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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

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verdadero“ (die wahre

verdadero“ (die wahre Sprache) (to'jol „richtig, wahr“; /a'∫al „Sprache“; Stolz [2009]: „die korrekte Sprache“). Er untersucht und versucht, ihre Struktur mit dem gesellschaftlichen Verhalten der Sprecher in Einklang zu bringen. Nun haben die Leute dort unten keine Universitäten, also auch keinen Professor, der eine Vorlesung hält; sie haben z. T. nicht einmal Schulen, also wähle ich mit Lenkersdorf (2000; 2005a; 2005b; 2006) für ein paar Überlegungen über diese Sprache einfachere Beispiele. (Die Orthographie und manchmal auch die Übersetzungen schwanken bei Lenkersdorf in den verschiedenen Publikationen mitunter ein wenig. – Geringfügige formale Varianten u. a. bei Stolz [2009]. winikon [Mann ich ~ „Ich bin ein Mann“] (vgl. Lenkersdorf 2005b, 96) /ixukon [Frau ich ~ „Ich bin eine Frau“] Der Ausdruck bzw. der ‚intransitive‘ Satz besteht aus den Elementen winik („Mann“) bzw. /ixuk („Frau“) und on („ich“). Das ‚Pronomen‘ wird suffigiert. Eine Kopula gibt es im Tojolabal nicht. wa sk’anawon ja nikolasa/i [„Nicolasa liebt mich“] (ib. 155) Dieser Satz wird wie folgt analysiert: wa (Affirmativpartikel ~ ja, also) s Personalpräfix 3. P. Sg. „agencial“ (agential, d. h. Subjektpronomen für jemanden, der etwas tut / von dem etwas getan wird ~ „er/sie“) k’ana Verb (~ „lieben“) – Das Zeichen [’] steht für den Glottisverschluß ejektiver Konsonanten (“ejective consonants […] with simultaneous or nearly simultaneous glottal stop”); vgl. IPA 1965, 14) w (Hiatustilger zwischen zwei Vokalen) on Personalsuffix der 1. P. Sg. „vivencial“ (vivential, d. h. Pronomen des „Erlebens“; vgl. oben winikon) ja ~ bestimmter Artikel nikolasa (Eigenname) /i (Suffix in Verbindumg mit dem vorhergehenden bestimmten Artikel: ja … /i ~ „der/die/das“) (Zum näherungsweisen Ausdruck von Verbkategorien habe ich Lenkersdorfs spanische Termini „agencial“ und „vivencial“ hinzugesetzt; vgl. unten.) Der Satz ergibt ‚wörtlich‘ ~ Ja, er/sie liebt ich der/die Nikolasa da (Das Tojolabal ist genusindifferent; Lenkersdorf 2000, 54 17 ). 32

Das dt. 34 Objektpronomen („mich“) nimmt für Lenkersdorf im Tojolabal die Form des „vivencial“-Subjektsuffixes an. Der Sinn ist nach Lenkersdorf (2005a, 153): “Nicolasa no me puede querer, a no ser que yo tenga la vivencia de aceptar su amor.” (N. kann mich nicht lieben, es sei denn, ich erlebte den Akzept der Liebe.) – Hier zeigt sich eine radikal andere Interpretation der Kommunikation im Tojolabal (später weite ich den Gedanken auf Ergativsprachen aus) gegenüber den Subjekt-Objekt-Sprachen. Oben hieß es, der Empfänger eines Reizes müsse reagieren. Nach Lenkersdorf ist ein Tojolabal(-Sprecher) bereit zu reagieren, das heißt, Lenkersdorfs „vivencial“ kann mit „bemerken“ übersetzt werden: N. spricht zu mir; ich bin bereit, es aufzunehmen. Analog zum obigen Satz analysiert Lenkersdorf (2005a, 56) den Satz wa xkilawa (Te veo [„Ich sehe dich“]). wa (Affirmativpartikel; s. oben) xk Personalpräfix der 1. P. Sg. „agencial“ – Wie im Norddeutschen gibt es im Tojolabal keine vokalisch anlautenden Wörter. Wörter können mit einem Glottisverschluß („glottal stop“, „Knacklaut“) [/] + Vokal anfangen. Vor diesem Anlaut [/] lautet das agentiale Personalpräfix der 1. P. Sg. im Tojolabal k-, vor allen anderen Konsonanten j- [j] (~ wie der sog. „ich“-Laut im Dt., besser: ~ ein emphatisches [h]). Dieses j- tritt vor stimmlosen Konsonanten als x- [∫] auf. x- kann mit k- zu xk- kombiniert werden. – Nach dem „agentialen“ doppelkonsonantischen Subjekt xk- (?) scheint der Glottisverschlußanlaut eines Verbs auszufallen (?). /ila ~ „sehen“ -w- (Bindevokal) -a Personalsuffix 2. Pers. Sing. „vivencial“. Nach Lenkersdorf gibt es in den beiden (im Dt. „transitiven“) Sätzen im Tojolabal kein Objekt, sondern nur zwei Subjekte. 35 Das eine Subjekt handelt (vgl. das Pronominalpräfix), das zweite erlebt die Handlung (vgl. das Pronominalsuffix). Ich handle („sehe“), du erlebst es. 34 Im folgenden kürze ich „deutsch/Deutsch“ oft als „dt./Dt.“, „spanisch/Spanisch“ als „span./Span.“ usw. ab. 35 Auch Frege behauptete, ein Satz wie „Sokrates liebt Kallias“ habe zwei Subjekte (Mi- gnucci/Jatho 2000, 326). 33

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