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Dokumentation zum 3. Deutschen Marken-Summit - FAZ-Institut

Dokumentation zum 3. Deutschen Marken-Summit - FAZ-Institut

Vorabendprogramm des

Vorabendprogramm des Deutschen Marken-Summits im Bode-Museum Deutsches Design: So wenig wie möglich, so viel wie nötig von Roland Heiler Welche Bedeutung hat Design „Made in Germany“ in einer zunehmend global organisierten Welt? Gibt es typisch deutsches Design überhaupt? Wenn ja, wie hebt es sich vom Design anderer Regionen ab? Auf der Suche nach Antworten gilt es, die Charaktermerkmale des typischen Deutschen zu ergründen. So schreibt der Londoner Spiegel-Korrespondent Thomas Hüetlin 2007: „Der typische Deutsche ist ein gnadenlos effizienter, aber humorloser Ingenieur.“ Übertragen auf Produkte „Made in Germany“ könnte dies heißen: Nutzwert und Funktion sind sehr gut, aber die Form könnte mehr Unterhaltungswert oder Emotionen bieten. Emotionen sind grundsätzlich auch für deutsche Designer relevant. Aber das künstliche Aufpeppen der äußeren Form ohne jegliche rationale Begründung liegt ihnen nicht. Diese Arbeitsweise findet sich eher südlich der Alpen und jenseits des Atlantiks. Auch die Deutschen lassen sich von italienischem Design durchaus begeistern. Italienisches Design hat etwas von „Dolce Vita“, davon, die Dinge nicht ganz so ernst zu nehmen, und das gefällt. Die deutsche Designauffassung dagegen lautet: „So wenig Design wie möglich, so viel Design wie nötig.“ Es besteht kein Zweifel, dass eine gelungene Produktgestaltung erfolgsentscheidend ist. Design ist oft sogar wichtiger als Daten und Fakten. Bei der Vorstellung eines neuen Produkts bietet es meist den allerersten Eindruck von dessen Eigenschaften. Diese müssen dann von Werten wie Leistungsfähigkeit und Funktion bestätigt werden. Idealer- 18 3. Deutscher Marken-Summit 2009 weise ist das Design ein Resultat von oder zumindest inspiriert durch Funktion und Technik eines Produkts. So ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Produkt halten kann, was das Design verspricht. Designer als „Mischwesen“ Um seine Gedanken und Ideen einem weniger geschulten Publikum bestmöglich vermitteln zu können, ist für den Designer das künstlerische Handwerkszeug besonders wichtig. Hier stellt sich die alte Frage, ob Designer Künstler sind oder nicht. Erfordern Design und Kunst dieselbe Art von Kreativität, oder ist der Designer nur die künstlerisch begabte Variante eines Ingenieurs? Bei dem Versuch, eine Abgrenzung zwischen Kunst und Design zu formulieren, bietet sich die Interpretation von Charles Eames an, einem der einflussreichsten Designer des 20. Jahrhunderts: „Design ist zunächst Ausdruck eines Zwecks. Es kann später (falls es gut genug ist) als Kunst beurteilt werden.“ Lange bevor Designer ein eigener Beruf wurde, gab es schon Menschen, die ein Auge für Ästhetik und Ingenieurkenntnisse hatten – so zum Beispiel Ettore Bugatti. Seine automobilen Kreationen waren nicht nur herrliche Skulpturen aus Blech. Sie zeichneten sich auch durch innovative Technik und hohe Fahrleistungen aus. Die Motoren seiner Autos sind noch heute die perfekte Symbiose aus Kunst und Technik. Zudem war Bugatti mit seinem ganzheitlichen Vermarktungsansatz ein Meister des Marketings, was entscheidend zu seinem Erfolg beitrug. Diese Fähigkei- ten bildeten die Eckpfeiler für die Entstehung des neuen Berufs des Designers. Künstler, Handwerker, Ingenieure und Architekten schlossen sich vor allem in England und Deutschland in Vereinigungen zusammen, um die Basis dessen zu begründen, was wir heute als modernes Industriedesign bezeichnen. Die Wurzeln des Designs liegen somit teilweise auch in der Kunst. Design ist ein Marketingwerkzeug Design hat sich als professionelle Disziplin und als Marketingwerkzeug weltweit etabliert. Die Erkenntnis, dass neben Marketing und Engineering auch Design für den kommerziellen Erfolg von Produkten entscheidend sein kann, hat sich durchgesetzt.Trotz aller Selbstverständlichkeit, mit der Design heute das tägliche Leben begleitet, ist der Umgang mit den Kreativen oft noch mit größeren Herausforderungen verbunden.Vor allem der schon fast legendäre Kleinkrieg zwischen Designern und Ingenieuren ist bedauerlich. Gerade in der erfolgreichen Einbindung von Designarbeit liegen große Chancen. Differenzierung für Marken Oft ist das Design der Differenzierungsfaktor einer Marke – speziell in Branchen, bei deren Produkten der Kunde Roland Heiler ist Designer und Geschäftsführer des Porsche Design Studios in Zell am See.

Prof. Dr. Bernd Wolfgang Lindemann (Staatliche Museen zu Berlin) während der Führung durch das Bode-Museum. State-of-the-Art-Technologie als gegeben voraussetzt. Neben der Nichtmessbarkeit ist ein weiteres Problem die Beurteilbarkeit von Design „durch jedermann“. Dies erfordert ein besonderes Talent und zwar eines,das den Designer wesentlich vom Künstler unterscheidet: Er muss im industriellen Umfeld seine Kreation verbal vermitteln und sie unter Umständen gegen mögliche Angriffe verteidigen. Während der Ingenieur nachweisen kann, dass die von ihm konstruierte Struktur den Anforderungen entspricht, ist Design scheinbar subjektiv. Insofern verhält es sich mit Design wie mit der Kunst – mit dem Unterschied, dass es bei der Kunst nicht so sehr darauf ankommt, dass sie außer ihrem Schöpfer auch anderen gefällt. Design sollte Chefsache sein Im Prinzip ist Design in Unternehmen Vertrauenssache:Vertrauen in das Urteil der verantwortlichen Designer, gegenseitiger Respekt zwischen allen Beteiligten und Vertrauen in die Design- und Markenphilosophie. So groß die künstlerische Freiheit des Designers auch sein mag, im Gegensatz zum freien Künstler ist seine Aufgabe umrahmt von Regeln und Bedingungen. Aber Design hat unmittelbaren und enormen Einfluss auf den Auftritt einer Marke oder eines Unternehmens. Daher sollte Design Chefsache sein. Sichtbare Werte Design kommuniziert immer auch Unternehmenswerte. Deshalb ist Design bei Porsche immer auch funktional begründet. Dieses typisch deutsche Vorgehen ist in Zeiten, in denen Werte wie Langlebigkeit und Authentizität wieder Konjunktur haben, nicht Gedanken über den Kultstatus Zu Gast im Bode-Museum das schlechteste. Gerade im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld muss nicht vordergründiges Styling betrieben, sondern die Substanz von Produkten weiterentwickelt werden. Werte, die mit „Made in Germany“ oder auch „Designed in Germany“ verbunden werden, bieten ausgezeichnete Voraussetzungen, um eine optimale Ausgangsposition für die Zukunft zu schaffen. Sind Skulpturen und Gemälde Kultbilder, oder bilden sie kulturelle Identität ab? Können sie einen Kultstatus haben, der dem von Produkten oder Stars gleicht? Kultbilder, bei denen das Objekt als Gott verehrt wird, sind Gemälde und Skulpturen nicht – zumindest nicht in der abendländischen Kulturgeschichte. Aber – das zeigen die Exponate des Bode-Museums in einem der großartigsten Museumsbauten Deutschlands – sie bilden kulturelle Identität ab und geben Auskunft über Ideen, Überzeugungen, über Verabredungen und Vorstellungen. Ihr „Design“ – im Sinne des italienischen Renaissancebegriffs „disegno“ – ist sowohl ihre Zeichnung als auch die „geistige Leistung, etwas entwerfen zu können“. So spiegelt sich in der Form und Verwendung der geistige Inhalt wider, sei es in Gemälden und Skulpturen oder in Produkten wie Automobilen und Hi-Fi-Geräten. Bilder in der europäischen Kunstgeschichte sind daher eher als Fetische, als Glücks- und Gnadenbringer zu betrachten: Ihre Nähe bringt Glück; hier weist die Bildfunktion in die Gegenwart und erinnert an den Kultstatus von Stars oder begehrten Markenprodukten. Professor Dr. Bernd Wolfgang Lindemann (Direktor der Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin ) 3. Deutscher Marken-Summit 2009 19

Programm 4. Deutscher Marken-Summit - FAZ-Institut
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