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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

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sei/bleibe gesund >

sei/bleibe gesund > Bleiben Sie gesund!), was sagt/tut dann ein Esperantist? Und wenn ein Deutscher, der einer Dame vorgestellt wird, ihr stumm und lächelnd die Hand reicht, ein Brite wartet, ob die Dame die Hand geben will und gegebenenfalls dann „How do you do?“ flüstert oder ein (muslimischer) Türke bei seinem „memnun oldum“ (~ sehr erfreut) der Dame nicht die Hand reicht, was tut dann ein Esperantist? Sich einfach ‚westlich‘ verhalten? Die Hand geben, nicht geben, zu früh oder zu spät geben kann zu kulturellen Mißverständnissen führen. Man kann sich nur kulturspezifisch verhalten; aber welche „Kultur“ kommt dem Esperantisten zu? Esperantisten unterhalten sich untereinander weltweit. Klaffen verbales und nonverbales Verhalten auseinander? – Wenn jemand innerhalb der deutschen Kultur die Hans reicht und nichts dazu sagt, gilt dies als Beileidsbekundung oder Verschwörung. Ich will nicht von Wort- und Phrasenbildungen sprechen. Nach dem bisher Gesagten wäre es wohl möglich, daß sich die Struktur von Subjekt-Objekt- Sprachen und das Verhalten ihrer Sprecher ein- oder gegenseitig beeinflussen. Verhalten müßte sich dann in der Sprache spiegeln oder/und die Sprache erzwänge eine Weltsicht, die sich im Verhalten der Sprecher /Schreiber ausdrücken müßte, oder beide Möglichkeiten gälten gegenseitig. – Übrigens gehören sprachlicher Ausdruck und die Art und Weise des Ausdrucks zum Verhalten. – Es muß offen bleiben, was im Falle der reziproken Beeinflussung Henne und Ei ist. Für die Translation sollen die bisherigen Ausführungen eine Mahnung sein, mit Vor- und Nachsicht zu dolmetschen und zu übersetzen (zu „translatieren“). Quidquid agis, prudenter agas et respice finem (zu Quellen vgl. Büchmann 2001, 35f) Mensch, was du thust, bedenck das end! Das wirt die höchst weißheit genendt. (Hans Sachs, 1557, zit. n. Büchmann 2001, 36) 2. Die Analyse auf den Kopf stellen Bisher sprach ich von den Subjekt-Objekt-Strukturen der „Aktivsprachen“. Es gibt auch andere Strukturen. So kennt das Deutsche (usw.) z. B. Reste von dativischen Konstruktionen: „Mir grauet vor der Götter Neid“ (Schiller Der Ring des Polykrates); „Heinrich! mir graut’s vor dir“ (Goethe Faust); „Mir gefällt / Es gefällt mir, daß …“. „Mir“ fungiert als eine Art Ortsbestimmung, ein Lokativ (?) für ein Geschehen, evtl. Erleiden. Vgl. „mich 30

friert“ / „ich friere“; vgl. impersonale Passivbildungen: „Jetzt wird (aber) geschlafen!“, im Befehlston: „Jetzt wird nicht mehr gespielt!“ Je nach syntaktischer Struktur tritt formal-syntaktisch ein Subjekt (vgl. den Stellenfüller „es“) oder ein Subjektsatz, auf. Vgl.. In anderen Fällen, wenn z. B. jemand bei einer Begrüßung sagt, „(Es) freut mich!“, fehlt ein Subjekt, oder es wird nicht ausgedrückt. Die entsprechende Stelle (der Satzanfang/Satzauftakt) wird aus formalen Gründen durch einen Platzhalter („es“) markiert. Im Falle der genannten Begrüßungsszene ist es nicht üblich, den Satz durch eine Subjekt-Struktur, z. B. „Ich freue mich“, zu ersetzen, es sei denn, man führe fort, „Ich freue mich, Sie kennenzulernen“. Eine andere Art mit nur scheinbarem reflexivem Objekt findet sich in Sätzen wie „Der neue Besen verkauft sich gut“. (Zu weiteren Interpretationen vgl. die Grammatiken, z. B. Engel 1988; Weinrich et al. 1993, die aber hinsichtlich einer semantischen bzw. kulturellen Interpretation notwendigerweise wortkarg bleiben; vgl. unten zum Medium.) Bisher suchte ich Beispiele und Antworten auf die Frage, ob und wie ein Zusammenhang von Sprachstruktur und Verhalten festgestellt werden könnte. 32 Um klarer zu sehen, suche ich nach anderen Beispielen, die die Vermutungen von Ethnologen, Anthropologen und Linguisten bestätigen oder in Frage stellen und evtl. ganz andere Interpretationen nahelegen. Carlos Lenkersdorf arbeitet seit 30 Jahren als Ethnologe/Anthropologe unter Maya-Indianern in Südmexiko, im Chiapas-Gebiet, das vor einigen Jahren für kurze Zeit das Interesse der deutschen Presse auf sich zog, als sie ein paar Tage lang über jahrelange Übergriffe der ‚weißen‘ Herren der mexikanischen administrativen Verwaltung auf die dort lebenden indianischen Ureinwohner, die sich endlich zu wehren versuchten, berichtete. Die ‚Weißen‘, wie Lenkersdorf sagt, sprechen (mexikanisches) Spanisch, also eine Sprache mit einer Subjekt-Objekt-Struktur. Lenkersdorf hält die Sprache eines Maya-Stammes dagegen, die der Tojolabal [toÆjol/a'∫al] 33 , nach Lenkersdorf „los hombres verdaderos“ (die wahren Menschen) oder „el idioma 32 Bereits Gibbon ([1776] 1960) war an dieser Frage interessiert. An einer Stelle (ib. 1.11 4 ) merkt er an: „There is room for a very interesting work, which should lay open the connection between the languages and manners of nations.“ Und ib. 37, heißt es: „So sensible were the Romans of the influence of language over national manners, […]“. 33 Das /∫/ signalisiert einen stimmhaften labialen Implosiv. Lenkersdorf schreibt statt dessen vereinfachend /b’/. Im übrigen verwende ich die Zeichen der Association Phonétique International (API) – International Phonetic Association (IPA) in der Ausgabe von 1965. 31

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