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Die Einwanderungs- und Asylpolitik der EU

Die Einwanderungs- und Asylpolitik der EU

Monika Bösche

Monika Bösche Die Einwanderungs- und Asylpolitik der EU Das konstruktivistische Modell von Marcussen u.a. bedarf daher noch einiger theoretischer Verfeinerungen - oder sogar Vereinfachungen, soweit dies möglich ist - und vor allem einer besseren Operationalisierung. Es müssen z.B. genaue Anhaltspunkte oder Merkmale für die Wahrnehmung eines kritischen Zeitpunktes spezifiziert werden [vgl. Moravcsik 1999: 671]. Denkbar sind hier z.B. enttäuschte Erwartungen oder unerfüllte Interessen bei den Akteuren. Desweiteren müssen Regeln oder Kausalmechanismen ausgearbeitet werden, die genau bestimmen, welche Ideen und Diskurse welche Politiken unter welchen Umständen beeinflussen und welche Ideen miteinander kompatibel sind [vgl. Moravcsik 1999: 671]. Denkbar wäre hier z.B. eine Typologie von Ideen und Diskursen, die in verschiedenen Weisen auf die Politiken einwirken. Das Modell von Marcussen u.a. hat also noch einen deutlichen Entwicklungs- und Konkretisierungsbedarf. Allerdings ist dies auch nicht verwunderlich, da es sich bei der konstruktivistischen Integrationsforschung um ein recht neues Feld in den Internationalen Beziehungen handelt: Diese Theorierichtung entstand erst in den 90er Jahren, und das Modell von Marcussen u.a. stammt von 1999. Die klassischen Integrationstheorien haben ihren Ursprung dagegen in den 60er Jahren und haben seitdem auch einige Überarbeitungen und Fortentwicklungen erfahren, denn keine der hier angewandten Theorievarianten entspricht voll dem Original aus der Anfangszeit. Druckdatum: 10.09.02 Seite 92 von 119

Monika Bösche Die Einwanderungs- und Asylpolitik der EU 5 Anhang 5.1 zeitliche Übersicht über relevante Ereignisse bezüglich der Einwanderungs- und Asylpolitik der EU 25.03.1957 Unterzeichnung der Verträge zur Gründung der EWG und EAG (Römische Verträge) durch die "Sechs" [Matern/Schultz 1995: 394]: Der EWG sah bereits Freizügigkeit innerhalb der Gemeinschaft vor, wenn auch nur unter dem wirtschaftlichen Aspekt [IA.17] 9./10.12.1974 Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs in Paris: erste Überlegungen zu einer Harmonisierung der Ausländergesetzgebung und Abschaffung der Passkontrollen (Passunion) [Zott 1999: 29] 01./02.12.1975 Europäischer Rat in Rom: intergouvernementale Zusammenarbeit in den Bereichen Einwanderung und Asyl: TREVI ("terrorisme, radicalisme, extrémisme, violence internationale") [IA.17; Zott 1999: 32] ab 1984 Einrichtung regelmäßiger Treffen der Innen- und Justizminister, also der Minister, die für Einwanderung zuständig sind [IA.17; vgl. auch Gimbal 1994a: 54] 25./26.06.1984 Europäischer Rat von Fontainebleau: Entschluss, das Ziel der Abschaffung der Binnengrenzen im Personenverkehr erneut zu betonen [Epiney 1995a: 23f; Zott 1999: 29] 30.07.1984 Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Französischen Republik über den schrittweisen Abbau der Kontrollen an der deutsch-französischen Grenze (Vorläufer für Schengen I) [Brübach 1997: 22; Gehring 1998: 53] 14.06.1985 Die Europäischen Kommission legt das Weißbuch zur Vollendung des Binnenmarktes der EU (inklusive Vorschlag: Abbau der Binnengrenzkontrollen und Schaffung von Ausgleichs- und Harmonisierungsmaßnahmen) vor. [Argirakos 1999: 141; Brübach 1997: 15; Matern/Schultz 1995: 399; Monar 1998: 127] 14.06.1985 Unterzeichnung des "Übereinkommen(s) über den schrittweisen Abbau der Kontrollen an den gemeinsamen Grenzen vom 14.06.1985" durch Deutschland, Frankreich und die Benelux-Staaten, Schengen I [Argirakos 1999: 146; Bigo 1996: 130; Schütz 1995: 511] 02.03.1986 Inkrafttreten von Schengen I [Zott 1999: 123] 17./28.02.1986 Unterzeichnung der Einheitlichen Europäischen Akte durch die zwölf Mitgliedstaaten [Matern/Schultz 1995: 399]: Der "Binnenmarkt umfasst einen Raum ohne Binnengrenzen, in dem der freie Verkehr [...] von [...] Personen gewährleistet ist."; Institutionalisierung der garantierten Freizügigkeit [IA.16] Druckdatum: 10.09.02 Seite 93 von 119

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