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Bericht über das Auslandssemester

Bericht über das Auslandssemester

eines Übersetzers,

eines Übersetzers, normalerweise mit zwei Fremdsprachen, erwerben. Die letzten zwei Jahre sind für diejenigen Studenten, die die nötigen Fähigkeiten für einen Dolmetscher besitzen, gedacht. Das Dolmetschstudium befand sich allerdings noch im Aufbau, in dem Semester, in dem ich in Concepción war, sollten die ersten Absolventen dafür fertig werden. Es gab sowohl Kurse, die von chilenischen Dozenten geleitet wurden als auch Veranstaltungen mit deutschen Dozenten. Ich hatte das Glück, dass ich einige Kurse aus den höheren Semestern belegte, die sehr klein waren und in denen wir häufig aktuelle Themen aus Chile, Deutschland und dem Rest der Welt aufgreifen und intensiv besprechen konnten. Der Austausch zwischen Deutschen und Chilenen war dabei äußerst produktiv, es war interessant und auch sehr aufschlussreich, einige Themen unter einem anderen Blickwinkel betrachten zu können. Bei anderen Kursen, in denen eher die unteren Semester vertreten waren, merkte man allerdings leider zum Teil recht stark, dass Chilenen oftmals schon mit 18 Jahren an die Universität kommen: Der Unterricht war teilweise sehr verschult und man kam sich gelegentlich vor, wie in der Mittelstufe, wenn alles durcheinander schrie und nicht einmal annähernd am Thema interessiert zu sein schien. Allgemein konnte das Niveau in den Kursen nicht immer mit dem in Deutschland verglichen werden. Insbesondere die Sprachkenntnisse waren bei den Chilenen – u.a. bedingt durch mangelnde Vorbildung aus der Schule – schlechter als bei deutschen Studenten. Auch die Ausstattung der Bibliothek ließ leider zu wünschen übrig. Im Oktober/November gab es außerdem einen Streik von Seiten der Studenten gegen die (zugegebenermaßen ziemlich hohen) Studiengebühren. Zahlreiche Fakultäten wurden besetzt, darunter auch die Facultad de Humanidades, wodurch der Unterricht ausfiel. Da aber immer nur von einem Tag auf den anderen entschieden wurde, ob der Streik weitergehen sollte, war man dennoch an die Uni gebunden und konnte keine größeren Ausflüge oder Reisen planen, um diese Zeit anderweitig nutzen zu können. Ein sehr positiver Aspekt der Universidad de Concepción war sicherlich die Möglichkeit, Vorträge vieler Art zu besuchen oder einfach spontan Freunde zu deren Kursen zu begleiten. So konnte ich Vorträge zu ganz diversen Themengebieten wie z.B. Kunst oder Astrophysik hören. Vor allem im Vergleich zu Germersheim war dies eine willkommene Abwechslung. Nicht zu verachten ist natürlich auch der Austausch mit den anderen Studenten gewesen: Viele von ihnen zeigten ein großes Interesse an Deutschland und Europa und man konnte eine Menge über das chilenische Leben, die Kultur, Politik, Mentalität und noch vieles mehr lernen. Die Chilenen selbst waren im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern ziemlich zurückhaltend. Auch die chilenische Kultur entspricht sehr häufig nicht den üblichen UdeC 2009 | 2

„Latinoklischees“, sondern erinnert manchmal eher an Europa, insbesondere im Süden des Landes. Eine der ersten Sachen, die uns auffielen: die niedrigen Lebenshaltungskosten. Diese entsprachen ungefähr Germersheimer Niveau, wobei allerdings besonders auswärts essen ausgesprochen günstig war. Man muss allerdings anmerken, dass nach dem Erdbeben Ende Februar 2010, bei dem zahlreiche Gebäude zerstört wurden, insbesondere die Mieten stark in die Höhe gegangen sind. Dieses Erdbeben, das ich in Santiago erlebte, zerstörte zwar große Teile von Concepción und auch der Universität. Der Wiederaufbau begann allerdings sehr rasch – die Solidarität im Land war ausgesprochen hoch – und das erste Semester 2010 konnte mit einiger Verzögerung bereits im April beginnen. Das chilenische Spanisch, das sich teilweise doch sehr vom „Standardspanisch“ (sofern so etwas überhaupt existiert) unterscheidet, war manchmal auch eine Herausforderung für sich. Insbesondere junge Menschen sprechen zum Teil sehr schnell und die Umgangssprache ist von zahlreichen Modismen geprägt. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit war dies dann allerdings kein größeres Problem mehr. Das waren allerdings alles nur kleine Hindernisse, die einen nicht davon abhalten konnten, dieses bezaubernde, aber leider viel zu lange Land zu erkunden! Bei Fragen jeder Art stehe ich gerne zur Verfügung. JESSICA SCHULZ UdeC 2009 | 3

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