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Luftrettung 3 | 2012

Das Förderermagazin

GESUND LEBEN

So vermeiden Sie

Stromunfälle

HOCH IM NORDEN

Unterwegs

mit Christoph

Europa 5

STATIONSPORTRÄT

Die DRF Luftrettung

in Dortmund


2

Liebe Leserinnen,

liebe Leser,

Menschen wie Ihnen verdanken wir es, dass wir

anderen helfen können. So wie der 41 Jahre alten

Sylvia Kmoch, die sich bei einem Verkehrsunfall

vier Rückenwirbel gebrochen hat. Dank der

schnellen und professionellen Hilfe unserer

Friedrichshafener Besatzung sitzt sie heute nicht

im Rollstuhl (ab Seite 20). Dankbar sind auch die

Menschen im landwirtschaftlich geprägten

Schleswig-Holstein und auf den Nordfriesischen

Inseln. Hier kommt mit Christoph Europa 5 der

Notarzt häufig durch die Luft zum Patienten.

Dies ist nicht nur ein schneller Weg, sondern

oftmals auch der einzige, um die Inseln oder

Halligen innerhalb kürzester Zeit zu erreichen

(ab Seite 6).

Dank Ihrer Unterstützung ist es uns auch möglich,

Hangar und Sozialräume unserer Luftrettungsstationen

zu modernisieren, um stets den

neuesten gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen.

Im Porträt über unsere Dortmunder Station

erfahren Sie mehr (ab Seite 22).

Wir hoffen natürlich, dass Sie der DRF Luftrettung

auch weiterhin die Treue halten, wenn Sie

erfahren, dass wir die Mindestbeiträge für eine

Fördermitgliedschaft ab November etwas anheben.

Zwölf Jahre lang waren die Beiträge stabil,

und das, obwohl die Kerosinpreise in die Höhe

geschossen sind und sich im Einkauf die Ersatzteile

für unsere Hubschrauber und Flugzeuge

massiv verteuert haben. Mit einem Plus von

50 Cent für eine Einzelmitgliedschaft bzw.

1 Euro für eine Familienmitgliedschaft monatlich

denken wir, in moderaten Grenzen zu bleiben.

Mehr über die Gründe für diesen Schritt erfahren

Sie im Interview mit Victor Felber, dem Geschäftsführer

des DRF e.V. (ab Seite 30).

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine interessante

und informative Lektüre!

Ihre

Nicole Steiger

Vizepräsidentin

Titelfoto: Irina Wonneberg

Foto: Stephanie Redwanz

10

Vergisst beim Biken durch

Nordfriesland seinen Schmerz:

In einer Zeit tiefer Trauer

unterstützte Hans

Carstensen die DRF

Luftrettung mit

einer großzügigen

Spende.

22

Foto: Stephanie Redwanz

Christoph Dortmund ist in der größten Stadt

des Ruhrgebiets stationiert. Von dort wird die

Besatzung zu Spezialtransporten zwischen Kliniken

ebenso alarmiert wie zu Notfällen.


Inhalt

In dieser Ausgabe

04 Aktuell

Halbjahresbilanz; Einladung zur Mitgliederversammlung;

Offizielle Beauftragung für die Stationen Magdeburg und

Halle übergeben; Stationsfeier in Greifswald; Jubiläum in

Reutte.

06 Titelthema

Christoph Europa 5 ist im Norden Schleswig-Holsteins und

in Süddänemark häufig der schnellste Notarztzubringer.

10 Porträt

Hans Carstensen aus Bordelum wünscht sich, dass mehr

Menschen für die Luftrettung spenden.

12 Gesund leben

Spannende Angelegenheit: So bleibt der Strom in der

Steckdose.

14 Lokalnachrichten

Einsatzmeldungen aus den Regionen.

20 Notfall

Nach einem Motorradunfall hätte Sylvia Kmoch gelähmt

sein können. Mit Christoph 45 kam schnelle Rettung.

22 Stationen der DRF Luftrettung

In dieser Ausgabe: Ein Porträt über die Luftrettungs-

station Dortmund.

24 Shop

Geschenk-Ideen für Groß und Klein.

28 Christopher Kids

Kamera läuft: Lernen mit Spaß und Leichtigkeit.

30 Im Gespräch

Interview mit Victor Felber, Geschäftsführer des DRF e.V.;

Impressum.

Luftrettung 3 || 2012

Foto: Tryfonov - Fotolia.com

06

Einsatz ohne Grenzen: Die Niebüller Luftretter

arbeiten Hand in Hand mit den dänischen Kollegen

und sind ein wichtiges Glied in der Notfallversorgungskette.

20

Blickt positiv in die

Zukunft: Wenige Monate

nach ihrem

schweren Motorradunfall

kann Sylvia

Kmoch wieder gehen.

12

Die meisten Stromunfälle passieren

aus Leichtsinn oder Unwissenheit.

Wer gewisse Grundregeln beachtet,

kann sie vermeiden.

Foto: Irina Wonneberg

Foto: Irina Wonneberg

3


4

Foto: DRF Luftrettung

Aktuell

Kurz berichtet

Offizielle Übergabe

Auch in den kommenden sechs Jahren

werden rot-weiße Hubschrauber die

Luftrettung rund um Magdeburg und

Halle sicherstellen. Dies ist das Ergebnis

einer europaweiten Neuausschreibung

der Hubschrauberstationen, die

das Ministerium für Inneres und Sport

des Landes Sachsen-Anhalt 2011

durchgeführt hat. Am 24. Mai übergab

Holger Stahlknecht, Minister für Inneres

und Sport, die offiziellen Beauftragungen

an die DRF Luftrettung. Hierzu

Dr. Hans Jörg Eyrich, Vorstand der DRF

Peter Ziegler, Stationsleiter Magdeburg; Norbert Ebbighausen, Stationsleiter Halle; Dr. Hans Jörg

Luftrettung: „Über zwei Jahrzehnte rot-

Eyrich, Vorstand DRF Luftrettung; Holger Stahlknecht, Minister für Inneres und Sport; Dagmar

weiße Luftrettung in Halle und über

Szabados, Oberbürgermeisterin von Halle; Gabriele Klein, 1. Beigeordnete des Landkreises

sechs Jahre in Magdeburg – und auch

Saalekreis; Torsten Winkelmann, AOK Sachsen-Anhalt; Steffen Lutz, Vorstand DRF Luftrettung,

in den nächsten sechs Jahren werden

und Martin Wenger, Hauptgeschäftsführer Kassenärztl. Vereinigung Sachsen-Anhalt (von links).

wir die notfall- und intensivmedizinische

Versorgung der Menschen in Sachsen-Anhalt sicherstellen. Dies ist besonders wichtig im dünn besiedelten Flächenland Sachsen-Anhalt.

Die notfallmedizinische Versorgung der Bevölkerung ist hier eine besondere Herausforderung, da auch abgelegene Orte schnellstmöglich

erreicht werden müssen. Allein in Sachsen-Anhalt wurden unsere Hubschrauber im vergangenen Jahr 3.313 Mal alarmiert.“ Im Anschluss

würdigten mehrere Grußredner die erfolgreiche Arbeit der Magdeburger und Hallenser Luftretter.

Demnächst: Veranstaltungen an den Stationen

Die Station

Reutte der

ARA Flugrettung

feiert am

8. September

2012 mit einem

Hangarfest ihr

10-jähriges Bestehen.

Los

Wurde vor 10 Jahren in Dienst gestellt:

geht’s um 14

der Notarzthubschrauber RK-2 aus Reutte.

Uhr, der Nachmittag

hält für

die Besucher u.a. Windenvorführungen, Hubschrauberbesichtigungen,

eine große Ausstellung zum Thema Flugrettung

sowie ein Kinderprogramm mit Hüpfburg bereit.

In Nordhausen laden die DRF Luftrettung und das Deutsche

Rote Kreuz zum 20-jährigen Bestehen der Station ein.

So findet am 22. September von 10 bis 15 Uhr ein Tag der

offenen Tür statt. Es wird unter anderem Kinder-lernen-helfen-Kurse

geben, außerdem können die Hubschrauber von

Polizei und DRF Luftrettung besichtigt werden.

Auch die Station Magdeburg lädt am 15. September große

und kleine Hubschrauberfans zu einem Tag der offenen Tür,

und am 14. Oktober findet in Pattonville ein Flugplatzfest

statt. Der Stuttgarter Hubschrauber der DRF Luftrettung

kann dabei besichtigt werden, sofern er nicht im Einsatz ist.

Wenn Sie wissen möchten, an welchen Veranstaltungen oder

Messen die DRF Luftrettung außerdem teilnimmt, dann

werfen Sie einen Blick ins Internet: www.drf-luftrettung.de/

veranstaltungen.html.

Foto: DRF Luftrettung


Mitgliederversammlung 2012

Nach der Satzung des DRF e.V. (Deutsche Rettungsflugwacht

Förderverein e.V.) dürfen wir die Fördermitglieder gemäß

§7 Absatz 2 der Vereinssatzung zur Mitgliederversammlung

2012 (Berichtsjahr 2011) am 25. September 2012 um

16:00 Uhr in die Räumlichkeiten der DRF Luftrettung, Rita-

Maiburg-Straße 2, in 70794 Filderstadt-Bernhausen einladen.

Themen der Tagesordnung:

1. Verabschiedung des Protokolls der ordentlichen Mitgliederversammlung

vom 21. September 2011.

2. Bericht des Vorstands über das Geschäftsjahr 2011 und

Bericht über das laufende Geschäftsjahr.

3. Entgegennahme und Genehmigung des durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Ernst & Young geprüften und

testierten Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2011.

4. Entlastung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2011.

5. Bestellung der Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2012.

6. Verschiedenes

Wir bitten die Fördermitglieder um Anmeldung bis zum

3. September 2012 unter der Telefonnummer 0711/7007-0.

20 Jahre DRF Luftrettung in Greifswald

Steigende Einsatzzahlen

Die Hubschrauber der DRF Luftrettung werden

bundesweit immer häufiger alarmiert, was ein Blick

auf die Einsatzzahlen belegt: Waren es im Vorjahreszeitraum

noch 17.632 Alarmierungen, wurden die

Besatzungen im ersten Halbjahr 2012 insgesamt

18.139 Mal angefordert. Dabei wurde die DRF

Luftrettung zu 13.537 Notfällen gerufen. 4.602 Mal

hoben die Hubschrauber ab, um Patienten zu lebensrettenden

Operationen oder Spezialtherapien zwischen

Kliniken zu transportieren. „Der Hubschrauber

ist häufig das schnellste Rettungsmittel, vor

allem in dünn besiedelten Gebieten. Er ist auch

konkurrenzlos schnell, um Patienten über weitere

Distanzen in eine für sie geeignete Klinik zu transportieren.

Aufgrund bundesweiter Klinikspezialisierungen

sind immer mehr Notfallpatienten auf dieses

Transportmittel angewiesen“, erläutert Steffen Lutz,

Vorstand der DRF Luftrettung.

Seit 20 Jahren bringt der Greifswalder Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung Notfall- und Intensivpatienten schnelle medizinische

Hilfe. Anlässlich seines Jubiläums lud die DRF Luftrettung am 15. Juni zu einer Feierstunde an der Station. Steffen Lutz, Vorstand der

DRF Luftrettung, eröffnete die Veranstaltung. Anschließend würdigten mehrere Redner 20 Jahre rot-weiße Luftrettung in Greifswald, darunter

Jörg Hasselmann, 1. Stellvertreter der Landrätin des Landkreises Vorpommern-Greifswald, Dietrich Schneider, Unternehmensbereichsleiter

Sonstige Leistungserbringer der AOK

Nordost, und Prof. Dr. Michael Wendt, Direktor der

Poliklinik und Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin

der Universitätsmedizin Greifswald.

Es folgten Vorträge zu den Themen Luftrettung in

Deutschland, 20 Jahre Christoph 47 sowie Luftrettung

in der Nacht. Tags darauf kam beim Tag der

offenen Tür auch die Bevölkerung auf ihre Kosten.

Zwischen 10 und 17 Uhr konnten Besucher den

Hubschrauber besichtigen und sich die Ausstattung

der hochmodernen Maschine erklären lassen.

Außerdem waren ein Hubschrauber der Polizei, die

Feuerwehr Greifswald und verschiedene Hilfsorganisationen

vor Ort. Den jungen Gästen wurde bei Ernst Peleikis, DRF Luftrettung; Jörg Hasselmann, Landkreis Vorpommern-Greifs-

Kinder-lernen-helfen-Kursen der DRF Luftrettung wald; Steffen Lutz, Vorstand DRF Luftrettung; Volker Grundmann, Station Greifs-

gezeigt, wie sie im Notfall richtig handeln.

wald; Dietrich Schneider, AOK Nordost; Prof. Dr. Michael Wendt, Universitätsmedizin

Greifswald; Burkhard Piper, Station Greifswald (von links).

Luftrettung 3 || 2012 5

Foto: DRF Luftrettung

Foto: DRF Luftrettung


Titelthema

R

asch kommt die Frau mit ihrem Hund näher. „Ist

das eine Übung oder ernst?“ Sie deutet auf den

Rettungshubschrauber, der mitten auf dem Norderdeich

steht. Es ist ernst, sehr ernst sogar. Seit etwa

zehn Minuten behandeln Hubschraubernotarzt Dr. Michael

Mönk und Rettungsassistent Carsten Dummann

in St. Peter Ording eine Patientin, die unter massiver

Atemnot leidet. Die Leitstelle Nord hatte die Niebüller

Besatzung der DRF Luftrettung kurz zuvor alarmiert.

Oberhalb des Wohnhauses konnte Pilot Jürgen

Voiß den Hubschrauber sicher landen. Voiß bleibt bei

Christoph Europa 5, während seine medizinischen

Teamkollegen die ältere Dame versorgen und für den

Transport in die Klinik nach Husum vorbereiten, wo

Christoph Europa 5 ist am Krankenhaus Niebüll stationiert. Seine Akzeptanz in der

Bevölkerung ist hoch, denn ohne den Rettungshubschrauber wäre es um die Notfallver-

sorgung der Menschen im Norden Schleswig-Holsteins sowie auf den Inseln und Halligen

schlechter bestellt. Im Sommer benötigen immer häufiger auch Freizeitsportler und

Feriengäste die Hilfe der DRF Luftrettung. Wir haben die Crew einen Tag lang begleitet.

Fotos: Irina Wonneberg


sie kurz darauf den weiterbehandelnden Ärzten übergeben

wird. Wenige Augenblicke später ist die Besatzung

bereits auf dem Weg nach Sylt. In die Klinik in

Westerland wurde am Morgen eine Urlauberin mit

Verdacht auf Schlaganfall eingeliefert. Als die Besatzung

von Christoph Europa 5 eintrifft, hat sich der gesundheitliche

Zustand der Frau schon deutlich gebessert.

Doch die Ärzte der Nordseeklinik möchten auf

Nummer sicher gehen und sie in eine Klinik verlegen,

die auf die Behandlung von Schlaganfallpatienten spezialisiert

ist. „Wir fliegen Sie jetzt in die Uniklinik

nach Kiel, das dauert rund 35 Minuten“, erklärt Jürgen

Voiß der Frau aus Hagen. „Nach Kiel wollten wir

auch, auf die Kieler Woche, allerdings wäre ich lieber

mit meinem Mann im Wohnmobil dorthin gefahren“,

sagt die Sylt-Urlauberin während ihres Transports zum

Hubschrauberlandeplatz. Bereits eine gute halbe Stunde

später wird sie den Neurologen der Kieler Uniklinik

übergeben.

Auf dem Rückflug zur Station in Niebüll bleibt Zeit

für ein Gespräch über die bordinterne Sprechanlage.

„Der Hubschrauber ist ein wichtiges Glied in der Notfallversorgungskette

im nördlichen Schleswig-Holstein,

auf den Inseln und Halligen sowie in Süddänemark“,

erklärt Dr. Michael Mönk. Der Oberarzt der

Anästhesie, hauptberuflich an der Asklepios Klinik in

Hamburg Wandsbek tätig, fliegt seit 1995 regelmäßig

für die DRF Luftrettung. „Der Einsatz als Hubschraubernotarzt

macht hier besonderen Sinn“, fährt Dr.

Mönk fort. Im strukturschwachen und landwirtschaftlich

geprägten Norden Deutschlands komme es immer

wieder zu schweren Unfällen, allein in der Landwirtschaft.

„Ein Bauer, der von seinem Bullen auf die

Hörner genommen wurde, oder Kinder, die beim Spielen

in den Futtersilo gefallen sind – haben wir alles

schon erlebt. Bei Unfällen mit schweren Landmaschinen

kommt es immer zu Polytraumata oder zu Amputationsverletzungen.

Wenn mit dem Hubschrauber

schnelle Hilfe eintrifft, sind die Menschen schlichtweg

dankbar. Und wir auch, weil wir sehen und spüren,

dass wir wirklich gebraucht werden“, so Mönk.

Mehr Einsätze in den Sommermonaten

Auf den Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm, Helgoland

und denen im dänischen Wattenmeer sind es häufig

auch Urlauber, die nach Unfällen oder plötzlichen

schweren Erkrankungen eine schnelle notärztliche

Versorgung benötigen. „Reiter, Surfer, Golfer, Kiter

– gerade in der Ferienzeit werden wir regelmäßig zu

Unfällen alarmiert“, bestätigt Rettungsassistent

Carsten Dummann. Auch für die Menschen auf den

Halligen bietet Christoph Europa 5 oft die schnellste

notärztliche Versorgungsmöglichkeit.

Das ist sicher einer der Gründe, warum der Hubschrauber

der DRF Luftrettung in der Bevölkerung eine

so hohe Akzeptanz hat und die Spendenbereitschaft

sehr hoch ist, wie folgendes Beispiel zeigt: Ute Decker

besitzt ein kleines Hotel auf Amrum. Bücher, die ihre

Gäste vergessen haben, verkauft sie vor dem Haus, den

Ohne Alternative:

Für die

Menschen auf

den Halligen

kommt die

schnellste

notärztliche

Versorgung aus

der Luft.

Die Piloten

von Christoph

Europa 5 kennen

die Küste Schleswig-Holsteins

und Süddänemarks

wie ihre

Westentasche.

Erlös spendet sie seit Jahren auch den Stationen der

DRF Luftrettung in Rendsburg und Niebüll. Rund

20.000 Euro sind auf diese Weise für Christoph 42 und

Christoph Europa 5 bereits zusammengekommen.

Zurück auf Station ist ausreichend Zeit, um die Einsatzbereitschaft

wieder herzustellen. Sprich: Der Hubschrauber

muss aufgetankt werden, verbrauchte Medikamente

und Materialien müssen ersetzt werden.

Während der Pilot Uhrzeiten wie Startzeitpunkt, An-

Luftrettung 3 || 2012 7


8

Titelthema

Die Besatzung

des Niebüller

Hubschraubers

wurde nach Sylt

alarmiert. Bei einer

Patientin der

Nordseeklinik besteht

der Verdacht

auf einen

Schlaganfall.

Die Frau soll zu

weiteren Untersuchungen

in die

Uniklinik nach

Kiel gebracht

werden.

Vom Dach der

Kieler Klinik

sind es nur

noch wenige

Meter bis in die

Schlaganfallstation.

Rund 30 Minuten

nach dem

Start wird die

Patientin den

weiterbehandelnden

Ärzten

übergeben.

kunft am Einsatzort, Abflug vom Einsatzort, Ankunft

an der Zielklinik etc. in eine flugbetriebliche Datenbank

einpflegt, beschäftigt sich Notarzt Mönk mit der

medizinischen Datenbank Medat. „Kürzlich wurde

eine neue Version aufgespielt und jetzt ist irgendwie

alles anders“, müht er sich durch die Eingabemaske.

Die Datensätze, die in Medat eingegeben werden, dienen

der medizinischen Qualitätssicherung. Sie können

nach verschiedenen Kriterien aufgeschlüsselt und

analysiert werden. „So erhalten wir einen Überblick

über durchschnittliche Anflugkilometer zum Einsatzort

oder die Altersstruktur der Patienten. Darüber hinaus

können wir ersehen, bei welchen Diagnosen wir

welche Behandlung durchgeführt haben. Medat ermöglicht

uns auch, die Versorgungssituation der Patienten

in bestimmten Regionen auszuwerten und Optimierungspotenziale

herauszuarbeiten“, erklärt Rettungsassistent

Dummann den Nutzen der medizinischen

Datenbank.

Während er sich einen Überblick verschafft, welche

Vorbereitungen noch für eine anstehende Weiterbildung

getroffen werden müssen, geht bereits die nächste

Alarmierung ein. „Mann mit starken Brustschmerzen

… wo ist das? Wir sind schon unterwegs“, sagt

Voiß, der den Alarm der Leitstelle Nord entgegengenommen

hat. Keine zwei Minuten später ist die Besatzung

in der Luft und auf dem Weg nach Wees, einer

kleinen Gemeinde zwischen Glücksburg und

Flensburg. Dem Patienten geht es schlecht. Notarzt

Mönk verabreicht ihm Morphin, doch die Schmerzen

bleiben. Das EKG lässt einen Hinterwandinfarkt vermuten.

Von den Angehörigen erfahren Mönk und

Dummann, dass der Mann 125 kg wiegt und bereits

zwei Stents* hat. „Wir müssen ihn schnellstmöglich

in eine Spezialklinik bringen“, ist sich das medizinische

Team einig. Der Flug dauert nur wenige Minuten.

Nach der Landung auf dem Dach des Diako Flensburg

bedankt sich der Patient bei der Crew. „Ihr wart

schnell und ruhig, danke.“

Auf dem Rückflug zur Station scheint es, als sei der

Mann noch an Bord, jedenfalls ist er in den Köpfen

der Crew sehr präsent. „Mit 42 Jahren schon so schwer

krank, das ist schlimm …“, sagt Dummann nachdenklich.

Rauchen und Übergewicht sei eine so ungesunde

Kombination, aber die Menschen würden es erst glau-

*Stent = Implantat, das in Gefäße eingebracht wird,

um sie offen zu halten.


en, wenn sie in gesundheitliche Schieflage geraten

sind. „Wir können beim nächsten Mal, wenn wir wieder

im Diako sind, fragen, wie es ihm geht“, schlägt

Notarzt Mönk vor.

Christoph Europa 5 ist keine fünf Flugminuten mehr

von seiner Heimatstation entfernt, da wird die Besatzung

noch in der Luft zu einem Einsatz nach Dänemark

alarmiert. „Wir werden grenzüberschreitend angefordert.

Innerhalb Deutschlands alarmiert uns die

Leitstelle Nord und für Einsätze nach Dänemark die

Leitstelle Odense über die Leitstelle Nord“, erklärt

Voiß und nimmt Kurs auf Ost. Auf der Insel Ærø besteht

bei einer 40 Jahre alten Dänin der Verdacht auf

eine Hirnblutung, sie muss schnellstmöglich in die

Uniklinik nach Odense transportiert werden. Notarzt

Mönk wirkt nervös, er schaut auf die Uhr. „Das kann

jetzt etwas dauern, bis wir da sind, Niebüll – Ærøskøbing,

das sind ca. 100 km“, merkt Voiß aus dem Cockpit

an. „Kann sein, dass wir intubieren müssen“, bereitet

Notarzt Mönk den Rettungsassistenten auf eine

mögliche künstliche Beatmung vor.

Deutsch-dänische Kooperation

Voiß gibt mit 240 km/h Vollgas, keine halbe Stunde

später sind die Luftretter vor Ort. Die Patientin ist stabil,

daher ist es nicht notwendig, sie künstlich zu beatmen.

Die Übergabe mit den dänischen Kollegen

funktioniert reibungslos und wenig später ist Christoph

Europa 5 mit der Patientin an Bord auf dem Luftweg

nach Odense, wo sie kurz darauf den Klinikärzten

übergeben wird. „Da einige unserer Hubschraubernotärzte

in Dänemark arbeiten und die Rettungsassistenten

regelmäßig ihre Dänischkenntnisse auffrischen,

ist die Verständigung in aller Regel unproblematisch.

Nicht zuletzt sprechen bzw. verstehen viele

Dänen sehr gut Deutsch“, berichtet Dummann auf dem

Rückweg zur Station.

Auch wenn der Magen noch so knurrt – die Pflicht

geht vor. Zuerst wird vollgetankt, Medikamente aufgefüllt

und die Datenbanken gefüttert. Nach dem anschließenden

späten Mittagessen schauen die bodengebundenen

Kollegen der benachbarten Rettungswache

auf einen „Schnack“ vorbei. Der gegenseitige Austausch

ist wichtig, da man häufig gemeinsam zu

Einsätzen gerufen wird. Doch nach wenige Sätzen

schrillt das Alarmtelefon erneut. „Helgoland? Wir sind

schon unterwegs …“

IRINA WONNEBERg

Notfallkonzept Hindenburgdamm

Ein letzter Blick

in den dänischen

Rettungswagen:

Hubschraubernotarzt

und Rettungsassistent

wünschen dem

Patienten

gute Besserung.

Sylt ist entweder per Flugzeug, mit der Fähre oder per Autozug über

den 11 km langen Hindenburgdamm erreichbar, der die nordfriesische

Insel Sylt mit dem Festland von Schleswig-Holstein verbindet. Da es in

der Vergangenheit bei Sturm schon zu teilweise schweren Unfällen auf

dem Damm gekommen ist, hat der Landkreis Nordfriesland für das

schwer zugängliche gebiet ein Rettungskonzept ausgearbeitet, das

erstmals im Dezember 2011 vorgestellt wurde. Darin ist unter anderem

geregelt, wann und in welcher Reihenfolge die Rettungsmittel

von Feuerwehr und Rettungsdienst anfahren, ob von

Sylt oder vom Festland her, wer welche taktischen Aufgaben

wahrnimmt und auf welchem Weg weitere Einsatzkräfte Kampen

zugeführt werden. Für die Versorgung von Schwerver- Wenningstedt

letzten ist auch der Niebüller Hubschrauber der DRF WESTERLAND

Luftrettung in das Konzept eingebunden, da er auf

Tinnum

schnellem und direkten Weg ein medizinisches Rettungsteam

vor Ort bringen kann. Für das erste Halbjahr

2013 ist eine große Rettungsdienst- und Katastrophen- Rantum

schutzübung geplant, an der sämtliche in das Konzept

SYLT

eingebundenen Hilfsorganisationen teilnehmen. Es soll

die größte gemeinsame Übung werden, die je in Nord-

Hörnum

friesland stattgefunden hat.

Luftrettung 3 || 2012 9

Mövenberg

Braderup

List

Nösse

Foto: Kaarsten - fotolia.com


10

Spender im Porträt

Ende und Anfang

Geldspenden zu persönlichen Festtagen … in Verbindung

mit Schicksalsschlägen Dankbarkeit zeigen ... es gibt viele

Gründe und Gelegenheiten, Gutes zu tun. So handelte auch

Hans Carstensen aus Bordelum. Er spendete der DRF Luftrettung

rund 1.000 Euro. Das Geld war im Rahmen der Trauerfeier für

seine Frau zusammengekommen.

H

ans und Hanna Carstensen mussten nicht lange

überlegen. 1968 haben sich die beiden bei einer

Geburtstagsfeier kennengelernt, 1969 wurde geheiratet.

Noch im selben Jahr kam die erste Tochter

zur Welt, drei weitere sollten folgen. Über 42 Jahre leben

sie gemeinsam, sie kümmert sich um die Kinder

und den Haushalt, er arbeitet in der Landtechnik und

hält der Freiwilligen Feuerwehr 50 Jahre und länger

die Treue. Als Hans Carstensen ins Rentenalter eintritt

und die Töchter auf eigenen Beinen stehen, hat

das Ehepaar Zeit, die Welt zu erkunden. Eine Reise

führt die beiden nach Rotenburg an der Wümme, rund

250 km vom Heimatort Bordelum in Schleswig-Holstein

entfernt. Auf einem Stadtrundgang stürzt Hanna

Carstensen und bricht sich den Schenkelhals. Sie

wird in einer Klinik operiert, doch sehnt sie sich nach

der Operation nach ihrer Heimat. „Es ging ihr nicht

gut, daher haben wir sie in die Klinik nach Husum

verlegen lassen“, erinnert sich Hans Carstensen. Doch

seine Frau, die seit 36 Jahren an Diabetes litt, erholt

sich nicht mehr. Am 7. Februar 2012 stirbt sie mit erst

62 Jahren. „Es ist unser Schicksalsdatum. An einem

7. Februar haben wir uns kennengelernt und an einem

7. Februar haben wir auch geheiratet ...“, erzählt der

Witwer unter Tränen. Der Verlust seiner Frau wiegt

noch sehr schwer.

Foto: Stephanie Redwanz

Vielleicht gerade weil ihr Tod so sinnlos schien, wollte

er aus seinem Schmerz heraus Gutes tun. So bat Hans

Carstensen die Trauergäste, statt Blumen und Kränze

um Geld, das er der DRF Luftrettung in Niebüll spendete.

„Der Hubschrauber ist für uns im dünn besiedelten

Schleswig-Holstein so wichtig, gerade weil die

Wege in geeignete Kliniken oft weit sind“, sagt der

67-Jährige. Schließlich hatte er bei der sechs Jahre alten

Enkeltochter Ose schon erfahren, wie schnell ihr

durch Christoph Europa 5 geholfen werden konnte.

„Vergangenes Jahr ist sie in Bargum plötzlich umgekippt

und war bewusstlos. Meine Tochter hat sofort die

112 alarmiert und nur wenige Minuten später traf mit

dem Niebüller Rettungshubschrauber Hilfe ein“, berichtet

Carstensen. Ende März besuchte er gemeinsam

mit seiner Familie die Niebüller Station der DRF Luftrettung.

Dabei übergab er Stationsleiter Jürgen Voiß

eine Spende über 985 Euro – so viel war anlässlich der

Beerdigung seiner Frau zusammengekommen.

Formfehler vermeiden: Woran Sie beim

Erstellen Ihres Testaments achten

sollten, erfahren Sie im Internet:

www.drf-luftrettung.de/servicetipp-

testament.html


Die sogenannten Kranzspenden sind eine Art Schnittstelle

zwischen Leben und Tod“, erklärt Carmen

Brenninger, Leiterin der Stabsstelle Marketing. Sie

öffnen die Tür zum Erbschafts-Fundraising – ein Terrain,

auf das sich die DRF Luftrettung vor einigen

Jahren vorsichtig begeben hat. „In erster Linie wollen

wir Menschen darüber informieren, dass Testamentsspenden

zugunsten gemeinnütziger Organisationen

wie der DRF Luftrettung möglich sind“, so

Brenninger. Oft erfahre die DRF Luftrettung erst

nach dem Tod eines Erblassers, dass sie bedacht wurde.

„Da uns inzwischen immer mehr Menschen mitteilen,

dass sie uns etwas vererben möchten, gehen

wir das Thema seit einiger Zeit direkt an“, so die

Marketingleiterin. Wer möchte, dass sein letzter Wille

auch beim Empfänger ankommt, muss zu Lebzeiten

einiges regeln, organisieren und beachten (mehr

dazu im Internet, siehe Hinweis auf Seite 10). Stirbt

ein Mensch, bevor er ein Testament oder einen Erbvertrag

aufgesetzt hat, tritt die gesetzliche Erbfolge

ein. Das bedeutet, dass der Nachlass an den Staat

fällt, sofern es keine Erben gibt.

Steuern sparen durch Zustiftung

Die DRF Luftrettung bietet auch die Möglichkeit von

Zustiftungen über die DRF Stiftung Luftrettung.

„Wenn ein Erbe in die DRF Stiftung Luftrettung fließt,

besteht die Gewissheit, dass es dauerhaft erhalten

bleibt, der Luftrettung dient und Leben rettet“, nennt

Brenninger Vorteile einer Zustiftung. Wer die Zustiftung

zu Lebzeiten einrichtet, kann sich dadurch Steuervorteile

sichern, und zwar bis zu 20 Prozent der Gesamteinkünfte

pro Jahr, die in der Steuererklärung als

Sonderausgaben geltend gemacht werden können. Näheres

klärt ein Gespräch mit dem Steuerberater. Brenninger:

„Welche Form die Menschen auch wählen und

in welcher Höhe sich die Zuwendungen auch bewegen

– wir sind jedem dankbar, der uns unterstützt.“

So auch Hans Carstensen aus Bordelum, der in seiner

Trauer bei Freunden und bei den Familien seiner Töchter

Rückhalt findet. Ausflüge und Reisen unternimmt

er nach wie vor, indem er mit seinem Motorrad durch

Nordfriesland tourt oder einen Kurztrip auf die Inseln

plant: „Am Wochenende fahren wir alle gemeinsam

nach Helgoland, da waren wir noch nie, obwohl es sozusagen

bei uns vor der Haustür liegt.“ Es gibt eben

immer Neues zu entdecken, ein Leben lang.

IRIna WonnEbERg

Foto: Stephanie Redwanz Foto: DRF Luftrettung

In begleitung zwei seiner Töchter, Schwiegersöhne und Enkelin ose besuchte

Hans Carstensen (2.v.r.) die niebüller Station der DRF Luftrettung. Dort überreichte

er Stationsleiter Jürgen Voiß (1.v.r.) den Spendenscheck.

Von links: Carstensens Töchter bianca, Tanja mit Jens, Christian mit gunda sowie

Linda. auf dem Motorrad: opa Carstensen mit seinen Enkeltöchtern Lina (vorne) und

ose (Rücksitzbank). Das Mädchen im blauen Fleece ist Sina, eine Freundin von ose.

Luftrettung 3 || 2012 11


12

Gesund leben

K

leine Kinder sind neugierig, sonst wären sie keine

kleinen Kinder. Wenn sie auf heiße Herdplatten

fassen, können sie sich verbrennen. Lebensgefahr

jedoch droht, wenn sie mit Stricknadeln oder Ähnlichem

in der Steckdose herumstochern. Haushaltsstrom

mit einer Spannung von 230 V und einer Stärke

von 50 mA kann lebensgefährliche Folgen für den

menschlichen Organismus haben. Fließt er durch das

Herz, wird das Reizleitungssystem des Organs gestört.

„Der Rhythmus des Herzens und die Erregung der einzelnen

Herzmuskelzellen entstehen durch elektrische

Impulse. Ein Stromschlag kann dieses sensible System

so weit beeinträchtigen, dass es zu Herzrhythmusstörungen

kommt. Schlimmstenfalls münden sie in

Kammerflimmern“, erklärt Dr. Gregor Lichy, leitender

Notarzt der Stuttgarter Station der DRF Luftrettung.

Dann schlägt das Herz so unkoordiniert und

schnell, dass es kein Blut mehr in den Kreislauf pumpen

kann. Die Folge ist ein Herz-Kreislauf-Stillstand.

Außerdem kann es zu Muskelverkrampfungen kom-

Mehr als

heiße Luft

Elektrizität gilt als Schlüssel zum

technischen Zeitalter. Heute gehört sie

zu unserem Leben wie Wasser und

Wärme. Doch der Umgang mit Strom

birgt auch Gefahren. Wir informieren,

wie Sie Elektrounfälle im Haushalt

vermeiden können.

men, wenn zu viel Strom durch den Körper fließt. Daher

können sich Betroffene häufig nicht eigenständig

von der Stromquelle lösen. Wer bei einem Stromunfall

zu Hilfe eilen möchte, sollte zunächst an den Eigenschutz

denken. „Bevor sich Ersthelfer um den Verletzten

kümmern, sollten sie den Stecker ziehen oder

die Sicherung herausdrehen, damit sie nicht dasselbe

Schicksal ereilt“, warnt Dr. Lichy. Sobald das Stromnetz

unterbrochen ist, muss ein Notruf abgesetzt werden.

Auch wenn äußerlich keine Verletzungen sichtbar

sind, kann es sein, dass der Strom im Körper Schaden

angerichtet hat. „Herzrhythmusstörungen können

bis zu 24 Stunden nach dem Ereignis auftreten. Daher

ist es wichtig, dass ein Elektrokardiogramm (EKG)

durchgeführt wird“, betont der erfahrene Notarzt. In

jedem Fall sollten Ersthelfer bis zum Eintreffen der

Foto: DenisNata - fotolia.com


Sie wollten schon immer wissen, warum es weltweit

so viele unterschiedliche Netzsteckertypen gibt?

Dann lesen Sie nach unter www.drf-luftrettung.de/

servicetipp-stecker.html

ce, GS, VDe: Was diese Siegel bedeuten, darüber

informieren wir im internet: www.drf-luftrettung.de/

servicetipp-siegel.html

Rettungskräfte Erste Hilfe leisten. Ist der Verletzte ansprechbar,

kann der Kreislauf durch ein Hochlagern

der Beine stabilisiert werden. Zudem ist es hilfreich,

Verbrennungen an den Ein- und Austrittsstellen des

Stroms zu kühlen. Die Wunden dürfen jedoch nicht

länger als zehn Minuten mit handwarmem Wasser gekühlt

werden, damit die Körpertemperatur nicht absinkt.

Danach die Verbrennungen mit sterilen Tüchern

bedecken. Wenn der Betroffene bewusstlos ist, aber

atmet, muss er in die stabile Seitenlage gebracht werden.

Danach regelmäßig Atmung und Puls kontrollieren.

Tödliche Stromunfälle im Haushalt sind selten.

„Wenn man bedenkt, wie allgegenwärtig Elektrizität

in unserem Leben ist, passiert wenig. In ganz Deutschland

gibt es jährlich nur 80 bis 100 Todesfälle, die

durch Stromeinwirkung verursacht sind“, weiß der

Notarzt der DRF Luftrettung.

Stromschlag-Risiko senken

Wer ein paar Regeln beachtet, kann das Risiko eines

Stromschlags gering halten. Bei elektrischen Geräten

ist die regelmäßige Wartung durch einen Fachmann

sehr wichtig. Eine große Gefahrenquelle sind Kabel,

deren Isolierung schadhaft ist. Besonders gefährlich

ist Elektrizität in Verbindung mit

Achtung, Hochspannung!

Überlandleitungen oder das Stromnetz der eisenbahn

stehen unter einer hochspannung von über 1.000 V:

Die hohe Voltzahl ist für den Menschen extrem gefährlich.

immer wieder bringen sich Personen in lebensgefahr,

indem sie beispielsweise auf Strommasten

oder abgestellte Waggons klettern und so den Oberleitungen

gefährlich nahe kommen. Wird der abstand zu

gering, kann die Spannung von der leitung auf den

menschlichen Körper überschlagen, es bildet sich ein

sogenannter Störlichtbogen. rettungskräfte können

betroffenen erst helfen, wenn das Stromnetz unter-

Wasser. Damit ein ins Wasser gefallener Föhn für Badende

keine tödlichen Folgen mehr hat, sind seit 1984

Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD) in Badezimmern

vorgeschrieben. Der FI-Schutzschalter registriert

kleinste Abweichungen und schaltet den Strom im

Notfall in Bruchteilen von Sekunden ab. Seit 2009

sind diese Schutzeinrichtungen im gesamten Haushalt

obligatorisch. Allerdings besteht seitens der Vermieter

keine Pflicht zur Nachrüstung.

Über die nachträgliche Installation einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung,

beispielsweise im Kinderzimmer,

sollten Eltern dennoch nachdenken. Grundsätzlich

ist elektrisches Spielzeug mit 230 V im Kinderzimmer

fehl am Platz. Besser eignen sich batteriebetriebene

Spielsachen, bei denen die Spannung auf

maximal 24 V reduziert ist. Zudem sollten Elektroartikel

mit GS-, CE- oder VDE-Siegel gekennzeichnet

sein. Sie geben Auskunft über die geprüfte Sicherheit

elektrischer Geräte.

Achten Sie außerdem auf geeigneten Steckdosenschutz.

Gerade Kleinkinder erforschen alles, was sich

auf Augenhöhe befindet – auch Steckdosen. Daher

gibt es spezielle Schutzsteckdosen, die ein Fachmann

installiert. Sie verschließen sich automatisch, sobald

der Stecker gezogen wird. Julia albrecht

ist Spannung

auf der leitung?

Das lämpchen

am Phasenprüfer

verrät es.

Vor der arbeit

an elektrischen

Geräten gilt

grundsätzlich:

Sicherung raus!

brochen ist. in jedem Fall sollten laienhelfer die rettung speziell ausgebildeten

einsatzkräften überlassen, um sich nicht auch in lebensgefahr zu

bringen.

„Folgen von hochspannungsunfällen sind schwere Verbrennungen. Dazu

kommen häufig Verletzungen wie Knochenbrüche und innere Verletzungen,

wenn betroffene aus mehreren Metern höhe auf den boden stürzen,“ erklärt

Dr. lichy. auch in der Natur tauchen Spannungen im Kilovolt-bereich

auf, z.b. bei Gewittern. Wegen ihrer kurzen einwirkdauer können Menschen

blitzschläge überleben, häufig jedoch mit schweren Verletzungen. Wie Sie

sich vor den Gefahren eines Gewitters schützen, erfahren Sie online unter

www.drf-luftrettung.de/servicetipp-gewitter.html.

Luftrettung 3 || 2012 13

Foto: D. Ott - fotolia.com


Foto: DRF Luftrettung

14

Hannover

Dortmund

Bremen

Göttingen

Mannheim

Karlsruhe

Rheinmünster

Berlin

Rendsburg

Freiburg

Villingen-Schwenningen

Leonberg

Stuttgart

Friedrichshafen

Niebüll

Halle

In Falkensee (Landkreis Havelland)

brach der Kranausleger eines Lkw

und stürzte gegen ein eingerüstetes

Haus. Dabei wurde ein Dachdecker

eingeklemmt, der auf dem Gerüst

stand. Die Leitstelle Potsdam alarmierte

zunächst bodengebundene Einsatzkräfte

zum Unfallort. Schnell war

jedoch klar, dass der 45 Jahre alte

Mann nach seiner Befreiung dringend

in eine Spezialklinik transportiert

werden musste. Dazu wurde die Besatzung

des Berliner Hubschraubers

Greifswald

Magdeburg

Berlin

Bad Saarow

Nordhausen

Zwickau

Bad Berka

Suhl Weiden

München

Nürnberg

Regensburg

Dresden

Berlin: Ein Dachdecker wurde eingeklemmt und erlitt ein Polytrauma.

Mit Christoph Berlin gelangte er in eine Spezialklinik.

Lokal-

Nachrichten

der DRF Luftrettung nachalarmiert.

Außerdem kamen der Höhenrettungsdienst

und Spezialeinsatzkräfte der

Berliner Feuerwehr mit einem

30-Tonnen-Kran zu Hilfe. Während

seiner Rettung wurde der Patient bereits

medizinisch versorgt. Nachdem

der Dachdecker von dem schweren

Gerüst befreit worden war, wurde er

jedoch reanimationspflichtig. Denn

sein Blutdruck war so stark abgesackt,

dass er einen Herz-Kreislauf-

Stillstand erlitten hatte. Auf dieses sogenannte

Bergungstrauma waren

Hubschraubernotarzt und Rettungsas-

Foto: DRF Luftrettung

sistentin vorbereitet. Sie wendeten

eine Herzdruckmassage an und konnten

ihn erfolgreich wiederbeleben.

Anschließend wurde der Verletzte an

Bord des Hubschraubers in das Unfallkrankenhaus

Berlin transportiert.

Bremen

In Brake machte ein Arbeiter schmerzhafte

Bekanntschaft mit einem Stahlträger:

Bei Ladearbeiten im Hafen löste

sich das schwere Bauteil und verletzte

den 45 Jahre alten Mann. Er er-

Bremen: Im Hafen von Brake zog sich ein Arbeiter eine schwere Handverletzung

zu. Christoph Weser transportierte ihn in das BG Unfallkrankenhaus.


litt schwere Quetschungen an einer

Hand. Um sie zu erhalten, war eine

zeitnahe chirurgische Versorgung dringend

erforderlich. Daher alarmierte die

Leitstelle Wesermarsch den Bremer

Hubschrauber der DRF Luftrettung.

Bei Ankunft der Besatzung hatten bodengebundene

Rettungskräfte den Verletzten

bereits verbunden. Der Hubschraubernotarzt

verabreichte ihm ein

Schmerzmittel, dann wurde er an Bord

von Christoph Weser verbracht. Nur

eine Stunde nach seinem Unfall konnte

der Patient den Spezialisten für Handchirurgie

des BG Unfallkrankenhauses

in Hamburg übergeben werden.

Dresden

Kürzlich ist ein 78-jähriger Tourist

auf einer Stadtrundfahrt durch Dresden

zusammengebrochen. Sofort

setzten seine Mitreisenden einen Notruf

ab. Die Leitstelle alarmierte umgehend

die Besatzung von Christoph

38, die nur sieben Minuten später vor

der Semperoper landete. Kaum eingetroffen,

eilte die medizinische Crew

zu dem Patienten, der vermutlich einen

Herzinfarkt erlitten hatte. Nachdem

sein Kreislauf stabilisiert worden

war, wurde er unter Begleitung des

Hubschraubernotarztes mit einem

Rettungswagen in das nahe gelegene

Herzzentrum transportiert.

Fresach

Dresden: Die Besatzung von Christoph 38 war zu einem Notfall in die

Innenstadt alarmiert worden.

Die Motorradtour eines 31 Jahre alten

Mannes endete tragisch: Der Motorradfahrer

überholte eine Kolonne von

Fahrzeugen. Dabei wurde er von einem

Autofahrer übersehen, der ebenfalls

zum Überholen ausscherte. Der

31-Jährige stürzte und rutschte in die

Leitplanke. Dabei zog er sich schwere

Verletzungen am Bein zu. Die Rettungsleitstelle

Kärnten alarmierte den

Fresacher Notarzthubschrauber der

ARA Flugrettung, der den Unfallort als

erstes Rettungsmittel erreichte. Der

Pilot landete die rot-weiße BK 117 auf

Foto: Archivbild DRF Luftrettung

der von der Polizei gesperrten B88 im

Bereich Bad Kleinkirchheim (Bezirk

Spittal an der Drau). Hubschraubernotärztin,

Rettungssanitäter und Flugretter

eilten zu dem Verletzten und versorgten

ihn. Um das Bein zu erhalten,

musste der Patient dringend in eine

Spezialklinik transportiert werden. Daher

wurde er an Bord des RK-1 in das

Klinikum Klagenfurt am Wörthersee

geflogen.

Friedrichshafen

Die Radtour eines 61-jährigen Mannes

nahm ein unerwartetes Ende. Der

Radfahrer war mit zwei Freunden unterwegs

von Roggenbeuren (Bodenseekreis)

nach Konstanz, als ihm

schwindelig wurde. Er konnte noch

bremsen, bevor er einen Krampfanfall

erlitt und ohnmächtig vom Rad

stürzte. Daraufhin setzten seine

Freunde sofort einen Notruf ab und

der Einsatzdisponent der Leitstelle

Bodensee forderte den Hubschrauber

Fresach: Der Pilot der ARA Flugrettung landete den Notarzthubschrauber

auf der B88. Dort hatte sich ein schwerer Verkehrsunfall ereignet.

Luftrettung 3 || 2012 15

Foto: Ingo Wandler


Foto: Achivbild DRF Luftrettung

16

der DRF Luftrettung aus Friedrichshafen

an. In unmittelbarer Nähe zum

Unfallort konnte der Pilot die rot-weiße

EC 135 absetzen. Als Hubschraubernotärztin

und Rettungsassistent den

Patienten erreichten, hatte dieser bereits

das Bewusstsein wieder erlangt.

Die medizinische Besatzung stabilisierte

den Kreislauf des Patienten und

führte unter anderem ein EKG zur

Überwachung der Herzaktivität durch.

Dann wurde der 61-Jährige an Bord

von Christoph 45 in das Klinikum

Konstanz transportiert.

Göttingen

Die Göttinger Station der DRF Luftrettung

leistete kürzlich ihren 40.000.

Einsatz seit ihrer Gründung 1980. Die

Leitstelle Eichsfeld forderte die Besatzung

zu einem Notfall nach Bischhagen

(Thüringen) an: Ein 79 Jahre alter

Mann war mit seiner Hand in eine

Kreissäge geraten, dabei wurden drei

Finger schwer verletzt. Nur wenige Mi-

nuten nach der Alarmierung erreichte

Christoph 44 den Unfallort als erstes

Rettungsmittel. Notarzt und Rettungsassistent

versorgten den Patienten, indem

sie seinen Kreislauf stabilisierten

und unter anderem die Wunden an der

Hand mit sterilem Verbandsmaterial

abdeckten. Anschließend wurde der

59-Jährige schnellstmöglich in eine

Klinik mit angeschlossener Handchirurgie

transportiert.

Greifswald

Göttingen: An Bord von Christoph 44 wurde ein 79-Jähriger mit

schwerer Handverletzung in eine Spezialklinik transportiert.

Wie schnell aus Vergnügen bitterer

Ernst werden kann, erlebte kürzlich

ein 22 Jahre alter Mann. Er fuhr mit

seinem Jetski über den Kummerower

See (Landkreis Mecklenburgische

Seenplatte). Neben ihm war ein

Freund mit seinem Motorboot, als das

Boot plötzlich von einer Welle erfasst

und gegen den Jetski geworfen wurde.

Sein Fahrer zog sich dabei eine offene

Becken- und eine Unterschenkelfraktur

zu. Die Leitstelle Neubrandenburg

Foto: Archivbild DRF Luftrettung

alarmierte zunächst bodengebundene

Rettungskräfte zu dem See. Doch der

Patient benötigte aufgrund seiner

Verletzungen einen besonders schonenden

Transport. Daher wurde die

Besatzung des Greifswalder Hubschraubers

der DRF Luftrettung alarmiert.

Kaum hatte der Pilot die rotweiße

Maschine am Ufer gelandet,

eilten Notarzt und Rettungsassistentin

den Einsatzkräften vor Ort zu Hilfe.

Da offene Knochenbrüche meist mit

starken Schmerzen einhergehen, verabreichte

der Hubschraubernotarzt

Schmerzmittel. Nachdem der Kreislauf

des Verletzten stabil war, wurde

er an Bord von Christoph 47 in die

Universitätsmedizin Greifswald transportiert.

Leonberg

Auf einem Bauernhof im Landkreis

Heilbronn kam es vor Kurzem zu

einem dramatischen Schicksalsschlag:

Ein 65-jähriger Bauer wurde auf sei-

Leonberg: Die Luftretter versorgten gemeinsam mit bodengebundenen

Einsatzkräften einen Landwirt, der lebensgefährlich verletzt worden war.

Foto: DRF Luftrettung


nem Hof vom eigenen Traktor überrollt

und lebensgefährlich verletzt. Als

die Ehefrau ihren Mann so schwer

verletzt vorfand, setzte sie sofort einen

Notruf ab. Daraufhin alarmierte der

Disponent in der Leitstelle den Leonberger

Hubschrauber der DRF Luftrettung.

Nur wenige Minuten später traf

die Besatzung am Unfallort ein und

übernahm gemeinsam mit dem bodengebundenen

Rettungsdienst die Versorgung

des Mannes. Nachdem die

medizinische Besatzung ihn für den

Flug stabilisiert und in Narkose gelegt

hatte, wurde er schnellstmöglich in

eine Ludwigsburger Klinik transportiert.

Mannheim

Ein US-Amerikaner war bei einem

Auslandseinsatz in Afghanistan bei einer

Gasexplosion lebensgefährlich verletzt

worden. Rund 45 Prozent seiner

Haut wurden verbrannt, sodass er nach

der Erstversorgung in Kandahar in das

Militärkrankenhaus nach Landstuhl

transportiert werden musste. Aufgrund

der Schwere der Verletzungen entschieden

die dortigen Ärzte, den Patienten in

das Verbrennungszentrum nach Ludwigshafen

zu verlegen. Hierzu forderte

die Leitstelle Darmstadt den Mannheimer

Hubschrauber der DRF Luftrettung

an. Hubschraubernotarzt und Rettungsassistent

überwachten während des

Transports die Vitalfunktionen des

Mannes, der künstlich beatmet wurde.

Nach 16 Minuten Flugzeit übergaben

sie den 41-jährigen Patienten den Spezialisten

in Ludwigshafen.

Niebüll

Niebüll: Der Pilot konnte Christoph Europa 5 auf der Bundesstraße

unweit des Unfallorts landen.

Auf der Bundesstraße bei Stadum

überholte kürzlich ein Sportwagenfahrer

eine Fahrzeugkolonne. Ein weiterer

Pkw-Lenker scherte aus der Kolonne

aus und übersah das Fahrzeug, das ihn

gerade überholen wollte. Beide Pkw

kollidierten, ein Auto wurde in den

Straßengraben geschleudert, während

Foto: DRF Luftrettung

das andere in einen Bus prallte. Es

überschlug sich und kam neben der

Fahrbahn zum Stehen. Umgehend alarmierte

die Leitstelle Nord die Niebüller

Besatzung der DRF Luftrettung

zum Unfallort. „Insgesamt vier Personen

erlitten Verletzungen, unser Notarzt

übernahm sofort die Einsatzkoordination“,

berichtet der Pilot. Die medizinische

Hubschrauberbesatzung

versorgte die Verletzten Hand in Hand

mit den bodengebundenen Rettungskräften.

Dann wurden die Patienten

bodengebunden in nahe gelegene Kliniken

transportiert.

Nordhausen

Das diesjährige Autotreffen „German

Race Wars“ auf dem Flugplatz Eisenach-Kindel

(Landkreis Gotha) wurde

von einem Unfall überschattet. Ein

Pick-up-Fahrer verlor beim Wenden

die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der

Wagen kippte um, elf Personen, die

auf der Ladefläche gesessen hatten,

Nordhausen: Die Hubschrauberbesatzungen aus Nordhausen, Suhl und

Bad Berka versorgten mehrere Schwerverletzte nach einem Unfall.

Luftrettung 3 || 2012 17

Foto: DRF Luftrettung


Foto: Patrick Seeger

18

wurden zum Teil schwer verletzt, vier

davon lebensbedrohlich. Zur Versorgung

der vielen Verletzten forderte die

Leitstelle Wartburgkreis zahlreiche

Rettungskräfte an, unter anderem die

Hubschrauber der DRF Luftrettung

aus Nordhausen, Suhl und Bad Berka.

Die Besatzung des Nordhäuser Hubschraubers

kümmerte sich um einen

21 Jahre alten Mann, der ein Polytrauma

erlitten hatte. Hubschraubernotärztin

und Rettungsassistentin übernahmen

den Patienten von den Rettungskräften

vor Ort und stabilisierten ihn

für den Transport. Innerhalb weniger

Flugminuten wurde er in das Helios-

Klinikum nach Erfurt geflogen. Die

Besatzung des Suhler Hubschraubers

transportierte eine 20 Jahre alte Patientin

mit einem Polytrauma in das

SRH Zentralklinikum Suhl, ein

25-Jähriger mit Kieferfraktur und

schweren Gesichtsverletzungen wurde

mit Christoph Thüringen in das Universitätsklinikum

Jena geflogen. Weitere

Verletzte gelangten mit Rettungswagen

in umliegende Kliniken.

Nürnberg

Nürnberg: Ein 17-Jähriger, der beim Klettern abgestürzt war,

wurde mit der Rettungswinde aus unwegsamem Gelände gerettet.

Wer hoch steigt, kann tief fallen:

Vor Kurzem ist am Rudolfstein

(Fichtelgebirge) ein 17-jähriger

Kletterer aus etwa 8 m Höhe auf ein

Felsband abgestürzt. Dabei zog er

sich Frakturen an Armen und Beinen

zu. Die Leitstelle Hochfranken

alarmierte zunächst die Bergwacht

aus Weißenstadt. Da der Unfallort

nur schwer zugänglich war, entschied

sich der Einsatzleiter für eine

Windenrettung mit dem Hubschrauber.

Hierfür wurde die DRF Luftrettung

aus Nürnberg alarmiert. Als

die rot-weiße EC 135 eintraf, hatten

die Einsatzkräfte der Bergwacht den

Kletterer bereits versorgt und in einen

Bergesack gelegt. Zusammen

mit einem Bergretter wurde der Patient

am Windenseil bis zur Kabinentür

gezogen und zu einem Zwischenlandeplatz

geflogen. Dort wurde

er an Bord geholt und innerhalb

weniger Minuten in das Klinikum

Bayreuth transportiert.

Foto: Achivbild DRF Luftrettung

Rendsburg

Ein zwölf Jahre alter Junge hatte seinem

Opa beim Holzsägen geholfen,

als ihn die Motorsäge am Kopf verletzte.

Zur schnellen Versorgung der

stark blutenden Wunde wurde auch

die DRF Luftrettung aus Rendsburg

angefordert. Christoph 42 erreichte

den Unfallort als erstes Rettungsmittel,

wo Notarzt und Rettungsassistent

umgehend die Blutung stillten und einen

Verband anlegten. Sie gaben dem

Jungen schmerzstillende und kreislaufstabilisierende

Infusionen, dann

übernahmen die bodengebundenen

Kollegen den Patienten, um ihn mit

einem Rettungswagen in das nahe gelegene

Krankenhaus zu transportieren.

Die Besatzung von Christoph 42 startete

direkt zu einem Folgeeinsatz.

Reutte

Vor Kurzem brachte sich ein 54 Jahre

alter Mann in der Nähe von Schloss

Rendsburg: Die Besatzung von Christoph 42 versorgte die stark

blutende Kopfverletzung eines 12-jährigen Jungen.


Neuschwanstein in eine gefährliche Situation.

Entgegen jeglicher Warnhinweise

badete er in einer Schlucht.

Durch die starke Strömung wurde er in

eine beckenartige Gewässervertiefung

gespült. Um nicht weiter flussabwärts

über einen 40 m hohen Wasserfall gerissen

zu werden, klammerte sich der

Mann am Fels und rief um Hilfe. Touristen

hörten dies und setzten einen

Notruf ab. Kurz darauf war der Notarzthubschrauber

RK-2 aus Reutte/Tirol

vor Ort. Der Pilot brachte den Hubschrauber

zwischen den Felswänden in

Position. Dann ließ der Winchoperator

den Flugretter am Seil zu dem Mann

hinab. Nach erfolgreicher Rettung aus

der Schlucht wurde der geschwächte

Patient von der Notärztin untersucht

und anschließend mit dem Rettungswagen

in eine Klinik transportiert.

Stuttgart

Der Ausflug eines 18-jährigen Zweiradfahrers

endete tragisch: Er war auf

Stuttgart: Ein Zweiradfahrer zog sich bei einem Unfall schwere Verletzungen

zu. An Bord von Christoph 51 gelangte er in eine Spezialklinik.

der B39 in Richtung Löwenstein unterwegs,

als ihm ein abbiegender

Kleintransporter die Vorfahrt nahm.

Bei dem Zusammenstoß zog sich

der Zweiradfahrer ein Schädel-Hirn-

Trauma und ein Wirbelsäulentrauma

zu. Zunächst alarmierte die Leitstelle

Heilbronn bodengebundene Rettungskräfte

zur Unfallstelle. Der 18-Jährige

war jedoch so schwer verletzt, dass er

in eine Spezialklinik gebracht werden

musste. Hierzu wurde der Stuttgarter

Hubschrauber der DRF Luftrettung

als schnellstes Transportmittel alarmiert.

Am Einsatzort eingetroffen,

übernahmen Hubschraubernotarzt und

Rettungsassistent von Christoph 51

den Verletzten von den bodengebundenen

Kollegen und schlossen ihn an

ein Monitoring an. Dank dieser Maßnahme

hatte die medizinische Besatzung

die Vitalwerte des Patienten

während des Transports ständig unter

Kontrolle. Nach wenigen Flugminuten

wurde der Patient den weiterbehandelnden

Ärzten des Klinikums Ludwigsburg

übergeben.

Foto: DRF Luftrettung

Villingen-Schwenningen

Auf einer Schwarzwaldwanderung

wurde ein 49-Jähriger von einer

Schlange gebissen, vermutlich von einer

Viper. Als es ihm immer schlechter

ging, setzte er einen Notruf ab. In

Baden-Württemberg haben nur die

Kliniken in Ulm und Villingen-

Schwenningen das passende Gegengift

vorrätig. Daher alarmierte der bodengebundene

Notarzt den Hubschrauber

der DRF Luftrettung aus

Villingen-Schwenningen. „Da sich der

Zustand des Patienten zusehends verschlechterte,

haben wir ihn innerhalb

weniger Minuten in das Schwarzwald-

Baar-Klinikum geflogen“, erinnert

sich der Pilot. Dort besserte sich sein

gesundheitlicher Zustand durch das

Verabreichen des Gegengiftes innerhalb

kürzester Zeit.

Weitere Meldungen unter

www.drf-luftrettung.de

Villingen-Schwennigen: Der Pilot von Christoph 11 flog einen Wanderer

nach einem Schlangenbiss in eine Klinik, die Gegengift vorrätig hatte.

Luftrettung 3 || 2012 19

Foto: DRF Luftrettung


20

Notfall

Tausend Mal ist nichts

passiert Sylvia Kmoch ist die Rechtskurve am Ortsausgang von Untersiggingen

schon oft gefahren, sie kennt jede Unebenheit

H

im Asphalt. Doch an jenem Samstagnachmittag ist ihr Schutzengel

in der Garage geblieben.

äufig sind ihre Kinder dabei, wenn Uwe Tobey

und Sylvia Kmoch die Motorräder aus der Garage

holen und auf Tour gehen. „Ich kann gar nicht sagen,

warum wir Niklas (10) und Kevin (12) an diesem Tag

nicht mitgenommen haben … vielleicht war es

intuitiv“, sagt Mutter Sylvia nachdenklich.

Beim Frühstück beschließt das Paar, am Nachmittag

eine kleine Runde durchs Gäu

zu drehen. Mit Stiefeln, Helm,

Handschuhen und Schutzkleidung

ausgestattet, schwingen

sie sich auf die Sitzbank,

drücken den Starterknopf –

und los geht’s! „Wir sind

bald wieder zurück“, rufen sie

ihren Jungs zu.

Foto: BMW AG

Eine gute Stunde ist vergangen, da hören Kevin und

Niklas das Geräusch eines Hubschraubers, der näher

kommt. Sie laufen ans Fenster und sehen, wie er Kurs

auf den Nachbarort nimmt. „Was da wohl passiert

ist?“, fragen sie sich. Ein Glück, dass sie nicht

nachgeschaut haben ... denn der Hubschrauber

ist unterwegs, um ihrer Mutter nach

einem Unfall schnelle Hilfe zu bringen.

Am Ortsausgang von Untersiggingen

will Uwe Tobey seiner Lebensgefährtin

nach ihrem Sturz wieder auf die Beine helfen,

doch sie keucht unter Schmerzen:

„Nicht anfassen! Ich

hab mir den Rücken gebrochen!“

Den Helm

nimmt er ihr noch ab –

„der Kinnriemen hat so gedrückt,

ich habe nur sehr

schlecht Luft bekommen.“

Dann darf sie niemand mehr bewegen.

„Ich weiß nicht, warum

mir das Motorrad plötzlich weggerutscht

ist. Ich weiß nur, dass ich

wahnsinnig Angst vor einer falschen


Foto: eva Genthe

Bewegung hatte, daher durfte mich auch niemand anfassen“,

berichtet die Frau aus Oberschwaben, die

19 Motorradjahre lang unfallfrei geblieben ist. An diesem

sonnigen Nachmittag sind viele Spaziergänger

unterwegs, die sofort die 112 wählen und einen Notruf

absetzen. Kurz darauf trifft der Friedrichshafener

Hubschrauber der DRF Luftrettung als erstes Rettungsmittel

am Unfallort ein. „Als ich den Hubschrauber

am Himmel gesehen habe, wusste ich: Jetzt wird

alles gut“, erzählt die 41-Jährige bewegt. Kurz darauf

sind Hubschraubernotarzt Dr. Jochen Schlenker und

Rettungsassistent Stephan Klötzer bei ihr. „Wie geht

es Ihnen? Können Sie Ihre Zehen bewegen?“, möchte

Dr. Schlenker wissen. Sylvia Kmoch bejaht und ist

glücklich, dass sie ihre Beine spürt. Ein Gefühl, das

ihr später in der Reha die Kraft geben soll, wieder laufen

zu lernen.

Bloß keine falsche Bewegung

„Da die Patientin starke Schmerzen hatte, haben wir

ihr entsprechende Medikamente verabreicht. Dann

wurde sie mit Hilfe einer Schaufeltrage auf eine Vakuummatratze

gebettet, um ihre Wirbelsäule zu stabilisieren“,

erklärt Rettungsassistent Klötzer. Während

sie die Besatzung in den Hubschrauber schiebt, ruft

sie ihrem Partner zu: „Geh nach Hause und kümmre

dich um die Kinder, ich bin versorgt!“ Wenige Minuten

später landet Pilot Oliver Waldschmidt den rotweißen

Rettungshubschrauber bereits am Klinikum

Friedrichshafen. Diese Klinik bietet ein möglichst

großes Leistungsspektrum und ist auf polytraumatische

Verletzungen spezialisiert.

Luftrettung 3 || 2012

Sylvia Kmoch liegt schwer verletzt im Straßengraben.

Als sie den hubschrauber der DrF luftrettung über sich

sieht, spürt sie eine große erleichterung.

Nach einer Computertomografie hat Sylvia Kmoch

Gewissheit: Vier Brustwirbel sind gebrochen, darunter

einer instabil. Eine falsche Bewegung hätte zu einer

Beschädigung des Rückenmarks führen können.

Eine Querschnittlähmung wäre eine mögliche

Folge gewesen.

Ein paar Tage nach dem schweren Unfall dürfen

Kevin und Niklas ihre Mutter im Krankenhaus

besuchen. Drei Wochen später wird sie

aus der Klinik in die Reha entlassen. Mittlerweile

ist Sylvia Kmoch wieder bei ihrer

Familie. „Zweimal in der Woche trainiere

ich noch in der ambulanten Reha.

Mein Ziel ist, wieder so fit zu werden,

wie ich es vor dem Unfall war.“ Daran

hindern sie vorläufig noch acht

Titanschrauben und zwei Stangen,

mit denen ihre Brustwirbel in einer

mehrstündigen Operation fixiert

wurden. Doch die kommen im Frühjahr

2013 raus. „Ich bin allen an

meiner Rettung und Genesung Beteiligten

so dankbar, dass ich wieder laufen

kann. Mir ist bewusst, dass mein Unfall auch

anders hätte ausgehen können.“ Offenbar hatte

sie ihr Schutzengel doch nicht komplett im

Stich gelassen ...

JuliA AlBrecht/iriNA WoNNeBerG

ihr wichtigstes Ziel hat die

41-Jährige bereits erreicht:

Sie kann wieder gehen.

Foto: irina Wonneberg

21


22

Foto: Matthias Böhl

Stationen im Porträt

M

it den letzten Sonnenstrahlen landet Pilot Udo

Laux die rot-weiß lackierte BK 117 vor dem Hangar

am Flughafen Dortmund. Ein langer Tag geht für

die Besatzung des Hubschraubers der DRF Luftrettung

zu Ende, denn Christoph Dortmund ist täglich

von 8 Uhr bis Sonnenuntergang einsatzbereit. Die

Crew hatte einen intensivpflichtigen Patienten vom

Ruhrgebiet in eine Münchner Spezialklinik verlegt.

Das Besondere an diesem Transport: Es war ein sogenannter

ECMO-Transport. Bei dem Patienten wurde

eine „Extrakorporale Membranoxygenierung“ durchgeführt

– eine intensivmedizinische Therapie, bei der

eine Maschine teilweise oder vollständig die Lungenund/oder

Herzfunktion des Erkrankten übernimmt.

Der Dortmunder Hubschrauber der DRF Luftrettung

gehört zu den wenigen in Deutschland, die Intensivtransporte

mit einer mobilen Herz-Lungen-Maschine

durchführen können. „Bei Flügen mit diesem

lebenserhaltenden System werden wir von einem Spe-

Mittendrin

zialisten, zum Beispiel einem Kardiotechniker des

BG Universitätsklinikums Bergmannsheil in Bochum

unterstützt“, sagt Notarzt Mike Thompson. „Notarzt

und Rettungsassistent konzentrieren sich ausschließlich

auf den Patienten“, ergänzt Rasmus Böhme, Hems

Crew Member und Berufsfeuerwehrmann aus Bochum.

Eine weitere Besonderheit der medizintechnischen

Hubschrauberausstattung ist eine Intraaortale

Ballonpumpe, kurz IABP. Hierbei unterstützt ein Ballonkatheter

in der Aorta die Pumpleistung des Herzens,

beispielsweise nach einem Herzinfarkt. Eine

konstante Stromversorgung während des Fluges wird

mit einem Spannungswandler, dem 230-Volt-Inverter,

gewährleistet.

Durch die Spezialisierung auf Transporte von Intensivpatienten

zwischen Kliniken ist der Dortmunder

Hubschrauber ein wichtiges Glied in der medizinischen

Versorgungskette Nordrhein-Westfalens. Das Ruhrgebiet,

geprägt von Groß- und Schwerindustrie, hat mit

Nordrhein-Westfalen ist das Bundesland mit den meisten Verkehrsstaus und den meisten

Einwohnern. In seinem Herzen ist Christoph Dortmund stationiert. Mit rund 700 Einsätzen jährlich

erfüllt der Hubschrauber eine überlebenswichtige Funktion für die Menschen in der Region.


80 Häusern eine enorm hohe Dichte an Fachkliniken.

60 Prozent der Einsätze von Christoph Dortmund sind

solche Intensivtransporte. Bei Bedarf oder wenn kein

anderer Rettungshubschrauber verfügbar ist, wird die

Besatzung von der Rettungsleitstelle Dortmund auch

zu Notfällen alarmiert, um einen Notarzt schnell zum

Patienten zu bringen oder um ihn innerhalb kürzester

Zeit in eine geeignete Klinik zu fliegen.

„Fühlen uns der Region verbunden“

Seit vielen Jahren ist Christoph Dortmund ein verlässlicher

Partner im Rettungswesen, was sich auch in der

kürzlich abgeschlossenen Kernsanierung des Stationsgebäudes

manifestiert. Seit Ende 2011 haben die Besatzungsmitglieder

neue Ruheräumen sowie einen Aufenthaltsbereich

mit Küchenzeile. Mit dem Umbau wurde

die vorhandene Grundfläche so gestaltet, dass ein

den aktuellen Hygienebestimmungen entsprechender

Bereich mit „Schwarz-Weiß-Trennung“ nach modernsten

Standards installiert werden konnte. Die Bezeichnung

entstammt der Bergbautradition des Ruhrgebiets

und benennt den Arbeitsbereich, wo Instrumente und

Kleidung gereinigt und wieder angelegt werden. Des

Weiteren wurden Lagerräume für Verbrauchsmaterialien,

Ersatzgeräte und Flugbetriebsmaterial sowie ein

funktionaler Umkleideraum geschaffen.

Ermöglicht wurde die Modernisierung der Station

auch durch Förderer und Spender der DRF Luftrettung.

An ihre Adresse formuliert Stationsleiter Udo

Laux im Namen der Besatzung folgende Worte: „Wir

sehen die Möglichkeiten der neuen Station als Ansporn

und Verpflichtung, die Luftrettung mit Christoph

Dortmund auf hohem Qualitätsniveau fortzuführen.“

Dazu trägt vor allem die Arbeit in einer kollegialen

Atmosphäre bei. „Der Teamgeist ist an unserer

Station stark ausgeprägt“, berichtet er. Vor Kurzem

sind die Luftretter sogar in ein Kohlebergwerk „eingefahren“

und haben sich über die Rettungskette und

-maßnahmen unter Tage informiert. Laux: „So ein Erlebnis

schweißt noch enger zusammen. Wir fühlen uns

dieser Region sehr verbunden.“

StePhAnie ReDWAnz

Auflösung des Gewinnspiels von Ausgabe 2-2012

zu welcher Risikostufe zählen viele afrikanische Länder?

Richtige Antwort: Stufe 4. Je ein Strandset haben gewonnen:

G. Schreck aus 08451 Crimmitschau, Christa Sieben aus 16515 Oranienburg,

Monika hübschle aus 88639 Wald. Wir gratulieren!

Foto: Stephanie Redwanz

Steckbrief Station Dortmund

Gehören zur Dortmunder Besatzung: hCM Rasmus Böhme, notarzt

Dr. Mike thompson sowie Pilot und Stationsleiter Udo Laux (v.l.).

Besatzung

3 Piloten mit mehr als 3.000 Flugstunden auf turbinenhubschraubern

16 notärzte aus Kliniken des Ruhrgebiets, Fachrichtungen Anästhesie,

innere Medizin und Chirurgie. Kompetenz in der notfall- und intensivmedizin

10 Rettungsassistenten mit langjähriger Berufserfahrung, zum teil

Doppelqualifikation als Fachpfleger für Anästhesiologie und intensivmedizin,

zusatzausbildung zum heMS (helicopter emergency Medical

Service) Crew Member

Hubschrauber

BK 117 (eurocopter Deutschland Gmbh)

Länge 13 m, höhe 3,36 m, Breite 2,71 m, Rotordurchmesser 11 m,

benötigte Landefläche 20 x 20 m

Reichweite 500 km, Reisegeschwindigkeit 240 km/h

Flughöhe bis 3.000 m nn

3.350 kg maximales Abfluggewicht

Besatzung: Pilot, für die Luftrettung geschulter notarzt und

Rettungsassistent/hCM

Medizintechnische Ausstattung

Schaufeltrage, Vakuummatratze, Patientenwärmesystem

Sauerstoff und Druckluft

Defibrillator, externer herzschrittmacher, mindestens 4 Spritzenpumpen,

Druckinfusionsbeutel (Kreislaufstabilisierung)

diverse Geräte für Diagnostik (z.B. 12-Kanal-eKG, invasive Blutdruckmessung,

Kapnographie zur tubuslagekontrolle) und Beatmung

(z.B. notfallbeatmungsgerät, Sauerstoffinhalation)

mobile Ausstattung wie notfallrucksäcke zur trauma- und Verbrennungsbehandlung,

spezielle Kindertasche für Kinder- und Säuglingsversorgung

Versorgungsmaterialien wie Decken, infektionsschutz, Schienungssysteme

Spezialausrüstung (Auswahl): eCMO, iABP, inkubator,

Anti-Schockhose, 230-Volt-inverter

Worauf bei Spezialtransporten z.B. mit der mobilen

Herz-Lungen-Maschine zu achten ist, erklären wir

im Interview mit dem leitenden Notarzt der Station,

Dr. Christian Afflerbach: www.drf-luftrettung.de/

interview-afflerbach.html

Luftrettung 3 || 2012 23


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Luftrettung 3 || 2012 25


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Hubschraubermodell BK 117.

Haupt- und Heckrotor drehbar.

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Sämtliche Artikel sind auch im Online-Shop

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Luftrettung 3 || 2012 27


28

Christopher Kids

Schau mal, Lucy! Ich hab

den Film von meiner Geburtstagspartymitgebracht!“

Lucy beugt sich

zu ihrer Freundin Nele herüber

und starrt gebannt

auf den kleinen Bildschirm

der Videokamera. „Boah,

hast du viel Puste! Du hast

ja alle Kerzen auf einmal

ausgeblasen!“ Nele nickt

stolz und spult den Film

ein Stück weiter: „Und

guck mal hier, das ist unsere

Tanzvorführung. Das

war echt schwer, sich die

ganzen Schritte zu behalten

... “ „Stimmt, und

dann musste alles immer

gleichzeitig sein. Da! Die

letzte Drehung mache ich

viel zu spät!” Jetzt mischt

sich Neles großer Bruder

Martin ein, der bisher nur

still dabeigesessen hatte:

„Das kenne ich! Auf Videos

sieht man sofort, was man falsch macht. Zum Skateboarden

nehme ich manchmal meine Helmkamera mit ... schaut her! Sie

ist kleiner als eine normale Kamera, und ich mache sie mit

einem Klettband an meinem Helm fest. Dann hab ich drei Augen!“

Film Ab !

Drei Augen bleibt nichts verborgen

Die Besatzungen der DRF Luftrettung machen es ganz ähnlich.

Bei speziellen Übungen werden die Trainingseinheiten per Kamera

aufgenommen, beispielsweise bei Trainings mit dem Patientensimulator

oder bei Windenrettungsübungen. Die Win-

denrettung funktioniert nach einem ähnlichen

Prinzip wie das Angeln. In unwegsamem Gelände,

beispielsweise in den Bergen, gibt es häufig

keinen geeigneten Landeplatz, daher muss der

Patient an einem starken Drahtseil in den Hubschrauber

gezogen werden. Dabei bedient der Windenführer

die Winde. Bei Übungen trägt er eine Helmkamera und zeichnet

das Training damit auf. Die Kamera erfasst Bild und Ton

und funktioniert bei Wind und Wetter. Wenn der Windenführer

dem Piloten über Funk zuruft: „Heckrotor frei!“, hält der Film

fest, ob sein Blick vorher auch zum Heckrotor gegangen ist.

Auch der Pilot kann durch die Aufzeichnung etwas lernen. Beispielsweise

kann er später auf dem Video überprüfen, wie er

auf das sogenannte Einsprechen des Windenführers reagiert

hat. Deswegen bekommen sowohl Pilot als auch Windenführer

nach der Übung eine DVD mit dem Videomaterial.

Illustrationen: Peter Puck


Flieg, Drache, flieg!

Jetzt wird‘s bunt!

Christopher hat einen Drachen gebastelt und bunt angemalt.

Richtig toll sieht er am Himmel aus, oder was meint Ihr?

Ach so, Ihr wisst ja noch gar nicht, wie er aussieht, denn das wollen

wir ja von Euch wissen! Hierzu müsst Ihr nur die Vorlage (links)

ausmalen, die Zeichnung ausschneiden und per Post schicken an:

DRF Luftrettung, Gewinnspiel, Rita-Maiburg-Straße 2, 70794 Filderstadt.

Vergesst nicht Name, Adresse und Euer Alter anzugeben. Die drei Gewinner unseres Plüschhubschraubers

„Horst“ werden per Los ermittelt. Außerdem zeigen wir einige der schönsten

Zeichnungen online unter www.drf-luftrettung.de/fans-kids.html

„Verflixt und zugenäht!“

Ärgerlich wirft Christopher sein Bastelzeug in eine Ecke des

Hangars. Seit zwei Stunden versucht er, seinen eigenen

Drachen zu bauen, und schon wieder hat er das Stützkreuz

falsch zusammengeklebt. „Da will man mal jemand anderen

in die Lüfte schicken und dann klappt es nicht!“ Leise fluchend

läuft er durch den Hangar. Draußen pfeift der Wind,

die Blätter rauschen – plötzlich ist der kleine Hubschrauber

wieder voll Energie. „Das wäre doch gelacht! Draußen sind

optimale Bedingungen, also muss der Drachen jetzt fertig

werden, damit ich ihn steigen lassen kann!“ Er klaubt die

Einzelteile seines Fliegerfreundes vom Hangarboden auf und

beginnt zu knoten und zu kleben. Zum Schluss malt er noch

ein Gesicht mit zwei großen, blinzelnden Augen und einen

lachenden Mund auf das rot-weiße Papier. Tatendurstig rennt

er nach draußen ... so, jetzt kann‘s losgehen!

Äh, Moment ... muss man beim Drachensteigen nicht ein

paar Dinge beachten? Da war doch was ... Christopher kommt

ins Grübeln. Immerhin liegt sein letzter Ausflug mit einem

Papierflieger schon über ein Jahr zurück. „Mal überlegen ...

die Schnur darf nicht länger als 100 m sein, sonst kommt der

Drachen vielleicht den Hubschraubern der DRF Luftrettung in

die Quere, die schnell am Einsatzort sein müssen.“ Er rennt

zurück in den Hangar und fischt ein paar Handschuhe aus einer

Kiste. „Die brauche ich, damit ich mich nicht an den Leinen

schneide.“ Er steckt die Nase aus dem Hangar: „Der Wind

Mitmachen können Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Mitarbeiter

der DRF Luftrettung und deren Angehörige sind von der Teilnahme

leider ausgeschlossen. Einsendeschluss ist der

29. September 2012.

sollte nicht zu stark und nicht zu böig sein, damit ich meinen

Kollegen stets kontrollieren kann.“ Er klemmt den Drachen

unter eines seiner Rotorblätter und sucht einen geeigneten

Platz. „In Natur- und Vogelschutzgebieten darf ich ihn

nicht fliegen lassen und auch Wiesen mit hohem Gras sind

tabu, denn das füttert der Bauer einmal seinen Tieren. Von

Bäumen, Häusern, Strommasten, Bahnschienen und anderen

Hindernissen halte ich mindestens 500 m Abstand.“ Er stapft

weiter zu einem Stoppelfeld, etwa 1.000 m vom Hangar entfernt.

„Und sollte der Drache doch mal in eine Stromleitung

geraten, lass ich die Leine sofort los, damit ich mir keinen

lebensgefährlichen Stromschlag hole!“ Er wirft einen Blick

gen Himmel und nickt zufrieden. „Kein Gewitter im Anmarsch,

dann nichts wie ab in die Luft mit dir!“, ruft er seinem

Drachen zu. Mit seinem kleinen Luftikus im Schlepptau

läuft Christopher dem Wind entgegen ... „Er fliegt, er fliegt!

Ganz ohne Kerosin!“

Luftrettung 3 || 2012 29


30

Im Gespräch

„Wer spart, riskiert

Menschenleben“

Zwölf Jahre lang waren die Mindestbeiträge stabil.

Ab November erhöht der DRF e.V. den Beitrag für

die Einzelmitgliedschaft monatlich um 50 Cent und

für die Familienmitgliedschaft um 1 Euro.

Wir haben mit Victor Felber, Geschäftsführer des

DRF e.V., über die Gründe gesprochen.

Foto: Irina Wonneberg

50 Cent beziehungsweise 1 Euro mehr pro Mo-

nat, das hört sich moderat an. Doch wer den Taschenrechner

bemüht, findet schnell heraus, dass

die Förderbeiträge um 20 Prozent angehoben werden.

Finden Sie das nicht ein bisschen viel?

Unsere Förderbeiträge waren zwölf Jahre lang

stabil. Und das vor dem Hintergrund, dass im

selben Zeitraum der Kerosinpreis um 150 Prozent

gestiegen ist. Auch die Ersatzteile für unsere

Hubschrauber haben sich verteuert. Nicht

zuletzt steht die DRF Luftrettung vor einem

Flottenwechsel. Um zukunftsfähig zu bleiben,

werden in den kommenden Jahren die

Hubschrauber vom Typ BK 117 gegen moderne

EC 145 T2 ausgetauscht. Wenn wir jetzt

um 50 Cent, was dem Wert eines Brötchens

entspricht, bzw. um 1 Euro mehr pro Monat

bitten, dann denken wir, dass unsere Förderer

dafür Verständnis haben. Bereits heute unterstützen

uns ja schon viele Förderer aus freien

Stücken mit höheren Beiträgen. In Ausgabe

2-2012 der Luftrettung haben wir unseren

Lesern im Beitrag „Immer einen Zug voraus“

umfassend dargelegt, warum wir auf Unterstützung

angewiesen sind.

Aber die Mehrkosten für Kerosin etc. erstatten

Ihnen doch die Krankenkassen ...

... nur zu einem gewissen Anteil! Die Kassen

sichern lediglich die Grundversorgung eines

Patienten über den Flugminutenpreis, den die

DRF Luftrettung alle ein bis zwei Jahre neu

verhandelt. Mit einer Grundsicherung können

wir uns in der Luftrettung aber nicht zufrieden

geben. Unser Ziel ist es, Luftrettung

auf höchstem Niveau zu betreiben.

Das ist doch nur ein Werbeslogan ...

Keinesfalls! Das ist unser Bestreben und unser

Anspruch, den wir in erster Linie an uns selbst stellen. Innerhalb der DRF

Luftrettung bilden wir unser Personal über das gesetzliche Maß hinaus fort, sei

es im Werftbetrieb, im Flugbetrieb oder in der Medizin. Und wir setzen modernste

medizintechnische Geräte ein, z.B. zur Beatmung oder zur Überwachung

des Herzkreislaufsystems, die im Rettungsdienst weit über dem Standard liegen.

Genügt es nicht, wenn Kliniken mit diesen teuren Apparaturen ausgerüstet sind?

Für den Transport schwerstkranker Patienten zwischen zwei Kliniken müssen

unsere Hubschrauber mit mobilen, möglichst leichten und leistungsfähigen

Geräten ausgestattet sein. Das gilt im Übrigen für die komplette Ausstattung


eines Hubschraubers. Hier zu sparen würde bedeuten, Menschenleben zu riskieren.

Die DRF Luftrettung gibt vor, immer einen Schritt voraus zu sein. Ist das nicht etwas

übertrieben?

Keineswegs. Wir waren die Ersten, die Ultraschallgeräte an Bord unserer Hubschrauber

mitgeführt haben, um am Einsatzort innere Blutungen feststellen zu

können. Wir waren die Ersten, die ihren medizinischen Besatzungsmitgliedern

Schulungen mit dem Patientensimulator angeboten haben. Und wir haben Rescue

Track entwickelt, das es Rettungsleitstellen ermöglicht, Hubschrauber unterwegs

zu orten und sie somit noch effizienter zu Notfällen zu alarmieren. Dank der Unterstützung

unserer Förderer und Spender war uns dies möglich, denn für all diese

Maßnahmen müssen wir stets in finanzielle Vorleistung gehen. Die nächste

große Aufgabe unserer Organisation wird es sein, die Luftrettung bei Nacht voranzubringen.

Die gibt es doch bereits ...

Aber nur vereinzelt und längst nicht in allen Bundesländern. Acht Stationen der

DRF Luftrettung werden rund um die Uhr betrieben, also auch nachts alarmiert:

Bad Berka, Berlin, Halle, Hannover, München, Nürnberg, Regensburg und Rendsburg.

Uns ist wichtig, dass Hubschrauber bundesweit auch in den Nachtstunden

zu Rettungseinsätzen alarmiert werden können. Die Technik hierfür ist vorhanden,

doch die Vorhaltekosten für den 24-Stunden-Betrieb einer Luftrettungsstation

sind enorm. Hier bedarf es einer deutlich höheren Kostenerstattung durch

die Krankenkassen.

Hubschraubereinsätze in der Nacht – ist der Bedarf tatsächlich gegeben?

Die Besatzung von Christoph Berlin leistete 2011 ein Drittel aller Einsätze nachts.

Beantwortet das Ihre Frage?

24 Stunden Luftrettung – ist dieses Ziel realistisch vor dem Hintergrund leerer Kassen?

Von leeren Kassen kann keine Rede sein – die Kostenträger verzeichnen Milliardenüberschüsse.

Daher ist es für mich nicht nachvollziehbar, dass die Kassen

nicht in der Lage sind, die tatsächliche Kostenentwicklung in der Luftrettung

mitzutragen. Die tragen letztlich unsere Spender und Förderer, die immer wieder

neue Ideen entwickeln, um Geld für die Luftrettung zu gewinnen. Sie bitten

ihre Gäste anstelle von Geburtstagsgeschenken um Spenden, sie veranstalten

Tombolas und spenden den Erlös, sie verkaufen vergessene Bücher von Feriengästen,

sie verzichten auf Kränze und Blumen im Trauerfall und, und, und.

Und trotzdem erhöhen Sie die Beiträge?

Wir wissen, dass wir sehr viele Förderer im DRF e.V. haben, die wirtschaftlich

nicht besonders gut gestellt sind. Oft unterstützen uns gerade die Menschen, die

wenig haben. Daher ist die Erhöhung der Förderbeiträge als Vorschlag unsererseits

zu sehen. Wer sich davon übermäßig belastet sieht, kann uns dies schriftlich

oder telefonisch mitteilen und hat die Möglichkeit, die Erhöhung nicht mitzutragen.

Natürlich bleibt er weiterhin Förderer der DRF Luftrettung und behält

auch künftig die Sicherheit, dass er gemäß unserer Rückholbedingungen an 365

Tagen im Jahr aus dem Ausland von uns zurückgeholt wird, wenn dies medizinisch

sinnvoll ist. DAS INTERvIEW FüHRTE IRINA WoNNEBERG

IMPRESSUM

Herausgeber: DRF e.v.

Rita-Maiburg-Straße 2

70794 Filderstadt

Telefon: (0711) 7007-0

Fax: (0711) 7007-2349

Internet: www.drf-luftrettung.de

vorstand: Helmut Nanz, Nicole Steiger, René Closter

Amtsgericht Nürtingen: vR1392

Der DRF e.v. ist vom Finanzamt Stuttgart als gemeinnützig

und mildtätig anerkannt. Für Fördermitglieder ist die Zeitschrift

Luftrettung“ im Rahmen des Förderbeitrags enthalten.

verlag: Hofmann Druck Nürnberg GmbH & Co KG

Geschäftsführer: Frank Hofmann

Emmericher Straße 10

90411 Nürnberg

Erscheinungsweise: vierteljährlich

Auflage 2/2012: 292.500 Exemplare

ISSN 1864-3140

Gesamtverantwortung:

Petra Hentschel (v.i.S.d.P.)

Telefon: (0711) 7007-2203

Fax: (0711) 7007-2279

E-Mail: info@drf-luftrettung.de

Projektleitung: agentur wortweber

Inhaberin: Irina Wonneberg

Armbruststraße 75

73230 Kirchheim unter Teck

Telefon: (07021) 7202-182

Fax: (07021) 7202-179

E-Mail: info@wortweber.de

Redaktion: Julia Albrecht, Stephanie Redwanz, Gabriele von

Stackelberg, Irina Wonneberg (Ltg.)

Gestaltung: Inkje Dagny von Wurmb

Comic: Peter Puck

Namentlich gekennzeichnete Beiträge sind nicht unbedingt

identisch mit der Meinung der Redaktion.

Alle in dieser Ausgabe veröffentlichten Beiträge und Fotos sind

urheberrechtlich geschützt, auch gegenüber Datenbanken und

ähnlichen Einrichtungen. Jede vervielfältigung, sei es durch

Nachdruck, Kopie, Mikrofilm oder andere verfahren, bedarf

ausdrücklich der schriftlichen Genehmigung des Herausgebers.

Entsprechendes gilt auch für die verbreitung in elektronischen

Medien. Alle Rechte bleiben beim Herausgeber.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Leserbriefe gekürzt

wiederzugeben. Für unaufgefordert eingesandte Manuskripte

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Ihre Fördermitgliedsbeiträge überweisen Sie bitte an:

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Fördern Sie die Luftrettung!

Ja

Ich möchte Fördermitglied im DRF e.V. werden. Ich unterstütze damit die lebensrettende Arbeit

der DRF Luftrettung. Bei bezahltem Jahresbeitrag habe ich außerdem die Sicherheit, dass mich

die DRF Luftrettung im Notfall aus dem Ausland zurückholt, wenn dies medizinisch sinnvoll ist.

Bitte gut leserlich ausfüllen:

01. 2012

Mitgliedschaft ab (Datum) Geburtsdatum

Vorname, Nachname

Straße, Hausnummer

PLZ, Wohnort

Telefon E-Mail

Einzelmitgliedschaft (Mindestbeitrag 30,– e pro Person)

Familienmitgliedschaft (Mindestbeitrag 60,– e pro Familie,

Ehepartner einschließlich Kinder bis zum 18. Lebensjahr)

Bitte listen Sie nachfolgend die vollständigen Namen der Familienmitglieder

und deren Geburtsdatum auf.

Vorname, Nachname, Geburtsdatum

Vorname, Nachname, Geburtsdatum

Vorname, Nachname, Geburtsdatum

„Ich habe mich beim Hüpfen auf meinem Tram-

polin verletzt und konnte mich auf einmal nicht

mehr richtig bewegen. Deshalb haben mich die

Luftretter schnell ins Krankenhaus geflogen.

Die Besatzung war sehr nett und meine Mutti

war auch dabei. Da hatte ich keine Angst mehr.“

Die Fördermitgliedschaft kann jederzeit schriftlich gekündigt werden.

Andernfalls verlängert sie sich jeweils um ein weiteres Jahr bis auf Widerruf.

Marie Perlitz, Velgast

Sie können einen wertvollen Beitrag zur Luftrettung leisten,

indem Sie Ihre Verwandten, Freunde und Kollegen über die Möglichkeit

einer Mitgliedschaft im DRF e.V. informieren. Dank Ihrer Hilfe kann die

DRF Luftrettung Jahr für Jahr viele tausend Menschenleben retten.

Zahlungsweise per Lastschrift:

Name des Geldinstituts

Kontonummer Bankleitzahl

Hiermit ermächtige(n) ich/wir Sie, bis auf schriftlichen Widerruf den Jahresbeitrag

von meinem/unserem Konto abzubuchen (nicht Zutreffendes bitte streichen).

Ort, Datum

Unterschrift des Antragstellers/Kontoinhabers

Für Fördermitglieder ist die Zeitschrift „Luftrettung“ im Rahmen des

Förderbeitrags enthalten.

Ich möchte das Förderermagazin „Luftrettung“ per E-Mail erhalten.

Meine E-Mail-Adresse lautet:

Ich möchte das Förderermagazin „Luftrettung“ gedruckt per Post erhalten.

Widerrufsbelehrung: Sie können Ihre Vertragserklärung innerhalb von zwei

Wochen ohne Angabe von Gründen in Textform, also z.B. per Brief, per Fax oder

per E-Mail, widerrufen. Die Frist beginnt frühestens mit Erhalt dieser Belehrung.

Zur Wahrung der Widerrufsfrist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs.

Der Widerruf ist zu richten an: DRF e.V., Rita-Maiburg-Straße 2, 70794 Filderstadt.

Im Falle eines wirksamen Widerrufs sind die beiderseits empfangenen Leistungen

zurückzugewähren sowie ggf. gezogene Nutzungen, z.B. Zinsen, herauszugeben.

Datum, Unterschrift Widerrufsbelehrung

Den Coupon ausschneiden und einsenden an: DRF e.V. · Rita-Maiburg-Straße 2 · 70794 Filderstadt

00820

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