Die Zukunft des Zolls: Gemeinsam seit 40 Jahren …zu ... - Douane

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Die Zukunft des Zolls: Gemeinsam seit 40 Jahren …zu ... - Douane

Die Zukunft

des Zolls

Gemeinsam seit 40 Jahren

…zu Ihrem Schutz


Gemeinsam seit 40 Jahren … zu Ihrem Schutz


Gemeinsam seit 40 Jaheren zu … Ihrem zu Threm Schutz Schutz

★ Vorwort ......................................................................................................... 2

★ Der französische Zoll im Lauf der Geschichte ............................ 4

★ 1968-2008: einige Daten zur Zollunion ............................................ 7

★ Der Zoll im Herzen Europas ............................................................. 10

Die Zukunft des Zolls .......................................................................... 14

★ Nachwort ................................................................................................... 16

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Gemeinsam seit 40 Jaheren …

Vorwort D er Zoll ist eine jahrhundertealte Verwaltung, deren Tätigkeit für unser Land und die

Sicherheit der Franzosen von grundlegender Bedeutung ist. Man kennt zwar seine

herkömmliche fi skalische Rolle, weniger bekannt ist aber, dass sich das Aufgabengebiet

dieser Verwaltung im Laufe der Zeit auf neue Bereiche wie die Wirtschaft und die

Betrugsbekämpfung erweitert hat, die für unsere Bürger immer wichtiger werden.

Die 2008 stattfi ndenden Feierlichkeiten zum vierzigjährigen Bestehen der Zollunion bieten

Gelegenheit, an den Platz des Zolls in unserer Gesellschaft und seine Entwicklung

zu erinnern, gerade weil jede der europäischen Zollverwaltungen im Zusammenhang mit

der Modernisierung und dem Einsatz neuer Technologien vor neuen Herausforderungen

steht.

Der durch das europäische Aufbauwerk keineswegs in Frage gestellte Zoll hat den

Auftrag, ein vorwiegend gemeinschaftliches Regelwerk anzuwenden und einen bedeutenden

Teil der Haushaltsmittel einzunehmen.

In einem Umfeld der Liberalisierung und Intensivierung des internationalen Handels ist der

Zoll außerdem zu einer Verwaltung für die wirtschaftliche Unternehmensbegleitung und

den Schutz der Verbraucher geworden. Die Entmaterialisierung des Handels wie auch der

Grenzen erhöht die Betrugsgefahr und lässt so die zentrale Aufgabe der Zollverwaltung als

„Hüterin des Handels“ stärker in den Mittelpunkt treten.

Der Zoll, der jährlich Einfuhren und Ausfuhren im Wert von mehreren Milliarden €

bearbeitet und Millionen Dokumentenprüfungen sowie physische Warenkontrollen im

Gemeinschaftsgebiet vornimmt, ist eines der Schlüsselelemente der europäischen Antwort

auf die Globalisierung.

Diese Arbeit brachte bedeutende Ergebnisse:

• Beschlagnahme von über 100 Millionen Fälschungen an den Grenzen der Europäischen

Union;

• Einnahme von rund 13 Milliarden € in Form von Zollabgaben durch die Europäische

Union;

• Beschlagnahme von jährlich rund 6 Tonnen Heroin und 90 Tonnen Kokain im

Gebiet der Europäischen Union;

• Some 7,000 specimens of endangered plant and animal species have been confi scated.

Die Zollunion ist seit jeher ein wesentlicher Pfeiler der Europäischen Union und ein

entscheidendes Element für das Funktionieren des Binnenmarkts.


… zu Threm Schutz

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Gemeinsam seit 40 Jaheren …

DER FRANZÖSISCHE ZOLL IM LAUF DER

GESCHICHTE

Seitdem der Mensch in einer organisierten Gesellschaft lebt, waren Zölle eine der ersten

Einnahmequellen der Staaten. Gleichzeitig gaben sie ihnen auch die Möglichkeit einer

Kontrolle der Waren, aus denen sich diese Einnahmen speisen.

Der an den Grenzen fest niedergelassene französische Zoll war lange Zeit ein Symbol

des Protektionismus. Da er für Warenkontrollen im internationalen Handel zuständig war,

wurde ihm im Laufe der Zeit die Durchführung auch anderer Vorschriften übertragen,

womit er zu einem Hilfsinstrument der Wirtschaftspolitik, der Gesundheitspolitik oder der

indirekten Besteuerung wurde.


Die Gabelle

… zu Threm Schutz

Im 17. Jahrhundert eignen sich die Generalpächter (fermiers généraux) die Zollpacht an:

Nach Zahlung eines festen Betrages an das königliche Schatzsamt wirtschaften sie dann

bei den Steuereintreibungen in die eigene Tasche. Eine der unpopulärsten Abgaben war

damals die Salzsteuer, die so genannte Gabelle.

Die nationale Zollverwaltung (Régie

des douanes nationales)

Die so genannte „moderne“ Zollverwaltung entstand nach der Französischen Revolution.

Die inländischen Schranken werden abgeschafft und die Ferme générale 1791

verstaatlicht.

Die Régie des douanes erhält den Auftrag, insbesondere während der Kontinentalsperre

gegen England, die Regierungspolitik im Bereich des Außenhandels durchzuführen.

Vom Ersten Empire bis zur 3. Republik

1801 schafft Bonaparte das Ministerium für Handel und Manufakturen (ministère du

commerce et des manufactures), dem der Zoll untersteht. Er setzt einen Generalzolldirektor

ein.

Ab 1815 werden die Zollbeamten zu Akteuren eines Protektionismus, der von der

staatlichen Entschlossenheit zum Schutz der Landwirtschaft und zur Verteidigung der

während der Blockade entstandenen Industriezweige geprägt ist. Der Zoll wird dem

Finanzministerium angegliedert.

.

Das rote Band

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wird nach und nach eine Zolluniform entwickelt, die

als Kennzeichen der Eliteeinheiten einen krapproten Streifen erhält. Die Zollbrigaden

sind militärisch organisiert. Die beiden Weltkriege und die jeweils folgenden

Wiederaufbauphasen verlangen dem Zoll tief greifende Veränderungen ab.

1-Translator’s note: The former franchise and excise entity collecting duties on behalf of the King

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Gemeinsam seit 40 Jaheren …

Das europäische Aufbauwerk

In den 50er Jahren führt die fortschreitende Liberalisierung des Handels Anpassungen für

den Zoll mit sich: Vereinfachung der Verfahren, Schaffung von beidseitigen Kontrollstellen,

Eröffnung von Binnenzollämtern, computergestützte Zollabfertigung.

★ 18. April 1951: Unterzeichung des Vertrags zur Gründung der Europäischen

Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) durch die sechs Gründerstaaten (BE, DE,

FR, IT, LU und NL).

★ 25. März 1957: Unterzeichnung der Römischen Verträge, der eine über die

Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) und der andere zur Gründung der EWG

(Europäische Wirtschaftsgemeinschaft).

★ 30. Juli 1962: Start der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik)

★ 1. Juli 1968: Inkrafttreten der Zollunion: 18 Monate vor dem in den Römischen

Verträgen vorgesehenen Termin kommt es zur Abschaffung der Zölle zwischen

den Sechs, und ein gemeinsamer Zolltarif regelt den Handel mit der übrigen

Welt.

Die Anwendung der GATT-Abkommen (General Agreement on Tariffs and Trade -

Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen), die Schaffung der Zollunionen und die

Einführung von Zollregeln zur Förderung der Entwicklung von Schwellenländern führten zu

einem Rückgang der an den Grenzen eingenommenen Zölle und Abgaben.

1993 werden die Zollschranken innerhalb der Europäischen Gemeinschaft aufgehoben

und so der freie Waren-, Kapital- und Personenverkehr ermöglicht.

Dennoch ist Frankreich durch seine 5 000 km Seegrenzen geprägt, die gleichzeitig auch

Außengrenzen der Europäischen Union sind.


1968 – 2008:

Einige Daten zur Zollunion

… zu Threm Schutz

1. Juli 1968: Abschaffung der letzten Zölle auf Industrieerzeugnisse zwischen den

Mitgliedstaaten und Einführung eines gemeinsamen Außenzolltarifs eineinhalb Jahre früher

als geplant. Das ist die Zollunion.

1. Januar 1973: Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft

und den EFTA-Ländern, die nicht der EWG beigetreten waren.

22. Januar 1973: Unterzeichnung der Verträge über den Beitritt der neuen Mitglieder

Dänemark, Irland und Vereinigtes Königreich.

1. Januar 1981: Beitritt Griechenlands, womit Europa nun 10 Mitglieder zählt.

14. Juni 1985: Unterzeichnung des Schengener Übereinkommens, mit dem die

Personenkontrollen an den gemeinsamen Grenzen zwischen den Mitgliedstaaten

abgeschafft werden.

1. Januar 1986: Beitritt Spaniens und Portugals zum Europa der Zwölf.

1. Juli 1987: Inkrafttreten der Einheitlichen Europäischen Akte.

7. Februar 1992: Unterzeichnung des Vertrags von Maastricht: Geburtsstunde der

Europäischen Union, der Unionsbürgerschaft sowie der gemeinsamen Außen- und

Sicherheitspolitik.

1. Januar 1993: Einführung des Binnenmarkts.

1. November 1993: Inkrafttreten des Vertrags von Maastricht über die Europäische

Union.

1. Januar 1995: Österreich, Finnland und Schweden treten der Europäischen Union

bei.

2. Oktober 1997: Unterzeichnung des Vertrags von Amsterdam zur Reform des Vertrags

von Maastricht.

1. Januar 1999: Übergang zum € als einheitlicher Währung.

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Gemeinsam seit 40 Jaheren …

1968 - 2008

Zollunion und Europäische aufbauwerk

10. Dezember 2000: Unterzeichnung des

Vertrags von Nizza zur Änderung der Organisation

und Funktionsweise der Gemeinschaftsinstitutionen

mit Blick auf die Erweiterung.

1. Januar 2002: Einführung des € als

Zahlungsmittel.

1. Mai 2004: Erweiterung der Europäischen

Union um zehn neue Mitgliedstaaten: Polen, Tschechische

Republik, Slowakei, Ungarn, Slowenien,

Estland, Lettland, Litauen, Zypern und Malta.

Die Europäische Union wächst von 15 auf 25

Mitglieder.

Seit dem historischen Datum des 1. Mai

2004 sind die früheren Außengrenzen

zu innergemeinschaftlichen Grenzen

geworden. Außerdem müssen die neuen

Mitgliedstaaten die Kontrolle der neuen

Grenzen zu Süd- und Osteuropa sichern.

Die Erweiterung vom 1. Mai 2004 ist

wegen ihres Ausmaßes von historischer

Bedeutung, verleiht sie doch dem

europäischen Kontinent mit einer um

25 % angewachsenen Fläche nahezu

eine echte geografi sche Einheit und mit

75 Millionen zusätzlichen Einwohnern

ein außerordentliches demografi sches

Gewicht von 450 Millionen Einwohnern.

Robert Villaros,

Zollinspektor im

Ruhestand

Vierzig Jahre sind vergangen

seit dem Inkrafttreten

der Zollunion, fünfzig Jahre

seit der Unterzeichnung der

Römischen Verträge...

Was habe ich von dieser Zeit

als Zöllner in Erinnerung behalten?

Kurze Zeit vor dem denkwürdigen

Jahr 1968 versah

ich meinen Dienst als stellvertretender

Divisionschef

an der deutschen Grenze

in Wissembourg. Zu meinen

Aufgaben gehörten zunächst

die Ausbildung der

Beamten des aktiven Dienstes

(heute Aufsichtsdienst),

die Kontrolle der Einnahmen

der 2. Kategorie sowie

die von der Generaldirektion

Zoll angestrebte Umsetzung

eines Plans zur Reorganisierung

der Dienststellen.

In diesem Plan waren die

Grundzüge der Reform festgelegt,

aber er ließ einen

großen Spielraum für Feldversuche.

So konnten wir

bei gleichzeitiger Einhaltung

der innerstaatlichen

Vorgaben einerseits eine

Funkstation installieren und

feste wie mobile Zollposten

verteilen und andererseits

an einer Vereinfachung der

Schriftführung der Chefs

der Zolleinheiten arbeiten.

Seit 1963 gab es zudem ein

System zur alternierenden

Überwachung der Landgrenze

und der Grenzübergangsstellen

durch die

deutsche und französische

Zollverwaltung. Ich erinnere

mich, dass wir bei unserer

ersten Besprechung

mit unseren deutschen

Kollegen eine Abgrenzung


der Überwachungsbereiche

festgelegt hatten. Diese

Besprechungen fanden monatlich

statt, wobei ein Land

abwechselnd die Delegation

des anderen empfi ng,

und sie dienten auch dem

Zweck, den Informationsaustausch

zu fördern.

Rückblickend kann ich sagen,

dass diese lokale Initiative

die spätere Zollzusammenarbeit

zwischen

Frankreich und Deutschland

einläutete.

In den darauf folgenden

Jahren wurden 3 von 5 Unterdivisionen

des Zolls gestrichen

und einem einzigen

Kommando unterstellt. Es

verblieben eine für die mobilen

Dienste und eine für

das Personal der Straßenposten.

Die am 1. Juli 1968

getroffenen Durchführungsmaßnahmen

wurden offen

gestanden als normal angesehen,

da sie angekündigt

und vorbereitet worden waren.

Es gab daher nur noch

die Umsatzsteuerentrichtung

und Verbotsmaßnahmen…

… zu Threm Schutz

1. Januar 2007: Beitritt Rumäniens und Bulgariens.

19. Oktober 2007: Annahme des Vertrags zur Reform der Europäischen

Institutionen durch die 27 Mitgliedstaaten.

13. Dezember 2007: Unterzeichnung des Reformvertrags in Lissabon. Nach dem

Scheitern der Europäischen Verfassung 2005 bewahrt der Vertrag von Lissabon den

wesentlichen Teil der notwendigen Reformen für ein gutes Funktionieren des Europas

der 27: einen dauerhaften Vorsitz, einen hohen Repräsentanten als Sprecher Europas

auf internationaler Ebene, einen fl exibleren Entscheidungsprozess mit Ausweitung

der Abstimmungen mit qualifi zierter Mehrheit.

Die Ratifi zierungen des Vertrags von Lissabon erfolgen 2008.

20. Dezember 2007 Mitternacht: Erweiterung des Schengen-Raums der

Freizügigkeit von 15 auf 24 Staaten und damit auf eine Bevölkerung von 400 Millionen

Menschen. Diese Erweiterung um Mitteleuropa (plus Malta) erforderte eine lange

administrative und technische Vorbereitung: Zusammenführung der Datenbestände

über Straftäter, Schaffung gemeinsamer Patrouillen und Sicherung der Außengrenzen

gegen illegale Händler und Einwanderer.

Januar 2008: Der Entwurf des überarbeiteten Verfassungsvertrags wird den

französischen Abgeordneten und Senatoren unterbreitet. Mit dem positiven Votum der

beiden Kammern ist Frankreich am Ende des Zustimmungsprozesses zum Vertrag

von Lissabon angelangt.

Februar 2008: Der Kongress von Versailles ratifi ziert den Vertrag von Lissabon,

und das Gesetz zur Genehmigung dieser Ratifi zierung wird im Gesetzblatt der

Französischen Republik veröffentlicht (14. Februar 2008).

1. Juli 2008: Französischer Ratsvorsitz der Europäischen Union. Das Programm

der französischen Ratspräsidentschaft betrifft insbesondere die Themen Wachstum,

Einwanderung, „Klimapaket“, Umwelt, Verteidigung und Landwirtschaft (Grundsätze

für die GAP nach 2013).

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Gemeinsam seit 40 Jaheren …

DER ZOLL IM HERZEN EUROPAS

In den Römischen Verträgen wird der Zoll mehrfach erwähnt. Die Zollunion 1968 und

der Binnenmarkt 1993 waren wichtige Etappen im europäischen Aufbauwerk, mit

der Abschaffung der Zölle an den Binnengrenzen, der Einrichtung eines einheitlichen

Einfuhrbesteuerungssystems, der Abschaffung der Grenzkontrollen, aber auch der

Verwendung gemeinsamer Arbeitsinstrumente wie dem Zollkodex der Gemeinschaften und

dem einheitlichen Verwaltungspapier (SAD).

In einem europäischen Zollsystem, in dem die verschiedenen nationalen Zollverwaltungen

modernisiert werden, muss der französische Zoll sich seinen Herausforderungen stellen:

Erleichterung des „rechtmäßigen“ internationalen Handels, Gewährleistung eines

reibungslosen Handelsaustauschs, Schutz der fi nanziellen Interessen des Staates und der

Europäischen Union bei gleichzeitiger Wahrung der Sicherheitsbedürfnisse der Bürger und

Verbraucher.

Um auch weiterhin seine traditionelle Aufgabe der Warenkontrolle wirksam ausüben zu können,

hat sich der Zoll im Laufe des europäischen Aufbauwerks in den Dienst der mittlerweile

vernetzten Wirtschaft und der Sicherheit der Bürger in ihrem Alltagsleben gestellt.


… zu Threm Schutz

So wird die Zollverwaltung in den verschiedensten Tätigkeitsbereichen aktiv, etwa im

Rahmen ihres fi skalischen Auftrags vor allem für die Haushalte der Europäischen Union,

des Staates und der Gebietskörperschaften oder ihres Auftrags zur Unterstützung der

Wirtschaftstätigkeit und ihrer ständigen Mitwirkung beim Schutz der Sicherheit des

Hoheitsgebiets und der Bürger.

Binnenmarkt bedeutet neue Kontrollmethoden. Die klassischen Aufgaben des Zolls,

die sich auf die Erhebung von Zöllen und Abgaben bei der Einfuhr von Waren in das

Hoheitsgebiet der Europäischen Union und auf die Kontrollen an den Außengrenzen

konzentrierten, erweiterten sich nach und nach auf zahlreiche andere Bereiche, vor allem

die Bekämpfung des illegalen Handels und der häufi g damit verbundenen organisierten

Kriminalität (Suchtstoffe, Vorläuferchemikalien, Fälschungen, Waffen usw.).

Da die Zollverwaltung eine Überwachung der Warenströme sowie der Erzeugungs- und

Vermarktungsketten sicherstellt, trägt sie darüber hinaus zum Schutz und zur Sicherheit der

Bürger in ihrem Alltagsleben bei, etwa im Umwelt-, Gesundheits- und Ernährungssektor

oder bei der Einhaltung technischer Sicherheitsnormen und ganz allgemein bei der Abwehr

aller Gefahren und Erscheinungsformen von Betrug und unlauterem Wettbewerb.

Ein effizientes Funktionieren des Binnenmarktes ist nur mit gemeinsamen Regeln

möglich, die an seinen Außengrenzen einheitlich angewandt werden.

Die 27 Zollverwaltungen der Europäischen Union müssen daher so agieren, als wären sie

eine einzige. Um Fortschritte auf dem Weg zu einer möglichst erfolgreichen Zollintegration

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Gemeinsam seit 40 Jaheren …

zu erzielen, hat die Europäische Kommission seit

der Schaffung des Binnenmarktes eine ganze

Reihe von Aktionsprogrammen für den Zoll im

europäischen Raum umgesetzt.

Die Beziehungen zwischen der Zollverwaltung

und den Unternehmen beruhen auf Partnerschaft

und Vertrauen.

So werden die vereinfachten Zollabfertigungsverfahren

für Unternehmen sowohl bei der Einfuhr

als auch bei der Ausfuhr erheblich beschleunigt,

und es werden ihnen häufi g vergünstigte Zollverfahren

gewährt.

Auch wenn die Zollstellen unerlässliche

Kontrollen durchführen, arbeiten sie in engem

Kontakt mit den Unternehmen. Dabei legen sie

handelsfreundliche Formalitäten fest, denn das

Ziel ist die Erleichterung des Warenverkehrs.

Diese neuen Regeln der Zusammenarbeit mit

den Unternehmen sowie die neuen papierlosen

Zollverfahren via Internet führen de facto zu

bedeutenden Anpassungen bei Art und Verfahren

der Zollkontrollen.

Dank seiner Funktion als „Hüter des Handels“,

seiner ständigen Mobilität und des rechtlichen

Instrumentariums seiner Beamten engagiert sich

der französische Zoll auch stark bei verschiedenen

Formen der Zusammenarbeit auf nationaler wie

internationaler Ebene.

Caroline Cloatre,

Zollkontrolleurin

in der Regionaldirektion

Zölle und indirekte Steuern

Paris

Ich bin 2001 als Mitarbeiterin

des Generalsekretariats der Direktion

Paris in die Verwaltung

Zölle und indirekte Steuern eingetreten,

und obwohl meine Erfahrung

noch kurz ist, verstehe

ich mich auch nicht als Neuling

in diesem spannenden Beruf als

Zollbeamtin.

Nach Beendigung meiner Ausbildung

als Kontrolleurin kam ich

2006 in das Referat Regelungen


im gerade neu geschaffenen Aktionspool

Wirtschaft (Pôle d’action

économique - PAE) in Paris.

Die PAE waren in diesem Jahr

bei jeder Regionaldirektion Zölle

und indirekte Steuern eingerichtet

worden, um den Erwartungen

der Unternehmen in Sachen Beratung

und Information über die

der Struktur ihrer internationalen

Handelsgeschäfte am besten

entsprechenden Anmeldeverfahren

und Zollverfahren besser

gerecht zu werden.

Mein erster Dienstposten umfasste

wechselnde Tätigkeiten

im Bereich Verwaltung und statistische

Erhebungen und hatte

nicht direkt mit Zollangelegenheiten

zu tun. Ehrlich gesagt, war

Europa in meinem damaligen

Berufsalltag noch eine abstrakte

Größe …

Meine Arbeit im PAE hingegen,

bei der sich regelmäßige Kontakte

mit den Pariser Zolldienststellen,

den KMU, Unternehmensgründern

und Privatpersonen

abwechseln, gibt mir Gelegenheit,

konkreter mit Europa in

Berührung zu kommen. Im Ges-

präch mit den Unternehmen, vor

allem im Rahmen von Audits,

kann ich ihnen Zolllösungen

„nach Maß“ anbieten, die eine

Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit

ermöglichen.

So spüre ich, wie jeder Mitgliedstaat

im Wechselspiel mit seinen

26 Partnern eine gemeinsame

Zollregelung, gewissermaßen

eine gemeinsame „Sprache“,

beachtet. 2007 stand beispielsweise

die Einführung der neuen

Internetzollanmeldeverfahren

Delt@ im Zentrum unserer Informationsveranstaltungen

und

Schulungen für die Pariser Unternehmen.

Vierzig Jahre nach diesem Umbruch,

den die Errichtung der

Zollunion nach den Bestimmungen

der Römischen Verträge für

das Europa der Sechs darstellte,

glaube ich, dass eine neue (R)

evolution unserer Zollverfahren

gerade begonnen hat.

Dank des europäischen elektronischen

Zollprojekts wird die

Online-Zollabfertigung bald in

allen Mitgliedstaaten die Regel

sein.

… zu Threm Schutz

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Im Mittelpunkt der Prioritäten der Zollkooperation

auf internationaler Ebene und in Frankreich

steht die Suche nach einem Gleichgewicht

zwischen Erleichterung und Sicherheit

des Handels, was breite Unterstützung

bei den internationalen Organisationen, vor

allem bei der Europäischen Union und der

Weltzollorganisation (WZO), fi ndet.

Die lange Zeit in einen bilateralen Rahmen eingebundene

Zollkooperation erhält zunehmend eine

multilaterale Dimension, vor allem angesichts

der Bedeutung des Modernisierungsbedarfs

der Schwellenländer und der transnationalen

Herausforderungen.

Die wichtigsten Elemente der technischen

Zusammenarbeit Frankreichs sind: Betrugsbekämpfung,

Handelserleichterung und Modernisierung

der Zollverwaltungen sowie berufl iche

Aus- und Weiterbildung.


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Gemeinsam seit 40 Jaheren …

DIE ZUKUNFT DES ZOLLS

Der Zoll von heute steht in einem sich rasch verändernden Umfeld: Weiterentwicklung

der Produktions- und Verbrauchsmuster, Intensivierung des internationalen Handels,

neue globale Bedrohungen (Terrorismus, organisierte Kriminalität, Klimawandel usw.).

Bestimmend für die Zukunft des Zolls sind in diesem Kontext vor allem:

★ der Modernisierte Zollkodex der Gemeinschaften (CDM), der es den Zollstellen

der Europäischen Union ermöglicht, die weltweit strengsten Sicherheitsanforderungen

umzusetzen und gleichzeitig ein Umfeld zu schaffen, das den rechtmäßigen Handel

nicht behindert. Wenn dieser neue Zollkodex 2009 vollständig umgesetzt ist, wird

er durch die damit verbundenen Vereinfachungen die Arbeit zwischen Zollstellen

und Wirtschaftsbeteiligten beschleunigen und somit die Kosten der Zollabfertigung

senken;

★ die Entscheidung über den elektronischen Zoll (E-Zoll), die einen weiteren

bedeutenden Schritt bedeutet, und zwar diesmal hinsichtlich der Vernetzung der

Informations- und Kommunikationssysteme der nationalen Zollverwaltungen,

was sowohl für den Zoll als auch den Handel Vorteile bringt. Dadurch dass er den

Anforderungen der modernen Logistik gerecht wird, verbessert ein europaweiter

elektronischer Zoll vor allem die Wettbewerbsfähigkeit der in Europa tätigen

Wirtschaftsunternehmen;

★ ein Vorschlag zur Änderung der Bestimmungen über die gegenseitige

Amtshilfe in Zollangelegenheiten, der darauf abzielt, die bestehenden IT-Systeme

zu vereinheitlichen und damit die Möglichkeiten des Zolls zur Bekämpfung der

verschiedenen betrügerischen Praktiken und der damit allgemein verbundenen

Kriminalität zu erweitern.

Dies sind wichtige rechtliche und technologische Schritte, um die europäischen

Zollverwaltungen mit modernen Instrumenten auszustatten und eine hohe Qualität

der Dienstleistungen zu gewährleisten, die diese den Bürgern und den Unternehmen

anbieten müssen.


… zu Threm Schutz 15

Der Zoll von morgen …

★ gewährleistet die Wahrung der fi nanziellen Interessen

der Europäischen Union,

★ erleichtert den legalen Handel durch eine Verbesserung

der Zollkontrollsysteme und eine Erleichterung der

Verwaltungsformalitäten,

★ stärkt die Abwehr der Gesellschaft gegen Gefahren

für Schutz und Sicherheit durch wirksame Methoden des

Risikomanagements,

★ modernisiert die Arbeitsmethoden seiner Dienststellen,

um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen

zu verbessern,

★ intensiviert die Zusammenarbeit zwischen den

Zollbehörden, mit der Wirtschaft und den öffentlichen

Einrichtungen jedes Mitgliedstaats.


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Gemeinsam seit 40 Jaheren zu Ihrem Schutz

Nachwort

Auch wenn die Rolle des Zolls als Abgabeneinnehmer den wirtschaftsbezogenen Teil

seines Auftrags lange Zeit überlagerte, hat er zugunsten des europäischen Aufbauwerks

und angesichts des Globalisierungsprozesses eine neue dynamische Rolle im Dienste von

Wirtschaft und Beschäftigung übernommen.

Als Dienstleister eines modernen Staates, ist die Zollverwaltung mit ihren Männern

und Frauen, die sich für ihren Beruf engagieren und deren Besonderheit und Vitalität

ausmachen, aktiv am europäischen Aufbauwerk beteiligt.

Sichern, schützen, eintreiben und erleichtern, das sind die Stichworte für die Ziele der

Zollverwaltung von morgen, bei jeder Aktion ergänzt durch das ständige Bemühen um

Qualität der Dienstleistung für den Nutzer.

Die vor 40 Jahren geschaffene Zollunion steht für den Erfolg und die Vitalität des

europäischen Aufbauwerks.

40 Jahre Zollunion.

Garant für Sicherheit und freien Handel in Europa“

« 40 ans d’union douanière européenne.

Des individus protégés, des échanges commerciaux simplifi és »

40 years of European Customs Union.

Protecting people and facilitating trade”

Direction Générale des Douanes et Droits Indirects –

Bureau Information et Communication

11, rue des deux Communes 93558 - MONTREUIL Cedex

Internet: http://www.douane.gouv.fr

Infos Douane Service ids@douane.finances.gouv.fr

Juin 2008

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