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Positionierung nach Maß - FAZ-Institut

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Corporate Publishing

Corporate Publishing Corporate Publishing (Deutsch / Englisch) FRANKFURTER ALLGEMEINE PIAZZA SPECIAL FÜR LEBENSART SINNLICH PARFÜM MADE IN PARIS KLANGVOLL SOUNDSYSTEME DER LUXUSKLASSE Mittwoch, 31. Januar 2007 VERLAGSBEILAGE FRÜHJAHR 2006 commerce germany GLÄNZEND SKANDINAVISCHE SCHMUCKSTÜCKE OFFICIAL PUBLICATION OF THE AMERICAN CHAMBER OF COMMERCE IN GERMANY December 2006 · VOL 4 · ISSUE 5 1 7,70 Galleria Messe Frankfurt Magazin 1.2007 Emerging Trends in Legal Services Also in This Issue: TK Corporate Responsibility Special Report: magazin AmCham Germany in Thuringia Globale Ansichten Messen in Amerika: Nummer 26 Brücken in den Wachstumsmarkt 50 Jahre Saarland EDITORIAL Schön, dass du da bist „Wir müssen in Amerika noch präsenter werden“ Messe-Geschäftsführer Detlef Braun im Galleria-Gespräch Für Europäer mehr als das bloße „Business as usual“ Die Faszination des Glamours im Umfeld der Verlagsbeilage Messen in Las Frankfurter Vegas Allgemeine Zeitung Nicht nur die USA bieten prosperierende Märkte Touristische Highlights Image polierenAktivitäten der Historie Messe akzeptieren Frankfurt in Mittel- Industrie und Südamerika sortieren laden zum Besuch ein . . . . . . . . .2 Ministerpräsident Peter Müller Die bewegte Geschichte des Trotz des Strukturwandels spielt Förderung des Sports in betont zum 50. Geburtstag des Saarlands hat wesentlich zur die Stahlindustrie auch weiterhin der Region . . . . . . . . . . . . . . . . . .4 Saarlandes die Vorzüge des Landes Identitätsbildung beigetragen eine wichtige Rolle Handelspartner Frankreich . . . . .5 3 6 8 Geschichte in der Schule . . . . . . .7 Zu Hause bei Nachbarn Viele Saarländer mit Wohnsitz in Frankreich kommen zum Arbeiten täglich in ihre Heimat „Schön, dass du da bist.“ Das Motto, Der Saarländer ist heimatverbunden, sagt unter das die Saarländer den 50. das Klischee. „Ich wollte schon immer im Geburtstag ihres Bundeslandes gestellt Ausland leben“, sagt hingegen Barbara haben, ist eine Hommage an ihre Venitz-Grewenig. Die gebürtige Saarlände- Heimat. Angenehm fällt auf, dass der rin hat ihrer Heimat den Rücken gekehrt – Satz nicht das übertriebene Pathos ist ihr aber dennoch treu geblieben. Wie enthält, das man bei ähnlichen Anläs- das geht? Mit Mann und Kindern zog sie sen an anderen Orten schon zu hören vom Saarland ins französische Schoeneck. bekommen hat. Nein, die Aussage ist Seither muss die Geschäftsführerin des schlicht, fast schon umgangssprachlich Saarbrücker Info-Instituts werktäglich an banal, aber dennoch sehr konkret. Sie ihren Arbeitsplatz in die saarländische enthält eine klare Botschaft, die in Landeshauptstadt pendeln. Barbara Ve- mehrfacher Hinsicht genau das ausnitz-Grewenig zählt somit zur Gruppe der drückt, was viele Saarländer derzeit „atypischen Grenzgänger“: Menschen, die empfinden dürften: Bestätigung, Dank- ihren Wohnort ins Ausland verlagerten barkeit und auch ein wenig Trotz. und doch weiterhin in ihrem Herkunfts- Bestätigung, weil die 50-jährige Zuland arbeiten. gehörigkeit zu Deutschland eine lange Das Saarland ist Teil der sogenannten nicht mehr erlebte Konstanz dokumen- europäischen Großregion „SaarLorLux“. tiert. Als sich die saarländische Bevölke- Neben dem kleinsten Flächenland der rung im Oktober 1955 mit einer Mehr- Bundesrepublik, zählen auch Rheinlandheit von 66,7 Prozent gegen das Saarsta- Pfalz, das französische Lothringen und tut ausgesprochen hat und damit den belgische Wallonien sowie das Großher- Weg zur Eingliederung in die Bundesrezogtum Luxemburg zu diesem eher diffupublik am 1. Januar 1957 ebnete, sen Gebilde. Mehr als 160 000 Menschen konnte niemand ahnen, wie lange müssen hier täglich Landesgrenzen über- diese Zugehörigkeit dauern würde. In schreiten, wollen sie an ihren Arbeitsplatz den rund 200 Jahren davor hatte man gelangen. immerhin acht Nationalitätenwechsel „Nach der Schweiz ist die Großregion hinter sich bringen müssen. das Gebiet in Europa mit der höchsten grenzüberschreitenden Arbeitsmobilität“, Vielfalt hat zugenommen Forschung, Industrie, Architektur und vieles mehr: Das Spektrum des Saarlands wird in seiner Vielfalt oft unterschätzt. berichtet der Kulturwissenschaftler Christi- Dankbarkeit, weil sich das Bundesland an Wille. Der Saarbrücker ist ausgewiese- weiterentwickelt und insbesondere auf ner Experte in Sachen Grenzgänger. So ökonomischer Ebene an Vielfalt gewon- weiß Wille auch bestens Bescheid über das nen hat. Seit Jahren wird der Struktur- Phänomen des „atypischen Grenzgänwandel vollzogen, so dass sich auch Dank Strukturwandel gers“. Rund 7000 Saarländer pendeln sukzessive die Lebensqualität erhöht. momentan aus dem Ausland, und hier vor Dominierte lange Zeit die Montan- und allem aus Lothringen, in ihre alte Heimat, Schwerindustrie, so haben mittlerweile beziffert er. Das entspreche praktisch moderne Branchen wie IT, Nanotechno- jedem dritten der insgesamt etwa 21 000 logie oder Automotive Fuß gefasst. Die zurück in der Erfolgsspur Einpendler aus Frankreich, die das Saar- Vielfalt an Arbeits- und Entwicklungsland aktuell verzeichne. möglichkeiten im Saarland hat zuge- Schon in den sechziger Jahren zog es nommen. Seine landschaftlichen, kuli- Das ist aber nur ein Aspekt des le Stabilität sorgt, ein überdurchschnittlich viele Saarländer „auf die andere Seite“. Beim Thema Strukturwandel denken viele zunarischen und europäischen Reize stan- Strukturwandels. Parallel zum Umbau des gutes Autobahnnetz und eine Landschaft, Vor allem die seinerzeit wesentlich günstiden ohnehin nie zur Debatte. industriellen Bereichs expandierte der die einen für Fremde überraschend hohen geren Immobilien- und Grundstückspreise nächst an das Ruhrgebiet. Dass sich auch das ältes- Aber auch Trotz dürfte in dem Dienstleistungssektor, in dem heute rund Freizeit- und Erlebniswert bietet. Bemer- lockten nach Lothringen, berichtet Wille. Motto mitschwingen, da das Bundes- zwei Drittel aller erwerbstätigen Saarlänkenswert ist auch die aktive Strukturpoli- Viele Saarländer wüssten aber auch steuerte der neuen und das jüngste der alten Bundesland im Zuge der Diskussion um die der beschäftigt sind. Und die Politik setzte tik, die neben klassischen Ansiedlungszuliche Vorteile sowie die Landschaft im Föderalismusreform um seine Eigen- – zu Recht – auf Wachstumsmotoren wie schüssen und verschiedenen Kredithilfen Nachbarland zu schätzen, ergänzt der länder im Umbruch befindet, ist hingegen weniger ständigkeit fürchten muss. Es mehren Bildung, Forschung und Technologietrans- ein Förderprogramm „Lernziel Produktivi- Kulturwissenschaftler. sich die Stimmen, die eine Zusammenfer. Die Saar-Hochschule genießt mit ihrer tät“ anbietet, das die Anpassung der bekannt. Dabei muss sich das Saarland mit seinen legung mit Rheinland-Pfalz oder sogar Informatik weltweit einen exzellenten Ruf; Arbeitsqualifikationen an neue Technolo- Grenze schreckt nicht ab weiteren Bundesländern befürworten. das IT-Spitzenunternehmen IDS Scheer gien und Arbeitsprozesse speziell in mittel- „Uns hat die Gegend einfach gut gefallen, Errungenschaften keineswegs verstecken. Der Großteil der Saarländer ist derzeit AG ging aus der Saar-Universität hervor. ständischen Betrieben ganz gezielt unter- da hat uns die Grenze nicht abgeschreckt“, noch dagegen. Sie wollen ihre Eigen- Einrichtungen wie das Deutsche Forstützt. erzählt Dorothea Michaelsen-Friedlieb. ständigkeit behalten – und äußern dies enn an der Saar die Erde Saarland vor 50 Jahren Teil der Bundesreschungs-Zentrum für Künstliche Intelli- Die Diplom-Psychologin zog bereits vor offensiv. „Schön, dass du da bist“ heißt bebt und zittert, dann erinpublik wurde, stand die neue deutsche genz, verschiedene Fraunhofer-Institute Stärkere Internationalisierung einem Vierteljahrhundert ins lothringische für sie so viel wie „Wir wollen dich nert das ebenso an die Südwestecke noch für ein zweites, wenn und die Zukunftsbranchen Nano- und Auch wenn diese Maßnahmen alle richtig Bliesbruck. Ein Freund vermittelte ihr und nicht mehr missen“. Industriegeschichte dieser auch im Vergleich zum Ruhrgebiet deut- Biotechnologie sorgten für neue struktur- sind, so wäre eine stärkere Internationali- ihrem Mann ein Eigenheim, alles sei Nur mit Worten ist jedoch noch W Region wie das Weltkullich kleineres Kohle- und Stahlrevier. politische Akzente im Land. sierung des Saarlandes im gesamteuropäi- „recht schnell und unbürokratisch“ gegan- nichts erreicht. Das Saarland muss turerbe Völklinger Hütte, der Neunkirche- Dann kriselte der Bergbau, und die Stahlin- Was sich noch nicht so richtig herumschen Kontext wünschenswert. Aus Sicht gen, erinnert sie sich. Doch dass es nicht auch inhaltlich weiter Flagge zeigen. ner Hüttenweg oder die Alte Schmelz in dustrie schmolz zusammen wie Roheisen gesprochen hat: Das Saarland ist auch ein der Wirtschaft wäre zudem eine deutlich nur die Schönheit der Landschaft gewesen Damit es nicht irgendwann heißt: „Es St. Ingbert. Tempi passati: Früher steckte im Tiegel. Zeit also für einen nachhaltigen attraktiver Handelsplatz. Hervorgegangen verbesserte Anbindung des Saarbrücker ist, die Dorothea Michaelsen-Friedlieb war schön mit dir.“ (voo) der Reichtum des Landes tief im Boden. Strukturwandel, einen Brückenschlag zwi- aus dem früheren Asko-Kaufhausver- Flughafens an die internationale Luftver- samt Familie zur Grenzüberschreitung Heute findet man ihn vor allem in den schen Old Economy und New Economy, bund, ist mit Praktiker eines der führenkehrsdrehscheibe Frankfurt dringend er- animierten räumt die Saarländerin gerne Köpfen der Menschen. Bodenständige, zwischen Industrie und Forschung, Arbeit den europäischen Baumarktunternehmen forderlich. ein. „Rein gefühlsmäßig“ habe sie den lebenslustige Menschen, die harte Arbeit und Technik. in der saarländischen Burggemeinde Kir- Ein wirklich großer Vorteil ist jedoch – ZITAT Eindruck, dass das Steuersystem in Frank- gewöhnt sind, aber gern auch mal fünf kel zu Hause. Von gut 5000 Mitarbeitern so paradox es klingen mag – die Kleinheit reich „wesentlich unkomplizierter“ sei als gerade sein lassen. Im Herzen Europas Automobilbranche als Vorreiter im Jahr 1990 ist die Zahl mittlerweile auf des Landes. Fast jeder kennt hier jeden, in Deutschland. Und obendrein schätze sie „Das Aufgehen des Saar- gelegen, sind die Saarländer eher franko- Eingesetzt hatte der Strukturwandel An- weit mehr als 20 000 Angestellte in neun Networking wurde im Saarland schon das französische „Savoir-vivre“, berichtet phil als polyglott. In 200 Jahren haben sie fang der siebziger Jahre, als Ford mit der europäischen Ländern angewachsen. Von gelebt, noch bevor der Begriff in Mode die Mutter zweier Pflegekinder. Da nehme landes in einem größeren achtmal die Nationalität gewechselt – was Produktion in seinem Automobilwerk allen Firmen, die Heimat und Hauptsitz kam. Das macht auch Politik transparent sie auch gerne die dreißigminütige An- Bundesland wäre der nicht nur mit der ehemals brisanten Saarlouis so richtig Gas gab. Mittlerweile im Saarland haben, ist die Praktiker-Grup- sowie Regierung und Parlament bürgernäfahrt zu ihrer Saarbrücker Arbeitsstelle in deutsch-französischen Grenzlage zu tun unterhalten die Automobilindustrie und pe die mit Abstand größte. Dies zeigt, dass her. Es verkürzt die Wege, fördert Kontak- Kauf. saarländischen Bevölke- hatte, sondern auch mit der tradierten ihre Zulieferer in rund 120 Betrieben gut man auch aus einem kleinen Bundesland te, beschleunigt Entscheidungen. Daher Doch Dorothea Michaelsen-Friedlieb rung nach der Geschichte Montanstruktur, die früher viel wert war, 40 000 Arbeitsplätze – das sind 70 Prozent in einer geographischen Randlage wertori- bleibt zu hoffen, dass der Springteufel und ihre Familie verstehen sich nicht nur inzwischen aber eher Last als Lust ist. aller Industriearbeitsplätze. Bekannte Naentiert und erfolgreich wachsen kann. „Länderneugliederung“, der Saarland und auf „Savoir-vivre“ – früh wussten sie der vergangenen zwei Denn der kleinste deutsche Flächenstaat men finden sich darunter: Bosch und Was macht die Standortgunst des Saar- Rheinland-Pfalz zu vereinnahmen sucht, auch, wie sie sich in ihrer Wahlheimat trägt schwer an der Hypothek von rund Michelin in Homburg, Eberspächer in lands aus? Genannt werden immer wie- noch lange im Kasten bleibt. Gewinnen integrieren konnten. Die Kinder spielen im Jahrhunderte gar nicht neun Milliarden Euro Schulden – und ist Neunkirchen, ZF und Halberg-Guss in der: Europäische Kompetenz, Mehrspra- wird im Konzert der Bundesländer nicht Fußballverein, und auch sonst nimmt man zumutbar.“ trotz dieser Voraussetzung auf dem Weg Saarbrücken oder Hydro Aluminium in chigkeit, Innovations- und Improvisations- der Große gegen den Kleinen, sondern der am Gemeindeleben von Bliesbrueck re- zum Musterland. Dillingen. Übrig geblieben sind von der freude, ein gutes Angebot an qualifizierten Schnelle gegen den Langsamen. Und da gen Anteil, erzählt die Zugezogene, die HEINZ QUASTEN, Professor im Ruhestand Weitgehend unbemerkt von der Außen- alten Stahlindustrie die Saarstahl AG Arbeitskräften sowie vergleichsweise nied- hat das Saarland gute Karten. spürt, dass „wir hier recht gut integriert für Kulturgeographie im Geographischen Inwelt hat sich hier eine der dynamischsten (Völklingen) und die Dillinger Hütte, die rige Lohnkosten und günstige Boden- und sind“. stitut der Universität des Saarlandes und innovationsfreundlichsten Wirt- sich bei 10 000 Arbeitsplätzen konsolidiert Immobilienpreise. Dazu kommen eine Ei- VON MICHAEL ARNOLD Damit scheint die Familie eher atypisch schaftsregionen Deutschlands entwickelt. haben und durchaus erfolgreich am Weltgenheimquote, die höher ist als in jedem Vorstandsmitglied der Praktiker Bau- und für viele der „atypischen Grenzgänger“ zu Lesen Sie mehr dazu auf Seite 6 Der Weg dorthin war lang: Als das markt mitspielen. anderen Bundesland und für soziokulturel- Heimwerkermärkte Holding AG, Kirkel FORTSETZUNG AUF SEITE 2 Wir unterstützen Ihre interne und externe Kommunikation – mit journalistischer Kompetenz, Ideenreichtum und auf Wunsch zweisprachig (deutsch und englisch). Bei uns erhalten Sie alle Leistungen aus einer Hand: Analyse und Konzeption, Redaktion, Layout, Druck und Vertrieb. Unsere Produkte: >> Kundenzeitschriften >> Mitarbeitermagazine >> (elektronische) Newsletters >> Zeitungsbeilagen >> Artikel (Pressemitteilungen, Reden, Fachbeiträge) >> Onlineauftritte Unsere Leistungen: >> Analyse und Überarbeitung bestehender Publikationen sowie des Kommunikationskonzepts >> Erstellung maßgeschneiderter redaktioneller Konzepte >> Entwicklung und Umsetzung von Layouts >> Erstellung kompletter Publikationen auf Basis von Fremd- und Eigentexten (Deutsch / Englisch) >> Bildredaktion >> Produktion, Druck und Vertrieb >> Journalistische Übersetzungen von Texten Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Weitere Informationen: Deutsch: (0 69) 75 91 - 22 48 | redaktion@faz-institut.de Englisch: (0 69) 75 91 - 21 58

FINANCIAL GATES FINANCE FINANCIAL GATES Das Finanzmagazin für Unternehmer Deutschland ¤ 6,– www.peopleanddeals.de | www.finance-magazin.de | www.finance-dealbank.de Februar | 2007 FINANCE Österreich ¤ 6,80 Das Finanzmagazin für Unternehmer März 2007 Adecco-CFO Dominik 15,- de Euro Daniel: mit 31 Jahren Finanzchef über 18 Milliarden Euro Umsatz Die nächste Generation Die neuen CFOs und was sie können wir Schweiz sfr 12,00 1/07 Mezzanine-Buy-out Grauer Kapitalmarkt Strategiewechsel Finanzinvestor muss draußen bleiben Platzierungsrisiko inklusive Ex-Schmuddelkind Arques Das hatMagazin Großes vor für Unternehmerfamilien Seite 18 Markus Seite 30Graf Matuschka Seite 78 v. Greiffenclau Die Welt – eine Wiege voller Möglichkeiten. Reif für die Klapse oder reif für die Aufgabe? Unternehmerkinder haben es schwerer. Sagen Psychologen. 40 Prozent Unternehmer, 60 Prozent Weltverbesserer Der Reeder Peter Krämer baut Schulen in Afrika. 4. Deutscher CFO-Summit Strategische Inspiration für Finanzentscheider – Geschlossene Veranstaltung für geladene Gäste – 20./21. September 2006 Dolce am Kurpark Bad Nauheim bei Frankfurt am Main Veranstalter:xxxxxxxx FINANCE Das Finanzmagazin für Unternehmer 3 6 3 Ausgabe 04, Dezember 2006 7,50 Euro Standortfaktor Verlässlichkeit Prioritäten setzen Kämmerer Dr. Klaus Wigginghaus Münster stopft in Freiburg sucht „Plan B“ Bürgerentscheid stoppt Schwerpunkt: 2. Deutscher Kämmerertag DKT über Güterslohs Weg zu einem vierter Sparrunde der städtischen Interviews und Fachartikel der ausgeglichenen Haushalt Haushaltsloch Verkauf Anteile an der Wohnungsbaugesellschaft Hauptreferenten der Tagung auf den Deutscher Seite 2 Seite 4 Seite 12 Sonderseiten S-1 bis S-4. Kämmerertag Berlin muss weiter sparen Karlsruhe hat entschieden: Die Hauptstadt steckt nicht in „extremer Haushaltsnotlage“ KOMMENTAR Suppe selbst auslöffeln Schulden von über 60 Milliarden Euro bereits in den rot-roten Koalitionsverhand- Kosten der Refinanzierung sind weitge- Die Berliner Hoffnungen auf eine leich- und Zinszahlungen, die große Teile des lungen im Herbst 2006. Extreme Kritiker hend unabhängig von der Bonität. Am Ente Entschuldung sind begraben. Berlin Haushalts verschlingen – die Finanz- äußern laut: „Jetzt erst recht: ausgeben, de steht der Bund, d.h. der Steuerzahler, muss sich selbst vom Schuldenberg belage Berlins ist bekannt. Vor dem Bun- was noch da ist“. Politische Gegner inter- für die Schulden gerade. freien und die Verantwortung für seine desverfassungsgericht wollte das Land pretieren die Reaktion des Regierenden Politik tragen. Dieses Urteil setzt die Sonderbedarfs-Bundesergänzungszu- Bürgermeisters auf das Karlsruher Urteil Finanzverfassung umbauen Grundlage des deutschen Föderalismus, weisungen erstreiten, um den Haushalt in diese Richtung: Studiengebühren, eine Die zweite Möglichkeit setzt bei stärkerer die Eigenstaatlichkeit der Länder, kon- zu sanieren. Statt der erhofften Finanz- Fusion der Universitäten, die Schließung Regulierung an. Die Bundesregierung hat sequent um. Gerade diese betonen die spritze gab es Sparvorschläge. von Opernhäusern lehnt Klaus Wowereit im Koalitionsvertrag in Aussicht gestellt, Landesväter gern, wenn es um legislati- ab. Am Verzicht auf Kita-Gebühren und die Finanzbeziehungen von Bund und ve Kompetenzen geht. Dann wird der Von Friederike Wehnert auf den Verkauf weiterer staatlicher Woh- Ländern „den veränderten Rahmenbedin- Ruf laut, das undurchsichtige föderale n seiner Klage vor dem Bundesverfas- Die Wogen haben sich inzwischen etsungsgericht hatte das Land Berlin arwas geglättet, denn ausgabeseitig gibt es Igumentiert, es befinde sich in extremer Spielraum. Im Städtevergleich, so räumt lands“ anzupassen und das Grundgesetz so rum, finanzielle Schieflagen auszuglei- zu ändern, dass „die Eigenverantwortung chen, sind die Forderungen nach mehr der Gebietskörperschaften und ihre aufga- Eigenstaatlichkeit schnell vergessen. nungsbaugesellschaften hält er fest. gungen innerhalb und außerhalb Deutsch- Geflecht zu entwirren. Geht es aber da- Haushaltslage. Die Gründe seien vor allem Finanzsenator Sarrazin ein, habe die Verbenadäquate Finanzausstattung gestärkt So entstand im Laufe der Jahre ein der teilungsbedingte Verlust von Industrie waltung ein Optimierungspotenzial von werden“. Auf gleicher Linie liegt die Op- ebenso komplexer wie intransparenter und Subventionskürzungen nach 1989. etwa 40 Prozent: „Wenn wir uns überall an position: „Nur durch den Umbau der Fi- Finanzverbund, den die Bundesrichter Bereits durchgeführte Sparmaßnahmen den Besten orientieren, können wir bei den nanzverfassung ist die Möglichkeit ge- wiederholt kritisierten. Dass Berlin sei- könnten nicht ausgleichen, dass Berlin kommunalen Leistungen mit einem Drittel währleistet, Finanzkrisen dauerhaft zu verne Ansprüche mit teilungsbedingten aufgrund seiner Stellung als Hauptstadt weniger Personal auskommen.“ meiden“, so Jürgen Koppelin, haushalts- Nachteilen und dem Hauptstadtstatus besonders hohe Ausgaben habe. Neben dem Personalabbau wird Berlin politischer Sprecher der FDP-Bundestags- belegt, ist nur bedingt nachzuvollziehen. Berlins Finanzsenator Dr. Thilo Sarrazin hält am Das Gericht hat die Klage abgewiesen: versuchen, Kosten – vor allem für kultu- Sparkurs fest (Interview, siehe S. S-3). fraktion. Bestandteile einer Föderalismus- Die regional unterschiedliche Steuer- Berlin befinde sich nicht in einer extremen relle Projekte – auf den Bund zu verlagern. reform II wären u.a. eine restriktivere Faskraft wird durch eben diesen komplexen Haushaltsnotlage. Die Richter sehen die Dieser soll außerdem höhere Beiträge zu Der Sachverständigenrat zur Begutachsung der Verschuldungsgrenze des Art. Finanzverbund in gewissem Grade aus- Ursache für die Probleme vor allem auf den Hauptstadtleistungen übernehmen. tung der gesamtwirtschaftlichen Entwick- 115 GG, die Aufnahme der Maastricht- geglichen. In den Neunzigerjahren er- der Ausgabenseite und erkennen ausrei- Dies läuft zwangsläufig auf eine Diskussilung nennt im Jahresgutachten 2006/2007 Kriterien ins Grundgesetz und eine behielten die neuen Länder etwa erhöhte chenden Spielraum für weitere Sparmaßon über den finanziellen Umgang mit der zwei Möglichkeiten, um Finanzdisziplin grenzte Steuerautonomie für Länder und Anteile am Umsatzsteueraufkommen sonahmen. Karlsruhe nimmt Berlin zwar in Hauptstadt hinaus. Inwieweit sich die Son- zu stärken und Haushaltskrisen zu vermei- Gemeinden. Auch die Wissenschaft – ob wie Mittel aus dem Fonds deutsche Ein- die Pflicht, stellt aber auch Forderungen an derstellung als Hauptstadt in finanzieller den: Sanktionierung am Kapitalmarkt oder Hertie School of Governance oder der heit. Durch den horizontalen und verti- die anderen Länder und den Bund. Förderung niederschlagen muss, ist um- Einsatz administrativer Mittel. Erstere Wissenschaftliche Beirat beim Bundesmikalen Finanzausgleich erreichten fistritten. Den Vergleich mit der finanziellen würde ein Insolvenzrecht für Gebietskörnisterium der Finanzen – fordert ein neues nanzschwache Länder wie Berlin bei Politischer Konsens fehlt Lage anderer Stadtstaaten wie Hamburg, perschaften voraussetzen, wie es beispiels- Regelungsmodell. Die Prävention einer den Einnahmen je Einwohner herausra- In Berlin geht also der politische Streit um auf den das Bundesverfassungsgericht in weise in den USA existiert. Die Entschul- Haushaltsnotlage wäre durch ein Frühgende Spitzenpositionen. In dieser Zeit das richtige Sparen weiter. Auf der einen seinem Urteil abstellte, sehen jedoch nicht dung insolventer Länder oder Gemeinden warnsystem mit eindeutigen Indikatoren hat die Hauptstadt versäumt, wichtige Seite gibt es Befürworter, die intensivere nur Berliner äußerst kritisch. wird dann im Vergleich mit den Gläubi- und verbindlichen Verschuldungsgrenzen Konsolidierungsmaßnahmen einzulei- Sparmaßnahmen begrüßen. Auf der ande- Bereits 1992 hatte das Bundesverfasgern ausgehandelt. Im Wissen um ein sol- zu erreichen. Eine Haushaltsnotlage soll ten. Berlin hätte der heutigen Krise vorren Seite befürchten Kritiker das „Kaputtsungsgericht gefordert, Verpflichtungen ches Verfahren sind Kapitalgeber vorsich- durch den „Stabilitätsrat“, eine unabhängibeugen müssen und können. sparen“ Berlins: Die Folge sei eine drama- und Verfahren festzulegen, die der Entstetiger bei der Kreditvergabe. Die Bonität eige Instanz, festgestellt werden. Kernele- Doch auch die Bundespolitik hat vertisch schlechtere Versorgung mit öffentlihung einer Haushaltsnotlage entgegenwirnes Landes schlägt sich im Rating nieder; ment der Sanierung wäre, die Mittelbewilsagt: Die Mahnung der Bundesrichter chen Gütern und Dienstleistungen als in ken und zu ihrem Abbau beitragen. Dies eine Verschlechterung des Ratings hat höligung an strikte Bedingungen zu knüpfen. an die Politik, Haushaltskrisen vorzu- anderen Ländern. Die begrenzte politische ist nie geschehen. Das Gericht hat seine here Zinsen zur Folge. Dieser Mechanisbeugen, ließ sie schon 1992 unbeachtet Durchsetzbarkeit dieser Linie zeigte sich Forderung jetzt erneuert. mus funktioniert in Deutschland nicht: die f.wehnert@derneuekaemmerer.de an sich vorbeiziehen. Nun versuchten es die Richter noch einmal mit Nachdruck: So müsse die zweite Stufe der Föderalis- Tauziehen musreform auch Konzepte zur Vorbeugung von Haushaltskrisen beinhalten, dies sei „angesichts der gegenwärtig defizitären Rechtslage erforderlich“. Wir sind gespannt auf erste Ideen, wie Immer mehr Länder wollen den Kommunalen Finanzausgleich reformieren dem munteren Schuldenmachen gesetzgeberisch ein Riegel vorgeschoben wer- Alle Jahre wieder streiten die Länder Obwohl jedes Land seinen Kommuna- Einwohnerveredelung) heran. Dahinter fen. Gutachter Dr. Dieter Vesper beschei- und Kommunen um Geld. Das raubt len Finanzausgleich in Details anders re- steckt die Annahme, dass mit zunehmennigte dem Land zwar große Fortschritte den soll. Ansätze gibt es genügend. Zeit und Nerven. Daher wird der Ruf gelt, ähneln sich die Konfliktlinien über der Einwohnerzahl die Kosten pro Kopf bei der Finanzierung der Kommunen. n.jakobs@derneuekaemmerer.de nach Reformen lauter. Aber wo geht Ländergrenzen hinweg. Sie verlaufen ent- der Kommune überproportional steigen, „Trotzdem gibt es weiterhin Handlungsbe- die Reise hin? lang der vier Grund- weil sie höhere Kosdarf, was die Hauptansatzstaffel betrifft“, elemente, mit denen ten für Verkehr, Bil- sagt Vesper. Vorschläge sind u.a., die Ge- INHALT Von Petra Gessner der Ausgleich auf „Länder missbrauchen den dung, Gesundheit wichtung der kreisfreien Städte in der Haushaltsmanagement kommunaler Ebene kommunalen Finanzaus- und Kultur schultern Hauptansatzstaffel auf 145 Prozent zu er- Auf zu neuen Ufern S. icht nur um den Länderfinanzaus- gestaltet wird: die gleich als Reservekasse.“ muss. Bei größeren höhen und mit der Einwohnerveredelung Stadt und Kreis Aachen planen Ngleich wird gestritten. Es brodelt Finanzausgleichs- Gemeinden wird die erst bei Gemeinden mit über 5.000 Ein- Verbund „StädteRegion Aachen“ auch im Kommunalen Finanzausgleich. masse, die Finanz- Einwohnerzahl dawohnern zu beginnen. Das zeigt die ansteigende Zahl von Gekraft sowie der Finanzbedarf einer Komher mit einem Faktor erhöht, was sich Auch in Sachsen, Bayern und Nord- Finanzmanagement richtsverfahren: Kommunen aus Thürinmune und die daraus resultierende Vertei- wiederum in einem höheren Finanzbedarf rhein-Westfalen steht der Hauptansatz re- „10 Prozent Zinskosten sparen“ S. gen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und lung der Gelder als Schlüssel-, Bedarfs- niederschlägt. gelmäßig auf dem Prüfstand. Dabei sorgen Stadtdirektor Richard Sperl über den Mecklenburg-Vorpommern zogen vor ihre und Zweckzuweisungen. Worum wird ge- Neuigkeiten immer wieder für Wirbel. Einsatz von Derivaten in München Verfassungsgerichte, um Finanzausnau gestritten? Und wie einigen sich die Suche nach perfekten Kriterien Gingen Experten zum Beispiel bisher algleichsrechte einzuklagen. Parteien? Um diese Gewichtung streiten sich nicht lein von einem progressiven Kostenver- Public Private Partnership Die Position der Kommunen ist eindeu- Das erste große Konfliktfeld sind die nur Kommunen und Länder, sondern auch lauf aus, stellten sie in empirischen Studi- PPP-Prüfung für alle Neubauten tig: „Angesichts knapper Kassen versu- Schlüsselzuweisungen, die sich u.a. nach die Kommunen untereinander. Viele Been fest, dass über alle Kommunen hinweg des Landes Brandenburg S. 10 chen immer mehr Länder, den kommuna- dem Finanzbedarf einer Kommune richteiligte greifen mittlerweile auf die Exper- die Kosten u-förmig verlaufen können. In Neubau des Landtages in Warteschleife len Finanzausgleich als Reservekasse zur ten. Und dieser wird – darin sind sich alle tise von Dritten zurück, um das Problem Kommunen mit geringer Bevölkerungs- Sanierung der Landesfinanzen zu miss- einig – niemals objektiv berechnet werden zu lösen. Beispiel Brandenburg: Das Fidichte sind die Fixkosten, die z.B. bei Ver- Immobilienmanagement brauchen“, sagt Monika Kuban, stellver- können. Um sich dem „echten“ Finanzbenanzministerium beauftragte das Deutsche und Entsorgungsleistungen anfallen, pro Lasten tragen S. 13 tretende Hauptgeschäftsführerin des Deutdarf so gut es geht anzunähern, ziehen die Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin, Regelmäßige Kontrollen sind unerlässlich 3. Structured schen Städtetages. FINANCE meisten Länder den Hauptansatz (auch die Systematik des Hauptansatzes zu prü- Fortsetzung auf Seite Deutschland Kongress und Ausstellung für moderne Unternehmensfinanzierung und strukturierte Finanzprodukte – Geschlossene Veranstaltung für Finanzentscheider des öffentlichen Sektors – SFD Structured FINANCE Deutschland Programm 7. – 8. November 2007 Kultur- & Kongresszentrum Liederhalle, Stuttgart Kooperationspartner: CFO-Summit Foto: Presseamt Stadt Münster Veranstalter FINANCE Das Finanzmagazin für Unternehmer Unsere Tochtergesellschaft FINANCIAL GATES öffnet „Tore zur Finanzwelt“. Mit den Ankermedien „FINANCE“, „Der Neue Kämmerer“ und „wir“ spricht FINANCIAL GATES die Themen Corporate, Public und Private Finance an. Komplettiert wird das Angebot durch Online-Portale, Research und Veranstaltungen für die individuelle und formatübergreifende Positionierung führender Anbieter rund um Finanzthemen. Die Ankermedien: >> FINANCE – Das Finanzmagazin für Unternehmer berichtet monatlich über Unternehmensbeteiligungen, -käufe und -verkäufe, Unternehmensfinanzierung sowie Unternehmensnachfolge. Ergänzend liefert das Online-Magazin „Der Treasurer“ aktuelle Nachrichten und Hintergrundberichte für die Finanzabteilung. >> Der Neue Kämmerer ist eine Zeitung für öffentliches Haushalts-, Beteiligungs-, Immobilien- und Prozessmanagement. >> wir – Das Magazin für Unter- nehmerfamilien bietet Unternehmerfamilien und deren Angehörigen eine mediale Plattform und greift ihre speziellen Anliegen und Themen auf. Weitere Produkte: >> Das Online-Portal www.peopleanddeals.de berichtet täglich über wichtige Spieler und Transaktionen im Markt. Eine Jobbörse fördert die Vernetzung. >> Der Bereich FINANCE-Research erstellt aktuelle Studien zu Finanzmarktthemen, beispielsweise Kundenbefragungen, Marktpotenzial- oder Benchmarkanalysen. >> FINANCIAL-GATES-Events sind Closed-Shop-Veranstaltungen im jeweiligen Topsegment der Teilnehmerzielgruppe. Dazu zählen im Jahr etwa zehn Kongresse (z.B. 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