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Industrienahes Photonik-Studium - Hochschule München

Industrienahes Photonik-Studium - Hochschule München

in der Tasche, als wir

in der Tasche, als wir ihm sein Master-Zeugnis überreicht haben. Denn meist ist über die Projekt-Studie oder die Master-Arbeit ein Kontakt entstanden, durch den die Studierenden nahtlos in die Industrie wechseln konnten.“ Und die meisten mussten nach dem Studium nicht einmal umziehen. Prof. Huber: „Wir sitzen hier in München in einem Photonik-Hot-Spot inmitten einer Vielzahl von Firmen. Hier werden die kürzesten Lichtimpulse erzeugt, die besten Filmkameras gebaut sowie weltweit führende Strahlquellen und Laseranlagen. Wir haben hier ein einzigartiges Umfeld mit vielen Photonik-Firmen und verschiedensten Forschungseinrichtungen, die immer auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern sind.“ Um die Mitarbeiter optimal auf ihre spätere Tätigkeit vorbereiten und die regionalen Vorteile nutzen zu können, wurde sogar ein industrieller Beirat gegründet. Prof. Roths: „Aufgabe des Beirats ist neben einer finanziellen Unterstützung insbesondere die Abstimmung der Inhalte des Studiums mit den Bedürfnissen der Industrie. Wir nehmen sehr gerne die Impulse aus der Industrie auf und richten die Ausbildung entsprechend aus. Zudem werden die Praktika und Projektstudien bevorzugt bei unseren industriellen Partnern durchgeführt.“ Wer einen Bachelor-Abschluss vorweisen kann oder ein Ingenieur-Studium abgeschlossen hat, kann sich sogar neben seiner Arbeit in der Industrie im Master-Studiengang Photonik einschreiben. Prof. Roths: „Seit dem Start im Jahr 2008 gehörte auch die Möglichkeit für ein Teilzeit-Studium zu unserem Konzept. Das Master-Studium Photonik kann man bei uns in Vollzeit in drei Semestern oder in Teilzeit in sechs Semestern absolvieren. Wir wollen damit erreichen, dass sich Leute, die schon in der Industrie arbeiten, bei uns weiterbilden können.“ Die Vorlesungen finden deshalb von Montags bis Donnerstags nach 17:00 Uhr statt, ergänzt durch Ganztagesblöcke am Donnerstag und Freitag. Die Studierenden können dadurch zum Beispiel in einem Semester den Donnerstag als Ganztagesblock belegen und im nächsten Semester den Freitag und so das Studium recht gut mit einem Teilzeitjob in der Industrie vereinbaren. Alle Fächer bewusst anwendungsnah Grundsätzlich besteht der Master-Studiengang Photonik der Hochschule München aus einer Reihe von Modulen. In den Pflicht-Modulen werden die physikalischen und theoretischen Grundlagen erarbeitet. Mit verschiedenen Wahl-Modulen kann der Student dann anschließend branchenspezifische Schwerpunkte setzen, zum Beispiel bei der Laser-Materialbearbeitung, der optischen Messtechnik oder der optischen Kommunikationstechnik. Alle Fächer sind bewusst sehr anwendungsnah ausgerichtet und schon in den ersten zwei Semestern nimmt die auf 360 Stunden angelegte Projektstudie, in denen die Studierenden im Labor die theoretischen Kenntnisse in die Praxis umsetzen und ihre Ergebnisse in einem Kolloquium vor dem Studiengang präsentieren, breiten Raum ein. Das dritte Semester ist dann komplett für die Master-Arbeit reserviert. Diese Arbeiten können in den Labors der Hochschule durchgeführt werden, aber auch in Kooperation in der Industrie oder sogar im Ausland. Mit dieser lösung zur Untersuchung der rückseitenablation für die Herstellung flexibler Solarzellen hat die Hochschule München echtes neuland betreten. Bilder: eurolaser / Hochschule München EuroLaser 02 2012 SonderteIl Photonik 51

Hintergrund Wie praxisnah und industrieorientiert an der Hochschule München geforscht wird, zeigt die Master-Arbeit eines Studenten, den wir bei unserem Besuch im Labor kennengelernt haben: die Untersuchung der Rückseitenablation für die Herstellung flexibler Solarzellen, bei der die Hochschule München echtes Neuland betreten hat. Zur Untersuchung der Vorgänge bei der Rückseitenbearbeitung mit einem Femto-Sekunden-Laser wird mit einer an der Hochschule entwickelten Methode die Wirkung einzelner Pulse untersucht. Praxisnahe Forschung mit modernster Ausstattung Dazu wird der Femto-Sekunden-Laser über mehrere Spiegel umgelenkt und schießt zur Rückseitenablation auf eine Probe. Dort löst sich durch die Laserenergie auf der Rückseite des Materials ein Käppchen der Beschichtung. Dies wird mit einer CCD-Kamera fotografiert, wobei die Zeitauflösung über die Belichtung mit einem zweiten, verzögerten Lichtimpuls gelöst wird. Je nach gewünschter Verzögerung erfolgt die Belichtung auf zwei Arten. Die Erklärung von Prof. Huber: „Von Null bis vier Nanosekunden lösen wir die Verzögerung geometrisch, denn diese Verzögerung lässt sich elektronisch nicht mehr darstellen. Dazu wird der Puls geteilt in einen starken Puls für die Ablation und einen schwachen Puls für die Belichtung, der in die grüne Wellenlänge frequenzverdoppelt wird, damit ihn die Kamera sehen kann. Der schwache Puls wird geometrisch durch mehrfache Umlenkung und Verstellung der Spiegel verzögert. Mit dem uns zur Verfügung stehenden Weg – 30 cm entsprechen ungefähr einer Nanosekunde – können wir auf diese Art den Puls um bis zu vier Nanosekunden verzögern. Für Verzögerung von mehr als vier Nanosekunden setzen wir für die Belichtung einen zusätzlichen, elektronisch getriggerten 600 Piko-Sekunden-Laser ein. Dadurch können wir in einzelnen Bildern den gesamten Prozess im zeitlichen Ablauf fotografieren.“ Für Prof. Huber ist dies „angewandete Forschung in Reinstform: Wir haben ein Prozessergebnis nicht verstanden und dann untersucht, warum wir es nicht verstehen. Dazu haben wir echtes Neuland betreten Mit einer sehr praxisnahen Ausbildung und industrienahen Aufgaben erhalten die Absolventen der Hochschule München das nötige Wissen, um aus den neuesten erkenntnissen der Wissenschaft marktfähige Innovationen zu entwickeln. und können so auch als Hochschule die Formulierung verwenden „wir haben erstmalig gezeigt“. Dieses Wissen können wir jetzt wieder verwenden, um die Prozesse noch effizienter zu machen. So ist es uns gelungen, das gleiche Ergebnis mit einem Zehntel der Laserleistung zu erreichen.“ Dass sich solche Ergebnisse nicht mit einer Ausrüstung realisieren lassen, die im Deutschen Museum besser aufgehoben wäre, ist für Prof. Huber so sicher wie das Amen in der Kirche: „Uns ist es sehr wichtig, dass wir mit unseren Anlagen immer auf dem aktuellen Stand der Technologie sind, und wir unseren Studierenden Technik zur Verfügung stellen können, die sie auch später in der Industrie finden. Dazu sind die Studienbeiträge eine wichtige Hilfe. Mehrere unserer neuen Laser konnten wir nur dank der Studienbeiträge anschaffen. Andere haben wir über Spenden unserer Projektpartner erhalten. Dadurch können wir aber Studienprojekte realisieren, die aktuelle Trends aufgreifen, wie die vergleichende Bearbeitung mit Nano- und Piko-Sekunden-Lasern.“ Ein wichtiger Lerneffekt: Bei vielen Versuchen zur Lasermaterialbearbeitung tasten sich die Studierenden langsam an die Ablationsschwelle heran und lernen damit einerseits den Umgang mit neuester Technologie und gleichzeitig eine empirische Arbeitsweise kennen. Eine Vorgehensweise, für die nach Erfahrung von Prof. Huber „ein Industriebetrieb gar nicht die Zeit hat. Hier wird mit maximaler die Hochschule München legt großen Wert darauf, dass die Anlagen immer auf dem aktuellen Stand der technologie sind und die Studierenden technik zur Verfügung haben, die sie auch später in der Industrie finden, zum Beispiel aktuelle nano­ und Piko­Sekunden­laser. 52 SonderteIl Photonik EuroLaser 02 2012

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