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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

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[L]os dos sujetos, tanto

[L]os dos sujetos, tanto el que ve como el que tiene la “vivencia del ver de parte del otro”, representan partícipes coordinados. (Lenkersdorf 2005a, 56) 36 Lenkersdorf (2005a, 56; vgl. Lenkersdorf 2000, 60) bringt als weiteres Beispiel für seine Interpretation des Tojolabal den Satz: wa xkila ja /i∫e /iximi. Veo la mata / planta de maíz („Ich sehe das Maisfeld / die Maispflanze“) 37 (Vgl. die Analyse der voranstehenden Sätze – /i∫e /ixim die Maispflanze.) Lenkersdorf interpretiert den Satz als “la planta de maíz que tiene la vivencia de … yo ver”. Im Lenkersdorfschen Sinn übersetzt hieße das: „Ich sehe, und die Maispflanze / das Maisfeld erlebt es“ oder (meine Interpretation): „Ich gucke /schaue, die Maispflanze ist da (es zu erleben)“. Es gibt kein Objekt, sondern nur zwei Subjekte. Mais ist das Hauptnahrungsmittel der Tojolabal, ein dem Menschen gleichwertiges Lebewesen, ein Lebens-Mittel im wahrsten Sinne des Wortes und kein bloßes Produktionsmittel wie in der ‚weißen‘ Welt. Überhaupt sind für die Weltanschauung der Tojolabal alle Organismen grundsätzlich gleichwertig. Sie leben, wie der Mensch. Auch der Mais lebt und erlebt wie ein Mensch (könnte man sagen, er erlebe menschlich?), wenn auch auf andere Weise. Lenkersdorf erwähnte einmal, Tojolabal beichteten oft als Sünde, sie hätten Maiskörner auf dem Wege liegen sehen und nicht aufgehoben. Das ist fast so, als sähe jemand jemanden verunglückt am Wegrand liegen und kümmere sich nicht um ihn. Der deutsche bzw. spanische Satz Ich habe es euch gesagt (vgl. Lenkersdorf 2000, 29; auf Spanisch: Les dije; Lenkersdorf 2005a, 28) wird üblicherweise als Subjekt-Objekt-Struktur analysiert: Ich „Subjekt“, im Spanischen am Verb durch das Suffix -e signalisiert, im Dt. wie üblich zweimal, redundant 38 : durch das Personalpronomen und die Verbendung -e. Das es des dt. Satzes ist ein „direktes Objekt“, das in diesem Fall im Span. 36 „Die beiden Subjekte, das, welches sieht, und das, welches ‚das Erlebnis des Sehens seitens des Anderen‘ hat, stellen gleichwertige Partner dar.“ 37 Beide Übersetzungen kommen bei Lenkersdorf vor. 38 Es gibt zwei Sorten Redundanz: die syntaktisch obligatorische (wie im obigen Beispiel) und die relative kommunikative, bei der ein Sprecher (u. U. mit anderen Worten) wiederholt, was er bereits gesagt hatte. Diese ist insofern relativ, als normalerweise nicht Satzteile oder Sätze wörtlich wiederholt, sondern, z. B. zur Verdeutlichung oder als Nachdrücklichkeit, variiert werden. Was die eine Kultur als redundant auffaßt, mag für eine andere notwendige Erklärung sein (vgl. z. B. Frenzel 1977, 153f). – Im obigen Beispiel ist die erste Art gemeint. 34

formal nicht ausgedrückt wird und im Tojolabal nicht existiert, wenn ich Lenkersdorf richtig interpretiere, und hier evtl. durch einen weiteren Hauptsatz ausgedrückt werden müßte (s. unten). – Euch ist „indirektes (Dativ­) Objekt“ (spanisch: les). – Habe ... gesagt ist die Verbalgruppe der Satzaussage (des Prädikats); spanisch: dije). Ein Subjekt/Agens zwingt im Span. und Dt. ein vom Subjekt abhängiges Objekt zuzuhören (s. oben zur Unmöglichkeit, einen Reiz zu ignorieren). Offenbar gibt es im Tojolabal Satzeinheiten aus zwei Elementen, z. B. kala awa∫yex. Lenkersdorf analysiert den Satz folgendermaßen: k- Präfix, das den Sprecher in der 1. Pers. Sing. („ich“) kennzeichnet (s. oben), /ala ~ „sagen“, Präteritum: „sagte / habe gesagt“, aw- Präfix (!) der 2. Pers. Sing., zusammen mit dem Suffix -yex, das den Plural signalisiert, also „ihr“ bzw. im Dt. „Sie“ (Honorativ Plural). Man beachte die Distanzstellung des Pluralsuffixes zum Personalpräfix (s. dazu unten), ­a∫- Radikal („Wurzel“) des Verbs /a∫i („hören“). Das Ganze läßt sich somit in folgender Weise interpretieren: Ich sagte (es); ihr hörtet (es) / ihr hörtet zu (vgl. Lenkersdorf 2005a, 30: [Lo] dije. Ustedes [lo] escucharon). Analog wird der nächste Satz konstruiert: /oj ka/tikon awi/ex – Wir werden es euch geben. ‚Wörtlich‘: Wir werden geben. Ihr werdet empfangen. (vgl. Lenkersdorf 2000, 38: Daremos. Ustedes recibirán → Se lo daremos. Die beiden vorstehenden Sätze gehören zu einer Gruppe, in denen das „zweite Subjekt“ ein eigenes Prädikat bekommt, oder mit anderen Worten: in denen zwei Sätze konstruiert werden. Viventialen Strukturen ist ein „(Da-)Seins“-Prädikat entweder inhärent bzw. es existiert im Tojolabal nicht und wird durch einen zweiten Satz expliziert. – Auf unterschiedliche Perspektiven beim Versuch einer linguistischen Interpretation werde ich noch mehrfach hinweisen. Lenkersdorf (2000, 61) kommentiert folgenden Satz ausführlich: Analyse: jna/a s∫aj ja i∫e /iximi (Ich kannte die Maispflanze). j- ich [als Handelnder] na/a wissen 35

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