Aufrufe
vor 5 Jahren

Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

kurz mikrophysikalische

kurz mikrophysikalische und neurobiologische Erkenntnisse der einschlägigen Wissenschaftsdisziplinen, streife das Problem der Willensfreiheit und diskutiere im Anschluß an die genannten Themen und in ihrem Lichte als praktisches Beispiel die ‚Grundlage(n)‘ des in der ‚westlichen‘ Welt gel- würde es gemäß Behaghels Regel heißen: Eines Tages rief Bālans Vater seinen Sohn, gab ihm Geld und sagte: „Geh zum Postamt und kauf mir eine Briefmarke!“ Man könnte sogar spekulieren, ob nicht auch ein deutscher Papa, wie es die tamulische Geschichte schildert, das Geld erst herausrückt, nachdem er seinem Sohn seine Anweisung gegeben hat, während eine übliche deutsche Schilderung keine Rücksicht auf die Realität nehmen und das Geld zuerst übergeben würde, weil dieser Satzteil kürzer als der Befehl ist und daher rhythmisch vor dem längeren der direkten (oder indirekten) Rede stehen muß. – Übrigens sagt man im Deutschen „Geh und kauf!“, während der Tamile sagt „Geh, kauf und komm (zurück)!“ Andere Völker verbalisieren andere Teile eines Vorgangs. Nicht die Realität, wie sie jemand analysieren und die Analyse verbalisieren könnte, wird dargestellt, sondern die situativ als wesentlich geltenden Teile, bis die scene nach der Gewohnheit von Sprechern und Hörern kulturspezifisch ausgedrückt und verständlich werden kann (vgl. Salomon 2008). Hierzu gehört auch, daß im Tamil und Türkischen usw. zuerst gesagt wird, was zu sagen ist, und danach erst gesagt wird, daß es gesagt wurde: Der Vater sagte: „Geh …!“ wird zu Der Vater:“ Geh …!“ sagte. – Noch einmal zum feministischen „Gendern“: Die Haltung mancher überzeugter (oder überzogener?) Feministinnen ist mir zu einseitig, wenn sie glauben oder zumindest behaupten, „Frauen seien, so die Hauptthese der feministischen Translationswissenschaft, in der männerdominierten Gesellschaft in Sprache und Texten zum Verstummen gebracht worden. Deshalb sei es die Aufgabe[…] feministischer Schreibtätigkeit im Allgemeinen, der feministischen Translation und Translationswissenschaft im Besonderen, sie wieder sichtbar zu machen. Durch Sprache werden Frauen entfremdet, da ihre eigene physische und psychische Erfahrung im Widerspruch zur Sprache stünde. Deshalb müsse Sprache aus der Sicht feministischer Kritik geändert werden[.]“ (Prunč 2007, 298) Tragisch, wenn die Frauen recht hätten: Sie möchten die Herrschaft der Männer über die Sprache übernehmen, um selbst Tyrann(inn)en zu werden. – Einst gab es eine (theoretische) Teilung: Die Frauen herrschten im Haus, die Männer außerhalb des Hauses. Kinder, und damit ihr Sprechen, wurden im Hause erzogen. Die Sprache und ihre Struktur, die wir sprechen, wurde wesentlich von Frauen vermittelt, bis in der Schule auch Lehrer einen Teil des Sagens bekamen. Tatsächlich gibt es Kulturen (man belächelt sie zumeist aus der abendländischen Perspektive als primitiv), in denen Frauen eine eigene, von der Männersprache verschiedene Sprache sprechen. – Im übrigen ist das auch in der westlichen Kultur seit eh und je so gewesen; man hat nur nicht genau hingehört; die Unterschiede sind (waren?) aber durchaus deutlich. – Holistisch betrachtet, also mit all den „paralingualen“ Gesten, der Stimmführung und Modulation, der Emotionalität usw., ist die Wirkung jeder Frauen Sprache (sic) beträchtlich. Wenn aber Sprache das Verhalten (mit)bestimmt, dann haben Frauen immer auch die Grundlagen für das Verhalten ihrer Kinder, auch der Knaben, gelegt. Jetzt wollen sie ihr Privileg aufgeben und den Männern gleich werden, indem sie deren Sprache nachahmen, um sich Achtung zu verschaffen, – und die Männer haben längst resigniert und gendern fleißig feministisch mit. – Vgl. auch Reiß (2000). 10

tenden Strafrechts. Am Schluß steht die Frage, ob und inwieweit das Ergebnis der genannten Besprechungen eine Basis für menschliches Handeln und damit für die interkulturelle und interlinguale Translation (das Dolmetschen und Übersetzen) und eine Verantwortlichkeit für das jeweilige Handeln bieten kann/könnte. – In diesem ersten Teil gehe ich noch nicht näher auf Einzelheiten des sprachlichen („verbalen“) Ausdrucks der zu schildernden Verhältnisse ein. Im zweiten Teil der Vorlesung werden dann für eine Translation einige Phänomene und Schlüsseltermini, u. a. zum weiteren Verständnis des ersten Teils, kritisch betrachtet. Zugleich sollen die Studierenden in einige Grundlagen der Translationswissenschaft eingeführt werden. Dabei lassen sich Wiederholungen (s. oben) nur schwerlich vermeiden. Der dritte Teil bildet eine Art Anhang. Er spricht unter den in den beiden ersten Teilen entwickelten Perspektiven stark verkürzt ein theoretisches und terminologisches Beispiel an: den schon im zweiten Teil erörterten Terminus 13 bei Ferdinand de Saussure und Charles Sanders Peirce (sprich: [pıəs] oder [pə:s]) im Vergleich zu einem weiteren neuerlichen Interpretationsversuch durch Scheibmayr (2004). 13 Den linguistischen Begriff markiere ich, wo es angeht, mit < >; für aktuelle Zeichenim-Gebrauch schreibe ich einfach Zeichen. Eine Unterscheidung ist nicht immer möglich. 11

Abschied von Hans J. Vermeer - Fachbereich Translations-, Sprach ...
Hans J. Vermeer Postkoloniale Politik und literarisches Übersetzen
Literaturangaben Arbeitsbibliothek Hans J. Vermeer
Hans .J. Vermeer Die Aufhebung der Translatiou
Wie geht es weiter im „alten“ BA? - Fachbereich Translations ...
Erfahrungsbericht - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Laudatio - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Fächerübergreifendes Lehrangebot - Fachbereich Translations ...
Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft ...
Translation als Kreolisierung - Fachbereich Translations-, Sprach ...
Modulhandbuch - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Studienschwerpunkte - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Prüfungsordnung für den "neuen" - Fachbereich Translations ...
Bachelorstudiengang Sprache, Kultur, Translation - Fachbereich ...
Polnisch - Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft
Modulhandbuch - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Muttersprachlicher Unterricht - Fachbereich Translations-, Sprach ...
Translation als Schlüsselbegriff der Interdisziplinarität - Fachbereich ...
Deutsch - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Paul Hillery - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
BA-Arbeit-beinahe-druckreife Fassung - Fachbereich Translations ...
Prüfungsordnung BA SKT - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Modulhandbuch für MA SKT Spanisch - Fachbereich Translations ...
Teilnahmeformular - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Programm - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Memoiren von Russlanddeutschen - Fachbereich Translations ...
Von Ost nach West - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Zu neuen Ufern lockt ein neuer Tag - Fachbereich Translations ...
Prüfungsordnung MA SKT - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Modulhandbuch BA (Stand März 2010) - Fachbereich Translations ...