Essen

ist immer vielfältig und lecker.

Wenn wir euer Interesse geweckt haben, besteht

natürlich die Möglichkeit in Form eines Praktikums

mal reinschauen zu können.

Katja John über ihre Arbeit im BBW:

Ich bin in der Außenarbeit im BBW, …

weil ich selbständig arbeiten kann und

immer ein Gruppenleiter vor Ort ist

weil wir eine dufte Truppe sind

Katrin Vercrüße über ihre Arbeit im BBW:

Ich bin in der Außenarbeit im BBW, …

weil die Arbeit Spaß macht und ich selb-

ständig arbeiten

ich mit meiner Arbeit Zeit lassen kann

Ute Slominsky über ihre Arbeit im BBW:

Ich bin in der Außenarbeit im BBW, …

weil ich für mein Haus die Verantwortung

trage und allein arbeiten kann

weil mir die Arbeit Spaß macht und die

privaten Haushalte auch

Franziska Hoff über ihre Arbeit im BBW:

Ich bin in der Außenarbeit im BBW, …

weil die Arbeit in meinem Haus Spaß

macht

weil wir bei jedem Problem zur Gruppen-

leitung gehen können

38

Das Team der Außenarbeitsgruppe im BBW


„Gemeinsam (er)leben - Begegnung macht neue Wege möglich“

Unter diesem Motto fand am Donnerstag, den

08.11.2012 der erlebnisorientierte Fachtag der

Diakonie Leipzig zum Thema Inklusion statt.

Im Haus der Stadtmission in der Demmeringstraße

wurden alle Teilnehmer ab 08:30 Uhr

mit Kaffee und Keksen freundlich begrüßt. Als

jeder mit Namensschild und Tagungsmappe

ausgestattet war, ging es auch schon los. Der

Vormittag begann für alle gemeinsam mit einem

Einstiegsvortrag zum Thema „Menschen Leben

Vielfalt. Inklusion als Aufgabe und Chance“. Prof.

Dr. Ulf Liedke von der evangelischen Hochschule

Dresden gab einen Überblick über das Leitbild

Inklusion und stellte verschiedene Projekte

zu diesem Thema vor.

Während des Vortrags bot sich auch zum ersten

Mal die Gelegenheit, den Blick über die vielen

Menschen schweifen zu lassen, die in dem

großen Saal saßen. Dabei wurde sofort klar: hier

soll nicht nur über Inklusion gesprochen werden,

sondern hier soll Inklusion GELEBT werden. Dieser

Eindruck bestätigte sich im Laufe des Tages

immer mehr. Alte und Junge Menschen mit den

verschiedensten Berufen und Interessen. Menschen

mit und Menschen ohne Behinderung.

So viele verschiedene Leute waren zusammengekommen,

um sich über ein Thema auszutauschen,

das alle miteinander verband.

Nach dem Vortrag von Herrn Liedke wurden die

Projekte vorgestellt, die am Nachmittag stattfinden

sollten:

39

Inklusive Erlebnis- und Begegnungsräume aus

verschiedenen Lebensbereichen sollten Raum

für den Austausch untereinander schaffen.

Nach der Vorstellung der Projekte und einer angeregten

Podiumsdiskussion gab es dann aber

erstmal eine Mittagspause. Im Speisesaal der

Lindenwerkstätten gab es nicht nur ein leckeres

Essen, sondern auch die Gelegenheit, mit anderen

Teilnehmern ins Gespräch zu kommen. An

allen Tischen gab es lockere und muntere Gespräche,

kaum jemand blieb für sich.

Gut gestärkt wurden die Teilnehmer dann nach

der Pause auf die Projekte aufgeteilt. Die Themen

waren Wohnen, Freizeit, Bildung, Glaube

und Arbeit. Jedes Projekt wurde von einer oder

zwei Personen geleitet. Sie hatten sich vorher

Gedanken darüber gemacht, was Inklusion in

den einzelnen Lebensbereichen bedeutet. In

den Gruppen wurden dann viele Ideen gesammelt

und viel diskutiert. Aber es wurde auch viel

kreativ gearbeitet. Im Bereich Wohnen wurden

Traumhäuser aus Bauklötzen gebaut, im Bereich

Bildung probierten wir Materialien zum gemeinsamen

Lernen aus. Die Gruppe zum Thema

Glauben erstellte Kunstwerke mit den eigenen

Händen und das Projekt Freizeit probierte kleine

Theaterübungen aus.

Nach zwei Stunden trafen sich alle wieder im

großen Saal und alle Projekte stellten sich dem

Rest der Gruppe kurz vor.

Dann waren wir auch schon am Ende des Fachtages

angekommen. Nach einer herzlichen Verabschiedung

kam aber noch ein kleiner Höhepunkt:

die Band „Ich und die anderen“ heizte

die Stimmung noch einmal ordentlich auf. Kaum

jemand blieb ruhig auf seinem Stuhl sitzen. Als

bunter Abschluss des Tages wurde gemeinsam

gesungen, getanzt und gelacht: ein gutes Beispiel

dafür, wie Inklusion funktionieren kann!

Schneckenpost

Vera Kreipe


Schneckenpost

MITEINANDER ERLEBEN

Am Donnerstag 8.11.2012 fand von 9.00 Uhr bis

17.30 Uhr in der Diakonie Leipzig Innere Mission

ein erlebnisorienierter Fachtag „Gemeinsam(er)

leben“ statt.

Vier Mitglieder der Schneckenpost Redaktion,

Ivonne Waliczek, Katja Mieder, Dorothea Deunert

und Vera Kreipe, waren dabei.

Zu Beginn des Fachtags gab es einen Einstiegsvortrag

zum Thema „ Menschen Leben Vielfalt.

Inklusion als Aufgabe und Chance“. Der Vortrag

wurde gehalten von Herr Prof. Dr. Liedke.

Von 14 bis 16 Uhr ging es mit den Erlebnis- und

Begegnungsräumen, zum Beispiel: Bildung,

Wohnen, Arbeiten, Freizeit, oder Glaube, weiter.

Wohnen heißt sich zuhause fühlen!

Die Wohnstätte Am Vorwerk des SEB der Stadt Leipzig

In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen die Wohnstätte

Am Vorwerk des Städtischen Eigenbetriebs

Behindertenhilfe (SEB) der Stadt Leipzig

vor. Sie befindet sich in Paunsdorf in der Straße

Am Vorwerk 2a. Wir haben mit der Wohnheimleiterin

Frau Woellner gesprochen.

Seit wann gibt es die Wohnstätte Am Vorwerk?

Es gibt uns erst seit knapp vier Monaten, wir

sind Mitte Juni hier eingezogen. Die Wohnstätte

ist ein Ersatzneubau für die Wohnprojekte in der

Riebeckstraße und der Bornaischen Straße.

Mein Erlebnisraum war zum Thema Freizeit. Wir

haben das Theaterspielen näher angeschaut.

Das heißt, der Theraterpädagoge Herr Mandl erklärte

uns auf spielerische Art und Weise, wie

ein Gruppenspiel geht.

Die Kursteilnehmer stellten sich im Kreis auf und

gingen aufeinander zu. Man tauschte sozusagen

die Plätze und lachte sich dabei an. Die nächste

Aufgabe war es Körperfiguren zu gestalten, und

jeder durfte erraten, was das für eine Figur ist.

So, das war es von meinem Erlebnisraum. Meine

anderen Kollegen besuchten andere Erlebnisräume

So das war ein kleiner Einblick in den

Fachtag.

Beide Gebäude entsprachen nicht mehr den

Vorgaben der Heimmindestbauverordnung, deshalb

wurde diese neue Wohnstätte gebaut und

wir sind mit den Bewohnern umgezogen.

Für welche Zielgruppe ist die Wohnstätte?

Sie ist für Menschen mit einer geistigen Behinderung

und/ oder einer Mehrfachbehinderung

gedacht. Die jüngsten Bewohner sind ca. 18

Jahre alt, sie wechseln von den Wohnstätten für

Kinder und Jugendliche zu uns. Es können aber

auch Menschen einziehen die noch zu Hause

bei ihren Angehörigen wohnen. Das Alter in den

Wohngruppen ist sehr gemischt.

Wie viele Plätze bietet die Wohnstätte?

Wir haben hier 44 Plätze und sind auch voll belegt.

Außerdem gehören noch 36 Außenwohnplätze

dazu.

Gibt es Einzelzimmer oder Doppelzimmer?

Alle Bewohner haben bei uns Einzelzimmer. Die

Wohnstätte ist nach dem Wohngruppenprinzip

aufgebaut.

40

Katja Mieder


In einer Wohngruppe wohnen sieben oder acht

Bewohner. Sie teilen sich eine Küche, ein Wohnzimmer,

ein Bad mit Wanne und Dusche und

noch eine separate Dusche und eine separate

Toilette.

Was bieten Sie den Bewohnern?

Nachmittags geht es bei uns hauptsächlich um

alltagspraktische Dinge. Die Bewohner arbeiten

ja bis nachmittags in verschiedenen WfBM

, da ist in der Woche gar nicht mehr so viel Zeit.

Unser Ziel ist es, das die Bewohner, die hier im

Haus wohnen, irgendwann in einen Außenwohnbereich

ziehen können. Deshalb legen wir viel

Wert darauf, alltagspraktische Fähigkeiten zu

fördern und zu trainieren. Jeder kauft hier selbst

für sich ein, wäscht seine Wäsche und räumt

sein Zimmer auf. Dazu geben die Mitarbeiter der

Wohnstätte aktive Hilfestellung.

Zwischendurch machen wir aber auch immer

wieder Ausflüge und es gibt Urlaubsfahrten. Wir

feiern gemeinsam Feste und es gibt eine Theatergruppe.

Was ist Ihnen bei der Betreuung der Bewohner

mit Behinderung wichtig?

Es ist sehr wichtig, dass wir uns auf Augenhöhe

begegnen und viel miteinander reden. Außerdem

ist mir wichtig, dass wir die Behinderungen

so akzeptieren wie sie sind und alle freundlich

miteinander umgehen. Das betrifft natürlich sowohl

die Mitarbeiter als auch die Bewohner.

41

Auf was achten Sie bei der Auswahl ihrer Mitarbeiter?

Wir haben immer mindestens 50% Fachkräfte

unter unseren Mitarbeitern. Außerdem sind

Hilfskräfte wie FSJler oder Praktikanten dabei.

Bei uns arbeiten ca. 14 Mitarbeiter in der Betreuung

und eine Ergotherapeutin.

Kochen die Bewohner ihr Essen selber?

Unser langfristiges Ziel ist es, mit den Bewohnern,

die die Wohnstätte tagsüber nicht zum

Arbeiten verlassen können, das Essen selbst

zu kochen. Im Moment wird uns das Mittagessen

aber noch geliefert. Frühstück und Abendbrot

wird nach dem Geschmack der Bewohner

selbst gemacht. Die Wohngruppen dürfen abwechselnd

bestimmten, was es geben soll.

Bitte vervollständigen Sie zum Abschluss

den folgenden Satz: Wohnen heißt...

Wohnen heißt für mich, sich wohlzufühlen und

sich zuhause zu fühlen!

Vielen Dank Frau Woellner, dass Sie sich Zeit

für uns genommen und unsere Fragen beantwortet

haben!

Schneckenpost


Schneckenpost

Welche Aufgaben haben eigentlich die Ämter der Stadt Leipzig?

Menschen mit geistiger Behinderung fragen nach

Für diese Ausgabe haben wir mit Kerstin Motzer

gesprochen. Sie ist seit 10 Jahren die Beauftragte

für Senioren der Stadt Leipzig.

Welche Aufgaben haben Sie als Beauftragte

für Senioren in der Stadt Leipzig?

Ich bin Ansprechpartnerin für die älteren Menschen

und setzte mich für deren Interessen ein.

Dazu führe ich Sprechstunden, unter anderem

im Familieninfobüro durch. Zu meinen Sprechstunden

kommen Bürgerinnen und Bürger mit

vielen Fragen zu mir und ich versuche Ihnen

dann weiterzuhelfen. Zum Beispiel, wenn es darum

geht, sich auch im Rentenalter noch zu engagieren

oder kulturelle Angebote zu finden. Da

vermittle ich Kontakte an Vereine und Verbände.

Außerdem organisiere ich verschiedene Informationsveranstaltungen

zu Themen, welche für

Senioren von Wichtigkeit sind und gebe Informationsmaterial

heraus.

Am 21.09. war ich für die Organisation des Weltalzheimertages

verantwortlich. Dazu gehörte ein

großer Markt der Möglichkeiten, auf dem sich

viele Dienstleister vorgestellt haben.

Das Programm wurde in enger Abstimmung mit

den Ämtern und der Alzheimergesellschaft zusammengestellt.

Schließlich ist intensive Presse-

und Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, damit

viele Besucherinnen und Besucher kommen.

Ich berate die Gremien der Stadt Leipzig, wenn

es darum geht, die Belange der älteren Bürgerinnen

und Bürger mit einzubeziehen. Über

verschiedene Projekte mache ich auf die Belange

von Senioren unserer Stadt aufmerksam

und gebe auch darüber Informationen weiter. Im

Rahmen des diesjährigen Europäischen Jahres

für aktives Altern und Solidarität zwischen den

Generationen macht eine Plakatkampagne in

Straßenbahnen und öffentlichen Einrichtungen

auf das Thema aufmerksam.

Bei meiner Arbeit lege ich großen Wert auf Zusammenarbeit

und Kooperation mit Ämtern,

Verbänden und Trägern verschiedener Leistungen,

wie zum Beispiel der Pflege. Die letzte

Sprechstunde im Stadtbüro stellte die zusätzlichen

Betreuungsangebote in den Mittelpunkt,

die von Pflegediensten und anerkannten Vereinen

angeboten werden. Beteiligt waren auch

Pflegekasse und Landeswohlfahrtsverband. Nur

durch ein vernetztes Miteinander kann optimale

Betreuung organisiert werden.

Eine gute Zusammenarbeit gibt es zu dem mit

Frau Hiersemann, der Behindertenbeauftragten

der Stadt Leipzig. Das Thema Barrierefreiheit

zum Beispiel ist ja auch für die Senioren der

Stadt wichtig.

Ganz wichtig für die Anliegen der älteren Menschen

ist der Seniorenbeirat, mit dem ich eng

zusammen arbeite. Der Seniorenbeirat trifft sich

monatlich und es werden gemeinsam Vorhaben

geplant. Im letzten Jahr beging der Seniorenbeirat

sein 20-jähriges Bestehen! Ich finde es

beeindruckend, dass so viele ältere Menschen

auch im Rentenalter noch aktiv sind und sich für

ihre Mitmenschen engagieren.

42


Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Mir gefällt die Vielschichtigkeit meiner Arbeit.

Von der Erstellung von Informationsmaterial,

über die Organisation und Durchführung von

Veranstaltungen, die Arbeit im Beirat und die

Beratung von Einzelpersonen. Das sind vielfältige

Aufgaben, die mir große Freude bereiten. Die

Vielschichtigkeit bezieht sich auch auf die Themen,

die von Sport- und Kulturangeboten bis hin

zum Wohnen und Demenz reichen.

Besonders gefällt mit die Zusammenarbeit mit

dem Seniorenbeirat. Da sieht man immer wieder

wie Ideen entstehen. Die Arbeit mit Senioren erfüllt

mich mit Freude, weil ich sehe, wie ich helfen

kann und wie Dankbarkeit zurückgegeben

wird. Das macht Spaß.

Was möchten Sie gern verbessern?

Ich würde mich freuen, wenn es noch mehr ältere

Menschen im Ruhestand gäbe, welche sich

aktiv engagieren und sich am Leben beteiligen.

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Vom ehrenamtlichen Engagement profitieren

alle. Ältere Generationen können ihre Erfahrungen

an die jungen Leute weitergeben, ihre Erfahrung

wird benötigt und geschätzt. Aber auch

die engagierten Senioren profitieren. Man bleibt

agil, kommt unter Menschen und kann stolz auf

die Ergebnisse blicken, auf das was man mit

dem eigenen Engagement erreicht. Man lernt

Menschen kennen und hat Kontakte. Es ist ein

Geben und Nehmen. Ich würde mir wünschen,

dass mehr Menschen Engagement für sich entdecken.

Gibt es eine Begegnung mit einem Menschen

mit Behinderung, die Sie und ihren Umgang mit

Menschen mit Behinderung besonders beeinflusst

hat?

Durch meine Arbeit begegne ich immer wieder

Menschen mit Behinderung. Zum einen, weil

viele Menschen im Alter eine Behinderung erwerben,

aber auch durch die räumliche Nähe zur

Beauftragten für Menschen mit Behinderung.

Aber auch im privaten Erleben gibt es Kontakte

zu einem Menschen mit Behinderung, der mir

viel bedeutet. Ich kenne einen Mann, der in einem

Pflegeheim wohnt. Er selbst ist spastisch

gelähmt und dadurch sehr eingeschränkt. Wir

kennen ihn aus der Kirchgemeinde und begegnen

uns hin und wieder.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen

und unsere Fragen beantwortet haben.

Schneckenpost

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