11.10.2013 Aufrufe

Marktanalyse zum Angebot von Skill-Management-Systemen

Marktanalyse zum Angebot von Skill-Management-Systemen

Marktanalyse zum Angebot von Skill-Management-Systemen

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

1. Einführung in das <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong><br />

Der weltweite Wettbewerb macht die ständige Verbesserung der Leistungsqualität, -<br />

quantität und -konditionen für das Überleben eines Unternehmens notwendig. In<br />

vielen Wirtschaftszweigen ist die Rationalisierung soweit fortgeschritten, dass<br />

Produktivitätszuwächse durch den Einsatz neuer Maschinen, Technologien oder<br />

Organisationsformen kaum mehr möglich sind oder ohne großen Aufwand <strong>von</strong> der<br />

Konkurrenz wettgmacht werden können. Aus diesem Grund wird verstärkt versucht,<br />

Leistungssteigerungen durch den effizienteren Einsatz des Produktionsfaktors<br />

„menschliche Arbeit“ zu erreichen. <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong> rückt folglich zunehmend in den<br />

Brennpunkt unternehmerischen Interesses, und zwar sowohl aus betrieblichen wie<br />

auch aus mitarbeiterorientierten Gesichtspunkten.<br />

In der Literatur existieren, je nach dem betrachteten Anwendungskontext,<br />

unterschiedliche Definitionen und Auffassungen <strong>zum</strong> <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>. Die<br />

verschiedenen Definitionsversuche verdeutlichen, dass es bislang nicht gelungen ist,<br />

sich auf eine einheitliche Definition des Begriffs „skills“ zu verständigen. Im<br />

vorliegenden Aufsatz wird folgende Arbeitsdefinition zugrundegelegt, die eine<br />

Synthese der Kerngedanken verschiedener Definitionen darstellt:<br />

<strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong> befasst sich mit der effizienten Nutzung der Kenntnisse,<br />

Erfahrungen und Fähigkeiten auf individueller sowie auf Unternehmensebene zur<br />

Erreichung der Geschäftsziele und zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Im<br />

Mittelpunkt der Betrachtung stehen Maßnahmen zur Optimierung der<br />

Kompetenzentwicklung und des Austauschs <strong>von</strong> Kenntnissen und Erfahrungen<br />

zwischen den Mitarbeitern sowie zur Verbesserung des Project-Staffings und der<br />

Expertensuche.<br />

Diese sehr praxisnahe Arbeitsdefinition bildet einen kleinsten gemeinsamen Nenner<br />

für das <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>. Sie betont die Notwendigkeit für einen kontinuierlichen<br />

<strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Prozess auf individueller und auf organisatorischer Ebene zur<br />

Erfüllung der Unternehmensziele und zur Sicherung der zukünftigen<br />

Wettbewerbsfähigkeit.<br />

Die in der Literatur vorhandenen <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Konzepte konzentrieren sich auf<br />

drei grundlegende betriebliche Anwendungsgebiete: Die Mehrzahl der Autoren sehen<br />

einen Anwendungsschwerpunkt im Personalbereich. Darüber hinaus wird <strong>Skill</strong>-<br />

<strong>Management</strong> ebenfalls für das operative Geschäft eingesetzt und findet dort<br />

insbesondere im Tages- und Projektgeschäft sowie im Vertrieb Verwendung. 1 Als<br />

dritte Domäne findet sich der strategische Bereich. <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong> dient dem<br />

<strong>Management</strong> auf dieser Ebene als Instrument zur Unternehmensführung und –<br />

planung sowie zur Strategieentwicklung. 2 Zudem unterstützen<br />

<strong>Skill</strong>managementsysteme die Integration und die Kooperation zwischen den beiden<br />

letztgenannten Bereichen, indem für den operativen Bereich die erforderlichen<br />

Voraussetzungen geschaffen werden, damit die richtigen Mitarbeiter mit den richtigen<br />

Qualifikationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar sind. Abbildung 1 ordnet<br />

die bereichsspezifischen Aufgaben des <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>s den jeweiligen<br />

1 Vgl. Könnecker: Benötigte <strong>Skill</strong>s 2003, S. 26 - 27<br />

2 Vgl. Krauter & Kreitmeier: <strong>Skill</strong> <strong>Management</strong> Systeme 1997, S. 62


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

Anwendungsbereichen zu und verdeutlicht nochmals die beschriebene<br />

Bindegliedfunktion.<br />

Operativer Bereich<br />

Personalsuche und -einsatz<br />

Zielvereinbarung und<br />

Mitarbeiterbeurteilung<br />

Akquisitionsunterstützung<br />

Kommunikationsunterstützung<br />

Communities of Practice<br />

Strategischer Bereich<br />

Strategische Kompetenzplanung<br />

Quantitative Kompetenzanalyse<br />

Kompetenzbündelung<br />

<strong>Skill</strong>-<br />

<strong>Management</strong><br />

Personalbereich<br />

Personalbestandsanalyse<br />

Personalbedarfsbestimmung und<br />

-planung<br />

Personalauswahl und Recruiting<br />

Potentialbeurteilung<br />

Personalmarketing<br />

Training und<br />

Ressourcenentwicklung<br />

Anreiz- und Entlohnungssysteme<br />

Personalfreisetzung und<br />

Outplacement<br />

Abb. 1: Betriebliche Anwendungsgebiete und Aufgaben <strong>von</strong> <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong><br />

Das in der vorausgehenden Abbildung dargestellte umfangreiche Aufgabenspektrum<br />

in sehr unterschiedlichenen Anwendungsdomänen lässt bereits die große Anzahl<br />

potentieller Zielsetzungen erahnen, die mit <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong> verfolgt werden. Pieler<br />

sieht das generelle Ziel darin, „…aktuell und zukünftig benötigte Kompetenzen zu<br />

erkennen und gezielt zu entwickeln.“ 3 Könnecker bringt das Ziel <strong>von</strong> <strong>Skill</strong>-<br />

<strong>Management</strong> plakativ auf den Punkt und fordert, dass der Mitarbeiter mit den<br />

richtigen Kenntnissen und Fähigkeiten <strong>zum</strong> richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort <strong>zum</strong><br />

Einsatz kommt. 4 <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong> verfolgt drei unterschiedliche Grundintensionen,<br />

nämlich die Optimierung des Project-Staffing, der Qualifikationsentwicklung,<br />

sowie die Schaffung einer Kultur des Wissensaustausches. Die Erreichung dieser<br />

Ziele setzt voraus, dass mit Hilfe <strong>von</strong> <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong> das Wissen und die<br />

Kompetenz der Mitarbeiter systematisch strukturiert, erfasst und verwaltet werden.<br />

Die auf diese Art gewonnene Transparenz über die verfügbaren Kenntnisse und<br />

Kompetenzen <strong>von</strong> Personen und Organisationen bleibt jedoch solange Selbstzweck,<br />

bis diese Informationen zur Erreichung der drei oben genannten Hauptziele<br />

verwendet werden. 5<br />

3 Pieler & Schuh: <strong>Skill</strong> <strong>Management</strong> 2003, S. 20<br />

4 Vgl. Könnecker: Benötigte <strong>Skill</strong>s 2003, S. 26<br />

5 Vgl. Wilkesmann & Rascher: Problematik<br />

2


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

Bisher wird <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong> in den meisten Unternehmen überwiegend auf<br />

„klassische Weise“ durchgeführt. Das bedeutet in der Praxis meist folgendes: Der<br />

Vorgesetzte dokumentiert die Kenntnisse des Personals im Mitarbeitergespräch<br />

schriftlich in der entsprechenden Personalakte, wo diese weitgehend ungenutzt<br />

bleiben. Zum Teil werden die Fähigkeiten der Mitarbeiter aber auch gar nicht<br />

dokumentiert. Mit Hilfe <strong>von</strong> Informationstechnologien kann jedoch ein umfassende<br />

Unterstützung erreicht werden, wobei folgende Aufgabenbereiche identifiziert werden<br />

können: 6<br />

• Die Erfassung der im gesamten Unternehmen vorhandenen <strong>Skill</strong>s als<br />

Grundvoraussetzung für ein gezieltes <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>. Dabei fallen jedoch<br />

große Datenmengen an, die am sinnvollsten elektronisch gespeichert und<br />

gepflegt werden. Ansonsten geht der Überblick, welche Personen welche<br />

Fähigkeiten und Erfahrungen besitzen schnell verloren. Vor allem die<br />

regelmäßige Aktualisierung wäre ohne ein IT-System nahezu unmöglich. Ferner<br />

kann das Wissen und die Erfahrungen der Mitarbeiter dokumentiert, eingeschätzt<br />

und im Unternehmen abrufbar gehalten werden, um für zukünftige Geschäfte <strong>von</strong><br />

Nutzen zu sein. Darüber hinaus ist festzustellen, dass die immer komplizierter<br />

und umfangreicher werdenden Gesetze, Verordnungen und tariflichen<br />

Regelungen, die beim <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong> zu beachten sind, ohne IT-Einsatz<br />

häufig nicht mehr bewältigt bzw. befolgt werden könnten. 7 Allerdings müssen als<br />

Basis für einen sinnvollen Einsatz eines solchen <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Systems<br />

sowohl die Prozesse als auch die notwendige Unternehmenskultur geschaffen<br />

werden. 8<br />

• Die Suche nach Experten im Unternehmen erfolgt überwiegend unstrukturiert und<br />

wenig systematisch, so dass viel Zeit vergeht, bis eine Person mit<br />

entsprechenden Kenntnissen gefunden wird, falls sie überhaupt vorhanden ist.<br />

<strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Systeme benennen, kategorisieren und strukturieren die<br />

Kompetenzen der Mitarbeiter in Profilen. Die starke Strukturierung ist sinnvoll, da<br />

sie quantitative <strong>Skill</strong>-Auswertungen z.B. über ganze Organisationseinheiten<br />

ermöglicht und gezielte Abfragen nach bestimmten Know-how Trägern mittels<br />

einer Schlagwort- oder Freitextsuche zulässt.<br />

• Wurden Personen mit bestimmten Kenntnissen im Unternehmen identifiziert, war<br />

bislang nicht zu erkennen, wie stark die gesuchten Fähigkeiten beim jeweiligen<br />

Mitarbeiter ausgeprägt sind und in welchem Maße seine Arbeitsleistung bereits in<br />

anderen Projekten benötigt wird. Auch in diesem Punkt ist Abhilfe durch die<br />

neuen IuK-Technologien möglich. <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Systeme erlauben die<br />

Bewertung der Mitarbeiterkenntnisse mittels Bewertungsschemata. Die<br />

Integration mit Projekt-<strong>Management</strong>-Tools erlaubt sogar die derzeit zur freien<br />

Disposition stehende Arbeitskapazität der jeweiligen Person mit den gesuchten<br />

<strong>Skill</strong>s zu ermitteln. 9<br />

• Die schriftliche Dokumentation der <strong>Skill</strong>s im Rahmen des Mitarbeitergespräches<br />

hat für die betroffene Person einen gravierenden Nachteil: Nur wenige Mitarbeiter<br />

6 Vgl. Deiters & Lucas & Weber: Baustein 1999, S. 5<br />

7 Vgl. Seibt: Personalinformationssysteme 1990, S. 123<br />

8 Vgl. Ziep: Türen 1999, S. 3 – 4<br />

9 Vgl. Deiters & Lucas & Weber: Baustein 1999, S. 5<br />

3


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

aus der Personalabteilung können jederzeit auf das Kompetenzprofil zugreifen.<br />

Der Know-how Träger selbst kann sein Profil jedoch nicht zeitnah um neu<br />

erworbene Fähigkeiten ergänzen. Zudem erhalten lediglich wenige Mitarbeiter<br />

aus der betreffenden Organisationseinheit (z.B. Personalreferenten,<br />

Führungskräfte oder Projektleiter) Auskunft über die erfassten <strong>Skill</strong>s.<br />

Mittels IT-Unterstützung kann eine unternehmensweite Informations- und<br />

Kommunikationsplattform etabliert werden. Die Mitarbeiter können ihre <strong>Skill</strong>-<br />

Profile auf diese Weise jederzeit auf dem aktuellen Stand halten. Der Einsatz der<br />

neuen IuK-Technologien wie Intranet, Internet oder Email ermöglicht zudem den<br />

Benutzerkreis im Idealfall auf alle Know-how Träger über Bereichs-, Standort- und<br />

Ländergrenzen hinweg auszuweiten. Ein derartiges <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-System<br />

verbessert einerseits die Kommunikation und den Wissensaustausch in der<br />

Organisation und erhöht andererseits die Akzeptanz <strong>von</strong> <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>, da<br />

allen Mitarbeitern das Wissen über die im Unternehmen vorhandenen <strong>Skill</strong>s und<br />

Potentiale zugänglich gemacht wird. 10<br />

• Der Einsatz <strong>von</strong> IT-<strong>Systemen</strong> macht Auswertungen und Analysen mit<br />

vertretbarem Zeitaufwand durchführbar und die Ergebnisse in ansprechender<br />

Form darstellbar. <strong>Skill</strong>-Gap-Analysen, die die Soll-Profile mit den realen Ist-<br />

Profilen eines Mitarbeiters vergleichen, decken Kompetenzdefizite und<br />

Überqualifikationen auf und ermöglichen die bedarfsorientierte Qualifikation<br />

einzelner Beschäftigter. Auch auf Organisationsebene ist IT-Unterstützung<br />

unerlässlich. Es werden Aggregationsfunktionen benötigt, die quantitative und<br />

qualitative Auswertungen bezüglich des Kompetenzstandes ganzer<br />

Organisationseinheiten, Standorte oder Abteilungen ermöglichen. Die<br />

strategische Kompetenzentwicklung wird dadurch auf eine fundierte Basis<br />

gestellt.<br />

Die angeführten Punkte belegen einen aktuellen Bedarf an IT-Unterstützung bei der<br />

innerbetrieblichen Umsetzung eines <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Konzepts, wobei <strong>Skill</strong>-<br />

<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong> eine zentrale Rolle zukommt. Aufgrund der aktuellen<br />

Bedeutung wurde eine <strong>Marktanalyse</strong> durchgeführt, um das Softwareangebot zu<br />

erheben und zu analysieren. Zielsetzung und Ergebnisse dieser <strong>Marktanalyse</strong><br />

werden im nächsten Abschnitt beschrieben.<br />

2. Zielsetzung der <strong>Marktanalyse</strong> und methodisches Vorgehen<br />

Im Rahmen der <strong>Marktanalyse</strong> wurde untersucht,<br />

• welche verschiedenen Softwareprodukte im Bereich <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong> derzeit am<br />

Markt verfügbar sind, ohne jedoch einen Anspruch auf absolute Vollständigkeit zu<br />

erheben,<br />

• welche technischen Anforderungen diese <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Systeme an die<br />

unternehmensinterne IT-Infrastruktur stellen,<br />

• welche Funktionen und Features die IT-Lösungen bereithalten, um ein<br />

ganzheitliches <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong> zu ermöglichen und<br />

10 Vgl. Könnecker: <strong>Skill</strong> <strong>Management</strong> 2003, S. 1<br />

4


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

• welche Serviceleistungen die Hersteller zusätzlich zu ihrem Produkt bieten.<br />

Die gewonnenen Erkenntnisse werden in den nachfolgenden Kapiteln dargestellt und<br />

sollen einen schnellen Marktüberblick ermöglichen, aber auch als Anhaltspunkt für<br />

die Entwicklung eigener <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Konzepte dienen bzw. bei der<br />

Entscheidung zwischen Eigenentwicklung und fertigen Standardlösungen helfen.<br />

2.1 Auswahl der Stichprobe und methodisches Vorgehen bei der<br />

Datenerhebung<br />

Die <strong>Marktanalyse</strong> der derzeit verfügbaren <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Lösungen wurde unter<br />

dem Gesichtspunkt durchgeführt, einen Überblick über die technischen<br />

Anforderungen und vorhandenen Funktionen der einzelnen Tools zu gewinnen. Die<br />

gesammelten Erkenntnisse helfen bei der Definition der Anforderungen an ein <strong>Skill</strong>-<br />

<strong>Management</strong>-System und erlauben stärker praxisorientierte<br />

Gestaltungsempfehlungen für ein <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Konzept.<br />

Als Datenerhebungsmethodik wurde ein teilstrukturierter Fragebogen mit einer<br />

anschließenden Nachfassaktion entwickelt. Zum einen erlaubt dieses Verfahren die<br />

strukturierte Erfassung der Unternehmensinformationen und der Angaben <strong>zum</strong><br />

jeweiligen Produkt. Zum andern räumen offene Fragestellungen bezüglich der<br />

vorhanden Programmfunktionen und -features den Unternehmen ausreichend<br />

Beschreibungsspielraum ein, um den <strong>von</strong> Produkt zu Produkt sowohl qualitativ als<br />

auch quantitativ stark differierenden Funktionsumfang treffend zu beschreiben. Die in<br />

einem zweiten Schritt telefonisch oder unter Einbezug des mitgelieferten<br />

Informationsmaterials durchgeführte Nachfassaktion ergänzt bzw. präzisiert die bei<br />

der Beantwortung des Fragebogens offen gebliebenen Fragen und unklaren<br />

Antworten. Die Kombination <strong>von</strong> strukturierten Abschnitten mit Bereichen, die offene<br />

Fragen enthalten, garantiert, dass der Fragebogen sowohl alle zur Auswertung<br />

relevanten Unternehmens- und Produktinformationen in strukturierter Form erfasst<br />

sowie den Befragten flexible Antwortspielräume bei der Beschreibung der<br />

Systemfunktionen einräumt. Im Rahmen der telefonischen Vorbesprechung oder der<br />

per Email durchgeführten Informationsanfrage zeichnete sich ab, dass die offene<br />

Fragestellung im Bereich der Systemfunktionen notwendig war, weil die zu<br />

untersuchenden Produkte in ihrem Funktionsumfang <strong>zum</strong> Teil erhebliche Differenzen<br />

aufwiesen.<br />

Geschlossene Fragen, die im Extremfall nur eine Ja- / Nein-Antwort zulassen, hätten<br />

dieses breite Spektrum an Systemfunktionen nicht erschöpfend abdecken können.<br />

Ein voll standardisierter Fragebogen mit möglicherweise vorgegebenen Antworten<br />

kam als Erhebungsmittel folglich nicht in Frage. Ein Telefoninterview als einzige<br />

Befragungsmethode wurde nicht gewählt, da dieses Verfahren nur eine sehr kurze<br />

Befragungszeit gewährt. Somit hätten nicht sämtliche relevanten Informationen<br />

erhoben werden können.<br />

Mit Hilfe einer Internetrecherche und über Online-Softwareführer (z.B.<br />

http://www.softguide.de/nsa/suche.php3?at=r&art=sws&anfrage=<strong>Skill</strong>+<strong>Management</strong>&<br />

boolean=AND&case=Insensitive) sowie über Verzeichnisdienste (z.B.<br />

http://de.dir.yahoo.com/Computer_und_Technik/software/) wurden 40 Unternehmen<br />

ermittelt 11 , die Software-Produkte im <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong> Umfeld anbieten. Diese<br />

wurden telefonisch oder per Email über das Vorhaben einer Toolevaluation mittels<br />

11 Vgl. Anhang I: Firmenliste, S. 1<br />

5


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

eines Fragebogens unterrichtet und um Mitteilung der Kontaktdaten eines zur<br />

Beantwortung der Checkliste geeigneten Ansprechpartners gebeten. Dieser Bitte<br />

kamen 34 Firmen nach. Nach Ablauf der dreiwöchigen Beantwortungsfrist hatten die<br />

angeschriebenen Ansprechpartner 28 der 34 an sie weitergeleiteten Fragebögen<br />

ausgefüllt zurückgeschickt. Dies entspricht einer Rücklaufquote <strong>von</strong> 82%.<br />

2.2 Methodisches Vorgehen bei der Konzeption des Fragebogens<br />

Der Fragebogen zur Analyse existierender <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Systeme wurde<br />

basierend auf Erkenntnissen eines Literaturstudiums entwickelt. Er umfasst fünf<br />

Abschnitte. Damit wurde die Zielsetzung verfolgt, alle für eine fundierte Toolauswahl<br />

relevanten Bereiche zu beleuchten. In den ersten beiden Teilabschnitten wurden zu<br />

diesem Zweck allgemeine Informationen über den jeweiligen Anbieter (z.B. Anzahl<br />

der Mitarbeiter, Zeitpunkt der Unternehmensgründung, Standorte in Deutschland)<br />

und über das in Frage kommende Produkt (z.B. Referenzkunden, Anzahl der<br />

weltweiten Produktinstallationen) gesammelt. Der dritte Fragenblock beleuchtet,<br />

welche Anforderungen an die Technik, z.B. die benötigten<br />

Systemmindestvoraussetzungen bezüglich Hard- und Software, das jeweilige<br />

Produkt stellt. Das Herzstück der Auswertung bildet Abschnitt vier. Er erfasst die<br />

wichtigsten, im Hinblick auf <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong> relevanten Programmfunktionen und<br />

Features, mit denen die verschiedenen Lösungen aufwarten können. Abschließend<br />

werden eventuelle Service-, Hilfs- und Supportleistungen dokumentiert.<br />

Die Checkliste wurde in zwei Versionen erstellt. Die Version 1 richtet sich an den<br />

deutschsprachigen Anbieterkreis und ist folglich in deutscher Sprache verfasst. 12 Die<br />

englische Version 2 des Fragebogens zielt auf Unternehmen im<br />

angloamerikanischen Sprachraum ab. 13 Der Aufbau beider Versionen ist jedoch<br />

identisch, um die Vergleichbarkeit der Antworten zu gewährleisten.<br />

Der Fragebogen stellte den Hauptteil der <strong>Marktanalyse</strong> dar und wurde, wo<br />

notwendig, durch eine telefonisch oder unter Einbezug <strong>von</strong> Informationsbroschüren<br />

durchgeführte Nachfassaktion ergänzt. Während des Telefongesprächs wurden<br />

unklar formulierte oder nicht beantwortete Fragestellungen der Checkliste erneut<br />

aufgegriffen und endgültig geklärt. Die in der Checkliste für die Nachfassaktion<br />

aufgeführten Fragen wurden z.B. im Bereich der Programmfunktionen in eine<br />

strukturierte, nach Kernfunktionen gegliederte Form gebracht, um alle relevanten<br />

Bereiche abzudecken und das Gespräch in geordnete Bahnen zu lenken. 14 Beide<br />

Versionen des Fragebogens und der Checkliste für die Nachfassaktion sind im<br />

Anhang dokumentiert. 15<br />

2.3 Untersuchungsgegenstand<br />

Im Rahmen der <strong>Marktanalyse</strong> kamen 28 Softwarelösungen verschiedener Anbieter<br />

mit einem Einsatzfokus im <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Bereich auf den Prüfstand.<br />

Teilgenommen haben Unternehmen verschiedener Größe (<strong>von</strong> einem bis zu<br />

12 Vgl. Anhang II: Fragebogen, S. 3<br />

13 Vgl. Anhang III: Checkliste, S. 6<br />

14 Vgl. Anhang IV: Nachfassfragen (Deutsche Version), S. 9<br />

15 Vgl. Anhang V: Questions for clarification (English version), S. 12<br />

6


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

mehreren tausend Mitarbeitern) aus dem deutschsprachigen und dem<br />

angloamerikanischen Raum.<br />

Die Produkte wurden <strong>zum</strong> einen im Hinblick auf ihre technischen Anforderungen<br />

untersucht. Die <strong>zum</strong> Betrieb notwendigen Systemmindestanforderungen bezüglich<br />

Hard- und Software wurden ermittelt. Die unterschiedlichen Betriebssysteme, unter<br />

denen das jeweilige Produkt lauffähig ist, waren ebenso Teil der Erhebung, wie auch<br />

die unterstützten Datenbanken. Darüber hinaus wurden die potentiellen oder bereits<br />

vorhandenen Schnittstellen zu anderen IT-<strong>Systemen</strong> sowie eine Reihe weiterer<br />

technischer Details unter die Lupe genommen.<br />

Im Mittelpunkt der Untersuchung standen die vorhandenen Funktionen und Features<br />

zur Unterstützung <strong>von</strong> <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Aufgaben. Neben verschiedenen<br />

Funktionen zur Suche nach bestimmten Kompetenzen, zur Analyse <strong>von</strong> <strong>Skill</strong>-<br />

Profilen, zur Reportgenerierung oder zur Aggregation vorhandener Kompetenzen<br />

über ganze Organisationseinheiten wurde auch nach der Anpassbarkeit des Systems<br />

an die Anforderungen des einzelnen Benutzers sowie des gesamten Unternehmens<br />

gefragt. Besonderes Augenmerk wurde der freien Definition und Erweiterung des<br />

zugrunde liegenden Kompetenzkatalogs bzw. Thesaurus und des eingesetzten<br />

Bewertungsschemas gewidmet. Die darüber hinaus erhobenen Systemfunktionen<br />

können den jeweiligen Toolprofilen entnommen werden. 16<br />

Die angebotenen Serviceleistungen der Anbieter in Bezug auf Installation des Tools<br />

vor Ort oder im Hinblick auf Wartung und Support des Produkts wurden ebenfalls<br />

ermittelt. Auch die Verfügbarkeit einer Testversion oder die Möglichkeit qualifizierte<br />

Hilfe in Anspruch zu nehmen waren Gegenstand der Untersuchung.<br />

2.4 Methodisches Vorgehen bei der Erfassung und Auswertung des<br />

Fragebogens<br />

Die Erfassung und Auswertung der Fragebögen vollzog sich in vier Phasen:<br />

Phase 1: Kontaktaufnahme<br />

Die im Zuge der Internetrecherche ermittelten, potentiell in Frage kommenden<br />

Hersteller und Anbieter <strong>von</strong> IT-<strong>Systemen</strong> zur Unterstützung <strong>von</strong> <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong><br />

wurden in einer kurzen Email oder telefonisch über das Vorhaben einer <strong>Marktanalyse</strong><br />

mittels eines teilstrukturierten Fragebogens informiert. 17 Zudem wurden sie um<br />

Mitteilung der Kontaktinformationen eines zur Beantwortung des Fragebogens<br />

geeigneten Ansprechpartners gebeten.<br />

Phase 2: Fragebogenaktion<br />

Die Fragebögen wurden gezielt mit der Bitte um bestmögliche Beantwortung<br />

innerhalb der gesetzten, dreiwöchigen Frist an die zuvor ermittelten Ansprechpartner<br />

weitergeleitet. Diese Vorgehensweise stellte sicher, dass die Checklisten umgehend<br />

<strong>von</strong> Mitarbeitern mit dem notwendigen Kenntnisstand beantwortet wurden.<br />

Phase 3: Nachfassaktion<br />

Während einer ersten Analyse zeigte sich, dass bei einigen Fragebögen der<br />

Informationsgehalt der Antworten zu gering, unvollständig oder teilweise mehrdeutig<br />

war. Die Übernahme in ein Toolprofil wäre nicht sinnvoll gewesen. Im Rahmen einer<br />

Nachfassaktion wurden diese Unklarheiten beseitigt. Zum Teil war es möglich, die<br />

16 Vgl. Anhang VI: Toolprofile, S. 15<br />

17 Vgl. Anhang I: Firmenliste, S. 1<br />

7


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

fraglichen Punkte aus dem Informationsmaterial, das den ausgefüllten Fragebögen in<br />

einigen Fällen beigefügt wurde, zu klären. In anderen Fällen war es notwendig<br />

abermals mit dem genannten Ansprechpartner in Kontakt zu treten und gemeinsam<br />

die Unklarheiten zu beseitigen. Als Gesprächsleitfaden dienten die eigens dazu<br />

entwickelten Checklisten für die Nachfassaktion.<br />

Phase 4: Toolprofile<br />

Die in Phase 2 und 3 erhobenen Informationen zu den einzelnen <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<br />

<strong>Systemen</strong> und Unternehmen wurden in einheitlich gestalteten Toolprofilen verdichtet<br />

und integriert. Ein Profil stellt immer das jeweilige Unternehmen und das <strong>von</strong> ihm<br />

offerierte Softwareprodukt dar. In den fünf Profilabschnitten werden neben den<br />

allgemeinen Firmen- und Produktinformationen vor allem die technischen<br />

Rahmenbedingungen für den Einsatz, die in Bezug auf eine Unterstützung des <strong>Skill</strong>-<br />

<strong>Management</strong>s relevanten Funktionen und Features sowie die im Softwarepaket<br />

enthaltenen oder zusätzlich angebotenen Serviceleistungen dargestellt. Der<br />

einheitliche Aufbau der Profile gewährleistet, dass die erfassten Informationen<br />

vollständig und vergleichbar bleiben. Die einzelnen Toolprofile sind in Anhang VI<br />

dokumentiert. 18<br />

3. Ergebnisse der <strong>Marktanalyse</strong><br />

3.1 Anbieter <strong>von</strong> <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

Der erste Teil der Studie befaßte sich mit den Anbietern <strong>von</strong> Dienstleistungen und<br />

<strong>Systemen</strong>, und dient der Klärung, welche Charakteristik diese Systeme aufweisen.<br />

der <strong>Marktanalyse</strong> haben insgesamt 28 Unternehmen verschiedener Nationalität mit<br />

stark variierender Größe (gemessen an der Zahl der Mitarbeiter), unterschiedlichem<br />

Firmenalter und verschiedener Beziehung <strong>zum</strong> untersuchten Produkt teilgenommen.<br />

Gruppiert man die Firmen nach ihrer Herkunft, ergibt sich die in Abbildung 2<br />

dargestellte Verteilung.<br />

18 Vgl. Anhang VI: Toolprofile, S. 15<br />

8


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

1<br />

1<br />

5<br />

2<br />

Herkunft der Unternehmen<br />

1<br />

1<br />

Deutschland Schweiz Österreich Großbritannien USA Australien Kanada<br />

Abb. 2: Herkunft der Unternehmen<br />

Der Großteil (ca. 61%) der teilnehmenden Firmen stammt aus Deutschland. Zudem<br />

haben 21 der 28 betrachteten Unternehmen ihren Hauptsitz oder <strong>zum</strong>indest eine<br />

Vertriebsniederlassung in Deutschland. Die Marktverfügbarkeit <strong>von</strong> <strong>Skill</strong>-<br />

<strong>Management</strong>-Tools in Deutschland steht damit etwas im Gegensatz zur Bekanntheit<br />

dieser Systeme und ihrer Dokumentation in der Fachliteratur.<br />

Die Unternehmensgröße wurde indirekt über die Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter<br />

erfasst. In Abbildung 3 werden die einzelnen Unternehmen drei verschiedenen<br />

Klassen zugeordnet:<br />

• Kleine Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten<br />

• Firmen mittlerer Größe mit 100 bis 1000 Mitarbeitern<br />

• Große Unternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten<br />

17<br />

9


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

Anteil in %<br />

Prozentualer Anteil kleiner, mittlerer und<br />

großer Unternehmen<br />

70%<br />

60%<br />

50%<br />

40%<br />

30%<br />

20%<br />

10%<br />

0%<br />

68%<br />

Kleine Unternehmen mit<br />

weniger als 100<br />

Beschäftigten<br />

21%<br />

Firmen mittlerer Größe<br />

mit 100 bis 1000<br />

Mitarbeitern<br />

11%<br />

Große Unternehmen mit<br />

mehr als 1000<br />

Beschäftigten<br />

Abb. 3: Prozentualer Anteil kleiner, mittlerer und großer Unternehmen<br />

Die Auswertung ergab, dass es sich bei der Mehrzahl der Unternehmen, die <strong>Skill</strong>-<br />

<strong>Management</strong>-Systeme anbieten um kleine und mittelgroße Unternehmen (ca. 89%)<br />

handelt. Nur gut ein Zehntel der in diesem Bereich tätigen Firmen haben die<br />

Schwelle <strong>von</strong> 1000 Beschäftigten überschritten und sind damit der Klasse der<br />

„Großunternehmen“ zuzuordnen. Dieses Ergebnis lässt vermuten, dass es sich bei<br />

<strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong> um einen relativ neuen <strong>Management</strong>-Ansatz handelt und sich die<br />

meisten Unternehmen noch in einer frühen Phase ihrer Entwicklung befinden.<br />

Wie kann die bereits geäußerte Vermutung, dass <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong> auf eine <strong>zum</strong><br />

gegenwärtigen Zeitpunkt noch kurze Entwicklungsgeschichte zurückblicken kann,<br />

verifiziert werden? Die 28 untersuchten Unternehmen werden zu diesem Zweck in<br />

Abhängigkeit <strong>von</strong> ihrem Gründungsdatum wiederum in drei Klassen eingeteilt:<br />

• Start-Ups: Unternehmen, die fünf Jahre und weniger existieren<br />

• Follower: Firmen, die zwischen sechs und fünfzehn Jahren existieren<br />

• Pioniere: Unternehmen, die mindestens sechzehn Jahre am Markt etabliert sind<br />

Abbildung 4 visualisiert die beschriebene Klassifikation:<br />

10


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

Anteil in %<br />

50%<br />

40%<br />

30%<br />

20%<br />

10%<br />

0%<br />

Start-Ups, Follower und Pioniere<br />

43%<br />

32%<br />

Start-Ups Follower Pioniere<br />

25%<br />

Abb. 4: Start-Ups, Follower und Pioniere<br />

Die Auswertung ergab, dass ca. drei Viertel der Firmen die <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<br />

Lösungen anbieten seit lediglich 15 Jahren oder weniger am Markt existieren. Dieses<br />

Ergebnis stützt die These, dass <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong> erst in den letzten Jahren an<br />

Popularität gewonnen hat, <strong>zum</strong>al der größte Anteil (rund 43%) der Firmen in diesem<br />

Bereich zu Zeiten des Internet-Booms während den letzten fünf Jahren gegründet<br />

wurde.<br />

Die eingehende Beleuchtung der Art der Beziehung des einzelnen Unternehmens<br />

<strong>zum</strong> jeweiligen Produkt war ebenfalls Bestandteil der Fragebogenaktion. Die<br />

Verbindung zwischen Firma und Software-Lösung lässt sich, wie in Abbildung 5<br />

dargestellt, durch die folgenden vier Klassen beschreiben:<br />

• Hersteller: Eine Firma, die ein Produkt erzeugt, es jedoch nicht selbst vertreibt.<br />

• Anbieter: Ein Unternehmen, welches das untersuchte Software-Produkt vertreibt,<br />

dieses aber nicht notwendigerweise selbst produziert haben muss.<br />

• Fachhandel: Ein Unternehmen, das neben anderen Software-Produkten auch<br />

<strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Systeme <strong>von</strong> verschiedenen Herstellern anbietet.<br />

• Hersteller + Anbieter: Eine Firma, die dem Kunden ein selbst produziertes <strong>Skill</strong>-<br />

<strong>Management</strong>-System <strong>zum</strong> Kauf anbietet.<br />

11


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

39%<br />

Hersteller - Anbieter - Fachhandel<br />

4%<br />

7%<br />

Hersteller Anbieter Fachhandel Hersteller + Anbieter<br />

Abb. 5: Hersteller - Anbieter - Fachhandel<br />

Die Grafik belegt, dass der überwiegende Anteil der untersuchten Unternehmen<br />

(rund 89%) entweder nur Hersteller oder Hersteller und zugleich Anbieter in einem<br />

sind. Lediglich ein gutes Zehntel der Firmen beschränkt sich ausschließlich auf den<br />

Vertrieb fremder <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Systeme. Diese Zahlen lassen vermuten, dass<br />

die Nachfrage nach <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Tools noch relativ schwach ist, da nur wenige<br />

Firmen allein auf den Vertrieb dieser Produkte setzen. Ebenso untermauert diese<br />

Erkenntnis die Aussage, dass der informationstechnischen Umsetzung <strong>von</strong> <strong>Skill</strong>-<br />

<strong>Management</strong>-Konzepten derzeit noch wenig Beachtung in den Unternehmen<br />

geschenkt wird.<br />

Zusammenfassung:<br />

Aufgrund der analysierten Daten zeigte sich, dass drei Viertel der untersuchten<br />

Firmen den deutschen Markt mit ihren Tools beliefern. Ein gutes <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<br />

<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong> ist damit gegeben. Dieses wird jedoch erst zögerlich <strong>von</strong><br />

nachgefragt. Auf langjährige Erfahrungen im Bereich <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong> können nur<br />

ein Viertel der Firmen (ca. 25%) verweisen. Nahezu die Hälfte der Unternehmen (ca.<br />

43%) wurde erst in den letzten fünf Jahren gegründet.<br />

3.2 Softwarelösungen für das <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong><br />

Softwarelösungen<br />

Im Rahmen der <strong>Marktanalyse</strong> wurden insgesamt 28 Produkte mit <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<br />

Funktionen im Hinblick auf ihre Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen <strong>von</strong> IT-<br />

<strong>Systemen</strong>, ihr Erstinstallationsdatum und ihre Zukunftsfähigkeit untersucht.<br />

Die Auswertung der Fragebögen ergab, dass fünf verschiedene Gruppen <strong>von</strong> <strong>Skill</strong>-<br />

<strong>Management</strong>-Tools unterschieden werden können:<br />

• Reine <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Tools, deren Funktionen auf den Kompetenzmanagement-Bereich<br />

abzielen.<br />

50%<br />

12


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

• Wissensmanagement-, HRM-, Projekt-<strong>Management</strong>- und Workflow-<strong>Management</strong>-<br />

Systeme, die um eine Komponente bzw. ein Modul mit <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<br />

Funktionen erweitert werden können.<br />

• Portale, mit denen sich <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Aufgaben erledigen lassen.<br />

• E-Learning-Plattformen mit integrierten <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Funktionen<br />

• Unternehmensspezifische Konzepte, die in Individualsoftware für <strong>Skill</strong>-<br />

<strong>Management</strong> umgesetzt werden.<br />

Abbildung 6 stellt die prozentuale Häufigkeit der einzelnen <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<br />

Systemtypen in der untersuchten Auswahl dar.<br />

Anteil in %<br />

Prozentualer Anteil einzelner SMS-Typen<br />

45%<br />

40%<br />

35%<br />

30%<br />

25%<br />

20%<br />

15%<br />

10%<br />

5%<br />

0%<br />

Reine SMS<br />

35,7%<br />

Systeme mit SMS-Modul<br />

42,9%<br />

Portale mit SM-<br />

Funktionalität<br />

14,3%<br />

E-Learning-Plattformen mit<br />

SM-Funktionalität<br />

3,6% 3,6%<br />

Abb. 6: Prozentualer Anteil einzelner SMS-Typen<br />

Abb. 6 zeigt einen klaren Trend in Richtung Integration <strong>von</strong> SMS in andere IT-<br />

Lösungen. Folglich hat der Anteil der Systeme, in denen <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong> mittels<br />

einer Zusatzkomponente oder eines Erweiterungsmoduls realisiert wird, den Anteil<br />

der reinen <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Tools bereits überflügelt. Die allerorts im IT-Bereich<br />

unternommenen Integrationsbestrebungen werden mittelfristig zu einer weiteren<br />

Reduktion des Prozentsatzes an reinen SMS zu Gunsten der Integrations- und der<br />

Portallösungen führen. Den geringsten Anteil machen Individuallösungen aus.<br />

Die Analyse der Produkte bezüglich ihres Erstinstallationsdatums lässt Rückschlüsse<br />

auf das Alter der Tools und die Erfahrung des jeweiligen Unternehmens im <strong>Skill</strong>-<br />

Individualsoftware<br />

13


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

<strong>Management</strong>-Bereich zu. Im Detail erfolgte die Auswertung der Daten durch<br />

Aggregation in vier Klassen:<br />

• Produkte, mit einem Alter <strong>von</strong> bis zu drei Jahren<br />

• Lösungen, die vier bis acht Jahre existieren<br />

• Systeme, mit einem Alter <strong>von</strong> neun und mehr Jahren<br />

• Tools, für die kein Erstinstallationsdatum ermittelt werden konnte<br />

14%<br />

Erstinstallationsdatum<br />

29%<br />

11%<br />

Produkte, mit einem Alter <strong>von</strong> bis zu drei Jahren Lösungen, die bereits vier bis acht Jahre existieren<br />

Systeme, mit einem Alter <strong>von</strong> neun und mehr Jahren Tools, für die kein Erstinstallationsdatum ermittelt werden konnte<br />

Abb. 7: Erstinstallationsdatum<br />

Die Analyse bestätigt abermals die These, dass es sich bei <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong> um<br />

eine sehr neue <strong>Management</strong>disziplin handelt. Fast die Hälfte der Tools (ca. 46%)<br />

existiert seit drei oder weniger Jahren. Drei Viertel der Werkzeuge sind jünger als<br />

acht Jahre. Dieses sich erst in den letzten Jahren verbessernde <strong>Angebot</strong> erklärt den<br />

Umstand, dass sich viele Unternehmen bisher nur zögerlich oder teilweise auch gar<br />

nicht mit der Kompetenzmanagement-Thematik befasst haben.<br />

Die Evaluation der Checklisten brachte ein weiteres, interessantes Ergebnis ans<br />

Licht. Ausnahmslos alle befragten Unternehmen planen ihre Tools in Zukunft<br />

weiterzuentwickeln. Dies zeigt, dass die befragten Firmen die Zeichen der Zeit und<br />

die in Zukunft gesteigerte Bedeutung des „Humankapitals“ als Wettbewerbsfaktor<br />

erkannt haben. Zudem scheinen sie den Markt für Kompetenzmanagement-<br />

Produkte, trotz der derzeit noch geringen Nachfrage, als strategisch attraktiv<br />

einzuschätzen.<br />

Zusammenfassung:<br />

Die Untersuchung gelangte im Bereich „Produkte“ zu dem Fazit, dass <strong>Skill</strong>-<br />

<strong>Management</strong> softwaretechnisch auf verschiedene Art und Weise realisiert werden<br />

kann. Dabei ist ein Trend in Richtung Integrations- und Portallösungen ist zu<br />

erkennen. Es bestätigte sich auch die Vermutung, dass <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Systeme<br />

erst auf eine kurze Entwicklungsgeschichte zurückblicken können und somit noch<br />

nicht ausgereift sein dürften. Es planen praktisch alle Firmen die Weiterentwicklung<br />

ihrer Lösungen, was aber auch auf die zukünftige Relevanz <strong>von</strong> <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong><br />

zur Sicherung <strong>von</strong> Wettbewerbsvorteilen belegt.<br />

46%<br />

14


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

Technik<br />

Die ausgefüllten Checklisten lieferten umfangreiches technisches<br />

Kennzahlenmaterial zu den 28 betrachteten Produkten. Nachfolgend werden die<br />

verwendeten Plattformen bzw. Basistechnologien, die <strong>von</strong> den Anwendern benötigte<br />

Client-Software sowie die zur Speicherung der Kompetenzdaten verwendeten<br />

Datenbanksysteme in konsolidierter Form dargestellt. Weitere technische Details<br />

sind den in Anhang VI dokumentierten Toolprofilen zu entnehmen.<br />

Den untersuchten Software-<strong>Systemen</strong> liegen verschiedene Basistechnologien<br />

zugrunde. Abbildung 8 visualisiert die verwendeten Plattformen.<br />

11%<br />

Plattformen und Basistechnologien<br />

7%<br />

4%<br />

4%<br />

74%<br />

Application- / Web-Server Domino-Server ASP-Dienst Standalone-System Keine Angabe<br />

Abb. 8: Plattformen und Basistechnologien<br />

Nahezu drei Viertel der Systeme basieren auf einer Client-Server-Architektur und<br />

verwenden einen Application- bzw. Web-Server zur Bereitstellung der <strong>Skill</strong>-<br />

<strong>Management</strong>-Dienste. Dieser sehr hohe Wert symbolisiert die große Bedeutung <strong>von</strong><br />

Internet- und Intranettechnologien als Grundlage für <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<br />

Applikationen. Ca. 11% der Anwendungen basieren auf einer Lotus-Notes-<br />

Architektur. Ein derzeit noch relativ geringer Anteil der Lösungen (rund 7%) ist als<br />

Application Service Providing Dienst (ASP) realisiert, d.h. das Produkt kann gegen<br />

eine nutzungsabhängige Miete verwendet werden. Diese Technologie ist vor allem<br />

für kleine Unternehmen und als Einstieg ins Kompetenzmanagement geeignet, da<br />

sie mit keinerlei Aufwendungen für Hardware, Installation und Wartung verbunden ist.<br />

Eine eher unbedeutende Rolle im <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Umfeld spielen Standalone-<br />

Systeme.<br />

Der große Einfluss der Internet- und Intranettechnologien bei den <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<br />

Tools kommt auch bei der benötigten Client-Software <strong>zum</strong> Tragen. Abbildung 9 stellt<br />

diese Bedeutung eindrucksvoll graphisch dar.<br />

Bei nahezu 80% der <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Systeme erfolgt der Zugriff auf die Profile,<br />

Reports und Abfragen über Standard-Web-Browser wie den MS Internet Explorer<br />

oder den Netscape Navigator. Die Anwender können <strong>von</strong> einem beliebigen Rechner<br />

mit Internet- bzw. Intranetzugang sowie installiertem Web-Browser auf den<br />

Datenbestand zugreifen. Bei nur knapp einem Fünftel der Tools erfolgt der Zugriff<br />

über Workstations mit zuvor installiertem, produktspezifischem Client, z.B. einem<br />

Lotus Notes Client. Dies hat den Nachteil, dass eine zusätzliche Software installiert<br />

werden muss. Zudem kann nur <strong>von</strong> diesen Rechnern aus auf das System zugegriffen<br />

werden.<br />

15


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

Anteil in %<br />

80%<br />

70%<br />

60%<br />

50%<br />

40%<br />

30%<br />

20%<br />

10%<br />

0%<br />

78,6%<br />

Client-Software<br />

17,9%<br />

Web-Browser Produktspezifischer Client Keine Angabe<br />

Abb. 9: Client-Software<br />

Abschließend ist zu klären, auf welche Art und Weise die Kompetenzdaten der<br />

Mitarbeiter gespeichert und verwaltet werden. Die Auswertung der Fragebögen ergab<br />

auch in diesem Punkt ein sehr deutliches Bild, das in Abbildung 10 dargestellt ist.<br />

11%<br />

4%<br />

Datenbanken<br />

7%<br />

Relationale SQL Datenbanken Lotus-Notes Datenbanken<br />

Objektorientierte Datenbanken Keine Angabe<br />

Abb. 10: Datenbanken<br />

Die Systeme bedienen sich überwiegend relationaler SQL Datenbanken, um die<br />

Fähigkeiten, Fertigkeiten und Erfahrungen der Beschäftigten zu speichern und zu<br />

78%<br />

3,6%<br />

16


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

verwalten. Die Mitarbeiterdaten werden in Form <strong>von</strong> Datensätzen, die definierte<br />

Datenfelder enthalten, in Tabellen abgelegt. Der große Beliebtheitsgrad <strong>von</strong><br />

relationalen Datenbanken ist durch die gute Kompatibilität mit der häufig<br />

eingesetzten Client-Server-Basistechnologie, sowie durch die hohe Performanz und<br />

die einfachen, standardisierten Abfragemöglichkeiten mit SQL zu erklären. All diese<br />

Charakteristika kommen den Anforderungen, die ein modernes <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong><br />

System bezüglich der Datenspeicherung, -verwaltung und –abfrage stellt, sehr<br />

entgegen. Die auf der Domino-Server-Plattform basierenden Tools speichern die<br />

Kompetenzdaten in Lotus-Notes Datenbanken. Ein geringer Anteil der Tools (4%)<br />

bedient sich objektorientierter Datenbanken zur Datenhaltung. Diese haben die<br />

Eigenschaft, dass die Daten gekapselt in Form <strong>von</strong> Objekten (z.B. als Objekt<br />

„Mitarbeiter“ mit seinen Stammdaten und Kompetenzen) gesichert werden.<br />

Objektorientierte Datenbanken weisen derzeit noch erhebliche Defizite bezüglich<br />

ihrer Performanz und standardisierter Abfragemöglichkeiten auf, wodurch sich die<br />

bislang spärliche Einsatzhäufigkeit erklären lässt.<br />

Zusammenfassung:<br />

Mit Blick auf die technische Realisierung, kommt die Toolevaluation zu dem<br />

Ergebnis, dass überwiegend Client-Server-Architekturen (ca. 75%) <strong>zum</strong> Einsatz<br />

kommen. Die serverseitige Umsetzung basiert auf verschiedenen Web- und<br />

Applikations-Servern. Auf Clientseite werden Standard-Web-Browser verwendet.<br />

Relationale SQL Datenbanken dominieren in der Datenhaltung.<br />

Konfigurations- /<br />

Customizingmöglichkeiten<br />

Recherchefunktionen<br />

Analyse- / Aggregationsfunktionen<br />

Benutzermanagement<br />

Kommunikations- /<br />

Kollaborationsförderung<br />

Reporting<br />

Personalisierbarkeit<br />

Standardfunktionen <strong>von</strong> <strong>Skill</strong>-<br />

<strong>Management</strong>-Tools<br />

32%<br />

0% 20% 40% 60% 80% 100%<br />

Anteil in %<br />

Abb. 11: Standardfunktionen <strong>von</strong> <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Tools<br />

71%<br />

71%<br />

71%<br />

79%<br />

86%<br />

96%<br />

17


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

Funktionen<br />

Das Herzstück der Toolevaluation bildet die Analyse der verschiedenen<br />

Systemfunktionen. Zu diesem Zweck wurden, wie in Abbildung 11 dargestellt, die<br />

häufigsten Einzelfunktionen und Features in sieben übergeordnete Klassen<br />

gruppiert.<br />

• Konfigurations- und Customizingmöglichkeiten:<br />

Nahezu alle untersuchten Applikationen (ca. 96%) können auf die Bedürfnisse<br />

der jeweiligen Organisation angepasst werden. Dies umfasst sowohl die Definition<br />

eines unternehmensspezifischen Kompetenzmodells und Bewertungsschemas,<br />

als auch die firmenindividuelle Festlegung <strong>von</strong> Anforderungsprofilen. Zudem lässt<br />

sich ein Großteil der Tools an das jeweilige Corporate Design angleichen.<br />

• Recherchefunktionen:<br />

Auf Platz 2 der Funktionenliste ordnen sich mit 86% die verschiedenen<br />

Recherchefunktionen ein. Das Spektrum der identifizierten Suchmöglichkeiten<br />

reicht <strong>von</strong> einfachen Schnellsuchen, über konfigurierbare Volltext- und<br />

Schlagwortsuchen bis hin <strong>zum</strong> Category-Browsing durch das Kompetenzmodell,<br />

wie beim Windows Explorer. Mit den Suchfunktionen verknüpfte<br />

Dispositionskomponenten ermöglichen ein effektives Project-Staffing.<br />

• Analyse- und Aggregationsfunktionen:<br />

Die mit 79% drittstärkste Gruppe <strong>von</strong> Systemfunktionen ermittelt durch Soll- / Ist-<br />

Abgleiche im Rahmen <strong>von</strong> <strong>Skill</strong>-Gap-Analysen Kompetenzdefizite bzw.<br />

Überqualifikationen. Diese Informationen dienen als Basis für eine<br />

bedarfsorientierte Weiterentwicklung der Mitarbeiter. Aggregationsfunktionen<br />

erlauben die Auswertung der Kompetenzen nach Organisationseinheiten,<br />

Standorten oder Funktionen. Die strategische, an den Unternehmenszielen<br />

orientierte Kompetenzentwicklung wird damit auf eine fundierte Datenbasis<br />

gestellt.<br />

• Benutzermanagement:<br />

71% der analysierten <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Lösungen verfügen über Funktionen <strong>zum</strong><br />

Anwendermanagement. Rollen- und Rechtekonzepte regeln den Zugriff einzelner<br />

User auf bestimmte Kompetenzgebiete. Zudem verfügen eine Reihe der<br />

betrachteten SMS über Schnittstellen zu HR-<strong>Systemen</strong> für den<br />

Stammdatenimport.<br />

• Kommunikations- und Kollaborationsförderung:<br />

Knapp drei Viertel der Systeme bieten Features, die die Kommunikation unter den<br />

Anwendern unterstützen. Neben Foren, Chats und Email-Formularen kommen<br />

verstärkt Online-Mentoring und Experten-Gespräche <strong>zum</strong> Einsatz. Die Bildung<br />

<strong>von</strong> Communities of Practice zu ähnlichen Kompetenzgebieten wird mit Hilfe <strong>von</strong><br />

Kollaborationsfunktionen gefördert. Diese bieten vielfältige Möglichkeiten,<br />

Gruppen zu bestimmten Kompetenzgebieten zusammenzustellen.<br />

• Reporting:<br />

Ein beträchtlicher Teil der Applikationen (ca. 71%) ermöglicht den Usern<br />

Standard- und unternehmensindividuelle Reports zu generieren. Einige Tools<br />

bieten eigene Reportgeneratoren, die über Chart-Module und Online-Publishing-<br />

Funktionen verfügen. Der Datenexport in andere Reporting-Tools (z.B. Crystal<br />

Reports) ist häufig über CSV-Files oder Exportschnittstellen (z.B. XML) möglich.<br />

• Personalisierbarkeit:<br />

Bei ca. einem Drittel der Systeme können die Benutzer das Layout der<br />

Oberfläche sowie die Anordnung <strong>von</strong> Menüleisten, Schaltflächen und Inhalten<br />

verändern. Einige Applikationen verwenden zu diesem Zweck eigene<br />

18


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

Personalisierungsmodule, über die die Mitarbeiter ihre Umgebung im Browser<br />

gestalten können. Darüber hinaus definieren einige Tools persönliche<br />

Interessensprofile, auf deren Grundlage der Anwender über wichtige Neueinträge<br />

benachrichtigt wird. Ferner verfügen die meisten Tools über Funktionen, die nicht<br />

benötigten Inhalte ausblenden.<br />

Zusammenfassung:<br />

Die beschriebenen Klassen decken bei weitem nicht das gesamte<br />

Funktionsspektrum der analysierten Systeme ab. Sie bilden lediglich die bei der<br />

überwiegenden Zahl der Lösungen identifizierten Funktionsbereiche ab. Ziel war es,<br />

ein Gefühl dafür zu vermitteln, welcher Funktionsumfang standardmäßig in einem<br />

modernen <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-System erwartet werden kann.<br />

Zusatzleistungen<br />

Der fünfte Abschnitt des Fragebogens umfasst die <strong>von</strong> den befragten Unternehmen<br />

angebotenen Zusatzleistungen. Es wurde nachgefragt, ob eine Demo-Version des<br />

Produkts erhältlich ist oder ein Testzugang freigeschaltet werden kann, welche<br />

Wartungs- und Supportleistungen angeboten werden, welche Hilfsmöglichkeiten in<br />

Anspruch genommen werden können und ob die Installation und Einführung vor Ort<br />

durchgeführt wird. Die Analyse kam zu folgendem Ergebnis:<br />

Einen Testzugang oder eine Demo-CD stellen 22 der 28 befragten Unternehmen zur<br />

Verfügung. Dies entspricht einem prozentualen Anteil <strong>von</strong> knapp 80%. Die<br />

Möglichkeit ein <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-System vorab zu testen, um sich mit seinem<br />

Funktionsumfang vertraut machen zu können ist auf Grund dieses<br />

Evaluationsergebnisses mit „sehr gut“ zu beurteilen. Einige Firmen lassen die<br />

Demonstration ihres Tools durch kompetente Mitarbeiter begleiten, um eventuelle<br />

Kundenfragen sofort beantworten und dem Interessenten den vollen<br />

Leistungsumfang der Applikation präsentieren zu können.<br />

Die Analyse der Wartungs- und Supportleistungen lässt Rückschlüsse auf die im<br />

Systembetrieb anfallenden Kosten zu. Abbildung 12 gibt einen groben Überblick über<br />

die Supportpolitik der analysierten Firmen:<br />

89%<br />

Supportleistungen<br />

7%<br />

4%<br />

Im Preis enthalten Gegen Entgelt Nicht im <strong>Angebot</strong><br />

Abb. 12: Supportleistungen<br />

19


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

Lediglich 4% der Unternehmen bieten keine Supportleistungen zu der <strong>von</strong> ihnen<br />

angebotenen Lösung an. Bei 7% der evaluierten Produkte sind Wartung und Support<br />

im Kaufpreis enthalten. Neun <strong>von</strong> zehn Unternehmen bieten Supportleistungen<br />

gegen Entgelt an. In der Regel wird ein Wartungsvertrag mit dem Kunden<br />

geschlossen, für den je nach Support-Level-Agreement und Hersteller zwischen 10%<br />

bis maximal 25% der Lizenzkosten der Software pro Jahr veranschlagt werden.<br />

Ferner beschäftigte sich die Evaluation mit den verschiedenen Arten der<br />

Hilfeleistung. Einen Überblick über die Hilfsmöglichkeiten, die die Kunden bei<br />

auftretenden Fragen und Schwierigkeiten zu Rate ziehen können, liefert Abbildung<br />

13.<br />

Online-Hilfe<br />

Hotline<br />

Kontextsensitive<br />

Hilfe<br />

Sonstiges<br />

29%<br />

Hilfe<br />

46%<br />

68%<br />

93%<br />

0% 20% 40% 60% 80% 100%<br />

Anteil in %<br />

Abb. 13: Hilfe<br />

Eine Online-Hilfe ist für 93% der Tools verfügbar. Der hohe Anteil lässt sich durch die<br />

einfache Implementierung, die geringen Kosten und schnelle Verfügbarkeit dieser<br />

Hilfe-Form erklären. An zweiter Stelle liegt die Hotline. Sie kommt bei rund zwei<br />

Drittel der untersuchten Produkte <strong>zum</strong> Einsatz. Einige Hersteller bieten diese<br />

telefonische Unterstützung kostenlos an, bei anderen ist sie Bestandteil des<br />

Wartungsvertrags und wiederum andere Firmen stellen zusätzliche Kosten für diese<br />

Dienstleistung in Rechnung. Etwas weniger als die Hälfte der Tools setzt auf eine<br />

kontextsensitive Hilfe. Dies bedeutet, dass der User genau dort eine Hilfestellung am<br />

Bildschirm bekommt, wo er Hilfe benötigt. Welches Hilfefenster geöffnet wird, ist<br />

folglich vom Problemkontext abhängig, in dem er sich gerade befindet. 19<br />

Kontextsensitive Hilfen erfreuen sich wachsender Beliebtheit, da sie den Benutzer<br />

gezielt und komfortabel mit zur Problemlösung relevanten Informationen versorgen<br />

und ihm die Sucharbeit abnehmen. Sie sind jedoch aufwendiger zu erstellen und mit<br />

höheren Kosten als Online-Hilfen verbunden. Knapp ein Drittel der Tools bietet<br />

19 Vgl. Autor unbekannt: Kontextsensitive Hilfe<br />

20


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

weitere Hilfsfunktionen wie Foren, Fernwartung, Hilfe-Portale, Vor-Ort-Service oder<br />

Schulungen.<br />

Im Bereich der Einführung und Installation des Tools vor Ort beim Kunden lieferte die<br />

Analyse der Fragebögen, wie Abbildung 14 belegt, ein eindeutiges Bild.<br />

Installation und Einführung vor Ort<br />

75%<br />

21%<br />

4%<br />

Im Preis enthalten Gegen Entgelt Nicht im <strong>Angebot</strong><br />

Abb. 14: Installation und Einführung vor Ort<br />

Gut ein Fünftel der analysierten Firmen installiert das Produkt beim Kunden, ohne<br />

ihm zusätzliche Kosten in Rechnung zu stellen. Die Produktpreise sind bei diesen<br />

Unternehmen so kalkuliert, dass der Installationsaufwand mit abgedeckt wird. Für<br />

den weitaus größeren Teil der untersuchten Systeme (ca. 75%) fallen zusätzlich <strong>zum</strong><br />

Kaufpreis Kosten für die Einführung und die Installation an. Diese schlagen beim<br />

Kunden je nach Art und Komplexität der Tätigkeit mit einem Tagessatz <strong>von</strong> 880 EUR<br />

bis 1.300 EUR zu Buche. Lediglich ein verschwindend geringer Teil der<br />

Unternehmen (ca. 4%) bietet selbst keine Unterstützung bei der Einführung und der<br />

Installation ihrer Applikation an.<br />

Zusammenfassung:<br />

Die Auswertung der Daten liefert für die Zusatzleistungen das Resultat, dass ein<br />

breites <strong>Angebot</strong> an Serviceleistungen zu den einzelnen Produkten geboten wird. Die<br />

Inanspruchnahme dieser Dienstleistungen ist für den Kunden aber großteils<br />

kostenpflichtig. Mittels Demo-Versionen oder Testzugängen können die Tools vorab<br />

ausgiebigen Eignungstests unterzogen werden. Zusätzliche Kosten entstehen in der<br />

Regel für die Installation und den Support der Applikationen. Standardmäßig erfolgt<br />

die Hilfestellung über Online-Hilfen und Hotlines. Bei einigen Produkten können bei<br />

Problemen zusätzlich kontextsensitive Hilfen sowie Foren, Hilfe-Portale oder<br />

Ähnliches herangezogen werden.<br />

21


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

4. Zusammenfassung der Ergebnisse<br />

Auf dem deutschen Markt für <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Lösungen agiert eine Vielzahl <strong>von</strong><br />

Firmen. Die Marktabdeckung ist gut , wobei es sich überwiegend um sehr junge und<br />

kleine Unternehmen handelt. Diese treten gegenüber den Kunden hauptsächlich als<br />

Hersteller oder als Hersteller und Anbieter in einem auf.<br />

Bei den Produkten geht der Trend in Richtung Integrationslösungen, die in Form <strong>von</strong><br />

<strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Modulen zur Einbindung in andere IT-Systeme oder als<br />

Portallösungen umgesetzt werden. Der Großteil der Applikationen hat ein relativ<br />

geringes Alter. Ausnahmslos alle Produkte befinden sich in einem frühen<br />

Entwicklungsstadium bezogen auf das Produktlebenszykluskonzpt.<br />

Bei der Technik spielen Internet- und Intranet-Technologien eine bedeutende Rolle.<br />

Als Basistechnologie dominieren Client-Server-Architekturen. Web-Browser kommen<br />

als Client-Software <strong>zum</strong> Einsatz. Die Kompetenzdaten werden in relationalen SQL<br />

Datenbanken gespeichert und verwaltet.<br />

Die einzelnen Tools decken ein sehr breites, teilweise inhomogenes<br />

Funktionsspektrum ab. Dennoch kristallisierten sich im Laufe der Auswertung sieben<br />

Klassen <strong>von</strong> Standardfunktionen moderner <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-Systeme heraus.<br />

Die meisten Firmen bieten neben dem Produkt ein breites Spektrum an<br />

Zusatzleistungen. In der Regel sind diese jedoch kostenpflichtig.<br />

22


<strong>Marktanalyse</strong> <strong>zum</strong> <strong>Angebot</strong> an <strong>Skill</strong>-<strong>Management</strong>-<strong>Systemen</strong><br />

5. Literaturverzeichnis<br />

[Autor unbekannt: Kontextsensitive Hilfe]<br />

Autor unbekannt: Kontextsensitive Hilfe über die F1-Taste aufrufen. http://www.rssoftware.at/immobilienmanager/info/kontextsensitivehilfe.berdief1.tasteaufrufen.htm.<br />

Abruf: 31.07.2003<br />

[Deiters & Lucas & Weber: Baustein 1999]<br />

Deiters, Wolfgang; Lucas, Reinhard; Weber, Thorsten: ISST-Bericht <strong>Skill</strong>-<br />

<strong>Management</strong>: Ein Baustein für das <strong>Management</strong> flexibler Teams.<br />

http://www.do.isst.fhg.de/wm/veroeffentlichungen/pdf_dateien/isst_bericht_skill_man<br />

agement.pdf, November 1999. Abruf: 13.05.2003<br />

[Könnecker: Benötigte <strong>Skill</strong>s 2003]<br />

Könnecker, Heinz: Benötigte <strong>Skill</strong>s zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitstellen. In:<br />

Wissensmanagement 02/2003 (2003), S. 26 – 27<br />

[Könnecker: <strong>Skill</strong> <strong>Management</strong> 2003]<br />

Könnecker, Heinz: Best Practice <strong>Skill</strong> <strong>Management</strong>. SoftLab GmbH, München 2003<br />

[Krauter & Kreitmeier: <strong>Skill</strong> <strong>Management</strong> Systeme 1997]<br />

Krauter, Markus; Kreitmeier, Ingrid: <strong>Skill</strong> <strong>Management</strong> Systeme als<br />

Führungsinstrument der 90er Jahre. In: Reiterer, Harald; Mann, Thomas (Hrsg.):<br />

Informationssysteme als Schlüssel zur Unternehmensführung – Anspruch und<br />

Wirklichkeit. Universitätsverlag Konstanz, Konstanz 1997, S. 62 – 74<br />

[Pieler & Schuh: <strong>Skill</strong> <strong>Management</strong> 2003]<br />

Pieler, Dirk; Schuh, Michael: Mit <strong>Skill</strong> <strong>Management</strong> die richtige Aufstellung für die<br />

Zukunft realisieren. In: Wissensmanagement 02/2003 (2003), S. 20 – 22<br />

[Seibt: Personalinformationssysteme 1990]<br />

Seibt, Dietrich: Computergestützte Personalinformationssysteme. In: Kurbel, Karl;<br />

Strunz, Horst (Hrsg.): Handbuch Wirtschaftsinformatik. Poeschel Verlag, Stuttgart<br />

1990, S. 119 - 136<br />

[Wilkesmann & Rascher: Problematik]<br />

Wilkesmann, Uwe; Rascher, Ingolf: Einführung in die Problematik <strong>von</strong> <strong>Skill</strong><br />

Datenbanken. http://homepage.ruhr-unibochum.de/Ingolf.Rascher/<strong>Skill</strong>%20Datenbanken.pdf.<br />

Abruf: 01.06.2003<br />

[Ziep: Türen 1999]<br />

Ziep, Klaus-Dieter: Da müssen sich Türen öffnen zwischen Personal- und IT-<br />

Abteilung. In: LEARN! Die Kundenzeitung <strong>von</strong> IBM Learning Services Deutschland<br />

03/99 (1999), S. 3 – 4<br />

23

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!