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Deutsche Außenpolitik nach der Vereinigung. Über Gleichzeitigkeit ...

Deutsche Außenpolitik nach der Vereinigung. Über Gleichzeitigkeit ...

Konsequenzen (die aus

Konsequenzen (die aus dem Phänomen resultieren) erfasst...“ (Steinke 1999 zitiert nach Strübing 2004: 78, Kursivsetzung U.R.). Als qualitätssichernde „Maßnahmen“ können jedenfalls die Methode des konsequenten Vergleichs, des generativen Fragens und die strenge Dimensionalisierung gerechnet werden, die es gemeinsam erlauben, die Eigenschaften, Kategorien und Wirkungen des zu analysierenden Phänomens möglichst akribisch zu rekonstruieren. Dabei dient das Theoretische Sampling als Hilfe zur Feinsteuerung der Datenauswahl, die dann nicht dem Kriterium der Repräsentativität des Falls für eine größere „Population“ genügen muss, sondern die Anforderung nach „konzeptueller Repräsentativität“ erfüllen und eine detailgetreue Rekonstruktion der Eigenschaften und Kategorien des einen untersuchten Gegenstands ermöglichen muss. Auch das Schreiben theoretischer Memos, also das Protokollieren des Forschungsprozesses wird von keiner anderen Methode so vehement vertreten, wie von der Grounded Theory, wobei der erzielte Transparenzgrad vor allem die Kontrolle der Forschungsarbeit erleichtert. Darüber hinaus „zwingt“ das Schreiben der Memos den Forscher dazu, seine Gedanken zu präzisieren und konsistent zu formulieren. Die Empfehlung des regelmäßigen „Peer-Debriefing“ (vgl. Flick 2002), also die Konfrontation der Zwischenergebnisse mit den kritischen Meinungen anderer Forscher, sowie die Methode des „member-checks“, d.h. die Diskussion der Konzepte und Kategorien mit Akteuren, die dem Untersuchungsfeld selbst angehören oder angehört haben (vgl. Arbeitsplan), runden die methodischen Kunstgriffe des Verfahrens ab. 5 Untersuchungsfelder 5.1 Kontrastierung und Begründung Kernanliegen des Projektes ist es, die Entwicklung der handlungsleitenden Kernüberzeugungen (Kategorien) deutscher Außenpolitik nachzuzeichnen und dabei sowohl auf Kontinuitätselemente als auch Veränderungen bei der Analyse des Datenmaterials zu fokussieren. Das bedeutet, der Untersuchungsgegenstand des Projekts ist „die“ - immer als Prozess verstandene - deutsche Außenpolitik „an sich“. Diese Ziel soll durch die hermeneutische Analyse gemäß der Grounded Theory möglichst vieler verschiedener Bereiche oder Aspekte des umfangreichen Phänomens „deutsche Außenpolitik“ erreicht werden. Da es aus zeitlichen und finanziellen Gründen unmöglich sein wird, alle Bereiche berücksichtigen zu können, muss eine möglichst wohl überlegte Auswahl der zu bearbeitenden Fälle und darin des zu analysierenden Datenmaterials erfolgen. Dabei ist die Annahme von Bedeutung, dass zentrale Konzepte und Kategorien, also Kernüberzeugungen und Eigenschaften deutscher Außenpolitik, pars pro toto in allen Aspekten des Phänomens repräsentiert werden und rekonstruiert werden können. Darüber hinaus ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass auf dem vorgesehenen methodischen Weg als Nebenprodukte je spezifische Erkenntnisse über die verschiedenen ausgewählten Felder des Gegenstands „abfallen“, die - gesetzt den Fall, den eingangs formulierten Gütekriterien würde entsprochen - für sich genommen bereits einen wissenschaftlichen Ertrag darstellen. Über die Rekonstruktion der Veränderungen und Kontinuitäten deutscher Außenpolitik in diesen drei Feldern hinaus, lässt sich das gewählte Verfahren (s. vorheriges Kapitel) nicht ex-ante in ein festgezurrtes Korsett zwängen, da dies der Grundidee der Grounded Theory - der Offenheit des Forschungsprozesses - zuwiderliefe. Das heißt, dass zur Schärfung und Konkretisierung der erarbeiteten Kategorien und Konzepte neben der Analyse der drei Fälle, die Untersuchung von Daten anderer Subfelder des Gegenstandes mittels weiterführender Vergleiche ausdrücklich vorgesehen ist. Vor diesem Hintergrund wurden als empirische Ausgangspunkte (-fälle) bestimmt: die Rekonstruktion möglicher Veränderungen und Kontinuitäten der außenpolitischen Haltungen, Handlungen und Positionen Deutschlands hinsichtlich i) des Verhältnisses autonom europäischer Sicherheitskonzepte und der NATO; ii) der ständigen Mitgliedschaft im Weltsicherheitsrat und iii) der Beziehungen zur Schweiz. 8

Im Sinne von Politik in Bezug auf gemeinsames Handeln im Rahmen institutionalisierter Strukturen kollektiven Handelns lässt sich dabei der Fall ESVP/NATO der Kategorie „Institutionenpolitik“ zuordnen. 8 Bei beiden Institutionen gilt Deutschland als wichtiger „Entscheider“ oder Gestalter, jedenfalls erfolgt die deutsche Politik je aus einer Binnen-Perspektive, da die BRD bereits Mitglied beider institutionalisierten Gemeinschaften ist. Wie erfolgt die notwendige Vermittlung zwischen möglicherweise divergierenden Interessen der verschiedenen Partner und den unterschiedlichen Strategien, die sie in den Institutionen verfolgen? Wie positioniert sich Deutschland in strittigen Fragen? Dabei gilt, dass die deutsche Politik stets zwei verschiedene Wir-Perspektiven berücksichtigen muss, WIR-NATO und WIR-ESVP. Auch die Frage nach der Gestaltung des Weltsicherheitsrats und ganz besonders der Aspekt eines permanenten Sitzes der Bundesregierung ließe sich der Kategorie „Institutionenpolitik“ zuordnen. Seit 1973 Mitglied der UN gehört Deutschland nicht zur Gruppe der P-5 (Permanent Five). In diesem Fall versucht Deutschland also, eine Institution von „außen“ zu gestalten und nicht von innen wie im Falle von EU und NATO. Hier tritt Deutschland in der illokutionären Rolle des „Fordernden“ oder „Bittstellers“ auf, weshalb es nicht abwegig ist, diesen Aspekt außenpolitischer Bemühungen der Kategorie „Statuspolitik“ zuzuordnen. Welche Bedeutung misst Deutschland sich in der Welt zu? Wie bewertet es das eigene Potenzial, seine Geltung und sein Prestige, seinen Einfluss und seine Macht? Welche Forderungen verknüpft es damit? Im Gegensatz zu Feld 1 tritt Deutschland hier als einzelner Staat auf (wenn auch als Mitglied der Weltgemeinschaft), der die permanente Mitgliedschaft in einer Gruppe erst beantragt und einen anderen Status für sich reklamiert. Mit den deutsch-schweizerischen Beziehungen wird ein dritter Aspekt deutscher Außenpolitik analysiert, der weder offensichtlich „institutionenpolitisch“ noch besonders „statuspolitisch“ zu nennen ist. Es handelt es sich hier um einen Fall der Kategorie „bilaterale Beziehungen“. Während die Fälle 1 und 2 auch machtpolitisch von großer Relevanz sind, nimmt sich der Fall 3 mit den Beziehungen zu einem kleinen Land machtpolitisch ungleich bescheidener aus. Außerdem kontrastiert dieser Fall zusätzlich mit den anderen, da die Schweiz weder Mitglied der NATO, der ESVP (EU) oder des Sicherheitsrats ist. 9 Als zusätzliches Argument soll nicht unerwähnt bleiben, dass neben zwei sehr häufig thematisierten und gemeinhin als besonders relevant erachteten Aspekten deutscher Außenpolitik (Weltsicherheitsratssitz und Verhältnis ESVP-NATO) mit den deutsch-schweizerischen Beziehungen ein bislang von den Internationalen Beziehungen nahezu unberührt gebliebener Teilaspekt deutscher Außenpolitik Beachtung findet. Auch hinsichtlich der Schlüsselkategorie des Projekts, nämlich der Rekonstruktion deutscher Außenpolitik in Blick auf Veränderungen und Kontinuitäten kontrastieren die drei ausgewählten Fälle deutlich. So gilt die Frage, ob es sich bei der Entwicklung der deutschen Haltung zum Verhältnis von ESVP und NATO um einen Fall von Kontinuität oder Wandel handelt, den meisten Experten nicht als eindeutig zu beantworten. Die erstmals 1992 erhobene Forderung nach einem permanenten Sitz Deutschlands im Weltsicherheitsrat gilt dagegen den meisten Experten als eindeutiger „Wandelfall“. Im dritten Feld begegnen wir schließlich einer - von kleineren Krisen (Flughafenstreit, Bankengesetz) abgesehen - sehr stabilen Beziehung und so dient die deutsche Haltung zu den deutsch-schweizerischen Beziehungen bisher nirgendwo als Beleg für (offensichtlichen) Wandel. 8 :Es soll hier nicht der Eindruck entstehen, der Verfasser würde der Meinung anhängen, es existiere eine fixierte Zahl einfach benennbarer außenpolitischer Teilaspekte oder Kategorien. Doch die verwendeten „Labels“ (trotz ihrer fließenden Übergänge) verweisen auf spezifische, unterscheidbare Eigenschaften des Phänomens und dienen als analytische Orientungs- und Unterscheidungshilfe. 9 Der intuitive Einwand, warum diese Beziehung nicht noch mit anderen bilateralen Beziehungen verglichen wird, um zu verallgemeinerbaren oder repräsentativen Aussagen zu gelangen, beruht auf einem Missverständnis. Es ist nicht das Ziel der Studie, zu verallgemeinerbaren Sätzen hinsichtlich deutscher Handlungen im Rahmen von bilateralen Beziehungen zu gelangen. Vielmehr geht es um die Rekonstruktion des fünfzehnjährigen Handlungsprozesses „deutsche Außenpolitik“ in möglichst maximal kontrastierenden Fällen. 9

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