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Von der westeuropäischen Erinnerung an Auschwitz zur ...

Von der westeuropäischen Erinnerung an Auschwitz zur ...

© 2013 Egbert Jahn –

© 2013 Egbert Jahn – Zitieren bitte nur unter Angabe der Quelle 12 während manche Völker, die fast vollständig nur in der Sowjetunion lebten, unter der dezimatorischen kommunistischen Völker- und Massenmordpolitik, die keineswegs alle Krimtataren, Kasachen, Tschetschenen usw. liquidieren wollte, faktisch zu einem ähnlich hohen Prozentanteil wie die Juden vernichtet wurden. Exterministische Vernichtungspolitik wurde in der Antike und auch im Mittelalter nicht selten gegenüber Stadtstaaten und Stämmen praktiziert, so daß diese kleineren Völker tatsächlich aus der Geschichte verschwanden. In moderner Zeit ist sie hingegen einzigartig. Auch den Roma wurde von der nationalsozialistischen Rassenideologie die Existenzberechtigung abgesprochen, allerdings wurden sie als weniger gefährlich und verderblich gemäß dem rassistischen Geschichtsverständnis angesehen und praktisch nicht mit derselben Konsequenz wie die Juden verfolgt und getötet. Gegenüber den Slawen verfolgten die Nationalsozialisten hingegen ein ethnosoziales Vernichtungsprogramm. Bei ihnen sollte, im übrigen in Abstufung der verschiedenen slawischen Völker, die Intelligenz, die gesamte soziale Führungsschicht ausgerottet werden, um die unteren Schichten quasi als Sklavenarbeiter durch die „Arier“ (vor allem Deutsche, aber auch Skandinavier, Niederländer und andere) nutzen zu können. Deklaratorisch werden ethnische oder nationale exterministische Parolen („Tod den …“) auf vielen Demonstrationen in der ganzen Welt skandiert. Sie können auch in einzelne Terrorakte, Pogrome oder kriegerische Auseinandersetzungen münden. Aber kühle, rationale und über längere Zeit systematisch organisierte Ausrottungspolitik ist in der Neuzeit bisher nur einmal praktiziert worden, im nationalsozialistischen Deutschland und seinem Expansionsbereich. Aber auch der Umfang des kommunistischen Massenmordes in der Sowjetunion ist einzigartig. Nirgendwo wurden so viele Menschen von staatlichen Organen ermordet wie in diesem Land, und das zum größten Teil in Friedenszeiten. Gemeinhin wird dem nationalsozialistischen Deutschland die Alleinschuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zugesprochen. Abgesehen davon, daß dieser Krieg bereits am 7. Juli 1937 mit militärischen Auseinandersetzungen zwischen Japan und China begonnen wurde und bis zum 9. September 1945 dauerte, wurde er in Europa durch das Molotow-Ribbentrop-Abkommen vom 23. August 1939 eingeleitet, dem der deutsche Angriff auf Polen am 1. September und der sowjetische am 17. September folgten. Danach wurde Polen durch beide Staaten geteilt und besetzt. Am 30. November überfielen sowjetische Truppen auch Finnland. Großbritannien und Frankreich sahen sich aber nicht in der Lage, gegen beide Aggressoren gleichzeitig Krieg zu führen, sondern konzentrierten sich auf den ihnen am gefährlichsten werdenden

© 2013 Egbert Jahn – Zitieren bitte nur unter Angabe der Quelle 13 Feind Deutschland. Bei der Kriegsschuldfrage ist allerdings nicht zu übersehen, daß Deutschland die Haupttriebskraft für einen Eroberungskrieg war und die Sowjetunion lediglich die günstige Gelegenheit nutzte, ihre eigenen Eroberungsziele zu verfolgen. Diese Eroberungen wurden der Sowjetunion dann auch nach dem Sieg der Anti-Hitler-Koalition von den Westmächten in Jalta überlassen. Zudem wurde die Sowjetunion 1941 selbst Opfer einer Aggression und dadurch Verbündete der Westmächte. Sie trug dann die Hauptlast des Zweiten Weltkrieges, was die Intensität des Krieges und die Opferzahlen in ihm anbetrifft. Die Beurteilung der Systeme des italienischen Faschismus, des deutschen Nationalsozialismus und des sowjetischen Kommunismus hat im Westen je nach den inneren und den internationalen politischen Konstellationen erheblich geschwankt. Bereits in den 1920er Jahren gab es erste Ansätze einer Analyse, die erkannte, daß Faschismus und Sowjetkommunismus historisch neuartige politische Systeme im Unterschied zu bisherigen Diktaturen bzw. Tyranneien, wie man früher sagte, waren. Sie wurden durch politische Massenmobilisierung, eine allgemein verbindliche staatliche und gesellschaftliche Ideologie, Einparteienherrschaft mit Führerkult, zentrale Verfügung über moderne Massenkommunikationsmittel, Terrorisierung und Militarisierung der Gesellschaft sowie staatliche Wirtschaftslenkung gekennzeichnet. Neben den großen Ähnlichkeiten zwischen nationalsozialistischer und kommunistischer Einparteienherrschaft gab es jedoch auch wesentliche Unterschiede zwischen ihnen. Die Kommunisten strebten eine klassenlose Gesellschaft an, die Nationalsozialisten eine auf Klassenkooperation beruhende Volksgemeinschaft. Die Kommunisten hielten zumindest deklaratorisch an Werten wie Frieden, Demokratie und Humanismus fest, während die Nationalsozialisten sie verachteten. Deshalb gab es innerhalb der kommunistischen Bewegung eine starke Opposition gegen den Stalinismus, so daß die Stalinisten Hunderttausende Kommunisten ermorden ließen, während nur wenige Nationalsozialisten sich gegen den Hitlerismus wandten und ihm zum Opfer fielen. Die kommunistischen Regime konnten sich von ihrer Massenmordpolitik befreien, die Nationalsozialisten nicht. Die universalen Zielsetzungen des Kommunismus ließen eine weltweite Bewegung mit Schwerpunkten in einigen Ländern entstehen, die rassistischen und nationalen Zielsetzungen des Nationalsozialismus begrenzten seine ideologische Reichweite auf wenige Länder, auch wenn er manche sympathisierende Kooperationspartner gegen die gemeinsamen Feinde des Liberalismus, der Demokratie, des Sozialismus und Kommunismus fand. Die weit größere Mordrate der Kommunisten hängt auch mit ihrer weiteren Verbreitung und der größeren Dauer ihrer Herrschaft zusammen.

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