Schneckenpost 2011/3 - Diakonie am Thonberg

dat.leipzig.de

Schneckenpost 2011/3 - Diakonie am Thonberg

Praktika allgemeiner

Arbeitsmarkt

03/2011

Juli - Sept.

Schneckenpost

Im Gespräch

mit den LVB

Gottesdienst

Inklusive


Impressum

Schneckenpost: Infoblatt der Werkstattmitarbeiter der Diakonie am Thonberg

Ausgabe 03/2011

Redaktionsschluss nächste Ausgabe: 23.09.2011

Herausgeber: Redaktion der Schneckenpost

Diakonie am Thonberg, Eichlerstraße 2, 04317 Leipzig,

Tel.: 0341 - 26 77 061

Redaktion: Katja Mieder (AB manuelle Gestaltung)

Karsten Schaal (AB PC / Büro)

Tilman Zschirpe (AB PC / Büro)

Marko Altstädt (Außenarbeit Messeprojekt)

André Busse (Außenarbeit Altenpflegeheim „Emmaus“)

Ivonn Waliczek (Außenarbeit Altenpflegeheim „Emmaus“)

Agnes Gebler (AB Büro / Rezeption)

Steffen Hegenbarth (AB Bürodienstleistungen)

Sebastian Fischer (AB Druck)

Kevin Radny (AB Mediengestaltung)

Christian Wetendorf (AB Mediengestaltung)

René Weißmüller (BBB-G)

Sandy Richter (AB Papier, Verpackung, Montage)

Dorothea Deunert (Außenarbeit Evangelisches Schulzentrum)

Karen Kohlmann (Referatsleitung Berufliche Bildung)

Layout: Mediengestaltung der Diakonie am Thonberg

Anzeigenleitung: Karen Kohlmann

kohlmann.karen@dat-leipzig.de

Druck: Druckbereich der Diakonie am Thonberg

Auflage: 500

Post für uns könnt Ihr an der Rezeption abgeben, als Datei in Z:\ABLAGEallg\Schneckenpost speichern

oder uns in die Hand drücken.

Für nicht namentlich gekennzeichnete Beiträge übernimmt die gesamte Redaktion die Verantwortung.

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Inhaltsverzeichnis

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Seite

33. Deutscher Evangelischer Kirchentag in Dresden .................................... 04

Blinde sehen nun mehr! ................................................................................. 06

Die LVB und Barrierefreiheit .......................................................................... 07

Praktikum auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ............................................... 10

Flucht in die Karibik ....................................................................................... 11

Der Werkstattrat informiert... ......................................................................... 12

Gottesdienst inklusive ................................................................................... 13

19. Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ............... 14

Freizeitmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung ................................... 15

Wohnen heißt … ............................................................................................ 16

Einblicke ........................................................................................................ 17

Rätselspaß ..................................................................................................... 18

Stellenausschreibung .................................................................................... 20

Aufgaben der Ämter Stadt Leipzig? ............................................................... 22

Selbstbestimmt Leben – Ja, das geht! .......................................................... 23

Gottes Wort in unserem Leben ..................................................................... 24

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Schneckenpost


Schneckenpost

33. Deutscher Evangelischer Kirchentag in Dresden

... da wird auch Dein Herz sein

Wir waren dabei

Bericht über den Ausflug der DaT

Die Aufregung am Hauptbahnhof war groß, als

am 3. Juni nun endlich der große Aufbruch Richtung

Kirchentag in Dresden anstand. Nach dem

die Lunchpakete und Eintrittskarten verteilt waren,

begann der große Ansturm auf die Plätze im

Zug. Doch dank der hervorragenden Organisation

hatte jeder schnell einen Platz gefunden und

es konnte losgehen.

Bereits unterwegs im Zug ergaben sich erste

Gespräche mit anderen Kirchentagsbesuchern.

In Dresden-Mitte angekommen begrüßten uns

die Geschäftsführer persönlich und man fühlte

sich bereits jetzt sehr gut aufgehoben. Die

Gruppen verteilten sich. Und je nach Interesse

wurden andere Ziele angesteuert.

Freundliche Menschen, wunderbare Musik, viele

interessante Stände auf dem Markt der Möglichkeiten

und auch die wunderbare Kulisse, die das

Elbufer zu bieten hat, machten den Tag zu einem

unvergesslichen Erlebnis für alle.

Besonders schön war es natürlich in den Musikzelten.

Die Werkstattmitarbeiter zeigten sich hier

text- und stimmsicher.

Am Nachmittag ging es dann wieder in Richtung

Bahnhof und der anfangs noch schnelle Schritt

in Richtung Messegelände wurde nun durch einen

doch etwas trägen Gang ersetzt. Alle waren

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sehr geschafft, aber doch glücklich dabei gewesen

zu sein!

Ein besonders herzlicher Dank geht an die Begleitenden

Dienste aus dem G-Bereich als auch

dem K-Bereich, sowie die Bereichsleitung für die

einfach perfekte Organisation, die dafür sorgte,

dass der Tag so reibungslos und sorgenfrei zelebriert

werden konnte!

Karen Kohlmann


Ich war dabei

Bericht von Agnes Gebler, die die gesamte

Kirchentagszeit in Dresden war

Am Mittwoch den 01.06.2011 bin ich gegen

10:00Uhr mit dem Regionalzug nach Dresden

gefahren. Ich fuhr mit dem Bus in die Stadt, um

mich mit meinen Chormitgliedern vor der Frauenkirche

zu treffen.

Um 17:30 Uhr begannen an 3 Orten (auch an

der Frauenkirche) die Eröffnungsgottesdienste

zum Kirchentag. Am sogenannten „Abend der

Begegnung“ traten dann Gospelchöre (unter anderem

auch mein Gospelchor „Open up Wide“)

und verschiedene Bands (wie zum Beispiel „Die

Prinzen“) auf.

Den Abschluss des Tages machte dann „der

Abendsegen – Licht und Klang“. Das war ein

Meer aus tausenden von Kerzen und Stimmen

am Elbufer. Auf der Elbe selber wurden von einem

Schiff aus mehrere tausende Kerzen ins

Wasser gelassen. Das fand ich sehr bewegend

und emotional. Mir kamen sogar Tränen und

Gänsehaut hatte ich auch. Das werde ich mein

Leben lang nicht mehr vergessen.

Am nächsten Morgen lernte ich, wie der Zufall es

wollte, ein paar junge Leute mit Kindern kennen,

die Frühstück vorbereiteten. Eins der Kinder hatte

keinen Hunger. Da sagte ich aus Witz: „Wenn

ich das essen könnte, dann würde ich das tun.“

Darauf hin bekam ich die Antwort: „Essen Sie

ruhig mit, es ist genug da.“ Also aßen wir alle

gemeinsam Frühstück. Die jungen Leute waren

Mitglieder eines christlichen Fußballfanclubs

des BVBs (Totale Offensive) aus Hamburg und

hatten ein Zelt am Ostragehege.

Danach machte ich mich auf in die Stadt. Gegen

10:00 Uhr hatten wir an der Lukaskirche

einen Auftritt. Dann gingen einige zu dem Gospel-Workshop

„Man singt nur mit dem Herzen

gut“ in die Christuskirche. Den Workshop leitete

Hans Christian Jochimsen aus Kopenhagen /

Dänemark, der auch viele unserer Gospellieder

geschrieben hatte. Ich sang da zwischen 800

Leuten. Das war Gänsehaut pur. So einen satten

und kräftigen Sound hatte ich noch nie in einer

Kirche gehört.

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Nach einer Stärkung beim Griechen gingen ich

und eine Freundin zu einer Friedenslichtandacht

„Friedenslicht aus Bethlehem“. Sie fand an dem

Ort statt, wo früher einmal die Sophienkirche

stand.

Als wir dann später am Abend zu Irish Impressions

gingen, traf ich noch eine Freundin, mit der

ich in Dresden einen Förderlehrgang zusammen

gemacht hatte. Wir hatten uns 10 Jahre nicht

mehr gesehen.

Am Freitag fuhr ich in die Stadt. In der Haupthalle

des Bahnhofs sang ein sehr guter Gospelchor.

Dann beschloss ich mit zur Messe zu fahren, wo

unter anderem auch der Markt der Möglichkeiten

stattfand. So einen richtigen Plan hatte ich

eigentlich nicht, aber ich wusste ja, dass die Mitarbeiter

und Werkstattmitarbeiter der DaT nach

Dresden kommen würden und ich mich mit einigen

von denen treffen wollte. Leider wusste

ich aber nicht, an welchen Orten sich die DaT

aufhalten würde. Als ich dann zufällig den BBW

Bus gesehen hatte, wusste ich, dass es die

richtige Entscheidung war. Kaum dort, rief ich

dann Herrn Hofmann an und traf mich mit meiner

Gruppe und ging mit ihnen dann durch das

Gelände. Zwei Stunden später rief mich meine

Chorfreundin wieder an und wollte mit mir in den

Botanischen Garten gehen. Also verabschiedete

ich mich wieder von meiner Gruppe und auf ging

es zum Botanischen Garten. Aus Spaß fuhren

wir eine Runde mit der Parkeisenbahn. Das war

lustig.

Danach gingen wir zur Glückgasarena, weil da

eine große Gospelnacht statt finden sollte, wo

man im Chor mitsingen konnte. Dabei war unter

anderem auch Nina Hagen. Da ich zwar Gospel

liebe, aber auf Nina Hagen keine Lust hatte,

machte ich mich auf den Weg in die Stadt.

Dort hatte ich bei einem netten Restaurant dann

schöne Gespräche mit ein paar Leuten.

Dann ging ich etwas ziellos durch die Stadt. Aber

ich fand schließlich eine Bühne auf der Gerhard

Schöne sang. Das freute mich sehr. Da er einer

der Musiker ist, die mich von klein an begleitet

haben. Später ging ich noch mit einer Freundin

Schneckenpost


Schneckenpost

an das Elbufer. Das war sehr schön. Dann machte

sich jeder wieder auf den Weg zum Quartier.

Ich blieb auf dem Weg noch bei einer Abendandacht

stehen. Das war auch sehr schön.

Am Sonnabend war nun der Tag der Tage beim

Kirchentag für mich und hunderte andere auch.

Ich machte mich auf den Weg in die Stadt um

später an der Alten Albertbrücke zu singen. Leider

war ich nicht mehr ganz so standhaft und

wusste ja auch, dass ich noch 6 Stunden Stehen

im Stadion vor mir hatte. Also sang ich nicht mit

und setzte mich nur an den Rand und habe von

da aus mitgesungen.

Dann machten wir uns auf zur Glückgasarena,

weil dort die Generalprobe zu den „10 Geboten“

stattfinden sollte. Die „10 Gebote“ ist ein

Pop-Rock Oratorium für einen Großchor, Solisten,

Band und großes Orchester. Als wir mit

der Generalprobe fertig waren, hatten wir noch

2 ½ Stunden Pause. Die Aufführung dann am

Blinde sehen nun mehr!

Das neue Blindenleitsystem in der Innenstadt ist fertig

Das Blindenleitsystem in der Innenstadt wurde

erweitert. Es hat nun eine Länge von über 335

Meter und erstreckt sich von der Grimmaischen

Straße bis zur Petersstraße.

Die vorhandenen Bodenplatten wurden teilweise

durch „Waffelmuster“, sogenannte Aufmerksamkeitsfelder

ersetzt oder in sie wurden

linienförmige Rillen gefräst. Die „Aufmerksam-

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Abend war der Hammer. Es ist ein geniales Gefühl

zwischen Hunderten von Sängern zu stehen

und in einer Aufführung mitwirken zu können,

wo berühmte Leute, eine großartige Band und

ein geniales Orchester spielen und dazu noch

3 geniale Dirigenten das ganze dirigieren. Das

vergesse ich nie.

Am Sonntag war dann noch ein sehr schöner

Abschlussgottesdienst. Dann war es wieder Zeit

nach Leipzig zu fahren.

Der Kirchentag war eines der beeindruckendsten

und auch emotionalsten Erlebnisse, die ich

in meinem Leben erlebt habe. Es war einfach

toll Dinge als Teilnehmende erleben zu können,

aber auch vielen etwas als Mitwirkende geben

zu können und in die Gesichter der Leute zu

schauen. Danke Gott und danke Herr Hofmann,

dass ich das erleben durfte.

Agnes Gebler

keitsfelder“ zeigen z.B. Richtungswechsel und

Haupteingänge zu Einkaufsgelegenheiten an.

Neben dem neuen erweiterten Blindenleitsystem

in der Innenstadt, kann der aufmerksame

Beobachter auch Blindenleitsysteme an den

Haltestellen der LVB wahrnehmen.

Christian Wetendorf


Die LVB und Barrierefreiheit

Die Schneckenpostredaktion im Gespräch mit den LVB

Viele Werkstattmitarbeiter der Diakonie am

Thonberg nutzen regelmäßig die Straßenbahnen

und Busse der LVB. Damit jeder Mensch

mobil sein kann, ist es wichtig, dass gerade der

Öffentliche Personennahverkehr barrierefrei ist.

Das ist bei den LVB noch nicht überall so. Deshalb

haben wir Herrn Thomas Dietze von den

LVB eingeladen mit uns über die Pläne der LVB

zu sprechen. Herr Dietze ist Mitarbeiter bei den

LVB. Er ist dort zuständig für den Bau und den

Umbau behindertengerechter Haltestellen.

Warum fahren noch immer die alten Tatra-

Bahnen? Die haben zwar oft hinten einen

Niederflurwagen angehangen, aber nicht bei

allen gibt es eine Rampe, so dass Rollstuhlfahrer

einsteigen können.

Thomas Dietze: Vor 20 Jahren hat das Thema

Barrierefreiheit noch keine Rolle gespielt. Damals

hatte man die Tatrabahnen. Auf dem Weg

zur Barrierefreiheit gibt und gab es viele Entwicklungsstufen.

Einiges, was man ausprobiert

hat, hat sich nicht bewährt und so wird es immer

sein. Man hat es mit den Niederflurwagen

probiert und diese angehangen und gemerkt,

dass diese für viele Rollstuhlfahrer noch nicht

ideal sind, also kamen dann die Rampen. Man

muss Erfahrungen sammeln. Wir stellen nach

und nach die Bahnen um und kaufen jedes Jahr

neue Bahnen, aber ein wenig muss es noch mit

dieser Übergangslösung funktionieren. Wir haben

aber die Information verbessert. An den

Haltestellenplänen sehen Sie bei welchen Straßenbahnen

Niederflurwagen vorgesehen sind.

In den meisten Fällen klappt das dann auch.

Dresden ist da schon weiter. Dort gibt es diese

Tatrabahnen nicht mehr und die Straßenbahnen

dort haben auch ausfahrbare Rampen.

Warum geht das in Leipzig nicht?

Thomas Dietze: In Dresden geht das schneller.

Als Landeshauptstadt fließen dort aber auch

mehr Fördergelder. Hinzu kommt, dass Dresden

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mittlerweile entschuldet ist. Die haben also keine

Schulden mehr, die sie zurückzahlen müssen

und haben deswegen mehr Geld.

Ich fahre selbst viel mit der Straßenbahn.

Ende Mai gab es eine Baustelle in der Wiederitzscher

Straße. Ich habe mich damals extra

am Service-Telefon informiert, ob es einen

Schienenersatzverkehr gibt und ob ich da

als Rollstuhlfahrer mitfahren kann. Mir wurde

versichert, dass jeder zweite Bus ein Niederflurbus

sein wird und ich einsteigen kann.

Es kam kein Niederflurbus und ich musste

schließlich 5 Stationen allein mit meinem

Rolli bewältigen. (Katja Mieder)

Thomas Dietze: Als Mitarbeiter der Invest-Abteilung

kann ich die Frage nach den Ursachen leider

nicht beantworten. Ich kann aber als Mensch

sagen, dass so etwas nicht sein darf. Vielleicht

kann ich aber auf folgende Möglichkeit verweisen.

Wenn Sie Probleme mit den Fahrern haben

oder mit den Mitarbeitern im Service, dann die

genaue Uhrzeit, die Straßenbahnnummer oder

den Namen des Mitarbeiters merken und eine

Beschwerde an die LVB senden. Die LVB nehmen

diese Beschwerden ernst und sprechen mit

den Mitarbeitern.

Sind Sie dafür zuständig, wie einzelne Haltestellen

ausgestattet sind?

Thomas Dietze: Teilweise ja. Es ist interessant,

wie viele Personen an solch einer Planung beteiligt

sind. Das Verkehrs- und Tiefbauamt ist unser

wichtigster Partner. Mit den Mitarbeitern dort

planen wir die Haltestellen, da der Bau Auswirkungen

auf viele Bereiche des Straßenverkehrs

hat. Wir stimmen uns ab, wie die Haltestellen

aussehen sollen. Wir arbeiten sehr eng und gut

zusammen. Für die Möblierung der Haltestellen

ist eine Stadtmöblierungsfirma zuständig. Das

machen wir nicht selbst. Die Schilder wiederum

sind Aufgabe der LVB.

Schneckenpost


Schneckenpost

Wie muss eine Haltestelle ausgestattet sein,

damit sie behindertengerecht ist?

Thomas Dietze: Behindertengerechte Haltestellen

haben 2 wichtige Bestandteile: Eine erhöhte

Einstiegsebene, damit ein barrierefreier Zugang

ermöglicht wird und ein Blindenleitsystem, das

unter anderem den Einstiegspunkt für blinde

Menschen kennzeichnet.

Natürlich reichen auch diese Bestandteile allein

nicht, damit eine Haltestelle barrierefrei ist. Zum

Beispiel gibt es ein Problem an Haltestellen, wo

mehrere Bahnen hintereinander halten können,

wie zum Beispiel am Bahnhof. Da wissen Rollstuhlfahrer

und blinde Menschen oft nicht, welche

Bahn nun als erstes kommt und auch die elektronische

Anzeige gibt nicht immer die richtige Reihenfolge

an. Gerade blinde Menschen wünschen

sich, dass es Durchsagen gibt, wenn die Bahn einfährt.

Im Moment testen wir gerade an einigen Haltestellen

ein neues elektronisches Ansagesystem.

Dort drückt man auf einen Knopf und dann wird

die elektronische Anzeige vorgelesen. Das hatten

sich vor allem blinde Menschen gewünscht, weil

diese die Anzeige nicht lesen können. Aber nun

bekommen wir auch zurück gemeldet, dass diese

Möglichkeit noch nicht ideal ist, weil eben die Straßenbahnen

nicht immer genau in der genannten

Reihenfolge dann wirklich auch ankommen.

Wissen Sie eigentlich, dass im letzten Monat

ein Großteil der Haltestellen „barrierefreier“

geworden ist?

Thomas Dietze: Das müssen Sie mir erklären.

Die elektronische Straßenbahnanzeige wurde

an den Haltestellen umgestellt. Nun wird

bei den Ankunftszeiten nicht mehr die digitale

Uhrzeit eingeblendet, sondern die Minutenanzahl

bis die Bahn kommt. Das ist gerade

für Menschen mit geistiger Behinderung eine

unglaubliche Erleichterung und eignet sich

hervorragend für das Wegetraining.

Thomas Dietze: Das ist interessant. Ist ja schön,

dass man mit solch einfachen Dingen wirklich

etwas erreichen kann. Aber es gab auch Pro-

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teste wegen der Umstellung. Aber das ist wohl

immer so.

Die Fahrpläne sind leider überhaupt nicht

behindertengerecht. Die Informationskästen

sind zu hoch angebracht, oftmals ist auch

noch die Sitzbank davor und die Schrift der

Fahrpläne ist sehr klein.

Thomas Dietze: Das ist ärgerlich. An vielen Haltestellen

sind elektronische Anzeigen, aber eben

auch nicht überall.

Wie kommt es, dass manche Straßenbahnlinien

schon sehr viele behindertengerechte

Haltestellen haben und in einigen Vierteln

noch fast gar nichts ausgebaut wurde?

Thomas Dietze: Von 515 Haltstellen in Leipzig haben

wir bisher knapp 300 behindertengerecht umgebaut.

In manchen Stadtgebieten sind behindertengerechte

Zugänge aber noch sehr rar, da haben

Sie recht. Begonnen hat der Umbau mit dem Ausbau

der Stadtbahnlinien 16, 15, 11 und 7 in der Mitte

der 90er Jahre. Für eine Stadtbahnlinie gibt es 3

Merkmale: es werden moderne Fahrzeuge eingesetzt,

die Straßenbahn fährt den überwiegenden

Teil der Strecke auf einem eigenen Gleisbett, so

dass sie auch bei Berufsverkehr und Staus ohne

Probleme weiterfahren kann und sie hat behindertengerechte

Haltestellen. Auf den Stadtbahnlinien

wurde schon viel ausgebaut, aber auch die sind

noch nicht fertig. Man kann auch nicht alles mit

einem Mal machen. Es ist ein Prozess und nach

und nach werden wir alle Haltestellen nachrüsten

bzw. umbauen.

Einige Nachrüstungen bekommen die Fahrgäste

auch manchmal gar nicht bewusst mit. Wir haben

zum Beispiel am Goerdelerring eine neues Blindenleitsystem

eingerichtet und auch die Gleisabsätze

noch einmal abgesenkt.

Wie kommt es, dass die Bahnsteighöhe und

die Abstände zwischen der Bahn und Fußweg

einmal für Rollstuhlfahrer genau richtig sind,

damit diese barrierefrei einsteigen können und

mal nicht.


Thomas Dietze: Mitte der 90er Jahre hat man

eine Bahnsteighöhe errechnet, die benötigt wird,

damit Rollstuhlfahrer einsteigen können. Damals

wurden dann viele Haltestellen nach dem errechneten

Wert umgestaltet. Man führte die Niederflurwagen

ein. Dann merkte man mit der Zeit,

dass diese Lösung noch nicht ideal ist. Also wurde

nun ein neues Umbauprogramm gestartet.

Es wurde noch einmal gerechnet. Bei den neuen

Haltestellen wird der Abstand zwischen Bahn

und Bordstein nur noch 5-4cm betragen. Das

ist dann für alle überwindbar. Im Moment liegt

der Spalt im Durchschnitt bei 10cm. Die neue

Bauvorgabe hat natürlich auch mit den neuen

Straßenbahnen zu tun, die wir in den nächsten

Jahren anschaffen werden.

Vor wenigen Jahren wurde die Haltestelle

Hauptbahnhof völlig neu gestaltet und umgebaut.

Die Anlage ist, ehrlich gesagt, eine Katastrophe.

Es ist eng und die Straßenbahnen

kommen von Gleis zu Gleis immer aus einer

anderen Richtung. Das fällt vielen Menschen

mit geistiger Behinderung sehr schwer sich

dort zurechtzufinden. Viele können wegen

dieser Haltestelle nicht allein mit der Straßenbahn

fahren. Auch für blinde Menschen

ist der Hauptbahnhof ein Problem.

Thomas Dietze: Das Problem höre ich heute

nicht zum ersten Mal. Der Hauptbahnhof wird

immer wieder thematisiert und scheint ein großes

Problem zu sein. Dabei wurde die Haltestelle

bei der Planung sogar vergrößert und man

hatte gehofft, dass es besser wird. Da sind viele

Überlegungen angestellt worden.

Es kommt gerade auch am Bahnhof immer

wieder dazu, dass Straßenbahnfahrer sehr

unfreundlich sind. Wenn Rollstuhlfahrer mitfahren

wollen, zeigen sie denen oft, dass sie

gerade keine Lust haben, die Rampe auszuklappen.

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Thomas Dietze: Nun ich möchte die Straßenbahnfahrer

ein wenig in Schutz nehmen. Sie

stehen den ganzen Tag enorm unter Druck. Sie

müssen die Zeitpläne einhalten, auch wenn die

Verkehrslage das nicht immer zulässt, sie haben

es im Straßenverkehr immer wieder mit

rücksichtslosen Verkehrsteilnehmern zu tun und

haben die Verantwortung für alle Fahrgäste. Gerade

an der Haltestelle Hauptbahnhof wird ein

Höchstmaß an Aufmerksamkeit gefordert. Das

kann die Nerven schon einmal überstrapazieren.

Ungeachtet dessen, kann das natürlich kein

Zustand sein, der zur Regel wird. Es gibt einen

Beschwerdeservice bei den LVB. Wenn ein Fahrer

wirklich unfreundlich war, dann empfehle ich

Ihnen, die Straßenbahnnummer und die Uhrzeit

aufzuschreiben und dies zu melden.

Welche Haltestellen werden in nächster Zeit

umgebaut?

Thomas Dietze: Wir haben viele Projekte derzeit

in Planung und auch schon in konkreter Umsetzung.

Die Haltestellen an der Lütznerstraße werden

noch in diesem Jahr behindertengerecht

umgestaltet. Dort gibt es bereits eine Großbaustelle,

die Sie sicher kennen. Weitere Umbauten

in diesem Jahr: Landsbergerstraße/ Max-Liebermann-Straße,

Grünau Süd, die Buswendeschleife

in Lausen an der Endstelle, Mockauer Straße/

Volbedingstraße und der Weißeplatz. Und auch

für das nächste Jahr sind viele Erneuerungen geplant,

zum Beispiel Käthe-Kollwitzstraße, Westplatz,

Hildebrandtstraße/Bornaische Straße und

die Haltestelle am Diakonissenkrankenhaus. Sie

sehen, es geht voran.

Das hört sich gut an und wir freuen uns, dass

die LVB so aktiv bei der Umgestaltung von

behindertengerechten Haltestellen sind! Vielen

Dank, dass Sie sich die Zeit für das Gespräch

genommen haben!

Schneckenpost


Schneckenpost

Wir machen ein Praktikum auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt

Teilnehmer des Berufsbildungsbereiches berichten von ihren Erfahrungen

Die Teilnehmer des Berufsbildungsbereiches

können während ihrer Ausbildung verschiedene

Praktika machen. Sie können ein Praktikum in

einem Arbeitsbereich oder einem Außenarbeitsbereich

der Diakonie am Thonberg machen. Wer

möchte kann aber auch auf dem Allgemeinen

Arbeitsmarkt sein Praktikum machen. Das ist

eine tolle Möglichkeit den Arbeitsmarkt kennen

zu lernen und die eigenen Stärken und Schwächen

zu erkunden. Einige Teilnehmer haben ihr

Praktikum auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt

bereits erfolgreich gemeistert und berichten hier

bei uns in der Schneckenpost über ihre Erfahrungen.

Felix Linke hat ein Praktikum in der Theaterwerkstatt

der Oper Leipzig gemacht

Ich bin Felix Linke und habe vom 16.5 bis 1.6.

2011 ein Praktikum in der Theaterwerkstatt der

Oper absolviert. Die Fahrt zur Werkstatt mit der

Straßenbahn war für mich anfangs neu und eine

große Herausforderung, doch mit der Zeit konnte

ich es gut meistern. Mein erster Arbeitstag

dort fiel mir etwas schwer, da ich mit der Orien-

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tierung einige Probleme in dieser großen Werkstatt

hatte. Gabi, eine Mitarbeiterin, erklärte mir

meine Arbeitsaufgaben mit viel Geduld und war

immer sehr nett zu mir. Eine meiner Aufgaben

war es die Perlen für einen Kronleuchter aufzufädeln.

Es war eine ganz schöne knifflige Aufgabe!

Mein Praktikum fand ich richtig toll, doch die

Praktikumszeit war viel zu kurz!

Maryam Omidvar hat ein Praktikum im A&O

Hotel gemacht

Ich heiße Maryam Omidvar und bin im Berufsbildungsbereich

in der DaT. Zurzeit mache ich ein

Praktikum im A&O Hotel und mir gefällt es richtig

gut dort. Meine Arbeitszeit ist vormittags von

8:00- 11:00 Uhr, da ich im Frühstücksbereich

des Hotels arbeite. Normalerweise werde ich

vom Fahrdienst abgeholt und fahre sehr selten

Straßenbahn. Durch mein Praktikum habe ich

jedoch gelernt auch alleine im Straßenverkehr

zurechtzukommen und mit der Bahn zu fahren.

Darüber bin ich sehr froh! Meine Aufgaben im

Hotel sind Tabletts vorbereiten, Brötchen backen,

Abwasch des Geschirrs, Café kochen und

viele mehr. Meine Arbeitskollegen sind sehr nett

und haben mich herzlich aufgenommen. Ich bin

sehr froh, dass mein Praktikum bis zum 08.07.

2011 verlängert wurde.


Flucht in die Karibik

Mit der MS DaTonia

Unter diesem Motto stand

das diesjährige Sommerfest

des K-Bereiches der

Diakonie am Thonberg.

Los ging es um etwa 8.30

Uhr mit einem gemeinsamen

Frühstück. Dazu

wurden im Innenhof des

Nexö-Heimes erstmal Tische

und Bänke aufgebaut.

Im Anschluss daran rief uns Herr Dr. Stein in den

großen Speiseraum. Jeder war gespannt, was

da wohl passiert. Um 9.30 Uhr hatte hier die

Rollstuhltanzgruppe des K-Bereiches ihren großen

Auftritt. Danach führte die Theatergruppe

„Holpersteine“ das Märchen „Vom Fischer und

seiner Frau“ auf.

Ab etwa 11.00 Uhr waren im Innenhof vom

Nexö-Heim verschiedene Stände aufgebaut mit

folgenden Themen:

¾ Karibik-Quiz

¾ Cocktailbar

¾ Sonnencreme-Service

¾ Kokosnuss-Bowling

¾ Wellnessbereich

¾ Kapitänsdinner

¾ Äquatortaufe

¾ Gummienten-Angeln

¾ Eis

¾ Brotbacken

¾ und anderes

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Hätten Sie z.B. gewusst, dass die Kokosnuss

eine Steinfrucht ist.

Ab 12.00 Uhr nahmen wir unter freiem Himmel

unser selber zubereitetes reichhaltiges Mittagessen

ein.

Um 14.30 Uhr war das Sommerfest beendet.

Dann gingen wir wieder alle in die Eichlerstraße

zurück, wo schon unsere Fahrdienste warteten.

Es war ein sehr schönes Sommerfest, zumal

auch das Wetter relativ warm war.

Die Zubereitung des Essens und die Aktionsstände

haben sicher viel Arbeit gemacht.

Dafür sage ich sicher im Namen vieler Mitarbeiter.

Danke!

Schneckenpost

Karsten Schaal


Schneckenpost

Der Werkstattrat informiert...

Wir möchten gern von unserer aktuellen Arbeit berichten:

In letzter Zeit haben wir uns intensiv auf ein Gespräch

mit der Küchenleitung vorbereitet.

Am 24.05. haben wir dann mit der Küchenleitung

gesprochen. Bei diesem Gespräch haben wir

alle Beschwerden und Wünsche von Euch weitergegeben.

Ein ausführlicher Bericht folgt in der

nächsten Schneckenpost.

Lars Tietze, Thomas Daute und ich haben an einer

Fortbildung zum Thema

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„Gesprächsführung mit Mitarbeitern“ in Magdeburg

teilgenommen. Das war sehr hilfreich und

wir konnten viele Ideen für unsere Arbeit mitnehmen.

Als nächstes wollen wir uns schon mit der Planung

der nächsten Mitarbeitervollversammlung

befassen. Wir wollen überlegen, wann diese

stattfindet und wie wir die Gruppen aufteilen.

Maik Tiedtke


Gottesdienst inklusive

Eine neue Veranstaltungsreihe in Leipzig

In Leipzig gibt es viele verschiedene christliche

Gemeinden. In einigen Gemeinden sind Menschen

mit Behinderung schon sehr gut integriert.

Sie sind gleichberechtigte Mitglieder der

Gemeinde. Aber das ist noch nicht überall so.

Der Gottesdienst Inklusive, der auch durch uns

als Diakonie am Thonberg mit veranstaltet wird,

möchte Menschen mit Behinderung und Menschen

ohne Behinderung zusammenführen und

gemeinsam den Gottesdienst erleben lassen.

Voraussetzung dafür ist die Sicherung einer umfassenden

Barrierefreiheit bei diesen Gottesdiensten.

Wir stellen Ihnen in der Schneckenpost die Gemeinden

vor, in denen der Gottesdienst Inklusive

stattfindet.

Die Evangelisch-lutherische Pauluskirchgemeinde

Leipzig-Grünau

Am 7. Juli 2011 findet der Gottesdienst Inklusive

in der Pauluskirche in Grünau statt.

Wir haben mit Herrn Pfarrer Möbius gesprochen,

der uns seine Gemeinde vorgestellt hat.

Die Gemeinde

© MATTHIAS MÖBIUS

Die Gemeinde in Grünau gehörte einmal zu den

größten in der DDR. Damals wurde das Neubaugebiet

errichtet und viele Menschen zogen nach

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Grünau. Es war ein wachsendes Wohnviertel.

Damals gab es die Pauluskirche noch nicht. Die

Gemeindearbeit bestand vor allem in Hausbesuchen.

Man suchte die Leute auf und fragte

sie, welche Hilfen und Angebote sie sich wünschen.

Die Bürger konnten sozusagen entscheiden,

was Kirche in ihrem Viertel anbieten soll.

Erst 1983 wurde dann der Neubau Pauluskirche

eingeweiht.

Das Besondere an der Gemeinde ist die ökomenische

Ausrichtung. Die evangelische Kirchgemeinde

und die katholische Kirchgemeinde arbeiten

in Grünau ganz eng und partnerschaftlich

zusammen. Darauf ist Herr Möbius stolz.

Zur Barrierefreiheit in der Pauluskirche

Nach Grünau zogen viele Menschen mit Behinderung.

Vor allem Menschen mit Körperbehinderung,

da die Wohnungen behindertengerecht

waren.

Auch Menschen mit geistiger Behinderung gab

es viele in Grünau, da sich hier eine Wohnstätte

befand. „In unserer Gemeinde sind Menschen

mit Behinderung also immer Alltagsgeschäft

gewesen.“, so Herr Möbius. Darum wurde auch

bei dem Kirchenneubau auf die Bedürfnisse von

Menschen mit Behinderung Rücksicht genommen.

Die Pauluskirche ist stufenlos erreichbar und innerhalb

der gesamten Kirche gibt es keine Stu-

Schneckenpost

© MATTHIAS MÖBIUS


Schneckenpost

fen. Rollstuhlfahrer können sich problemlos in

den Räumen bewegen. Einzig der Keller ist nur

über eine Treppe erreichbar.

Die Eingangstür öffnet sich automatisch und es

gibt natürlich auch eine gut ausgestattete Behindertentoilette.

Für Menschen mit Hörbehinderung

wurde eine Induktionsschleife eingebaut.

Mit Hilfe der Induktionsschleife können Menschen

mit einem Hörgerät störungsfrei die Musik

hören oder den Reden lauschen.

Gebärdensprachdolmetscher während des regulären

Gottesdienstes gibt es nicht. „Das lohnt

sich nicht. Wir haben eine Gehörlose die oft

kommt, aber die ist auch nicht immer da und

dann weiß man nicht, ob der Gebärdendolmetscher

dann gebraucht wird.“, so Herr Möbius.

Beim Gottesdienst Inklusive werden natürlich

Gebärdendolmetscher anwesend sein.

Angebote der Gemeinde

Bereits von Beginn an gab es einen Körperbehindertenkreis,

wo sich Menschen mit Körperbehinderung

regelmäßig treffen und austauschen.

Dieser Kreis feiert in diesem Jahr sein

30-jähriges Bestehen.

Wie jedes Jahr fand auch in diesem Jahr der

Aktionstag wieder am 5. Mai vor der Nikolaikirche

in Leipzig statt. Um 18 Uhr eröffnete Herr

Jähnig vom Behindertenverband Leipzig in der

Nikolaikirche. Nach der Eröffnungsrede sorgten

ein Saxophonist und ein Orgelspieler für die musikalische

Umrahmung in der Kirche.

Draußen auf dem Nikolaikirchhof ging es weiter

mit Kundgebung und es gab weitere musikalische

Höhepunkte. Zum Beispiel der Gebärdenchor

vom BBW Leipzig. Zwischendurch

sprachen immer wieder die unterschiedlichsten

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Wir haben den Schwerpunkt auf der Kirchenmusik.

Wir musizieren mit Kindern und Jugendlichen,

das ist einer unserer Schwerpunkte. Es

gibt ökomenische Bibelgespräche. Den älteren

Gemeindemitgliedern bieten wir Tanzkreise,

Physiotherapie und Turnen.

Was erwartet die Gäste beim Gottesdienst

Inklusive?

„Als Grünauer erwarten wir Gäste, die unser

Stadtviertel einmal anders kennen lernen wollen.

Grünau hat einen sehr schlechten Ruf. Das

ist schade, denn Grünau ist nicht so schlimm,

wie es sein Ruf uns glauben macht. Die sozialen

Probleme sind hier nicht so massiv, wie immer

gesagt wird. Die Gäste von außerhalb erwartet

hier bei uns ein überraschendes Gebäude mit

viel Grün und eine fröhliche und selbstbewusste

Kirchgemeinde.“, sagt Herr Möbius und freut

sich sichtlich bald Gastgeber sein zu dürfen.

Auch Sie sind herzlich eingeladen zum Gottesdienst

Inklusive am 7. Juli 2011 ab 10Uhr

in der Pauluskirche Leipzig in Grünau.

Der 19. Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Der Behindertenverband rief wieder zur Kundgebung

Leute von verschiedenen Vereinen und Organisationen

zu uns.

Unter anderem sprach auch die Behindertenbeauftragte

der Stadt Leipzig, Frau Hiersemann.

Sie lobte in Ihrer Rede insbesondere die Arbeit

der Schneckenpost-Redakteure der Diakonie

am Thonberg. Das war für uns eine tolle Auszeichnung.

So dies war ein kleiner Eindruck vom diesjährigen

Aktionstag.

Katja Mieder


Freizeitmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung in Leipzig

In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen die Deutsche

Nationalbibliothek vor. Einige werden sich wundern,

weil sie denken, dass dort nur Studierende

und Professoren hingehen. Aber die Deutsche

Nationalbibliothek ist für jedermann zugänglich.

Die Deutsche Nationalbibliothek

Es ist Montag um 18Uhr. Marko Altstädt schreitet

leichten Schrittes über die Treppen in die Eingangshalle

der Deutschen Nationalbibliothek.

Geübt geht er zuerst in die Garderobe links vom

Eingang um sich anzumelden und die Sachen

abzugeben. Dann nimmt er sich, wie jeder, einen

schönen blauen Beutel, in dem dann die ausgeliehenen

Bücher getragen werden können. Er

grüßt die Mitarbeiter und schreitet zur Buchausgabe.

Heute befasst er sich mit dem Thema „Geschichte“.

Dazu hat er vorher Bücher per Inter-

15

net bestellt. Mit den vielen spannenden Büchern

geht er nun direkt in den großen Lesesaal, denn

die Bücher dürfen nicht mit nach Hause genommen

werden, sondern müssen vor Ort gelesen

werden. Marko Altstädt genießt die Ruhe zum

Lesen in der Deutschen Nationalbibliothek.

Häufig gibt es anfangs erstaunte Blicke der anderen

Leser. Ein Mensch mit geistiger Behinderung?

Was will der denn in der Deutschen Nationalbibliothek?

Kann der überhaupt lesen? Das

Buch hat doch gar keine Bilder? Schnell stellt

sich dann aber Gewöhnung ein und Herr Altstädt

wird als normaler Besucher akzeptiert.

Herr Altstädt kommt mittlerweile in der Deutschen

Nationalbibliothek sehr gut zurecht. Wenn

er Fragen und Probleme hat, kann er sich jederzeit

an die netten Mitarbeiter vor Ort wenden.

In der Deutschen Nationalbibliothek werden

unter anderem alle Bücher gesammelt, die in

Deutschland erscheinen und seit 1913 erschienen

sind. Alle diese Bücher können Sie dort lesen,

wenn Sie möchten.

Vielleicht haben ja auch Sie Interesse, sich in

die Deutsche Nationalbibliothek zu begeben.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!

Deutsche Nationalbibliothek

Deutscher Platz 1

04103 Leipzig

Schneckenpost


Schneckenpost

Wohnen heißt, sich wohl und aufgehoben fühlen

Das Wohnheim Villa am Palmengarten

In dieser Ausgabe stellen

wir Ihnen das Wohnheim

der Lebenshilfe für

Menschen mit geistiger

Behinderung Leipzig e.V.

vor. Dieses heißt Villa am

Palmengarten und ist in

der Erich-Zeigner-Allee.

Wir haben Herrn Schubinski, den Heimleiter, interviewt.

Seit wann gibt es das Wohnheim Villa am Palmengarten?

Das Wohnheim gibt es seit 1993. Zuvor war es

ein Pflegeheim und gehörte der Stadt Leipzig.

Für welche Zielgruppe ist das Wohnheim?

Das Wohnheim ist für erwachsene Menschen

mit geistiger Behinderung ab 18 Jahren.

Wie viele Plätze bietet das Wohnheim?

In unserem Wohnheim wohnen 40 Bewohner.

Zum Wohnheim gehören auch noch zwei Außenwohngruppen

für insgesamt 12 Personen

und wir betreuen auch 24 Personen mit geistiger

Behinderung in ihren eigenen Wohnungen. Das

nennt man Ambulant betreutes Wohnen.

Gibt es Einzelzimmer oder Doppelzimmer?

Die Villa am Palmengarten hat 3 Etagen. Auf jeder

Etage wohnen etwa 13 bis 14 Personen. Wir

haben nur Doppelzimmer.

Hat jeder Bewohner ein eigenes Badezimmer?

Nein, es gibt Gemeinschaftsbäder. Auf jeder

Etage gibt es 2 Badezimmer. Für Männer und

Frauen sind die Bäder getrennt. Die Toiletten

sind separat vom Badezimmer. Pro Etage gibt

es eine Badewanne. Die Bäder sind behindertengerecht

ausgebaut, zum Beispiel gibt es bo-

16

dengleiche Duschen, so dass auch Rollstuhlfahrer

dort ohne Probleme duschen können.

Was bieten Sie den Wohnheimbewohnern?

(Leistungen, besondere Angebote, Freizeit,...)

Die Grundleistung umfasst Wohnen, Schlafen

und Versorgung. Aber natürlich ist Wohnqualität

nicht nur auf diese Bereiche beschränkt. Wir

bieten den Bewohnern verschiedene Freizeitaktivitäten,

wie Sport, Töpfern und eine Foto AG.

Aber natürlich auch Bildungsangebote wie zum

Beispiel Grundkurse in Deutsch und Mathe. Die

Mitarbeiter schauen auf die individuellen Ressourcen

eines jeden Bewohners, um diese zu

fördern. Natürlich wird immer auch geschaut,

welche Arbeiten und Aufgaben der Bewohner

auch selbst erledigen kann, zum Beispiel Wäsche

waschen und bügeln. Die Bewohner haben

eigene Interessen, denen sie nachgehen wollen.

Dann suchen wir natürlich eine Begleitung

zu externen Veranstaltungen, wie zum Beispiel

Konzerten oder Handballspielen. Jeden Tag gibt

es ein Abendangebot, zum Beispiel Sport, Vorlesen,

einen Chor, Spieleabende und freitags

das gemütliche Beisammensein in der Bar im

Wohnheim, die von den Bewohnern selbst bewirtschaftet

wird.

Zweimal im Jahr organisieren wir Urlaubsreisen.

Dabei entscheiden die Bewohner natürlich mit,

wo es hingehen soll.

Was ist Ihnen bei der Betreuung der Bewohner

mit Behinderung wichtig?


Die Bewohner sind erwachsen. Wir behandeln

sie auch wie Erwachsene. Im Mittelpunkt stehen

vor allem die positiven Seiten eines jeden

Menschen. Wir wollen die Bewohner in die Lage

versetzen, Dinge selber zu tun, wie zum Beispiel

ihre Zimmer zu reinigen. Die Bewohner können

ihre Meinung sagen und sich an Entscheidungen

aktiv beteiligen. Sie sollen sich vor allem

auch heimisch fühlen können.

Auf was achten Sie bei der Auswahl ihrer Mitarbeiter?

Die Mitarbeiter sollen ein gutes Menschenbild

und Einfühlungsvermögen haben. Sie müssen

Freude an der Arbeit mit den Menschen mit Behinderung

haben. Sehr gut ist natürlich, wenn

sie bereits Erfahrungen mitbringen. Fachliche

Die Fotoausstellung wandert weiter...

Am Vorabend zum Europäischen Protesttag zur

Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen,

also am 04.05.2011, wurde die Fotoausstellung

‚Einblicke’ in der Landesdirektion feierlich

eröffnet. Die Wanderausstellung beinhaltet 32

Portraits von Menschen mit Behinderung, die in

ihren eigenen vier Wänden von der Kunststudentin

Manuela Kasemir fotografiert wurden. Zu sehen

war die Ausstellung bereits in der Diakonie

am Thonberg, im Kommunalen Sozialverband

Sachsen sowie im Integrationsamt Chemnitz.

Herr Schnabel und Frau Markwardt (als Gleich-

17

Kompetenz ist Voraussetzung. Ich achte auch

auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Mitarbeitern

und Mitarbeiterinnen, sowie zwischen

jung und alt.

Bitte vervollständigen Sie den folgenden

Satz: Wohnen heißt...

Wohnen heißt, sich wohl und aufgehoben fühlen.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen

haben und unsere Fragen beantwortet

haben!

Sebastian Fischer

stellungsbeauftragte ist sie unter anderem für

die Belange von Menschen mit Behinderung zuständig)

sprachen Grußworte zur Eröffnung der

Ausstellung. Musikalisch umrahmten die Singing

Rollis mit einem gemischten Programm die Veranstaltung.

Zu sehen ist die Ausstellung vom

05.05. bis 30.06.2011 in der Landesdirektion,

Braustraße 2 in Leipzig.

Katrin Kommichau & Thomas Heinze

Mitarbeiter Unterstütztes Wohnen

Schneckenpost


Rätselspaß

Schneckenpost

Viel Spaß beim Rätseln!

Rätsel 1:

Setzt die gesuchten Wörter in die dafür vorgesehenen Kästchen. Die Buchstaben in dem fett gedruckten Feld ergeben von oben nach

unten gelesen das gesuchte Lösungswort.

18

Eine deutsche Automarke, mit Stern

als Markenzeichen, heißt ...

In den meisten deutschen Gaststätten herrscht Rauch-...

In Leipzig findet jährlich die Buch-... statt.

Für jedes Produkt muss man

an den Staat Mehr... bezahlen.

Durch Wien, Regensburg und Passau fließt die ...

Wer in eine eigene Wohnung zieht,

muss einen Miet... abschließen.

Mit einer Stereo-... kann man Musik hören.


Rätsel 2:

Hier seht Ihr mehrere Bilderpaare. In jedem rechten Bild haben wir einmal etwas verschwinden lassen.

Vergleicht die Bilder und malt dort einen Kreis hin, wo etwas fehlt.

19

Schneckenpost


Außenarbeit

Interne Stellenausschreibung für Werkstattmitarbeiter

Bereich G

In der Abteilung: Am Standort:

Logistik

im Brauhaus zu Reudnitz

Sie sortieren Flaschen nach verschiedenen Formen

und Farben. Kaputte Flaschen müssen Sie

aussortieren. Außerdem befüllen Sie Förderbänder

mit leeren Getränkekästen.

6.00 Uhr – 13.30 Uhr oder

7.00 Uhr – 14.30 Uhr

Sie müssen selbstständig arbeiten können. Die

Gruppenleiter unterstützen Sie dabei. Es ist gut,

wenn sie schon einmal körperlich anstrengende

Arbeit gemacht haben. Sie müssen mit dem Bus

oder der Straßenbahn zur Arbeit kommen.

Gebäudereinigung

Außenarbeitsgruppe im Evangelischen

Schulzentrum oder im BBW Leipzig

Das Aufgabengebiet umfasst: Das Aufgabengebiet umfasst:

Die Arbeitszeiten: Die Arbeitszeiten:

Folgende Anforderungen sollte der

Bewerber/die Bewerberin erfüllen:

Ihre mündliche oder schriftliche Bewerbung richten Sie bitte an den Begleitenden Dienst.

Dieser wird mögliche Fragen beantworten und alle weitere Schritte mit Ihnen planen.

20

Sie reinigen Klassenzimmer und Horträume,

Treppenhäuser, Flure, Toiletten und Türen.

9.30 Uhr – 17.00 Uhr (Schulzentrum)

7.30 Uhr – 15.00 Uhr (BBW Leipzig)

Folgende Anforderungen sollte der

Bewerber/die Bewerberin erfüllen:

Sie müssen selbstständig arbeiten können. Die

Gruppenleiterinnen unterstützen Sie dabei. Es

ist gut, wenn Sie schon Erfahrungen im Bereich

Reinigung haben.

Sie müssen selbstständig mit dem Bus oder

Straßenbahn zur Arbeit kommen.


Außenarbeit

Interne Stellenausschreibung für Werkstattmitarbeiter

Bereich G

In der Abteilung: In der Abteilung:

Garten- und Landschaftspflege

Außenstelle am Handwerkerhof 6a,

04316 Leipzig

Das Aufgabengebiet umfasst: Das Aufgabengebiet umfasst:

Sie pflegen Grünanlagen in der Stadt. Sie reinigen

Wege und Straßen von Laub, Schmutz und

Schnee. Sie transportieren Erde, Steine, Äste,

Gras und Laub. Sie arbeiten mit verschiedenen

Gartengeräten.

Die Arbeitszeiten: Die Arbeitszeiten:

7.30 Uhr – 15.00 Uhr

Folgende Anforderungen sollte der

Bewerber/die Bewerberin erfüllen:

Sie müssen selbstständig arbeiten können. Die

Gruppenleiter unterstützen Sie dabei. Sie sollten

Freude an der Arbeit im Freien haben. Es

ist gut, wenn sie schon einmal körperlich anstrengende

Arbeit gemacht haben. Sie müssen

mit dem Bus oder der Straßenbahn zur Arbeit

kommen. Sie sollten freundlich und höflich auftreten

können.

Ihre mündliche oder schriftliche Bewerbung richten Sie bitte an den Begleitenden Dienst.

Dieser wird mögliche Fragen beantworten und alle weitere Schritte mit Ihnen planen.

21

Fahrzeugpflege (Automobile Panzer)

Kastanienweg 3

04178 Leipzig-Rückmarsdorf

Sie waschen und reinigen PKW und Transporter

von innen und außen.

8.00 Uhr - 15.30 Uhr

Folgende Anforderungen sollte der

Bewerber/die Bewerberin erfüllen:

Sie müssen selbstständig arbeiten können. Die

Gruppenleiter unterstützen Sie dabei.

Außerdem sollten Sie freundlich auftreten können.

Sie sollten sehr aufmerksam und umsichtig

sein.

Sie müssen selbst mit dem Bus zur Arbeit kommen.

Schneckenpost


Schneckenpost

Welche Aufgaben haben eigentlich die Ämter der Stadt Leipzig?

Menschen mit geistiger Behinderung fragen nach

Für diese Ausgabe haben wir mit Frau Höfer gesprochen.

Sie ist die Leiterin des Verkehrs- und

Tiefbauamtes. Herr Busse von der Redaktion

der Schneckenpost, der Werkstattzeitung der

Diakonie am Thonberg, hat das Interview geführt.

Welche Aufgaben hat das Verkehrs- und Tiefbauamt?

Das Verkehrs- und Tiefbauamt hat sehr umfangreiche

Aufgaben. Wir sind zuständig für den

Zustand der Straßen, die Unterhaltung der Straßen,

die Planung von Straßen, Brücken und auch

Straßenbahnverläufen. Wir kümmern uns um die

Stadtbeleuchtung und die Straßenverkehrsanlagen

und zum Beispiel auch die Ampeln. Das

Verkehrs- und Tiefbauamt ist verantwortlich für

alle Verkehrsfragen – also von der Planung über

den Bau bis zum Aufstellen der Schilder.

Wenn Hubschrauber starten und landen wollen,

müssen Sie das von uns genehmigt bekommen.

Wir sprechen viel mit Händlern und Gewerbetreibenden

über deren Bauvorhaben. Ein wichtiges

Projekt ist natürlich der City-Tunnel, wo die

Stadt Leipzig auch mit wirkt.

Wie viele Mitarbeiter arbeiten im Verkehrs-

und Tiefbauamt?

Im Verkehrs- und Tiefbauamt arbeiten zurzeit

280 Mitarbeiter. Manche in Vollzeitstellen und

mancher Teilzeit.

22

Welche Aufgaben haben Sie beim Verkehrs-

und Tiefbauamt?

Ich leite das Amt. Ich muss mich darum kümmern,

dass alle Aufgaben erledigt werden. Ich

vertrete das Amt in der Öffentlichkeit. Ich diskutiere

mit Bürgern in verschiedenen Foren und

informiere sie über Vorhaben und Entwicklungen.

Ich muss Konzepte erstellen und diese dem

Bürgermeister und anderen Gremien vorstellen.

Ich koordiniere Kontakte zu anderen Ämtern und

treffe mit diesen Absprachen. Um einen Überblick

über die einzelnen Stadtteile und die dortigen

Straßen- und Bauverhältnisse zu bekommen,

gibt es gemeinsam mit dem Bürgermeister

regelmäßig Stadtteilrundgänge, an denen ich

teilnehme.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Das

gefällt mir. Ich komme viel in Kontakt mit den

Bürgern und Investoren. Man lernt sehr viele

Aspekte kennen und zu berücksichtigen. Es ist

immer sehr schön, wenn wir dann Angelegenheiten

zu einem positiven Ende bringen können.

Was möchten Sie gern verbessern?

Wenn wir als Amt mehr Gelder zur Verfügung

hätten, würde ich gern den Zustand der Straßen

und Brücken verbessern.

Arbeiten im Verkehrs- und Tiefbauamt auch

Menschen mit Behinderung? Wie funktioniert

die Zusammenarbeit?

Bei uns arbeiten Menschen mit Behinderungen

unterschiedlicher Art. Die Zusammenarbeit

klappt problemlos. Wir hatten einen Rollstuhlfahrer

im Sachgebiet Werbung. Sehbehinderte

Mitarbeiter haben wir auch. Die benötigen entsprechende

Vorkehrungen.

Wir haben aber auch viel mit Bürgern mit Behinderung

zu tun. Auch mit Frau Hiersemann,

der Behindertenbeauftragten der Stadt Leipzig


stehen wir im engen Kontakt. Besonders beim

Thema der Ampelanlagen tauschen wir uns immer

wieder aus, damit auch alle Menschen berücksichtigt

werden.

Gibt es eine Begegnung mit einem Menschen

mit Behinderung, die Sie und ihren Umgang

mit Menschen mit Behinderung besonders

beeinflusst hat?

Selbstbestimmt Leben – Ja, das geht!

Die 2. Sächsische Budgetnehmerkonferenz in Dresden

Am Montag, den 9. Mai 2011, fand die 2. Sächsische

Budgetnehmerkonferenz in Dresden statt.

Zum Ankommen stimmte uns die Micha Winkler

Band auf die Fachtagung ein.

Jeder Teilnehmer bekam bei der Anmeldung einen

Stein, den man am Ende der Veranstaltung

auf einem Holzbrett ins Rollen bringen konnte.

So wie auch das Persönliche Budget ins Rollen

gebracht werden soll.

Gegen 9.30 Uhr wurden die Fachtagungsteilnehmer

von Herrn Schönfeld begrüßt.

Es gab zwei Arbeitsgruppen:

• Ich bin wie ich bin – diese Hilfe brauche ich.

• Ich weiß, was ich will – diese Schritte gehe

ich.

Meine Arbeitsgruppe hieß: Ich weiß, was ich will

– diese Schritte gehe ich. In dieser Gruppe begannen

wir mit einer kurzen Vorstellungsrunde,

dann bekamen alle Teilnehmer ein Fallbeispiel

23

Mein Vater war taubblind. Als Kind habe ich das

damals nicht so wahrgenommen. Heute denkt

man da ganz anders und ich wundere mich

manchmal wie er so manches bewältigt hat. Man

geht insgesamt sorgsamer mit anderen um.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen

und unsere Fragen beantwortet haben.

zum Lesen. In diesem Beispiel ging es um einen

Budgetnehmer, der seit drei Jahren versucht

das Persönliche Budget für sich zu beantragen.

Aus verschiedenen Sichtweisen wurde dieser

Fall nun diskutiert.

Herr Prof. Dr. Liedke beschäftigte sich in seinem

Vortrag mit der individuellen Bedarfsermittlung

von Menschen mit Behinderung und stellte ein

Verfahren vor. Dieses kann für jede Person angepasst

werden.

Nach den Arbeitsgruppen gab es zwei kleine

Abschluss-Plenen zu jeder Arbeitsgruppe. Das

heißt, dort haben sich alle Tagungsteilnehmer

zusammengefunden und die Ergebnisse aus

den Arbeitsgruppen wurden vorgestellt.

Zum Abschluss durften alle Tagungsteilnehmer

den Stein des Persönlichen Budgets ins Rollen

bringen. Um 16.30 Uhr war die Fachtagung dann

zu Ende.

Schneckenpost

Katja Mieder


Schneckenpost

Gottes Wort in unserem Leben

Ausgabe 9: „Licht bringt Leben“

Liebe Leserin, lieber Leser,

viele Menschen haben

Probleme, sind entmutigt

und einsam, sehen die

Dinge schwarz, ja sitzen

in der Finsternis. Kennen

auch Sie solche Finsternis?

- Es ist dunkel, hoffnungslos,

man weiß nicht

mehr aus noch ein.

Solche Zeiten sind schwer. Jeder Mensch kommt

früher oder später in derartige Situationen.

Welch herrliche Erfahrung wird uns in der Bibel,

im Wort Gottes beschrieben:

„Das Volk, das in der Finsternis saß, hat ein großes

Licht gesehen, und denen, die am Ort und

im Schatten des Todes saßen, ist ein Licht aufgegangen.“(1)

• - Was auch immer der Grund Ihrer Not sein

mag - gerade für Sie ist das große Licht

• aufgegangen, das Licht, das uns auch im

Schatten des Todes leuchtet und das Herz

mit der wahren Freude und Zuversicht erfüllt

Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist das große

Licht und ruft uns zu: „Ich bin das Licht der

Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis

wandeln, sondern wird das Licht des Lebens

haben.“ (2)

Unser Herr Jesus Christus ist das Licht der Welt.

Er ist gekommen, um uns zu retten.

Auch Ihnen gilt Seine Einladung: „Kommt her zu

mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich

will euch erquicken!“ (3)

Lieber Leser, liebe Leserin, verzweifeln Sie nicht!

Sie müssen nicht in der Finsternis untergehen.

24

Heute können Sie aus der Finsternis zum Licht

kommen. Durch das Licht werden die verborgenen

Schattenseiten unseres Lebens erleuchtet.

Der Mensch wird sich seiner Sünden bewusst.

Schwer lasten sie auf uns. Aber es gibt Befreiung!

Kommen Sie zum Licht, zu Jesus Christus.

Gott hat Sie nicht verworfen. „Er liebt Sie! Denn

so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen

eingeborenen Sohn gab, damit alle die an

ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das

ewige Leben haben.“ (4) Gott hat seinen Sohn

in die Welt gesandt. Aus Liebe zu uns kam Jesus

Christus auf die Erde und lebte ohne Sünde.

Aus Liebe zu uns starb Er am Kreuz in großen

Schmerzen und Qualen.

Dort am Kreuz hat Er unsere Sünden auf sich

genommen. (5) „Er wurde um unserer Missetat

willen verwundet und um unserer Sünden willen

zerschlagen. Die Strafe liegt auf Ihm, auf dass

wir Frieden hätten, und durch seine Wunden

sind wir geheilt.“ (6) „Das Blut Jesu Christi seines

Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.“ (7)

Am Kreuz hat unser Herr Jesus Christus die

große Versöhnung zwischen Gott und uns Menschen

vollbracht. Auch für Sie!

Der Sohn Gottes ist nicht nur um unserer Sünden

willen am Kreuz gestorben, sondern Er ist

auch am dritten Tag von den Toten auferstanden.

Er ist aufgefahren zum Himmel und thront

zur Rechten Gottes. Jesus Christus lebt!

Er ist das große Licht, das selbst ins dunkelste

Leben hinein leuchtet, und

Er befreit auch heute!

Wie kann man dieses große Licht erleben?

Jesus sagt: „Wer mir nachfolgt, wird nicht in der

Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des

Lebens haben.“ (2)

Wer das Licht des Lebens bekommen will, muss

zuerst Buße tun.


Das bedeutet gemäß der Bibel: mit demütigem

Herzen zum Herrn Jesus Christus beten, Ihm in

aufrichtiger Reue alle Sünden bekennen und Ihn

um Vergebung bitten.

Übergeben Sie dem Herrn Jesus Christus Ihr

Leben heute und für immer!

Danken Sie Ihm, dass er für Sie am Kreuz sein

Leben gelassen hat und auferstanden ist.

Danken Sie Ihm, dass er Sie liebt und annimmt

so wie Sie sind. Wer dies tut, der erlebt das

Wunderbare: „Das Alte ist vergangen, siehe,

es ist alles neu geworden.“ (8) Wir werden mit

dem heiligen Geist erfüllt. Tiefer Friede und große

Freude erfüllt das Herz des wahren Christen.

In unserem Herrn Jesus Christus haben wir die

Gewissheit des ewigen Lebens in der himmlischen

Herrlichkeit.

25

Liebe Leserin, lieber Leser, bleiben Sie nicht

länger in der Finsternis.

Kommen Sie gerade jetzt zum großen Licht,

zum Licht des Lebens.

Amen

Thema der nächsten Ausgabe:

Lebensstürme

Andreas Klein

1) Mat. 4,16 2) Joh. 8,12 3) Mat. 11,28

4) Joh. 3,16 5) vgl. Joh. 1,29 6) Jes. 53,5

7) 1. Joh. 1,7 8) Kor. 5,17

Schneckenpost

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