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INFORMATIONSBLATT ZMF

INFORMATIONSBLATT ZMF Stand: 01.09.2010 1. Fortbildungsziel „Zahnmedizinische Fachassistentin“ (ZMF) 1.1. Was ist eine Zahnmedizinische Fachassistentin? Die ZMF ist eine Fachkraft der Zahnärztin/des Zahnarztes, die in einer Aufstiegsfortbildung für Zahnmedizinische Fachangestellte / Zahnarzthelferinnen zusätzliches Wissen für die Ausübung ihres Berufes erworben hat. Weil sie dadurch eine Zusatzqualifikation besitzt, kann die ZMF innerhalb eines rechtlich geschützten Tätigkeitsrahmens und unter Verantwortung der Zahnärztin/des Zahnarztes zusätzliche Aufgaben in einer Praxis, in Zahn-, Mund- und Kieferkliniken und im öffentlichen Gesundheitsdienst übernehmen. 1.2. Was macht eine Zahnmedizinische Fachassistentin? Die Kenntnisse und Fertigkeiten, die eine ZMF besitzt und die sie in ihrer täglichen Arbeit umsetzt, sind sehr vielseitig und umfassen mehrere Fachgebiete. Um einen Überblick über ihren Aufgabenbereich zu bekommen, kann man drei große Tätigkeitsfelder der ZMF unterscheiden: (1) Zunächst ist die Tätigkeit im pädagogisch-psychologischen Bereich als einer der Schwerpunkte der ZMF nennen. Zu diesem wichtigen Arbeitsgebiet zählen unter anderem die Mitarbeit bei der psychologischen Betreuung der Patienten, insbesondere von Kindern, älteren Menschen und Behinderten, die Mitarbeit bei der Gesundheitsaufklärung und -beratung (z. B. Karies- und Parodontalprophylaxe) und die Mitarbeit bei der Anweisung und Beratung zur täglichen Mundhygiene. Innerhalb des pädagogisch-psychologischen Bereichs übernimmt die ZMF auch besondere Verantwortung und Aufgaben bei der Ausbildung von Auszubildenden (2) Der medizinisch-technische Bereich bildet ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet in der Arbeit der ZMF. Aufgrund ihrer Fortbildung übernimmt die ZMF hier jedoch Arbeitsbereiche, die über das Erlernte innerhalb der Zahnmedizinischen Fachangestellten-, Zahnarzthelferinnenausbildung hinausgehen. Es zählen hierzu sowohl die Mitarbeit bei der diagnostischen und therapeutischen Tätigkeit der Zahnärztinnen und Zahnärzte, z. B. das Legen von provisorischen Verschlüssen, die Herstellung von prov. Kronen und Brücken, die Endpolitur von Füllungen, das Entfernen von Zahnbelägen, die Fissurenversiegelung, sowie die qualifizierte Mitarbeit bei der kieferorthopädischen Behandlung als auch Tätigkeiten im Zahnarztlabor. (3) Ein drittes Tätigkeitsfeld der ZMF ist der kaufmännisch-rechtliche Bereich. Sie hat umfassende Kenntnisse über Praxismanagement und –organisation, Versicherungswesen und Abrechnungsbestimmungen sowie auch über die zahlreichen rechtlichen Regelungen und Verordnungen, die im Zusammenhang mit der Zahnarztpraxis und der Beschäftigung von Mitarbeiterinnen wichtig sind. Gerade auf diesem Gebiet kann die ZMF selbständig und mit großer Eigenverantwortung arbeiten. 1.3. Was verdient eine Zahnmedizinische Fachassistentin? Auf Basis des Vergütungstarifvertrages ist eine ausgebildete ZMF in die Tätigkeitsgruppe IV einzuordnen; dies bedeutet einen Zuschlag von 25% auf das Gehalt einer ausgebildeten Zahnmedizinischen Fachangestellten / Zahnarzthelferin je nach Berufsjahr. Unabhängig vom Tarifvertrag ist eine freie Vereinbarung mit dem Arbeitgeber möglich.

INFORMATIONSBLATT ZMF Stand: 01.09.2010 2. Der Fortbildungsweg zur „Zahnmedizinischen Fachassistentin“ Zur schnellen Übersicht und Veranschaulichung, wie man ZMF werden kann, soll die Grafik auf der nächsten Seite dienen, die im Folgenden erläutert wird. 2.1. Voraussetzungen zur berufsbegleitenden Aufstiegsfortbildung ZMF Grundvoraussetzungen sind: - abgeschlossene Ausbildung zur ZFA/ZAH - 2-jährige Tätigkeit im Beruf - der Nachweis über Kenntnisse im Strahlenschutz (gemäß § 18 a RöV), - der Teilnahmenachweis an einem Kurs „Maßnahmen im Notfall“ (Herz-Lungen- Wiederbelebung mit mindestens 16 Unterrichtsstunden, nicht älter als 3 Jahre. Zulassungsprüfungen werden nicht durchgeführt. 2.2. Wie wird man ZMF? Das Bausteinsystem ist in acht einzelne Kurse (= Bausteine) aufgeteilt. An diesen Einzelkursen kann die Zahnmedizinische Fachangestellte / Zahnarzthelferin berufsbegleitend teilnehmen. Wenn sie alle acht Kurse erfolgreich absolviert hat, entscheidet der Prüfungsausschuss über die Vergabe der neuen Berufsbezeichnung und damit über die weiterführende Qualifikation im Sinne des ZHG §1 Abs.5. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, nur einzelne Bausteine zu belegen; nach erfolgreichem Abschluss ist die Helferin berechtigt, in den entsprechenden Teilbereichen tätig zu sein. 2.2.2. Wie ist das Bausteinsystem organisiert? Die einzelnen „Bausteine“ sind in sich geschlossene Lerneinheiten. Dies sind im Einzelnen: (1) Ausbildungswesen, Pädagogik, Arbeitssicherheit und -systematik (2) Oralprophylaxe, Ernährungslehre, Psychologie und Kommunikation (3) Klinische Dokumentation, Abrechnung von prophylaktischen und parodontologischen Leistungen (4) Mitarbeit bei der konservierenden und prothetischen Behandlung, Herstellung von Provisorien und Füllungspolituren (5) Mitarbeit bei der KFO-Behandlung (6) Tätigkeiten im Zahnarztlabor (7) Praxisorganisation, Verwaltung, Rechts- und Berufskunde (8) Abrechnungswesen Die Dauer der einzelnen Kurse ist sehr unterschiedlich und beträgt in ihren theoretischen Teilen zwischen 15 (Baustein 6) und 90 (Baustein 2) Stunden, wobei je nach Themenstellung noch ein praktischer Ausbildungsteil hinzukommt. Das Verhältnis von Theorie und Praxis ist somit von Kurs zu Kurs verschieden. Die theoretischen Inhalte werden dezentral je nach Bedarf in Frankfurt, Gießen und Kassel durchgeführt. Die praktischen Teile der Fortbildung werden von den Praxen, in denen die Mitarbeiterinnen tätig sind, bzw. von „Gastpraxen“ (z.B. KFO-Praxen) sichergestellt. Die Kurse schließen entweder mit einer theoretischen Prüfung (Bausteine 1,3,7 und 8), einer theoretischen und praktischen Prüfung (Bausteine 2,4 und 5) , oder nur mit einem Zertifikat (Baustein 6) ab.

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