Aufrufe
vor 4 Jahren

Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

106 gleich mit einem

106 gleich mit einem Computer an dieser Stelle vielleicht doch erlaubt: Hier zweifelt niemand, daß die Fähigkeiten heutiger Rechner Phänomene erzeugen können, die an einfaches „Denken“ anklingen, und doch bleiben sie ausnahmslos im Bereich physikalischer Prozesse. Außerdem kann an die sog. Indeterminiertheit qua Komplexität chaotischer Prozesse erinnert werden – und immer wieder an die Perspektivität, aus der heraus Behauptungen oder Annahmen, auch über terminologische Phänomene, aufgestellt werden. – Gerade der letzte Satz weist nochmals auf die Gewohnheit terminologischer und besonders syntaktischer Ausdrucksweisen hin. Ich fasse noch einmal einige Punkte zusammen. Dabei stütze ich mich z. T. auf Heintel (2006), der meiner Meinung nach eine für die menschliche Meso-Ebene angemessene Haltung im Streit zwischen Neurobiologie und Rechtswissenschaft einnimmt. Wie kommt es zu einem (quasi)einheitlichen Er-Leben in einem Individuum (vgl. die angenommene Ich-Identität)? Die Neurobiologie kann elementare Prozesse, z. B. chemische Vorgänge, Transporte und Ereignisse, z. B. Neuronenaktivitäten, z. T. erkennen. Die nur mögliche Teilerkenntnis beruht auf noch mangelhaft entwickelten Verfahren und vor allem der grundsätzlichen Perspektivität aller Beobachtung. Der Mensch generalisiert reduzierend als gleichzeitig perzipierte oder rasch aufeinander einkommende Stimuli in der Perzeption als Einheit, evtl. sogar als eine Ganzheit. – Man sieht nicht die Pixel, aus denen sich ein Bild auf dem Bildschirm zusammensetzt, man sieht Landschaften, bewegliche Filmszenen, man hört Melodien, kurzum: ‚Ganzheiten‘. – In Erinnerungen entsteht auch eine temporale (diachrone) Tiefe als Ganzheit. Vergleiche mit gemachten Erfahrungen und mit Erinnerungen lassen Verknüpfungen als Kausalitäten entstehen. Durch Generalisierung entsteht die Empfindung, der Mensch sei eine Ganzheit. – Reale „Eindrücke“ rufen das ganzheitliche Gefühl von Schmerzen hervor, der Organismus reagiert ganzheitlich. Das gilt auch für andere Emotionen. – Erinnerungen lassen sich anscheinend leichter evozieren, wenn man historisch vorgeht, indem man z. B. einen Weg in Gedanken noch einmal abgeht und die dabei empfundenen Gefühle erneut zu aktivieren versucht. Erinnerungen sind Beziehungsmuster (ib. 263). Die heftige, oft wenig begründete Wehr gegen die Neurobiologie vor allem seitens der Rechtswissenschaft und Religion (bzw. Theologie) sowie z. T. der Philosophie und Psychologie scheint eine Portion Rückzugsstrate-

107 gie zu enthalten. Man weiß mit neuen Perspektiven nicht recht 79 umzugehen. Aber die Neurobiologie hat auch ein Problem: Sie untersucht Hirnaktivitäten aufgrund von Bewußtseins-, Denk- und Sprachverhalten, das zumindest z. T. schon in das Gebiet anderer Disziplinen gehört. Solange sich die Neurobiologie dessen bewußt ist – und das trifft durchaus auf die Mehrheit der Neurobiologen zu –, ist das kein Nachteil, sondern ein erweitertes Forschungsfeld der Disziplin. Untersucht wird also z. B. das Verhalten von Neuronen, während jemand darüber philosophiert, was beim Philosophieren über das Verhalten von Neuronen vor sich geht. Andere Disziplinen nehmen andere Ebenen ins Visier: Sie sprechen oder schreiben ganzheitlich über Ganzheiten, soll(t)en aber auch elementare Elemente und Relationen einbeziehen und dabei mit der Neurobiologie zusammenarbeiten. Elementar forschen und „ganzheitlich“ darüber diskutieren gehört seit alters zum Wissenschaftsverständnis. Während man nachdenkt, entwickelt und ändert sich das Gehirn selbst (vgl. auch, daß eine Beobachtung alle Faktoren: Beobachtung, Beobachter und Beobachtetes verändert; vgl. Burkhardt 2006). Durch Erfahrung entwickelt das Gehirn ein „Bereitschaftsgefühl“, das Erwartungen auf die Zukunft vorwegzunehmen erlaubt (Heintel 2006, 76; vgl. die Probehandlung). Wenn es irgendwo und irgendwann mindestens zwei Möglichkeiten gibt (und diese Möglichkeit ist in jedem Raum- und Zeitmoment im Universum der Fall), muß eine Entscheidung getroffen werden, welcher Möglichkeit gefolgt werden soll. Das kann u. U. in indefinit vielen Schritten erfolgen: wenn a und b, dann b; wenn b, dann c und d; wenn d, dann e und f; …. Gleichgültig, wer oder was diese Entscheidungen trifft, sie müssen getroffen werden. Und sie werden natürlich getroffen. („Natürlich“ erlaubt in diesem Satz zwei Interpretationen.) Es gibt etwas, daß der Mensch als Bewußtsein empfindet. Neuronale Aktivitäten sind nicht nur in das Ganze eines Menschen, sondern in das Ganze des Universums eingebunden. Das Bewußtsein macht nur einen indefinit kleinen Teil des ganzen Menschen und einen indefinit kleineren Teil des ganzen Universums aus. Die physische „Natur“ des Individuums wirkt (nach unserem Empfinden) bremsend auf eine mögliche Evolution. Zugleich empfinden wir, daß der Teil des individuellen Da- und So-Seins größer wird. Die Makro-Ebene menschlicher Virtualitäten und Potentialitäten wächst. Hieraus könnte eine andere Art 79 „Recht“ gehört etymologisch zu „richtig“, als Adverb wird es oft (wie im obigen Fall) abschwächend gebraucht: „nicht recht mit etw. umgehen“ heißt, nicht so ganz richtig mit etw. umgehen können.

Abschied von Hans J. Vermeer - Fachbereich Translations-, Sprach ...
Hans J. Vermeer Postkoloniale Politik und literarisches Übersetzen
Literaturangaben Arbeitsbibliothek Hans J. Vermeer
Hans .J. Vermeer Die Aufhebung der Translatiou
Wie geht es weiter im „alten“ BA? - Fachbereich Translations ...
Erfahrungsbericht - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Laudatio - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Translation als Kreolisierung - Fachbereich Translations-, Sprach ...
Fächerübergreifendes Lehrangebot - Fachbereich Translations ...
Studienschwerpunkte - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Modulhandbuch - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft ...
Prüfungsordnung für den "neuen" - Fachbereich Translations ...
Polnisch - Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft
Bachelorstudiengang Sprache, Kultur, Translation - Fachbereich ...
Translation als Schlüsselbegriff der Interdisziplinarität - Fachbereich ...
Paul Hillery - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Modulhandbuch für MA SKT Spanisch - Fachbereich Translations ...
Programm - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Memoiren von Russlanddeutschen - Fachbereich Translations ...
Muttersprachlicher Unterricht - Fachbereich Translations-, Sprach ...
Von Ost nach West - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Deutsch - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Prüfungsordnung MA SKT - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Zu neuen Ufern lockt ein neuer Tag - Fachbereich Translations ...
Modulhandbuch BA (Stand März 2010) - Fachbereich Translations ...
Modulhandbuch - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Teilnahmeformular - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
BA-Arbeit-beinahe-druckreife Fassung - Fachbereich Translations ...
Prüfungsordnung BA SKT - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...