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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

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8. Die

8. Die „Kontrollschleife“ 102 Die Empfindung der Willensfreiheit scheint eine Art „Kontrollschleife“ zu bilden (s. unten). 74 Von ihr setze ich das „Gewissen“ ab (Smith [1759] 1956, spricht von „the man within the breast“). Auch bewußt werdende Beobachtung 75 will ich abtrennen. – Bewußtwerdung tritt nach Roth (2004, 71) innerhalb von 200 bis 1000 Millisekunden, nach anderen, z. B. John- Dylan Haynes (vgl. Schnabel 2008a) z. T. erst nach 10 Sekunden (oder war das ein Druckfehler?) nach einer neuronalen Entscheidung ein. – Das Gewissen und die Beobachtung können zur Überprüfung herangezogen werden. Bewußtsein kann Teil der Kontrollschleife werden, nur daß diese üblicherweise nur Millisekunden in Anspruch nimmt und fast ganz unbewußt bleibt. 76 (Selbst-)Bewußtsein äußert sich u. a. als Empfindung/Gefühl („Emotion“) als Annahme oder sogar Überzeugung des Organismus, er (sein Ich) entscheide frei über einen Großteil seines Verhaltens. Das Gefühl eines freien Willens kann organismisch (z. B. neurophysisch) getroffene Entscheidungen (im Nachhinein) verstärken, begründen und damit ‚erklären‘, zur Revision stellen usw. Anders gesagt: Willlensfreiheit und damit Freiheit, Verantwortung und Ethik werden zu Ausdrücken für Aufgaben eines Kontrollmechanismus. Diese Kontrolle ist ganzheitlich. Bildlich gesprochen läßt das Gehirn den gesamten neurophysischen Apparat und den ganzen Körper mitsamt der Empfindung seiner sozio-kulturellen Umwelt (vgl. das Einholen anderer Meinungen) holistisch an der Kontrolle teilnehmen. Gerade diese soziokulturelle Institutionalisierung diskursiver Mentalität, die dank der Schriftsprache ein semiotisch-kommunikatives Eigenleben gegenüber Individuen und ihren Generationen gewinnt, fehlt anderen Primaten. (Krüger 2004, 189; im Original kursiv) Soziokulturelle Phänomene liegen nicht außerhalb, sondern innerhalb der Möglichkeiten, die in Naturgesetzen beschrieben werden. (ib. 190) Die Empfindung von Freiheit, Verantwortung und Ethik wirkt belohnend und verstärkt durch den Einbezug der Umweltempfindung auch das soziale 74 Zur Kontrollschleife vgl. schon die umstrittenen Experimente Libets (1983). Libet war einer der ersten, der Bewußtsein nachweisen und im Gehirn lokalisieren wollte. 75 Beobachtung bekommt einen dreifachen Sinn: die (Fremd-)Beobachtung durch ein anderes Subjekt, die Selbstbeobachtung und die Beoachtung eines anderen Objekts als Abgleichung zum eigenen Verhalten. 76 Smith rechnet natürlich noch nicht mit solch kurzen Ereignissen. Es ist interessant, daß er in seinen Meditationen geradezu Ruhe ausstrahlt, während die heutige Gesellschaft in Hektik versinkt.

103 (gesellschaftliche) Verhalten. Dies wird besonders deutlich, wenn ein Prozeß bewußt wird. Bewußtsein entsteht in diesem Zusammenhang, wenn im Ablauf von Ereignissen Schwierigkeiten (‚Hemmungen‘) für einen Organismus auftreten (vgl. Loenhoff 2001, 118f, nach Mead 1987, 2.221), der Ablauf zu stocken droht (vgl. das double bind) und eine Kontrollschleife intensiviert wird / werden muß. Bewußtsein bedarf eines Auslösers. – Von der geschilderten Kontrollschleife sind andere, z. T. langwierige Erwägungen zu unterscheiden (vgl. die Unentscheidbarkeit und Iterationen von Kontrollen). Die Behauptung, der Mensch habe einen freien Willen, ist eine verkürzende Aussage. Der Mensch hat (und braucht) das Gefühl / die Empfindung, er habe einen freien Willen. (Die Formulierung behauptet noch kein ‚Da- und So-Sein‘ eines freien Willens.) Diese Haltung trägt zum Ablauf der Kontrollschleife bei. Flexibilität als Ethik. Darauf macht Dizdar (2009, 98) aufmerksam. Without an implied possibility of conversion there is no ethics, as without the possibility that I might not keep the promise, there can be no promise. Der Terminus „Kontrollschleife“ besagt also, das Gehirn (genauer: der neurophysische Apparat) werde aktiv, „vergleiche“ die aktuell verfügbaren Daten miteinander, evaluiere sie und „entscheide“ z. B. etwas auf Grund komplexer, ganzkörperlich physikalisch-energetischer, holistischer Aktivitäten. Zur Holistik gehört auch der Einbezug bzw. die kritische Überprüfung der Vergangenheit, wie sie erinnert wird (vgl. das vorgenannte raumzeitliche Umfeld des Organismus). Die „Kontrollschleife“ dient zur Überprüfung einer Entscheidung des Gehirns durch den Gesamtorganismus, oft einschließlich des sog. „Bewußtseins“. 77 Es gibt Stufen und Arten des Bewußtseins. (Man kann sich seiner Angst bewußt werden, ohne sich des Grundes und Gegenstands der Angst bewußt zu sein. Wenn Grenzziehung u. a. Abwehr besagt, wird sie ein Grund für Angst; vgl. die Abschottung. 78 ) Alles Geschehen (auch das neuronale) und darin das Entscheiden und 77 Die Kontrollschleife umfaßt oder schlägt eine Brücke zwischen Teilen des Freudschen unbewußten „Es“ und des z. T. bewußt werden könnenden „Über-Ich“ (vgl. das „Gewissen“). In diese Kontrolle werden überindividuelle, also sozial-kulturelle Phänomene, darunter Ethik und Moral, einbezogen. Die Kontrollschleife kann weitere Phänomene heranziehen, um sich ‚abzurunden‘ (vgl. Stimmung, Angst usw.). 78 Ich brauche wohl nicht an die ‚Angst‘ des Translators vor bereits existierenden Translatemen des gleichen Ausgangstextems zu erinnern, mit denen er sich bei seiner eigenen Translation auseinandersetzen muß, wovor er sich aber scheut. „Tatsächlich ist eines der wichtigsten Dinge, die sich über die Abwehren sagen lassen, daß sie sich aus eifrigen Dienern in unnachgiebige Behinderer der Adaptation verwandeln können.“ (Gay/Frank 1989, 547f, zu Freud; vgl. ib. 546-548)

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