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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

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144 Die Anwendung des

144 Die Anwendung des mit dem Terminus „Autonomie“ Gemeinten auf die Technik setzt Fragen über die gewählte Extension des Begriffs (vgl. zudem den Ausdruck „sinnvoll“), seine Anwendbarkeit auf den situationellen bzw. u. U. momentanen ‚Zustand‘ eines Systems sowie die damit verbundene Funktion(alität) des Terminus/Begriffs voraus (vgl. ib. 171). Wiederum gilt, daß durch die Anwendung des Terminus dessen Extension, der Beobachter (Benutzer des Terminus) und seine Perspektive auf den gemeinten Sachverhalt verändert werden. Selbst wenn es gelingt, einen Organismus, z. B. „erste, sehr primitive Organismen aus Biomolekülen“ zu bauen (ib. 172), bleibt die Frage, wie Leben aus unbelebter Materie entstand. Die molekulare Basis wurde vor mehr als 3,5 Milliarden Jahren gelegt. Darum gibt es über die ersten Schritte nur kluge Mutmaßungen: Fettsäuremoleküle ordnen sich im Wasser zu Lipidblasen an. Ihre Wasser liebende Seite richten sie nach außen, der das Wasser abstoßende Teil ragt zwangsläufig ins Innere der Blase. Der Prozess der Blasenbildung ist molekulare Selbstorganisation und folgt physikalischen Gesetzen, und doch ist diese Blase schon eine wichige Voraussetzung von Leben, eine Art Protozelle. (Sentker 2008, 43) Entstand das Leben mehrfach (plurigenetisch) und, falls dies der Fall sein sollte, wo überall im Universum? Für unseren Planeten schließt Reichholf (2003, 45) mehrfache Entstehung aus. Es gab keine zwei oder gar mehrfache Anläufe, und für jeden Organismus läßt sich seine Abkunft bis zum Ursprung des Lebens letztlich zurückverfolgen. Doch ist sich der Autor anscheinend nicht so ganz sicher: Unter dem Einfluß von heftigen elektrischen Entladungen (Blitzschläge) fügten sich in der an Mineralstoffen reichen „Ursuppe“ die Chemikalien so zusammen, daß erste „organische Moleküle“ entstanden. Gemeint sind damit solche Verbindungen, die heutzutage von der Lebenstätigkeit der Organismen erzeugt werden und nicht einfach selbsttätig in der unbelebten Natur entstehen. Der amerikanische Biochemiker Stanley Lloyd Miller hatte 1953 im Laborexperiment nachgewiesen, daß unter der Einwirkung elektrischer Entladungen in einem Gemisch aus Wasser, Methan, Ammoniak und Wasserstoff, also Verhältnissen, wie sie für die Uratmosphäre der Erde angenommen werden können, eine Vielzahl organischer Verbindungen entsteht. (Reichholf 2003, 51f) Es geht nicht um die Frage, was Leben „ist“, sodern darum, was als „Leben“ bezeichnet werden kann oder soll. Der ‚nächste‘ große Sprung geschah, als das Denken, das ‚Geistige‘, wie man es genannt hat, mit der Evolution neuronaler Systeme emergierte.

145 Nun ist es interessant, daß man meint, durch weitere Komplexität der Konstruktion von Maschinen immer größere Systemautonomie erreichen zu können. Echte „Autonomie“ scheint erreicht, wenn Systeme „gewisse Formen von Bewusstsein realisieren können, die sich in intentionalen Zuständen niederschlagen und eine Form von Willensfreiheit ermöglichen“. (ib. 175). Hierzu fehlt es bisher an drei Voraussetzungen: dem Wissen um hinreichende Komplexität und ihre Herstellung, der Möglichkeit einer exakten Definierbarkeit und damit der Erkennbarkeit von „Bewußtsein“ sowie, sich aus dem vorherigen ergebend, einer Antwort auf die Frage, ob dazu eine „materialunabhängige Struktur der Materie“ [!] notwendig ist (vgl. ib. 176). Wir können immer nur über die Vergangenheit (die soziale und die individuelle) nachdenken und höchstens Erwartungen über die Zukunft hegen. Aber die Vergangenheit ist vorbei, also müssen wir unsere stetig wechselnden Erinnerungen an sie immer wieder iterierend (auch kritisch) neu überdenken. Die Rechtswissenschaft sperrt sich aber (ähnlich wie die Theologie) gegen die Frage, ob ein überkommenes Dogma noch haltbar ist. Von da aus müssen auch in der Rechtswissenschaft neue Theorien zur Diskussion gestellt werden. Wenn nach der Annahme der Mikrophysik tout se tient, kann es nur eine relative Autonomie geben. Es wäre herauszufinden, was diese Relativität (oder Determinierung durch die Anderen) in jedem Einzelfall besagen soll. Mit den gestellten Fragen kommt das Problem der Verantwortung auf. Es ist – trotz immer noch behaupteter Philosopheme – nicht allgemein beantwortbar. Es hängt von der jeweils zugrunde gelegten situationsspezifischen individuellen und reduktionistisch-generalisierten sozialen Perspektive als Annahme ab. Solange auf ältere Annahmen als gegebener/n Realität(en), z. B. Philosophien früherer Zeiten mit anderen Wissens- und sonstigen Voraussetzungen, gesetzten Rechtsvorgaben usw., zurückgegriffen wird, ist kein Fortschritt zu erwarten. Christen versteht Verantwortung mit Ropohl (1996) „als siebenstelliges Prädikat“, das z. T. mit dem soeben Gesagten zusammenfällt, z. T. auch darüber hinausgeht (vgl. Christen 2004, 177f). Verantwortung kann retrospektiv auf eine Vergangenheit (Wer hat das getan?) oder prospektiv auf die Zukunft (Was soll wozu getan werden?) gerichtet sein. Verantwortung stellt sich in Selbst- und Fremdbeobachtung je anders dar. Beim Menschen kann eine Evaluierung, die zu einem Optimum an Entscheidung führen soll, nur rational erfolgen und geschieht doch (meist vor-

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